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Liebe Resi,
oh vielen herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit. DU, ja ich habe in meinem Leben bisher auch viele Rollen gespielt. Heute versuche ich so zu leben, so wie ich bin. Auch muss ich meine Depression nicht mehr verstecken.
Ja es gibt diese Barrieren, gerade vor den Orten, an denen ich den Sinn für mein Leben finden kann.
Diese Barrieren haben für mich Namen, und das sind mein Trotz, mein Selbstmitleid, mein Neid, meine Geltungssucht, meine Aggressivität, meine Maßlosigkeit, meine Ichbezogenheit usw.
Das sind so meine Gegenspieler in meiner Depression. Das stellt sich mir in meinen Weg. Und ich sollte auch noch viel mehr für mich leben, statt gegen mich. Und da dürfen wir nicht ausweichen, nicht vor Menschen, nicht vor unseren Möglichkeiten.
Wenn ich bereit bin, für mein Leben die Verantwortung zu übernehmen, dann komme ich dem Sinn meines Lebens näher.
Denn ich muss immer zuerst bei mir beginnen. Viele Menschen finden deshalb keinen Sinn für ihr Leben, weil sie zuviel an ihre misslungenen Beziehungen in ihrem Leben denken müssen.
Ich sage zu wenig was ich wirklich denke und fühle, und das ich oft den Grund für mein Versagen auf andere Menschen schiebe. Es kommt darauf an, das ich bei mir beginne, dass das für mich ganz arg wichtig wird. Alles andere lenkt von meiner Beziehung zu mir selbst ab.
Ich muss mir nicht immer wieder darüber Gedanken machen, warum und wozu haben mir Menschen Unrecht getan.
Es kommt auf mich an, was ich daraus mache, oder eben nicht. So ein Leben macht mich freier, als immer wieder andere Menschen anzuklagen, das kostet mich immer sehr viel Kraft.
Wenn ich andere Menschen in Liebe ansehe, dann schenke ich ihnen Ansehen. Wenn ich mein eigenes kleines ICH einmal los lassen kann. Ich spüre den Wert des anderen Menschen, und werde aber gleichzeitig in meinem eigenen Wertgefühl bestätigt und berührt. Ich baue eine Brücke von dir zu mir, und DU, von DIR zu mir, und kommen so zueinander.
Wenn wir uns aber ablehnen, bauen wir eine Mauer, und jeder von uns starrt gegen die Mauer. Aber wir sehen uns doch nach Liebe, Annahme und Beziehung. Und ich möchte es auch ganz neu lernen, mit mir selbst und anderen Menschen in eine gute wertschätzende Beziehung zu kommen.
Einen Menschen den wir nicht mögen, ja vielleicht sogar hassen, ist oft anders als wir denken. Er ist nicht so wie wir ihn uns vorstellen. Denn wenn ich ihn ablehne, suche ich nicht nach dem, was er auch ist. Und schon gar nicht erkenne ich sein wahres Wesen. Denn das wahre Wesen erkenne ich nur dann, wenn ich selbst bereit bin mich zu öffnen.
Unsere Feinde, Gegner, würden sich gar nicht wiedererkennen, wenn sie merken, was für Bilder ich über sie gemacht habe. Deshalb muss ich es selbst lernen, einem Menschen gut zuhören.
Oft sehe ich in meiner Depression auch nur den Regen, nicht die Sonne, die schon gleich nach dem Regen kommt. Oder es spielt eine tolle Musik, ich höre nicht richtig hin, es sind nur Geräusche für mich. Oder ein Mensch sagt zu mir, du ich habe dich gern, doch ich denke nur an den Schmerz, den mir dieser Mensch schon zugefügt hat.
Oder ich wandere, es regnet. Ich habe die falschen Schuhe an, die Stimmung meiner Frau ist auch nicht so toll. Am liebsten würde man umkehren. Die Landschaft erscheint auch öde. Dann wird mir meine üble Laune zu dumm. Ich mache meine Augen auf, sehe Rehe, einen alten Schafstall, eine wunderschöne Holzbrücke. Aber alles das war vorher auch schon da, nur habe ich es nicht gesehen. Und meine liebe Frau lächelt auch wieder.
Hier und heute, an dem Ort wo ich gerade stehe, da ist mein Sinn als Mensch. Das was mir heute begegnet, was mich heute zum Leben herausfordert, das ist die Gelegenheit für mich, mein Leben als wertvoll, als sinnvoll zu erleben.
Wenn ich heute die Möglichkeiten ausnutze, die das Leben mir heute bietet. Ich das Beste für mich daraus mache, das macht Sinn für mich, für DICH. Wenn ich mich selbst und andere Menschen in Liebe annehmen kann, das ist mein Sinn.
Das kann uns ein reiches und erfülltes Leben schenken, gerade die Beziehungen die wir suchen, Beziehungen die wir leben. Und ich bin immer wieder überrascht, wenn ich genauer hin schaue, mit wem ich in Beziehung lebe.
Als ich meine liebe Frau kennen lernte, da war ich nicht sofort total verliebt, aber unsere Liebe durfte wachsen, Heute sind wir über 32 Jahre verheiratet. Und die Liebe, die Beziehung wächst noch immer.
Lasst und hier im Forum weiterhin gute Brücken zueinander bauen.
über die Brücke gehn.
in guten Gedanken für dich,
ganz viele liebe Grüße,
Frederick