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Was ist unsere Rolle in diesem Leben ?

Jedi

Jedi

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Was ist unsere Rolle in diesem Leben ?

Ich versuche es mal mit diesem neuen Thread etwas anzustoßen, über sich selbst einmal zu reflektieren.
ich war noch einmal dabei auf die zustimmung von Juju gestoßen u. finde es passt gut auch hier in dieses Forum !
dabei kann es um den eigenen Sinn, den wir unserem leben geben können od. wollen gehen,
es kann auch noch einmal darum gehen, welchem Wert ich mir selbst gebe,
villt. auch, hat dieses leben was ich führe, bzw. nach meiner BO/Depressions-erkrankung noch den einen Sinn für mich u.
wäre schon fast philosophisch, hat es einen Sinn, an diesem Ort, dem Land, bei den Eltern, in die Familie hineingeboren worden zu sein, in der ich aufgewachsen bin ?

Villt. hat sich auch der ein oder andere schon einmal mit der frage beschäftigt, "gibt es gar einen Auftrag für mich, hier auf dieser welt, in meinem Leben ?

Bin gespannt, was da so an Gedanken zusammen kommt !

LG Jedi

16.04.2019 14:01 • x 5 #1


Jedi

Jedi


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Hallo !

zu diesem thema kam mir noch der gedanke, dass Wir als individuen, besser mit der tatsache zurecht kommen, vor unserer geburt noch nich existiert zu haben.
doch schwieriger fällt uns der gedanke, dass wir nach dem tod nicht mehr existieren werden.
dabei spielt für mich jetzt keine rolle, ob es menschen gibt, die etwas anderes glauben, wie an ein leben nach den tod oder das wir in irgendeiner unbekannten form weiter existieren.
doch u. so denke ich persönlich, wird die menschheitsgeschichte enden u. wir vergessen sein u. gar das vergessen wird vergessen sein !
nichts von dem, wer wir sind oder mal waren, was wir erschaffen, bzw. was wir geschafft haben, wird die zeit überdauern.

worin kann nun der sinn liegen, für die zeit unseres irdischen dasein ?

LG Jedi

16.04.2019 15:17 • x 2 #2


Flocon_de_Neige

Flocon_de_Neige

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Meine persönliche Meinung dazu:

Solang wir (krampfhaft) nach dem Sinn des Lebens suchen, solang werden wir keine Antwort darauf finden.

Wir werden aber darauf stoßen und die Antwort wissen, wenn wir nicht daran denken.


LG

16.04.2019 15:26 • x 4 #3


Juju

Juju

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Super @jedi, dass Du dieses Thema eröffnet hast.

16.04.2019 17:30 • x 2 #4


Nickse

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Meine (Lebens-)Rollen wechseln - gefühlt und rückblickend - ständig.

Und damit stellt sich diese Frage immer und immer wieder.

Und damit muss die Rolle auch immer neu interpretiert werden!

Sehr interessant Jedi!

16.04.2019 17:45 • x 2 #5


Frederick1

Frederick1

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lieber Jedi,

vielen Dank für deine guten und interessanten Worte. Als Musiker, wenn ich die richtigen Worte finde, den richtigen Ton, und genug davon habe, finde, .das macht mich persönlich so was wie glücklich und zufrieden. Und wenn gute Worte und Töne auch noch andere Menschen erreichen, da kann ich nur noch staunen. Nein das ist nicht immer so, nicht immer finde ich gute Worte und Töne, wie oft spiele ich falsch.

Aber ich mache gerne Musik. Alles was ein Mensch gerne tut, wird leichter, selbst, wenn es mühsam ist. Meine eigene Einstellung ist da ganz arg wichtig. Meine Einstellung hebt manche Mühe auf, glättet manches was nicht immer so glatt läuft,.

Üben ist deshalb nicht nur Stress, auch wenn es anstrengend ist.

Und so ist es auch mit dem Leben meine ich. Wenn ich wieder Lust, so etwas wie Freude an und in meinem Leben finde, muss ich mich nicht ständig darüber ärgern, wenn ich einen Sinn für mein Leben finden darf. Nein nicht krampfhaft, im Krampf ist keine Liebe zu meinem Leben. Aber versuchen aus meinem nicht immer gutem und depressivem Leben, aus meinem ungeliebten Leben, trotzdem irgendwie einen Sinn zu finden, es annehmen, und das Beste daraus zu machen, das hilft mir persönlich sehr, ermutigt mich an meinem Leben zu bleiben, und wenn ich falle, möchte ich wieder aufstehn.

Es motiviert mich einen Sinn für mein Leben zu haben.

Was wäre, wenn ich mein vergangenes nicht so gutes Leben los lassen könnte, es nicht verkrampft fest halten muss?

Wenn ich jetzt hier und heute in meiner Gegenwart lebe?

Wenn ich meine vorhandenen Möglichkeiten, meine Zeit nutze?

Wenn ich mich mit meiner schlechten Vergangenheit versuche auszusöhnen? Wenn ich mich sammle, wieder bei der Sache bin trotz.

Ich wäre nicht mehr so gespalten, ich wäre mehr mit mir eins, ich wäre wieder mehr bei mir selbst, ich könnte wieder mehr zu mir stehen. Ich wäre wieder frei, frei für einen Neuanfang, frei für mein Leben.

Wenn ich mein vergangenes Leben sein lassen könnte.


Und das sehe ich auch als Ziel für mein Leben, als Sinn für mein Leben, wieder frei werden, fest zu mir stehen, mir und meinem Leben wieder vertrauen. Und ganz langsam beginnen, dem Leben und anderen Menschen wieder lernen zu vertrauen.

Mein Ziel, dem Leben wieder vertrauen, das starke Gefühl, ich traue mir selbst und anderen Menschen was zu. Meinem Leben vertrauen, mich wieder im Leben zuhause fühle, aus meinen eigenen Fehlern lerne, barmherziger mit mir selbst und anderen Menschen umgehe. Denn der Mensch, der ohne Fehler ist, soll den ersten Stein werfen. Dem Leben wieder vertrauen, meine in meinem Herzen verwurzelte Hoffnung, dass mein Leben einen Sinn hat, auch wenn den Sinn nicht immer sehe oder erkenne.

Selbst glaube ich, das mit meinem Tod noch nicht alles aus ist, das es irgendwie, irgendwo weiter geht. Und ich glaube, das es eine höhere Gerechtigkeit gibt. Gerade für die Menschen, die andere Menschen missbraucht haben, getötet haben, fertig gemacht haben usw.

Und ich wünsche mir, das ich nicht immer wieder so um mein eigenes Ego kreisen muss. Denn das macht mich immer mehr lebensunfähiger, unglücklicher. Je mehr ich mich ärgere und klage, was ich nicht habe, nicht bin, je mehr fordere ich das ein, was mir eigentlich zusteht.

Wenn ich aber wieder freier werde, dann weitet sich mein Blick wieder, auch mein Innerstes. Ich werde wieder unverkrampfter, gelöster, gelassener, ruhiger. Ich muss nicht immer gut da stehen, darf zu mir und meiner Depression stehen, muss mich dafür nicht mehr schämen.

ICH bin der, der ICH bin. Ich will niemand anders mehr sein. Ich muss nicht mehr versuchen klüger, reicher, attraktiver, intelligenter als andere zu sein. Ich muss nicht von allen Menschen geliebt, anerkannt und bewundert werden.

Ich muss mich nicht mehr ärgern, wenn andere meinen immer im Mittelpunkt stehen zu müssen, die Größten zu sein, die Besseren.

Wenn ich einen Sinn für mein Leben gefunden habe, halte ich es auch wieder aus, dumm, lächerlich, fehlerhaft usw. zu erscheinen. Meine Welt wird wie früher durch so etwas nicht mehr untergehen.

Das macht mein Leben gelassener, angstfreier. Weil mein menschlicher Drang nach Bedeutsamkeit und Wichtigkeit nachgibt, ich brauche keine Fassade mehr aufzubauen, darf wieder echt sein, muss nicht mehr scheinen als was ich bin und habe.

Selbstmitleid zieht mich auch nur runter. Da drehe ich mich nur noch im Kreise um mich selbst, komme da ganz schwer wieder raus. Ich sehe keine Richtung, keinen Sinn mehr für mein Leben. Ich mache alles für meinen Mist im Leben verantwortlich, nur nicht mich selbst. Wenn ich diese Schiene mein ganzes Leben fahre, versklave ich mich selbst.

Helfen tut mir da nur, offen und ehrlich zu meiner Lebenswahrheit stehen, und einen guten Sinn für mein Leben zu finden.


viele liebe Grüße,

Frederick

16.04.2019 18:20 • x 4 #6


Jedi

Jedi


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Hallo Frederick1 !

Zitat von Frederick1:
Selbst glaube ich, das mit meinem Tod noch nicht alles aus ist, das es irgendwie, irgendwo weiter geht. Und ich glaube, das es eine höhere Gerechtigkeit gibt. Gerade für die Menschen, die andere Menschen missbraucht haben, getötet haben, fertig gemacht haben usw.

darf ich dich dazu etwas fragen ?
glaubst du, dass es irgendeine "gerichtsbarkeit" gibt oder geben sollte u. menschen verurteilt werden, die als mensch "böses" getan haben ?
ich komme auf die frage, weil ich an eine "sogenannte" hölle nicht glauben kann.
ich habe schon diskussionen geführt , wo menschen, denen schlimmes passiert war, ihre ganze hoffnung darauf setzen, dass diese menschen in der hölle schmoren mögen.
sie glauben u. hoffen fest, dass ihnen dadurch die gerechtigkeit zu teil wird, die ihnen zu lebzeiten versagt blieb.

da tauchte bei mir die frage nach dem freien willen auf, den wir menschen zu lebzeiten haben.
ob von einem Gott geben ?

Zitat von Frederick1:
Wenn ich einen Sinn für mein Leben gefunden habe, halte ich es auch wieder aus, dumm, lächerlich, fehlerhaft usw. zu erscheinen.

finde, dass du da eine gute haltung entwickeln konntest u. du dir so offensichtlich selbst einen sinn in deinem leben finden u. geben konntest.
Zitat von Frederick1:
Selbstmitleid zieht mich auch nur runter.

Stimmt !
da sehe ich auch den unterschied zu Selbstmitgefühl.
in Selbst-Mitleid steckt ja schon das wort "leiden".
in Selbst-mitgefühl das wort "fühlen".
Selbstmitleid zieht uns weiter runter, weil wir dem leiden nichts entgegen setzen.
so hilft es auch anderen nicht, wenn wir mit ihnen "mit- leiden" !
wir verstärken nur ihr leid, weil wir auch leiden.

Selbstmitgefühl erschafft ein fühlen mit unserem schmerz, unserem kummer u. unserer situation, aber erschafft auch die möglichkeit der annahme u. so die möglichkeit, angemessen darauf zu reagieren.
wenn ich mit einem anderen menschen in seinem schmerz oder kummer mitfühlen kann, dann kann ich ihn begleiten u. ihn befähigen, selbst einen weg zu entwickeln, mit seinem schmerz, seinem kummer umzugehen.
Zitat von Frederick1:
Helfen tut mir da nur, offen und ehrlich zu meiner Lebenswahrheit stehen, und einen guten Sinn für mein Leben zu finden.

zu seiner lebenswirklichkeit zu stehen, dass ist schon ein hohes ziel, dies auch zu erreichen.
aber wie es so schön heißt., der weg ist das ziel !
dann noch einen guten sinn für das eigene leben darin zu finden, gehört sicherlich zur königsklasse.

aber nur, wenn wir uns erlauben, darüber nachzudenken, uns mit dieser frage einmal zu beschäftigen u. mutig sind, uns mit anderen darüber auszutauschen, kann unser leben trotz aller widrigkeiten, auch sinnvoll u. lebenswert sein !

LG Jedi

16.04.2019 19:16 • x 2 #7


Jedi

Jedi


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Hallo Nickse !

Zitat von Nickse:
Und damit muss die Rolle auch immer neu interpretiert werden!

Ja Nickse verstehe was du meinst.

mir fällt gerade dazu ein, "Dir selbst zu vergeben heißt, neu über dich zu denken" !

LG Jedi

16.04.2019 20:38 • x 2 #8


Flocon_de_Neige

Flocon_de_Neige

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Zitat von Jedi:
glaubst du, dass es irgendeine "gerichtsbarkeit" gibt oder geben sollte u. menschen verurteilt werden, die als mensch "böses" getan haben ?



Ich antworte hier einfach mal.

Vielleicht sollte es eine Gerichtsbarkeit geben.

Es ist traurig und ungerecht, daß Menschen leiden müssen, oft sogar jahrelang, wenn Ihnen etwas Negatives durch andere in der Vergangenheit wiederfahren ist. Hingegen die "Täter" oftmals ein geruhsames Leben führen.

Auf der anderen Seite werden viele Menschen durch negative Einflüsse in all ihren Sinnen sensibilisiert, sehen die Welt anders als "normale" Menschen, sehen vielleicht mehr, fühlen anders. Etwas, was Menschen, in deren Leben immer alles glatt lief soweit, nie erfahren werden. Vielleicht muß das so - ich weiß es nicht.

17.04.2019 10:08 • x 2 #9


Jedi

Jedi


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Hallo !

ich hatte hier im forum einmal geschrieben, "Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss" !
das hat mich auch zu der frage nach der rolle in unserem leben geführt.
erfüllen wir hier auf erden nur eine rolle, so wie es schauspieler tun oder verpassen wir nur die möglichkeiten, die uns das leben bieten könnte ?
bleiben wir unter unseren möglichkeiten, weil wir so konditioniert wurden ?
könnte ein hinweis des lebens an uns verborgen sein, wenn wir uns erschöpft haben, zusammengeklappt sind oder wir eine diagnose einer Depression erhalten haben ?
reicht es, seine situation, seine erkrankung zu beklagen, dem chef, den vorgesetzten, die arbeitsituation, die kollegen, den partner/in, die lebensumstände darfür mit verantwortlich zu machen ?

oder gilt es als ansporn, endlich mal um sich wirklich zu kümmern, mit dem ziel, ein Selbstbestimmtes leben zu leben ?
eben nicht gelebt werden, sondern Selbstbestimmt der kaptain in seinem leben zu sein !
es gibt einen interessanten ausspruch u. der lautet, "Viele werden als original geboren u. sterben als kopie" !

warum erleben manche menschen in ihrem leben etwas so schreckliches, während andere fast unbehelligt, ohne größere katasthrophen durch ihr leben kommen.
ich selbst habe mich oft gefragt, warum ich so unachtsam mit mir war u. BO/Depression waren dir folge ?
während andere an gleicher stelle gearbeitet haben, noch arbeiten u. sich auch in ihrem leben, so mancher sturm zeigte.
sind sie belastbarer, resillienter, verfügen sie über größere recourssen, leben sie eher oberflächlicher u. grenzen sich besser ab, sind sie von sich überzeugter, mutigen, verfügen sie einfach über mehr ur-vertrauen oder haben sie einfach nur glück ?

in der therapie habe ich lernen müssen, dass die "Warum"-fragen nicht zielförderlich sind, sondern, die KVT spricht davon, dass es etwas unter der wasseroberfläche gibt, dass ist unser leben, so wie es verlaufen ist u. das man sich vorstellen kann, dass auf dem waser ein kontainerschiff fährt u. wir jedem einzelnen kontainer etwas aus unserem leben zuschreiben können, was eher negativ unser leben begleitet oder beeinflusst hat.
dann es mit unserem lebensverlauf abzugleichen, kann antworten geben, warum wir so sind, wie wir waren.
welche möglichkeiten könnten sich dann daraus ergeben, der zu werden, der wir sein wollen !

ich lasse es mal so jetzt stehen u. villt. hat der ein oder andere, da so seine eigene erfahrung u. interessante theorie dazu .

LG Jedi

17.04.2019 13:17 • x 3 #10


Machara

Machara

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Oh das ist ein spannendes Thema.

Der Sinn meines Leben ?

Eine Rolle meines Lebens war es.
Mich um die Pflege und Betreuung meiner Eltern und Schwiegereltern zu kümmern.
Dies wurde mir von meiner Mutter klar so gesagt . "Warum haben wir dich den gekriegt wenn du uns heute nicht pflegen willst. "
Dieser Satz kam nachdem ich mehrfach über Wochen bei meinen Eltern war um ihre Versorgung zu organisieren
aber zu dem Zeitpunkt des Gesprächs nicht bereit war zu Ihnen ins Haus zu ziehen. Ich wäre doch allein stehend
und meine Töchter erwachsen.
Mein Bruder sagte vor zwei Jahren zu mir es scheint deine Aufgabe zu sein die Sterbebegleitung der Familie N zu sein.

Heute sage ich der Sinn meines Lebens ist der zu Leben. Meine Daseinsberechtigung nicht mehr in Frage zu stellen. Ich erlaube mir zu Leben. Über den Tellerrand zu sehen. Ich bin neugierg auf das was da Draußen ist.
Es fehlt mir leider das Geld aber sonst wäre ich unterwegs mit einem Wohnmobil und würde all die schönen Plätze in der Natur da draußen suchen.

17.04.2019 13:19 • x 5 #11


Frederick1

Frederick1

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lieber Jedi,

vielen herzlichen Dank für deine interessanten Fragen für mich Wie unsere liebe Flocon hätte ich auch den Wunsch, das Menschen die andere Menschen hier auf unserer Erde bewusst brutalst verletzen, dafür leiden müssen. Aber ich finde es gut, dass ich das nicht zu entscheiden habe, dafür bin ich viel zu klein. Aber ich glaube schon an eine "höhere Instanz",
die diese Weisheit, diese Kraft, diese Intelligenz , diese Liebe hat, das zu entscheiden. Das es für alle Menschen einmal gut wird, gerade für die Menschen, die auf unserer Erde so was von leiden müssen.

Jeder Mensch hat meiner Ansicht nach einen freien Willen, jeder Mensch hat die freie Entscheidung, wie er leben möchte.
Weil das aber jeder Mensch hat, gibt es immer wieder Streit unter uns Menschen. Jeder möchte seinen Willen durchsetzen, aber das geht halt nicht immer.Und aus kleinen Streitigkeiten werden große Kriege. Da ich mich persönlich für eine Beziehung zu meiner lieben Frau entschieden habe, gibt es da auch Grenzen für mich. Mein Geld usw. gehört mir nicht allein, und ich denke noch altmodisch, ich möchte zu meiner lieben Frau stehen, nach besten Kräften ihr treu sei.
Aber gerade Menschen die sich lieben, leben von der gegenseitigen Vergebung, wir auch. Bin jetzt kein besser Mensch, sondern ein Mensch mit Schwächen, Unmöglichkeiten usw.aber ich möchte das Beste, so gut ich es kann.

Selbstmitleid zieht mich runter. Aber wenn andere Menschen mit mir mit leiden, dann hilft es mir, wieder mehr und mehr aus meinem Selbstmitleid heraus zu kommen. Und das finde ich ja so toll an diesem Forum hier, das wir uns einfühlen können in andere Menschen hier, weil ich die Depression aus meinem eigenen Leben kenne, von daher fähig bin, eher zu verstehen, mit zu leiden, mit zu weinen, mit zu hoffen, aber auch wieder mit zu freuen, wenn es Menschen hier wieder besser gehen darf. Darauf kommt es doch an!

DU und das ist Liebe für mich die tiefste Sinnerfahrung. Mich selbst annehmen und lieb haben, und aus dieser Liebe heraus Menschen, Menschen die mir begegnen, Menschen auf der Straße, Menschen im Forum usw.

Das lässt meine angstvolle Frage nach einem Sinn für mein Leben zur Ruhe kommen. Und so ist für mich jedes Leben sinnvoll. Jeder Mensch kann Liebe, Wärme, Annahme ausstrahlen, auch Menschen mit Depression, oder die an anderen schweren Krankheiten leiden. Oft strahlen diese Menschen echte Liebe aus, weil sie es von sich selbst wissen, was es bedeutet zu leiden.

Und wir Menschen suchen alle nach Verständnis, Liebe , Annahme, Wertschätzung, nichts befreit mich mehr, nichts ist heilsamer für mich als die Liebe. Liebe die auch hofft, das es besser wird in unserer Depression. Die Liebe füllt mich als Mensch aus. Die Liebe die ich meine, ist eine bestimmte aber wohlwollende Haltung dem Leben gegenüber.
Ein JA zu mir, ein JA zu DIR, ein JA zum Leben, ein JA für unser Leben.

Die Liebe ist ein Gefühl für alle Menschen, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist, wir die Liebe nicht immer spüren, obwohl die Liebe doch immer da ist. Aber gerade unsere Depression kann die Liebe blockieren.

Die Liebe schenkt uns Wohlwollen, Wärme, Offenheit, Aufgeschlossenheit, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Schutz, Geborgenheit, Ermutigung, Ansehen usw.Und diese Liebe ist gerade auch in unserem Forum hier spürbar, erfahrbar.

Wer andere Menschen lieben kann, zeigt anderen Menschen, wie undendlich wertvoll zu sind. Dieser Mensch liebt das Beste aus sich selbst, aber auch aus anderen Mensche heraus. Kann ich Liebe lernen, zu mir selbst, anderen Menschen, Tieren.JA, und da steckt ein ganz tiefer Sinn für uns Menschen dahinter. Das meine unterentwickelte Liebe, meine verschüttete Liebe, die Liebe, die uns unsere Eltern oder andere Menschen verweigert haben, wieder mehr und mehr zum Vorschein kommt.

Aber ich muss für die Liebe sein nicht dagegen.

Je mehr ich Menschen, Tiere, Pflanzen anschaue, desto mehr nehme ich sie wahr. Und je mehr ich sie erkenne, um so mehr sehe ich ihr Wesen. Und dann staune ich darüber. Und je mehr ich über mich und andere staune, desto mehr achte ich darüber. Und ich respektiere sie, aber auch ihr anders sein wie ich. Und so kommt mir das Leben anderer Menschen immer mehr entgegen. Uns so habe ich den Mut, wieder auf andere Menschen zu zu gehen. Und so näher werden wir uns sind.
um so tiefer erkennen wir uns in unserer Art, unserem Wesen, ich kann und darf in dir lesen.

Und ich fühle mich dann selbst wieder wertvoll und angenommen. Und je mehr ich mich angenommen und geliebt fühle, um so mehr kann ich selbst Angenommen sein verschenken. Das alles hat Seinen Sinn.


liebe, wertvolle Grüße an ich,


Frederick

17.04.2019 15:02 • x 3 #12


Jedi

Jedi


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Danke Frederick, Machara u. Flocon de Neige für eure offenen ein- u. ansichten !

beim lesen eurer beiträge kamen mir noch folgende gedanken,
Niemand kann unsere Innen- u. Außenwelt verändern, nur wir selbst sind dazu in der lage.
jede veränderung beginnt mit einer bewussten entscheidung für etwas u. gleichzeitig auch gegen etwas !
formuliert eure entscheidung u. sagt dabei nicht nur, was ihr nicht mehr wollt, sondern für was ihr euch bewusst entschieden habt !

LG Jedi

17.04.2019 22:38 • x 2 #13


Resi

Resi

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Guten Morgen!
Lieber Jedi, mich stört bei diesem Thread das Wort "Rolle", es klingt mir zu aufgesetzt, zu fremdbestimmt.

Ich möchte keine "Rolle" spielen.
Der Sinn meines Lebens ist es, zufrieden und so oft wie möglich glücklich zu sein.

Das kann ich nur, wenn ich mit mir und meinem Umfeld im Reinen bin, was für mich sehr viel umfaßt, angefangen von der Nachbarschaft, über das Verhältnis zur Famile, Arbeitskollegen, Freunden, bis hin über Mit-Verantwortung für meine Umwelt und tägliches Dazu-Lernen,

Ein "reiches" Leben, ein erfülltes Leben läßt wenig Platz für Haß, Neid und anderes Negative- das strebe ich an, das ist mein Ziel, das ist der Sinn meines Lebens, bzw. mein Weg.

18.04.2019 07:34 • x 5 #14


Frederick1

Frederick1

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Liebe Resi,

oh vielen herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit. DU, ja ich habe in meinem Leben bisher auch viele Rollen gespielt. Heute versuche ich so zu leben, so wie ich bin. Auch muss ich meine Depression nicht mehr verstecken.

Ja es gibt diese Barrieren, gerade vor den Orten, an denen ich den Sinn für mein Leben finden kann.

Diese Barrieren haben für mich Namen, und das sind mein Trotz, mein Selbstmitleid, mein Neid, meine Geltungssucht, meine Aggressivität, meine Maßlosigkeit, meine Ichbezogenheit usw.

Das sind so meine Gegenspieler in meiner Depression. Das stellt sich mir in meinen Weg. Und ich sollte auch noch viel mehr für mich leben, statt gegen mich. Und da dürfen wir nicht ausweichen, nicht vor Menschen, nicht vor unseren Möglichkeiten.

Wenn ich bereit bin, für mein Leben die Verantwortung zu übernehmen, dann komme ich dem Sinn meines Lebens näher.

Denn ich muss immer zuerst bei mir beginnen. Viele Menschen finden deshalb keinen Sinn für ihr Leben, weil sie zuviel an ihre misslungenen Beziehungen in ihrem Leben denken müssen.

Ich sage zu wenig was ich wirklich denke und fühle, und das ich oft den Grund für mein Versagen auf andere Menschen schiebe. Es kommt darauf an, das ich bei mir beginne, dass das für mich ganz arg wichtig wird. Alles andere lenkt von meiner Beziehung zu mir selbst ab.

Ich muss mir nicht immer wieder darüber Gedanken machen, warum und wozu haben mir Menschen Unrecht getan.
Es kommt auf mich an, was ich daraus mache, oder eben nicht. So ein Leben macht mich freier, als immer wieder andere Menschen anzuklagen, das kostet mich immer sehr viel Kraft.

Wenn ich andere Menschen in Liebe ansehe, dann schenke ich ihnen Ansehen. Wenn ich mein eigenes kleines ICH einmal los lassen kann. Ich spüre den Wert des anderen Menschen, und werde aber gleichzeitig in meinem eigenen Wertgefühl bestätigt und berührt. Ich baue eine Brücke von dir zu mir, und DU, von DIR zu mir, und kommen so zueinander.

Wenn wir uns aber ablehnen, bauen wir eine Mauer, und jeder von uns starrt gegen die Mauer. Aber wir sehen uns doch nach Liebe, Annahme und Beziehung. Und ich möchte es auch ganz neu lernen, mit mir selbst und anderen Menschen in eine gute wertschätzende Beziehung zu kommen.

Einen Menschen den wir nicht mögen, ja vielleicht sogar hassen, ist oft anders als wir denken. Er ist nicht so wie wir ihn uns vorstellen. Denn wenn ich ihn ablehne, suche ich nicht nach dem, was er auch ist. Und schon gar nicht erkenne ich sein wahres Wesen. Denn das wahre Wesen erkenne ich nur dann, wenn ich selbst bereit bin mich zu öffnen.

Unsere Feinde, Gegner, würden sich gar nicht wiedererkennen, wenn sie merken, was für Bilder ich über sie gemacht habe. Deshalb muss ich es selbst lernen, einem Menschen gut zuhören.

Oft sehe ich in meiner Depression auch nur den Regen, nicht die Sonne, die schon gleich nach dem Regen kommt. Oder es spielt eine tolle Musik, ich höre nicht richtig hin, es sind nur Geräusche für mich. Oder ein Mensch sagt zu mir, du ich habe dich gern, doch ich denke nur an den Schmerz, den mir dieser Mensch schon zugefügt hat.

Oder ich wandere, es regnet. Ich habe die falschen Schuhe an, die Stimmung meiner Frau ist auch nicht so toll. Am liebsten würde man umkehren. Die Landschaft erscheint auch öde. Dann wird mir meine üble Laune zu dumm. Ich mache meine Augen auf, sehe Rehe, einen alten Schafstall, eine wunderschöne Holzbrücke. Aber alles das war vorher auch schon da, nur habe ich es nicht gesehen. Und meine liebe Frau lächelt auch wieder.

Hier und heute, an dem Ort wo ich gerade stehe, da ist mein Sinn als Mensch. Das was mir heute begegnet, was mich heute zum Leben herausfordert, das ist die Gelegenheit für mich, mein Leben als wertvoll, als sinnvoll zu erleben.

Wenn ich heute die Möglichkeiten ausnutze, die das Leben mir heute bietet. Ich das Beste für mich daraus mache, das macht Sinn für mich, für DICH. Wenn ich mich selbst und andere Menschen in Liebe annehmen kann, das ist mein Sinn.

Das kann uns ein reiches und erfülltes Leben schenken, gerade die Beziehungen die wir suchen, Beziehungen die wir leben. Und ich bin immer wieder überrascht, wenn ich genauer hin schaue, mit wem ich in Beziehung lebe.

Als ich meine liebe Frau kennen lernte, da war ich nicht sofort total verliebt, aber unsere Liebe durfte wachsen, Heute sind wir über 32 Jahre verheiratet. Und die Liebe, die Beziehung wächst noch immer.


Lasst und hier im Forum weiterhin gute Brücken zueinander bauen.







über die Brücke gehn.








in guten Gedanken für dich,

ganz viele liebe Grüße,

Frederick

18.04.2019 15:16 • x 4 #15




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