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Was ist unsere Rolle in diesem Leben ?

Frederick1

Frederick1

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Kann ich mich nicht akzeptieren, weil andere mich auch nicht akzeptieren.

Fehlt mir jedes Gefühl für meinen eigenen Wert als Mensch?

Habe ich mich schon bedingungslos für mich selbst entschieden?

Setze ich mich mit ganzer Hingabe für mich selbst ein.




Wenn ich nicht zu mir selbst stehe,

wie kann dann ein anderer Mensch zu mir stehen.

Ob mein Selbstmitleid verhindert,

das ich zuerst für mich und meinen Lebenssinn einstehe.


Mag ich andere Menschen.

Kann es sein das ich Angst vor ihnen habe weil ich sie nicht mag?


Wie soll ich mich für andere Menschen einsetze, für meinen Sinn im Leben einsetzen,

wenn ich mich nicht mal für mich selbst einsetzen kann?


Wonach beurteile ich mich und andere Menschen?

.


in guten Gedanken,

liebe Grüße,


Frederick.der sich selbst auch noch mehr annehmen sollte.

22.04.2019 19:48 • x 3 #31


Jedi

Jedi


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Hallo Frederick1 !

Zitat von Frederick1:
seit ich hier schreibe ist mein Selbstvertrauen echt gewachsen

ja, und daran kann man auch wieder erkennen, welch ein stellenwert der austausch, ob draußen oder hier im forum wichtig ist.
allein sich intensiv einmal mit themen,
"Selbstliebe",
"Selbstannahme",
"wie erlange u. stärke ich mehr Selbstvertrauen",
"was ist der Sinn in meinem leben",
"Wer bin ich, in diesen meinem leben, wer möchte ich sein",
"Wer bin ich, villt. erst geworden, durch meine depression" zu beschäftigen

hier im forum begegnen wir uns alle in unserer unvollkommenheit u. brauchen unser inneres nicht zu verdecken.
Zitat von Frederick1:
Um dieses Selbstvertrauen kreisen meine Gedanken immer wieder.

ich denke, dass Selbstvertrauen nur durch positive erfahrung wieder erlangt u. nachhaltig gestärkt werden kann.
wenn es durch erfahrung spürbar wird, dass wir uns/ Du dir mehr u.mehr selbst vertrauen kannst, können die gedanken weiter abschmelzen.
Zitat von Frederick1:
Mit mehr Selbstvertrauen hätte ich weniger Ängste,

und die Ängste sorgen weiter dafür, dass wir uns immer wieder selbst infrage stellen.
oftmals werden die Ängste aktiviert, wo sie völlig unnötig sind.
angst ist ja grundlegend nichts schlechtes, sondern haben eine wichtige funktion, nur wenn unser alarmsystem anspringt, wo es nicht nötig ist, dann wirken diese Ängste zerstörend u. behindern ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln.

Zitat von Frederick1:
Ja ich muss mir aber noch eingestehen, wie unsicher, gehemmt, wie ängstlich ich noch durch so manche Tage gehe.

und das ist so wichtig, dass wir uns das eingestehen können.
so bleiben wir auch in unserer unvollkommenheit noch ein authentischer mensch.
Zitat von Frederick1:
das Sehnen nach mehr Selbstvertrauen sollte uns echt wichtig werden.

Absolut !
und dabei mit sich geduldig bleiben, es als ein prozess verstehen, der unterschiedlich zeit benötigt.

"Der Weg ist das Ziel" !

LG Jedi

22.04.2019 20:07 • x 1 #32


Alexandra2

Alexandra2

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Was soll ich hier, was ist meine Rolle?
Vertrauen lernen, dazu Ängste wahrnehmen und lernen, daß es Menschen gibt, die mich nicht angreifen, auch nicht aus dem Hinterhalt, mich nicht demütigen, mich nicht verletzen wollen.
Meine Ängste kennenlernen, sie mir eingestehen, die harte Schale ablegen.
Entspannung in der Gemeinschaft, Harmonie kennen und genießen lernen.
Mißtrauen, dieses tiefe Mißtrauen in jeden ablegen. Mein Bedürfnis nach Gemeinschaft, ein soziales Wesen sein zu können, nie mehr isoliert zu sein, zu leben.
Daß ich willkommen bin, um meiner selbst Willen.

22.04.2019 20:41 • x 4 #33


Jedi

Jedi


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Hallo Alexandra2 !

Zitat von Alexandra2:
Daß ich willkommen bin, um meiner selbst Willen.

Prima Satz, Alexandra
wenn uns das bloß immer so bewusst wäre !

LG Jedi

23.04.2019 15:39 • x 1 #34


Frederick1

Frederick1

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hallo,

wie arm kann ich in meiner Depression sein, wenn ich mich nicht geliebt fühle, wenn ich von Menschen abgelehnt werde, wenn wir ignoriert, missachtet werden. Gerade dann müssen. dürfen wir einander unsere Hände halten, meine eigene Gebrochenheit und Bedürftigkeit bekennen. Das ist Liebe und Annahme, das gibt meinem Leben Sinn. Nehmen, aber auch Geben.und da die Waage halten.

Denn ich kann mich in meiner Beziehung zu mir selbst und anderen Menschen überfordern, wenn ich erwarte, das sich alle nur noch um mich kümmern sollen.

Da brauche ich aber immer wieder eine gute Beziehung zu mir selbst. Das ist die Grundvoraussetzung. Ich stehe zu mir, so wie ich bin, auch wenn ich mal in keinem besonders günstigen Licht stehe. Und trotzdem ein bedingungsloses JA zu mir und meinem Leben. Das ich mich selbst immer tiefer kennen und schätzen lerne. Ja ich darf mich auch mal hinterfragen, doch immer wieder zu einem JA für mich selbst finden. Wenn ich erfolgreich lebe, oder auch nicht.

Auch wenn wieder Zweifel und Ängste kommen, möchte ich trotzdem zu mir stehen. Da brauche ich aber ein tiefes Vertrauen zu mir, eine Wertschätzung. Das ich mit meinem Leben immer tiefer verwurzelt bin.

Und das wir wieder Beziehungen zu Menschen finden dürfen, die auf dem gleichen Weg sind wie wir selbst. Denen es auch wichtig ist sich selbst zu entdecken, sich selbst zu finden, und entsprechend zu leben.

Dieses Leben, manchmal nur Leid,

vom geboren werden bis zu meinem Tod,

wie es oft nur weh tut, und mich quält,

mich müde macht, auf der Suche nach meinem Glück.


Trotzdem.kämpfen wir,

Trotzdem hoffen wir,

Trotzdem lieben wir.



Mein verbrauchtes Gesicht in der Depression,

mit System gebrochen und zerbrochen,

weil die Angst uns oft so gefügig macht.


trotzdem.kämpfen wir, hoffen wir, lieben wir.



Unsere Welt und die ganzen Kriege,

das endlose Morden ohne Sinn,

wie man unsere Erde verdirbt,

nur weil das Geld die Erde regiert.


trotzdem kämpfen wir, hoffen wir, lieben wir.


Woher kommt unsere Trotzdem. Aus der Liebe zu unserem Leben, dem Leben überhaupt. Hoffnung ist neben der Liebe ein starker Beweggrund für uns Menschen. Hoffnung für neue Möglichkeiten, gerade auch in unserer Depression.

Hoffen auf das was noch werden kann, meinem Leben immer wieder eine neue Chance geben.

Gerade wenn wieder Schreckensmeldungen in den Medien mich traurig machen wollen. Dann will ich trotzdem hoffen, meinen Teil für eine neue Hoffnung beitragen.

Denn sol lange das Leben pulsiert, wir noch atmen können, so lange darf ich Gründe für ein sinnvolles Leben finden.


Deshalb wollen wir nie unsere Hoffnung verlieren. Immer wieder gute Beziehungen für unser Leben suchen und finden.

Auch wen wir scheitern, denn scheitern gehört zum Leben. Und wir wollen uns dann nicht zu sehr lähmen lassen.


in guten Gedanken für uns alle hier,

Frederick

23.04.2019 15:48 • x 2 #35


Jedi

Jedi


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Hallo !

wollte noch zu meinem letzten Beitrag etwas hinzufügen.
habe ich vor kurzem erst gelesen u. dachte mir, dass da etwas wahres dran ist !

"Wir spielen drei wichtige Rollen in unserem Leben.
die Rolle, die uns zugedacht wurde,
die Rolle, die wir uns selbst vorspielen u.
die Rolle, die wir anderen vorspielen" .

LG Jedi

23.04.2019 15:55 • x 2 #36


Frederick1

Frederick1

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ein Lied für die liebe Alexandra,

DU bist willkommen.um DEINER selbst willen.










liebe Grüße an dich,

Frederick

23.04.2019 16:04 • x 1 #37


Jedi

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Hallo Frederick1 !

Zitat von Frederick1:
Liebe und Annahme, das gibt meinem Leben Sinn

Stimmt absolut !
Zitat von Frederick1:
brauche ich aber immer wieder eine gute Beziehung zu mir selbst.

das ist sehr sehr sehr wichtig !
ich bin überzeugt, dass ohne eine gute beziehung zu uns selbst, wir auch nicht gut mit anderen menschen sein können.
immer wird etwas in der beziehung zu meinem gegenüber mitschwingen, wenn in mir unordnung, unklarheit u. unfrieden herrscht.
wenn wir dies spüren, dass unordnung, unklarheit u. unfrieden in uns ist, gerade dann wäre es richtig, wieder eine gute beziehung zu uns selbst herstellen zu können.

LG Jedi

23.04.2019 16:09 • x 1 #38


Frederick1

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lieber Jedi,

trotzdem muss ich meine Rollen nicht immer spielen, ich darf auch mal frei werden. Meine Freiheit,, mich innerhalb gewisser Grenzen frei verhalten zu können. Das kann unser Leben wieder hell machen, mich neu erfreuen, eine gewisse Weite, etwas menschliches, ich darf wieder Mensch werden, muss mich nicht mehr verstecken. Auch mich und meine Depression muss ich nicht mehr verstecken. Gerade durch unser tolles Forum hier, stehe ich viel mehr zu meiner Depression, ich muss mich nicht mehr ganz so vor Menschen schämen. Freiheit ist was ganz Tolles.

Freiheit ist für mich auch so etwas wie Liebe, Hoffnung, wieder ein JA zu mir und meinem Leben finden, frei durch die Straßen, Wege usw. laufen dürfen, den Kopf wieder erheben.

Freiheit ist etwas ganz Wertvolles.

Nicht meine Erziehung, meine schwere Zeit als Kind, nicht meine sozialen Umstände sind für unsere Lebensqualität bestimmend, sondern ob ich den Mut habe, von meiner Freiheit Gebrauch zu machen oder nicht.

Freiheit, ich darf mein Leben so leben und entfalten, das es für mich einen Sinn macht.

Aber die Freiheit kriege ich nicht geschenkt, ich muss sie für mich ganz persönlich gewinnen. Nicht nur darüber reden was mich unfrei, bedingt und abhängig macht, sondern neu darüber denken, was uns wirklich frei macht.

Das ich mich von meinen Verletzungen im Leben mehr und mehr verabschiede, denn das raubt mir so viel Kraft. Das ich da mehr und mehr frei davon werde.

Das ich überhaupt erkenne was mich so unfrei macht, mir die Kraft raubt.

Weil ich auch mal Angst habe vor der Freiheit, nach der ich mich doch so sehne.

Auch mein Zorn darüber, das ich mich von meiner Unsicherheit so bedrängen lasse. Mein Schamgefühl, weil ich schon so oft ausgenutzt und manipuliert wurde.

Ich wünsche uns allen hier mehr Freiheit. Frei, ganz bei uns selbst zu sein, Freiheit als Gefühl und Kraft zu erfahren, wieder Liebe empfinden zu können. Mut zu haben, Stehvermögen wagen, Vertrauen zu mir selbst und anderen Menschen zu erleben. Wenn ich mit mir identisch bin, dann bin ich frei so wie ich bin. Dann schaue ich nicht nur in meine Vergangenheit, auf meine Zukunft, sondern auf meinen heutigen Tag. Dann muss ich nicht immer wieder daran denken, was ich nicht bin, nicht habe, nicht kann.

Oh die Wahrheit kann uns echt frei machen.


viele liebe Grüße,

Frederick

23.04.2019 16:39 • x 3 #39


Jedi

Jedi


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Hallo Frederick1 !

Zitat von Frederick1:
trotzdem muss ich meine Rollen nicht immer spielen,

da gebe ich dir absolut recht !
beim lesen, dieser Rollen wurde mir persönlich auch bewusst, dass ich so manche dieser rollen auch schon bedient habe.
Zitat von Frederick1:
ich darf auch mal frei werden

genau !
ist sehr wichtig, dass, wenn wir doch mal eine rolle spielen, diese hoffentlich früh erkennen können u. damit aufhören, weil wir auch nicht mehr authentisch sein können u. unfrei werden.
Zitat von Frederick1:
ich den Mut habe, von meiner Freiheit Gebrauch zu machen.

ein ganz entscheidener satz !
Mut der uns in der depression manchmal fehlt u. Freiheit, von der wir glauben, sie nicht mehr zu besitzen, weil uns die depression, die Freiheit gestohlen hat.

deshalb so denke ich, wenn uns bewusst wird, dass wir nicht die Depression sind, sondern immer noch ein freier mensch, mit einem freien willen u. wir dran glauben möchten, dass wir versuchen unser gesammten mut zusammenzunehmen, um dann auch von der Freiheit gebrauch zu machen, die wir immer haben.
nur manchmal ist der zweifeln daran stärker.

aber dieser satz von dir Frederick,
Zitat von Frederick1:
ich den Mut habe, von meiner Freiheit Gebrauch zu machen

versuchen, immer im hinterkopf zu behalten.

LG Jedi

23.04.2019 17:00 • x 2 #40


Frederick1

Frederick1

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oh lieber Jedi,

dieses frei sein wollen, können, mich danach sehnen, das begeistert mich gerade richtig. Frei werden vom Sog, den Sorgen, den Ängsten meiner Vergangenheit. Die Erinnerungen schwerer Tage kommen immer wieder zurück. Ich möchte es nicht, doch sie drängen sich oft immer wieder auf. Rasch verändert sich meine Stimmung, Schmerzen kommen hoch, Bilder der Hoffnungslosigkeit, des Schmerzes, der alter Trauer. Menschen die uns verletzt haben, ihre Gesichter, ihre Blicke. Du fühlst wieder ihre ungute Nähe.

Zu unseren schwierigsten Aufgaben gehört meine Versöhnung mit meiner Vergangenheit. Weil ich erst dann wieder frei leben kann, wenn ich die schmerzhaften Stricke der Vergangenheit abstreifen kann.

Dann können wir wieder heute leben!, ich wäre wieder gesammelter, bei der Sache, nicht mehr so gespalten, ich wäre mit mir eins, bei mir selbst, wieder frei! für mein Leben, wieder frei für andere Menschen, neue Beziehungen.

Vielleicht weil wir noch immer darauf warten, das sich unsere Kinderwünsche erfüllen, warten auf die zärtlichen Hände unserer Eltern, das Spielen mit dem Vater, warten auf Geborgenheit.ein richtiges Zuhause.

Warten, weil wir noch nicht los lassen können, die Enttäuschung, die Trauer, den Schmerz, die Wut.

Doch frei macht mich, wenn ich mich damit versöhnen kann, eigenverantwortlich leben darf. Aber ich darf meine Würde nicht von meinen Eltern oder anderen Menschen abhängig machen.

Denn mein Selbstmitleid kreist nur um mich selbst. Das macht mich noch unfreier. Und ich suche immer wieder Bestätigung in meiner "süßen" Opferrolle.

Aber ich möchte mehr und mehr davon frei werden, von dem laufenden Kreisen um mich selbst. Nicht immer wieder andere Menschen für mein Pech in meinem Leben verantwortlich machen, davon frei werden.


liebe Grüße,

Frederick

23.04.2019 17:07 • x 4 #41


Alexandra2

Alexandra2

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Lieber Frederick,
Herzlichen Dank für das Lied! Ich bin überrascht umd gerührt, daß Du mir gut tust. Du bist herzensgut und umsichtig, das tut so gut. Es braucht nicht viele Worte, um Licht in das Leben eines Anderen zu bringen. Das hast Du geschafft.
Habe einen schönen Abend,
Liebe Grüße
Alexandra

23.04.2019 19:59 • x 1 #42


Jedi

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Hallo !

Zitat von Frederick1:
Denn mein Selbstmitleid kreist nur um mich selbst.

dies sind gedanken u. gefühle, die mir nicht unbekannt sind.
oft verbirgt sich dahinter, sich im Selbstmitleid halten, darauf hoffent, dass von außen es jemand bemerkt, dass wir gerade leiden u. uns da herausholen kann.
doch im Selbstmitleid kreisen wir nur um uns selbst u. vertiefen das leid u. leiden sehr dabei.
so halten wir das Leid fest !
es gibt auch menschen, die im Selbstmitleid förmlich baden, weil es oft das einzige gefühl ist, welches sie sich selbst zugestehen.
eine Psychologin schrieb einmal, dass manche ihre Opferposition idealisieren, sie fest daran glauben, ihre problematik allein tragen zu müssen, da andere niemals in der lage wären, ihnen helfen zu können.
ich finde, die Opferposition zu idealisieren, bedeutet, eine falsche empathie mit sich selbst !

deshalb stelle ich, Selbstmitgefühl gegen das Selbstmitleid !
mitgefühl für sich selbst zu entwickeln, kann uns helfen, einen ausweg aus einer krise zu finden.
gar einen ausweg aus der Opferrolle !

ich denke u. so sind meine erfahrungen, kann es gelingen, wenn die menschen, die zu Opfern geworden sind, in ihrem Leid gewürdigt werden, wenn man ihnen mit Mirgefühl begegnet.
die therapie versucht mit diesen menschen durch ihren schmerz hindurchzugehen.
doch ist esauch wichtig, dass der/ die jenige sich als Opfer verstehen u. seine erlittenen verletzungen annehmen darf.
Hildergard von Bingen sprach von, "Wunden in Perlen verwandeln".
finde ich ein schönes bild, um seine verletzungen anzunehmen u. so auch nicht in die falle einer Opferrolle zu tappen.
Zitat von Frederick1:
ich suche immer wieder Bestätigung in meiner "süßen" Opferrolle.

das hast du schön ausgedrückt, was aber auch betroffen macht.
es gibt eine menge an Rollen, indenen wir uns als opfer fühlen können, in der Partnerschaft/ Ehe, am Arbeitsplatz, in der beziehung zu den eltern, Geschwistern, dem Umfeld, in Krankheit, uvm.
was könnte da helfen ?
ich denke, es braucht rituale, es braucht versöhnung u. vergebung, um aus der Opferrolle auszusteigen.

Opfer von Gewalt u. Missbrauch, brauchen unsere Würdigung ihres Leids, brauchen Verständnis, Mitgefühl, nicht Mitleid,
brauchen eine klare Entschuldigung, brauchen Gerechtigkeit u. auch finanzielle Entschädigung.
natürlich eine professionelle therapeutische begleitung, die sicher über einen sehr langen zeitraum, ihnen bewilligt werden sollte.

so bin ich überzeugt, dass die Opferrolle mehr schadet, als nützt, dass es machbar ist, alte verletzungen u. wunden zu heilen, sie in "perlen" verwandelt werden können, Leid, dass wir von außen erfahren oder uns selbst zugefügt haben, durch annahme, versöhnung u. vergebung, mehr wieder zu inneren frieden kommen können.

"Irgendwann ändern sich nicht die Dinge,
sondern die Bedeutung, die wir ihnen geben"

LG Jedi

24.04.2019 11:58 • x 3 #43


Frederick1

Frederick1

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lieber Jedi,

vielen herzlichen Dank für deine so ehrlichen und guten Worten. Lange Jahre habe ich mich immer wieder selbst bemitleidet, weil ich mein Selbst einfach nicht annehmen konnte. Mein eigenes persönliches und menschliches Sein in der Welt habe ich immer wieder abgelehnt.

Aber eine Lampe leuchtet nur, wenn ich sie auch einschalte, sonst bleibe ich im Dunkeln. Das gilt aber auch für unser Leben,
für alles was menschlich ist, das Vertrauen und die Liebe, ein Wertgefühl für mich, ein Sinngefühl für mich.

Aber das kommt leider nicht von selbst. Damit sich das Menschliche entfalten kann, brauchen wir ehrliche Ansprache von Menschen, gute Begegnungen und Beziehungen, Zuwendung, Anwendung. Das wenn ich einen Fehler mache, ich trotzdem wertvoll bin. Mensch sein heißt für mich, ich bin nicht fehlerfrei, ich mache auch Fehler.

Schon als Kind sollte ich das erfahren, das mir Vertrauen, Liebe, Wärme entgegengebracht wird. Wird einem Kind das vorenthalten, wie soll ich dann Liebe, Wärme , Annahme, selbst zu empfinden, und mich selbst gut finden.

Und trotzdem, es stimmt das ich als Mensch abhängig bin von meinen früheren und späteren Prägungen, . Das ich zu einem großen Teil abhängig bin von meinen persönlichen Anlagen, und von der Zeit in der ich aufwachse.

Und das meine früheren und späteren Verletzungen Wunden und Narben bei uns hinterlassen haben, Verletzungen, die leider nie ganz verheilen werden.

Trotzdem meine ich heute, das ich als Mensch mehr bin als was andere Menschen aus mir gemacht haben. Weil ein Mensch mehr ist als sein Problem, weil ich als Mensch wertvoll bin.

Und das ich trotzdem einen Sinn in meinem Leben finden darf, und das ich mich trotz meines halbierten Lebens, einen
Aufbruch in mein ganz persönliches, einzigartiges Leben finden darf.

Und kommt dann mein ursprüngliches Leben , mein eigenes wesensmäßiges Leben zum Vorschein, dann darf es brennen und leuchten in unserem Leben.

Weil wenn ich mich selbst ablehne, komme ich nie zu meinem Leben. Das ich aufbegehre gegen das was mich niederzieht, ich mich immer wieder auf die Suche zu mir selbst mache.

Nur, der Weg, sich selbst annehmen zu können ist weit und mühsam, wenn ich den als erwachsener Mensch gehen muss, und der Weg zeigt sich nicht von selbst. Meine alten Einstellungen zum Leben, mein Selbstmitleid lassen sich ohne größere Anstrengungen nicht verändern. Und mein "altes ICH" wehrt sich gegen die Befreiung. Weil dieser Weg oft steinig und schwer ist.

Doch es lohnt sich. Trotzdem bleiben Gefühle die bei uns bleiben werden, solange ich lebe. Angst, Aggression, Minderwertigkeit, Traurigkeit usw. Das sind Gefühle, die ich nie ganz ausschalten kann, die gehören zu meinem Leben.

Weil es auch in der Natur Widersprüchliches gibt. So wie Tag und Nacht, Geburt und Tod, Hitze und Kälte, gut und böse,
Bindung und Lösung zwischen Mann und Frau usw.

Aber wenn wir versuchen, gerade unseren negativen Gefühlen, so viel Sinn wie möglich abzugewinnen, dann ist es auch wieder gut.

Wer sagt, er kann sich und sein Leben nicht annehmen, sagt da aus seiner bisherigen Erfahrung, der zeigt doch auch eine gewisse Tiefe in seinem Leben. Denn im Menschen gibt es auch positive Gefühle, häufig gerade in meiner Depression verdeckt und versteckt, aber doch auch da. Gefühle von Freiheit, Liebe, Sinn, Wert, ein ganz tiefer Wunsch nach Leben und Sinn.

Es ist nicht gut über das hinweg zu gehen, über das ich so gelitten habe. Mein Innerstes wird das nie vergessen. Aber ich darf aus meiner heutigen, anderen Sichtweise neu darüber denken und entscheiden. Ich muss nicht so denken, wie ich immer gedacht habe.

Damit wir freier werden für unser heutiges Leben. Auch frei werden von alten Beziehungen, ohne Hass und mich weiterhin zu rächen.

Das was andere mir an Schwerem zugefügt haben, Dinge die mein Leben negativ veränderten, obwohl ich das gar nicht wollte,

Ärger, Groll, Wut, Hass, Sehnsucht, bittere Schmerzen usw.

Menschen denen ich viel Leid zu verdanken habe,

alles Schwere, Leidvolle, das möchte ich mit meiner heutigen Sichtweise aufarbeiten. Aber ohne Hass, sondern aus Liebe zu mir selbst. Denn Hass zieht mich runter, Liebe und Annahme aber zieht mich wieder hoch.

Damit wir wieder leben!


viele liebe Grüße an DICH,

Frederick




Dieser Weg zu DIR selbst und DEINEM Leben ist kein leichter Weg, aber er lohnt sich.

24.04.2019 16:19 • x 3 #44


Machara

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Zitat von Frederick1:
Es ist nicht gut über das hinweg zu gehen, über das ich so gelitten habe. Mein Innerstes wird das nie vergessen. Aber ich darf aus meiner heutigen, anderen Sichtweise neu darüber denken und entscheiden. Ich muss nicht so denken, wie ich immer gedacht habe.

Damit wir freier werden für unser heutiges Leben. Auch frei werden von alten Beziehungen, ohne Hass und mich weiterhin zu rächen.

Das was andere mir an Schwerem zugefügt haben, Dinge die mein Leben negativ veränderten, obwohl ich das gar nicht wollte,

Ärger, Groll, Wut, Hass, Sehnsucht, bittere Schmerzen usw.

Menschen denen ich viel Leid zu verdanken habe,

alles Schwere, Leidvolle, das möchte ich mit meiner heutigen Sichtweise aufarbeiten. Aber ohne Hass, sondern aus Liebe zu mir selbst. Denn Hass zieht mich runter, Liebe und Annahme aber zieht mich wieder hoch.


Lieber Frederik ich danke dir herzlich genau dafür. Ist es doch genau das was mich gerade beschäftigt .
Danke dafür

24.04.2019 16:34 • x 3 #45




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