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Selbstliebe lernen - wie schafft man das?

ZeroOne
Hi Resi!

Zitat von Resi:
Ich verstehe etwas nicht.
Wenn ich jemanden nicht in meiner Nähe haben will, weil er/sie mir meiner Meinung nach nicht gut tut.ist das dann Selbstfürsorge oder Abwehr aus mangelnder Selbstliebe?


Nach meiner Meinung auf jeden Fall gute, achtsame Selbstfürsorge. Der Sprung zu mangelnder Selbstliebe hier ist für meinen Horizont etwas zu weit. Das würde ich ggf. sehen, wenn man jemanden abwehrt, um sich dadurch selbst zu bestrafen (z.B. wegen mangelnder Selbstliebe), aber das würde ja nur funktionieren, wenn derjenige einem gut tut (aber in diesem Fall geht es ja ums Gegenteil).

Zitat von Resi:
Wenn meine Gegenüber manipuliert muß ich dann wirklich spiegeln und die Ursache bei mir suchen?


Nö. Sehe ich jetzt absolut nicht so, auch wenn ich mit der Meinung vielleicht alleine bin. Man sollte sich nicht jeden Schuh anziehen ("gesundes" Reflektieren ist für mich natürlich okay).

Zitat von Resi:
Wenn jemand Vorlieben hat, die für mich unakzeptabel sind, muß ich dann flexibler werden oder darf ich nicht so sein, wie ich bin, die weiß, was gut für sie ist?


Wenn jemand definitiv weiß, was für ihn gut ist und was er will, dann ist das Problem eigentlich schon gelöst. Klar, Ausnahmen wirdßs immer gegeben (z.B. muss man einen "unakzeptablen" Chef oder Kollegen ertragen, wenn man aktuell keine Alternativen auftun kann).

Zitat von Resi:
Gibt es nicht Menschen, die einem einfach unsympathisch sein können, die man nicht "riechen" kann, ohne daß das etwas mit mangelnder Selbstliebe zu tun hat?


Das wäre die höchste Kunst der Achtsamkeit, dass man es schafft, einen anderen Menschen rein objektiv mit seinen "individuellen Charaktereigenschaften" zwar wahrzunehmen, aber nicht zu bewerten. Aber wer erreicht schon diesen Level und ist er so erstrebenswert? Nicht ist nicht immer mangelnde Selbstliebe der Grund, warum wir andere negativ bewerten (sonst wäre der Planet durchgehend von Extrem-Narzissten bevölkert - aber vielleicht ist es ja so?).

Zitat von Resi:
Ich meine, wir sind doch alle keine unbeschriebenen Blätter, wir haben alle unsere Geschichten, unsere Erfahrungen, unsere Persönlichkeiten.


Und genau das macht uns Menschen doch so interessant - ich möchte gar keine anderen kennenlernen!

LG
ZeroOne

08.06.2019 11:12 • x 5 #316


Frederick1
lieber Jedi,

vielen herzlichen Dank für deine Antwort, auch die anderen Antworten. Ja ich möchte wieder selbst mehr Beziehung leben, bin aber immer mehr erschrocken, wie viele Beziehungen in meinem privaten Umfeld hier zerbrechen.

Entscheidend für mich ist, das ich mich wieder neu auf das "Lernfeld Beziehung" einlasse, trotz mancher Enttäuschung. Mir ist aber schon klar, das ich nicht alles auf meine Lebensumstände schieben darf. Es liegt auch so viel an mir selbst, wieder in gute Beziehungen zu kommen. Und ich kann und darf auch nicht erwarten, das Menschen so einfach auf mich zukommen, nein ich muss auch wieder selbst die Initiative ergreifen.

Und ich muss heute nicht mehr so negativ mehr über mich selbst denken. Denn wie alle bin auch ich wertvoll, liebenswert, und es gibt bestimmt auch wieder Menschen die mich mögen, und mich nicht nur ausnutzen wollen. So darf ich der Ehrlichkeit über mich selbst nicht ausweichen, ich darf mich wieder im Spiegel anschauen, "ich bin wertvoll."

Auch wenn immer wieder Gedanken auftauchen wollen, "mich mag sowieso niemand, niemand braucht mich usw.

Und oft steht hinter diesen Ängsten die Angst, die Initiative zu ergreifen, und doch abgelehnt zu werden. Aber um das Risiko der Ablehnung kommt kein Mensch herum, weil es doch wieder auch normal ist, zu unserem Leben dazu gehört.

Ich kann nicht davon ausgehen, das wenn ich mit bestimmten Menschen eine Beziehung haben möchte, die das ebenfalls wollen. Ich muss damit rechnen, das bei anderen da kein Interesse besteht. Meistens wird das nicht immer so deutlich gesagt, man sagt dir, "ich habe keine Zeit" oder ähnliches. Doch die Botschaft ist die gleiche. Oft ist es besser da an der Wahrheit zu bleiben, weil nur die Wahrheit uns letztendlich frei macht, auch wenn es mal kurz weh tut. Aber auf Dauer gesehen.

Auch ich habe mich da in meinem Leben schon oft getäuscht, wurde enttäuscht.

Nur wenn ich mich auf Beziehungen einlassen möchte, so muss ich da auch eine Entscheidung für mich treffen.

Will ich das Risiko wieder enttäuscht zu werden eingehen, oder nicht.Ich ergreife die Chance, mit einem Menschen eine Beziehung anzuknüpfen. Gehe ich das Risiko nicht ein, bleibe ich schlimmstenfalls allein.es ist aber meine Entscheidung, meine Wahl.

Natürlich kann ich es ein wenig lernen, mein Risiko etwas kleiner zu machen, wenn ich ein Gespür dafür entwickle, ob die "Chemie zwischen mir und einem anderen Menschen stimmt, wir einen Draht zueinander haben." Es fällt mir schwer zu beschreiben, was eine "gemeinsame Chemie ist." Aber es gibt sie, und wo sie fehlt, da wird die Beziehung eher distanziert bleiben. Bei meiner lieben Frau war die gemeinsame "Chemie" sehr schnell da. Manchmal dauert es auch etwas länger. Ich muss aber schon etwas sensibel sein, um das irgendwie erspüren zu können.

Nein, Beziehungen, Freundschaften usw. haben nicht nur immer etwas mit Gefühl zu tun, sondern auch mit unserem Verstand, unserem Wissen, unseren Lebenserfahrungen usw.

Doch irgendwie muss ich mich auch outen. Ich muss, darf zu meinem Wunsch nach Beziehungen JA sagen. Auch wenn Ablehnung immer wieder weh tut, Schmerzen mir macht. Aber auch ich versuche meine Schmerzen zu vermeiden, und wir haben Angst, unsere Wünsche nach Beziehungen zu öffnen, zu vertiefen. Fassen wir aber immer wieder Mut für diesen Schritt, dann sind Wege offen, für wichtige und gute Beziehungen in unserem Leben.


viele liebe Grüße,

Frederick

09.06.2019 19:23 • x 5 #317


Rowi
Lieber Frederick,
ich habe deinen Beitrag mehrfach gelesen und hatte jedes mal das Gefühl als würdest du dich zu etwas zwingen "müssen" oder dir etwas verbieten.

Für mich habe ich versucht deine Kernaussagen aus deinem Beitrag etwas umzuformulieren.
Ich wollte dich auf diesem Weg einfach mit daran teilhaben lassen und vielleicht ist es fürdich noch ein anderer Blickwinkel der sich damit auftut.
Ich werde die Aussagen in Aufzählung und in Ich-Form schreiben, da es ja darum ging das ich mit dem Artikel besser arbeiten konnte.

- Ich möchte wieder selbst die Initiative ergreifen auf andere zu zugehen und freue mich über eine freundliche Reaktion.

- Ich will gut über mich denken, dennich bin wertwoll, liebenswert und es Wert, dass andere mich mögen.

- Ich möchte selbst entscheiden mit wem ich eine Beziehung/Freundschaft eingehen möchte.

- Ich achte mehr auf die zwischenmenschlichen Signale, für eine gut funktionierende Beziehung/Freundschaft.

- Ichmöchte mir Freunde suchen, die sowohl meinem Intellekt als auch meinen Interessen entsprechen und freue mich darauf, mich mit Ihnen austauschen zu können und fröhliche Zeiten zu verbringen.

- Ich möchte zu meinem Wunsch nach Beziehung stehen, denn ich bin mutig und traue mich weitere Schritte zu gehen.

In dieser Form kann ich damit arbeiten, da es jetzt um Ziele handelt die ich auch gerne erreichen möchte.

LG
Rowi

11.06.2019 09:26 • x 7 #318


Frederick1
lieber Rowi,

nein ich möchte jetzt keine Freundschaften erzwingen. Ich möchte mich aber neu auf den Weg machen. Und jeder Mensch darf da seinen ganz eigenen Weg finden ! Es gibt Menschen, die finden sehr schnell Kontakte, Beziehungen. Dann gibt es wieder andere Menschen, die suchen schon sehr lange, und tun sich schwer, gute Beziehungen für sich zu finden.

Hier im Forum oder auch in meinem Umfeld höre ich immer die Worte, "ich fühle mich so allein."

Und das interessiert mich sehr. Weil ich selbst auf der Suche nach Beziehungen bin, und wieso wir Menschen oft so schwer damit tun. Bei der Beziehung zu meiner lieben Frau ging es sehr schnell. Wir haben uns kennen und lieben gelernt, und innerhalb eines Jahres geheiratet.

Vielleicht ist aber Kontaktfähigkeit eine Begabung, die jemand von Natur aus mitbringt, oder auch nicht. Persönlich halte ich es trotzdem nicht für ein unausweichliches Schicksal, wenn ein Mensch einsam ist, eher nicht so kontaktfähig.

Denn Kontaktfähigkeit kannst du erlernen meine ich, mindestens bis zu einem gewissen Grad. Durch meine Arbeit bei der Post AG im Kundenbereich, musste ich das für mich auch sehr mühsam lernen.

Entscheidend finde ich, ob ich mich auf den Weg mache, meine inneren Hürden , die mich davon abhalten, auf andere Menschen zu zu gehen, zu überwinden, überspringen. Ob ich bereit bin, mich da auf einen ganz neuen Lernprozess einzulassen, oder nicht.

Natürlich darf ich jetzt nicht erwarten, mich so verkrampfen, das wenn ich mich schwer tue mit Beziehungen, sofort zum Mittelpunkt jeder Party werde, das ich es sofort drauf habe, voll cool bin.

Aber doch zu einigen wenigen Menschen wieder Kontakte knüpfen, freundschaftliche Beziehungen aufbauen, das können wir lernen, wenn ich den Willen dafür habe.

Und ich meine, es liegt nicht nur an meinen Lebensumständen, wie viele Beziehungen ich habe, oder eben gerade nicht habe. Alles beginnt mit der Sehnsucht, einem Traum. Doch aus diesem Samenkorn Sehnsucht kann einmal wieder ein starker Baum wachsen. Doch solange ich alles auf meine Umstände schiebe, als Mensch mit Depression hast du sowieso keine Chance auf Beziehungen.

Doch ich kann und darf da auch etwas tun. Ich muss auch einmal die Initiative ergreifen.

Aus guten Bekannten können manchmal auch Freunde werden. Und ich darf mich fragen, wo ist jemand, mit dem ich gerne in Kontakt kommen würde? Die Sympathie darf hier nicht nur, sondern sie soll sogar eine Rolle spielen.

Ein guter Draht wird nur zu einem Menschen entstehen, der oder die mir sympatisch ist. Es kann aber auch sein, ein Mensch ist mir zunächst unsympatisch, doch bei näherem Kennenlernen durchaus sympatisch werden.

Aber irgendwann muss ich mich auch einmal "outen." Und hier liegt das Risiko. Wenn ich mich nach meinem Wunsch für eine Beziehung zu erkennen gebe. Denn Ablehnung tut weh, verursacht Schmerzen, und die versuche ich zu vermeiden.

Fasse ich aber den Mut, es ehrlich und offen auszusprechen, dann ist der Weg offen, das aus einer Bekanntschaft eine Freundschaft werden kann.

Und das wünsche ich uns allen hier, das wir gute Freunde/Freundinnen finden dürfen. Und das wir selbst eine gute Freundin, ein guter Freund werden können. Indem wir versuchen freundlich zu reden, denn da steckt das Wort Freund ja schon mit drin. Das ich gütig und freundlich mit mir selbst leben und umgehen kann, und das auch mit Freundin/Freund.


viele liebe Grüße,

Frederick

11.06.2019 15:57 • x 4 #319


Jedi
Hallo Zusammen

Du bist da u. allein dadurch bist du schon Liebesnswert !
das ist schon für manchen nicht so einfach es zu glauben.
aber so bin ich überzeugt, dass es die Grunderfahrung der Liebe ist !

bei einem Neugeborenen gehen wir als Erwachsene gerne in Resonanz u. das Neugeborene empfindet Gefühle der Fürsorge, der Freude, der Zuneigung u. Liebe.
beginnt die zeit der erziehung, tun dies Eltern mit ihren Vorstellungen, Erwartungen u. Vorerfahrungen.
dabei nimmt ihre eigene Prägung einen gewichtige Faktor ein.

Eltern haben den Wunsch, dass ihre kinder mal lebenstüchtige Erwachsene Menschen werden, denen es gut gehen soll, sie sollen ihre ziele erreichen, sollen vor Krisen, Krankheit u. Unheil geschützt sein.
dabe entstehen Erziehungsprozesse, die beeinflusst werden von dem, was die Eltern nun selbst erleben u. erlebt haben.
nur 1. bspl., wenn ein kind in jungen jahren erfahrungen des verlassenwerdens gemacht hat, ist es durchaus wahrscheinlich, dass es im Erwachsenen Alter mit allen mittel versuchen wird, verlassen zu werden zu verhindern, um den Verlassenheits-Schmerz nicht fühlen zu müssen.
eine ganze reihe von menschen bilden, im laufe ihres lebens, um sich herum eine sogenannte panzerschicht.
und villt. kennen es auch einige von euch hier, je mehr Angst da ist, umso dicker der Panzer.
schnell neigt man dazu, sich mit seinem Panzer zu identifizieren.
dazu gehören die Abwehrmechanismen, die man sich angeeignet hat, aber auch wird daran gearbeitet, gesellschaftlich an prestige zu gewinnen oder man versucht über soziale Rollen, die wir einnehmen, unseren Panzer weiter aufzurüsten.
blöderweise ist es so, umso dicker unser Panzer, umso größer unsere Sehnsucht nach Liebe !
eben das fühlen geliebt zu sein oder geliebt zu werden.

aber andere menschen schaffen es oft nicht, an unseren wahren kern heranzukommen.
aber nur dort können wir Liebe annehmen u. spüren.
auf einem Waldspaziergang habe ich einen alten Baumstamm gesehen u. habe mir vorgestellt, in der mitte des Baumstammes ist unser wahrer Kern, da wo Liebe spürbar werden kann.
die Jahresringe sind ein symbol unseres Panzers , den wir uns nach u. nach zu legen u. je nach erfahrung, immer weiter verstärken.

in der psychotherapeutischen begleitung, können wir lernen, uns von den Schichten unseres Pnzers zu befreien, bzw. ihn abzulegen.
stellt euch dabei eine Zwiebel vor, wo man Schicht für schicht sie häutet.
oft wurde unnötigerweise unser Panzer weiter verstärkt, weil die wahren ursachen u. hintergründe, noch nicht oder noch nicht ausreichend bearbeitet wurden.
dazu gehört für mich an oberste stelle , die Angst !
ich denke u. so sind meine persönlichen erfahrungen, kann eine heilung passieren, wenn wir uns den Ängsten stellen u. durch die Angst u. den Schmerz hindurchgegen.
am besten natürlich mit einer professionellen unterstützung !
die Aufgabe des Pofis wird sein, den Klienten wieder in seine Mitte zu führen, zu seinem eigentlichen Kern.
so können wir von Meditation u. Medizin, dass lateinische wort, Medium ableiten, was so viel eben heißt, Mitte oder Mittelpunkt.

schaffen wir es, unseren Panzer nach u. nach weiter zu verdünnen, dann kommen wir unserem innersten Kern immer näher.
manche bezeichnen es gar, als unseren Liebes-Kern.
je näher wir diesem inneren Kern wieder kommen, umso Liebesfähiger, Liebenswürdiger werden wir u. wir können es schaffen,
uns selbst wieder mit Liebe zu versorgen, uns selbst wieder zu umsorgen.
aber, so können wir eher auch Liebe von Außen wieder im vertrauen auf unser Gefühl der stimmigkeit annehmen.

Selbstliebe lernen, beinhaltet so viele grundlegende Aspekte u. Hintergründe, warum es uns mal gut gelingen kann oder wo die unterschiedlichste störfaktoren, uns immer wieder daran hindern, uns mit der nötigen empathie u. mitgefühl zu begegnen.

"Fehlt die Liebe zu uns Selbst, suchen wir die Liebe im Außen,
ber Anderen, in der Anerkennung, durch Erfolg, Macht u. Geld".
Nun kann jeder Selbst einmal für sich überlegen, "was fehlt Dir am meisten" ?

LG Jedi

12.06.2019 12:10 • x 2 #320


Jedi
Hallo

die Selbstliebe zu dir einmal entdecken, wenn du mit dir ganz Allein bist.
fragt mal in euer umfeld, ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir Menschen gesagt haben, "das habe ich noch nie gmacht, mal ein Wochenende mit mir Allein zu verbringen, könnt ich nicht u. wollte ich auch nicht".
oft verbirgt sich da eine Angst, die Angst vor der Leere, Angst , nichts mit sich anfangen zu können, Angst, da könnte etwas in mir hochkommen, dass ich bisher immer gut unterdrücken konnte.
villt. auch eine Art zu Denken, dass alles Sinnlos ist ?

Selbstliebe fängt dann an, wenn ich akzeptiere, was schon da ist !
das kann sein, der partner/in hat sich getrennt,
der Job wurde mir gekündigt,
die Waschmaschine ist ausgelaufen,
ich bin in einen Stau auf der Autobahn geraten u. habe doch einen wichtigen Termin,
ich habe eine medizinisch schlechte nachricht erhalten, uvm. !
dann geraten wir oft in die Lebenskrise, stellen vieles in unserem Leben infrage, besonders uns Selbst !
diese Krise führt zum gefühl der Leere u. Sinnlosikeit u. damit ist der Weg in die Depression schon geebnet.
wenn wir mal allein ein Wochenende mit uns verbringen u. du gehst mal so 3-4 h durch den Wald oder durch die schönen Weinfelder der Pfalz, dann horch mal was es bei dir auslöst, villt.,
Einsamkeit,
Verzweiflung,
Trauer,
Ohnmacht,
Schmerz ?
Villt. meldet sich da auch das kleine Mädchen u. der kleine Junge in dir ?
und schau, wie du mit dieser situation umgehst ?

mir wurde berichtet, dass sie dem Fluchtreflex gefolgt sind, haben die koffer gepackt u. sind ausgecheckt.

Selbstliebe beginnt mit der Annahme was schon da ist u. in unserem Ärger, unsere Wut, da meldet sich das kleine kind in uns.
das kleine kind ins uns betrachte ich als eine Metapher, aber wir können ihm begegnen, es beruhigen u. werden dabei feststellen können, dass wir selbst ruhiger werden.
dies ist, so denke ich persönlich darüber, eine sinnvolle form, mit unseren inneren gefühlen, wie Ärger, Wut u. Angst umzugehen, wenn uns Dinge passieren, die dann plötzlich schon da sind, der Partner/in ist weg, die kündigung vom Chef liegt auf dem Tisch, usw.
Gefühle die sich bei uns melden, dürfen da sein, wollen angenommen werden u. dann können wir uns beruhigen, dürfen uns wertschätzen, (anstatt uns zu verurteilen, Andere zu verurteilen, ihnen die pest am hals wünsche, usw.) u. unsere verantwortung für unser weiteres Leben übernehmen.

Wir dürfen, nein , wir sollten uns auch in unseren Krisen lieben !
Wird nur zu oft vergessen, weil wir Gefühlen einen Raum in uns überlassen, der für unsere Seele nicht gesund ist u. wir uns nicht wundern müssen, wenn sich körperliche beschwerden sich dann häufen.

LG Jedi

12.06.2019 14:04 • x 3 #321


Machara
Oh ich liebe es Allein unterwegs zu sein.
Ich fahre allein in Urlaub und mache das sehr gern.

Nur ich. Ich habe dann nur die Verantwortung für mich
brauche mich mit niemandem absprechen.
Keine Rücksicht nehmen.

Einmal habe ich eine Woche auf einem Bootshaus in Brandenburg an einem großen See zugebracht.
Ohne fließend Wasser und Strom.
Weit und breit war da sonst niemand.
Tagsüber bin ich im See schwimmen gewesen so ohne alles
und abends habe ich Feuer gemacht.
Einmal am Tag kam der Vermieter vorbei und sah nach dem Rechten.
Das war herrlich.

Könnte ich jeder Zeit wieder machen.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf meinen Urlaub im Juli.
Berge abseits vom Touristenrummel

Würde jetzt auch in den Tread Wohlfühlorte passen.

12.06.2019 14:33 • x 5 #322


Rowi
Ich denke mit sich selbst klar zu kommen, hat auch viel mit selbstliebe zu tun.
Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, würde ich auch versuchen so wenig Zeit wie möglich mit mir selbst zu verbringen.
Das mal so zu betrachten hat mir gezeigt, das ich mich ja gar nicht soooooo schlimm finde wie ich immer gedacht habe.
Denn Zeit mit mir zu verbringen ist für mich etwas wunderbares.

Und seit dem ich diesen AHA-Effekt hatte als der Groschen in meinem Hirn gefallen ist und ich endlich glasklar hatte. Mensch Rowi du willst für dich ganz alleine besser lernen mit deiner Krankheit umzugehen und für dich selbst einen Weg finden, dass du evtl. irgendwann mal Symptomfrei durch dein Leben gehen kannst.
Ich mache es nicht für meinen Partner, nicht für meine Arbeit und auch nicht für meine Familie, sondern nur für mich. Die anderen kommen wenn das funktioniert halt einfach nur in den Genuss der Positiven Seiten meines Genesungsweges.

13.06.2019 09:16 • x 6 #323


Jedi
Hallo

Zitat von Rowi:
Ich denke mit sich selbst klar zu kommen, hat auch viel mit selbstliebe zu tun.

unbedingt Rowi, denn wer sich selbst nicht leiden kann, wird in sich selbst immer unruhe u. unfrieden spüren.
Zitat von Rowi:
Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, würde ich auch versuchen so wenig Zeit wie möglich mit mir selbst zu verbringen.

ein sehr kluger satz !
wen ich nicht leiden kann, mit dem verbringe ich ja auch nicht meine Zeit.
Zitat von Rowi:
Das mal so zu betrachten

Genau, es so einmal zu betrachten, kann dazu führen, ,
Zitat von Rowi:
ich mich ja gar nicht soooooo schlimm finde wie ich immer gedacht habe.

deshalb ist für eine ganze reihe von Menschen ihr Leben , eher eine last, anstatt Lust.
wenn ich mich immer selbst verurteile, mein schärfster kritiker bin u. das kennen doch viele hier im Forum,
dann macht es kein Spaß dieses leben mit mir Selbst zu ertragen u. auszuhalten.
dazu dienen auch der Austausch in den unterschiedlichsten Threads, einmal seinen Blickwinkel zu verändern.
Zitat von Rowi:
Denn Zeit mit mir zu verbringen ist für mich etwas wunderbares.

das ist Super !
doch ich kenne einige Menschen u. die sind nicht depressiv erkrankt, die meiden das Alleinsein mit sich Selbst, wie der Teufel, dass Weihwasser.
sie mögen nicht, diese Gedanken u. Gefühle wahrzunehmen u. verdrängen so lange, bis sich das Verdrängte sich einen Weg ins Bewusstsein sucht.
Zitat von Rowi:
Ich mache es nicht für meinen Partner, nicht für meine Arbeit und auch nicht für meine Familie, sondern nur für mich.

das ist in einer Therapie der Motor zum Erfolg.
Mein TP hat mich oft gefragt, wenn ich mal unzufrieden mit mir war oder ich auch mal einen Rückschlag hinnehmen musste,
für wen kommst Du Jedi hier her ?
Für wen machst du deine Übungen ?
Für wen, bist Du Jedi überhaupt hier bei mir in Therapie ?
Die Antwort liegt auf der Hand, Für Mich !
Zitat von Rowi:
Die anderen kommen wenn das funktioniert halt einfach nur in den Genuss der Positiven Seiten meines Genesungsweges.

da hast Du Rowi eine ganz tolle einstellung Respekt !

ein schöner Beitrag Rowi u. zeigt sehr schön auf, wie einfach es auch sein kann, so einen zugang zur Selbstliebe finden zu können.

LG Jedi

13.06.2019 18:37 • x 4 #324


Frederick1
hallo lieber Jedi,

ja sich selbst annehmen, mit allem was ist und war und noch kommen wird. Mich selbst und mit meinem ganzen Leben zu versöhnen, trotz allem. Das ist kein einmaliges Geschehen, bei dem alle meine Konflikte und Probleme gelöst werden, und dann ein tiefer Friede mit mir selbst und anderen Menschen da ist.

Den meine Versöhnung reicht über eine Suche nach einer Lösung, das Bedenken der Vorschläge, und die Verständigung zum Frieden weit hinaus. Es gibt keinen Augenblick in meinem und in deinem Leben, wo nicht die Notwendigkeit zur Versöhnung besteht.

Wenn ich auf mich selbst schaue, einen Blick wage, auf die so vielen feindseliger Gefühle in meinem Herzen, in meinen Gedanken, in meinem Sinn.du dann entdecke ich oft so viele kleine, aber auch große Kriege, in die ich verwickelt bin.

Unsere Gegner, und unsere Feinde können viele sein. Ein Elternteil, ein Kind, ein böser Nachbar, Menschen mit anderen Lebensgewohnheiten, Leute die nicht so denken, sprechen, handeln so wie ich.

Und genau an dieser Stelle habe ich, wir alle Versöhnung nötig. Neid, Streit, Hass usw.zieht mich immer wieder runter, hat mit Liebe zu mir selbst nichts zu tun. Versöhnung mit mir und meinem ganzen Leben, baut mich wieder auf, zieht mich wieder hoch, ich kann mich wieder freuen, mehr lachen, werde ruhiger und gelassener, die ganze Last, das ganze Gewicht des immer wieder nach tragen fällt weg.

Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich, und die, die mich verletzt haben, müssen auch damit umgehen können. Und auch ich, der verletzt wurde.

Doch es fällt uns schwer, alte Wunden heilen zu lassen. Oder ich denke, sage, "was mir, anderen Menschen angetan hast, das werde ich nie vergessen. Eines Tages wirst du dafür büßen müssen. Unsere Erinnerung reicht oft viele Jahre zurück, und verlangt Vergeltung.

Aber das baut eine sehr große Mauer auf, und die scheint unüberwindlich.

Obwohl kein Mensch perfekt ist, wir alle unsere Fehler haben, und ich mache auch immer wieder Fehler in meinem Leben.

Nur, wenn ich mich mit aus Liebe zu mir selbst versöhnen darf, dann auch wieder mit anderen Menschen. Und ich muss mit denen auch nicht jeden Tag eine Tasse Cafe trinken. Aber mir geht es nach der Versöhnung wieder besser. Also, versöhne ich mich aus Liebe zu mir selbst.

In meinem Bekanntenkreis ist gerade viel Krach, Unversöhnlichkeit. Da versuche ich immer wieder auf die Versöhnung hinzuweisen.

Wir Menschen verwenden viel Kraft, Zeit, Energie und Geld, damit wir uns abgrenzen können gegen andere Menschen, führen Kriege ohne Ende., jeder muss seine Kraft, seine Cool sein, seine Intelligenz, sein Wissen, seine Schlauheit immer wieder beweisen.

Würden wir diese ganze Energie in die Versöhnung stecken, oh dann sähe manches viel besser aus.


Deshalb hier auch mein Aufruf, versuchen wir es, so gut wir es können, uns mit uns und unserem ganzen Leben zu versöhnen. Und wenn es sein kann, auch mit anderen Menschen.Es könnte uns ganz vieles ersparen.


viele liebe Grüße an dich und uns alle hier,

Frederick

14.06.2019 14:42 • x 3 #325


Jedi
Hallo




Die Gößte Liebe, ist die Selbstliebe

LG Jedi

29.06.2019 19:12 • x 3 #326


Frederick1
lieber jedi,

oh ganz vielen herzlichen Dank für diesen großartigen Text. Möge diese Liebe zu uns selbst immer tiefer in uns wachsen,

aufblühen und gute Früchte bringen. Doch das tägliche immer wieder Einüben, falsche Wurzeln weg werfen, weg schneiden,

usw.gehört auch dazu.








DIE ALLERGRÖSSTE LIEBE

Ich glaube daran,
Dass die Kinder unsere Zukunft sind,
Unterrichtet sie gut
Und laßt sie den Weg anführen
Zeigt ihnen all die Schönheit, die sie in sich besitzen
Gebt ihnen einen Sinn für Stolz
Um es für sie einfacher zu machen
Und lasst das Lachen der Kinder uns daran erinnern,
Wie wir einst waren

Jeder sucht nach einem Held,
Die Menschen brauchen jemandem, zu dem sie aufsehen
Ich fand nie jemanden, der meinen Ansprüchen genügte
Es ist ein ganz schön einsames Leben,
was ich selber lerne, hängt von mir ab.


Ich habe schon lange beschlossen,
Niemals im Schatten von irgendjemand anderen zu gehen,
Ob ich nun versage oder gewinne,
Zumindest habe ich gelebt, was ich glaube.
Was auch immer sie mir nehmen,
Sie können mir meine Würde nicht wegnehmen

Denn mir wird gerade die allergrößte Liebe zuteil,
Ich fand die allergrößte Liebe in mir
Die allergrößte Liebe ist leicht zu erreichen:
Sich selbst lieben zu lernen ist die allergrößte Liebe!

Ich glaube, dass die Kinder.

Ich habe schon vor langer Zeit.

Denn die allergrößte Liebe.

Und wenn doch zufällig jener spezielle Ort, von dem du geträumt hast,
Dich zu einem einsamen Ort führt,
Dann finde deine Stärke in der Liebe.

29.06.2019 19:59 • x 2 #327


Jedi


Lernt Alle mehr "Nein" zu sagen u. Grenzen zu ziehen, ohne Euch dabei schudig zu fühlen.
Denn es ist der gesunde Ausdruck Eurer Selbstliebe !

LG Jedi

29.06.2019 21:11 • x 5 #328


Frederick1
lieber Jedi,

ich denke jetzt an die deutsche Kapitänin in Italien, die auch NEIN gesagt hat, weil sie sich wertschätzt, aber auch die Flüchtlinge in dem Schiff wertgeschätzt hat. Auch die haben ein Recht zu leben.

Für mich ist mein Leben auch mit meiner Depression wertschätzend, andere haben vielleicht Häme. lehnen mich in meiner Depression ab. Mein Selbstverständnis über mich und mein Leben darf sich verändern. Weg von zuviel Enge und Ängstlichkeit, von meinem engen Tunnelblick, von meinem depressiven immer mehr klagen und Seufzen., über dieses so schlechte Leben hier, mein eigenes Leben.

Hin wieder zu mehr Lebensfreude, Offenheit für meine Welt, meine Umwelt.

Deshalb brauchen wir in unserer Gesellschaft wieder mehr Wertschätzung, Annahme und Liebe.

Spontane Helfer in unserem Leben, wie Engel vom Himmel. Es fällt mir auch nicht immer so leicht auf Hilfe angewiesen zu sein. Doch durch meine Depression durfte ich es mehr und mehr lernen, wie wichtig Hilfe von anderen Menschen ist.

Weil diese Helfer eine Menschenfreundlichkeit ausstrahlen, ohne die unsere Gesellschaft, unser Land auf Dauer menschlich verarmt.

Gerade für diese so wertvollen Helferberufe, unsere Therapeuten, in Pflegeheimen, Krankenhäusern und den vielen anderen sozialen Einrichtungen.

Als die ersten Flüchtlinge nach Deutschland kamen, ging eine Welle der Hilfsbereitschaft durch Deutschland. Deutschland zeigte sich von seiner freundlichen, wertvollen Seite.

Doch schnell kamen die wahren Probleme zum Vorschein, wie überforderte Behörden usw.

Wertvoll sein muss ich mir auch oft für mich selbst immer wieder erkämpfen. Wenn Hähme und der Spott, die Ablehnung wieder kommen möchten,


liebe Grüße,

Frederick

02.07.2019 16:26 • x 2 #329


Jedi
Hallo Frederick !

Zitat von Frederick1:
ich denke jetzt an die deutsche Kapitänin in Italien, die auch NEIN gesagt hat, weil sie sich wertschätzt, aber auch die Flüchtlinge in dem Schiff wertgeschätzt hat. Auch die haben ein Recht zu leben.


Da stimme ich dir absolut zu !
Leider werden solche Menschen heute, als "Gutmensch" bezeichnet.
dies geschieht leider eher aus Respektlosigkeit u. Schmähung dieser Personen.
Zitat von Frederick1:
Für mich ist mein Leben auch mit meiner Depression wertschätzend, andere haben vielleicht Häme. lehnen mich in meiner Depression ab.

Wichtig dabei ist, dass Du/Wir, die betroffen sind, die Häme u. deren Meinung über Depression nicht zu eigen machen.
eine gesunde Distanz zwischen der Meinung Anderer u. unserer persönlicher Realität, ist da besonders wünschenswert.
Wir werden Andere nicht ändern können, doch was wir können, wir können unseren Fokus, unsere Sicht darauf verändern !

Ich habe auch schon des öfteren die Erfahrung gemacht, wenn es um das Thema "Depression" ging, dass bei denen, die sich so verständnislos dazu geäußert haben, in ihnen selbst eine große Angst steckt, selbst einmal betroffen sein zu können.
Zitat von Frederick1:
Wenn Hähme und der Spott, die Ablehnung wieder kommen möchten,

Dir Frederick wünsche ich, dass du die nötige Distanz hinbekommst, zwischen dem, was zu Dir gehört u. zudem, was zu den Anderen gehört, die sich eher Respektlos, oft Unwissend äußern !

LG Jedi

02.07.2019 17:55 • x 3 #330




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