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Selbstliebe lernen - wie schafft man das?

Frederick1
liebe Resi,

vielen herzlichen Dank für deine ehrlichen und guten Worte. Ja ich darf meine Gefühle wahr nehmen und sie spüren. Heute kann ich mich endlich mit meinem Körper versöhnen. Denn ob ich meinen Körper mag oder nicht, ist nicht nur abhängig davon wie ich mit meinem Körper erscheine, sondern auch davon, wie ich ihn selbst sehe und finde.

Vor allem aber, das ich begreife, das dieser mein Körper so wie ich selbst, einmalig, einzigartig und unverwechselbar ist.

Weil mein Körper zu mir gehört, ein Teil von mir ist, das ich für meinen Körper verantwortlich bin, ich ihn achte, und auch annehmen und lieben kann.

Wenn ich mit einem Menschen auf Dauer unversöhnt bin, trage ich ihm alles nach, alles was zum Streit geführt hat.

Die Ablehnung, die Wut, den Hass, usw.

Doch diese Gefühle trage ich nicht nur anderen nach, sie bleiben auch in mir.

Aus meinem Leben kenne ich die bitteren Erfahrungen, wenn ich nicht verzeihen kann, enge ich mein eigenes Herz und mein eigenes Leben immer wieder ein.

Und ich habe nicht einmal einen Gewinn davon. Ich fühle mich aber dem anderen moralisch überlegen, ich fühle mich im Recht, und will vor lauter Stolz mein Recht nicht preis geben. Ich fühle mich als einen gerechten Richter über andere Menschen. Ich spreche meine Urteile über andere Menschen, mich selbst aber immer wieder frei. Andere mache ich klein, aber mich immer wieder groß. Das ist aber meine ich, eine falsch verstandene Selbstliebe. Wenn mir das aber bewusst wird.,

dann bin ich nicht mehr so extrem auf das tatsächliche oder vermeintliche Unrecht fixiert, es kann mich innerlich nicht mehr so vergiften. Auch würde ich mir selbst keinen so großen Druck mehr machen.

Ich merke, ich brauche erst einmal wieder einen gewissen Absatand, meine Gefühle wie Schmerz, Ärger, Wut, meine Demütigung in Ruhe anzuschauen. Denn wenn ich mich meinen Gefühlen nicht stellen kann, bleibt manche Verletzung in mir. Ich werde die Verletzung nicht los, sie hält mich gefangen. Ich lebe unglücklich, gespalten, habe kein Selbstliebe, keine eigene Identität, keine Ruhe und keinen Frieden.

Aber auch wenn ich mich auch mal wieder meinen alten Gefühlen wieder stelle, auch was schon Jahre zurück liegt, verstehe ich es eher, warum ich mich immer noch so extrem verletzt fühle. Und der andere Mensch hat ein ganz anderes Wesen, kann es gar nicht fühlen, erkennen, was mich so verletzt hat.

Aber ich darf mich öffnen, es raus lassen sagen, damit es mir wieder leichter wird. So können auch noch ganz alte Wunden wieder heilen.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

28.05.2019 16:57 • x 2 #301


Jedi
Hallo ihr Lieben

Zitat von Resi:
vor allem hilft mir, daß ich mittlerweile weiß, daß das viel mit meinem kindlichen Anteil zu tun hat.

da möchte ich gerne anknüpfen !
Wut u. Ärger haben einen ursprung u. der liegt meiner erfahrung nach in unserer kindheit.
denn dort können wir bestenfalls lernen, mit gefühlen umzugehen.
ein Beispiel, wenn wir weinen u. bekommen gesagt, hör auf zu heulen, bist du denn ne heulsuse, dann macht das was mit einem kind.
das gefühl weinen zu müssen, wird als etwas negatives falsches interpretiert.
wundern wir uns dann, dass Männer oft nicht weinen können ?
wundern wir uns, dass wenn eine Frau weint, bei ihrem Partner aggressionen bemerkbar machen ?
bestenfalls der beschützerinstink geweckt wird.
so können wir eine ganze reihe von gefühlen durchgehen u. können dabei erkennen, wie wir konditioniert wurden.
Zitat von Machara:
Mir wurde nie erlaubt wütend zu sein.

und so wird ein normales gefühl , als etwas schlechtes interpretiert, schade !
Zitat von Machara:
Ich habe die Wut in mich rein gefressen.

weil man es unterdrücken muss, sich verbietet, in sich reinfressen muss !
achte mal darauf, wenn ihr wütend seid, wo die Wut sich besonders bemerkbar macht, bei mir ist es in der Magengegend.
und ich weiß, dass eine ganze reihe von Menschen, ihre Wut auch in der Magengegend lokalisiert haben.
natürlich können auch andere Körperregionen betroffen sein (Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Schweregefühl in Armen u. Beinen, usw.)

wenn wir uns verletzt fühlen, gar persönlich angegriffen, gekränkt , nicht ernstgenommen u. respektlos behandelt, dann haben in der regel andere Menschen bei uns einen wunden punkt berührt, die in uns eine reaktion auslöst.
dabei hängt unsere reaktion von verschieden erfahrungen ab, wie ist es um unser Selbstwertgefühl bestellt, unser Selbstbewusstsein, unser Ur-vertrauen u. was haben wir gelernt, wie man mit solchen situationen umgehen kann.

der Wut freienlauf zu lassen, kann konsequenzen mit sich ziehen, die nicht so erwünscht sind.
auch wir selbst, können unter der Wut leiden u. unsere seelische balance verlieren.

wie damit umgehen ?
Zitat von ZeroOne:
Impulskontrolle ist für mich dabei ein "Schlüsselwort".

finde ich sehr interessant u. villt. mag @zeroone, etwas mehr dazu schreiben ? wenn er mag !
Zitat von ZeroOne:
Eine (kognitive Verhaltens-)Therapie kann dabei ganz hilfreich sein,

da möchte ich Zero voll zustimmen !
mir ist es wichtig, wenn in mir Wut ist, nicht meinem impuls voreilig zu folgen, sondern mir die frage zu stellen,
was macht mich gerade so wütend,
warum fühle ich mich gerade so betroffen,
gibt es da noch eine alte wunde, der ich noch nicht genug aufmerksamkeit geschenkt habe,
wo kommt meine Wut her,
wo sitzt meine Wut, wo ist sie am stärksten spürbar für mich ?

habe ich so in der KVT gelernt u. habe die erfahrung machen können, je öfter man sich mit diesen fragen auseinander gesetzt hat, umso mehr findet man einen anderen umgang mirt seiner Wut u. Ärger.
es schützt einem mit der zeit davor, nicht wütend darüber zu werden, weil man Wut u. Ärger spürte.
Ärger über sich, dass man sich geärgert hat, macht auf die dauer krank.

ich habe auch gelernt, dass wort "ich sollte" in "ich wünsche" zu verändern.
ein Beispiel wäre, der Andere sollte anders sein od. die situation sollte anders sein !
ich wünschte mir, der Andere könnte anders sein od. ich wünschte mit, die situation wäre eine andere !
da kommt das, was ich auch schon des öfteren beschrieben habe ins spiel, dass ist die Selbstansprache !
wie formuliere ich etwas u. wie reagiert mein innerstes darauf ?

Ein interessantes Thema Machara u. ich gebe dir recht, es hat auch was mit Selbstliebe zu tun.
wie gehen wir mit in der Wut oder im Ärger mit uns um.
dazu wäre noch eine menge zu schreiben u. ich bin gespannt, was da noch so darüber geschrieben wird.

LG Jedi

28.05.2019 17:32 • x 4 #302


Frederick1
lieber Jedi,

meine wichtigste Erfahrung ist, das es nicht so darauf ankommt, was ich an Schwerem erlebt habe, sondern die Art und Weise wie ich mich darauf einstelle, und damit hier, jetzt, und heute damit umgehe. Wenn ich mir manches Scheitern in meinem Leben eingestehen kann, du dann mache ich mir und meinem Leben nichts mehr vor. Das schont etwas meine Kräfte. Für mich kostet nichts mehr Kraft. als wenn ich manches in meinem Leben verdränge.

Nicht die Jahre sind für mich verloren, in denen ich als Mensch so leiden musste. Für mich sind die Jahre verloren, wo ich so extrem nur noch auf mich und meine Probleme fixiert war, das ich nichts anderes mehr sehen konnte. Auch nicht mehr so meine liebe Frau und meine beiden Kinder.

Als Mensch habe ich die Möglichkeit, mich nicht nur anzunehmen, sondern mich auch abzulehnen, und meine gegen mich selbst gerichteten aggressiven Gefühle, die mir nicht immer so bewusst sind, auf andere Menschen zu übertragen.

Diese Tatsache ist ein ganz tiefer Grund für das Scheitern mancher Beziehungen. Und ich darf mich glücklich schätzen, das trotz allem meine liebe Frau trotz allem, immer wieder zu mir gestanden ist.

Alles hängt davon ab, wie ich in meinem begrenzten Leben lebe. Auf das was auf Dauer mein Leben stört, oder wieder heilt.mein eigenes Leben, und das Leben anderern Menschen.

Deshalb ist es so was von wichtig für mich, was ich denke, worauf richte ich meine Gedanken. Auf was sehe ich, was höre ich, was ist mir wichtig. Was fördert mein Leben, und das Leben anderer Menschen, und was zerstört es. Suche ich den Streit, die Aggression, oder suche ich die Liebe? Habe ich immer wieder ein JA für mein Leben, ein JA für meine Vergangenheit, ein JA für meine Zukunft.


viele liebe Grüße,

Frederick

28.05.2019 18:07 • x 4 #303


Lisa1962
Liebe Alle, Wut ist ja mein Thema momentan und die fehlende Impulskontrolle hat mir viel zerstört. ich möchte nur sagen, ich denke, dass Wut ein normales Gefühl ist, das man durch Selbstkontrolle in gute Energie verwandeln muss.das gelingt je schlechter, je weniger Kraft man hat, je schwächer man ist/sich fühlt. Es fehlt dann die Kraft, um langfristig aus der Wut heraus ins kluge Handeln zu kommen. Ich erlebe das so, weil ich mit denselben Auslösern früher gut umgehen konnte und heute nicht mehr, ich fühle mich aber eben auch total schwach. Also eine gute Selbstpflege wie Jedi sagt, ist wichtig. Wut direkt weitergeben zerstört immer Beziehung und unbearbeitet sie in sich belassen zerstört mich selbst. Wut muss umgewandelt werden, zuerst erfassen warum man wütig ist, dann überlegen, ob es überhaupt eine Veränderungsmöglichkeit gibt oder ob ich den Grund einfach akzeptieren muss. Akzeptieren ist nicht in sich hinein fressen sondern sachlich seine Handlungsmöglichkeiten einschätzen. Ich bin schwer am Üben. Liebe Grüsse Lisa

28.05.2019 22:15 • x 4 #304


Lisa1962
Also ich denke je mehr Selbstliebe man zu sich aufbauen kann, je weniger ist Wut ein Problem. sie wird dann zu dem, was sie ist: ein Zeiger auf eine Situation, die noch nicht richtig eingeordnet wurde in der Seele. Das meine ich, sie sollte nie den Ursprung einer Handlung sein. Darum versuche ich jetzt, gerade in den Auslösersituationen ganz gut für mich zu sorgen. Ganz gut finde ich den Satz, ich wünschte, es wäre anders. den darf man immer auch sagen, damit verletzt man niemanden und vielleicht berührt man das gegenüber in seiner Seele.wenn man Glück hat.

28.05.2019 22:24 • x 5 #305


Alexandra2
Liebe Lisa, das hast Du so schön beschrieben, Danke!

29.05.2019 06:49 • x 4 #306


Machara
Guten Morgen Zusammen

Ihr seit toll !

Bei den Beiträgen ist wieder soviel was ich für mich mitnehmen kann.

Liebe Grüße
Machara

29.05.2019 09:48 • x 4 #307


Frederick1
hallo liebe Machara,

ja, je freier ich mich fühlen darf in meinem Leben, unabhängiger, gelöster, um so mehr habe ich mich, meinen Wut, meinen Ärger, mein Selbstmitleid, meinen Neid, usw. im Griff.

Aber woran kann ich ab jetzt schon freier sein. Vielleicht wenn ich zu meinen Beziehungen offen, ehrlich und aufrichtig sage, worüber ich mich schon lange ärgere, was mich belastet, was mir weh tut. Letztendlich macht mich die Wahrheit über mich selbst und andere Menschen frei. Wenn ich die Wahrheit in Liebe sage, zu mir selbst und anderen Menschen. Es kostet mich viel mehr Kraft, immer alles verstecken zu müssen, mit meiner Maske durch die Welt zu laufen.

Das ich mir heute, jetzt schon das neue Hundehalsband kaufe, den so guten Kuchen beim Bäcker, schon heute mir selbst und einem anderen Menschen vergebe, das ich nicht kapituliere, aufgebe, sondern das ich immer freier sein möchte mit mir und meinem Leben.!

Besonders tief erfahre ich meine Freiheit, wenn ich ehrlich und aufrichtig mir die Zeit nehme, über mich und mein Leben nachzudenken. Das ich nicht mehr vor mir selbst und meinem Leben, meinem Wesen fliehe, davon renne, mich von tausend anderen Dingen immer wieder ablenken lasse.

Wie wirke ich denn auf mich selbst? Trauer kommt in mir auf, Schamgefühle, Unwilligkeit, dann auch Wut und Zorn, wenn ich mich immer wieder zu arg bemitleide. Obwohl ich es genau weiß, mein Selbstmitleid zieht mich eher runter.

Dann suche ich die Freiheit, meinen "freien Thomas." Einen wieder selbstbewussten Thomas, der wieder ganz aufrecht da steht, mich selbst liebevoll und glücklich anschaut. Einen wieder glücklichen und zufriedenen Thomas.

Ich lasse den freien Thomas auf den gehemmten unfreien Thomas zugehen. Der freie Thomas legt liebevoll seine Arme auf den gehemmten Thomas, weil er den von Herzen lieb hat und annehmen möchte.

So möchte ich mich mehr und mehr mit meiner Freiheit verbinden.

In mir, wie in jedem von uns Menschen, auch in dir, lebt ein ursprüngliches Bild von mir selbst. Es wartet darauf, das wir es leben, so wie wir sind. Unser Charakter, unser Wesen, unser Aussehen, unser Stil, unser Gefühl, meine ganz persönliche eigene Art, ohne mich laufend mit anderen Menschen vergleichen zu müssen.

Das ich so wie ich heute bin, meinem ganzen Leben, und auch meinen alten Verletzungen meines Lebens offen und ehrlich, ganz neu begegnen darf.Gerade die Verletzungen, die noch heute mein jetziges Leben ganz arg belasten wollen.

Aber auch den Dingen zu begegnen, was gut ist und war in meinem Leben, was beglückend ist und war, und da meine ich jetzt auch offen und ehrlich, euch und das so hilfreiche Forum hier.Weil das für mich wertvoll ist und bleibt.

Selbst wenn ich mein Leben schon oft hart, ungerecht für mich ist und war, muss ich nicht auf Dauer total unglücklich bleiben.


Denn unter meinen Verletzungen sind auch wieder freie Räume in mir und auch in dir, starke Symbole das wir auch ganz feste geliebt und angenommen sind. Das wir trotz allen Verletzungen und Schwerem in unserem Leben, immer wieder Hoffnung und Liebe, Selbstliebe für uns haben dürfen.

Wenn ich hier, jetzt und heute leben darf, meine Werte, meine Schätze, wieder leben darf, suchen und wieder finden darf, dann erfahren wir wieder Sinn für unser Leben.

Das ist meiner Meinung nach das Entscheidende für uns. nicht meine Gene, meine Erziehung, meine Umwelt, nicht die Zeit in der ich lebe soll entscheidend für mein Leben sein, sondern das ich trotz allem Unterschiedlichem, auch das was ich alles nicht verstehe, ein JA für mein Leben habe, an jedem neuen Morgen, an jedem neuen Tag, ein neues, ehrliches und aufrichtiges JA.

Und das wir wir uns weiterhin hier im Forum gegenseitig aufrichten, ein JA für unser miteinander haben, auch wenn wir unterschiedlich sind, nicht immer die gleiche Meinung haben, trotzdem immer wieder ein JA, JA du, Ja du und ich.


in guten Gedanken,

ganz viele liebe annehmende Grüße,

Frederick

29.05.2019 10:54 • x 3 #308


Lisa1962
Zitat von Frederick1:
Dann suche ich die Freiheit, meinen "freien Thomas." Einen wieder selbstbewussten Thomas, der wieder ganz aufrecht da steht, mich selbst liebevoll und glücklich anschaut. Einen wieder glücklichen und zufriedenen Thomas.

Ich lasse den freien Thomas auf den gehemmten unfreien Thomas zugehen. Der freie Thomas legt liebevoll seine Arme auf den gehemmten Thomas, weil er den von Herzen lieb hat und annehmen möchte.

Lieber Frederick
wie wunderschöne Worte! Besonders dass Du genau schreibst, wie Du bist, wenn es Dir gut geht und Du damit Dich tröstest, wenn es Dir schlecht geht! Ich muss mich auch einmal so von aussen anschauen und überlegen, was macht die glückliche Lisa stark damit sie die schwache Lisa trösten könnte! Danke! Lisa

29.05.2019 11:15 • x 2 #309


Frederick1
liebe Lisa,

ganz vielen herzlichen Dank für deine guten und lieben Worte. Was Worte allein alles ausmachen können.

Oft fehlt mir auch die Geduld für die richtigen Worte, den richtigen Ton. Oder einfach mehr Geduld zu richtigen Hören, zum bewussten Hören. Es ist ein Unterschied ob ich mir selbst bewusst höre, mit Liebe zu mir selbst, oder nicht.

Alle Natur, alle Pflanzen, der Friede, alles Wachsen, alles Gedeihen, alles Schöne auf unserer Erde bracht Zeit, Geduld, Liebe, Stille, braucht Vertrauen. Gerade für unser ganz persönliches Leben. Wenn ich mein Leben im Vertrauen, in der Liebe zu mir selbst führe, lebe, dann komme ich eher dort hin wo ich möchte. Lasse ich mich aber nur von meinen Trieben, meiner Umgebung führen, werden wir oft dahin geführt, wohin wir gar nicht wollen.

Wenn ich das Hauptsächliche für mich in meinem Leben suche, was mir persönlich am Wichtigsten ist, was meinem Leben Wert und Sinn gibt, dann werde ich das eher finden, wenn ich mich darauf konzentriere, mich nicht mehr so von den vielen anderen Dingen ablenken lasse.m

Deshalb darf ich mir selbst nicht ausweichen, sonst weiche ich auch von dem aus, meine Begabungen, das was ich besonders gut in meinem Leben kann. Und jeder Mensch ist begabt.

Mir wurde einmal in meinem Leben ganz arg wichtig, das ich nicht mehr zu viel erwarte, nicht so vieles mehr möchte. Einfacher leben, mich von den Dingen verabschieden, die ich nicht mehr so für mein Leben brauche, was mich mehr an meinem Leben hindert.

Einfacher leben, wieder mehr Zeit haben, für mich selbst, für andere, für meinen Hund, das Leben. Natürlich ist Geld verdienen wichtig in unserer Zeit, auch vorzusorgen, aber mich nicht mehr übersorgen, über zu vieles mir Sorgen machen.

Das hat mein Leben oft schwer gemacht. Je mehr ich mein Leben und mich selbst verlasse, um so mehr sorge ich mich.

Bei mir bleiben, mich selbst annehmen so wie ich bin, versuchen so zu leben, macht meiner Meinung auch weniger Sorgen.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

29.05.2019 14:54 • x 1 #310


Jedi
Hallo ihr Lieben !

Für Alle, die ihr euch hier mit dem Thema, Selbstliebe lernen- wie schafft man das, euch so intensiv damit auseinandersetzt !

Seit stolz auf Euch, denn niemand außer ihr selbst wisst,
wie viel Kraft, Tränen, Mut u. Vertrauen es Euch gekostet hat,
dort zu sein, wo ihr jetzt seid.

LG Jedi

04.06.2019 14:21 • x 3 #311


Frederick1
lieber Jedi,

ganz vielen herzlichen Dank für deine tolle Ermutigung, und das hilft mir jetzt auch echt. Für mich stellt sich gerade die Frage, wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe und einem übersteigerten Individualismus. Das ich mich zu sehr liebe, und andere Menschen vergesse. Das ich nur noch über mein eigenes Leben bestimmen möchte, und sonst gar nichts.

Aber ich sehne mich auch nach einer guten Beziehung in meiner Ehe, oder Beziehung mit Freunden.

Bin ich überhaupt noch beziehungsfähig? In meinem privaten Umfeld bekomme ich gerade viel mit, das Partnerschaften und Ehen zerbrechen. Auch Freundschaften, aber da gibt es ja keinen rechtsverbindlichen Rahmen. Eine Freundschaft kann ich einfach so aufkündigen.

Es gibt so viele Krisen in den Beziehungen heute, obwohl wir doch im Kommunikationszeitalter leben. Noch nie war es so einfach, mit so vielen Menschen, um die ganze Erde herum, in Beziehung zu kommen. Früher musstest du noch einen Brief schreiben, und bis die ankamen in fernen Ländern.(als ex Postbeamter weiß ich das noch.)

Heute schickst du ein e-mail usw.

Bei mir war meine Beziehungsunfähigkeit durch meine Ursprungsfamilie bedingt. Familie sollte eigentlich der Ort sein wo man lernt, wie man miteinander umgeht. Wo man voneinander weiß, sich unterstützt, Sorgen gemeinsam trägt, aber auch wie meine Krisen und Konflikte bewältige.

Beziehung mit mir selbst und anderen Menschen hat doch auch damit zu tun, das ich bei meinem Leben Abstriche mache, weil ich alles andere als perfekt bin, andere Menschen sind auch nicht perfekt.

Ich muss mich doch mit mir selbst und anderen Menschen arrangieren, Kompromisse machen, Rücksicht nehmen, auch einmal verzichten.

Wenn ich mich auf mich selbst oder einen anderen Menschen einlasse, dann muss ich doch auch etwas von mir her geben.auch wenn es ein Risiko ist, ich kann ja auch wieder enttäuscht werden.

Doch im tiefsten Herzen haben wir Menschen trotz aller Technik, Sehnsucht nach guten Beziehungen.

Also wenn ich mich akzeptiert fühle, geliebt und verstanden, beeinflusst das mein Leben wieder positiver.

Aber wie kommen wir in gute Beziehungen zu anderen Menschen, Freundschaften, und was mache ich bei Krisen und Schwierigkeiten?

Wie können wir in guter Weise miteinander reden, Missverständnisse erkennen und überwinden, das man sich nicht mehr so schnell trennt, aufgibt usw.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

07.06.2019 17:01 • x 2 #312


Jedi
Hallo Frederick !

Zitat von Frederick1:
Für mich stellt sich gerade die Frage, wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe und einem übersteigerten Individualismus.

siehst du dich selbst darin gefährdet ?
ich glaube, dass Du nicht gefährdet bist u. Du bestimmt ein gutes Maß für dich da finden wirst.
Selbstliebe hat nichts mit absoluten Egoismus zu tun, wobei ein wenig Egoismus, den wir alle haben sollten, normal ist u.
nichts schlechtes.
Selbstliebe hat auch nichts mit einem gesunden Narzißmus zu tun u. wir alle sind einwenig Narzisstisch veranlagt.
deutlich zu unterscheiden von der krankhaften Narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die benandlungsbedürftig ist.

Zitat von Frederick1:
Aber wie kommen wir in gute Beziehungen zu anderen Menschen, Freundschaften,

meine persönliche erfahrung, indem wir authetisch u. wahrhaftig bleiben !
ist aber auch kein garant dafür, weil da gibt es eben die anderen Personen.
Zitat von Frederick1:
was mache ich bei Krisen und Schwierigkeiten?

wenn möglich, dann das offene Gespräch suchen u. darauf vertrauen, dass der Andere sich da einlassen kann.
weißt du Frederick, manchmal kommt die Zeit, da müssen der alte Partner/ Partnerin, alte Freunde u. Bekannte aus unserem leben gehen, um Platz zu machen, für neue Begegnungen, für neue Menschen.
so meine persönliche Erfahrung nach meinem BO.
Ja es war traurig, dass, wo ich meinte eine guten freund zu haben, er sich nicht mehr gemeldet hat, auch so manche Kollegen u. bekannte aus meinem Umfeld.
Aber heute sind neue Menschen in mein Leben getreten u. haben die freien Plätze besetzt.
so ist unser Leben immer im Wandel u. wenn wir das annehmen können, dann schaffen wir es auch, mit uns selbst, unserem Leben eine zufriedenheit zu spüren.
Zitat von Frederick1:
Wie können wir in guter Weise miteinander reden

Kraftausdrücke vermeiden,
anschuldigungen führen meist dazu, dass solche gespräche aus dem ruder laufen,
auf kränkende u. persönlichkeits- verletzende worte zu verzichten,
sachlich bleiben u. nur etwas ansprechen u. behaupten, von dem man auch wirklich weiß.
vorwürfe , die in der vergangenheit liegen, alte Kamellen u. Geschichten wieder aufzuwärmen, führen zu nichts !
Zitat von Frederick1:
Missverständnisse erkennen und überwinden,

indem man nur darüber spricht, was aktuell u. wovon man wirklich weiß, also was der tatsächlichen Wahrheit entspricht.
ehrlichkeit, offenheit u. authentizität lässt Missverständnisse erst gar nicht so recht aufkommen u. schafft ein klima,
diese probleme, um die es geht zu überwinden.
Zitat von Frederick1:
das man sich nicht mehr so schnell trennt, aufgibt usw.

Nun, dass ist schwierig zu beantworten.
manchmal kann die erkenntnis dazu führen, dass sich zu trennen, der bessere weg ist.
manchmal , villt. auch mit hilfe eines vermittlers (Mediator od. Paar-therapeut), kann man erkennen, dass nur über die zeit etwas verschüttet wurde u. nun wieder freigelegt u. neu belebt werden könnte.
oft geben Menschen zu schnell auf !
ich habe bei Paaren oft die erfahrung gemacht, dass bereits schon ein neuer Partner da war.
dies vermindert deutlich die chancen, wieder einen weg zu finden, um wirklich sagen zu können, Neuanfang oder doch eher Trennung, aber auch auf einen Rosenkrieg u. weitere Kränkungen zu verzichten.

auch gibt es eine reihe an Menschen, die nie wirklich gelernt haben, mit Krisen richtig umzugehen u.
benutzen den Fluchtreflex, den sie oft schon als kind, jugentlicher, heranwachsender gelernt u. angewendet haben.
da ist das innere Kind von damals in dem Erwachsenen präsenter, als das Erwachsenen-Ich !
manche müssen erst lernen, wie man mit Krisen umgehen sollte.
Auch Gespräche zu führen, müssen manche zwar schon erwachsen, doch noch lernen.
Gewaltfreie Kommunikation n. M. Rosenberg kann hilfreich sein.

ich hoffe, dass dir meine persönlichen Antworten etwas behilflich sein konnten ?

LG Jedi

07.06.2019 19:14 • x 3 #313


Rowi
Lieber Frederick,

Egoismus ist denke ich ziemlich negativ behaftet und ich selbst würde sagen es ist wichtig Selbstfürsorge zu betreiben und Selbstverantwortung. Denn wenn ich das nicht mache get der Teufelkreis wieder los das ich mich jedemin irgendeiner Weise verpflichtet fühle nur um ein bisschen das Gefühl zu bekommen das ich nicht umsonst auf diesem Planeten bin.

Da spielt rein das ich schaue wie ich selbst lerne so zu kommunizieren, das es mich und höchstwarscheinlich auch mein Gegenüber nicht mehr so belastet.
Das ich für mich klar bekomme wo die Reise hin geht, ob ich um die Beziehung, Ehe, Freundschaft kämpfen will und was mir daran so wichtig ist.
Ich selbst übernehme nicht mehr die komplette Verantwortung das eine Freundschaft funktioniert, denn wenn jemandmein Freund sein will gehe ich davon aus, das die Person sich dann auch hin und wieder bei mir meldet oder mal einen Termin zum Treffen vorschlägt und nicht alles immervonmir initiiert wird. Ansonsten ist oder war da nichts anderes als eine zeitweise Wegbegleitung. In dem Fall, fange ich langsam damit an dem nicht mehr nachzutrauern sondern mich daran zu erfreuen welche schönen Momente und Erkenntnisse mir dieser gemeinsame Wegabschnitt gegeben hat und im Herzen, an der Weggabelung, eine gute weitere Reise zu wünschen.

Ja du hast recht, wenn du schreibst das wir in einem Kommunikationszeitalter leben, aberwerkommuniziert damit wem.
Eigentlich eher die Technik. Es werden große Anstrengungen betrieben damit der Kühlschrank selbst einkauft, der Rasenmäherkeine Igel bedroht und wir ständig überall voll vernetzt sind.
Ja das hat seine Vorteile,aber auch Nachteile. Denn wir vergessen wie Zweischenmenschliche Kommunikation wirklich abläuft. Da wird schnell noch eine Nachricht hingeschmissen, sich mega aufgeregt wenn der andere nicht sofort zurück antwortet weil man gleich mit der U-Bahn durch einen Tunnel fährt und dann kurz kein Netz mehr hat.
Telefonate werden via Freisprecheinrichtung eben schnellnoch während des Autofahrens getätig (Fürmich selbst z.B. ein absolutes No Go, entweder ich fahre oder ich telefoniere), und sich dann gewundert wenn die Hälfte irgendwie auf der Strecke bleibt.
Nachrichten werden so kurz wie möglich verfasst, Gefühle außenvor gelassen oder durch frei interpretierbare Smilies ersetzt.
Wo ist da wirklich Kommunikation, die nicht zu Missverständnissen und Frust führt.

Zitat:
Beziehung mit mir selbst und anderen Menschen hat doch auch damit zu tun, das ich bei meinem Leben Abstriche mache, weil ich alles andere als perfekt bin, andere Menschen sind auch nicht perfekt.

Ich muss mich doch mit mir selbst und anderen Menschen arrangieren, Kompromisse machen, Rücksicht nehmen, auch einmal verzichten.


Kompromisse einzugehen, wenn es allen beteiligten nützt ist auf jeden Fall erstrebenswert. Ich selbst habe auf die harte Schule lernen dürfen, das Kompromisse, die nur einer Seite Vorteile verschaffen (und wenn es nur ein gutes Gefühl oder Gewissen ist), das schlimmste sind was ich machen kann.
Und ja Verzicht gehört auch mal mit dazu, es darf abernicht zur Gewohnheit werden. Bei mir wurde in allen Bereichen nur noch davon ausgegangen, das ichmich schon anpasse, nachgebe, den Frieden durch verzicht auf meiner Seite wahre und das macht krank. Und zulernen wie es mit den Kompromissen in einem guten und gesunden Maß funktioniert ist teilweise sehr steinig, weil das eigene Gewissen gan laut ruft: "Das kannst du doch jetzt nicht bringen."

LG
Rowi

08.06.2019 07:18 • x 6 #314


Resi
Ich verstehe etwas nicht.

Wenn ich jemanden nicht in meiner Nähe haben will, weil er/sie mir meiner Meinung nach nicht gut tut.ist das dann Selbstfürsorge oder Abwehr aus mangelnder Selbstliebe?

Wenn meine Gegenüber manipuliert muß ich dann wirklich spiegeln und die Ursache bei mir suchen?

Wenn jemand Vorlieben hat, die für mich unakzeptabel sind, muß ich dann flexibler werden oder darf ich nicht so sein, wie ich bin, die weiß, was gut für sie ist?
Gibt es nicht Menschen, die einem einfach unsympathisch sein können, die man nicht "riechen" kann, ohne daß das etwas mit mangelnder Selbstliebe zu tun hat?
Ich meine, wir sind doch alle keine unbeschriebenen Blätter, wir haben alle unsere Geschichten, unsere Erfahrungen, unsere Persönlichkeiten.

08.06.2019 10:11 • x 3 #315




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