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Selbstliebe lernen - wie schafft man das?

Frederick1

liebe Resi,

vielen herzlichen Dank für deine ehrlichen und guten Worte. Ja ich darf meine Gefühle wahr nehmen und sie spüren. Heute kann ich mich endlich mit meinem Körper versöhnen. Denn ob ich meinen Körper mag oder nicht, ist nicht nur abhängig davon wie ich mit meinem Körper erscheine, sondern auch davon, wie ich ihn selbst sehe und finde.

Vor allem aber, das ich begreife, das dieser mein Körper so wie ich selbst, einmalig, einzigartig und unverwechselbar ist.

Weil mein Körper zu mir gehört, ein Teil von mir ist, das ich für meinen Körper verantwortlich bin, ich ihn achte, und auch annehmen und lieben kann.

Wenn ich mit einem Menschen auf Dauer unversöhnt bin, trage ich ihm alles nach, alles was zum Streit geführt hat.

Die Ablehnung, die Wut, den Hass, usw.

Doch diese Gefühle trage ich nicht nur anderen nach, sie bleiben auch in mir.

Aus meinem Leben kenne ich die bitteren Erfahrungen, wenn ich nicht verzeihen kann, enge ich mein eigenes Herz und mein eigenes Leben immer wieder ein.

Und ich habe nicht einmal einen Gewinn davon. Ich fühle mich aber dem anderen moralisch überlegen, ich fühle mich im Recht, und will vor lauter Stolz mein Recht nicht preis geben. Ich fühle mich als einen gerechten Richter über andere Menschen. Ich spreche meine Urteile über andere Menschen, mich selbst aber immer wieder frei. Andere mache ich klein, aber mich immer wieder groß. Das ist aber meine ich, eine falsch verstandene Selbstliebe. Wenn mir das aber bewusst wird.,

dann bin ich nicht mehr so extrem auf das tatsächliche oder vermeintliche Unrecht fixiert, es kann mich innerlich nicht mehr so vergiften. Auch würde ich mir selbst keinen so großen Druck mehr machen.

Ich merke, ich brauche erst einmal wieder einen gewissen Absatand, meine Gefühle wie Schmerz, Ärger, Wut, meine Demütigung in Ruhe anzuschauen. Denn wenn ich mich meinen Gefühlen nicht stellen kann, bleibt manche Verletzung in mir. Ich werde die Verletzung nicht los, sie hält mich gefangen. Ich lebe unglücklich, gespalten, habe kein Selbstliebe, keine eigene Identität, keine Ruhe und keinen Frieden.

Aber auch wenn ich mich auch mal wieder meinen alten Gefühlen wieder stelle, auch was schon Jahre zurück liegt, verstehe ich es eher, warum ich mich immer noch so extrem verletzt fühle. Und der andere Mensch hat ein ganz anderes Wesen, kann es gar nicht fühlen, erkennen, was mich so verletzt hat.

Aber ich darf mich öffnen, es raus lassen sagen, damit es mir wieder leichter wird. So können auch noch ganz alte Wunden wieder heilen.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

28.05.2019 17:57 • x 2 #301


Jedi

Jedi

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Hallo ihr Lieben

Zitat von Resi:
vor allem hilft mir, daß ich mittlerweile weiß, daß das viel mit meinem kindlichen Anteil zu tun hat.

da möchte ich gerne anknüpfen !
Wut u. Ärger haben einen ursprung u. der liegt meiner erfahrung nach in unserer kindheit.
denn dort können wir bestenfalls lernen, mit gefühlen umzugehen.
ein Beispiel, wenn wir weinen u. bekommen gesagt, hör auf zu heulen, bist du denn ne heulsuse, dann macht das was mit einem kind.
das gefühl weinen zu müssen, wird als etwas negatives falsches interpretiert.
wundern wir uns dann, dass Männer oft nicht weinen können ?
wundern wir uns, dass wenn eine Frau weint, bei ihrem Partner aggressionen bemerkbar machen ?
bestenfalls der beschützerinstink geweckt wird.
so können wir eine ganze reihe von gefühlen durchgehen u. können dabei erkennen, wie wir konditioniert wurden.
Zitat von Machara:
Mir wurde nie erlaubt wütend zu sein.

und so wird ein normales gefühl , als etwas schlechtes interpretiert, schade !
Zitat von Machara:
Ich habe die Wut in mich rein gefressen.

weil man es unterdrücken muss, sich verbietet, in sich reinfressen muss !
achte mal darauf, wenn ihr wütend seid, wo die Wut sich besonders bemerkbar macht, bei mir ist es in der Magengegend.
und ich weiß, dass eine ganze reihe von Menschen, ihre Wut auch in der Magengegend lokalisiert haben.
natürlich können auch andere Körperregionen betroffen sein (Nackensteifigkeit, Kopfschmerzen, Schweregefühl in Armen u. Beinen, usw.)

wenn wir uns verletzt fühlen, gar persönlich angegriffen, gekränkt , nicht ernstgenommen u. respektlos behandelt, dann haben in der regel andere Menschen bei uns einen wunden punkt berührt, die in uns eine reaktion auslöst.
dabei hängt unsere reaktion von verschieden erfahrungen ab, wie ist es um unser Selbstwertgefühl bestellt, unser Selbstbewusstsein, unser Ur-vertrauen u. was haben wir gelernt, wie man mit solchen situationen umgehen kann.

der Wut freienlauf zu lassen, kann konsequenzen mit sich ziehen, die nicht so erwünscht sind.
auch wir selbst, können unter der Wut leiden u. unsere seelische balance verlieren.

wie damit umgehen ?
Zitat von ZeroOne:
Impulskontrolle ist für mich dabei ein "Schlüsselwort".

finde ich sehr interessant u. villt. mag @zeroone, etwas mehr dazu schreiben ? wenn er mag !
Zitat von ZeroOne:
Eine (kognitive Verhaltens-)Therapie kann dabei ganz hilfreich sein,

da möchte ich Zero voll zustimmen !
mir ist es wichtig, wenn in mir Wut ist, nicht meinem impuls voreilig zu folgen, sondern mir die frage zu stellen,
was macht mich gerade so wütend,
warum fühle ich mich gerade so betroffen,
gibt es da noch eine alte wunde, der ich noch nicht genug aufmerksamkeit geschenkt habe,
wo kommt meine Wut her,
wo sitzt meine Wut, wo ist sie am stärksten spürbar für mich ?

habe ich so in der KVT gelernt u. habe die erfahrung machen können, je öfter man sich mit diesen fragen auseinander gesetzt hat, umso mehr findet man einen anderen umgang mirt seiner Wut u. Ärger.
es schützt einem mit der zeit davor, nicht wütend darüber zu werden, weil man Wut u. Ärger spürte.
Ärger über sich, dass man sich geärgert hat, macht auf die dauer krank.

ich habe auch gelernt, dass wort "ich sollte" in "ich wünsche" zu verändern.
ein Beispiel wäre, der Andere sollte anders sein od. die situation sollte anders sein !
ich wünschte mir, der Andere könnte anders sein od. ich wünschte mit, die situation wäre eine andere !
da kommt das, was ich auch schon des öfteren beschrieben habe ins spiel, dass ist die Selbstansprache !
wie formuliere ich etwas u. wie reagiert mein innerstes darauf ?

Ein interessantes Thema Machara u. ich gebe dir recht, es hat auch was mit Selbstliebe zu tun.
wie gehen wir mit in der Wut oder im Ärger mit uns um.
dazu wäre noch eine menge zu schreiben u. ich bin gespannt, was da noch so darüber geschrieben wird.

LG Jedi

28.05.2019 18:32 • x 4 #302


Frederick1

lieber Jedi,

meine wichtigste Erfahrung ist, das es nicht so darauf ankommt, was ich an Schwerem erlebt habe, sondern die Art und Weise wie ich mich darauf einstelle, und damit hier, jetzt, und heute damit umgehe. Wenn ich mir manches Scheitern in meinem Leben eingestehen kann, du dann mache ich mir und meinem Leben nichts mehr vor. Das schont etwas meine Kräfte. Für mich kostet nichts mehr Kraft. als wenn ich manches in meinem Leben verdränge.

Nicht die Jahre sind für mich verloren, in denen ich als Mensch so leiden musste. Für mich sind die Jahre verloren, wo ich so extrem nur noch auf mich und meine Probleme fixiert war, das ich nichts anderes mehr sehen konnte. Auch nicht mehr so meine liebe Frau und meine beiden Kinder.

Als Mensch habe ich die Möglichkeit, mich nicht nur anzunehmen, sondern mich auch abzulehnen, und meine gegen mich selbst gerichteten aggressiven Gefühle, die mir nicht immer so bewusst sind, auf andere Menschen zu übertragen.

Diese Tatsache ist ein ganz tiefer Grund für das Scheitern mancher Beziehungen. Und ich darf mich glücklich schätzen, das trotz allem meine liebe Frau trotz allem, immer wieder zu mir gestanden ist.

Alles hängt davon ab, wie ich in meinem begrenzten Leben lebe. Auf das was auf Dauer mein Leben stört, oder wieder heilt.mein eigenes Leben, und das Leben anderern Menschen.

Deshalb ist es so was von wichtig für mich, was ich denke, worauf richte ich meine Gedanken. Auf was sehe ich, was höre ich, was ist mir wichtig. Was fördert mein Leben, und das Leben anderer Menschen, und was zerstört es. Suche ich den Streit, die Aggression, oder suche ich die Liebe? Habe ich immer wieder ein JA für mein Leben, ein JA für meine Vergangenheit, ein JA für meine Zukunft.


viele liebe Grüße,

Frederick

28.05.2019 19:07 • x 4 #303


Lisa1962

Liebe Alle, Wut ist ja mein Thema momentan und die fehlende Impulskontrolle hat mir viel zerstört. ich möchte nur sagen, ich denke, dass Wut ein normales Gefühl ist, das man durch Selbstkontrolle in gute Energie verwandeln muss.das gelingt je schlechter, je weniger Kraft man hat, je schwächer man ist/sich fühlt. Es fehlt dann die Kraft, um langfristig aus der Wut heraus ins kluge Handeln zu kommen. Ich erlebe das so, weil ich mit denselben Auslösern früher gut umgehen konnte und heute nicht mehr, ich fühle mich aber eben auch total schwach. Also eine gute Selbstpflege wie Jedi sagt, ist wichtig. Wut direkt weitergeben zerstört immer Beziehung und unbearbeitet sie in sich belassen zerstört mich selbst. Wut muss umgewandelt werden, zuerst erfassen warum man wütig ist, dann überlegen, ob es überhaupt eine Veränderungsmöglichkeit gibt oder ob ich den Grund einfach akzeptieren muss. Akzeptieren ist nicht in sich hinein fressen sondern sachlich seine Handlungsmöglichkeiten einschätzen. Ich bin schwer am Üben. Liebe Grüsse Lisa

28.05.2019 23:15 • x 4 #304


Lisa1962

Also ich denke je mehr Selbstliebe man zu sich aufbauen kann, je weniger ist Wut ein Problem. sie wird dann zu dem, was sie ist: ein Zeiger auf eine Situation, die noch nicht richtig eingeordnet wurde in der Seele. Das meine ich, sie sollte nie den Ursprung einer Handlung sein. Darum versuche ich jetzt, gerade in den Auslösersituationen ganz gut für mich zu sorgen. Ganz gut finde ich den Satz, ich wünschte, es wäre anders. den darf man immer auch sagen, damit verletzt man niemanden und vielleicht berührt man das gegenüber in seiner Seele.wenn man Glück hat.

28.05.2019 23:24 • x 5 #305


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Alexandra2

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Liebe Lisa, das hast Du so schön beschrieben, Danke!

29.05.2019 07:49 • x 4 #306


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Machara

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Guten Morgen Zusammen

Ihr seit toll !

Bei den Beiträgen ist wieder soviel was ich für mich mitnehmen kann.

Liebe Grüße
Machara

29.05.2019 10:48 • x 4 #307


Frederick1

hallo liebe Machara,

ja, je freier ich mich fühlen darf in meinem Leben, unabhängiger, gelöster, um so mehr habe ich mich, meinen Wut, meinen Ärger, mein Selbstmitleid, meinen Neid, usw. im Griff.

Aber woran kann ich ab jetzt schon freier sein. Vielleicht wenn ich zu meinen Beziehungen offen, ehrlich und aufrichtig sage, worüber ich mich schon lange ärgere, was mich belastet, was mir weh tut. Letztendlich macht mich die Wahrheit über mich selbst und andere Menschen frei. Wenn ich die Wahrheit in Liebe sage, zu mir selbst und anderen Menschen. Es kostet mich viel mehr Kraft, immer alles verstecken zu müssen, mit meiner Maske durch die Welt zu laufen.

Das ich mir heute, jetzt schon das neue Hundehalsband kaufe, den so guten Kuchen beim Bäcker, schon heute mir selbst und einem anderen Menschen vergebe, das ich nicht kapituliere, aufgebe, sondern das ich immer freier sein möchte mit mir und meinem Leben.!

Besonders tief erfahre ich meine Freiheit, wenn ich ehrlich und aufrichtig mir die Zeit nehme, über mich und mein Leben nachzudenken. Das ich nicht mehr vor mir selbst und meinem Leben, meinem Wesen fliehe, davon renne, mich von tausend anderen Dingen immer wieder ablenken lasse.

Wie wirke ich denn auf mich selbst? Trauer kommt in mir auf, Schamgefühle, Unwilligkeit, dann auch Wut und Zorn, wenn ich mich immer wieder zu arg bemitleide. Obwohl ich es genau weiß, mein Selbstmitleid zieht mich eher runter.

Dann suche ich die Freiheit, meinen "freien Thomas." Einen wieder selbstbewussten Thomas, der wieder ganz aufrecht da steht, mich selbst liebevoll und glücklich anschaut. Einen wieder glücklichen und zufriedenen Thomas.

Ich lasse den freien Thomas auf den gehemmten unfreien Thomas zugehen. Der freie Thomas legt liebevoll seine Arme auf den gehemmten Thomas, weil er den von Herzen lieb hat und annehmen möchte.

So möchte ich mich mehr und mehr mit meiner Freiheit verbinden.

In mir, wie in jedem von uns Menschen, auch in dir, lebt ein ursprüngliches Bild von mir selbst. Es wartet darauf, das wir es leben, so wie wir sind. Unser Charakter, unser Wesen, unser Aussehen, unser Stil, unser Gefühl, meine ganz persönliche eigene Art, ohne mich laufend mit anderen Menschen vergleichen zu müssen.

Das ich so wie ich heute bin, meinem ganzen Leben, und auch meinen alten Verletzungen meines Lebens offen und ehrlich, ganz neu begegnen darf.Gerade die Verletzungen, die noch heute mein jetziges Leben ganz arg belasten wollen.

Aber auch den Dingen zu begegnen, was gut ist und war in meinem Leben, was beglückend ist und war, und da meine ich jetzt auch offen und ehrlich, euch und das so hilfreiche Forum hier.Weil das für mich wertvoll ist und bleibt.

Selbst wenn ich mein Leben schon oft hart, ungerecht für mich ist und war, muss ich nicht auf Dauer total unglücklich bleiben.


Denn unter meinen Verletzungen sind auch wieder freie Räume in mir und auch in dir, starke Symbole das wir auch ganz feste geliebt und angenommen sind. Das wir trotz allen Verletzungen und Schwerem in unserem Leben, immer wieder Hoffnung und Liebe, Selbstliebe für uns haben dürfen.

Wenn ich hier, jetzt und heute leben darf, meine Werte, meine Schätze, wieder leben darf, suchen und wieder finden darf, dann erfahren wir wieder Sinn für unser Leben.

Das ist meiner Meinung nach das Entscheidende für uns. nicht meine Gene, meine Erziehung, meine Umwelt, nicht die Zeit in der ich lebe soll entscheidend für mein Leben sein, sondern das ich trotz allem Unterschiedlichem, auch das was ich alles nicht verstehe, ein JA für mein Leben habe, an jedem neuen Morgen, an jedem neuen Tag, ein neues, ehrliches und aufrichtiges JA.

Und das wir wir uns weiterhin hier im Forum gegenseitig aufrichten, ein JA für unser miteinander haben, auch wenn wir unterschiedlich sind, nicht immer die gleiche Meinung haben, trotzdem immer wieder ein JA, JA du, Ja du und ich.


in guten Gedanken,

ganz viele liebe annehmende Grüße,

Frederick

29.05.2019 11:54 • x 3 #308


Lisa1962

Zitat von Frederick1:
Dann suche ich die Freiheit, meinen "freien Thomas." Einen wieder selbstbewussten Thomas, der wieder ganz aufrecht da steht, mich selbst liebevoll und glücklich anschaut. Einen wieder glücklichen und zufriedenen Thomas.

Ich lasse den freien Thomas auf den gehemmten unfreien Thomas zugehen. Der freie Thomas legt liebevoll seine Arme auf den gehemmten Thomas, weil er den von Herzen lieb hat und annehmen möchte.

Lieber Frederick
wie wunderschöne Worte! Besonders dass Du genau schreibst, wie Du bist, wenn es Dir gut geht und Du damit Dich tröstest, wenn es Dir schlecht geht! Ich muss mich auch einmal so von aussen anschauen und überlegen, was macht die glückliche Lisa stark damit sie die schwache Lisa trösten könnte! Danke! Lisa

29.05.2019 12:15 • x 2 #309


Frederick1

liebe Lisa,

ganz vielen herzlichen Dank für deine guten und lieben Worte. Was Worte allein alles ausmachen können.

Oft fehlt mir auch die Geduld für die richtigen Worte, den richtigen Ton. Oder einfach mehr Geduld zu richtigen Hören, zum bewussten Hören. Es ist ein Unterschied ob ich mir selbst bewusst höre, mit Liebe zu mir selbst, oder nicht.

Alle Natur, alle Pflanzen, der Friede, alles Wachsen, alles Gedeihen, alles Schöne auf unserer Erde bracht Zeit, Geduld, Liebe, Stille, braucht Vertrauen. Gerade für unser ganz persönliches Leben. Wenn ich mein Leben im Vertrauen, in der Liebe zu mir selbst führe, lebe, dann komme ich eher dort hin wo ich möchte. Lasse ich mich aber nur von meinen Trieben, meiner Umgebung führen, werden wir oft dahin geführt, wohin wir gar nicht wollen.

Wenn ich das Hauptsächliche für mich in meinem Leben suche, was mir persönlich am Wichtigsten ist, was meinem Leben Wert und Sinn gibt, dann werde ich das eher finden, wenn ich mich darauf konzentriere, mich nicht mehr so von den vielen anderen Dingen ablenken lasse.m

Deshalb darf ich mir selbst nicht ausweichen, sonst weiche ich auch von dem aus, meine Begabungen, das was ich besonders gut in meinem Leben kann. Und jeder Mensch ist begabt.

Mir wurde einmal in meinem Leben ganz arg wichtig, das ich nicht mehr zu viel erwarte, nicht so vieles mehr möchte. Einfacher leben, mich von den Dingen verabschieden, die ich nicht mehr so für mein Leben brauche, was mich mehr an meinem Leben hindert.

Einfacher leben, wieder mehr Zeit haben, für mich selbst, für andere, für meinen Hund, das Leben. Natürlich ist Geld verdienen wichtig in unserer Zeit, auch vorzusorgen, aber mich nicht mehr übersorgen, über zu vieles mir Sorgen machen.

Das hat mein Leben oft schwer gemacht. Je mehr ich mein Leben und mich selbst verlasse, um so mehr sorge ich mich.

Bei mir bleiben, mich selbst annehmen so wie ich bin, versuchen so zu leben, macht meiner Meinung auch weniger Sorgen.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

29.05.2019 15:54 • x 1 #310


Jedi

Jedi

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Hallo ihr Lieben !

Für Alle, die ihr euch hier mit dem Thema, Selbstliebe lernen- wie schafft man das, euch so intensiv damit auseinandersetzt !

Seit stolz auf Euch, denn niemand außer ihr selbst wisst,
wie viel Kraft, Tränen, Mut u. Vertrauen es Euch gekostet hat,
dort zu sein, wo ihr jetzt seid.

LG Jedi

04.06.2019 15:21 • x 3 #311


Frederick1

lieber Jedi,

ganz vielen herzlichen Dank für deine tolle Ermutigung, und das hilft mir jetzt auch echt. Für mich stellt sich gerade die Frage, wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe und einem übersteigerten Individualismus. Das ich mich zu sehr liebe, und andere Menschen vergesse. Das ich nur noch über mein eigenes Leben bestimmen möchte, und sonst gar nichts.

Aber ich sehne mich auch nach einer guten Beziehung in meiner Ehe, oder Beziehung mit Freunden.

Bin ich überhaupt noch beziehungsfähig? In meinem privaten Umfeld bekomme ich gerade viel mit, das Partnerschaften und Ehen zerbrechen. Auch Freundschaften, aber da gibt es ja keinen rechtsverbindlichen Rahmen. Eine Freundschaft kann ich einfach so aufkündigen.

Es gibt so viele Krisen in den Beziehungen heute, obwohl wir doch im Kommunikationszeitalter leben. Noch nie war es so einfach, mit so vielen Menschen, um die ganze Erde herum, in Beziehung zu kommen. Früher musstest du noch einen Brief schreiben, und bis die ankamen in fernen Ländern.(als ex Postbeamter weiß ich das noch.)

Heute schickst du ein e-mail usw.

Bei mir war meine Beziehungsunfähigkeit durch meine Ursprungsfamilie bedingt. Familie sollte eigentlich der Ort sein wo man lernt, wie man miteinander umgeht. Wo man voneinander weiß, sich unterstützt, Sorgen gemeinsam trägt, aber auch wie meine Krisen und Konflikte bewältige.

Beziehung mit mir selbst und anderen Menschen hat doch auch damit zu tun, das ich bei meinem Leben Abstriche mache, weil ich alles andere als perfekt bin, andere Menschen sind auch nicht perfekt.

Ich muss mich doch mit mir selbst und anderen Menschen arrangieren, Kompromisse machen, Rücksicht nehmen, auch einmal verzichten.

Wenn ich mich auf mich selbst oder einen anderen Menschen einlasse, dann muss ich doch auch etwas von mir her geben.auch wenn es ein Risiko ist, ich kann ja auch wieder enttäuscht werden.

Doch im tiefsten Herzen haben wir Menschen trotz aller Technik, Sehnsucht nach guten Beziehungen.

Also wenn ich mich akzeptiert fühle, geliebt und verstanden, beeinflusst das mein Leben wieder positiver.

Aber wie kommen wir in gute Beziehungen zu anderen Menschen, Freundschaften, und was mache ich bei Krisen und Schwierigkeiten?

Wie können wir in guter Weise miteinander reden, Missverständnisse erkennen und überwinden, das man sich nicht mehr so schnell trennt, aufgibt usw.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

07.06.2019 18:01 • x 2 #312


Jedi

Jedi

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Hallo Frederick !

Zitat von Frederick1:
Für mich stellt sich gerade die Frage, wo ist die Grenze zwischen Selbstliebe und einem übersteigerten Individualismus.

siehst du dich selbst darin gefährdet ?
ich glaube, dass Du nicht gefährdet bist u. Du bestimmt ein gutes Maß für dich da finden wirst.
Selbstliebe hat nichts mit absoluten Egoismus zu tun, wobei ein wenig Egoismus, den wir alle haben sollten, normal ist u.
nichts schlechtes.
Selbstliebe hat auch nichts mit einem gesunden Narzißmus zu tun u. wir alle sind einwenig Narzisstisch veranlagt.
deutlich zu unterscheiden von der krankhaften Narzisstischen Persönlichkeitsstörung, die benandlungsbedürftig ist.

Zitat von Frederick1:
Aber wie kommen wir in gute Beziehungen zu anderen Menschen, Freundschaften,

meine persönliche erfahrung, indem wir authetisch u. wahrhaftig bleiben !
ist aber auch kein garant dafür, weil da gibt es eben die anderen Personen.
Zitat von Frederick1:
was mache ich bei Krisen und Schwierigkeiten?

wenn möglich, dann das offene Gespräch suchen u. darauf vertrauen, dass der Andere sich da einlassen kann.
weißt du Frederick, manchmal kommt die Zeit, da müssen der alte Partner/ Partnerin, alte Freunde u. Bekannte aus unserem leben gehen, um Platz zu machen, für neue Begegnungen, für neue Menschen.
so meine persönliche Erfahrung nach meinem BO.
Ja es war traurig, dass, wo ich meinte eine guten freund zu haben, er sich nicht mehr gemeldet hat, auch so manche Kollegen u. bekannte aus meinem Umfeld.
Aber heute sind neue Menschen in mein Leben getreten u. haben die freien Plätze besetzt.
so ist unser Leben immer im Wandel u. wenn wir das annehmen können, dann schaffen wir es auch, mit uns selbst, unserem Leben eine zufriedenheit zu spüren.
Zitat von Frederick1:
Wie können wir in guter Weise miteinander reden

Kraftausdrücke vermeiden,
anschuldigungen führen meist dazu, dass solche gespräche aus dem ruder laufen,
auf kränkende u. persönlichkeits- verletzende worte zu verzichten,
sachlich bleiben u. nur etwas ansprechen u. behaupten, von dem man auch wirklich weiß.
vorwürfe , die in der vergangenheit liegen, alte Kamellen u. Geschichten wieder aufzuwärmen, führen zu nichts !
Zitat von Frederick1:
Missverständnisse erkennen und überwinden,

indem man nur darüber spricht, was aktuell u. wovon man wirklich weiß, also was der tatsächlichen Wahrheit entspricht.
ehrlichkeit, offenheit u. authentizität lässt Missverständnisse erst gar nicht so recht aufkommen u. schafft ein klima,
diese probleme, um die es geht zu überwinden.
Zitat von Frederick1:
das man sich nicht mehr so schnell trennt, aufgibt usw.

Nun, dass ist schwierig zu beantworten.
manchmal kann die erkenntnis dazu führen, dass sich zu trennen, der bessere weg ist.
manchmal , villt. auch mit hilfe eines vermittlers (Mediator od. Paar-therapeut), kann man erkennen, dass nur über die zeit etwas verschüttet wurde u. nun wieder freigelegt u. neu belebt werden könnte.
oft geben Menschen zu schnell auf !
ich habe bei Paaren oft die erfahrung gemacht, dass bereits schon ein neuer Partner da war.
dies vermindert deutlich die chancen, wieder einen weg zu finden, um wirklich sagen zu können, Neuanfang oder doch eher Trennung, aber auch auf einen Rosenkrieg u. weitere Kränkungen zu verzichten.

auch gibt es eine reihe an Menschen, die nie wirklich gelernt haben, mit Krisen richtig umzugehen u.
benutzen den Fluchtreflex, den sie oft schon als kind, jugentlicher, heranwachsender gelernt u. angewendet haben.
da ist das innere Kind von damals in dem Erwachsenen präsenter, als das Erwachsenen-Ich !
manche müssen erst lernen, wie man mit Krisen umgehen sollte.
Auch Gespräche zu führen, müssen manche zwar schon erwachsen, doch noch lernen.
Gewaltfreie Kommunikation n. M. Rosenberg kann hilfreich sein.

ich hoffe, dass dir meine persönlichen Antworten etwas behilflich sein konnten ?

LG Jedi

07.06.2019 20:14 • x 3 #313


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Rowi

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Lieber Frederick,

Egoismus ist denke ich ziemlich negativ behaftet und ich selbst würde sagen es ist wichtig Selbstfürsorge zu betreiben und Selbstverantwortung. Denn wenn ich das nicht mache get der Teufelkreis wieder los das ich mich jedemin irgendeiner Weise verpflichtet fühle nur um ein bisschen das Gefühl zu bekommen das ich nicht umsonst auf diesem Planeten bin.

Da spielt rein das ich schaue wie ich selbst lerne so zu kommunizieren, das es mich und höchstwarscheinlich auch mein Gegenüber nicht mehr so belastet.
Das ich für mich klar bekomme wo die Reise hin geht, ob ich um die Beziehung, Ehe, Freundschaft kämpfen will und was mir daran so wichtig ist.
Ich selbst übernehme nicht mehr die komplette Verantwortung das eine Freundschaft funktioniert, denn wenn jemandmein Freund sein will gehe ich davon aus, das die Person sich dann auch hin und wieder bei mir meldet oder mal einen Termin zum Treffen vorschlägt und nicht alles immervonmir initiiert wird. Ansonsten ist oder war da nichts anderes als eine zeitweise Wegbegleitung. In dem Fall, fange ich langsam damit an dem nicht mehr nachzutrauern sondern mich daran zu erfreuen welche schönen Momente und Erkenntnisse mir dieser gemeinsame Wegabschnitt gegeben hat und im Herzen, an der Weggabelung, eine gute weitere Reise zu wünschen.

Ja du hast recht, wenn du schreibst das wir in einem Kommunikationszeitalter leben, aberwerkommuniziert damit wem.
Eigentlich eher die Technik. Es werden große Anstrengungen betrieben damit der Kühlschrank selbst einkauft, der Rasenmäherkeine Igel bedroht und wir ständig überall voll vernetzt sind.
Ja das hat seine Vorteile,aber auch Nachteile. Denn wir vergessen wie Zweischenmenschliche Kommunikation wirklich abläuft. Da wird schnell noch eine Nachricht hingeschmissen, sich mega aufgeregt wenn der andere nicht sofort zurück antwortet weil man gleich mit der U-Bahn durch einen Tunnel fährt und dann kurz kein Netz mehr hat.
Telefonate werden via Freisprecheinrichtung eben schnellnoch während des Autofahrens getätig (Fürmich selbst z.B. ein absolutes No Go, entweder ich fahre oder ich telefoniere), und sich dann gewundert wenn die Hälfte irgendwie auf der Strecke bleibt.
Nachrichten werden so kurz wie möglich verfasst, Gefühle außenvor gelassen oder durch frei interpretierbare Smilies ersetzt.
Wo ist da wirklich Kommunikation, die nicht zu Missverständnissen und Frust führt.

Zitat:
Beziehung mit mir selbst und anderen Menschen hat doch auch damit zu tun, das ich bei meinem Leben Abstriche mache, weil ich alles andere als perfekt bin, andere Menschen sind auch nicht perfekt.

Ich muss mich doch mit mir selbst und anderen Menschen arrangieren, Kompromisse machen, Rücksicht nehmen, auch einmal verzichten.


Kompromisse einzugehen, wenn es allen beteiligten nützt ist auf jeden Fall erstrebenswert. Ich selbst habe auf die harte Schule lernen dürfen, das Kompromisse, die nur einer Seite Vorteile verschaffen (und wenn es nur ein gutes Gefühl oder Gewissen ist), das schlimmste sind was ich machen kann.
Und ja Verzicht gehört auch mal mit dazu, es darf abernicht zur Gewohnheit werden. Bei mir wurde in allen Bereichen nur noch davon ausgegangen, das ichmich schon anpasse, nachgebe, den Frieden durch verzicht auf meiner Seite wahre und das macht krank. Und zulernen wie es mit den Kompromissen in einem guten und gesunden Maß funktioniert ist teilweise sehr steinig, weil das eigene Gewissen gan laut ruft: "Das kannst du doch jetzt nicht bringen."

LG
Rowi

08.06.2019 08:18 • x 6 #314


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Resi

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Ich verstehe etwas nicht.

Wenn ich jemanden nicht in meiner Nähe haben will, weil er/sie mir meiner Meinung nach nicht gut tut.ist das dann Selbstfürsorge oder Abwehr aus mangelnder Selbstliebe?

Wenn meine Gegenüber manipuliert muß ich dann wirklich spiegeln und die Ursache bei mir suchen?

Wenn jemand Vorlieben hat, die für mich unakzeptabel sind, muß ich dann flexibler werden oder darf ich nicht so sein, wie ich bin, die weiß, was gut für sie ist?
Gibt es nicht Menschen, die einem einfach unsympathisch sein können, die man nicht "riechen" kann, ohne daß das etwas mit mangelnder Selbstliebe zu tun hat?
Ich meine, wir sind doch alle keine unbeschriebenen Blätter, wir haben alle unsere Geschichten, unsere Erfahrungen, unsere Persönlichkeiten.

08.06.2019 11:11 • x 3 #315


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ZeroOne

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Hi Resi!

Zitat von Resi:
Ich verstehe etwas nicht.
Wenn ich jemanden nicht in meiner Nähe haben will, weil er/sie mir meiner Meinung nach nicht gut tut.ist das dann Selbstfürsorge oder Abwehr aus mangelnder Selbstliebe?


Nach meiner Meinung auf jeden Fall gute, achtsame Selbstfürsorge. Der Sprung zu mangelnder Selbstliebe hier ist für meinen Horizont etwas zu weit. Das würde ich ggf. sehen, wenn man jemanden abwehrt, um sich dadurch selbst zu bestrafen (z.B. wegen mangelnder Selbstliebe), aber das würde ja nur funktionieren, wenn derjenige einem gut tut (aber in diesem Fall geht es ja ums Gegenteil).

Zitat von Resi:
Wenn meine Gegenüber manipuliert muß ich dann wirklich spiegeln und die Ursache bei mir suchen?


Nö. Sehe ich jetzt absolut nicht so, auch wenn ich mit der Meinung vielleicht alleine bin. Man sollte sich nicht jeden Schuh anziehen ("gesundes" Reflektieren ist für mich natürlich okay).

Zitat von Resi:
Wenn jemand Vorlieben hat, die für mich unakzeptabel sind, muß ich dann flexibler werden oder darf ich nicht so sein, wie ich bin, die weiß, was gut für sie ist?


Wenn jemand definitiv weiß, was für ihn gut ist und was er will, dann ist das Problem eigentlich schon gelöst. Klar, Ausnahmen wirdßs immer gegeben (z.B. muss man einen "unakzeptablen" Chef oder Kollegen ertragen, wenn man aktuell keine Alternativen auftun kann).

Zitat von Resi:
Gibt es nicht Menschen, die einem einfach unsympathisch sein können, die man nicht "riechen" kann, ohne daß das etwas mit mangelnder Selbstliebe zu tun hat?


Das wäre die höchste Kunst der Achtsamkeit, dass man es schafft, einen anderen Menschen rein objektiv mit seinen "individuellen Charaktereigenschaften" zwar wahrzunehmen, aber nicht zu bewerten. Aber wer erreicht schon diesen Level und ist er so erstrebenswert? Nicht ist nicht immer mangelnde Selbstliebe der Grund, warum wir andere negativ bewerten (sonst wäre der Planet durchgehend von Extrem-Narzissten bevölkert - aber vielleicht ist es ja so?).

Zitat von Resi:
Ich meine, wir sind doch alle keine unbeschriebenen Blätter, wir haben alle unsere Geschichten, unsere Erfahrungen, unsere Persönlichkeiten.


Und genau das macht uns Menschen doch so interessant - ich möchte gar keine anderen kennenlernen!

LG
ZeroOne

08.06.2019 12:12 • x 5 #316


Frederick1

lieber Jedi,

vielen herzlichen Dank für deine Antwort, auch die anderen Antworten. Ja ich möchte wieder selbst mehr Beziehung leben, bin aber immer mehr erschrocken, wie viele Beziehungen in meinem privaten Umfeld hier zerbrechen.

Entscheidend für mich ist, das ich mich wieder neu auf das "Lernfeld Beziehung" einlasse, trotz mancher Enttäuschung. Mir ist aber schon klar, das ich nicht alles auf meine Lebensumstände schieben darf. Es liegt auch so viel an mir selbst, wieder in gute Beziehungen zu kommen. Und ich kann und darf auch nicht erwarten, das Menschen so einfach auf mich zukommen, nein ich muss auch wieder selbst die Initiative ergreifen.

Und ich muss heute nicht mehr so negativ mehr über mich selbst denken. Denn wie alle bin auch ich wertvoll, liebenswert, und es gibt bestimmt auch wieder Menschen die mich mögen, und mich nicht nur ausnutzen wollen. So darf ich der Ehrlichkeit über mich selbst nicht ausweichen, ich darf mich wieder im Spiegel anschauen, "ich bin wertvoll."

Auch wenn immer wieder Gedanken auftauchen wollen, "mich mag sowieso niemand, niemand braucht mich usw.

Und oft steht hinter diesen Ängsten die Angst, die Initiative zu ergreifen, und doch abgelehnt zu werden. Aber um das Risiko der Ablehnung kommt kein Mensch herum, weil es doch wieder auch normal ist, zu unserem Leben dazu gehört.

Ich kann nicht davon ausgehen, das wenn ich mit bestimmten Menschen eine Beziehung haben möchte, die das ebenfalls wollen. Ich muss damit rechnen, das bei anderen da kein Interesse besteht. Meistens wird das nicht immer so deutlich gesagt, man sagt dir, "ich habe keine Zeit" oder ähnliches. Doch die Botschaft ist die gleiche. Oft ist es besser da an der Wahrheit zu bleiben, weil nur die Wahrheit uns letztendlich frei macht, auch wenn es mal kurz weh tut. Aber auf Dauer gesehen.

Auch ich habe mich da in meinem Leben schon oft getäuscht, wurde enttäuscht.

Nur wenn ich mich auf Beziehungen einlassen möchte, so muss ich da auch eine Entscheidung für mich treffen.

Will ich das Risiko wieder enttäuscht zu werden eingehen, oder nicht.Ich ergreife die Chance, mit einem Menschen eine Beziehung anzuknüpfen. Gehe ich das Risiko nicht ein, bleibe ich schlimmstenfalls allein.es ist aber meine Entscheidung, meine Wahl.

Natürlich kann ich es ein wenig lernen, mein Risiko etwas kleiner zu machen, wenn ich ein Gespür dafür entwickle, ob die "Chemie zwischen mir und einem anderen Menschen stimmt, wir einen Draht zueinander haben." Es fällt mir schwer zu beschreiben, was eine "gemeinsame Chemie ist." Aber es gibt sie, und wo sie fehlt, da wird die Beziehung eher distanziert bleiben. Bei meiner lieben Frau war die gemeinsame "Chemie" sehr schnell da. Manchmal dauert es auch etwas länger. Ich muss aber schon etwas sensibel sein, um das irgendwie erspüren zu können.

Nein, Beziehungen, Freundschaften usw. haben nicht nur immer etwas mit Gefühl zu tun, sondern auch mit unserem Verstand, unserem Wissen, unseren Lebenserfahrungen usw.

Doch irgendwie muss ich mich auch outen. Ich muss, darf zu meinem Wunsch nach Beziehungen JA sagen. Auch wenn Ablehnung immer wieder weh tut, Schmerzen mir macht. Aber auch ich versuche meine Schmerzen zu vermeiden, und wir haben Angst, unsere Wünsche nach Beziehungen zu öffnen, zu vertiefen. Fassen wir aber immer wieder Mut für diesen Schritt, dann sind Wege offen, für wichtige und gute Beziehungen in unserem Leben.


viele liebe Grüße,

Frederick

09.06.2019 20:23 • x 5 #317


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Rowi

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Lieber Frederick,
ich habe deinen Beitrag mehrfach gelesen und hatte jedes mal das Gefühl als würdest du dich zu etwas zwingen "müssen" oder dir etwas verbieten.

Für mich habe ich versucht deine Kernaussagen aus deinem Beitrag etwas umzuformulieren.
Ich wollte dich auf diesem Weg einfach mit daran teilhaben lassen und vielleicht ist es fürdich noch ein anderer Blickwinkel der sich damit auftut.
Ich werde die Aussagen in Aufzählung und in Ich-Form schreiben, da es ja darum ging das ich mit dem Artikel besser arbeiten konnte.

- Ich möchte wieder selbst die Initiative ergreifen auf andere zu zugehen und freue mich über eine freundliche Reaktion.

- Ich will gut über mich denken, dennich bin wertwoll, liebenswert und es Wert, dass andere mich mögen.

- Ich möchte selbst entscheiden mit wem ich eine Beziehung/Freundschaft eingehen möchte.

- Ich achte mehr auf die zwischenmenschlichen Signale, für eine gut funktionierende Beziehung/Freundschaft.

- Ichmöchte mir Freunde suchen, die sowohl meinem Intellekt als auch meinen Interessen entsprechen und freue mich darauf, mich mit Ihnen austauschen zu können und fröhliche Zeiten zu verbringen.

- Ich möchte zu meinem Wunsch nach Beziehung stehen, denn ich bin mutig und traue mich weitere Schritte zu gehen.

In dieser Form kann ich damit arbeiten, da es jetzt um Ziele handelt die ich auch gerne erreichen möchte.

LG
Rowi

11.06.2019 10:26 • x 7 #318


Frederick1

lieber Rowi,

nein ich möchte jetzt keine Freundschaften erzwingen. Ich möchte mich aber neu auf den Weg machen. Und jeder Mensch darf da seinen ganz eigenen Weg finden ! Es gibt Menschen, die finden sehr schnell Kontakte, Beziehungen. Dann gibt es wieder andere Menschen, die suchen schon sehr lange, und tun sich schwer, gute Beziehungen für sich zu finden.

Hier im Forum oder auch in meinem Umfeld höre ich immer die Worte, "ich fühle mich so allein."

Und das interessiert mich sehr. Weil ich selbst auf der Suche nach Beziehungen bin, und wieso wir Menschen oft so schwer damit tun. Bei der Beziehung zu meiner lieben Frau ging es sehr schnell. Wir haben uns kennen und lieben gelernt, und innerhalb eines Jahres geheiratet.

Vielleicht ist aber Kontaktfähigkeit eine Begabung, die jemand von Natur aus mitbringt, oder auch nicht. Persönlich halte ich es trotzdem nicht für ein unausweichliches Schicksal, wenn ein Mensch einsam ist, eher nicht so kontaktfähig.

Denn Kontaktfähigkeit kannst du erlernen meine ich, mindestens bis zu einem gewissen Grad. Durch meine Arbeit bei der Post AG im Kundenbereich, musste ich das für mich auch sehr mühsam lernen.

Entscheidend finde ich, ob ich mich auf den Weg mache, meine inneren Hürden , die mich davon abhalten, auf andere Menschen zu zu gehen, zu überwinden, überspringen. Ob ich bereit bin, mich da auf einen ganz neuen Lernprozess einzulassen, oder nicht.

Natürlich darf ich jetzt nicht erwarten, mich so verkrampfen, das wenn ich mich schwer tue mit Beziehungen, sofort zum Mittelpunkt jeder Party werde, das ich es sofort drauf habe, voll cool bin.

Aber doch zu einigen wenigen Menschen wieder Kontakte knüpfen, freundschaftliche Beziehungen aufbauen, das können wir lernen, wenn ich den Willen dafür habe.

Und ich meine, es liegt nicht nur an meinen Lebensumständen, wie viele Beziehungen ich habe, oder eben gerade nicht habe. Alles beginnt mit der Sehnsucht, einem Traum. Doch aus diesem Samenkorn Sehnsucht kann einmal wieder ein starker Baum wachsen. Doch solange ich alles auf meine Umstände schiebe, als Mensch mit Depression hast du sowieso keine Chance auf Beziehungen.

Doch ich kann und darf da auch etwas tun. Ich muss auch einmal die Initiative ergreifen.

Aus guten Bekannten können manchmal auch Freunde werden. Und ich darf mich fragen, wo ist jemand, mit dem ich gerne in Kontakt kommen würde? Die Sympathie darf hier nicht nur, sondern sie soll sogar eine Rolle spielen.

Ein guter Draht wird nur zu einem Menschen entstehen, der oder die mir sympatisch ist. Es kann aber auch sein, ein Mensch ist mir zunächst unsympatisch, doch bei näherem Kennenlernen durchaus sympatisch werden.

Aber irgendwann muss ich mich auch einmal "outen." Und hier liegt das Risiko. Wenn ich mich nach meinem Wunsch für eine Beziehung zu erkennen gebe. Denn Ablehnung tut weh, verursacht Schmerzen, und die versuche ich zu vermeiden.

Fasse ich aber den Mut, es ehrlich und offen auszusprechen, dann ist der Weg offen, das aus einer Bekanntschaft eine Freundschaft werden kann.

Und das wünsche ich uns allen hier, das wir gute Freunde/Freundinnen finden dürfen. Und das wir selbst eine gute Freundin, ein guter Freund werden können. Indem wir versuchen freundlich zu reden, denn da steckt das Wort Freund ja schon mit drin. Das ich gütig und freundlich mit mir selbst leben und umgehen kann, und das auch mit Freundin/Freund.


viele liebe Grüße,

Frederick

11.06.2019 16:57 • x 4 #319


Jedi

Jedi

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Hallo Zusammen

Du bist da u. allein dadurch bist du schon Liebesnswert !
das ist schon für manchen nicht so einfach es zu glauben.
aber so bin ich überzeugt, dass es die Grunderfahrung der Liebe ist !

bei einem Neugeborenen gehen wir als Erwachsene gerne in Resonanz u. das Neugeborene empfindet Gefühle der Fürsorge, der Freude, der Zuneigung u. Liebe.
beginnt die zeit der erziehung, tun dies Eltern mit ihren Vorstellungen, Erwartungen u. Vorerfahrungen.
dabei nimmt ihre eigene Prägung einen gewichtige Faktor ein.

Eltern haben den Wunsch, dass ihre kinder mal lebenstüchtige Erwachsene Menschen werden, denen es gut gehen soll, sie sollen ihre ziele erreichen, sollen vor Krisen, Krankheit u. Unheil geschützt sein.
dabe entstehen Erziehungsprozesse, die beeinflusst werden von dem, was die Eltern nun selbst erleben u. erlebt haben.
nur 1. bspl., wenn ein kind in jungen jahren erfahrungen des verlassenwerdens gemacht hat, ist es durchaus wahrscheinlich, dass es im Erwachsenen Alter mit allen mittel versuchen wird, verlassen zu werden zu verhindern, um den Verlassenheits-Schmerz nicht fühlen zu müssen.
eine ganze reihe von menschen bilden, im laufe ihres lebens, um sich herum eine sogenannte panzerschicht.
und villt. kennen es auch einige von euch hier, je mehr Angst da ist, umso dicker der Panzer.
schnell neigt man dazu, sich mit seinem Panzer zu identifizieren.
dazu gehören die Abwehrmechanismen, die man sich angeeignet hat, aber auch wird daran gearbeitet, gesellschaftlich an prestige zu gewinnen oder man versucht über soziale Rollen, die wir einnehmen, unseren Panzer weiter aufzurüsten.
blöderweise ist es so, umso dicker unser Panzer, umso größer unsere Sehnsucht nach Liebe !
eben das fühlen geliebt zu sein oder geliebt zu werden.

aber andere menschen schaffen es oft nicht, an unseren wahren kern heranzukommen.
aber nur dort können wir Liebe annehmen u. spüren.
auf einem Waldspaziergang habe ich einen alten Baumstamm gesehen u. habe mir vorgestellt, in der mitte des Baumstammes ist unser wahrer Kern, da wo Liebe spürbar werden kann.
die Jahresringe sind ein symbol unseres Panzers , den wir uns nach u. nach zu legen u. je nach erfahrung, immer weiter verstärken.

in der psychotherapeutischen begleitung, können wir lernen, uns von den Schichten unseres Pnzers zu befreien, bzw. ihn abzulegen.
stellt euch dabei eine Zwiebel vor, wo man Schicht für schicht sie häutet.
oft wurde unnötigerweise unser Panzer weiter verstärkt, weil die wahren ursachen u. hintergründe, noch nicht oder noch nicht ausreichend bearbeitet wurden.
dazu gehört für mich an oberste stelle , die Angst !
ich denke u. so sind meine persönlichen erfahrungen, kann eine heilung passieren, wenn wir uns den Ängsten stellen u. durch die Angst u. den Schmerz hindurchgegen.
am besten natürlich mit einer professionellen unterstützung !
die Aufgabe des Pofis wird sein, den Klienten wieder in seine Mitte zu führen, zu seinem eigentlichen Kern.
so können wir von Meditation u. Medizin, dass lateinische wort, Medium ableiten, was so viel eben heißt, Mitte oder Mittelpunkt.

schaffen wir es, unseren Panzer nach u. nach weiter zu verdünnen, dann kommen wir unserem innersten Kern immer näher.
manche bezeichnen es gar, als unseren Liebes-Kern.
je näher wir diesem inneren Kern wieder kommen, umso Liebesfähiger, Liebenswürdiger werden wir u. wir können es schaffen,
uns selbst wieder mit Liebe zu versorgen, uns selbst wieder zu umsorgen.
aber, so können wir eher auch Liebe von Außen wieder im vertrauen auf unser Gefühl der stimmigkeit annehmen.

Selbstliebe lernen, beinhaltet so viele grundlegende Aspekte u. Hintergründe, warum es uns mal gut gelingen kann oder wo die unterschiedlichste störfaktoren, uns immer wieder daran hindern, uns mit der nötigen empathie u. mitgefühl zu begegnen.

"Fehlt die Liebe zu uns Selbst, suchen wir die Liebe im Außen,
ber Anderen, in der Anerkennung, durch Erfolg, Macht u. Geld".
Nun kann jeder Selbst einmal für sich überlegen, "was fehlt Dir am meisten" ?

LG Jedi

12.06.2019 13:10 • x 2 #320


Jedi

Jedi

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Hallo

die Selbstliebe zu dir einmal entdecken, wenn du mit dir ganz Allein bist.
fragt mal in euer umfeld, ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir Menschen gesagt haben, "das habe ich noch nie gmacht, mal ein Wochenende mit mir Allein zu verbringen, könnt ich nicht u. wollte ich auch nicht".
oft verbirgt sich da eine Angst, die Angst vor der Leere, Angst , nichts mit sich anfangen zu können, Angst, da könnte etwas in mir hochkommen, dass ich bisher immer gut unterdrücken konnte.
villt. auch eine Art zu Denken, dass alles Sinnlos ist ?

Selbstliebe fängt dann an, wenn ich akzeptiere, was schon da ist !
das kann sein, der partner/in hat sich getrennt,
der Job wurde mir gekündigt,
die Waschmaschine ist ausgelaufen,
ich bin in einen Stau auf der Autobahn geraten u. habe doch einen wichtigen Termin,
ich habe eine medizinisch schlechte nachricht erhalten, uvm. !
dann geraten wir oft in die Lebenskrise, stellen vieles in unserem Leben infrage, besonders uns Selbst !
diese Krise führt zum gefühl der Leere u. Sinnlosikeit u. damit ist der Weg in die Depression schon geebnet.
wenn wir mal allein ein Wochenende mit uns verbringen u. du gehst mal so 3-4 h durch den Wald oder durch die schönen Weinfelder der Pfalz, dann horch mal was es bei dir auslöst, villt.,
Einsamkeit,
Verzweiflung,
Trauer,
Ohnmacht,
Schmerz ?
Villt. meldet sich da auch das kleine Mädchen u. der kleine Junge in dir ?
und schau, wie du mit dieser situation umgehst ?

mir wurde berichtet, dass sie dem Fluchtreflex gefolgt sind, haben die koffer gepackt u. sind ausgecheckt.

Selbstliebe beginnt mit der Annahme was schon da ist u. in unserem Ärger, unsere Wut, da meldet sich das kleine kind in uns.
das kleine kind ins uns betrachte ich als eine Metapher, aber wir können ihm begegnen, es beruhigen u. werden dabei feststellen können, dass wir selbst ruhiger werden.
dies ist, so denke ich persönlich darüber, eine sinnvolle form, mit unseren inneren gefühlen, wie Ärger, Wut u. Angst umzugehen, wenn uns Dinge passieren, die dann plötzlich schon da sind, der Partner/in ist weg, die kündigung vom Chef liegt auf dem Tisch, usw.
Gefühle die sich bei uns melden, dürfen da sein, wollen angenommen werden u. dann können wir uns beruhigen, dürfen uns wertschätzen, (anstatt uns zu verurteilen, Andere zu verurteilen, ihnen die pest am hals wünsche, usw.) u. unsere verantwortung für unser weiteres Leben übernehmen.

Wir dürfen, nein , wir sollten uns auch in unseren Krisen lieben !
Wird nur zu oft vergessen, weil wir Gefühlen einen Raum in uns überlassen, der für unsere Seele nicht gesund ist u. wir uns nicht wundern müssen, wenn sich körperliche beschwerden sich dann häufen.

LG Jedi

12.06.2019 15:04 • x 3 #321


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Machara

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Oh ich liebe es Allein unterwegs zu sein.
Ich fahre allein in Urlaub und mache das sehr gern.

Nur ich. Ich habe dann nur die Verantwortung für mich
brauche mich mit niemandem absprechen.
Keine Rücksicht nehmen.

Einmal habe ich eine Woche auf einem Bootshaus in Brandenburg an einem großen See zugebracht.
Ohne fließend Wasser und Strom.
Weit und breit war da sonst niemand.
Tagsüber bin ich im See schwimmen gewesen so ohne alles
und abends habe ich Feuer gemacht.
Einmal am Tag kam der Vermieter vorbei und sah nach dem Rechten.
Das war herrlich.

Könnte ich jeder Zeit wieder machen.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf meinen Urlaub im Juli.
Berge abseits vom Touristenrummel

Würde jetzt auch in den Tread Wohlfühlorte passen.

12.06.2019 15:33 • x 5 #322


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Rowi

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Ich denke mit sich selbst klar zu kommen, hat auch viel mit selbstliebe zu tun.
Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, würde ich auch versuchen so wenig Zeit wie möglich mit mir selbst zu verbringen.
Das mal so zu betrachten hat mir gezeigt, das ich mich ja gar nicht soooooo schlimm finde wie ich immer gedacht habe.
Denn Zeit mit mir zu verbringen ist für mich etwas wunderbares.

Und seit dem ich diesen AHA-Effekt hatte als der Groschen in meinem Hirn gefallen ist und ich endlich glasklar hatte. Mensch Rowi du willst für dich ganz alleine besser lernen mit deiner Krankheit umzugehen und für dich selbst einen Weg finden, dass du evtl. irgendwann mal Symptomfrei durch dein Leben gehen kannst.
Ich mache es nicht für meinen Partner, nicht für meine Arbeit und auch nicht für meine Familie, sondern nur für mich. Die anderen kommen wenn das funktioniert halt einfach nur in den Genuss der Positiven Seiten meines Genesungsweges.

13.06.2019 10:16 • x 6 #323


Jedi

Jedi

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Hallo

Zitat von Rowi:
Ich denke mit sich selbst klar zu kommen, hat auch viel mit selbstliebe zu tun.

unbedingt Rowi, denn wer sich selbst nicht leiden kann, wird in sich selbst immer unruhe u. unfrieden spüren.
Zitat von Rowi:
Wenn ich mich selbst nicht leiden kann, würde ich auch versuchen so wenig Zeit wie möglich mit mir selbst zu verbringen.

ein sehr kluger satz !
wen ich nicht leiden kann, mit dem verbringe ich ja auch nicht meine Zeit.
Zitat von Rowi:
Das mal so zu betrachten

Genau, es so einmal zu betrachten, kann dazu führen, ,
Zitat von Rowi:
ich mich ja gar nicht soooooo schlimm finde wie ich immer gedacht habe.

deshalb ist für eine ganze reihe von Menschen ihr Leben , eher eine last, anstatt Lust.
wenn ich mich immer selbst verurteile, mein schärfster kritiker bin u. das kennen doch viele hier im Forum,
dann macht es kein Spaß dieses leben mit mir Selbst zu ertragen u. auszuhalten.
dazu dienen auch der Austausch in den unterschiedlichsten Threads, einmal seinen Blickwinkel zu verändern.
Zitat von Rowi:
Denn Zeit mit mir zu verbringen ist für mich etwas wunderbares.

das ist Super !
doch ich kenne einige Menschen u. die sind nicht depressiv erkrankt, die meiden das Alleinsein mit sich Selbst, wie der Teufel, dass Weihwasser.
sie mögen nicht, diese Gedanken u. Gefühle wahrzunehmen u. verdrängen so lange, bis sich das Verdrängte sich einen Weg ins Bewusstsein sucht.
Zitat von Rowi:
Ich mache es nicht für meinen Partner, nicht für meine Arbeit und auch nicht für meine Familie, sondern nur für mich.

das ist in einer Therapie der Motor zum Erfolg.
Mein TP hat mich oft gefragt, wenn ich mal unzufrieden mit mir war oder ich auch mal einen Rückschlag hinnehmen musste,
für wen kommst Du Jedi hier her ?
Für wen machst du deine Übungen ?
Für wen, bist Du Jedi überhaupt hier bei mir in Therapie ?
Die Antwort liegt auf der Hand, Für Mich !
Zitat von Rowi:
Die anderen kommen wenn das funktioniert halt einfach nur in den Genuss der Positiven Seiten meines Genesungsweges.

da hast Du Rowi eine ganz tolle einstellung Respekt !

ein schöner Beitrag Rowi u. zeigt sehr schön auf, wie einfach es auch sein kann, so einen zugang zur Selbstliebe finden zu können.

LG Jedi

13.06.2019 19:37 • x 4 #324


Frederick1

hallo lieber Jedi,

ja sich selbst annehmen, mit allem was ist und war und noch kommen wird. Mich selbst und mit meinem ganzen Leben zu versöhnen, trotz allem. Das ist kein einmaliges Geschehen, bei dem alle meine Konflikte und Probleme gelöst werden, und dann ein tiefer Friede mit mir selbst und anderen Menschen da ist.

Den meine Versöhnung reicht über eine Suche nach einer Lösung, das Bedenken der Vorschläge, und die Verständigung zum Frieden weit hinaus. Es gibt keinen Augenblick in meinem und in deinem Leben, wo nicht die Notwendigkeit zur Versöhnung besteht.

Wenn ich auf mich selbst schaue, einen Blick wage, auf die so vielen feindseliger Gefühle in meinem Herzen, in meinen Gedanken, in meinem Sinn.du dann entdecke ich oft so viele kleine, aber auch große Kriege, in die ich verwickelt bin.

Unsere Gegner, und unsere Feinde können viele sein. Ein Elternteil, ein Kind, ein böser Nachbar, Menschen mit anderen Lebensgewohnheiten, Leute die nicht so denken, sprechen, handeln so wie ich.

Und genau an dieser Stelle habe ich, wir alle Versöhnung nötig. Neid, Streit, Hass usw.zieht mich immer wieder runter, hat mit Liebe zu mir selbst nichts zu tun. Versöhnung mit mir und meinem ganzen Leben, baut mich wieder auf, zieht mich wieder hoch, ich kann mich wieder freuen, mehr lachen, werde ruhiger und gelassener, die ganze Last, das ganze Gewicht des immer wieder nach tragen fällt weg.

Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich, und die, die mich verletzt haben, müssen auch damit umgehen können. Und auch ich, der verletzt wurde.

Doch es fällt uns schwer, alte Wunden heilen zu lassen. Oder ich denke, sage, "was mir, anderen Menschen angetan hast, das werde ich nie vergessen. Eines Tages wirst du dafür büßen müssen. Unsere Erinnerung reicht oft viele Jahre zurück, und verlangt Vergeltung.

Aber das baut eine sehr große Mauer auf, und die scheint unüberwindlich.

Obwohl kein Mensch perfekt ist, wir alle unsere Fehler haben, und ich mache auch immer wieder Fehler in meinem Leben.

Nur, wenn ich mich mit aus Liebe zu mir selbst versöhnen darf, dann auch wieder mit anderen Menschen. Und ich muss mit denen auch nicht jeden Tag eine Tasse Cafe trinken. Aber mir geht es nach der Versöhnung wieder besser. Also, versöhne ich mich aus Liebe zu mir selbst.

In meinem Bekanntenkreis ist gerade viel Krach, Unversöhnlichkeit. Da versuche ich immer wieder auf die Versöhnung hinzuweisen.

Wir Menschen verwenden viel Kraft, Zeit, Energie und Geld, damit wir uns abgrenzen können gegen andere Menschen, führen Kriege ohne Ende., jeder muss seine Kraft, seine Cool sein, seine Intelligenz, sein Wissen, seine Schlauheit immer wieder beweisen.

Würden wir diese ganze Energie in die Versöhnung stecken, oh dann sähe manches viel besser aus.


Deshalb hier auch mein Aufruf, versuchen wir es, so gut wir es können, uns mit uns und unserem ganzen Leben zu versöhnen. Und wenn es sein kann, auch mit anderen Menschen.Es könnte uns ganz vieles ersparen.


viele liebe Grüße an dich und uns alle hier,

Frederick

14.06.2019 15:42 • x 3 #325


Jedi

Jedi

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Hallo




Die Gößte Liebe, ist die Selbstliebe

LG Jedi

29.06.2019 20:12 • x 3 #326


Frederick1

lieber jedi,

oh ganz vielen herzlichen Dank für diesen großartigen Text. Möge diese Liebe zu uns selbst immer tiefer in uns wachsen,

aufblühen und gute Früchte bringen. Doch das tägliche immer wieder Einüben, falsche Wurzeln weg werfen, weg schneiden,

usw.gehört auch dazu.








DIE ALLERGRÖSSTE LIEBE

Ich glaube daran,
Dass die Kinder unsere Zukunft sind,
Unterrichtet sie gut
Und laßt sie den Weg anführen
Zeigt ihnen all die Schönheit, die sie in sich besitzen
Gebt ihnen einen Sinn für Stolz
Um es für sie einfacher zu machen
Und lasst das Lachen der Kinder uns daran erinnern,
Wie wir einst waren

Jeder sucht nach einem Held,
Die Menschen brauchen jemandem, zu dem sie aufsehen
Ich fand nie jemanden, der meinen Ansprüchen genügte
Es ist ein ganz schön einsames Leben,
was ich selber lerne, hängt von mir ab.


Ich habe schon lange beschlossen,
Niemals im Schatten von irgendjemand anderen zu gehen,
Ob ich nun versage oder gewinne,
Zumindest habe ich gelebt, was ich glaube.
Was auch immer sie mir nehmen,
Sie können mir meine Würde nicht wegnehmen

Denn mir wird gerade die allergrößte Liebe zuteil,
Ich fand die allergrößte Liebe in mir
Die allergrößte Liebe ist leicht zu erreichen:
Sich selbst lieben zu lernen ist die allergrößte Liebe!

Ich glaube, dass die Kinder.

Ich habe schon vor langer Zeit.

Denn die allergrößte Liebe.

Und wenn doch zufällig jener spezielle Ort, von dem du geträumt hast,
Dich zu einem einsamen Ort führt,
Dann finde deine Stärke in der Liebe.

29.06.2019 20:59 • x 2 #327


Jedi

Jedi

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Lernt Alle mehr "Nein" zu sagen u. Grenzen zu ziehen, ohne Euch dabei schudig zu fühlen.
Denn es ist der gesunde Ausdruck Eurer Selbstliebe !

LG Jedi

29.06.2019 22:11 • x 5 #328


Frederick1

lieber Jedi,

ich denke jetzt an die deutsche Kapitänin in Italien, die auch NEIN gesagt hat, weil sie sich wertschätzt, aber auch die Flüchtlinge in dem Schiff wertgeschätzt hat. Auch die haben ein Recht zu leben.

Für mich ist mein Leben auch mit meiner Depression wertschätzend, andere haben vielleicht Häme. lehnen mich in meiner Depression ab. Mein Selbstverständnis über mich und mein Leben darf sich verändern. Weg von zuviel Enge und Ängstlichkeit, von meinem engen Tunnelblick, von meinem depressiven immer mehr klagen und Seufzen., über dieses so schlechte Leben hier, mein eigenes Leben.

Hin wieder zu mehr Lebensfreude, Offenheit für meine Welt, meine Umwelt.

Deshalb brauchen wir in unserer Gesellschaft wieder mehr Wertschätzung, Annahme und Liebe.

Spontane Helfer in unserem Leben, wie Engel vom Himmel. Es fällt mir auch nicht immer so leicht auf Hilfe angewiesen zu sein. Doch durch meine Depression durfte ich es mehr und mehr lernen, wie wichtig Hilfe von anderen Menschen ist.

Weil diese Helfer eine Menschenfreundlichkeit ausstrahlen, ohne die unsere Gesellschaft, unser Land auf Dauer menschlich verarmt.

Gerade für diese so wertvollen Helferberufe, unsere Therapeuten, in Pflegeheimen, Krankenhäusern und den vielen anderen sozialen Einrichtungen.

Als die ersten Flüchtlinge nach Deutschland kamen, ging eine Welle der Hilfsbereitschaft durch Deutschland. Deutschland zeigte sich von seiner freundlichen, wertvollen Seite.

Doch schnell kamen die wahren Probleme zum Vorschein, wie überforderte Behörden usw.

Wertvoll sein muss ich mir auch oft für mich selbst immer wieder erkämpfen. Wenn Hähme und der Spott, die Ablehnung wieder kommen möchten,


liebe Grüße,

Frederick

02.07.2019 17:26 • x 2 #329


Jedi

Jedi

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Hallo Frederick !

Zitat von Frederick1:
ich denke jetzt an die deutsche Kapitänin in Italien, die auch NEIN gesagt hat, weil sie sich wertschätzt, aber auch die Flüchtlinge in dem Schiff wertgeschätzt hat. Auch die haben ein Recht zu leben.


Da stimme ich dir absolut zu !
Leider werden solche Menschen heute, als "Gutmensch" bezeichnet.
dies geschieht leider eher aus Respektlosigkeit u. Schmähung dieser Personen.
Zitat von Frederick1:
Für mich ist mein Leben auch mit meiner Depression wertschätzend, andere haben vielleicht Häme. lehnen mich in meiner Depression ab.

Wichtig dabei ist, dass Du/Wir, die betroffen sind, die Häme u. deren Meinung über Depression nicht zu eigen machen.
eine gesunde Distanz zwischen der Meinung Anderer u. unserer persönlicher Realität, ist da besonders wünschenswert.
Wir werden Andere nicht ändern können, doch was wir können, wir können unseren Fokus, unsere Sicht darauf verändern !

Ich habe auch schon des öfteren die Erfahrung gemacht, wenn es um das Thema "Depression" ging, dass bei denen, die sich so verständnislos dazu geäußert haben, in ihnen selbst eine große Angst steckt, selbst einmal betroffen sein zu können.
Zitat von Frederick1:
Wenn Hähme und der Spott, die Ablehnung wieder kommen möchten,

Dir Frederick wünsche ich, dass du die nötige Distanz hinbekommst, zwischen dem, was zu Dir gehört u. zudem, was zu den Anderen gehört, die sich eher Respektlos, oft Unwissend äußern !

LG Jedi

02.07.2019 18:55 • x 3 #330

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