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Selbstliebe lernen - wie schafft man das?

Lisa1962

Lisa1962

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Lieber Frederick ich habe heute hier weiter oben Deine Gedanken oder Lebensgeschichte mit der Knospe, die nicht aufgehen wollte gelesen. wie wunderschön! Ich hatte mit Mitte Zwanzig diesen Traum: ich schwamm im Fluss,alle die ich kannte schwammen mit, ich war ganz verzweifelt und rief"ich möchte leben! Da sagte ein Schulkollege, den ich sehr bewunderte, zu mir: Du schwimmst ja schon, jetzt musst Du nur noch den Kopf eintauchen! Ich erwachte verwundert und beglückt.

18.05.2019 12:31 • x 3 #286


Jedi

Jedi


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Hallo hier !

Zitat von Frederick1:
Mit mehr Selbstliebe sehe ich heute manches aus einer ganz anderen Perspektive

da beschreibst du etwas sehr wahres, Frederick !
es sind oft nicht nur die situationen, die umstände, die alles so schwarz uns sehen lassen, es ist die einstellung zu uns selbst,
es ist das einmal ändern der perspektive u. dazu gehört auch,
wie wir mit uns selbst umgehen,
wie wir über uns selbst denken !

in dem film, "der club der toten dichter", da werden die studenten gebeten auf u. über den pult zu steigen, um so einmal die perspektive zu wechseln. genau diese filmszene zeigt deutlich, was die perspektiv- änderung für neue sichtweisen offen hält.

mein TP hat , wenn ich mich in wiederholungen meiner probleme verhaspelt habe, hat er mit mir seinen platz getauscht.
nun saß ich auf seinem stuhl u. sollte meine geschichte von gerade, noch einmal erzählen u. tatsächlich, hat sich in der wiedergabe meiner geschichte etwas verändert.
ist einer der übungen, die ich jedem gerne mal empfehle, wenn er zu hause wieder einmal von einem gedankenkarussell heimgesucht wird.
wechselt einmal den Stuhl, gar den Raum oder geht einmal kurz vor die Tür u. beobachtet dann einmal auf eure gedanken.
gibt es da für euch einen unterschied festzustelle ?
probiert es einmal aus !
Zitat von Frederick1:
Statt mich nur immer wieder über meine Schwächen, und über meine nicht so tolle Vergangenheit zu ärgern,

das kennen wir alle u. das können wir Depressive oft besonders gut.
nur macht es überhaupt Sinn ?
nachweislich, hat es sich dadurch für uns etwas zum positiven verändert ?
bei mir hatte es eher weiter einen sehr negativen effekt gehabt !
uns unsere schwächen vorwerfen, da kommt bei mir wieder der Analytiker durch, sollten wir einmal, dass was wir als schwäche bezeichnen, da einmal ganz genau hinschauen u. es kann durchaus sinn machen, mal eine neu-bewertung anzustellen !
villt. auch mal eine eigene definition zu überlegen, für das wort, "Schwäche" !

auch wenn wir keine so gute vergangenheit hatten, ja, sie kann uns als erklärung dienen u. macht auch mal sinn.
aber darin stecken zu bleiben, immer um die vergangenheit herumzukreisen, macht keinen sinn !
die geschehnisse der vergangenheit anschauen, sich ihnen bewusst werden, wer u. was hat die vergangenheit in uns hinterlassen.
dann aber auch loslassen davon, ein gericht, immer u. immer wieder aufzuwärmer verliert auch seinen geschmack.

unsere vergangenheit, immer u. immer wieder hervorzuholen, zerstört in uns die hoffnung auf heilung u. auf besserung unserer seelischen erkrankung, sondern zunehmend schwindet unsere energie u. verstärkt unsere depressiven symptomatik !
das stichwort heißt hier für mich, "Loslassen" von unseren vergangenheitserfahrungen !

jeder mensch, der eine wanderung oder bergtour unternimmt, packt nur notwendiges ein.
bevor er los geht, prüft er noch einmal seinen rucksack u. schmeißt heraus, was nicht dringend nötig ist oder gar für die tour unbrachbar ist.
so bedeutet für mich persönlich, wenn ich den heilungsweg einschlage, meinen Lebensrucksack von unnötigen u. unbrauchbaren zu befreien !
Zitat von Frederick1:
Wenn ich lächle, senden meine Gesichtsmuskeln an unser Gehirn, das wir glücklich sind, das Gehirn schüttet entsprechende Botenstoffe aus, uns es geht uns spontan ein wenig besser,

Richtig !
so verhält es sich auch mit der Selbstansprache !
ob ich zu mir selbst sage,
"was bin ich ein blöder hornochse, schon wieder habe einen fehler gemacht" oder wenn ich mir sage,
"das, wie ich es gemacht habe, war so nicht richtig, villt. sollte ich mir es noch einmal genauer anschauen oder es mir noch einmal von X erklären lassen, der beherrscht es gut u. ich kann lernen, was ich da nicht richtig mache" !

ich glaube, beim ausprobieren, mit beiden sätzen, kann man auf seine gefühle einmal achten, was wir da möglicherweise feststellen können.
Zitat von Frederick1:
Gerade wenn ich lese, viele von euch hatten kein gutes Elternhaus, keinen guten Start ins Leben. Das finde ich persönlich irgendwie total ungerecht.

ich finde es ganz toll u. nötigt mir großen respekt ab, wie du darüber denkst
ich persönlich behaupte für mich, dass es nichts sinnloses in dieser welt gibt u. villt. hat es einen sinn, dass gerade ganz bestimmte menschen davon betrioffen werden ?
villt. eine gewagte these
durch meine erfahrung mit BO u. Depression, bin ich menschen begegnet, die ich wahrscheinlich so nie kennengelernt hätte.
tolle menschen,
sehr tiefgründige menschen,
menschen denen andere nicht egal sind,
menschen, die bereit sind, sich selbst einmal zu hinterfragen u.
die bereit sind, in ihrer erkrankung, einen noch lebenswerten weg zu suchen.
solchen menschen bin ich im BOF begegnet u. jetzt auch hier, in diesem Forum !
Zitat von Frederick1:
es ist toll, wenn wir Menschen finden dürfen, auch hier im Forum, wo ich verstanden werde in meiner Depression.

in solchen aussagen, finde ich genau das wieder, von dem ich überzeugt bin, es gibt nichts sinnloses, was uns im leben geschieht.
Zitat von Frederick1:
Das ist für mich auch ein Wunder.

du nennst es wunder u. klingt auch für mich stimmig !
ich möchte gerne glauben, dass es darin eine bestimmung für mich gibt !

LG Jedi

18.05.2019 18:18 • x 3 #287


Frederick1

Frederick1

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hallo,

ja ich finde es auch sehr wichtig das wir in der Liebe zu uns selbst "dran bleiben."

Aber wie kann ich dran bleiben?


Und da habe ich heute eine "Hundegeschichte."


Von einem Hund kann ich es lernen, was es heißt dran zu bleiben. Dazu musst du einmal Hunde auf der Jagd beobachten.

Zum Beispiel bei der Jagd auf einen Hasen. Nur der Hund, der den Hasen gesehen hat, verfolgt ihn hartnäckig. Alle anderen Hunde rennen, laufen nur mit, weil der eine Hund den Hasen selbst mit eigenen Augen gesehen hat. Sie laufen aber nur so lange mit, so lange bis sie müde werden. Dann kehren sie wieder um. Nur der Hund, der den Hasen echt gesehen hat, verfolgt den Hasen so lange, bis er ihn gefasst hat. Er lässt sich von nichts abhalten, aufhalten, auch nicht von der Tatsache, das die anderen Hunde schon aufgegeben haben. Der Hund weiß, es ist ein guter Weg für mich den eich laufe.

Weder Abgründe, Wälder, Gestrüpp kratzende Dorne, Wunden usw., können diesen Hund aufhalten, entmutigen.

Das ist auch meine gute Erfahrung, es lohnt sich in mein Leben zu investieren.

Mein Verhalten, meine Lebensgewohnheiten, meine Gefühle, meine Werte, alles das kann aus der Liebe zu mir selbst, aus der Arbeit mit mir selbst entstehen. Ja es kann manchmal ein harter Weg an mir selbst, mit mir selbst sein, bevor es ein guter Weg werden darf. Nicht immer bin ich so ein disziplinierter Mensch, es fällt mir schwer. Aber wenn du als Mensch ein gutes Ziel für dich hast, es verfolgst wie unser Hund, können wir auch etwas erreichen. Aber ich muss mich auf den nicht einfachen Weg zu mir selbst machen.

Aber auch wenn ich nur ein Teilziel erreiche, kann mich das so etwas wie glücklich, zufrieden machen. Wenn ich es schaffe, mich einmal selbst zu überwinden, mich dafür auch noch belohne.Da kann auch mein Selbstwertgefühl. mein Selbstvertrauen in mir wachsen.

Ich muss mir aber nicht das antun, aufsetzen, was ich gar nicht bin, meiner Persönlichkeit gar nicht entspricht. Das hält nicht lange an.

Es beginnt damit, mich wieder selbst wahr zu nehmen, zu spüren.Es ist eine lebenslange Aufgabe, mich immer wieder mit mir selbst und meinem Leben zu versöhnen. Immer wieder ein JA für mich haben, auch zu meinen Fehlern und Schwächen. Sie dürfen sein, mich aber nicht bestimmen.

Das ich mich nicht immer gleich bewerten muss, sondern meine Gedanken und Gefühle erst einmal anschaue.

Und zu sehen, was wollen mir meine Gedanken und Gefühle sagen, wie gehe ich am besten damit um, mit mir selbst um.

Es geht mir nicht mehr so darum, alles unterdrücken zu müssen. Es macht mich nur müde und noch depressiver, alles unterdrücken zu müssen. Es darf sein, so wie ich auch sein darf, leben darf. Das Beste aus meinem Leben zu machen, das Beste was zu mir und meinem persönlichen Wesen passt. Mir dafür die Zeit geben und nehmen, die ich für mich brauche.

in guten Gedanken,

viele liebe Grüße,

Frederick

(sei ganz sein.)

21.05.2019 18:36 • x 3 #288


Jedi

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Selbstliebe führt dahin, ein wahrhaftiges Interesse für sich selbst zu entwickeln !

wir selbst zeigen sehr viel interesse an einem anderen menschen, an unserer Arbeit, an sport, politik, dem leid anderer völker,
unseren tieren, uvm. !
das wort "inter-esse" meint wörtlich übersetzt, "inmitten-sein".
wer mag, der erinnere sich einmal daran was er empfunden gefühlt hat, als ihm ein anderer mensch wirkliches interessen entgegengebracht hat.
war da wohlmöglich eine tiefe verbundenheit, ein gefühl des geborgen seins u. spürbar des wohlwollens durch den Anderen ?

der weg zur Selbstliebe beginnt auch mit unserem interesse für uns seöbst.
dabei möchten wir uns selbst verstehen wollen, wie ich gerade bin, ohne aber mich anders haben zu wollen.
wenn ich mir einmal die zeit nehme, dann kann ich versuchen in mir mal selbst die verbundenheit mit mir zu finden.
ich kann mir selbst ein gefühl der geborgenheit geben u. des wohlwollens.
so auch im umgang mit der Selbstansprache, die härte u. die selbstverurteilung herauszunehmen.
natürlich sollen wir nicht den ganzen tag danach schauen, ob wir mit uns gut verbunden sind, uns ein gefühl der geborgenheit u. des wohlwollens zu erschaffen.
Nein, darum geht es nicht !
doch ist es für unsere seelische balance wichtig, dass wir uns zeiten gönnen, wo wir nur mit uns beschäftigen.
wo wir uns selbst einmal begegnen, uns nach unserem eigenen befinden befragen u. uns unserer bedürfnisse bewusst werden dürfen.
es gibt fragen, die wir uns selbst stellen können,
"Was fühle ich gerade" ?
"Was bewegt mich jetzt" ?
"Was liegt bei mir oben auf, was ist gerade das wichtige" ?
"Was brauche ich, um gut da sein zu können" ?

wenn wir aufhören, interesse an uns selbst zu zeigen, dann führt dies auf dauer zur entfremdung.
wir werden fremd in uns selbst.
dieses fremdgefühl zu kompensieren, führt nicht selten in die arbeits-, Alk., Dro.-, kauf-, essenssucht u. in noch viele andere süchte.
nicht wenige verlieren gar die beziehung zu ihrem körper, den sie so nicht mehr leiden können, nicht mehr anschauen wollen,
oft gar hassen.

doch haben wir immer die wahl, um uns wieder neu zu entdecken, mit uns wieder in frieden zu kommen, mit uns auszusöhnen,
uns respekt u. wertschätzung zu geben.
wieder für die eigene Selbstachtung zu sorgen, so betreiben wir Selbstfürsorge.

wieder interesse an sich bedeutet, auf seine bedürfnisse besinnen, sehnsüchte entwickeln, eigenes Poten. neu entdecken u. ressourcen wieder zu aktivieren.
ich denke, was wir kennen, können wir auch lieben !
wenn wir uns wieder mehr kennen, werden wir uns auch lieben können.

schaut einmal mit einem offenen, geduldigen, weichen u. wohlwollenden blick auf Euch !
dies wünsche ich Allen hier.

LG Jedi

24.05.2019 19:27 • x 5 #289


Jedi

Jedi


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Hallo

möchte nocht etwas zu meinem beitrag von gestern ergänzen.
würde euch gerne einmal ermuntern, wenn ihr lust dazu habt, mal folgende fragen für euch selbst mal zu beantworten,
wie groß schätzt ihr den anteil der menschen im alltäglichen leben, die ihr gerne mögt u. wertschätzt ?
wie groß ist wohl der anteil, denen ihr eher neutral begegnet ?
wie groß ist der anteil der menschen, die ihr so gar nicht mögt oder gar ablehnt ?
die antworten darauf geben uns den hinweis, all diese äußeren beziehungen spiegeln unsere beziehung zu uns selbst wider.

überlegt einmal,
was mögt ihr alles an euch nicht ?
wo steht ihr euch selbst neutral gegenüber ?
was lehnt ihr an euch selbst ab ?
der spruch, "wie innen, so außen" scheint da etwas an wahrheit zu enthalten.

nehmen wir wahr, dass wir im außen um uns herum, viele konfliktherde haben, so können wir einmal auf uns schauen u. in uns nachspüren, wie weit wir mit uns selbst, in einem spannungsreichen u. konfliktreichen zustand befinden.
hiebei geht es nicht darum, dass wir die schuld bei uns suchen sollen, sondern wir können uns bewusst machen, dass was andere menschen uns spiegeln, davon haben auch wir auch anteil in uns.
so besteht für uns die möglichkeit, mit diesen anteilen, die wir nicht so gerne mögen uns damit auzusöhnen.

sich annehmen wie wir sind, uns mit unserer unvollkommenheit auszusöhnen, unsere anteile die uns durch Andere gespiegelt werden, nicht abzulehnen, sondern liebevoll unzunehmen u. sie zu verwandeln, führt uns mehr u. mehr
der Selbstliebe immer näher !

LG Jedi

25.05.2019 19:17 • x 3 #290


ZeroOne

ZeroOne

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Hi Jedi!

Das Thema "spiegeln" finde ich sehr spannend!

Wobei es - so denke ich gerade - vielleicht auch ein Tanz mit dem Teufel sein kann, wenn sich der Spieß umdreht. Man also in anderen nicht Teile von sich selbst gespiegelt sieht, sondern seine eigenen "Unzulänglichkeiten" auf andere projiziert und sie vielleicht sogar dafür verachtet, um sich selbst erhabener zu fühlen und mehr lieben zu können.

Dann wären wir ja fast schon beim klassischen Narzissten. Wobei vielleicht auch ein "gesundes Maß" an Narzissmus Balsam für die eine oder andere Seele sein kann?! Ich glaube, ich denke für die frühen Morgenstunden schon wieder zu viel bzw. quer.

LG
ZeroOne

26.05.2019 07:26 • x 4 #291


Jedi

Jedi


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Hi ZeroOne !

habe gerade etwas geschrieben u. ist im Nirvana verschwunden.
schreibe später noch mal was dazu !

LG Jedi

26.05.2019 13:47 • x 1 #292


Frederick1

Frederick1

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hallo Zero one,

wenn ich mich nur selbst liebe, und andere Menschen wie mich selbst, dann bin ich ein Narzisst, wäre dabei voll unglücklich.


Oh lieber Jedi,

deinen so guten, tollen und weisen Worte haben mich echt wieder berührt. Und ich merke, wiviel ich noch zu lernen habe. Am Samstag war ich zu Besuch bei meiner lieben Schwester. Die andere Schwester kam leider schon vor Jahren bei einem Autounfall um ihr Leben. Meine Eltern sind schon beide verstorben, und so bin ich der Vormund meiner geistig behinderten Schwester. Wir waren beim Essen, da hat sie Probleme, es fällt ihr schwer mit Messer und Gabel zu essen, redet laufend mit fremden Menschen.usw.

Und oft ist mir das so was von peinlich. Gestern auch, da kam mir das Thema der "Selbstliebe" in Erinnerung, das ich mich für mein Leben, und das Leben meiner Schwester nicht schämen muss. Ich durfte wieder ruhiger und gelassener werden.

Beziehungen zu leben heißt für mich, mich immer wieder in der Liebe zu üben, Liebe zu mir selbst und anderen Menschen. Aber was heißt lieben? Oft verstehe ich da auch ein Liebesobjekt darunter, einen Menschen der mich versteht und mir gefällt, und der meine Liebe hervor ruft. Das ist ja ein Teil der Liebe, der gerade in freundschaftlichen Beziehungen eine wichtige Rolle spielt. Selbst sage ich mir, meine liebe Frau ist meine Ehefrau, aber auch meine beste Freundin, mit der ich jeden Mist, Blödsinn, was Lustiges usw. machen darf.

Gerade am Anfang einer Beziehung funkt es gerne, die Liebe und Begeisterung füreinander ist riesengroß. So wie es auch in der Beziehung zu mir selbst immer mal wieder funken darf, ich darf begeistert von mir selbst sein. .

Ein Geben und Nehmen in der Beziehung. Aber um Liebe zu geben muss ich ja erst einmal Liebe nehmen. Liebe aus der Beziehung zu mir selbst, mich annehmen, mir Liebe nehmen.

Aber Beziehungen verändern sich auch immer wieder, auch die Beziehung zu mir selbst. Nicht jeden Tag bin ich über meine Beziehung zu mir selbst begeistert und überglücklich. Manchmal tue ich mir selbst weh, verurteile mich, lehne mich ab.Da muss ich immer wieder umdenken., mich jeden Tag wieder in Liebe anzunehmen, so wie ich heute bin.

Ohne ICH gibt es kein DU, ohne keine gute Beziehung zu mir selbst, finde ich auch keine gute Beziehung zu anderen Menschen, denn das hängt ja irgendwie zusammen. Gute Beziehungen entstehen da, wo zwei "ICH"einander begegnen.

Deshalb meine ich, ist die Beziehung für eine gute Beziehung, die nicht nur oberflächlich sein soll, das ich mir meines eigenen Ich immer mehr bewusst bin. Das ich mich selbst einigermaßen realistisch einschätzen kann. Das ich immer zu mir stehen kann, zu meinen Stärken und Schwächen.

Dass ich mich immer besser kenne, mit meinen Wünschen und Bedürfnissen, aber auch mit meinen eigenen Grenzen.

Das ich meine eigene Meinung haben darf, meine Überzeugungen vor anderen Menschen vertreten kann, das ich selbst sein kann, echt sein darf.

Das Verletzungen durchaus was normales sind. Das ich mich mal selbst oder andere Menschen verletze. Bewusst wollen wir das nicht. Nur, wenn ich mehr Selbstvertrauen wieder zu mir selbst habe, fällt es mir leichter, mir und anderen Menschen zu vergeben. Verletzungen aus Missverständnissen, aus mangelndem Einfühlungsvermögen, auch zu mir selbst.aus Vergesslichkeit, ich vergesse zu schnell, das ich mich lieben und annehmen möchte, und nicht ablehnen.

Wenn ich das akzeptieren kann, andere Menschen verletzen mich, aber ich verletze auch andere Menschen in mancher Weise, dann sind wir vielleicht nicht mehr so oft enttäuscht.

Viele Konflikte entstehen oft auch da, weil wir Mensche oft so was von verschieden sind, das wird mir immer bewusster.

Da haben wir verschiedene Meinungen, Wünsche, Bedürfnisse, Eigenarten, und das führt oft zwangsläufig zu Konflikten.

Mein neuer Hund ist ein Dackelmix, und so benimmt sich Hund auch. Aber wenn ich das weiß.


viele liebe Grüße

Fredererick.

26.05.2019 19:26 • x 2 #293


Jedi

Jedi


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Hi ZeroOne !

Zitat von ZeroOne:
Wobei es - so denke ich gerade - vielleicht auch ein Tanz mit dem Teufel sein kann, wenn sich der Spieß umdreht.

mir ist sehr bewusst, dass wir uns immer gegenseitig spiegeln.
Zitat von ZeroOne:
Man also in anderen nicht Teile von sich selbst gespiegelt sieht, sondern seine eigenen "Unzulänglichkeiten" auf andere projiziert und sie vielleicht sogar dafür verachtet,

was meinst du genau mit unzulänglichkeiten ?
wenn ich etwas unzulängliches von mir in den andeen hinein projiziere, dann ist das für mich ein bewusster akt !
wenn ich dich da jetzt richtig verstanden habe ?

das uns ein anderer mensch, ein teil von uns spiegelt, geschieht eher unbewusst, wir reagieren nur darauf u. manchmal fragen wir uns villt., warum wir so oder so reagiert haben ?
das ist die bewusste auseinandersetzung damit, dass wir erkennen können, dass wir in den Anderen etwas wahrgenommen haben, was auch ein teil von uns ist, der in uns unfriedlich schlummert u. durch diese begegnung aktiviert wird.
Zitat von ZeroOne:
sie vielleicht sogar dafür verachtet, um sich selbst erhabener zu fühlen und mehr lieben zu können.

ich finde es ziemlich dumm u. einfältig !
ja, narzissten müssen andere klein machen, sie gar verachten, weil narzisstische menschen sich im grunde selbst verachten u. sich klein u. minderwertig fühlen.

wir alle haben auch einen ego-anteil u. auch einen narzisstischen-anteil in uns.
das ist auch nicht weiter tragisch.
nur wenn es ins krankhafte übertritt, dann sollte man sich von einem narzisstischen menschen am besten fernhalten.
paare erleben schmerzlich, wenn einer der partner ein narzißt ist, die hölle auf erden.
so weiß ich aber auch, dass es menschen gibt, die sich wegen narzisstischen verhalten sich in therapie begeben.

narzissten sind selbstverliebt u. ihr ganzes denken u. handeln dreht sich ausschließlich um sie selbst.
andere menschen sind ihnen egal, empathie u. mitgefühl sind ihnen fremd.
so gehören Andere menschen von ihnen verachtet, respektlos behandelt, auch das anwenden von physischer gewalt ist ihnen nicht fremd, kontrollieren gerne Andere (Partner) u. halten sie unmündig u. klein.
kritik an ihrem verhalten u. an ihrer person, kränkt narzissten schwer !
wobei sie aber nicht zimperlich sind, andere menschen zutiefst zu kränken.
narißmus ist eine persönlichkeitsstörung u. kann therapeutisch behandelt werden.

die Selbstverliebtheit hat nichts mit Selbstliebe zu tun u. das kann man an der geschichte von Narziß gut erfahren, der sich, als er in dem teich sich selbst erblickt hat, sich in sein Spiegelbild verliebt hat u. sich damit vereinigen wollte, dann dabei im teich ertrunken ist.
diese gefahr besteht bei der Selbstliebe nicht, sondern, sie fördert einen wohlwollenden, wertschätzenden u. verständnisvolleren umgang mit uns selbst.

LG Jedi

28.05.2019 13:06 • x 3 #294


Machara

Machara

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Hallo
ich habe mal eine Frage die für mich auch zu diesem Thema gehört.

Wie geht ihr mit Wut um?
Ich habe einen Artikel gelesen in dem es darum geht das unterdrückte Wut zu Depressionen
führen kann.
Wie seht ihr das ? Erlaubt ihr euch Wut ? Gehört Wut erlauben für euch zur Selbstliebe?

Mir wurde nie erlaubt wütend zu sein.

Wütend zu sein und für mich einzustehen.

Ich habe die Wut in mich rein gefressen.

Wie sieht das bei euch aus ?

LG
Machara

28.05.2019 14:19 • x 3 #295


ZeroOne

ZeroOne

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Hi Machara!

Stimmt, es ist nachgewiesen, dass nicht "ausgelebte" Wut zu Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen führt, die sogar dauerhafte Veränderungen am Gehirn auslösen können. Ausschüttung von Stresshormonen und Neurotransmittern, die nicht gleich wieder abgebaut werden, führen zu anhaltender Aktivität im limbischen System (Amygdala), wo massig Rezeptoren für Stresshormone sitzen.

Dummerweise kann man die Wut nicht immer ungebremst rauslassen und auch Sandsäcke, Kissen, o.ä. "Ersatzobjekte" prügeln hilft leider auch nicht.

Wut entsteht ja hauptsächlich im Zusammenleben mit anderen. Sich eigene Emotionen zuzugestehen gehört für mich auch zur Selbstliebe! Also finde ich, sollte man seine eigenen Meinungen, Einstellungen und Überzeugungen ruhig "nachhaltig" vertreten und nicht gleich beschwichtigen lassen oder aufgeben. Impulskontrolle ist für mich dabei ein "Schlüsselwort".

Auf höherer Ebene kann der "geübte Profi" auch versuchen, sein Gegenüber zu "mentalisieren". Erkennt man die Absichten des anderen besser und entdeckt, dass (vielleicht) keine reine Böswilligkeit dahinter steckt, lässt die Wut auch nach. Allerdings sehe ich da die Gefahr, dass man die Interessen des anderen ungewollt in den Vordergrund stellt und die eigenen vernachlässigt.

Kurz und knapp: ich lass es (meistens) raus, versuch mich dabei aber in Impulskontrolle zu üben.

War aber auch nicht immer so.

LG
ZeroOne

28.05.2019 15:03 • x 3 #296


Wallis

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also ich als Frau "darf" ja nie wütend sein. Sowas wird mir immer ganz ganz übel genommen.
Ich bin aber oft wütend und hab das Gefühl zu ersticken, wenn ich sie nicht rauslasse. Also ich zertrümmere jetzt keine Wohnungen oder so
diese Wut bekomme ich, wenn ich denke, es wird mir bitter Unrecht getan. Oder jemand strapaziert meine Gutmütigkeit. Und es echt schmerzt.

Impuslkontolle. Zero, die kann ich nicht. Sag mir mal bitte, wie man die besser in den Griff bekommt.
Ich gehöre zu denen, die erst später denkt. Ich neige dazu, Leuten, die mir Übles getan haben, meistens leicht angeheitert, böse nachrichten zu schreiben. alles, was mir durch den Kopf geht über sie. Jetzt nicht "Du Schwein" oder so, aber schon klare Sprache. Das bricht mir oft das Genick, auch wenn ich an sich nichts Unwahres schreibe. Aber die Wahrheit tut den Leuten meist am meisten weh.
danach bereue ich es oft, wenn ich dann die Reaktion der Leute spüre.

wie auch immer, wie kann ich mich da besser in den griff bekommen, @ZeroOne ?

28.05.2019 15:40 • x 1 #297


Frederick1

Frederick1

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liebe Machara,

ja ich erlebe auch Wut, und die muss und die darf auch raus. Es ist für uns Menschen immer wieder ein großes Rätsel, das zwei Seelen in uns leben. Auf der einen Seite möchte ich Frieden und Versöhnung, und dann auch wieder Störung, wenn nicht sogar Zerstörung. Davon sprechen auch einige Märchen.

Was auf der einen Seite auf unserer Erde abgeht, aber auch in uns Menschen, geht oft gegen jede menschliche Vernunft, grenzt oft an Wahnsinn.Unendliche schmerzliche Kriege mit viel Hass usw.

Aber auf der anderen Seite sind wir Menschen auch fähig zur Liebe und zum Frieden miteinander. Oft sind Liebe und Hass unteilbare Gefühle. Denn wenn ich auf Dauer gegen einen Menschen Groll und Hass hege, auf ihn wütend bin, fühlt nicht nur der andere Mensch meine Wut und Aggression, sondern ich selbst auch.

Denn wenn auf Dauer Groll, Wut und Hass, also Ablehnung und aggressiv sein mein Innerstes besetzt, gefangen hält, ausfüllt, dann schädige ich nicht nur den anderen Menschen, sondern dann verspanne ich mich selbst, werde innerlich grau, weil ich mich nur noch um meine Ablehnung kreise.

Dann verliere ich total die Freude an meinem eigenen Leben, dann habe ich keine Zuversicht, keine Hoffnung mehr, dann leidet auch mein Immunsystem, mein ganzer Organismus, dann werde ich immer kränklicher, mein ganzer Mensch leidet.

Mit Grauen denke ich an die vielen Streite in meinem Leben, auch als ich noch Kind war, Menschen verschlagen sich äußerlich und innerlich, das ist voll schlimm.

Aber auch nur still zu sein, die Wut nicht rauslassen, in sich reinzufressen, ist auch ganz arg schlimm.

Als Gefühlsmensch muss ich da immer wieder aufpassen, das ich mich nicht in was hineinreißen lasse, was ich gar nicht möchte.

Wenn ich mich dagegen mit einem Menschen wieder versöhnen kann, ihm wieder mein Wohlwollen schenke, ihn achte, respektiere, dann erfahre ich wieder mehr Achtung, Selbstachtung vor mir selbst, dann spüre ich, wie sich Freundlichkeit in mir ausbreitet, dann kann ich mein Leben wieder gut finden.

Als Kind kannst du noch nicht so denken, da muss das einfach raus. Aber auch heute renne ich erst einmal sportlich durch die Gegend, um mich ab zu reagieren, zur Ruhe zu kommen, nicht Dinge zu tun, die ich hinterher bereue. Und dann schreie ich auch mal meine Wut, meine Enttäuschungen, meine Verletzungen in den Wald hinein.

Mein Ziel ist heute, das ich die mein Innerstes zerschneidenden aggressiven Gefühle überwinden kann, durch Versöhnung.

Das ich mich erst einmal grundsätzlich wieder mit mir und meinem Leben versöhnen kann, gerade auch durch Liebe zu mir selbst. Das ist die Grundlage, damit ich mich auch wieder mit anderen Menschen versöhnen kann, so gut es eben geht.

Versöhnen mit meinen Eltern, die mich gezeugt und in mein Leben begleitet haben, aber so wie ich auch ihre Fehler gemacht haben. Mit den Geschwistern, die auch Liebe von den Eltern wollten. Versöhnen mit meinem eigenen Wesen, mit meinen nicht immer nur guten Erbanlagen. Versöhnen mit den vielen Ungerechtigkeiten in meinem Leben. Versöhnen mit meinen vielen falschen Entscheidungen, wo ich mich selbst blockiert habe.

Aber das ist Arbeit, wenn ich mich mit meiner eigenen Lebensgeschichte versöhne.

Wenn ich begreife, mein Leben hat einen Anfang aber auch ein Ende, meine Tage sind gezählt, ich kann auch vieles nicht mehr ändern, die Zeit ist vorbei.

JA sagen zur Geschichte meines Lebens. JA sagen zu dem Menschen der ich geworden bin. Auch das was ich nicht sein möchte und doch bin. Weil es meinem Bild von mir nicht entsprechen will, das immer noch Wut in mir aufkommt, meine Lebensangst, das mir manchmal mein Lebensantrieb fehlt,

Wenn ich mich meinem eigenen Lebensschatten stellen kann, muss ich ihn nicht mehr so auf andere projizieren. Das ich mir meine Schwächen eingestehen darf, auch vor meiner lieben Frau, meinen Kindern.

Meinen Schatten annehmen, das ich ihn nicht immer wieder so ausleben muss, sondern ihn mir eigestehen darf.

Weil mein Innerstes nichts weniger ertragen kann als Lügen. Und wenn andere Menschen sich nicht mehr mit mir versöhnen können, das ist ihr eigenes Problem. Wichtig ist, das ich wieder für mich selbst, Liebe, Versöhnung und Annahme haben darf.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

28.05.2019 15:51 • x 3 #298


ZeroOne

ZeroOne

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Zitat von Wallis:
wie auch immer, wie kann ich mich da besser in den griff bekommen, @ZeroOne ?


Ich denke, dass das eine größere und langfristigere "Baustelle" ist, wenn man da nachhaltig was erreichen will. Eine (kognitive Verhaltens-)Therapie kann dabei ganz hilfreich sein, wenn man an dem Problem schon länger nagt und meint, damit nicht voran zu kommen.

Aufmerksamkeit, Achtsamkeit und Konzentration sind für mich persönlich wichtig. Die unterstützen mich auch bei anderen Aspekten der Selbstliebe.

Und da sich nach meiner persönlichen Meinung Körper und Geist nicht wirklich trennen lassen, versuche ich beide gesamtheitlich zu unterstützen: Achtsamkeits- und Entspannungstechniken, aber auch ganz "banaler" Sport. Nach meinen Erfahrungen hilft kurzfristiges Abreagieren bei mir nicht immer unbedingt weiter, aber dauerhafte Förderung von Körper und Geist lässt meinen Stresslevel (häufig) gar nicht erst so bedrohlich hochkochen.

Im konkret von dir beschriebenen, wiederkehrenden Fall @Wallis ist wohl eher das Problem im "angeheiterten Zustand" zu sehen, der sich wahrscheinlich nicht positiv auf Aufmerksamkeit, Achtsamkeit, Konzentration, Impulskontrolle & Co. auswirkt. Wenn du auf diese "Zustände" aber nicht verzichten möchtest, kannst du vielleicht im Vorfeld deine Messenger-Dienste und andere Kommunikationswege für dich schwerer zugänglich machen und dann einfach mal die "klassische Nacht" drüber schlafen (wobei mit einem Kater die Welt am nächsten Morgen häufig auch nicht unbedingt besser aussieht)?

LG
ZeroOne

28.05.2019 16:18 • x 3 #299


Resi

Resi

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Zitat von Machara:

Wie geht ihr mit Wut um?
Ich habe einen Artikel gelesen in dem es darum geht das unterdrückte Wut zu Depressionen
führen kann.
Wie seht ihr das ? Erlaubt ihr euch Wut ? Gehört Wut erlauben für euch zur Selbstliebe?

Ja, Wut gehört dazu.
Das ist eine Emotion, die ihre Daseinsberechtigung hat, die erspürt werden will, die zu uns gehört
Wir dürfen alle Gefühle wahrnehmen und spüren, sollen es sogar, denn nur, wenn sie unterdrückt werden, nehmen sie solche gigantische Dimensionen an, die ihnen nicht mehr gerecht werden.
Wenn man ihnen Raum und Zeit läßt, gehen sie wieder.

Nicht jedes Gefühl muß man ausleben, aber man muß ihm den Raum geben, sich damit zu befassen.
Auch dem unangenehmen.
Und das gehört eben auch zur Selbstannahme und damit zur Selbstliebe.
Zitat von Wallis:
also ich als Frau "darf" ja nie wütend sein. Sowas wird mir immer ganz ganz übel genommen.

Wieso wird dir das übel genommen?
Ich könnte mir vorstellen, daß man es nicht versteht.eine meiner Schwestern hat das immer mit "Temperament" umschrieben (ich fand ihre Selbstbeherrschung ziemlich mau ), wenn Tassen geflogen sind, aber übel genommen hat man es selten.

Aber im Ernst:
Es reicht, die Wut zu erkennen, man muß sie nicht ausleben, das ist wirklich ein Impuls, der gefährlich werden kann und den man schon auch kontrollieren sollte, was du ja auch meistens tust, Wallis.

Was mir in Wutsituationen oft hilft- ist aber auch Übungssache- die Rolle des Beobachters zu übernehmen: "Was ist da jetzt gerade passiert?"
Und vor allem hilft mir, daß ich mittlerweile weiß, daß das viel mit meinem kindlichen Anteil zu tun hat.

Wut kann auch ganz viel Energie freisetzen, ich hab so manches Projekt mit viel Wut beendet

28.05.2019 16:27 • x 3 #300




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