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Selbstliebe lernen - wie schafft man das?

Jedi

Jedi

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Hallo !
Selbstliebe ist nach einem BO, zu meinem thema, zu meiner kraftquelle geworden !
ich denke, dass nicht wenige es kennen, wir lieben unseren partner/in, kinder, eltern,haustier, freunde/bekannte, job, auto, uvm.
aber wer kann sagen, "ich liebe mich" ?
ich habe es lernen müssen, denn meine prägung war ausgerichtet auf die erfüllung elterlichen erwartungshaltung, sowie die meines umfelds.
liebe u. zuwendung war immer an irgendeiner leistung geknüpft.
durch indirekte botschaften, die ich erhalten habe, kam mir der gedanke, dass ich so wie ich bin, nicht wirklich inordnung sein kann.
so entwickelte sich ein streben nach perfektionismus, um dem mangel an gesundem selbstwert zu kompensieren.
eine ganze reihe von BO-betroffenen denen ich begegnen bin, haben enorm viel energie einsetzen müssen, um ihre maske anderen gegenüber aufrechtzuerhalten, um den schönen schein zu wahren.
der hohe preis, den sie bezahlen mussten war, völlige physische u. psychische erschöpfung, mit einer depression.

ein selbsttest war, stelle dich nur 5 min. vor einem spiegel, der dich komplett zeigt.
mache selbst einmal die erfahrung, wie lange hast du es ausgehalten, dich zu betrachten u. welche gedanken u. gefühle haben sich bei dir gemeldet.
ich habe am anfang knappe 2 min. ausgehalten u. was mir meine gedanken erzählt haben dabei, waren nun nicht von liebe u. wertschätzung geprägt.
ich konnte dann feststellen, wie entfremdet ich von mir war.

Selbstliebe ist für mich zuerst eine haltung, die wir uns gegenüber bringen.
es lässt spürbar werden, welch eine beziehung wir zu uns haben.
für mich bedeutet es, interesse an meinem sein zu haben u. ich verstehe es, als ein mysterium, wie ich mich mit mir selbst verbunden fühle.
wir sind mehr als das, was wir von uns wissen können !

in der Selbstliebe, so habe ich es gelernt, geht es um sich wahrzunehmen, achtsam zu sein, mich in meinem körper wohl zu fühlen.
Achtsamkeits-übungen können dabei helfen, wenn wir unseren unreflektierten gedanken die macht über unseren verstand überlassen, dass wir wieder zurück in den jetzigen moment kommen können.
Selbstliebe fordert uns auf, immer wieder nach innen zu gehen u. wahrzunehmen, was stimmig ist u. was eher sich nicht stimmig für uns anfühlt.
es ist lernbar, auch wenn wir lange zeit gegen unsere herzensstimme gelebt u. entscheidungen getroffen haben, dass wir wieder aufmerksamer werden, was uns unsere herzensstimme rät.
ich bin überzeugt, wer sich selbst liebt, überträgt auch diesen inneren frieden nach außen.

dagegen wer sich nicht selbst liebt, wird es schwer haben einen anderen zu lieben.
so meine erfahrung, wer sich selbst gegenüber kein mitgefühl zeigt, sich nicht annehmen kann, wie er ist, seine schattenseiten ablehnt, der kann auch anderen kaum mitgefühl gegenüber bringen u. wird schwer andere so annehmen können, wie sie nun einmal sind.

Es lohnt sich, sich einmal mit diesem thema "Selbstliebe" zu beschäftigen.
Möchte Alle hier ermutigen, ihre eigenen erfahrungen, anmerkungen, auch ihre skepsis gegenüber dem thema hier, etwas dazu zu schreiben.

LG Jedi

21.03.2019 12:38 • x 12 #1


Axel61

Axel61

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Du bist voll auf der Linie meiner Therapeutin

Die ist auch grade dabei, eine Monster zu erschaffen, oder zumindest hat Sie die Tür des Verlieses offen gelassen.

21.03.2019 12:46 • x 1 #2


Leuchtturm765

Leuchtturm765

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Einen schönen Text hast du verfasst.
Das alles würde ich auch gern von mir sagen können. Leider lehne ich mich seit meiner Kindheit eher ab, als dass ich etwas liebenswertes an mir finde und kann nichtmal sagen, warum es so ist. Schön, dass du für dich einen Weg erarbeitet hast!

21.03.2019 12:52 • x 2 #3


Jedi

Jedi


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Sebstliebe !
ist schnell ausgsprochen oder hier eingetippt.
wie wurde dieses thema mir so enorm wichtig ?
Zitat von Leuchtturm765:
Das alles würde ich auch gern von mir sagen können.

diesen satz kenne ich nur zu gut, so auch von mir.
Zitat von Leuchtturm765:
Leider lehne ich mich seit meiner Kindheit eher ab,

auch da kann ich dir absolut mitfühlen, wie sich soetwas überhaupt anfühlt, sich nicht liebenswert zu finden.

ich habe auch unverschämtes glück gehabt, in einer klinik gewesen zu sein, wo dieses thema kein fremdwort war u. ich hatte wohl nochmehr glück, einen TP gefunden zu haben, der mich langezeit therapeutisch begleitet hat u. dem dieses thema auch sehr wichtig war.
Selbstliebe heißt nicht, dass man den ganzen tag mit sich kuschelt, sondern darin stecken, Selbstannahme u. Selbstfürsorge.
Selbstliebe, das Wort fand ich am anfang ziemlich doof.
durch hausaufgaben meines TP fing ich an, mich mehr zu beobachten.
wurde zu einem beobachter meiner gedanken u. bewertungen über mich.
habe meine glaubenssätze identifizieren sollen u. die gedanken aufschreiben, wenn es mir nicht gut ging, was denkt es in mir u. wenn mir etwas am tag nicht gelungen war, was sind meine gedanken u. gefühle dabei.
wichtig war das aufschreiben !
dies war so ein halbes jahr, ohne weiter mich mit dem wort, Selbstliebe , zu beschäftigen.
mir viel zunehmend auf, wie ich mit mir umgegangen bin, gerade dann, wenn ich es nötig gehabt hätte, mich gut zu behandeln.
anderen gegenüber war ich eher verständnisvoll unterwegs.
mir viel zudem auf, wieviel macht ich der anerkennung u. zustimmung von außen gab.

das da auf dauer eine gesundes fühlen auf der strecke bleibt, ist sicherlich kein geheimnis für euch hier im forum.
der gedanke immer vollgas beste leistungen zu bringen, immer mehr als 100% u. das ausbilden von perfektionismus, lässt einem kein Selbstbestimmtes leben leben.
zwar habe ich sehr viel erreicht, auch in materiellen dingen, aber die seele ist dabei vertrocknet.

so fing es bei mir an, meine gedanken, meine gefühle u. emotionen überhaupt zu identifizieren, aber leider erst, als ich physisch u.psychisch zusammengeklappt war.
die erkenntnisse die mir dadurch bewusst wurden, haben sehr langsam, schritt für schritt ein umdenken bewirkt.
auch haben mir da Achtsamkeits-seminare geholfen, wie ich mehr achtsam werden kann, wenn ich mal wieder drohte abzudriften.
dies ist ein langer prozess u. der, so bin ich überzeugt, nie zu ende sein wird.
heute würde ich sagen, ich habe gelernt meine unvollkommenheit anzunehmen u. habe aufgehört damit , immer dagegen zu kämpfen.
ich habe einen spruch an meiner pinnwand hängen, den mir mein TP auf meinen weg mitgab,
"Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss" ?
und wenn ich für mich allein versuche diese frage zu beantworten, dann erdet es mich.
dann spüre ich einwenig von der Selbstliebe , die ich mir heute geben kann !
doch muss ich auch weiterhin immer achtsam bleiben, was erzählen mir meine gedanken u. welche gefühle u. emotionen werden spürbar für mich.

ich wünschte, dass sehr sehr viele betroffene menschen, die sich nicht liebenswert finden, sich nicht annehmen können, wie sie sind, mit dem gefühl leben, hier in dieser welt nicht richtig zu sein, doch einmal die erfahrung machen können, dass sie inordnung sind, so wie sie sind, das sie einzigartig sind u. das sie geliebt sind, das sie der wichtigste mensch, in ihrem leben sind !

LG Jedi

21.03.2019 14:37 • x 7 #4


Juju

Juju

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Zitat von Jedi:
Hallo ! Selbstliebe ist nach einem BO, zu meinem thema, zu meiner kraftquelle geworden ! ich denke, dass nicht wenige es kennen, wir lieben unseren partner/in, kinder, eltern,haustier, freunde/bekannte, job, auto, uvm. aber wer kann sagen, "ich liebe mich" ? ich habe es lernen müssen, denn meine prägung war ausgerichtet auf die erfüllung elterlichen erwartungshaltung, sowie die meines umfelds. liebe u. zuwendung war immer an irgendeiner leistung geknüpft. durch indirekte botschaften, die ich erhalten habe, kam mir der gedanke, dass ich so wie ich bin, nicht wirklich inordnung sein kann. so entwickelte sich .


Toller Beitrag und ich denke, es ist das A und O

21.03.2019 15:15 • x 2 #5


Juju

Juju

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Ich bin nur etwas irritiert, weil ich nicht weiss wie alt Du bist.

21.03.2019 15:16 • x 1 #6


Jedi

Jedi


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Hallo !

Selbstliebe ein elementares thema !
warum ist es für eine große anzahl von menschen, nicht "normal" sich selbst lieben zu können.
eher scheint es zu sein, dass unsere prägungen uns gelehrt haben, ein gefühl zu entwickeln von defizitär zu sein.
nun u. das kennen bestimmt nicht wenige, dass wir gehört haben, "sei nicht so laut", "buh, bist du heute wieder anstrengend", "du gehst mir heute auf die nerven", "dein zimmer sieht wieder aus, wie sau", "was hast du nun schon wieder angestellt", uvm.
auch in der schule geht es sehr darum nicht großartig aufzufallen, angenehm u. angepasst sich zu verhalten.
ob zu hause bei den eltern oder in der schule hat ein abweichendes verhalten zu folge gehabt, dass wir bestraft wurden oder konsequenzen zu tragen hatten.
als kind wird dir die botschaft dadurch bewusst, "so wie ich bin, bin ich nicht richtig".
dann entwickelt man als kind, eine strategie, um den eltern, dem umfeld oder in der schule dem lehrer keinen ärger zu bereiten.
dahinter verbirgt sich der wunsch geliebt zu sein !

im erwachsenenalter können wir an uns selbst oder bei anderen personen feststellen, dass sie diese erlernten überzeugungen, uns gut durch unsere leben begleiten.
bis zu einem gewissen punkt !
wir entwickeln einen perfektionismus, wir strengen uns besonders an, können schlecht "Nein" sagen u. haben sonst ein schlechtes gewissen, akzeptieren verhalten anderer eher, wo wir uns zutiefst verurteilen würden u. nicht selten übernehmen wir überzeugungen , gar einstellungen anderer, um nicht deren wohlwollen zu verlieren.
geschieht oft unbewusst u. erzeugt aber in uns Dauerstress !

ich hatte lange zeit angst, in die stille zu kommen, da meine gedanken mir meine Selbstzweifel, Minderwertigkeitsgefühle u. Selbstvorwürfe spiegelten.
ich musste lernen, diesen stimmen in mir, einen wohlwollenden u. liebevollen umgang mit mir, gegenüber zu setzen.
diesen oft sehr anstrengenden Selbstdialog zu führen, brachte mich mehr u. mehr dahin, mir freundlicher zu begegnen.

dabei half mir ein satz eines mitpatienten aus der gruppentherapie,
"was du nicht willst, was man dir tut, dass füge auch dir selbst nicht zu" .

meine/unsere verhaltensmuster, glaubenssätze u. überzeugungen haben ihre ur-quelle.
mit sich wohlwollender u. liebevoller umzugehen ist eine starke heilende kraft, die wir nicht unterschätzen dürfen.
heute wo die Selbstoptimierung zum mantra geworden ist, verlieren immer mehr menschen den kontakt zu ihrem wahren "ich" .
(Depressions-erkrankungen sind unaufhaltbar weiter auf dem vormarsch)
doch zufriedenheit mit sich selbst u. seinem leben finden wir, so meine persönliche meinung nur, wenn wir gegenwärting sind, immer den jetzigen moment wahrnehmen u. dankbar bleiben können, auch wenn es zeiten in unserem leben gibt, die uns so richtig durchschütteln.

ich wünsche Allen die verzweifelt sind, ihre situation als kaum aushaltbar erleben, dass in ihnen noch ein ganz kleiner ort geblieben ist, ein heller punkt villt., der Hoffnung heißt.

LG Jedi

22.03.2019 12:48 • x 7 #7


Jedi

Jedi


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Hallo !

die eigene liebesfähigkeit spürbar werden lassen !
kommt ein kleiner mensch zur welt, geben wir sehr schnell, bedingungslos unsere liebe.
wir gehen in resonanz zu diesem kleinen erdenbürger u. empfinden dabei große zuneigung, fürsorge u. riesige freude.
wenn wir dann mit dem erziehen dieses kleinen menschen beginnen, dann transportieren wir in ersterline unsere vorstellungen u. unsere erwartungen.
doch so ein kleiner mensch, steht noch in einem natürlichen kontakt zu seinen bedürfnissen.
natürlich sind wir erwachsene vorgeprägt u. geben unsere erlernten verhaltensmuster u. glaubenssätze weiter.
oft sind uns unsere verhaltensmuster oder glaubenssätze gar nicht so wirklich bekannt.

haben wir gelernt, dass leben als ein kampf zu betrachten ist u. wir immer mit anderen verglichen wurden, kann es uns dadurch an urvertrauen fehlen.
bedürfnisse immer zu hinterfragen, sie eher unterzuordnen, gar zu verleugnen, um den preis beliebt zu sein u. andere nicht zu verärgern, hat zur folge, dass wir uns mehr u.mehr von uns entfremden.
weil man sich entfremdet hat, fehlt es auch an selbstvertrauen u. um sich zu schützen, legt so mancher sich eine rüstung zu.
vorallem wollen wir das uns andere nicht zu nahe kommen können u. wollen uns vor ihren möglichen forderungen, evtl. verletzenden verhalten schützen.
dabei verdecken wir aber auch unseren inneren kern, unsere innere quelle, aus der uns unsere wahrhaftige stimme zu uns spricht, die wir dann auch lange nicht hören, sie gar nicht mehr wahrnehmen können.
auf meinem heilungsweg wurde mir bewusst, dass ich eine ganze reihe von entscheidungen gegen meine innere stimme gewählt habe u. mich gewundert habe, warum mich diese entscheidungen, nicht wirklich zufrieden, eher unglücklich gemacht haben, bzw. die völlig unpassend für mein leben waren.
nicht selten kommt man zu dem ergebnis, seine anstrengungen zu verdoppeln, diese nicht selten so auf längere zeit aufrecht zu erhalten, dann in die totale erschöpfung, gar depression führen können.

da kommt dann die selbstfürsorge ins spiel.
Selbstfürsorge, verantwortung für sich zu übernehmen, ist, so meine erfahrung, sehr wichtig auf den weg , um sich selbst zu lieben, gut mit uns selbst umzugehen u. gut mit sich auszukommen.
besonders in zeiten, wo es uns nicht gut geht, unser kompass, uns nicht die richtige richtung anzeigt.

nicht andere menschen sind fälschlicher weise für unser wohlergehen verantwortlich, sondern wir sind es selbst u. nur wir allein haben gut für uns zu sorgen, uns gut zu umsorgen.
es beginnt schon damit, das wir unseren geist u. körper darüber nie vernachlässigen sollten.
die Achtsamkeit kann uns dabei vermitteln, bei den auch noch so kleinsten dingen des alltags, selbst schon morgens beim zähneputzen, unsere aufmerksamkeit ganz u. nur auf diese eine tätigkeit zu richten, dabei unsere gedanken nicht schon immer schon in den nächsten moment abdriften zu lassen.
ist mit viel viel übung verbunden, ich weiß !
aber es lohnt sich u. wer die möglichkeit hat, einmal ein Achtsamkeits-seminar oder gar wochenende besuchen zu können, dem kann ich es wärmstens empfehlen.

mein TP stellte mir einmal die frage, ob es mir eher leichter fallen würde, mich eher um andere zu kümmern, zu sorgen, mich für ihre anliegen zu interessieren ?
hat mich bei intensiver beschäftigung dieser frage, schon sehr nachdenklich werden lassen.

LG Jedi

23.03.2019 21:05 • x 1 #8


Caro1

Caro1

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Zitat:
"Wer bin ich, wenn ich niemand sein muss" ?


Ein paar Worte nur und ein guter Satz !
Wenn ich mir überlege ,daß viele (auch ich) erst bis zum wirklichen Zusammenbruch
"funktionieren",ehe man beginnt nachzudenken, frage ich mich heute:
Warum dauert es oft so lange,ehe man selbst reagiert auf die Signale, die der eigen Körper sendet
und signalisiert,das da etwas nicht stimmt .
Vor Jahre bin ich direkt vom KKhs.zu einem TP gekommen,der mir die Augen sinnbildlich öffnete.
Bis dahin habe ich nicht über mich selbst nachgedacht,sondern getan,was verlangt/erwartet wurde,
erwartet wurde meiner Meinung nach!
Das genau war der riesige Trugschluss !
Die Erziehung durch die Eltern,die Gesellschaft,die Menschen im Umfeld , in dem man lebt und arbeitet,beeinflussen und formen uns in großem Maße.
Als Mensch mit ausgeprägtem Gespür für Hilfsbedürftige,mit dem Bedürfnis allen alles Recht machen zu wollen,
alles gut ,nein.besser als nur gut machen zu wollen,dem Drang etwas verändern zu wollen,dem Wunsch annerkannt
zu werden ,dem Wunsch in Frieden,d.h. ohne Streit und Auseinandersetzungen miteinander auskommen zu können im Alltag wie privat,als solch ein Mensch habe ich mich selbst "vergessen" dabei.
Heute weiß ich allerdings auch,wenn ich andere Menschen bzw. Situationen im beruflichen Alltag zunehmend negativ betrachte,empfinde und demenstprechend auch negativ beginne zu reagieren,baut sich negativer Stress, Frustration und eine Krise von selbst auf.
Deshalb konnte und habe ich meinem damaligen AG auch keine Vorwürfe gemacht, weil.es lag an mir selbst !

Ich habe es zugelassen,ich habe nie NEIN gesagt, habe Überstunden gemacht, die ursächlich niemand erwartet hätte,
weil ich keine Unterstützung gefordert habe .
Ich war immer positiv drauf,daher haben als mittlere von 3 Geschwistern immer gesagt.DU packst das, wenn sonst niemand aber dann DU.
Man könnte viele weitere Beispiele aufzählen .
Heute bin ich froh,an diesen TP gekommen zu sein ,ein online Forum gefunden zu haben ,wodurch ich mich belsen habe an Tagen ,wo ich total am Boden zerstört und krank geschrieben war lange Zeit.

Selbstliebe.um daruf zurückzukommen:
Es ist glaube ich wie eine Sucht, eben eine Krankheit ,Krankheit an der Seele,die Symptome sieht man nicht, nicht auf den ersten,nicht auf den zweiten,sondern oft erst,wenn es fast zu spät ist.
Man muss erst an einem Punkt /aus meiner Sicht an einem Punkt der eigenen Hilflosigkeit(körperlich und seelisch) ankommen,an dem man Hilfe von außen annimmt,beginnt selbst an und über sich zu denken.

Es ist ein langer Prozess zu erkennen,daß man sich selbst lieben und mögen muss,um klar zu kommen draußen.
Ich sage bewusst draußen,weil unsere Gegenwart ein hektisches Umfeld von ständigen steigenden Veränderungen,
Anforderungen,Flexibilität u.v.a. ist.

Nimm mich so ,wie ich bin ! ,
das sagte mal vor Jahren eine Kinderbetreuerin zu mir als junge Mutter ,weil mein Sohn anders war als andere Kinder.
Auch ich bin anders, jeder Mensch ist anders,allerdings sollten wir uns lieben ,wie wir sind !
Auf der Suche nach dem ICH, suche ich nach meinem Sinn des Lebens.
und weil ich bin wie ich eben bin , werde ich weiter Hilfsbedürftigkeit sehen und helfen , werde weiter Stress haben ,
allerdings versuchen ,dass diese positive Wirkung hat,werde weiter perfektionistisch arbeiten , nur nicht 150% ,sondern vielleicht nur noch 80 %,werde versuchen toleranter zu sein mir selbst und anderen gegenüber.
Das wird mir helfen auf dem Weg !
Entschuldigt, falls es etwas durcheinander ging und doch etwas viel geworden ist- ich möchte eigentlich denen,welchen es gerade mies geht sagen, schaut in euch hinein ,vergeht nicht in evtl. Schuldzuweisungen.
Nur jeder selbst ist der oder die Macherin ,sein eigener Therapeut eigentlich.
Die Stunden der Tränen und der Wut über seine eigene Blindheit sich selbst gegenüber lohnen sich,öffnen den Weg wieder nach draußen.
In diesem SInne
Gute Nacht für heute
LG Caro1

24.03.2019 00:01 • x 6 #9


Anouk67

Anouk67

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Hallo Jedi,

Vielen Dank, dass Du dieses Thema ansprichst. Du hast mir aus der Seele geschrieben und ich habe sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Geprägt von Eltern und dem Umfeld, tat ich das was erwartet wurde. Ich tat es perfekt. Es kam was kommen musste, der BO. Einer meiner TP hat zu mir gesagt, dass das Wort, das mich am besten beschreiben würde unbarmherzig sei. Nicht gegenüber anderen, nur mir selbst gegenüber. Ein anderer TP hat mich darauf gebracht, dass viele Leute in meinem Umfeld mich gefürchtet haben, weil ich so perfekt gearbeitet habe und nie Fehler machte. Der Preis, den ich bezahlt habe war sehr hoch, ich habe Energie verbraucht, die ich gar nicht mehr hatte und so wurde ich krank.
Selbstliebe, das stand mir gar nicht zu. Wofür hätte ich mich lieben sollen? Das wäre doch eitel sich selbst zu lieben. Auch ich habe lernen dürfen. Für mich ist es noch ein sehr weiter Weg und nachdem ich mich ja nun schon seit einiger Zeit gefragt habe, was ich eigentlich in diesem Forum mache, wo doch der BO schon 9 Jahre her ist, haben mir Eure Beiträge gezeigt warum ich hier bin. Ich habe den Draht zu mir selber wieder verloren. Ich bezweifle, dass ich es jemals schaffen werde mich zu lieben, aber wenn ich es schaffen könnte mich zu akzeptieren, wäre schon viel gewonnen.

Danke
Anouk

24.03.2019 08:58 • x 6 #10


Resi

Resi

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Lieber Jedi,
danke für diesen Anstoß zum Gedankenaustausch!

Zitat von Anouk67:
. Einer meiner TP hat zu mir gesagt, dass das Wort, das mich am besten beschreiben würde unbarmherzig sei. Nicht gegenüber anderen, nur mir selbst gegenüber.

Ganz genauso bei mir, Anouk.
Ich habe mich teilweise durchs Leben gepeitscht, in jeder Lebenslage.

Ich möchte sagen, daß ich auf dem Weg bin, daß ich- auch von dir, jedi- diesbezüglich schon viel gelernt habe.
Ich habe mich mit der "kleinen" Resi in mir, die sich bereits als Kind entwertet und unsichtbar gefühlt hat, angefreundet und es gelingt mir immer mehr, den Zugang zu mir zu finden, bei mir zu sein.

Ich habe so viele Jahre meines Lebens zugebracht, so zu sein, wie andere ich haben wollten, ich war richtig gut darin: mein Lebensziel war es, andere glücklich zu machen, ich habe getan, was andere erwartet haben und es bis zur Perfektion getrieben und zu einer gewissen Selbstverleugnung, auch wenn es dann immer wieder zu "Rebellionen" kam.
Ich habe mir selbst nicht getraut, meinen Empfindungen, weil mir früh gesagt wurde, daß das, was ich empfinde, nicht richtig sei.

Erst seit meinem BO, der insofern ein Segen, nicht nur ein Fluch ist, und durch den Austausch mit Gleichgesinnten, entwickle ich diese Nähe zu mir (ich habe mit dem Wort "Selbstliebe" bei mir noch Probleme) und auch mehr Akzeptanz.

24.03.2019 09:58 • x 6 #11


Jedi

Jedi


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Hallo Caro1 !

Zitat von Caro1:
frage ich mich heute:
Warum dauert es oft so lange, ehe man selbst reagiert

für mich wäre es eine erklärung, dass wir unsere verhaltensmuster u. glaubenssätze zu gut in uns kultiviert haben, dass wir über lange zeit gar nicht bemerken, worauf wir zusteuern.
da kommt mir das bild in den sinn, von der Titanic die den Eisberg rammte.

unsere muster sind so gut eingeübt u. geben uns das gefühl von sicherheit, weil wir diese muster gut kennen u. vertrauen.
etwas zu hinterfragen oder gar zu verändern macht mühe u. schafft ersteinmal unsicherheit, deshalb bleiben wir lieber bei unseren gewohnheiten, die uns so vertraut sind !
bei mir war es so, dass ich zeichen meiner seele gut verdrängen konnte, habe mir die zeichen, selbst als schwäche ausgelegt u. schwach sein gab es in meinem job nicht.
körperliche symptome habe dem einem normalen alterungsprozess zugeschrieben.
im laufe jeden lebens, wenn wir älter weren, nehmen die zipperlein auch zu.
Alles nicht weiter schlimm, alles völlig normal, so meine denkweise.
Zitat von Caro1:
sondern getan,was verlangt/erwartet wurde,

häufig eine prägung, die bei BOlern zu finden sind.
Zitat von Caro1:
war der riesige Trugschluss !

nun Caro, da befindest du dich in bester gesellschaft !
Zitat von Caro1:
damaligen AG auch keine Vorwürfe gemacht, weil.es lag an mir selbst !

habe so auch gedacht u. meinem AG nicht die schuld zugeschoben.
es sind nicht nur die menschlichen muster der chefs, der kollegen, sondern auch politische u. wirtschaftliche gegebenheiten, haben zu bestimmten negativen veränderungen geführt.
aber, da stimme ich dir zu, habe ich ich selbst meinen anteil daran, durch falsche beurteilungen u. bewertungen, mich selbst in diesen abgrund manovriert !
Zitat von Caro1:
Ich habe es zugelassen,i

wie sehr viele BOler/innen !
weil wir so konditioniert waren, unser denken u. verhalten, als völlig normal, gar vertraut betrachtet haben.
Zitat von Caro1:
Es ist ein langer Prozess zu erkennen,daß man sich selbst lieben und mögen muss,

Mögen darf !
ich glaube, so meine erfahrung, haben nicht viele von uns gehört, mein kind, du bist gut so, wie du bist, wir lieben dich, auch wenn wir mal nicht mit dir so nicht einverstanden sind, probier dich aus, nehme dir zeit für die suche u. das finden von ., wenn wir dich unterstützen können, dann komm zu uns, usw.
da bleibt ein ur-vertrauen, zuversicht u. hoffung, dass wir vieles schaffen können, dabei auf der strecke.

sich selbst zu lieben ist da ersteinmal kein thema u. das können wir gut daran feststellen, wie wir mit uns umgehen, wenn uns etwas nicht gelingen mag oder wir eine falsche entscheidung getroffen haben.
da überlasse ich jetzt mal jedem Leser hier selbst, was ihm da noch in erinnerung geblieben ist ?
Zitat von Caro1:
Entschuldigt, falls es etwas durcheinander ging

fand ich jetzt so nicht !
Zitat von Caro1:
Die Stunden der Tränen und der Wut über seine eigene Blindheit

gehören hoffentlich jetzt der vergangenheit an
wir dürfen auch in situationen unserer blindheit mit uns wohlwollend u. liebevoll umgehen !
wir dürfen uns verzeihen lernen u. erkennen, wo unsere Wut ihren ursprung genommen hat u. uns sagen, "Du Wut, dich brauch ich jetzt nicht mehr" ! "Du tust mir auch nicht gut u. bist mir nun nicht mehr nützlich" !

Vertraue der Liebe, die Du in Dir trägst ! Sie möchte sich von Dir angenommen sein !

LG Jedi

24.03.2019 12:04 • x 1 #12


Alexandra2

Alexandra2

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Ich finde Selbstliebe unwichtig oder nicht machbar für mich- weiß ich doch nicht, ob und wie ich sie erreiche oder schon erreicht habe?
Die Selbstwahrnehmung ist Voraussetzung für eine Entscheidung, meinen Bedürfnissen zu entsprechen. Und diese spüre ich kaum, und wenn fehlt mir ein Wort/ die Sprache dafür. Dadurch ist das Bedürfnis nicht greifbar und nicht erfüllbar. Selbst bei elementaren Bedürfnissen geht es mir so, Durst oder Müdigkeit müssen ausgeprägt sein, damit ich das überhaupt wahrnehme.
Aus der Botschaft 'mich darf es nicht geben' habe ich gelernt. Vor allem daß ich tue, was ich für richtig halte. Was andere von mir halten (Bekannte, Kollegen etc.) ist mir egal.
Irgendwie bin ich bei mir angekommen, kritisiere mich nicht. Das haben Andere zu Genüge getan. Aber wie das gelang, mit mir zufrieden zu sein, trotz aller Anfeindungen, ist mir ein Rätsel.
Ist das Selbstannahme? Und ist sie der Lebenskatalysator, als Gegenpol zum traumatisierenden Elternhaus? Eine trotzende Selbstakzeptanz, wenn ich schon schlecht bin, kann ich eh machen was ich will?
Und Selbstliebe, wie fühlt sich sich an? Ich wurde schon vor meiner Geburt abgelehnt, zurückgewiesen, angefeindet. Das was ein Baby von gesunden Eltern lernt, so geliebt zu werden wie es ist, legt die Basis für Selbstliebe. Ich kenne weder in den Arm genommen zu werden, zu kuscheln etc. Die ganze Kindheit nicht. Deshalb kenne ich kein Gefühl für Geborgenheit, willkommen sein. Ein sehr schlechter Start für Selbstliebe.
Insofern versteht mein Geist, was Ihr meint, meine Seele jedoch nicht. Es tut mir gut, das dennoch zu schreiben und Teil der Gemeinschaft zu sein.

24.03.2019 12:20 • x 3 #13


Jedi

Jedi


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Hallo Anouk67 !

Zitat von Anouk67:
Wofür hätte ich mich lieben sollen?

eine spannende frage, aber wenn du dir die mühe einmal machst, dann wirst du sehr vieles finden können, gerade die kleinen dinge, wofür du dich hättest lieben können.
Zitat von Anouk67:
Das wäre doch eitel sich selbst zu lieben

so sind wir falsch konditioniert worden.
Selbstliebe wird oft falsch verstanden u. als egoismus oder gar narzissmus verstanden.
Sich selbst liebe zu schenken, ist weit weg von egoismus, gar narzissmus.
Zitat von Anouk67:
Ich habe den Draht zu mir selber wieder verloren.

dann versuche diesen draht wieder zu finden u. ihn aufzunehmen.
annehmen was gerade ist, wäre ein erster schritt, den du machen könntest.
Zitat von Anouk67:
Ich bezweifle, dass ich es jemals schaffen werde mich zu lieben,

ich würde den satz von dir gerne einmal umformulieren, "Ich wünsche mir u. habe die hoffnung, dass ich mich eines tages zu lieben gelernt habe, gelernt habe, mich anzunehmen, wie ich bin" !
nun mache ich mich einfach auf den weg u. schaue, wie es mir gelingen kann" !
auch du kannst es schaffen !

unser innerer dialog ist dabei nicht unwichtig u. ich denke, ein solcher satz, wie ich ihn formuliert habe, da steckt für dich möglicherweise mehr drin, als sich nur zu akzeptieren.
wobei ich deine begrifflichkeiten , damit nicht klein machen möchte.
vesuch nur einmal beim vorsprechen dieser beiden sätze, deinen satz u. mein umformulierter satz, dabei auf dein gefühl zu achten, ob du einen unterschied feststellen kannst.

LG Jedi

24.03.2019 12:30 • x 1 #14


Jedi

Jedi


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Hallo Alexandra2 !

Zitat von Alexandra2:
Ich finde Selbstliebe unwichtig oder nicht machbar für mich-

habe deinen beitrag aufmerksam gelesen u. kann diese deine aussage mitfühlend verstehen.
Zitat von Alexandra2:
weiß ich doch nicht, ob und wie ich sie erreiche oder schon erreicht habe?

hier lässt du etwas offen u. das finde ich hoffnungsvoll.
Zitat von Alexandra2:
Aus der Botschaft 'mich darf es nicht geben'

ein furchtbarer gedanke !
Zitat von Alexandra2:
Irgendwie bin ich bei mir angekommen, kritisiere mich nicht.

Selbstannahme, sich auf eine bestimmte art u. weise anzunehmen, kam mir sofort in meinen gedanken.
Zitat von Alexandra2:
Aber wie das gelang, mit mir zufrieden zu sein, trotz aller Anfeindungen, ist mir ein Rätsel.

nenne es, meine situation annehmen, wie sie ist ?
nenne es Selbstakzeptanz ? ob trotzend ? fällt mir gerade schwer, dass in verbindung zu bringen mit, Akzeptanz.
oder verbarg sich doch eine portion Liebe in dir, die du aktivieren konntest ?
waren so meine ganz persönlichen ideen, die ich jetzt einfach mal aufgeschrieben habe.
Zitat von Alexandra2:
kenne ich kein Gefühl für Geborgenheit, willkommen sein.

Verstehe, eine sehr traurige erfahrung, die du machen musstest !
doch ist es auch ein versuch wert, nicht in diesem gefühl stecken zu bleiben.
aber es ist schwer ! kann da mit dir mitfühlen u. es bedarf eines langen prozesses, bis sich auch andere gefühle wieder melden können.
Zitat von Alexandra2:
Ein sehr schlechter Start für Selbstliebe.

Ja, stimmt ! Leider !
Selbstliebe mag für dich jetzt ersteinmal unwirklich erscheinen, gar unwichtig sein, kann ich durchaus, nachdem was du geschrieben hast verstehen.
doch Selbstfürsorge zu üben, für sich, soweit es möglich erscheint, gut zu sorgen, auf sich acht geben, kann ein erster schritt in die richtung gehen, sich etwas von der liebe geben zu können, die du schmerzlich vermissen musstest.
Zitat von Alexandra2:
Insofern versteht mein Geist, was Ihr meint,

unsere ration ist immer schnell am start.
leider fehlt oftmals die abstimmung mit unserer seele u. so fühlen sich so manche dinge für uns nicht wirklich stimmig an.
Zitat von Alexandra2:
meine Seele jedoch nicht

weil sie sicherlich noch weitesgehend von deinen erfahrungen zugedeckt ist.
Zitat von Alexandra2:
Es tut mir gut, das dennoch zu schreiben und Teil der Gemeinschaft zu sein.

dieser satz, hat etwas bei mir berührt u. ich empfinde dankbarkeit dabei.

LG Jedi

24.03.2019 13:37 • x 3 #15




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