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Männer und Frauen, Kommunikation - eure Erfahrungen

Halo ihr Lieben, Männlein und Weiblein

Mich interessieren eure ganz persönlichen Eindrücke und Erfahrungen in der Kommunikation mit dem jeweils anderen Geschlecht. Also nicht die üblichen Klischees und ob man die belegen oder widerlegen kann, ob das weibliche Gehirn tatsächlich anders funktioniert als das männliche und ob die Ursache dafür im erlernten Rollenbild liegt oder angeboren ist. Das kann man wonders diskutieren.

Mir geht es um das, was ihr selbst erlebt und wie ihr damit umgeht.

Für mich wäre zu Beispiel ein männlicher Psychotherapeut völlig ausgeschlossen. Ich bin mal in mich gegangen und hab überlegt, warum eigentlich. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass es mir zu anstrengend wäre. Und das liegt daran, dass ich das Gefühl habe, ich muss mit Männern anders sprechen als mit Frauen. Der Austausch mit Frauen fühlt sich selbstverständlicher an. Da merke ich an den Rückmeldungen, dass das, was ich vermitteln will, auch ankommt.
Rede ich mit Männern, muss ich mehr erklären und verstehe auch die Rückmeldungen nicht immer ganz richtig. Die Wahrscheinlichkeit für Missverständnisse ist - gefühlt - einfach größer.
In einer Therapie würde ich das nicht haben wollen.

Ich arbeite ja im sozialen Bereich und teile die Begeisterung vieler Kolleginnen für die Anwesenheit männlicher Kollegen nicht unbedingt. Da wo zwischenmenschliche Feinabstimmung notwendig ist, empfinde ich sie oft als störend. Wenn es dagegen um praktische Durchführung klarer Abläufe geht, arbeite ich sehr gerne mit Männern zusammen. Klarer Plan, klare Ansage - läuft!


Also wie gesagt, das sind meine persönlichen Empfindungen, ich erhebe keinen Anspruch auf Verallgemeinerung, sondern würde nur gern hören, wie es euch da ergeht.

Liebe Grüße
ViolettaM

21.12.2019 09:56 • x 3 #1


Oh, das sollte eigentlich nicht unter Kummer und Sorgen landen.
Wie ist das denn passiert? Kann man das Thema noch verschieben?

21.12.2019 10:31 • #2



Hallo ViolettaM,

Männer und Frauen, Kommunikation - eure Erfahrungen

x 3#3


Resi
Interessantes Thema

Ich hatte mal einen männlichen Therapeuten, und mich hat das sehr weitergebracht, weil er der erste Mann in meinem Leben als Erwachsene war, der nicht auf meine damaligen Flirt-Angebote einging, sondern mich als Mensch "behandelte".

Auf der Arbeit ist es so, daß bei uns ein gutes Gleichgewicht herrscht, was den Frauen- und Männeranteil angeht.


Innerhalb der Kommunikation habe ich im Laufe meines Lebens die Erfahrung gemacht, daß die Menschen unterschiedlich sind, das aber nicht immer nur vom jeweiligen Geschlecht abhängt, sondern auch von sich selbst, was man preisgibt, wie man sich verhält.

Zitat von ViolettaM:
Also nicht die üblichen Klischees. . . ob die Ursache dafür im erlernten Rollenbild liegt


Ich bin nicht der Meinung, daß man das hier ausklammern kann.

Es geht zudem auch um nonverbale Kommunikation.
Auch um das, was man selbst überhaupt wahrnimmt- ich z. B. habe lange Zeit nur Männer wahr genommen, die auf meine Reizsignale sofort reagiert haben und habe die anderen gar nicht "gesehen" .

Es kommt auch auf die Themenbereiche an, in denen man sich begegnet- ich erlebe jetzt z.B. bei der Arbeit, daß eine talentierte junge schöne Frau von ihren älteren erfahrenen Kolleginnen "weggebissen" wurde- sie hat gekündigt.
Ich erlebe, daß sich Kollegen, die jedem kurzen Rock hinterherschauen, beim Boss über eine Kollegin beschweren, die sich zu freizügig kleiden würde.

Es hat auch mit dem kulturellen Hintergrund zu tun, wie man kommuniziert.

Das einzige, bei dem ich sagen würde, daß ich einen Unterschied zwischen Männern und Frauen sehe, ist, daß Frauen sich oft manipulativer verhalten als Männer.

Ich muß jetzt erstmal los, später mehr. . .

21.12.2019 10:42 • x 3 #3


Zitat von Resi:
Ich bin nicht der Meinung, daß man das hier ausklammern kann.

Nein, ausklammern wollte ich das auch nicht. Ich wollte nur außen vor lassen, wie das von wissenschaftlicher Seite aussieht, weil es mir um die rein subjektive Sichtweise geht.


Zitat von Resi:
Es geht zudem auch um nonverbale Kommunikation.
Auch um das, was man selbst überhaupt wahrnimmt-

Auf jeden Fall. Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich extrem sparsam mit Flirtsignalen bin, weil ich immer befürchte, von Männern nicht ernstgenommen zu werden, weil sie dann eben nur das Weibchen sehen. Meine persönliche Rache ist, Männer erstmal meinerseits nicht so ernst zu nehmen.
Das macht den Umgang manchmal nicht so einfach.

Zitat von Resi:
ich erlebe jetzt z.B. bei der Arbeit, daß eine talentierte junge schöne Frau von ihren älteren erfahrenen Kolleginnen "weggebissen" wurde- sie hat gekündigt.

Ja, gab es bei uns kürzlich auch. Wobei sie wohl nicht unbedingt deshalb gekündigt hat, sondern wegen einer anspruchsvolleren Stelle.

21.12.2019 11:04 • #4


traumaland
Missverständnisse bleiben nie aus.
Aber ich umgebe mich sowieso lieber mit Frauen als mit Männern.
Einfach, weil ich intensiver fühle und es mich erstens mehr in Richtung Frau zieht aus intensiveren S. Interesse und zweitens, weil Frauen allgemeinhin als sensibler gelten und die mehr meine Gefühle verstehen können als ein Mann.
Weshalb ich glaube, dass meine Anliegen dort besser aufgehoben sind.
Vielleicht versuche ich auch dadurch, irgendwo die fehlende Mutter-Kind-Symbiose auszugleichen.

Also irgendwo glaube ich schon, dass Frauen sich besser einfühlen können, weil sie von Natur aus mit Stimmungswechsel und höherer Sensibilität ausgestattet sind.

21.12.2019 11:07 • x 1 #5


Zitat von traumaland:
weil Frauen allgemeinhin als sensibler gelten und die mehr meine Gefühle verstehen können als ein Mann

Hast du denn selbst auch das Gefühl, dass sie das wirklich tun? Ich bin mir da oft nicht so sicher, ob ich wirklich die Gefühle eines Mannes nachvollziehen kann, oder ob ich da nicht manchmal nur was reininterpretiere.

21.12.2019 11:30 • #6


Pilsum
Hallo Violetta,
Zitat:
Für mich wäre zu Beispiel ein männlicher Psychotherapeut völlig ausgeschlossen. Ich bin mal in mich gegangen und hab überlegt, warum eigentlich. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass es mir zu anstrengend wäre. Und das liegt daran, dass ich das Gefühl habe, ich muss mit Männern anders sprechen als mit Frauen. Der Austausch mit Frauen fühlt sich selbstverständlicher an. Da merke ich an den Rückmeldungen, dass das, was ich vermitteln will, auch ankommt.


Was Du hier beschreibst, glaube ich verstehen zu können. Allerdings, warum versuchst Du nicht
auch dann etwas zu vermitteln, wenn Du es verständlicher erklären musst.
Damit will ich sagen. Einen Therapeuten vom anderen Geschlecht zu haben, finde ich
teilweise sehr vorteilhaft. Meiner Ansicht nach kommt es darauf an, welches Problem Du
besprechen möchtest.

Männer und Frauen haben häufig, aber nicht immer sehr unterschiedliche Betrachtungsweisen.
Darauf sollten wir möglichst Rücksicht nehmen. Schließlich wollen wir doch verstanden und
akzeptiert werden.

Zitat:
Rede ich mit Männern, muss ich mehr erklären und verstehe auch die Rückmeldungen nicht immer ganz richtig.


Nun, wenn Du die Rückmeldungen teilweise nicht verstehst, warum fragst Du dann nicht nach,
wie es ein Mann sieht? Oder haben Deiner Ansicht nach, Männer weniger Ahnung von Gefühlen, als Frauen?

Viele Grüße

Bernhard

21.12.2019 12:28 • x 3 #7


Zitat:
Was Du hier beschreibst, glaube ich verstehen zu können. Allerdings, warum versuchst Du nicht
auch dann etwas zu vermitteln, wenn Du es verständlicher erklären musst.


Das tue ich natürlich. Und ich versuche auch immer, im Rahmen meiner Möglichkeiten, die andere Seite zu verstehen. Im Alltag und auf Augenhöhe.
In einer Therapie möchte ich das aber nicht. Da versuche ich, mit Hilfe der ausgebildeten Person, mich selbst zu verstehen. Und wenn ich dann das Gefühl habe, der Therapeut versteht mich erst gar nicht, dann ist mir das zu kompliziert. Das würde für mich eine zusätzliche Blockade bedeuten. Ist aber jetzt nicht so ein Problem, da es ohnehin mehr weibliche Therapeuten gibt.

Zitat:
Einen Therapeuten vom anderen Geschlecht zu haben, finde ich
teilweise sehr vorteilhaft. Meiner Ansicht nach kommt es darauf an, welches Problem Du
besprechen möchtest.


Das hat Resi ja auch so erlebt. Es würde mich interessieren, was für dich der besondere Gewinn dabei ist, wenn du als Mann eine Therapeutin hast. Was ist da anders/ besser, als wenn es ein Mann wäre?
Nur wenn es dir nicht zu persönlich ist, natürlich.

21.12.2019 13:36 • x 2 #8


Resi
Zitat von Pilsum:
Oder haben Deiner Ansicht nach, Männer weniger Ahnung von Gefühlen, als Frauen?
]

Meiner Erfahrung nach zeigen sie bestimmte Gefühle oft weniger, oder verstecken und kompensieren sie eher, unter Umständen durch andere Gefühle, z.B. Trauer und Schmerz schlägt in Wut und Aggression um.
Auch deshalb bin ich hier im Forum sehr dankbar, daß Männer von sich und ihren Gefühlen erzählen, weil ich jetzt viel mehr verstehe.

Was Kommunikation angeht:
Ich habe zugegebenermaßen ein ganz großes Problem, wenn Männer vulgär werden, weil ich das als Abwertung empfinde, oder eine gewalttätige Sprache haben, weil ich das als Bedrohung sehe.
So eine Art von Kommunikation erlebe ich bei Frauen fast gar nicht.

Zitat von ViolettaM:
Bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich extrem sparsam mit Flirtsignalen bin, weil ich immer befürchte, von Männern nicht ernstgenommen zu werden, weil sie dann eben nur das Weibchen sehen. Meine persönliche Rache ist, Männer erstmal meinerseits nicht so ernst zu nehmen.
.

Vielleicht verstehe ich unter flirten was anderes.
Ich finde Flirten schon eine Art von Kommunikation, auch unter Frauen, weil es für mich eher den spielerischen Aspekt als die ero. Komponente hat.
Flirten kann aber nicht jeder und es wird oft mißverstanden.

Es gibt nur eine Sorte Männer, die ich nicht ernst nehme, und das sind Macho-Männer, weil die so einfach gestrickt, leicht zu durchschauen und uninteressant sind.

21.12.2019 14:18 • x 1 #9


traumaland
Zitat von ViolettaM:
Hast du denn selbst auch das Gefühl, dass sie das wirklich tun? Ich bin mir da oft nicht so sicher, ob ich wirklich die Gefühle eines Mannes nachvollziehen kann, oder ob ich da nicht manchmal nur was reininterpretiere.


Naja, es kommt auch auf die Frauen an. Gibt natürlich auch welche, die sind ganz anders gestrickt. Aber ich denke, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, besser verstanden zu werden.

21.12.2019 14:54 • x 1 #10


Zitat von Resi:
Ich finde Flirten schon eine Art von Kommunikation, auch unter Frauen, weil es für mich eher den spielerischen Aspekt als die ero. Komponente hat.
Flirten kann aber nicht jeder und es wird oft mißverstanden.

Ich denke, ich weiß schon, was du meinst. Was Männer angeht, beherrsche ich das tatsächlich nicht und darum lasse ich es lieber.
Aber auch das kann missverstanden werden. Ich habe gelegentlich von Männern gehört, dass sie mich zwar attraktiv fanden, aber meine Zurückhaltung als abweisend oder gar arrogant empfanden.
Die, die sich für mich interessierten, fühlten sich gerade davon angezogen und vermuteten dahinter ein Mysterium, dass es zu ergründen gab und gaben alles, um mich zu erobern. Dann hatte ich alle Hände voll zu tun, die Entwicklung halbwegs meinem Tempo anzupassen. Das wurde dann auch wieder als eine Art Spiel gesehen, so nach der Devise: du hältst mich auf Abstand, damit ich noch mehr gebe.
Echt anstrengend.

Vor ein paar Jahren hat es dann doch endlich mal einer verstanden.
Was daran liegen mag, dass wir uns sehr ähnlich sind. Aber eben trotzdem Mann und Frau.

21.12.2019 15:07 • x 1 #11


Pilsum
Zitat von ViolettaM:

Das hat Resi ja auch so erlebt. Es würde mich interessieren, was für dich der besondere Gewinn dabei ist, wenn du als Mann eine Therapeutin hast. Was ist da anders/ besser, als wenn es ein Mann wäre?
Nur wenn es dir nicht zu persönlich ist, natürlich.


Den Zusammenhang dahinter finde ich eher einfach zu erklären.

Psychische Probleme sind meiner Ansicht nach sehr häufig Koimmunikations-Probleme, welche durch ein
falsches Beurteilen von zwischenmenschlichen Abhängigkeiten entstehen und auch oft darin bestehen, dass
jemand schlecht mit dem anderen Geschlecht kommunizieren kann.
Daraus folgt für mich.
Wenn ich mich von jemandem beraten lasse, der ein anderes Geschlecht besitzt, kann das Feedback
des Therapeuten/der Therapeutin durchaus von Vorteil sein, weil Männer Frauen anders rüberbringen können,
wie jemand auf andere Menschen wirkt. Und Frauen können deshalb auch Männern oft besser rüberbringen,
wie sie auf fremde Menschen wirken.
Dies möchtest Du aber nicht, weil Dir das angeblich zu schwierig ist. Dann eben nicht.

21.12.2019 15:12 • #12


Zitat von traumaland:
Aber ich denke, dass die Wahrscheinlichkeit höher ist, besser verstanden zu werden.

Das finde ich schon interessant. Ich wäre davon ausgegangen, dass Männer eben Männer besser verstehen. Auch wenn sie nicht so viel darüber reden. So eher als stillschweigendes Einverständnis.

21.12.2019 15:14 • x 1 #13


Pilsum
Zitat von ViolettaM:
Das finde ich schon interessant. Ich wäre davon ausgegangen, dass Männer eben Männer besser verstehen.


Sagtest Du nicht, Du möchtest Dich besser verstehen?
Ein Therapeut muss Dich gar nicht verstehen. Er/Sie soll Dir möglichst gut spiegeln können,
was er/sie bei dem versteht, was Du mit Deinen Worten und Deiner Körpersprache ausdrücken willst.


Wenn er Dir nämlich etwas reflektiert, was Du nicht ausdrücken wolltest, Dann musst Du beginnen
Deine Sprache und Deine Körpersprache zu verbessern, damit andere Das verstehen, was Du
wirklich sagen möchtest.

21.12.2019 15:22 • x 2 #14


Augenblick, bevor das hier in eine Richtung abdriftet, die ich mit dem Thema nicht beabsichtigt hatte:

Ich möchte hier lediglich Erfahrungen und Eindrücke von beiden Seiten sammeln. Dabei geht es mir gar nicht darum, dass irgendwer recht hat. Nach welchen Kriterien sich man sich seinen Therapeuten aussucht, kann jeder für sich entscheiden.
Und wenn ich danach frage, warum jemand das anders sieht als ich, interessiert mich das einfach.
Ich will dich gar nicht von meiner Ansicht überzeugen und muss auch nicht vom Gegenteil überzeugt werden.


Zitat von Pilsum:
Dies möchtest Du aber nicht, weil Dir das angeblich zu schwierig ist. Dann eben nicht.

Was willst du mir damit sagen? Liest sich für mich etwas pampig. Was hab ich dir getan?

[

21.12.2019 15:40 • x 2 #15





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