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Durch chronische Depression keine Motivation mehr

Lui

Lui

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Zitat von Pilsum:
Nicht wollen oder nicht können, meiner Meinung nach gibt es dazwischen fast keinen Unterschied.


Dazwischen gibt es sehr wohl einen Unterschied. Der kann sogar himmelweit sein! Meinst Du vielleicht so etwas wie 'Man muss einen Willen haben, um überhaupt etwas verändern zu können?'

05.12.2018 05:41 • #16


Pilsum

Pilsum

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Zitat von Lui:

Dazwischen gibt es sehr wohl einen Unterschied. Der kann sogar himmelweit sein! Meinst Du vielleicht so etwas
wie 'Man muss einen Willen haben, um überhaupt etwas verändern zu können?'


@Lui

Hallo Lui,

zum einen ist es wirklich so.

Ein Mensch kann immer nur dann etwas verändern, wenn er es auch will.


Wenn Du das anders siehst, mit dem "wollen" und dem "können", dann sage mir bitte mal.
Welche wesentlichen Unterschiede liegen nach Deiner Sichtweise genau zwischen
"Ich will das nicht." und "Ich kann das nicht."
Oder gibt es da nur einen Unterschied?

Wenn Du magst, können wir das dann weiter diskutieren.

Viele Grüße

Bernhard

05.12.2018 09:43 • #17


Lui

Lui

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Hallo Pilsum,

Zitat:
Ein Mensch kann immer nur dann etwas verändern, wenn er es auch will.

Sofern es seine Umstände, Gegebenheiten und Möglichkeiten erlauben. Wollen kann man schließlich vieles. Und weiß der Mensch überhaupt, was er wirklich will? Dies herauszufinden scheint mir schon eine große Aufgabe zu sein.


Zitat:
Wenn Du das anders siehst, mit dem "wollen" und dem "können", dann sage mir bitte mal.
Welche wesentlichen Unterschiede liegen nach Deiner Sichtweise genau zwischen
"Ich will das nicht." und "Ich kann das nicht."
Oder gibt es da nur einen Unterschied?


Es ist mir nicht klar, was du damit meinst. Sage doch bitte erst mal, warum du keinen Unterschied sehen kannst!
Wollen ist eine Absicht. Können ist die Möglichkeit haben, unter bestimmten Umständen etw zu tun.
Grüßle

05.12.2018 10:47 • x 1 #18


issabella

issabella

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Hallo, Pilsum,
Der beste Wille hilft nicht, wenn man es nicht kann.
Du unterstellst, dass jeder Mensch nach seinen Willen agieren kann.
Es ist, leider nicht so. Es gibt Krankheiten, die eigenen Willen ausradieren, ohne, das der Betroffene das merkt.

Mit wollen und s.w. kannst Du Menschen helfen, die Lebensberatung brauchen, aber nicht demjenigen, die schon Psychisch krank sind.
Die brauchen nicht Lebenshilfe, sondern brutale Medis und Psychiatrie. Eventuell Fixierung. Das habe ich gesehen und werde nicht vergessen. Glaub mir, so was möchtest Du nicht im Traum sehen.
Und da ist Deine Hilfe hinfällig - nicht für für richtig kranke Menschen.
Bilder dürfen wir nicht machen: fast un bezogene, aggressive Menschen in Ketten. Bei denen brauchte man nicht sagen:"wenn Du willst" - die hören das nicht einmal, verstehen - wie?
Psychiatrische Forensik.
LG

05.12.2018 11:23 • x 1 #19


Pilsum

Pilsum

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Zitat:
Pilsum schreibt:
Ein Mensch kann immer nur dann etwas verändern, wenn er es auch will.

Zitat:
Lui schreibt:
Sofern es seine Umstände, Gegebenheiten und Möglichkeiten erlauben. Wollen kann man schließlich vieles. Und weiß der Mensch überhaupt, was er wirklich will? Dies herauszufinden scheint mir schon eine große Aufgabe zu sein.


Dies sehe ich exakt wie Du. Am Anfang sollte Der Mensch für sich herausfinden, was er will.
Weil sonst kann er gar nicht sagen, ob er etwas kann oder nicht kann.

Depressive Menschen scheinen aber genau zu wissen, was sie wollen.
Oder wären sie sonst depressiv?
Allerdings, warum sprechen sie so selten darüber?
Weil sie keine Verbündeten für ihr Thema finden, oder warum?

Zitat:
Es ist mir nicht klar, was du damit meinst. Sage doch bitte erst mal, warum du keinen Unterschied sehen kannst!


Ich versteh Dich überhaupt nicht.
Du sagst:
Zitat:
Dazwischen (gemeint sind "wollen" und "können") gibt es sehr wohl einen Unterschied. Der kann sogar
himmelweit sein!


Ich weiß, dass es in Einzelfällen einen Unterschied zwischen "wollen" und "können" geben kann. Dies ist aber
eher selten.
Dann erkläre mir doch den großen Unterschied, den Du da siehst?
Zitat:
Sage doch bitte erst mal, warum du keinen Unterschied sehen kannst!


Was soll ich denn dazu erklären? Wenn ich hin und wieder da gar keinen Unterschied sehe,
könnte ich Dir dazu nur sagen.

"Wie sie sehen, sehen sie nichts!"

Was im Unterschied siehst Du dabei?
Zitat:
Können ist die Möglichkeit haben, unter bestimmten Umständen etw zu tun.


Genau. Und die Umstände erlauben in der Regel ganz besonders viel für seine seelische Gesundheit zu tun.
Wie nutzt Du diesen Umstände für Dich und Deine Zufriedenheit?
Oder auch, warum nutzt Du die Umstände in unserer Gesellschaft nicht, viel Gutes für Deine
seelische Gesundheit zu tun?

Bernhard

05.12.2018 11:26 • #20


issabella

issabella

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Ich schätze mal, dass sich unsere Antworten irgendwie gekreuzt haben.
Deine Zitate haben mit meinen Worten gar nichts zu tun.
Schwer Depressive Menschen und auch mit anderen psychischen Krankheiten haben keinen Willen und können nicht sagen: ich will besser sein.
Es ist sehr traurig, aber es gibt viele Menschen, die nicht eigene Wille oder Wünsche erwicklen - und wenn, könnte das tragisch enden.
Lebensberatung ist in manchen Fällen nicht Genug.
LG
Magdalena

05.12.2018 11:57 • #21


Pilsum

Pilsum

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@ issabella

Hallo issabella,
Zitat:
Der beste Wille hilft nicht, wenn man es nicht kann.


Das sehe ich wie Du.
Zitat:
Du unterstellst, dass jeder Mensch nach seinen Willen agieren kann.


Ich unterstelle gar nichts. Ich sage aber, dass ein Mensch mit seinem Willen oft
vieles erreichen kann, woran er vorher nicht geglaubt hätte.
Zitat:
Es gibt Krankheiten, die eigenen Willen ausradieren,


Ich glaube nicht, dass sich hier im Forum jemand befindet, dessen eigener Wille ausradiert wurde.

Damit das Thema von bethany nicht kaputtgeschrieben wird, habe ich zu diesen Fragen ein
eigenes Thema eröffnet.

"Was will ich"? und "Was kann ich erreichen"?


Falls jemand dazu Lust hat, können wir das dort gern weiter diskutieren.

Bernhard

05.12.2018 12:00 • x 1 #22


issabella

issabella

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Bernhard,
Die Idee ist gut, aber ich kann Dein Thema nicht erröfnen .Ich möchte wissen:"Was will ich und was will ich erreichen?"
Genau, chronische Depressionen liefern keine Motivation mehr.
Wenn man bereit ist, Suizid zu begegnen - schöne und gute Worte erscheinen, wie Satire..
Du bist sehr gut in Lebensberatung -so schöne und triftige Sätze hätte ich nicht gefunden.
Ich bin von Medizin und habe andere Seiten vor Augen - vor allem krankhafte.
Irgendwie kann ich doch verstehen, welche Menschen nur Lebensberatung brauchen, welche Trost und welche sehr tiefe psychische Wunden haben.
Ich möchte allen helfen - aber es ist nicht möglich.
Am Anfang der Depression, viele nicht wichtige Probleme, (Subiektiv), kann Bernhard wunderbar helfen und
die Krankheit stoppen bei jungen Menschen.
Was mich beeindruckt - Supper Empathie für Junge Menschen. Ich bin zu trocken , und finde nicht immer richtige Worte.
Es ist so: Du bist empatisch und nett, ich suche falsche töne - nicht unbedingt ( Nur 2mal hatte ich Verdacht gahabt)..
Es gibt aber Leute, die das Forum nicht ernst nehmen.
Ich schätze, wir haben noch Zeit, weiter diskutieren, wenn es Dir angenehm ist.
LG
Magdalena

05.12.2018 13:19 • x 1 #23


issabella

issabella

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Hallo, Bernhard,
wo finde ich das Thema?
LG
M

05.12.2018 13:33 • #24


Lui

Lui

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05.12.2018 13:42 • x 1 #25


bethany


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Naja, ich glaube mal, dass jeder, der wirklich an einer Depression leidet, schon unzählige Versuche hinter sich hat, etwas zu verändern. Ich bin ein absolut ehrgeiziger und zielstrebiger Mensch, der alles andere als schnell klein beigibt.

Ich glaube aber auch, dass sie da echte chronische Depressionen entscheidend von einzelnen, vorübergehenden Krisen unterscheiden. Das ist aber meine durchgängige Erfahrung, dass das immer in einen Topf geworfen wird. Tatsächlich ist die Situation aber eine andere. Dieses "Du musst nur wollen" ist halt auch dieses Klischee, das man von Außenstehenden immer zu hören bekommt, mitunter auch von Leuten, die sich in einer Krise befunden haben und sich herauslaviert haben. Aber das hat mit jahrelangen schweren Depressionen eigentlich wenig gemein.

05.12.2018 14:59 • x 1 #26


Pilsum

Pilsum

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@bethany

Hallo bethany,

Zitat:
Naja, ich glaube mal, dass jeder, der wirklich an einer Depression leidet, schon unzählige Versuche hinter
sich hat, etwas zu verändern.


Das denke ich auch. Nur frage ich, auch wenn etwas schon 300 mal ergebnislos versucht wurde, ist das
dann auch gleichbedeutend mit der Aussage "Es geht nicht"?
Oder bedeutet es eher "So, auf diese Weise funktioniert es nicht."

Zitat:
Dieses "Du musst nur wollen" ist halt auch dieses Klischee, das man von Außenstehenden immer zu
hören bekommt, mitunter auch von Leuten, die sich in einer Krise befunden haben und sich herauslaviert haben.
Aber das hat mit jahrelangen schweren Depressionen eigentlich wenig gemein.


Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich stimme Dir völlig zu. Die Aussage
"Du musst nur wollen", ist sicherlich falsch. Dies ist viel zu kurz gedacht.

Dies bedeutet andererseits für mich nicht gleichzeitig auch, dass Du als depressiver Mensch
mit Deinem Willen nicht hier und da wichtige Verbesserungen bei Deiner persönlichen Zufriedenheit erreichen kannst.

In Deinem Eingangsbeitrag schreibst Du.
Zitat:
Nur im Umgang mit den Kindern bin ich sehr lebendig, weil ich den Kontakt einfach mag und ich mich
dort auch nützlich fühle. Die Kids wecken mein Herz einfach auf.


Bedeutet das, Deine Krankheit ist davon abhängig, ob Du Dich nützlich fühlen kannst und mit welcher Art von
Menschen Du Kontakt hast?
Könnte man auf solche Weise Depressionen dauerhaft abmildern?
Oder habe ich Dich hier falsch verstanden?

Viele Grüße

Bernhard

05.12.2018 21:51 • #27


bethany


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Natürlich liebe ich den Umgang mit den Kindern. Aber ich kann ja nicht unbegrenzt mit Kindern zu tun haben. Das ist nämlich auch kräftezehrend und kann u. U. auch zu zusätzlichen Problemen (Burnout) führen. Andere Kontakte habe ich auch, sie geben mir aber eher wenig, weil ich mich andere Dinge beschäftigen und ich mich eigentlich auch nicht mehr öffnen möchte. Mir ist diese Diskussionen und Rechtfertigung gerade in Bezug auf Depression usw. einfach viel zu anstrengend. Das zieht mich eher runter, als dass es mir hilft. Klar kann man auch über andere Dinge reden (und sollte das auch), nur empfinde ich das in akuten depressiven Phasen als absolut kontraproduktiv.

06.12.2018 14:32 • x 2 #28


Ylvi13

Ylvi13

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Hallo zusammen, ich leide seit 6 Jahren an Depressionen und ich kann viel von dem hier geschrieben nachvollziehen. Ich war in einem schwarzen Loch, ganz unten. Ich kenne das " Nicht können " es hat null mit Wollen zu tun und erklären konnte ich das schon mal gar nicht. Ich habe das Gefühl und die Erfahrung gemacht, das mich jemand, der an Depression leidet, verstehen kann. Verstehen im Sinne von Verstehen und Fühlen. Und, manchmal muss ich die Depression auch einfach nur bewusst leben. Ich kämpfe , jeden besch..... Tag, aber manchmal will und muss ich auch mal jammern (dürfen).
Ich selbst habe kaum noch Kontakte, vielleicht auch ,weil ich mich unverstanden fühle.

07.12.2018 12:53 • x 2 #29


Pilsum

Pilsum

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@Ylvi13

Hallo Ylvi,

willkommen im Forum.
Zitat:
Ich kämpfe , jeden besch..... Tag, aber manchmal will und muss ich auch mal jammern (dürfen).


Das ist sehr gut, wenn Du kämpfst. Weil kämpfen kannst Du deswegen, weil Du
vorwärts kommen willst. Auch das kämpfen ist "wollen".

Nicht nur Menschen, die Depressionen haben, möchten schon einmal jammern.
Auch Leute, die gar keine richtigen Krankheiten haben, jammern gern auch mal.
Hin und wieder gehört jammern zum Leben dazu.
Nur wenn jemand ständig jammert, kann es für andere schon mal etwas zu viel werden.

Viele Grüße

Bernhard

07.12.2018 21:30 • #30




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