Zitat von Lost111: Der Gedanke, demnächst wieder arbeiten gehen zu müssen, macht mich richtig fertig gerade.
Aber alle anderen Möglichkeiten würden Kürzungen in den Rentenanwartschaften / Rente etc. bedeuten.
Nach der Aussteuerung arbeitslos gemeldet zu sein und ALG1 zu beziehen bedeutet bezüglich der Rentenanwartschaft keine Kürzung, da auch vom ALG1, genau wie beim Krankengeld, weiter in die Rentenkasse eingezahlt wird. Was die Rentenhöhe angeht, hast Du ja schon weniger zu erwarten, weil eben die Beiträge schon im Krankengeld niedriger waren, als wenn Du gearbeitet hättest.
Der Unterschied zwischen Krankengeld und ALG1 ist nicht so gravierend, wie Du es Dir vielleicht gerade in Deinen Horrorszenarien ausmalst. Allerdings ist es tatsächlich etwas weniger, das auf dem Konto landet. Diese Option nicht zu wählen heißt allerdings eben, arbeiten gehen, was Dir ja irgendwie nicht möglich scheint. Also ist doch im Grunde die Entscheidung rein logisch betrachtet schon gefallen. Das eine kannst Du nicht, das andere musst Du jetzt in Anspruch nehmen. Klar hat es Konsequenzen, sich arbeitslos zu melden.
Wenn Du es bist, wird der MD der AfA begutachten in wie weit Du arbeiten kannst oder könntest. Käme der zu der Entscheidung, dass Du auf absehbare Zeit nicht arbeiten kannst, wirst Du aufgefordert einen Reha oder EMR Antrag zu stellen. Dann würde der Ball bei der DRV liegen. Das verschafft Dir zumindest Zeit, Dir mal Gedanken zu machen, ob Du wieder zu deinem AG zurück willst, falls Du ungekündigt bist besteht ja das Arbeitsverhältnis weiter und würde lediglich ruhen, oder ob Du vielleicht woanders arbeiten willst, wo Du es dann vielleicht auch könntest.
Aber eines ist doch ganz klar, das Renten und Sozialsystem in Anspruch zu nehmen bedeutet immer ein Weniger von dem, dass man mal selbst erwirtschaften konnte. Zum Glück gibt es aber dieses System in Deutschland und wenn nichts anderes geht, darf und soll man es auch in Anspruch nehmen. Was aber dann nichts bringt ist, zu beklagen, dass es Weniger ist, denn es ist zumindest kein Nichts, wozu es aber kommen könnte, wenn man selbst nicht zumindest so viel beiträgt wie nötig um am Sozialsystem zu partizipieren.
Um ab Ende Februar weiter eine Geldleistung zu bekommen, nutzt ein Besuch beim Hausarzt nichts. Die Arbeitslosmeldung, die ja mittlerweile sogar online geht, wäre aber jetzt langsam obligatorisch, da es ja einige Zeit für die Berechnung und Bewilligung braucht. Und wenn man selbst in keinster Weise dazu im Stande ist, eine Meldung und den Antrag auszufüllen, bleibt nur, sich dafür Hilfe zu organisieren. Das sind die harten Fakten und die interessiert leider nicht im geringsten welcher Gemütszustand gerade vorherrscht. Leider hilft bezüglich dieser Bürokratie auch kein Therapeut oder Arzt dabei, sie zu bedienen. Bestenfalls helfen Anlaufstellen wie Caritas oder SPDi oder vielleicht Sozialverbände. Und trotzdem muss man selbst diesbezüglich eben tätig werden, indem man diese anfragt, ob sie einem helfen können. Bezüglich irgendwelcher Konsequenzen kann man sich dann Gedanken machen, wenn sie eintreten würden. Das einzige wobei man sich sicher sein kann ist, wenn man den Kopf quasi in den Sand steckt oder tatsächlich nur beweint, wie es einem geht, wird man wirklich keine Unterstützung erhalten, egal ob es um finanzielle oder anderweitige geht.
Eines macht zumindest keinen Sinn. Sich Gedanken über Kürzungen von finanziellen Leistungen zu machen, die einen irgendwann in ferner Zukunft mal betreffen könnten. Denn selbst Menschen die sich drauf freuen ihren Lebensabend in Saus und Braus genießen zu können, kann vorher schon der Tod ereilen und dann haben sie sich umsonst gefreut. Und das gilt auch umgekehrt, wenn man aktuell mit Einschränkungen noch relativ gut leben kann, aber sich ausmalen würde, dass es später mal schlechter sein könnte. Bestenfalls stellt sich die Frage, was wohl zu Lebzeiten angenehmer war, Vorfreude auf etwas, von dem man nicht weiß ob es so kommt, oder Angst vor etwas, von dem man nicht weiß ob es so kommen muss. Egal was man da als „sinnvoller“ erachten mag, es kommt immer darauf an, was in der aktuellen Situation gerade sinnvoll wäre. Und im Grunde ist alles im Leben eine Herausforderung an einen selbst, aktiv zu werden. Situation für Situation.
Reiner Zuspruch und Anteilnahme hilft einem leider tatsächlich bezüglich der finanziellen Unterstützung durch Institutionen nicht weiter, wenn man sich total inaktiviert.
Dann wird man irgendwann nicht mehr Leute sagen hören „Das tut mir leid für Dich“ oder andere tröstende Worte vernehmen, sondern lediglich ein „Ja Die Person kannte ich, aber irgendwie war Ihr nicht zu helfen“. Und dann spielt es überhaupt keine Rolle ob sie selbst nicht konnte oder wollte, oder ein anderer ihr nicht helfen konnte oder wollte und ob sie nach Hilfe fragte oder nicht.