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Gedanken zur N8

Dys
Zitat von Lachmalwieder:
Ich habe nur manchmal damit zu tun, dass deine Erfahrungen so ausführlich sind. Kann mich dann so schlecht darauf konzentrieren, bzw. einlassen. Bin dann einfach von dieser Flut von Informationen überfordert

Das kann ich gut verstehen. Es ist mein Problem damit, dass wenn ich nur schreibe, also nur Worte zur Kommunikation genutzt werden können, dann möglichst präzise sein möchte. In realen Gesprächen mit anderen, mag ich es auch eher „kurz und bündig“ denn da gibt’s ja immer die Möglichkeit direkt etwas nachzufragen und so finden Unterhaltungen ja auch meistens statt und es gibt Mimik, Gestik und Tonfall die Beachtung finden, bezüglich dessen was ausgedrückt werden soll.

x 1 #91


Lost111
Zitat von Dys:
Somit ist Selbstmitleid per se nichts schlimmes, lediglich wenn man sich darin verliert und es ein Dauerzustand wird, wäre es pathologisch. Und natürlich bliebe die Frage, wie zweckdienlich ist eine Emotion wie Selbstmitleid für einen selbst, wenn man das gerade so verspürt? Denn daraus ergibt sich eine Handlungsmöglichkeit, wie man mit dieser Emotion umgehen will, persönlich und im Zusammenhang mit Anderen.

Da bin ich ganz bei dir. Zuviel davon tut nicht gut.

Ich habe es heute endlich - nach über einer Woche! - geschafft, bei meiner Krankenkasse anzurufen.
Und ich habe erfahren, dass meine Krankengeldzahlung am 21.02. endet. Panik
Und das wurde mir bereits im Dezember letzten Jahres mitgeteilt. Da ich so ziemlich alles habe schleifen lassen (und auch meine KK-App nicht aktualisiert habe), war das ein großer Schock für mich. Da könnte ich mir sagen: selbst "schuld". Und so ist es letzten Endes natürlich auch. Ich habe mich nicht gekümmert.
Aber nun muss ich tätig werden.
Und ehrlich gesagt weiß ich gerade überhaupt nicht, was ich machen soll. unwissend

Morgen habe ich einen Termin beim HA. Mal hören, was er dazu sagt. Meinem Therapeuten habe ich auf den AB gesprochen, da er nächste Woche Urlaub hat.

Ich könnte nur noch würgen ..

#92


A


Hallo Lost111,

Gedanken zur N8

x 3#3


Dys
Zitat von Lost111:
Und ich habe erfahren, dass meine Krankengeldzahlung am 21.02. endet

Wirst Du ausgesteuert? Oder will die Krankenkasse aus einem anderen Grund nicht weiter zahlen?

#93


Lost111
Zitat von Dys:
Wirst Du ausgesteuert? Oder will die Krankenkasse aus einem anderen Grund nicht weiter zahlen?

78 Wochen krank innnerhalb von 3 Jahren.

#94


Grenzgaenger
Zitat von Dys:
Dies ist eine wohlwollende, tröstende und hoffentlich wohltuende Antwort, zweifelsfrei.

Genau darum geht es doch eigentlich im Leben Kumpel
Zitat von Dys:
und natürlich bliebe die Frage, wie zweckdienlich ist eine Emotion wie Selbstmitleid für einen selbst

ob Emotionen störend oder zweckdienlich sind liegt natürlich immer im Auge des Betrachters genau wie die Frage ob Selbstmitleid dienlich oder hinderlich sein kann. unwissend

Da aber in der Welt in der wir uns bewegen leider den Begriff Selbstmitleid sehr Negativ fast schon Vorwurfsvoll behaftet hat, und Depression eindeutig eine anerkannte Krankheit ist, würde ich mich hüten einen anderen Menschen mit diesen Begriff zu versehen... Herzfahne

#95


Dys
Zitat von Lost111:
78 Wochen krank innnerhalb von 3 Jahren.

Also wirst Du ausgesteuert. Hast Du Dich schon bei der AfA gemeldet? Falls nicht, wäre das wirklich etwas, das Du nicht schleifen lassen solltest.

#96


Dys
Zitat von Grenzgaenger:
Da aber in der Welt in der wir uns bewegen leider den Begriff Selbstmitleid sehr Negativ fast schon Vorwurfsvoll behaftet hat, und Depression eindeutig eine anerkannte Krankheit ist, würde ich mich hüten einen anderen Menschen mit diesen Begriff zu versehen

Es geht nicht darum jemandem mit einem bewerteten Begriff zu versehen. Selbstmitleid ist ein emotionaler Zustand, genau so wie fröhlich sein, oder wütend sein. Dann müsste man sich Deiner Meinung nach auch hüten, jemandem diese emotionalen Zustände zuzugestehen.

Das Depression eine Erkrankung ist, ändert ja nichts daran, dass man emotionale Zustände natürlich benennen darf. Wie jemand etwas bewertet, ist ja erstmal nicht das Thema dabei. Denn man kann etwas vorliegendes feststellen, ohne dabei zu urteilen. Also ohne Termini wie negativ oder positiv oder richtig oder falsch in der Feststellung zu benutzen.

#97


Lost111
Zitat von Dys:
Also wirst Du ausgesteuert. Hast Du Dich schon bei der AfA gemeldet? Falls nicht, wäre das wirklich etwas, das Du nicht schleifen lassen solltest.

Nein, habe ich nicht.
Ich werde wohl wieder in die Tretmühle eintreten. Was auch immer mich das kosten mag.

#98


Dys
@Lost111 wenn es weiter Geld geben soll und Du nicht wieder arbeiten kannst, dann gibt es keine Alternative in der Kürze der Zeit.

#99


Lost111
Zitat von Dys:
wenn es weiter Geld geben soll und Du nicht wieder arbeiten kannst, dann gibt es keine Alternative in der Kürze der Zeit.

Ja, das ist mir durchaus bewusst.

#100


Lost111
Der Gedanke, demnächst wieder arbeiten gehen zu müssen, macht mich richtig fertig gerade.
Aber alle anderen Möglichkeiten würden Kürzungen in den Rentenanwartschaften / Rente etc. bedeuten.
Ich arbeite seit 1992.
Und wenn ich wirklich nicht mehr kann, bleibt nur ein Ausweg. Was keineswegs eine Ankündigung sein soll.
Davon mal ganz abgesehen, dass ich mich damit eh schon beschäftige in letzter Zeit.
Aber alles hat Konsequenzen i-wann.
Ich weiß einfach nicht mehr, ob und inwieweit ich das weiterhin ertragen kann. Der tägliche Kampf, arbeiten gehen zu müssen. Denn mehr ist es nicht.
Ich weine seit gestern Nachmittag immer wieder. Und auch kannn ich leider nicht dem Drang widerstehen ..

#101


Wuslchen
Meine Liebe, es bleibt auch immer noch die Option mit der Erwerbsminderungsrente.

x 4 #102


hlena
Das sehe ich auch so.
Einen Versuch ist es wert.

x 4 #103


Lachmalwieder
Zitat von Lost111:
Nein, habe ich nicht. Ich werde wohl wieder in die Tretmühle eintreten. Was auch immer mich das kosten mag.

Deine Arbeit wird dich weiterhin immer noch kränker machen. Deine bevorstehende Aussteuerung (meine stand auch kurz davor) kommt ja nicht von ungefähr. Dein Arbeitgeber hat sicherlich auch nicht "wirklich mehr das Interesse" an dir. Leistung ist ja in unserer "Leistungsgesellschaft" gefragt. Bitte nicht als Angriff auf deine Person nehmen, ist nur meine menschliche Weisheit.

x 1 #104


A


Hallo Lost111,

x 4#15


Dys
Zitat von Lost111:
Der Gedanke, demnächst wieder arbeiten gehen zu müssen, macht mich richtig fertig gerade.
Aber alle anderen Möglichkeiten würden Kürzungen in den Rentenanwartschaften / Rente etc. bedeuten.

Nach der Aussteuerung arbeitslos gemeldet zu sein und ALG1 zu beziehen bedeutet bezüglich der Rentenanwartschaft keine Kürzung, da auch vom ALG1, genau wie beim Krankengeld, weiter in die Rentenkasse eingezahlt wird. Was die Rentenhöhe angeht, hast Du ja schon weniger zu erwarten, weil eben die Beiträge schon im Krankengeld niedriger waren, als wenn Du gearbeitet hättest.

Der Unterschied zwischen Krankengeld und ALG1 ist nicht so gravierend, wie Du es Dir vielleicht gerade in Deinen Horrorszenarien ausmalst. Allerdings ist es tatsächlich etwas weniger, das auf dem Konto landet. Diese Option nicht zu wählen heißt allerdings eben, arbeiten gehen, was Dir ja irgendwie nicht möglich scheint. Also ist doch im Grunde die Entscheidung rein logisch betrachtet schon gefallen. Das eine kannst Du nicht, das andere musst Du jetzt in Anspruch nehmen. Klar hat es Konsequenzen, sich arbeitslos zu melden.

Wenn Du es bist, wird der MD der AfA begutachten in wie weit Du arbeiten kannst oder könntest. Käme der zu der Entscheidung, dass Du auf absehbare Zeit nicht arbeiten kannst, wirst Du aufgefordert einen Reha oder EMR Antrag zu stellen. Dann würde der Ball bei der DRV liegen. Das verschafft Dir zumindest Zeit, Dir mal Gedanken zu machen, ob Du wieder zu deinem AG zurück willst, falls Du ungekündigt bist besteht ja das Arbeitsverhältnis weiter und würde lediglich ruhen, oder ob Du vielleicht woanders arbeiten willst, wo Du es dann vielleicht auch könntest.

Aber eines ist doch ganz klar, das Renten und Sozialsystem in Anspruch zu nehmen bedeutet immer ein Weniger von dem, dass man mal selbst erwirtschaften konnte. Zum Glück gibt es aber dieses System in Deutschland und wenn nichts anderes geht, darf und soll man es auch in Anspruch nehmen. Was aber dann nichts bringt ist, zu beklagen, dass es Weniger ist, denn es ist zumindest kein Nichts, wozu es aber kommen könnte, wenn man selbst nicht zumindest so viel beiträgt wie nötig um am Sozialsystem zu partizipieren.

Um ab Ende Februar weiter eine Geldleistung zu bekommen, nutzt ein Besuch beim Hausarzt nichts. Die Arbeitslosmeldung, die ja mittlerweile sogar online geht, wäre aber jetzt langsam obligatorisch, da es ja einige Zeit für die Berechnung und Bewilligung braucht. Und wenn man selbst in keinster Weise dazu im Stande ist, eine Meldung und den Antrag auszufüllen, bleibt nur, sich dafür Hilfe zu organisieren. Das sind die harten Fakten und die interessiert leider nicht im geringsten welcher Gemütszustand gerade vorherrscht. Leider hilft bezüglich dieser Bürokratie auch kein Therapeut oder Arzt dabei, sie zu bedienen. Bestenfalls helfen Anlaufstellen wie Caritas oder SPDi oder vielleicht Sozialverbände. Und trotzdem muss man selbst diesbezüglich eben tätig werden, indem man diese anfragt, ob sie einem helfen können. Bezüglich irgendwelcher Konsequenzen kann man sich dann Gedanken machen, wenn sie eintreten würden. Das einzige wobei man sich sicher sein kann ist, wenn man den Kopf quasi in den Sand steckt oder tatsächlich nur beweint, wie es einem geht, wird man wirklich keine Unterstützung erhalten, egal ob es um finanzielle oder anderweitige geht.

Eines macht zumindest keinen Sinn. Sich Gedanken über Kürzungen von finanziellen Leistungen zu machen, die einen irgendwann in ferner Zukunft mal betreffen könnten. Denn selbst Menschen die sich drauf freuen ihren Lebensabend in Saus und Braus genießen zu können, kann vorher schon der Tod ereilen und dann haben sie sich umsonst gefreut. Und das gilt auch umgekehrt, wenn man aktuell mit Einschränkungen noch relativ gut leben kann, aber sich ausmalen würde, dass es später mal schlechter sein könnte. Bestenfalls stellt sich die Frage, was wohl zu Lebzeiten angenehmer war, Vorfreude auf etwas, von dem man nicht weiß ob es so kommt, oder Angst vor etwas, von dem man nicht weiß ob es so kommen muss. Egal was man da als „sinnvoller“ erachten mag, es kommt immer darauf an, was in der aktuellen Situation gerade sinnvoll wäre. Und im Grunde ist alles im Leben eine Herausforderung an einen selbst, aktiv zu werden. Situation für Situation.

Reiner Zuspruch und Anteilnahme hilft einem leider tatsächlich bezüglich der finanziellen Unterstützung durch Institutionen nicht weiter, wenn man sich total inaktiviert.
Dann wird man irgendwann nicht mehr Leute sagen hören „Das tut mir leid für Dich“ oder andere tröstende Worte vernehmen, sondern lediglich ein „Ja Die Person kannte ich, aber irgendwie war Ihr nicht zu helfen“. Und dann spielt es überhaupt keine Rolle ob sie selbst nicht konnte oder wollte, oder ein anderer ihr nicht helfen konnte oder wollte und ob sie nach Hilfe fragte oder nicht.

x 6 #105

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