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Essstörung Forum - Hilfe bei Bulimie und Esssucht

Harald

Hallo Danny,

ich, (und ich glaube auch andere hier) sehe bei dir eine akute Gefahr der Magersucht, und habe das Gefühl, dass du dies nicht so siehst.
Es ist ähnlich wie bei mir mit dem Alk.. Viele haben die Gefahr, dass ich in die Sucht "renne" gesehen. Nur ich wollte das nicht wahr haben. Das Ende..............über 30 Jahre Kampf.........

Lieber Danny, vielleicht täusche ich mich bei dir ja auch. Aber nur vielleicht!!!!!!!!

Zitat von Pyxidis:
@Kleinermann: Geh zum Arzt und lüg Dich nicht so an. Es ist nicht NORMAL, was Du da so mit Deiner Fixierung auf Dein Gewicht veranstaltest.

Ja, Danny. Gehe zum Arzt.........0k?

04.06.2013 13:55 • #31


kleinermann

kleinermann

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Hallo zusammen,

Oh, was ist denn heute los hier. Danke Euch allen erstmal. Wie an anderer Stelle hier schon mal geschrieben, das mag manchmal etwas seltsam anmuten bei mir: Einerseits bin ich mir in gewissem Umfang eines Problems bewusst, aber irg.wie nicht genug oder mache trotzdem genauso weiter.

Naja, das ist alles kein böser Wille oder so. Aber es geht einfach nicht anders gerade. Ich wäre gerne einfach zufrieden mit mir und meinem Körper usw. Aber ich kriege das derzeit einfach nicht hin. Ein Teil von mir weiß sehr genau, dass das was kräftig schief läuft. Nur geändert bekomme ich es nicht wirklich gerade. Und zum Arzt gehen...nun ja, ich bin ja nicht krank oder so. Und ich sehe auch nicht schlimm verhungert aus. War letztens mal zum impfen dort, da hat er nichts gesagt. Weiß auch nicht, wie er mir helfen sollte. :( ich muss wieder ein normale(re)s Bild von mir selbst bekommen. Und das für länger als ein paar Stunden.

Am Wochenende war es mal kurz besser, aber gestern war Abend war ich ziemlich fertig. Bin dann irg.wann viel zu spät ins Bett, hab mich da zusammengerollt hingelegt und die Decke über den Kopf... Heute Morgen war es wieder halbwegs ok, aber normal ist das nicht, nein.

Einen anderen Punkt verstehe ich auch nicht so ganz bei mir. Habe gelesen, wenn jemand ein Problem beim Essen hat oder bekommt, empfindet das die Person häufig als 'Kompliment', wenn sie gesagt bekommt, sie sei magersüchtig. Das kann ich bei mir so gar nicht beobachten. Im Gegenteil, ich wehre mich ja dagegen, hier aber auch ganz ehrlich 'innerlich' mir selbst gegenüber.

Keine Ahnung, ob und wie sehr ich gefährdet bin. Ja, ich bin etwas fixiert auf Gewicht und so. Aber insgesamt ist das Gewicht nun schon über Monate relativ stabil in einer Bandbreite von ein paar Kilo. Als rein äußerliches Zeichen doch ganz ok. Gut, es fehlt noch die eigene Zufriedenheit in Bezug auf ziemlich alles körperliche bei mir. Aber so wirklich gesundheitsgefährdent sehe ich da nichts. Und nein, da soll es natürlich auch nicht zu kommen. :)

Danke Euch, dass ihr immer wieder mich unterstützt hier. Auch wenn ich das vielleicht manchmal noch nicht so sehe/akzeptieren kann oder will.

LG,
Danny

04.06.2013 14:20 • #32


Martina

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Hallo Danny,

Zitat von kleinermann:
ich muss wieder ein normale(re)s Bild von mir selbst bekommen. Und das für länger als ein paar Stunden.


Genau deshalb sollst du zum Arzt gehen, allein schaffst du das anscheinend nicht mehr. Von deinem Hausarzt bekommst du eine Überweisung zum P-s-y-c-h-i-a-t-e-r!
Zitat von kleinermann:
Und zum Arzt gehen...nun ja, ich bin ja nicht krank oder so


Das kann man zu diesem Zeitpunkt ja nicht sagen. Organisch bist du wahrscheinlich gesund, deshalb solltest du zum Psychiater gehen.

Zitat von kleinermann:
Gut, es fehlt noch die eigene Zufriedenheit in Bezug auf ziemlich alles körperliche bei mir. Aber so wirklich gesundheitsgefährdent sehe ich da nichts.


DU siehst da nichts - genau DAS ist das Problem bei solchen Geschichten! Gehe zum Facharzt. Wenn der sagt, es ist aller ok, dann ist es das auch.

Wir sind hier alles Laien und können nur über unsere eigenen Erfahrungen berichten. Diagnosen können wir nicht stellen, erst Recht nicht über's Internet. Wir sind ein Selbsthilfeforum und versuchen Anleitung zur Selbsthilfe zu geben. Den Arztbesuch kann das Forum nicht ersetzen.

04.06.2013 16:00 • #33


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Knoten

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@ Martina: Danke du sprichst mir aus der Seele

Danny,

lies mal dein Tagebuch von Anfang bis Ende. Du wirst feststellen, dass du in beinahe jedem Posting das Gleiche schreibst oder aussagst!!

Du drehst dich um deine eigene Achse, ohne dass du auch nur ansatzweise, die Anregungen, die du hier bekommst beherzigst oder überhaupt mal wirklich darüber nachdenkst.

Sorry, wenn ich das jetzt "mal wieder" dir so direkt an den Kopf werfe!

Ich persönlich sehe keine weitere Möglichkeit, dir zu helfen, eben wegen dem oben genannten.

Wenn du wenigstens mal mit einem Facharzt reden würdest... Aber nein... Was bitte sollte ich dir noch als Hilfestellung geben können??? Wenn du nicht einmal dazu bereit bist, eine Fachmeinung zu deinem Problem einzuholen???

Ich lese deine immer währenden Kreise um dich selbst und es stimmt mich ein wenig traurig, dass du einfach ständig, wenn auch nicht ausdrücklich, aber dennoch, abblockst!

LG,
Bettina

04.06.2013 17:32 • #34


kleinermann

kleinermann

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Hi,

also das ist jetzt nicht euer Ernst, oder? Sondern hoffentlich wieder so ein Ding um zu sehen, wie ich reagiere. Was ja auch gerade sehr gut funktioniert.

Ich meine, einen Psychiater brauhe ich nun wirklich nicht, oder womöglich eine wie auch immer geartete 'Therapie'! Ja, ich bin sicherlich etwas speziell, vielleicht noch etwas zahlenfixiert beim Gewicht. Aber das war es dann auch. Beruflich läuft es zum Glück ganz gut bei mir, das Privatleben ist eigentlich schon immer in irg.einer Richtung chaotisch gewesen. Aber man gewöhnt sich dran, dass es eben so ist. Ok, zur Zeit ist es vielleicht etwas heftiger als sonst, deswegen bin ich ja auch hier, um nicht irg.wie ein extremes Problem zu bekommen oder so.

Aber einen Psychiater o.ä. brauche ich nun wirklich nicht!

Sorry, das musste jetzt relativ ungefiltert aus mir raus...

04.06.2013 22:26 • #35


Harald

Hallo Danny,

nach deinem letzten Beitrag möchte ich dir noch etwas sagen:

Danny, ich wünsche dir von Herzen alles Gute für die Zukunft..........
Und, Danny, passe auf dich auf..........Ich glaube, es wird nicht leicht für dich werden.

Liebe Grüße,
Harald

05.06.2013 06:09 • #36


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Knoten

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Hallo Danny,

NEIN, ich wollte nicht sehen wie du reagierst. Das weiß ich schon zur genüge!

Ich meinte alles was ich schrieb, bitter ernst. Ich kann dir nicht weiterhelfen. Du blockst ab!
Scheinbar musst du erst ganz am Boden liegen, um zu begreifen, dass du krank bist.

Sei es wie es ist.

Ich hänge mich an Harald dran und wünsche dir ein gutes Leben! Vielleicht blickst du ja irgendwann, dass du tatsächlich einen Psychiater aufsuchen solltest.

Wenn dem der Fall sein sollte, bin ich vielleicht bereit, dich auf deinem Weg aus der Sucht, hier zu begleiten.

Es tut mir sehr leid um dich! Du scheinst ein netter Kerl zu sein...

Alles Gute,
Bettina

05.06.2013 08:34 • #37


Martina

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Ich schließe mich Harald und Bettina an und wünsche dir alles Gute!

05.06.2013 08:43 • #38


kleinermann

kleinermann

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Ja, ich bin wohl in verschiedener Richtung kein ganz einfacher Fall.

Jedenfalls vielen Dank für eure guten Wünsche! wie es weitergeht, wird man mal sehen. Ich werde hier mal weiterhin das eine oder andere schreiben. Auch wenn es vielleicht gewisse Wiederholungen geben mag, hilft es mir doch etwas. Wenn jemand dann irg.etwas dazu sagen möchte - natürlich weiterhin gerne. Aber ich erwarte (o. ä.) keinesfalls, dass jede Äußerung irg.wie kommentiert wird oder so. Schließlich hat ja jeder hier seine eigenen Dinge, mit denen er klarkommen muss.

Aber wenn ich gerade mal wieder etwas neben der Spur bin, hilft es irg.wie. :)

Also, bis hierhin erstmal danke Euch!

LG,
Danny

05.06.2013 13:58 • #39


Pyxidis

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Hallo Danny,

kein Problem Du kannst hier solange und soviel schreiben wie Du möchtest.

Ich kann es nur einfach nicht verstehen. Du schreibst in einem Depressionsforum im Bereich Essstörungen ein Tagebuch, weigerst Dich aber wenigesten nur ein einziges Mal mit einem Fachmann über Deine Sicht oder Deinem Umgang mit dem Gewicht oder Essen zu sprechen???????????????????

WARUM?????

Im Grunde genommen weißt Du wahrscheinlich, was er dazu sagen würde und Du willst es einfach nicht hören.

Gut auch ich muß das akzeptieren.

Mach's gut,
Pyxidis

05.06.2013 14:26 • #40


kleinermann

kleinermann

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Hallo pyxidis,
hallo zusammen,

ja, in der Tat, ich treibe mich in einem Depressionsforum herum, und noch dazu bei Essstörungen. Wäre alles so schön logisch, würde ich vermutlich auch die Notwendigkeit erkennen, mal einen entsprechenden Arzt aufzusuchen. Aber das sehe ich ja bisher nicht so.

Auch weiterhin hält sich natürlich meine Begeisterung in engen Grenzen, wenn ich mich so ansehe und so. Gewichtsmäßig liege ich weiterhin im üblichen Bereich der letzten Zeit, so zwischen sechsundfünfzig und siebenundfünfzig.

Also, bis dann erstmal wieder!

LG,
Danny

11.06.2013 23:40 • #41


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Knoten

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Hallo Danny,

will nur schreiben: Zur Kenntnis genommen

12.06.2013 12:07 • #42


kleinermann

kleinermann

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Hallo zusammen,

da bin ich mal wieder. In Bezug aufs Essen hat sich nicht wirklich viel verändert. Vermutlich esse ich insgesamt immer noch etwas zu wenig, aber es geht wohl. Mittags und am Wochenende ist es fast automatisch etwas mehr, um nicht unnötige Rückfragen zu provozieren. Gewichtsmäßig bin ich daher recht stabil, weiterhin sechsundfünfzig bis siebenundfünfzig.

Allerdings neige ich derzeit etwas sehr zum nachdenken und rumgrübeln. Ich hatte ja die Hoffnung, wenn es endlich mal Sommer wird, lässt das etwas nach. Aber nein, in letzter Zeit hat es total zugenommen. Im Büro geht es noch, da sind die Kollegen und genug zu tun, das lenkt davon ab; meistens jedenfalls. Aber zu Hause bzw. insgesamt im privaten ist es in den letzten paar Wochen schon viel mehr geworden. Dabei war es vorher wohl bereits zu viel... Ich will oft am liebsten auf eine einsame Insel, ohne irg.welchen Kontakt zu anderen Menschen. Wohl wissend, dass genau das falsch wäre, wenn es sich umsetzen ließe.

Gestern Abend (also Di.) hatte ich einen Kletterkurs. Ich gehe total gerne klettern und freue mich da auch schon immer drauf, wenn ich dazu verabredet bin. Aber dieses Mal? Am Abend davor habe ich mich irg.wie innerlich total überfordert gefühlt, keine Sachen gepackt usw. Morgens dann so lala, ich habe zumindest mal das Zeugs zusammengesucht und mit ins Büro genommen. Über Tag hat es sich dann normalisiert und der Kurs war sehr schön, auch mit anderen Leuten zusammen zu sein. Sowas kommt aber irg.wie in letzter Zeit auch etwas häufiger vor, manchmal sogar in Bezug auf meine Freundin, was ich dann schon erschreckend finde. Es gibt da keine Probleme oder so, aber trotzdem fühle ich mich von so 'sozialen' Dingen - manchmal - total überfordert. Sitze dann halbwegs ruhig irg.wo dabei, und denke mir nur, dass mich alle irg.wie bald für seltsam halten müssen. Was mir dann aber auch wieder komischerweise total egal ist (jedenfalls in dem Moment), selbst wenn dann schon mal jemand nachfragt, ob alles ok ist und so...

Naja, soviel erstmal wieder. Heute weniger zum Essen, sondern Anderes. Blicke bei mir selbst nicht mehr durch so langsam.

LG,
Danny

19.06.2013 13:32 • #43


ermenegildo

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hallo kleinermann,
ich hab jetzt mal so auf die schnelle alles überflogen und sage dir folgendes :
du leidest, ob du es nun willst oder nicht, an einer Anorexie, evtl. bist du auch depressiv u hast eine persönlichkeitsstörung. in deinem letzten post schreibst du jetzt noch dazu das dir das klettern etc. auch so recht kein spass mehr macht.
ich befürchte mal das dies alles nur der anfang ist. zum glück für dich hast du ja eine Freundin. ohne sie würdest du noch viel schneller abnehmen und absacken.
führst du Tabellen, wiegst du alles ab ?

wie ich dazu komme dir so etwas zu schreiben ?
ich m, zehn Zentimeter grösser als du, fünf kg leichter als du, depressiv, erwerbsunfähig ( rente ), kann es sehr wohl einschätzen, ich leide auch daran und schaffe es nicht da raus zu kommen.

mein tipp :
hol dir hilfe, warte nicht all zu lange damit, das ist kein spiel !!!!!

sorry für die harten worte.
gruss

21.06.2013 16:17 • #44


kleinermann

kleinermann

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Hallo ermenegildo,

hmm... Also danke erstmal für deine Antwort. Und wg. der harten Worte ist kein Problem. Der vernünftige Teil von mir versteht das sehr gut, der weniger vernünftige sieht das natürlich alles ganz anders.

Dazu gehört dann wohl auch, dass ich einerseits schon verstehe, dass mein Essverhalten vielleicht nicht mehr ganz der Norm entspricht. Andererseits finde ich, dass ich für eine Essstörung noch viel zu normal dabei bin. Nicht, dass ich unbedingt eine haben will. Das fände ich schon ziemlich erschreckend. Und auch über das hinausgehend, was ich bei mir selbst immer unter "etwas speziell sein" verbuche.

Gerade erst jetzt am Wochenende sind mir aber auch wieder zwei Dinge an mir aufgefallen:

Mir gefallen die Körperstellen an mir besonders bzw. zumindest halbwegs, die ich als 'markant' empfinde. Das sind zum Beispiel die Unterarme, die Adern treten relativ deutlich hervor, vermutlich durchs klettern. Oder die Schultern und oberer Teil des Oberkörpers, wo die Knochen eher deutlich zu sehen sind. (Ich fürchte, deswegen schimpft man mit mir hier wieder, aber so geht es derzeit in mir vor)

Andererseits war ich gewichtsmäßig zuletzt etwas über siebenundfünfzig. Das ärgert mich doch sehr, muss ich zugeben! Davor zwischen sechsundfünfzig und siebenundfünfzig, für ein oder zwei Tage auch mal ganz leicht unter sechsundfünfzig. Aber vielleicht bewahrt mich die letztlich etwas arg schwache Selbstdisziplin beim Essen davor, eine ernsthafte Essstörung zu bekommen? Ich weiß es nicht wirklich, aber so nah an achtundfünfzig und damit fast sechzig fühle ich mich nicht wirklich wohl.

Was genau ich habe - keine Ahnung. Jedenfalls ist ziemlich häufig ganz gut Chaos in mir drin. Und irg.wie etwas häufiger als 'normal', ohne dass ich direkt einen Grund dafür sehen würde. Keine Ahnung, wo "speziell sein" aufhört, und Persönlichkeitsstörung anfängt. Aber was man jeden Tag so sieht, denke ich mir, dass ich da offensichtlich noch eher harmlos bin. ;) Jedenfalls kann ich es mir einfach nicht vorstellen, zu meinem Hausarzt oder sonst wem zu gehen, und zu sagen "hey, ich bin irg.wie gestört und brauche da mal ne Überweisung" (schon klar, etwas überspitzt). Ich weiß nicht, sowas ist irg.wie jenseits aller Vorstellung für mich.

Irg.wie schreibe ich hier teilweise etwas arg durcheinander, fürchte ich... Naja, das reicht jetzt erstmal wieder, glaube ich.

LG,
Danny

24.06.2013 00:34 • #45


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Knoten

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Zitat von ermenegildo:

mein tipp :
hol dir hilfe, warte nicht all zu lange damit, das ist kein spiel !!!!!



Ist schon erstaunlich, dass hier alle das Gleiche sagen. Hol dir Hilfe!
Nur Danny will es nicht begreifen. Oder, Danny?

25.06.2013 09:10 • #46


kleinermann

kleinermann

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Hallo Bettina,

ja es ist tatsächlich etwas auffällig, wie eindeutig hier die Meinung ist. Die nicht so rationale Seite von mir weigert sich zwar immer noch, ein wirkliches Problem zu sehen. Aber ich habe mich nun immerhin mal nach einer Selbsthilfegruppe umgesehen. Es gibt auch etwas passendes, wie es aussieht. Wird von der Caritas organisiert, scheint also halbwegs seriös zu sein. Vorab muss man allerdings zu einem persönlichen Gespräch, um zu sehen, in welche Gruppe man am besten kommt. Macht ja Sinn und verstehe ich auch.

Nur das alte Problem: Persönlich dort hingehen, und jemand erzählen, man hätte da ein Problem mit Essen... Das ist schon eine ziemlich gruselige Vorstellung. Bzw. überhaupt erstmal anrufen, und einen Termin vereinbaren... Es fühlt sich irg.wie total unangemessen und unangebracht an, in mir selbst. Ich fühle mich ja nicht krank im klassischen Sinne.

Mal sehen, vielleicht kann ich mich ja doch mal überwinden, und dort so einen ersttermin machen. Und auch wenn es allen anderen hier sehr unverständlich erscheint, ich frage mich wirklich und ernsthaft, ob man mich dort nicht fragt, was ich eigentlich dort will... Gestern und heute war ich gewichtsmäßig immerhin wieder bei knapp sechsundfünfzig.

Naja, schauen wir mal...

LG,
Danny

25.06.2013 10:53 • #47


Martina

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Zitat von kleinermann:
ich frage mich wirklich und ernsthaft, ob man mich dort nicht fragt, was ich eigentlich dort will...


Was wäre daran so schlimm??? Dann gehst du halt wieder, du wärst bestimmt nicht der einzige.
Aber wenn du ehrlich und offen (so wie hier) schildern würdest, was anliegt - ohne zu beschönigen - wird man dich ganz gewiss nicht nach deinem Dasein fragen!

Weißt du, bei meinem Sohn hatte sich (in meinen Augen) mal ein Dro. entwickelt. Ich habe keinen blassen Schimmer, was Dro. angeht. Also habe ich mir eine Beratungsstelle gesucht. Dort habe ich erfahren, dass es nicht so ist, wie ich vermutete und dass ich mir keine Sorgen machen müsste. Das war es dann! Na und???

Du benutzt eine Menge Vorwände. Ohne mich mit ES auszukennen, behaupte ich mal, dass so ein Verhalten typisch ist. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

25.06.2013 12:55 • #48


Sanni

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Zitat von Martina:
Zitat von kleinermann:
ich frage mich wirklich und ernsthaft, ob man mich dort nicht fragt, was ich eigentlich dort will...


Eigentlich wollte ich dir nicht antworten, da es bei dir ein Thema ist, in dem man sich nur im Kreise dreht.
Du schreibst und es werden sich Gedanken um dich gemacht, es wird geantwortet und was antwortest du? Immer das selbe und das weiterhin immer und immer wieder.
Und täglich grüßt das Murmeltier.
Was möchtest du eigentlich noch von uns hören?

Deine Fragestellung oben bezieht sich auch auf mich.
Ich frage mich wirklich inzwischen, was du von uns eigentlich willst?

Du betonst, wie schön du es findest, dass deine Venen und die Knochen an bestimmten Stellen hervortreten.
Warum schreibst du es?
Was möchtest du nun von uns hören?
Warum sollten WIR schimpfen?
Du bist erwachsen und für dich selber verantwortlich.

Viele Grüße,
Sanni

25.06.2013 22:42 • #49


kleinermann

kleinermann

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Liebe Sanni,
liebe alle,

ich kann verstehen, wenn sich jemand bei meinen Beiträgen fragt, was das alles soll. Weil ich ja doch wieder das gleiche oder ähnlich antworte.

Zitat:
Was möchtest du nun von uns hören?
Warum sollten WIR schimpfen?
Du bist erwachsen und für dich selber verantwortlich.


Es geht mir nicht darum, dass hier jemand schimpft. Ich will auch nicht irg.was 'provozieren' oder so. Der Thread an sich ist ja bei "Tagebuch Essstörungen" einsortiert. Und auch wenn ich Antworten gerne lese und mich damit beschäftige, schreibe ich doch großteils erstmal das auf, was in mir so vorgeht. Und da dreht es sich (leider) derzeit etwas im Kreis. Wobei ich es selbst als gewissen Erfolg sehe, mich überhaupt mal um eine Selbsthilfegruppe zu kümmern. Ok, ich bin noch nicht dort gewesen usw., habe immer noch Zweifel, was ich dort soll. Das wird sich wohl auch nicht so schnell ändern. Aber vielleicht gehe ich ja doch mal dorthin. Und dann wird man weitersehen.

Ich bin ja nun nicht akut gesundheitsgefährdet (derzeit). Es sollte natürlich alles nicht extrem werden usw., das ist mir schon klar. Und auch die Schwierigkeit, selbst zu erkennen, wann das tatsächlich beginnen könnte. Aber nun gut, wenn immer bei mir die 'rationale' Seite die Oberhand hätte, müsste ich gar nicht hier unterwegs sein.

Also, habt ein wenig Geduld mit mir, ok?

In diesem Sinne. Bis demnächst und LG,
Danny

27.06.2013 22:33 • #50


kleinermann

kleinermann

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Hallo zusammen,

so, nach längerer Zeit melde ich mich hier mal wieder.

Nun, also gewichtsmäßig hat sich bei mir wenig bis nichts verändert. Ob das positiv oder negativ ist, bin ich mir etwas unschlüssig. Aber immerhin bin ich nicht weniger geworden, und das ist ja auch schon mal was. Heute morgen war ich bei sechsundfünzigkommasieben. Die Zahl an sich ist vielleicht nicht sonderlich hoch, aber ich finde an mir schon ein paar Stellen, wo es etwas üppig ist. Insoweit also auch alles beim Alten. Aber so insgesamt bin ich mittlerweile so ganz langsam der Auffassung, dass ich doch vermeiden sollte, bewusst abzunehmen. Fünfundfünzig sehe ich inzwischen als Untergrenze an. Und sogar nicht als unbedingt erstrebenswert oder sowas. Vor ein paar Tagen war ich mal bei fünfundfünzigkommaacht oder sowas. Klar, hat mich das gefreut und so. Man ändert sich ja nicht von heute auf morgen. Aber irg.wie finde ich das dann doch auch etwas arg wenig so langsam. Wie es in der Richtung weitergeht - keine Ahnung. Die Tendenz scheint jedenfalls mal nicht komplett bedenklich zu sein. Auch mal was Neues bei mir...

Mit meiner Freundin bin ich auch immer noch zusammen. Wobei ich manchmal einen gewissen Fluchtreflex verspüre, und mich am liebsten auf eine einsame Insel, in eine tiefe Höhle o. ä. zurückziehen möchte. Über diese Dinge kann ich mit ihr irg.wie nicht reden. Ich fühle mich dabei irg.wie etwas sehr verletzlich oder sowas. Und als Mann darf man das doch nun wirklich nicht sein? Insbesondere wenn man rein äußerlich nicht gerade ein Bär ist...

Die nächste Meldung kommt vielleicht auch mal etwas schneller als ein knappes halbes Jahr später...

LG
Danny

21.11.2013 00:42 • #51


Sanni

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Was macht denn die von dir angestrebte Selbsthilfegruppe?

Viele Grüße,
Sanni

23.11.2013 00:41 • #52


kleinermann

kleinermann

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Hallo Sanni,

hmm...

Nun ja, bei der Selbsthilfegruppe bin ich dann doch nicht gewesen.

Keine Ahnung, irg.wie habe ich mich dann doch nicht getraut. Mich hinstellen und sagen "Ja, ich habe ein Essen-Problem..." - das bringe ich einfach nicht fertig. Jedenfalls derzeit.

Immerhin hat es sich in letzter Zeit ja halbwegs stabilisiert. Wenn ich mich selbst so ansehe, bin ich zwar nun wirklich nicht so recht zufrieden... aber wenigstens wird inzwischen der Drang, immer leichter zu werden, deutlich weniger.

So wirklich extrem war ich ja nun (zum Glück! - ernst gemeint) nie unterwegs. Und der Rest wird sich mit der Zeit auch schon wieder normalisieren.

LG,
Danny

23.11.2013 01:37 • #53


Harald

Hi Danny,

wie die Dinge aussehen bist du nicht wirklich weiter gekommen.
Halbwegs stabilisiert, aber nicht so recht zufrieden.

Ich glaube einfach, so eine Sache stabilisiert sich, oder eben nicht.
Bei mir gibt es auch nicht "halbwegs trocken". Entweder bin ich trockener "Alki" oder nasser Alki.
Und so wie ICH es sehe, geht es bei dir eindeutig auch um Sucht.
Willst du bestimmt nicht hören und auch nicht wahr haben, ist aber so.

Zitat von kleinermann:
Und der Rest wird sich mit der Zeit auch schon wieder normalisieren.

Wird sich... Dies ist Wunschdenken. Eine Illusion. Bringt dich nicht wirklich weiter. Aus NICHTS kann auch nichts entstehen! Und du tust NICHTS.
Und was bedeutet "der Rest"?
Also wirklich ???

Sorry, wenn ich dies mit Alk. vergleiche.
Aber wir beide laufen unter der selben (Groß)Kategorie:
SUCHT
Vielleicht denkst du mal darüber nach.

Liebe Grüße,
Harald

23.11.2013 09:45 • #54


kleinermann

kleinermann

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Hi Harald,

nun ja, echte Fortschritte sehen wohl anders aus, da hast Du recht.

Ich sehe ja ein, dass ich da ein gewisses Problem habe. Aber bisher spielt es sich zum größten Teil in meinem Kopf ab. Das ist natürlich auch nicht schön, und ich wäre sehr froh, wenn ich da mal einen Riegel vorschieben könnte.

Körperlich allerdings habe ich bisher noch kein Problem, denke ich mal. Ok, ich bin vielleicht ein bisschen schmal, aber Arme und Beine sind jetzt nicht irg.wie streichholzartig geworden oder sowas. Eher im Gegenteil, die Oberarme sind in den letzten Monaten etwas stärker geworden, da ich halbwegs regelmäßig beim Klettern oder Bouldern (Klettern ohne Seil, wenn sich mal kein Kletterpartner findet) war. Und da ich viel Spaß daran habe, werde ich schon allein deswegen halbwegs regelmäßig und ordentlich essen, um da nicht von der Wand zu purzeln...

Kommenden Montag habe ich aber mal nen Termin beim Arzt für einen allgemeinen Checkup. Da wird er mich ja auch 'vermessen', und dann schauen wir mal, was dabei so rauskommt. Wenn er da dann irg.was bedenklich findet, werde ich mir auch mal um die körperliche Seite ein paar Gedanken machen (müssen). Man wird sehen. Ich werde dann mal berichten, was dabei herauskommt.

LG
Danny

23.11.2013 12:38 • #55


kleinermann

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Hallo Moon,

vielen Dank für Deine Antwort! Die hat mir wirklich sehr gut getan!

Nun ja, zum Arzt habe ich es noch nicht geschafft bis jetzt. Aber kommenden Dienstag habe ich einen Termin, und da sollte es dann mal funktionieren.

Ansonsten komme ich gerade mal wieder nicht wirklich klar mit mir. Im Büro geht es so gerade, und vermutlich merkt auch keiner was. Aber das ist gerade echt eher Fassade. Was Du so über ES schreibst, da kann ich aus meiner (wohl nur sehr begrenzten) Erfahrung nur zustimmen. Essen an sich ist ja erstmal nicht schlecht, sondern lebensnotwendig. Erst wenn es viel zu wenig oder viel zu viel wird, und das über einen längeren Zeitraum, wird es bedenklich. Eine klare Grenze gibt es da ja nun nicht. Wenn jemand Tabletten oder irg.etwas anderes genommen hat, kann man klar sagen, man nimmt das Zeug wieder oder nicht. Beim Essen ist es ja nun nicht so einfach. Mal ein paar Tage zu viel oder extrem viel (oder wenig) zu essen, schadet ja nicht. Bei einer längeren Phase wird es natürlich bedenklich.

Und irg.wie rutsche ich gerade wieder so halbwegs in eine Phase, wo ich mit mir und dem Leben insgesamt nicht so richtig klarkomme. Naja, und da besteht dann bei mir verstärkt die Gefahr, dass es mit dem Essen schwierig wird. Habe mal irg.wo gelesen, wenn jemand magersüchtig wird oder zumindest in den Bereich davon kommt, hat es damit zu tun, dass sie/er das Gefühl hat, nicht mehr wirklich die Kontrolle zu haben. Und um das auszugleichen, will man dann sehr extrem sein Gewicht kontrollieren, um wenigstens einen Aspekt unter Kontrolle zu haben. Angesichts Weihnachten und dem Drumherum besteht aber wohl zumindest keine akute Gefahr, dass ich weniger werde gerade.

Keine Ahnung, ob das mit der Kontrolle und so passt, aber bei mir haut es schon irg.wie hin. Die Zahlen auf der Waage sind nun noch nicht weiter bedenklich, ich bin weiterhin stabil über sechsundfünfzig. Andererseits beruhigt es mich aber auch ungemein, wenn ich abends/morgens im Bett liege und an mir fühlen kann, dass die Knochen gut spürbar sind. Das ist natürlich schon etwas seltsam, ein Teil meines Hirns kapiert das auch. Aber ein Problem in der Richtung habe ich wohl schon ziemlich lange... Ich weiß noch, dass ich meine erste Freundin gebeten habe, über meinen Bauch zu streicheln. Schon damals (ist rd. fünfzehn Jahre her oder sowas) hatte ich das Gefühl, mein Bauch sei zu dick, und wollte auf die Weise ein positiveres Verhältnis dazu bekommen. Da ich nun hier bin - hat es wohl eher so mäßig funktioniert.

Mit meiner aktuellen Freundin läuft es bis jetzt so mäßig. Wir sind jetzt knapp anderhalb Jahre zusammen, aber schon mit ordentlich Höhen und Tiefen. Für die kurze Zeit eigentlich erstaunlich. Die rosa-rote Phase war kurz bis fast nicht vorhanden. Und jetzt will sie demnächst mit mir zusammen ziehen. Oh je oh je... Ok, das hatte ich schon zwei Mal, und beide Male hat es nicht funktioniert am Ende. Beide Male habe ich mir schließlich ein möbliertes Zimmer genommen. Habe da schon eine gewisse Routine inzwischen... Einerseits habe ich keine echte Lust, trotz grummeligem Bauchgefühl (mal wieder...) mit jemand zusammen zu ziehen. Andererseits denke ich mir, dass ich dieses Gefühl vermutlich jedes Mal haben werde. Und es nur oft genug versuchen muss, irg.wann wird es schon mal funktionieren...

Naja, jetzt bin ich erstmal gespannt, was mir mein Arzt so erzählen wird. Mit dem habe ich über sowas noch nie gesprochen, allerdings scheint er halbwegs aufmerksam und seinen Job einigermaßen ernst zu nehmen. Wir werden sehen. Ob ich das dann tatsächlich ernst nehme, wenn er denn überhaupt etwas sagen sollte, weiß ich (ganz ehrlich) auch noch nicht. Kommt vielleicht auf die Art an oder so. Nun, Di. morgen bin ich erstmal zum Blut abnehmen da, und dann schauen wir mal.

Ok, das war jetzt mal etwas länger geworden als geplant und vielleicht etwas quer durcheinander... Also ungefähr so, wie meine Gedanken schon seit einiger Zeit auch sind.

LG und danke noch mal,
Danny

07.12.2013 02:49 • #56


kleinermann

kleinermann

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Hallo Moon,

also erstmal… in letzter Zeit war ich hier eher wenig unterwegs, aber Deine letzten Nachrichten waren irg.wie schon etwas aufbauend für mich, vielleicht weil Du ohne jeden Zweifel sehr genau weißt, wovon Du schreibst. Und keine Sorge wegen etwaig deutlicher Worte oder sowas, da bin ich schon halbwegs robust. Vielleicht auch manchmal zu sehr oder etwas resistent. ;-)

Die Kontrolle… nun ja, gute Frage, was ich eigentlich kontrollieren will. Irgendwie komme ich mir selbst einfach ziemlich verkorkst vor. Zeitweise komme ich damit ja ganz gut klar, indem ich mir einfach sage, dass ich halt etwas ‚speziell‘ bin. Aber dann fühle ich mich auch wieder irg.wie „überfordert von mir selbst“ oder sowas. Und dann mache ich wieder Dinge, die nicht so wirklich optimal sind. Esse zu wenig, trinke bisweilen zu viel, mache manchmal zu viel Sport. Ist etwas schwierig zu beschreiben. Manchmal habe ich das Gefühl, nicht eine ‚richtig große Macke‘ zu haben, sondern mehrere kleine… Ob ich das gut finden soll, weiß ich allerdings auch nicht: An manchen Tagen überwiegt das Essen-Problem; dann wieder würde ich am liebsten nicht aus dem Haus gehen und jeden Kontakt mit anderen Menschen vermeiden, mich am besten auf einer einsamen Insel ohne andere Menschen verstecken. An anderen Tagen kriege ich irg.wie nichts Sinnvolles auf die Reihe, an anderen dagegen bin ich total hyper-aktiv. Auf irg.einer Betriebsfeier, wo sich alle total nett unterhalten, gelingt mir das nur kurzzeitig und den Rest der Zeit stehe ich eher an der Seite und beobachte eher und frage mich, was die sich wieder alle erzählen.

Tja, und wenn ich mir selbst mal wieder total verkorkst vorkomme, passiert es häufig, dass ich mal wieder ein paar Tage nur sehr wenig esse. Geht mein Gewicht dann wieder etwas runter, fühlt sich das irg.wie gut an. Meistens dauern diese Phasen ja auch nicht sonderlich lange, also „passiert“ auch nicht wirklich was Ernstes. Bei Dir war es ja offenbar sehr sehr viel ernster (ist jetzt nicht als Kompliment gemeint oder so; mir könnte es tatsächlich passieren, es im umgekehrten Fall so aufzufassen…). Ich bin ja nur ein bisschen schlank geworden in letzter Zeit. Rund sechsundfünfzig oder siebenundfünfzig Kilo verteilt auf ein Meter neunundsechzig. Und um noch weniger zu werden, fehlt es mir ohnehin an Disziplin. Das finde ich zwar wirklich nicht schön, aber letztlich ist es wohl das, was mich auch derzeit schützt, dass es nicht irg.wie extrem wird...

Was meine Freundin angeht, ist das so eine Sache. Es läuft ja nicht so wirklich schlecht. Hin und wieder macht sich so ein leichter Fluchtreflex bei mir bemerkbar. Der ist aber nicht spezifisch bei ihr, sondern das habe ich bisher noch von Zeit zu Zeit bei jeder Freundin bekommen. ;-) Naja, und das letzte Wochenende war dann halbwegs überraschend auch total harmonisch. Und ich mag auch nicht alleine sein, soviel ist mir zumindest inzwischen klar geworden. :-)

LG und gute Nacht,
Dammy

13.12.2013 01:03 • #57


kleinermann

kleinermann

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Hallo Moon,

ja, mit dem Umfeld und so ist das so eine Sache. Einerseits 'freut' es mich, wenn mir ein Kollege oder so sagt, ich sei aber dünn geworden, teilweise sogar mit leichter Besorgnis. Wenn ich in dem Moment dann dran denke, dass ich noch am gleichen Morgen meinen Rettungsring vorm Spiegel sehr bedenklich fand - bin ich doch in gewissem Maße beruhigt.

Deine Fragen sind schon ganz zutreffend und beschäftigen mich selbst auch schon seit längerem.

Zitat:
Moonlightwoman hat geschrieben:
denn würdest du sonst hier schreiben?
[...]
Ist es so bei dir dir? Du pochst auf dein Chaos, bist es gewohnt und beklagst gleichzeitig Außenseiter zu sein - absichtlich? Um sich als Sonderling zu fühlen?


Absichtlich wohl nicht... Aber ich habe irg.wie schon festgestellt an mir, dass ich manchmal etwas widersprüchlich unterwegs bin. Einerseits habe ich ein großes Gefühl nach Nähe, dann wieder würde ich am liebsten auf eine einsame Insel. Einerseits finde ich mich manchmal schon etwas sehr schmal und dünn; kurz drauf denke ich mir, ein bisschen weniger schadet wohl nicht und ist auch bestimmt nicht gesundheitlich bedenklich.

Manchmal kann man sich schon ganz gemütlich darin einrichten, ein Sonderling oder Freak oder was auch immer zu sein. Da ist es ja dann ganz normal bzw. sogar erforderlich, sich irg.wie absonderlich zu verhalten. Und wenn man dann man seltsam angesehen wird - ist ja klar, man ist ja der Sonderling.

Als kleinen Fortschritt empfinde ich es aber, dass ich nun immerhin das mal so in Worte fassen kann. Was ich hier so schreibe, mag ja häufig mal über längere Zeit ähnlich bis identisch sein. Inzwischen ist es auch so, dass ich zwar immer noch so gut wie gut wie jeden Morgen auf die Waage steige. Aber zumindest habe ich mittlerweile auch (in geringem Umfang erst, aber immerhin) einen kritischen Blick auf die ganze Sache. Ich meine, gegenüber Freundin etc. habe ich diese Themen natürlich sowieso noch nie angesprochen. Aber selbst hier habe ich mich bisher damit zurück gehalten, zu beschreiben, in welchen Bereichen es bei mir mitunter so alles drunter und drüber geht. In den jeweils einzelnen Dingen vielleicht nicht so extrem und ausgeprägt, wie bei denjenigen, die hauptsächlich mit einem einzelnen Thema zu kämpfen haben. Ob ich die Vielfalt, und dafür vielleicht nicht ganz so ausgeprägt, besser finden soll, weiß ich allerdings auch nicht so recht. Aber nun gut, immerhin ist man nicht in der Verlegenheit, sich da entscheiden zu müssen.

In Teilen habe ich zumindest eine Ahnung, wo das alles bei mir herkommen könnte. Ein anderer Teil ist vielleicht auch einfach in mir drin gewesen. Teil der Lieferung sozusagen. Nun ja. Dazu vielleicht demnächst dann mal mehr.

Zitat:
Moonlightwoman hat geschrieben:
Ich hatte viele Jahre eine atypische Essstörung, Untergewicht, aber im Rahmen. Dann gab es eine Umbruchphase in meinem Leben...


Hmm...(leichtes) Untergewicht habe ich auch derzeit, dazu diese dauernden Gedanken rund ums Essen oder Nicht-Essen und all das andere Zeug. Fällt so etwas auch schon unter eine atypische Essstörung? Vor einiger Zeit ging es relativ schnell, dass ich hier als magersüchtig einsortiert wurde. Vor dem Hintergrund, dass es vielleicht manchmal schnell geht von "atypisch" zu "typisch", ist das ja auch verständlich. Neutral gesehen. Nur wenn es einen selbst betrifft, ist es mit der Neutralität manchmal nicht so einfach...

Was meinst Du (oder wenn hier sonst jemand mitliest) - sollte ich mich mit meiner Freundin mal darüber reden? Ich fürchte, sie wäre halbwegs überrascht davon... Andererseits ist es nun mal ein Teil von mir, auf den ich noch dazu nicht wirklich Einfluss habe. Ich habe wirklich keine Ahnung. "Hör mal, was ich Dir noch sagen wollte - ich habe da so eine teilweise Essstörung... nicht so wirklich schlimm, und das wird es hoffentlich auch nicht - aber es gibt da gewisse Anfänge..." - ich meine, das wäre schon etwas arg seltsam, oder?

Naja, wie auch immer. Jetzt ist das hier schon wieder alles länger geworden, als geplant...

Eine gute Nacht jedenfalls!

LG
Danny

15.12.2013 01:47 • #58


Jandi

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Hallo, Kleinermann!

Ich habe hier still mitgelesen.

Du fragst, ob Du das bei Deiner Freundin ansprechen solltest? Vielleicht merkt sie ja auch schon etwas.

"Arg seltsam" würde ich das nicht finden. Vielleicht könnte sie Dir helfen, dagegen zu steuern?

Doch wenn Ihr Euch liebt und Du ihr vertraust wäre das ja auch ein Vertrauensbeweis.
Dies nur als Anregung...

Viele Grüße, Jandi.

15.12.2013 21:35 • #59


kleinermann

kleinermann

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Hey Ihr beiden,

Also erstmal @moonlightwoman: Es ist auch schön und tut mir irg.wie gut, von Dir zu lesen.

Hmm, ob meine Freundin schon etwas weiß oder zumindest ahnt... Gute Frage. Ich hoffe mal, dass sie noch keine Vermutung oder so etwas hat. Vermutlich würde sie es auch recht bald ansprechen. Hin und wieder sagt sie mal, dass ich aber nicht dünner werden sollte oder so. Aber das ist so insgesamt eher selten ein Thema. Vermutlich wäre sie sehr überrascht, dass ich tatsächlich ein 'Problem' in dieser Richtung habe.

Ich versuche auch, es halbwegs vor ihr zu verbergen. Wenn ich mir ihr zusammen bin, esse ich einigermaßen normal und gleiche es dann eher dadurch aus, dass ich vorher/nachher weniger oder nichts esse. Treffen wir uns z. B. samstags erst etwas später am Nachmittag, lasse ich das Mittagessen schon mal wegfallen und erzähle ihr dann aber, ich hätte schon etwas gegessen und nur noch kleinen Hunger abends. Ich meine, ich will ja nicht, dass sie sich irg.wie Sorgen um mich macht oder so. Irg.wo habe ich mal gelesen, ES und alles was es da so in dem Bereich gibt, sei eine "geheime" Krankheit, weil die Betroffenen meist lange Zeit unerkannt bleiben. Und zumindest dabei erkenne ich mich selbst schon auch. Wenn ein Kollege oder so zu mir sagt, ich hätte aber abgenommen, freut es mich schon sehr. Je nachdem wie das dann geäußert wird, insbesondere wenn es sich etwas besorgt oder überrascht anhört, sage ich aber nach außen, das könne ja gar nicht sein, ich hätte in letzter Zeit eher etwas zugenommen und so.

Und insgesamt bin ich ja vom Gewicht einigermaßen stabil. An manchen Tagen esse ich halbwegs normal, an anderen ist es dann mal wieder etwas zu wenig. Damit komme ich derzeit halbwegs klar. Aber es geistern auch immer mal die Gedanken im Kopf herum, ob ich nicht mal wieder eine etwas längere Zeit wenig(er) essen sollte, um endlich meine nervige Speckrolle in den Griff zu bekommen. Oder ich erwische mich selbst dabei, wie ich es geradezu 'genieße', wenn ich ein Hungergefühl verspüre. Und esse dann manchmal ganz bewusst trotzdem nichts. Weil ich es total undiszipliniert von mir fände, dann einfach zu essen. Kein Wunder, dass ich meine Speckrolle nicht weg bekomme. Denke ich mir dann. Erst gestern war wieder so ein Tag.

Was das "Entschuldigen" für längere Beiträge angeht... naja, ich glaube das kommt daher, dass der 'klar' denkende Teil von mir sich irg.wie etwas unwohl dabei fühlt, wenn ich hier mitunter seltsame Dinge schreibe. Also die Sachen, die der 'weniger klar' denkende Teil von mir so fabriziert. Und mir eigentlich schon klar ist, dass da offenbar ein bißchen was durcheinander ist. Naja, aber irg.wie habe ich bis jetzt das Gefühl, dass es mir doch hilft, mich in ganz kleinen Schritten nach und nach etwas besser selbst zu verstehen. Eine wirkliche Änderung im Denken oder sogar Verhalten hat sich dadurch zwar noch nicht entwickelt.

Aber andererseits denke ich mir, solange es nicht wirklich extrem ist oder wird, braucht es das ja auch nicht so unbedingt. Vorerst habe ich mal die Hoffnung, dass ich das durch eine gewisse Beschäftigung mit dem Thema vermeiden kann.

Naja, und mit dem 'Sonderling sein'... das versuche ich ja inzwischen auch, mit Humor zu nehmen, und manchmal gelingt es sogar schon. Ich meine, wer mich näher kennt, würde glaub ich niemals vermuten, dass ich u. U. eine (atypische) ES habe oder zumindest etwas gefährdet bin oder sowas. Oder meinen eigenen Körper vorsichtig gesagt nicht ganz optimal finde. Durch schwarzen Humor und so lässt sich da einiges ganz gut verstecken. Oder man hält mich einfach für allgemein etwas seltsam. Sonderling eben... Für irg.etwas muss es ja gut sein.

So, und heute mal ohne Entschuldigung für den längeren Text...

Gute Nacht und passt auf Euch auf!
Danny

20.12.2013 01:43 • #60

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