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Bezüglich Antidepressiva´s (Antidepressiva) und sonstige Psychopharmaka kann ich generell nur sagen: "Was dem Einem gutes tut, muß dem Anderen nicht helfen". Wir Menschen mit unserer Individualität sind so verschieden, dass es kaum ein perfektes Rezept gibt. So verhält sich das auch mit den Nebenwirkungen, während ich bei dem einen Medikament so gut wie keine Nebenwirkungen feststelle - leidet ein anderer, eher vergleichbarer Mensch unter ganz erheblichen Nebenwirkungen. Bei meiner Arbeit in der Psychiatrie hat mir ein Arzt mal wat gutes gesagt "Es ist wie ein Chemiebaukasten - wir experimentieren solange, bis sich ein Erfolg einstellt".
Aus beruflichen und privaten Erfahrungen weiß ich, das Venlafaxin sowie ähnliche Verwandte eher wat für Phobien und Angst/Panikstörungen ist - eher weniger geeignet für Depressionen. Zumindestens wenn ich mich an die Diagnosen halte, wo in den letzten Jahren das Medikament verordnet worden ist.
Mit einer Dosissteigerung erzielt man gerade bei Venlafaxin bessere Ergebnisse - allerdings die Nebenwirkungen nehmen auch ziemlich stark zu (ist aber auch wieder abhängig von jedem menschen). Ich nehme Venlafaxin jetzt seit November letzten Jahres, was ich tatsächlich feststellen mußte - das meine extremen Panikpeaks zwar abgenommen haben, aber das durch eine Dosissteigerung ich nicht sehr viele Erfolge verzeichnen konnte. Vom Antrieb und Schwingungsfähigkeit - Null, kaum einen Erfolg.
Nebenwirkungen - naja, meine Fachärztin nimmt mich ja eh nicht mehr für voll und eigentlich bin ich eh ein zu kritischer "Horrorpatient" - also darf ich zukünftig meine Dosis selber bestimmen. Also eindeutige Nebenwirkungen sind extreme Magen und Darmprobleme. Vom Magen - ich kann tagsüber kaum oder garnichts essen oder trinken (schlecht für nen Diabetiker). Ständiger Stuhldrang ohne Stuhl, manchmal nur Durchfall oder Luft mit Schleim - das ist wirklich sehr extrem und verhindern häufig das ich aus dem Haus gehen kann. Morgenliches Erbrechen, Zähneknirschen - habe mir in den letzten Monaten einige Zähne kaputt geknirscht (fatal wenn man das Geld für Zahnersatz nicht hat).
Bei einer schrittweisen Dosiserhöhung von 37,5 retard, dann 75, dann 150 und zum schluß 225 - die Nebenwirkungen haben erheblich zugenommen, eigentlich wurde ich erheblich mehr eingeschränkt in meiner Bewegungsfreiheit und habe so gut wie garnichts mehr machen können - "nicht mehr am Leben teilnehmen". Panik habe ich zwar kaum noch gehabt, aber ich konnte so gut wie garnichts mehr machen.
Jetzt fehlen mir ca. 5 Monate meines Leben, inzwischen bin ich wieder auf 37,5 retard wieder zurück. Meinen Eindruck von den Fachärzten - ich glaube manchmal die wissen garnicht wat die Verordnen, naja bei einer Terminfrequenz von alle 3 bis 6 Monate und einer Sprechstundenzeit von weniger als 10 Minuten????
16.09.2012 00:38 •
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