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Regelmäßig duschen bei psychischen Erkrankungen für Minimalisten

maya60

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Hallo Zusammen,
irgendwie beschämt gestehen viele von uns von Zeit zu Zeit hier im Forum sich und uns anderen, dass wir ernsthafte Probleme mit dem regelmäßigen Duschen haben.

Dass es sowas hier in unserer Putzfanatiker-Nation Deutschland überhaupt gibt, mussten wir entsetzt realisieren und da merkten wir: Oh je, wir sind wirklich krank.

Ja genau! Sind wir auch! Das ist ein typisches Symptom von akuter Depression oder chronischer Depression, die mehr ist als leicht.

Kleiner Selbst-Test? Versuche, dich zum Duschen mit einer dicken Belohnung zu motivieren oder sag dir, dass du erst die schöneren Dinge des Tages machen darfst, wenn du vorher geduscht hast.
Wenn du gesund bist, klappt das. Wenn du so depressiv bist, dass du das Dusch-Problem hast, nicht oder nur mit einem so großen Kraftaufwand, dass du danach fix und fertig bist.
Darum habe ich auch dieses Motto. "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen." bei Depressionen als völlig kontraproduktiv erkannt. Das kann mitunter zu tagelangem Nichtstun führen, weil die "Arbeit" eben nicht funktioniert - und kommt damit in den Bereich der schwarzen Pädagogik, erinnert an Kinder, die stundenlang vor ihrem Teller festgezwungen wurden, bis er leer war.

Aber auch im Rahmen des unregelmäßigen Duschens gibt es noch weitere Putzfanatiker-demütigende Abstufungen des "Niedergangs", oh, so unendlich viele, das hätte ich ja nie geahnt, wie tief ich da noch "sinken" kann.
Nein, für was alles ich zu schwach werden kann. So ist die Depressions-bezogene Realität. Die Sauberfrau-Bewertungen haben darin überhaupt nichts zu suchen, es sei denn, ich werde wieder gesund und es sei denn, ich stimme diesen Bewertungen dann überhaupt jemals wieder zu, wenn ich durch meine Krankheit ganz andere Werte kennengelernt habe.

Es ist so wichtig, finde ich, dass die Schwäche, die das regelmäßige Duschen zeitweise oder länger verhindert, als ein Krankheitssymptom gilt, sonst bauscht sich dieses Dusch-Thema zu einem eigenen riesigen Problem auf mit Angst und Abneigung.

Es ist aber eins von mehreren Schwäche- und Antriebsproblemen, also eine Folge von Krankheit.

Daher finde ich es so wichtig, das Duschen so zu gestalten, dass ich es, wenn auch unregelmäßig, dann aber auch schaffe und wenn mehr Kraft und Antrieb da ist, auch wieder regelmäßiger, ohne dass ich dann erst noch vor einer Dusch-Phobie stehe, weil ich das Symptom so ideologisch und emotional aufgeladen habe.

Damit das Duschproblem auch nur ein Depressionsproblem bleibt, ist es wichtig, dass das Duschen schaffbar und ein Erfolgserlebnis ist.


Mein heute schaffbarer Minimalstandard war daher:


Nur die wichtigsten Körperstellen waschen und abtrocknen, dann in den Bademantel geschlüpft und erstmal wieder hingelegt.


Kann sein, dass ich nächstes Mal mir nur die Haare wasche. Vielleicht nehme ich, wenn ich dann schnell fertig bin und mich danach fühle noch schnell den Lappen und wische mal wieder Wasserflecken von den glänzenden Duschapparaturen.

Eincremen tue ich die trockenen Hautstellen dann und wann außerhalb der Duschzeremonie.

Dasselbe gilt für andere Körperpflege-Dinge, die früher vielleicht mal zusammen mit dem Duscheputzen in einem Rutsch gelangen.


Aber heute bin ich eine minimalistische Duscherin und emotional ist es eben der fehlende Antrieb, die fehlende Stärke, die dazu wichtig sind, aber auch nur diese als Krankheitssymptome.

Finde ich wichtig!

31.10.2019 15:27 • x 10 #1


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laluna74

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Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Das tägliche Duschen regt meinen Kreislauf an und ich fühle mich danach nicht nur köprerlich rein sondern auch von jeglichem inneren Ballast mehr befreit.

Deswege möchte ich alleine aus diesem Grund nur ungern auf meine tägliche Duschgewohnheit verzichten, eben weil der Duschvorgang mein Gemüt positiv beeinflusst!

Das Duschen am Abend ist zu einem täglichen Ritual geworden, wobei ich mir bildlich vorstelle, wie alles Negative von mir abgespült wird.

31.10.2019 16:02 • x 4 #2


maya60

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Liebe laluna, ist doch wunderbar! Dann ist für dich das Duschen ein Erfolgserlebnis und vielleicht kann dein inneres Bild dazu, wie alles Negative abgespült wird, auch anderen helfen.

Falls es das aber nicht tut, dann rege ich dazu an, Minimalstandards zu setzen statt sich ein eigenes Duschproblem aufzubauen oder aufzugeben. Im Sinne von: Alles, was aus hygienischen Gesundheitsaspekten sein muss. Vergleichbar der Situation, wenn ich zu schwach bin, regelmäßig aufzuräumen, bringe ich aber in jedem Fall die Sorte Müll raus, die aus hygienischen Gründen raus muss, auch wenn Altpapier und Leergut sich länger stapeln dürfen, bis ich wieder mehr Kraft habe.

Liebe Grüße! maya

31.10.2019 16:18 • x 5 #3


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laluna74

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Das ist sicher richtig nur habe ich selbst schon festgestellt, dass auch stapelndes Papier, Müll ansich mehr belastend auf mich einwirkt.

Habe mich auch schon mal mit Feng shui beschäftigt, vielleicht sehe ich es auch deswegen etwas anders.

Alles, was ich vor mir herschiebe blockiert mich auf Dauer. Deswegen brauche ich einen Plan, um notwendige Routine nicht aus den Augen zu verlieren.

31.10.2019 16:32 • x 4 #4


maya60

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Liebe laluna, es gibt aber für viele wie für mich Phasen schwerer und schwerster Depressionen, in denen wir selbst dazu zu schwach sind, uns der Belastungen durch sich ansammelnden Papiermüll noch zu entledigen. (Und wir haben dann hoffentlich fleißige Mitbewohner und Helfer im Umfeld, die es uns abnehmen.)
Wir können dann z.B. morgens nur dazwischen wählen, ob wir uns mühevoll dazu aufraffen, etwas zu frühstücken und unsere Medikamente regelmäßig zu nehmen und uns dann wieder völlig erschöpft für Stunden ins Bett zu legen oder alle Müllsorten rechtzeitig wegzubringen.

Wir sind dann zu schwach und krank, um uns noch mit Feng Shui zu beschäftigen.
Wir kriegen es nicht mehr hin, Dinge abzuarbeiten, ob mit oder ohne Plan. Wir haben nicht mehr die Kraft für alle oder nicht mal mehr die meisten notwendigen Routinen. Ist wieder mehr Kraft da, klappt da wieder mehr, denn es ist keine Frage der Einsicht oder Organisation, sondern der depressiven Schwäche und Antriebslosigkeit bei schwerer Depression.

Aber jeder Einzelne hat seine Bereiche, die ihm liegen und gut tun. Andere gehen aber gar nicht mehr. Was für die einen wie dich Pläne und Routinen sind, sind für andere wie mich z.B. Lesen und Schreiben und Spiritualität, die immer gehen.

Deswegen geht es anderen doch wieder ganz anders und Haushalt und Körperpflege sind klassische Bereiche der depressiven Antriebsstörungen, sonst würde ich das ja gar nicht hier schreiben. Diese Bereiche wurden erst und nur während der Depression problematisch.

An diese AdressatInnen richten sich meine Minimalideen.

Liebe Grüße! maya

31.10.2019 16:50 • x 6 #5


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Blume71

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Zitat von laluna74:
Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Das tägliche Duschen regt meinen Kreislauf an und ich fühle mich danach nicht nur köprerlich rein sondern auch von jeglichem inneren Ballast mehr befreit.

Deswege möchte ich alleine aus diesem Grund nur ungern auf meine tägliche Duschgewohnheit verzichten, eben weil der Duschvorgang mein Gemüt positiv beeinflusst!

Das Duschen am Abend ist zu einem täglichen Ritual geworden, wobei ich mir bildlich vorstelle, wie alles Negative von mir abgespült wird.


Hallo - das ist bei mir genauso!
Außerdem liebe ich es, wenn das heiße Wasser meinen Nacken runterläuft. Danach ist jede Nackenverspannung besser - vor allem abends.

Liebe Grüße

31.10.2019 16:51 • x 4 #6


maya60

maya60

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Ich bin mir nicht sicher, wie hilfreich es in einem Thema ist, in dem es um Tipps für konkrete depressive Probleme geht, über die zu schreiben und zuzugeben eh schon nicht einfach ist, weil sie mitunter die Grenzen der Pflegebedürftigkeit berühren, wenn die, die andere depressive Probleme haben, (da nicht alle alle depressiven Symptome haben, logisch) dann schreiben: Nee, das Problem hab ich nicht! Ich fühle mich super in dem Bereich. Kopfkratz!

Ja, das ist ja wunderbar, aber meine Tipps richten sich ja an andere.

Mein Thema ist nicht: Könnt ihr euch nicht zum Duschen aufraffen oder genießt ihr das Duschen?


Liebe Grüße! maya

31.10.2019 17:08 • x 7 #7


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laluna74

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Zitat von maya60:
Liebe laluna, es gibt aber für viele wie für mich Phasen schwerer und schwerster Depressionen, in denen wir selbst dazu zu schwach sind, uns der Belastungen durch sich ansammelnden Papiermüll noch zu entledigen. (Und wir haben dann hoffentlich fleißige Mitbewohner und Helfer im Umfeld, die es uns abnehmen.)


auch da muss ich von mir ausgehen. Wenn ich mich gehen lasse - und ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man gar nicht mehr hochkommt. Das erlebe ich ansatzweise immer dann, wenn ich zu lange im Bett liegen bleibe. Dann komme ich oft kaum noch in die Gänge. Auch Fernsehnachmittage wirkten sich früher negativ auf meinen Antrieb aus. Deswegen vermeide ich solche Dinge mittlerweile grundsätzlich.

Ich denke nicht, dass es immer gut ist, von Mitbewohnern viel abgenommen zu bekommen. Ich brauche Erfolgserlebnisse und wenn ich solche Dinge nicht umsetzen kann, dann wirkt das auch widerum negativ aufs Gemüt.

Es geht ja nicht darum, dass ich alles 100% umsetzen muss, aber zumindest habe ich täglich den Anspruch an mich selbst, mich morgens soweit zurecht zu machen, dass ich jederzeit dem Nachbar die Türe öffnen kann, sollte er oder auch jemand anders bei mir klingeln, außerdem ist ein täglicher Spaziergang effektiver als es sich im Hausanzug auf der Couch gemütlich zu machen. Das kann ich abends tun, wenn es richtig dunkel ist, aber nicht tagsüber.

Ich war noch nie in Kur bzw. in Reha aufgrund meiner Störung, aber ich habe noch nie gehört, dass man da untätig die Zeit verbringt. Auch da gibt es geregelte Abläufe (auch Küchendienste) , eben weil es zur Genesung beiträgt.

31.10.2019 17:22 • x 2 #8


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laluna74

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Zitat von maya60:
Liebe laluna, es gibt aber für viele wie für mich Phasen schwerer und schwerster Depressionen, in denen wir selbst dazu zu schwach sind, uns der Belastungen durch sich ansammelnden Papiermüll noch zu entledigen. (Und wir haben dann hoffentlich fleißige Mitbewohner und Helfer im Umfeld, die es uns abnehmen.)


auch da muss ich von mir ausgehen. Wenn ich mich gehen lasse - und ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man gar nicht mehr hochkommt. Das erlebe ich ansatzweise immer dann, wenn ich zu lange im Bett liegen bleibe. Dann komme ich oft kaum noch in die Gänge. Auch Fernsehnachmittage wirkten sich früher negativ auf meinen Antrieb aus. Deswegen vermeide ich solche Dinge mittlerweile grundsätzlich.

Ich denke nicht, dass es immer gut ist, von Mitbewohnern viel abgenommen zu bekommen. Ich brauche Erfolgserlebnisse und wenn ich solche Dinge nicht umsetzen kann, dann wirkt das auch widerum negativ aufs Gemüt.

Es geht ja nicht darum, dass ich alles 100% umsetzen muss, aber zumindest habe ich täglich den Anspruch an mich selbst, mich morgens soweit zurecht zu machen, dass ich jederzeit dem Nachbar die Türe öffnen kann, sollte er oder auch jemand anders bei mir klingeln, außerdem ist ein täglicher Spaziergang effektiver als es sich im Hausanzug auf der Couch gemütlich zu machen. Das kann ich abends tun, wenn es richtig dunkel ist, aber nicht tagsüber.

Ich war noch nie in Kur bzw. in Reha aufgrund meiner Störung, aber ich habe noch nie gehört, dass man da untätig die Zeit verbringt. Auch da gibt es geregelte Abläufe (auch Küchendienste) , eben weil es zur Genesung beiträgt.

31.10.2019 17:23 • x 2 #9


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laluna74

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Entschuldigung, ich möchte hier niemandem zu nahe treten, aber das ist ein Thema, was mich fast in Rage versetzt.

Ich habe eher die Erfahrung gemacht, dass je mehr Hilfe ich annehme, um so mehr ich mich auf andere verlasse, desto größer die Abhängigkeit, was eben auch wieder die Hilflosigkeit verstärkt.

Ich kann nur jedem raten täglich das Bestmögliche selbst zu tun.

31.10.2019 17:40 • x 3 #10


maya60

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Liebe laluna, ich entschuldige mich auch, falls ich dir zu nahe getreten bin und weiß ganz genau, dass weder du noch ich das wollen.
Wenn mein Thema, das als Hilfestellung gemeint ist, von dir ganz anders aufgefasst wird als ich es meine, weil wir unterschiedliche Erfahrungen und Einstellungen dazu haben, dann würde ich sagen, dann stellen wir fest, dass das so ist.

In anderen Themen ist das ganz anders.

Und wenn ich gleich weitere Minimalisten-Beispiele schreibe, weil ich weiß, dass es unter Depressiven viele wie mich gibt, dann ist das nur, wie es von Anfang an von mir gemeint war, eine Hilfestellung für diejenigen, die ähnliche Probleme haben wie ich und wo genau das vielleicht hilft oder zu vermeiden hilft, das Depressions-Symptom zu einem immer größeren eigenen Problem zu machen.

Die meisten von uns hier im Forum haben Depressionen unterschiedlicher Schwere, unterschiedlich lange, kombiniert mit unterschiedlichen weiteren Krankheiten, Lebenssituationen, Altersgruppen, Medikamenten, Psychotherapien, Lebenserfahrungen und -Einstellungen und was nicht alles. Da ist es klar, dass wir hier eine Vielfalt von Unterschieden haben.

Unser Forum ist aber so harmonisch und wohltuend, dass ich das schon ganz vergessen hatte, du auch?

Also schreibe ich, was ich aus ehrlicher Erfahrung als Erleichterungs-Tipps weitergeben möchte und du auch. Wie wär´s?

Und ansonsten lese ich weiter so gerne deine Beiträge wie bisher auch.

Liebe Grüße! maya

31.10.2019 18:27 • x 4 #11


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Blume71

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Zitat von maya60:
Ich bin mir nicht sicher, wie hilfreich es in einem Thema ist, in dem es um Tipps für konkrete depressive Probleme geht, über die zu schreiben und zuzugeben eh schon nicht einfach ist, weil sie mitunter die Grenzen der Pflegebedürftigkeit berühren, wenn die, die andere depressive Probleme haben, (da nicht alle alle depressiven Symptome haben, logisch) dann schreiben: Nee, das Problem hab ich nicht! Ich fühle mich super in dem Bereich. Kopfkratz!

Ja, das ist ja wunderbar, aber meine Tipps richten sich ja an andere.

Mein Thema ist nicht: Könnt ihr euch nicht zum Duschen aufraffen oder genießt ihr das Duschen?


Liebe Grüße! maya


Entschuldige @maya60 - da hatte ich wohl etwas missverstanden!

31.10.2019 18:30 • x 4 #12


maya60

maya60

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Liebe Blume, entschuldige, vielleicht habe ich auch etwas missverstanden. Und dann tut es mir leid, wenn euch meine Antworten weh getan haben. Wie ich schon gerade laluna geschrieben habe.

Liebe Grüße! maya

31.10.2019 18:34 • x 2 #13


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laluna74

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Liebe maya,

das hast du nun wirklich sehr diplomatisch dargestellt und es hat mich erreicht .

Das will auch gelernt sein

Gruß laluna

31.10.2019 18:37 • x 3 #14


maya60

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Liebe laluna, wenn ich auf meine alten Tage noch diplomatisch würde, das wäre ja was. Ich bin so froh, wenn meine Gedanken dich aber erreicht haben, denn nachdem ich erstmal meinen Verwirrungs- und-Ärger-Tunnelblick auf unseren Austausch habe runterkühlen und sich weiten lassen, blieben zwei Regungen in mir übrig: Erstaunen, dass wir hier auf einmal so unterschiedlich reagierten mit unseren Selbsthilfetipps und das absolute Wissen, dass wir hier in diesem Forum nicht gegeneinander sind, dass ich zu dir Vertrauen habe, zu Blume natürlich auch, und nicht mit dem Kopf durch die Wand will (nachdem ich mich beruhigt hatte ). Und dass ich vielleicht mit meinem Thema meine blinden Flecken oder im Austausch mit dir mein Brett vor dem Kopf habe.

Liebe Grüße! maya

31.10.2019 18:54 • x 2 #15


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Blume71

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Zitat von maya60:
Liebe Blume, entschuldige, vielleicht habe ich auch etwas missverstanden. Und dann tut es mir leid, wenn euch meine Antworten weh getan haben. Wie ich schon gerade laluna geschrieben habe.

Liebe Grüße! maya


Liebe Maya,

Deine Antwort hat mir nicht weh getan - alles gut

Liebe Grüße

31.10.2019 19:02 • x 2 #16


maya60

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Zitat von Blume71:

Liebe Maya,

Deine Antwort hat mir nicht weh getan - alles gut

Liebe Grüße


31.10.2019 19:59 • #17


maya60

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Nach meiner Minimalisten-Dusche heute wusste ich, dass ich noch unbedingt zu meiner Doc musste und wenn Sohni heim käme, mit ihm auch noch Einkaufen.

Das war mir eindeutig zuviel und barg die Gefahr der Überreizung, aber beides musste sein, denn ich hatte nur noch eine Blutdruckkapsel und der Einkauf mit Sohni war gestern schon verschoben worden wegen eines schusseligen Pizzataxi-Mannes, der zweimal fahren musste wegen unserer Bestellung, so dass der Laden geschlossen war, in den Sohni und ich wollten.

Für Autisten wie Sohni ist Umdisponieren mit hohem inneren Stress verbunden und das wollte ich ihm nicht zweimal antun. Mir natürlich auch keine Überreizung oder dass ich plötzlich blockieren würde und dann erstmal gar nichts mehr ginge.

Dass ich eine hohe Motivation zu den Dingen hatte, war schonmal gut.

Als ich nach dem Duschen duschnass in meinem Bademantel auf meinem Futon schnell trocknete, wurde mir klar, dass ich alle nächsten Schritte in das Allernötigste runterbringen musste, damit es gut lief, weil ich schon aus dem vorletzten Loch pfiff.

Minimalstandard Anziehen:Da ich also wusste, dass ich bei allen Unternehmungen meinen Mantel anbehalten würde, zog ich als Oberteil nur das Kapuzenshirt an, in dem ich später auch schlafen würde und das kein Teil eines Schlafanzuges ist, wenn ich dann doch den Mantel ausziehe.

Beim unteren Teil meines Körpers ging das bei dem Wetter nicht, aber um die Kraft zu finden, rauszugehen und mich nicht schon mit dem Anziehen völlig zu erschöpfen, bin ich auch schon in Jogginghose gegangen, die ich danach auch zum Schlafen anließ.
Einmal über die kurzen Wuschelhaare heute gebürstet, Schminken und weiteres fiel flach.

Ich fuhr mit dem Bus zur Doc, aber lief heim, an der Apotheke vorbei, so hatte ich noch 45 Minuten Spazierweg. Den hätte ich nicht geschafft, hätte ich zuvor mit Duschen und Anziehen nicht nur die minimalsten Standards gewählt.

So überreizte ich nicht, weder bei der Doc noch in der Apotheke und nur fast mit Sohni im Laden, wo er Jacken anprobierte, aber dabei seinen Pullover jedes Mal in genau derselben Weise autistisch-sorgfältigst drunter gefältet haben musste wie wenn er aus dem Haus geht und die Jacke nicht gleich sofort wieder auszieht - nicht mal als Sohni selber überdrehte, überdrehte ich, aber war froh und dankbar, dass er gleich heim wollte und ich alleine noch in den Lebensmittelladen gehen konnte.

Da auch noch hinein zu gehen, führte dann doch zur Überreizung und ich schlenderte extra langsam heim, um nicht in den Überreizungssog zu kommen. Daheim stellte ich die Einkaufstaschen einfach nur mitten auf den Esstisch, räumte nichts aus oder ein, egal, ob es in den Kühlschrank musste oder nicht, griff mir nur ein Wrap zum Essen (Hunger überreizt viele ADHSler auch furchtbar schnell) und verzog mich nach oben auf meinen Futon, um dem Überreizungs-Overload noch zu entgehen.

Sieht so aus, dass es klappt. Und die Aktionen wurden so zu Erfolgserlebnissen.

31.10.2019 20:39 • x 4 #18


maya60

maya60

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So werden mein Mann und Sohni die Taschen ausräumen oder ich später, so war meine Kleidung nicht gebügelt, aber ich kam an die frische Luft und bekam meine Medikamente, Sohni seine Kleidung, wir alle für heute Abend und den Feiertag die Lebensmittel.

Vorgestern simste ich Göga, dass er auf dem Heimweg von der Arbeit noch bei McDoof vorbei fahren möge, was er auch tat, weil Sohni und ich beide zu müde zum Kochen waren. Papiermüll und Leergut bringt Göga tatsächlich immer mit dem Auto weg.

Ich minimiere vieles nach unten und teile mir die Aufgaben mit meinen beiden Männern nach Vermögen, damit so viel wie mir noch möglich auch gelingt, was einfach nicht gelänge, würde ich es alleine tun oder aufwändiger. Den Maßstab: Ich mache es ganz oder gar nicht kann ich mir schon lange nicht mehr leisten. Aber unser Stückwerk hier daheim zu Dritt klappt und erlaubt sogar Freude und Lachen und Erfolgserlebnisse, wo sonst schnell Überanstrengung und Scheitern wäre.

Ich möchte dazu ermutigen, wenn wir depressiv aus dem letzten Loch kräftemäßig pfeifen, mit Minimalstandards die Aktionen schaffbar zu gestalten statt aufzugeben, weil der Berg der Anforderungen für unseren Antrieb zu hoch wird.

31.10.2019 21:14 • x 4 #19


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Luna1985

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Hallo Maya,

Kenne das auch sehr gut mit der Überreizung, depressionsbedingt. Mir wirds schell zu viel, wenn ich nicht ausreichend Ruhe habe und Zeit für mich selbst. Hab dieses Bedürfnis, das ich generell habe nur schwächer ausgeprägt, lange übergangen und war dann nicht mehr ich selbst.

Mir gefällt der Ausdruck "Minimalisten-Dusche" Wobei der heutige Mensch sowieso zu viel duscht. Früher haben die Leute oft härter gearbeitet und sich "nur" gewaschen.

LG Luna

31.10.2019 23:38 • x 4 #20


maya60

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Hallo Luna, als ich Kind war, hatten wir noch keine Dusche und es war auch noch nicht üblich, in der Badewanne zu duschen. Da haben wir uns alle täglich an den wichtigen Stellen der Geruchsentwicklung mit einem Waschlappen gewaschen und einmal wöchentlich gebadet.

Wenn ich aber ganz ganz wenig Kraft und Antrieb in der Depression dafür habe, ist das Waschen mit dem Waschlappen aufwändiger und anstrengender als mal eben dieselben Körperbereiche unter der Dusche zu waschen, oder?
Dabei braust man dann auch nicht automatisch gleich den ganzen Körper ab und wäscht ihn, so dass man den Schutzschild der Haut dauernd angreifen könnte wie die Kritiker des zu vielen Duschens sagen.

Liebe Grüße! maya

01.11.2019 00:16 • x 2 #21


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Pimbolina71

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Hi,

Das Minimalisten-Duschen kenne ich doch nur allzu gut. Ich steige nicht gerne unter die Dusche bezw. in die Badewanne. Das ist immer so ein grosser Kraftakt und den kann ich nicht täglich machen. So ist dann das erfolgte Duschen schon immer ein grosses Erfolgserlebnis.

Ich wasche mich mit einem Lappen und schaue, dass ich nicht stinke (was ich bis jetzt noch nie getan habe). Also alles im grünen Bereich.

Vor einiger Zeit habe ich regelmässig Schaumbäder genommen, das ist mir aber jetzt auch zu viel Aufwand. Dann doch lieber auf mein Duschbrett sitzen und mich schnell abduschen.

LG Pimbolina

01.11.2019 01:47 • x 3 #22


maya60

maya60

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Zitat von Pimbolina71:
Hi,

Das Minimalisten-Duschen kenne ich doch nur allzu gut. Ich steige nicht gerne unter die Dusche bezw. in die Badewanne. Das ist immer so ein grosser Kraftakt und den kann ich nicht täglich machen. So ist dann das erfolgte Duschen schon immer ein grosses Erfolgserlebnis.

Ich wasche mich mit einem Lappen und schaue, dass ich nicht stinke (was ich bis jetzt noch nie getan habe). Also alles im grünen Bereich.

Vor einiger Zeit habe ich regelmässig Schaumbäder genommen, das ist mir aber jetzt auch zu viel Aufwand. Dann doch lieber auf mein Duschbrett sitzen und mich schnell abduschen.

LG Pimbolina


Hallo liebe Pimbolina, genau, zu solch einer Einstellung und Vorgehensweise wie deiner und ja auch meiner, wenn das Duschen zu einem Riesenkraftakt wird, möchte ich ermutigen. Das IST eine gute Lösung und ein Erfolgserlebnis und das IST alles im grünen Bereich mit dem Minimalisten-Duschen, wenn es solch ein großer Kraftakt ist bei Krankheit.

Liebe Grüße! maya

01.11.2019 02:28 • x 3 #23


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Pimbolina71

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Liebe Maya

Bei mir ist es jedes Mal ein grosser Kraftakt - nicht nur das Duschen, auch das Baden. Ich fühle mich *beep* einfach überhaupt nicht wohl und mache selbst unter der Dusche Husch Husch. Das dauert nun schon seit geraumer Zeit so und ich warte immer noch darauf, dass mir das Duschen mehr Freude bereitet als es jetzt tut.

LG Pimbolina

01.11.2019 02:47 • x 3 #24


maya60

maya60

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Liebe Pimbolina, das kenne ich sehr gut.

Hätte mir, als meine Kräfte immer mehr schwanden und nie mehr wiederkamen, ich aber noch ein Schulkind zu versorgen hatte, nur irgend jemand gesagt, dass Minimal-Lösungen bei der eigenen Körperpflege und der Hausarbeit in Zeiten der Riesenschwäche einem die nötige Kraft für die wichtigen und auch die schöneren Aktivitäten, die noch möglich sind, lassen und auch mehr Grundordnung und Hygiene ermöglichen als das Resignieren vor der perfekteren Ausführung von früher, die aber nicht mehr gelingt, dann wären mir soviel Überforderung und Krankheitsverschlimmerung und zusätzlicher Kraftverlust erspart geblieben.

Es fühlte sich nämlich erst an wie ein persönliches Scheitern, fast wie ein Charakterfehler, immer weniger von den normalen Standards der Reinlichkeit und Ordnung zu schaffen. Das als Depressionssymptom selbstbewusst zu nennen, erschien mir vor mir selber wie eine Ausrede. Und wenn wie ich dann auch noch ein Schulkind hatte und das Kind und alles in seinen Aufenthalts-Räumen ordentlich und sauber hielt, wo verließ mich dann wohl die Kraft? Na klar, bei mir selber und in meinen Räumen.

Wer schreibt denn schon klar und sachlich bei Neuvorstellungen in Foren: Ich bin durch meine Depressionen so schwach und krank, dass ich nur noch unregelmäßig schaffe, für Reinlichkeit und Ordnung zu sorgen? Das glauben sich viele selber nicht.
Eher klingt es doch oft voller Scham und Schuld nach: Was stimmt bloß nicht mit mir? Ich habe so heruntergewirtschaftet, dass ich mich als Aussätziger sehe.

Und das bei Depressionen, das macht doch noch depressiver.

Deshalb, als mir heute auffiel, dass ich mittlerweile mich doch mit meinen Minimalstandards bei Riesenschwäche erfolgreich gemessen am Möglichen durch meinen Alltag bewege, da dachte ich: Warum muss das jeder leidvoll für sich selber herausfinden, wenn er überhaupt dahin findet und nicht vorher aufgibt? Das Wissen teile ich jetzt doch mal.

Liebe Grüße! maya

01.11.2019 03:25 • x 7 #25


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111Sternchen222

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Liebe Maya, ich finde es ganz prima, vor allem auch zur Aufklärung. Du trägst dazu bei , dass die Leute die hier lesen vielleicht irgendwann begreifen, dass es nicht damit zu tun hat " sich einfach nur mal zusammenzureißen" sondern dass bestimmte Dinge in einer Depression eben nicht gehen.Weil der Betroffenen sich eben nicht " einfach mal aufraffen kann um eben schnell zu duschen " oder " mal kurz die Wohnung saugen"
In unserer Gesellschaft ist vieles über Depressionen noch gar nicht für alle klar und es gibt oft noch die Meinung dass depressive Menschen sich " bloß hängen lassen" egal ob Duschen oder Anziehen oder Putzen.
NEIN, DAS IST NICHT SO! ES GEHT NICHT ANDERS, DENN WÜRDE ES GEHEN, WÜRDE KAUM EIN MENSCH DARAUF VERZICHTEN DIESE DINGE ZU TUN.
Ich selber bin nicht depressiv, ich habe nur eine Angststörung aber mir sind während meines Klinikaufenthaltes damals so unendlich viele Menschen mit Depressionen begegnet, die mir zum Teil sehr ans Herz gewachsen sind, bei denen es eben einfach nicht ging. Danke Maya, dass du dir die Mühe machst hier richtungsweisend zu schreiben und den Menschen die mit sich nicht im reinen sind, was ihre Symptome angeht, mitnimmst in deinen Alltag. So kann man zeigen :" es ist keine Schande, sondern eine fiese unberechenbare Krankheit!"
Lg Sternchen und Knispel

01.11.2019 09:06 • x 8 #26


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Pimbolina71

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Hallo zusammen

In der Klinik wurde ich gezwungen, jeden zweiten Tag zu duschen, oh mann, ist mir das schwer gefallen. Depressionen hin oder her, daran führte kein Weg dran vorbei. Und zu Hause ist es dann ein wenig leichter, denn ich muss nicht, sondern ich kann/darf. Ansonsten reicht es auch völlig aus, sich zu waschen. So denke ich in der Depression. Selbst das Haare waschen heute Morgen ist mir schwer gefallen, aber das geht noch eher, als unter die Dusche zu stehen.

Danke für Eure Beiträge Maya und Sternchen. Das ist ein Thema, welches oft in der Therapiestunde zur Sprache kommt.

LG Pimbolina

01.11.2019 09:13 • x 5 #27


maya60

maya60

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Liebe Sternchen, danke dass du einfühlsam und achtsam auf deine depressiven MitpatientInnen bei deinem Klinikaufenthalt geschaut hast, obwohl du dich eindenken musstest, weil du selber keine Depression hast. Danke, dass du uns dadurch verstehst und uns glaubst und unterstützst und das mit uns hier teilst. Das bedeutet mir viel.

Denn ich weiß ja von mir selber, wie schwer es ist, etwas zu glauben, sogar sich selber zu glauben als Depressive, was einfach unvorstellbar ist, solange es einem besser geht. Was einem sogar unvorstellbar ist, wenn man depressiv ist, aber diese Probleme nicht hat. Nicht jedem mit Depressionen geht es so, im Gegenteil schleppen sich ja viele Depressive trotz unendlicher Schwäche solange "vorbildlich" in ständiger Überanstrengung und Selbstausbeutung durch alle Pflichten - das habe ich ja auch gemacht - bis sie dann in eine so schwere Depression geraten, dass sie zusammenbrechen oder wie ich die Depression gar nicht mehr loswerden, weil die Psyche völlig zerschlissen und zermürbt ist über die Jahrzehnte.

Ich weiß aber, auch von mir selber sogar als Betroffener, dass es unendlich schwer ist, sowas sich vorzustellen und glauben zu können, wenn es einem selber nicht so geht oder man so allmählich da hineinrutscht. Bei Fachleuten kann ich erwarten, dass sie es wissen als Fakt über die Erkrankung Depressionen, aber bei Nichtfachleuten nicht.
Darum habe ich ja geschrieben, dass ich wirklich die mit meinem Thema meine, die dieses depressive Problem selber haben. Ich weiß, dass es viele von uns gibt. Wenn sie hier mitlesen und es ihnen hilft, ist es ja gut.

Andere können es oft nicht verstehen und das ist kein böser Wille. Und die sich daraus ergebenden Streits und Missverständnisse sind kein bisschen weiterbringend. Im Gegenteil zerdeppert man damit die Gemeinsamkeiten, die bei vielen anderen Themen eben doch da sind.

Aber natürlich ist es etwas ganz anderes, wenn man mit den Menschen zusammenlebt, die einen nicht verstehen können und wenn die einem vorwerfen, sich hängen zu lassen, faul zu sein und charakterlich fragwürdig zu sein oder zu werden. Wenn da nicht Fachleute mit der glaubhaften Autorität ihres Fachwissens Aufklärung betreiben, dann werden Depressive noch zusätzlich verurteilt von Nahestehenden und damit ins schlimmste Elend gestürzt.

Ein Selbsthilfeforum ist dazu da, sich gegenseitig zu unterstützen, auch und gerade dort, wo es so schwer ist, sich einzudenken und es zu glauben. Zur Aufklärung und um nicht sinnlos seine Kräfte als Depressiver im Anrennen gegen Windmühlenflügel zu verschwenden.
Aber vor allem, um sich eben nicht völlig aufzugeben, sondern mit besonderen Wegen für besondere Lebensherausforderungen eben doch soviel wie möglich seelisch und in Haushalt und Körperpflege durchaus hinzukriegen auf Wegen, die passen. Und sich da ohne Schuldgefühle Hilfe zu erbitten, wo sie absolut nötig ist.

01.11.2019 12:08 • x 4 #28


maya60

maya60

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Liebe Pimbolina, ich war noch nie wegen meiner Erkrankungen in einer Klinik, weil ich das wegen meines ADHS nicht wollte, denn ich ging davon aus, dort fürchterlich dauerüberreizt und missverstanden zu werden, denn ADHS verstehen und glauben ja nicht mal alle Fachleute.
Ich bin es gewohnt von Kleinauf, meine eigenen Wege zu suchen.

Für viele Depressive, soweit ich lese und höre, sind Klinikaufenthalte Rettung und auch der Aufenthalt in Rehakliniken und psychosomatischen Kliniken, denn die dortigen Fachleute stellen sie medikamentös richtig ein, psychotherapeutisch geht es weiter, auch mit vielen Alltagstipps und Solidarität in der Gruppe.
Ab und zu lese und höre ich aber auch, dass der Aufenthalt schon fast "traumatisch" war oder gar nichts brachte oder noch mehr erschöpfte.
Dann liegt es vielleicht auch an meinem Thema hier? Ich weiß es nicht und das ist ja auch hier bei mir nicht das Thema. Aber sich Sonderwege auszudenken, mit Antriebsstörungen und z.B. auch Schlafstörungen zu leben, wo sie hartnäckig bleiben trotz aller Versuche, kommt vielleicht zu kurz.

Dann müssen wir das eben in der Selbsthilfe selber machen.

Liebe Grüße! maya

01.11.2019 12:22 • x 4 #29


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Resi

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Zitat von Luna1985:
Wobei der heutige Mensch sowieso zu viel duscht. Früher haben die Leute oft härter gearbeitet und sich "nur" gewaschen.

LG Luna

Ich sehe das auch so.

Ich habe auch oft darüber nachgedacht, warum wir uns permanent mit Fremdgerüchen- und Düften einsprühen. . . ist ein eigener Geruch zu intim?

Und ich muß jetzt mal was ganz "revolutionäres" loswerden:
Ich glaube nicht, daß ich jemals (außer als Baby) gestunken habe, ich habe mir immer die absolut notwendigste Hygienemaßnahmen zukommen lassen, aber: in der Arbeitsunfähigkeit habe ich mich wieder riechen gelernt, eben weil ich nicht jeden Tag komplett mit Wasser und Seife bedeckt war, ich habe meinen Eigengeruch wieder entdeckt und erkannt, mich an meine Schwestern und deren Gerüche erinnert, an eine frühere Schulfreundin. . .

Das war- eingedenk des Thread-Titels- für mich ein Erfolgserlebnis und auch eine Stück Wegfindung zurück zu mir, die ich mich mir selbst so entfremdet hatte.

Und ich bin im Übrigen nicht der Meinung, daß man nicht auch mal über ein Thema uneinig sein darf und sich streiten darf.

Ich kenne die eine und die andere Seite.
Ich bin Angehörige und Betroffene.

01.11.2019 13:14 • x 3 #30

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