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Regelmäßig duschen bei psychischen Erkrankungen für Minimalisten

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Pimbolina71

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Ich glaube, dass ich mich dazu auch schon geoutet habe. Ich dusche sehr ungern, aus den Gründen, die Du, liebe Irgendeine, erwähnt hast. Aber das geht nun schon seit meiner Magersuchtzeit so - jetzt bin ich adipös und es ist noch viel schlimmer geworden. Ich muss mich wirklich zwingen, 1-2x pro Woche zu duschen und nicht nur zu waschen. Heute wäre es denn wieder mal soweit. Doch ich mag mich schon gar nicht am Morgen duschen, da habe ich meistens keine Kraft und mir ist es auch öfters zu kalt (obwohl die Dusche ja warm ist). Meinen Körper anzufassen, passt mir gar nicht, weniger Probleme habe ich da mit dem Haare waschen. Die wasche ich eigentlich jeden 2.-3. Tag.

Eine Zeitlang habe ich viel gebadet, aber seit einiger Zeit habe ich Mühe, wieder aus der Wanne auszusteigen, also dusche ich halt doch lieber auf meinem Duschbrett. Und stimmt, es hat absolut nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit der Depression, die mich lähmt.

26.01.2020 08:13 • x 4 #61


maya60

maya60

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Danke, liebe Pimbolina. Ja, du hattest dich auch schon geoutet, ich wusste aber nichts von deiner Magersuchtzeit. Und durch diesen mutigen Hinweis von dir merke ich auch, dass meine Beiträge ungewollt missverständlich werden könnten als ob ich der Meinung wäre, Depressionen und Selbstekel wie auch Duschprobleme wie einen Schnupfen rein symptomatisch, also mit Medikamenten oder anderen Heilmitteln zu behandeln.
Das meine ich natürlich nicht mit symptomatischer Behandlung, obwohl es die richtige Bedeutung ist und so schon zum Missverständnis führen muss.
Ich meine damit, dass wir ohne unsere psychischen Erkrankungen, sei es Depression, seien es Essstörungen, diese Symptome des Selbstekels und der Selbstabwertung, der gestörten Körperwahrnehmung und der gestörten Bewertung unseres Verhaltens nicht hätten.

Ich meine damit, dass, solange wir gesund waren, wir normal geduscht haben und unsere Wahrnehmung anders war.

Natürlich haben viele Depressionen und erst recht Essstörungen tiefe unverschuldete psychische Verletzungen und falsche Erziehungssätze und Bewertungsmaßstäbe unter den Ursachen, die psychotherapeutisch behandelt werden müssen. Nicht nur medikamentös und nicht inhaltlich ignoriert.

Aber eben als das behandelt, was sie sind: Symptome! Und dass nicht das, was unsere kranke Wahrnehmung uns zeigt, real ist.

Vor allem, und das war mir ja auch so wichtig, als ich dieses Thema begann, habe ich erlebt und wollte weitergeben, dass, wenn wir lernen, zu sehen, wie unermüdlich wir Vielen mit unserer depressiven Antriebs-Schwäche versuchen, unseren Alltag zu leben und gesund zu werden, wenn wir diese Riesenanstrengung wertschätzen, dass wir dann in kleinen Schritten Duschen oder uns zu waschen schon als Erfolgserlebnis erleben lernen und neu als Erfolgserlebnisse im Gedächtnis abspeichern, auch wenn das Duschen seltener gelingt als zu gesunden Zeiten.
Kognitives Umlernen funktioniert.

Und so habe ich als chronisch Depressive ein Minimalisten-Alltagsleben in kleinen Minischritten erlernt, auf das ich stolz bin und das nicht mehr so daueranstrengend ist. Und zu dem wir uns hier im Forum offen und unterstützend weiterhelfen können statt uns zu verstecken.

Liebe Grüße! maya

26.01.2020 09:00 • x 3 #62



Hallo maya60,

Regelmäßig duschen bei psychischen Erkrankungen für Minimalisten

x 3#3


ohneFunktion

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Guten Morgen!

Wenn ich so über dieses Thema nachdenke, hat sich hier seit meinen depressiven Episoden auch was verändert:

Davor war tägliches abendliches Duschen ganz normal.
In der Krankheit eine beinahe unüberwindbare kraftraubende Hürde. Wie das besteigen eines steilen Berges.

Heute, wo ich wieder ein normales Leben leben darf, gehöre ich auch zu den eher minimalistischen Duschern:
Jeden vierten Tag muss ich mir die Haare waschen. Da dusche ich auch. In den Tagen dazwischen fällt mir das Duschen gar nicht mehr ein. Morgens eine Geruchskontrolle und gegebenenfalls kurze Katzenwäsche.

Es ist so wie es ist.

Ich denke nicht, dass ich stinke oder ungepflegt wirke.
Aber unter anderen Leuten mache ich das auch nicht zum Thema.

26.01.2020 10:06 • x 5 #63


maya60

maya60

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Hallo ohneFunktion, ich kann mir gut vorstellen und bin mir da für mich auch sicher, dass ich nie mehr mit gesunder Energie und Kraft in das Reinlichkeitsverhalten, das als normal gilt, zurückkäme. Denn dass das übertrieben ist, mitunter sogar gesundheitsschädigend und zudem Umweltbelastend schädigend, das ist ja auch klar.

Liebe Grüße! maya

26.01.2020 10:43 • x 4 #64


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Helmut

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Hallo Maya,
mir fällt es jeden Tag schwer mich aus dem Bett zu schälen und dann noch zu duschen!

26.01.2020 11:11 • x 5 #65


maya60

maya60

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Hallo Helmut! Mir auch und wie! Und darum dusche ich nicht jeden Tag!

26.01.2020 11:17 • x 2 #66


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Irgendeine

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Zitat von maya60:
Denn ein weiteres ganz typisches Depressionssymptom ist ja der Selbstzweifel und der Ekel vor sich selbst wie du ihn auch beschreibst beim Duschen gegenüber deinem Körper.
Die Depression verändert ja eben die Wahrnehmung, das Fühlen, das Denken


Ich denke, bei mir ist der Ekel vor meinem eigenen Körper immer noch ein Relikt meiner Essstörung. Ich weiß mittlerweile, dass mein Körper der Norm entspricht (1,66m; 58kg), aber ich glaube, ich werde mich nie wirklich wohl darin fühlen.
Zitat von maya60:
Wenn ich in depressiver Stimmung bin, das habe ich mal überprüft, mache ich aus allem nämlich einen persönlichen Minderwertigkeitskomplex. Meine depressiv verdüsterte Wahrnehmung lässt dann nur Selbstabwertungen zu.

Oh ja, das kenne ich so gut! Die Situation ist völlig egal, ich schaffe es immer irgendwie, mir das in meinem Kopf so zu verdrehen, dass ich schlecht bin.
Ich habe beispielsweise ständig das Gefühl und die Angst, dass Leute mich für dumm und faul halten.
Selbst wenn jemand noch so nett zu mir ist und mich für etwas lobt, habe ich immer den Hintergedanken, dass derjenige, mich ja eigentlich total doof findet und hinter meinem Rücken schlecht über mich redet.

Ich habe einfach zu viele schlechte Erfahrungen gemacht. Ich wurde so oft von Menschen, von denen ich dachte, dass sie mich mögen, hintenrum verarscht.
Deswegen glaube ich, dass dieses Denken, dass eh keiner mich mag und ich alles falsch mache, eine Art Selbstschutz ist.
Mein Vater sagte früher immer zu mir: Rechne immer mit dem Schlimmsten, dann kann es nur besser werden!

Zitat von Pimbolina71:
Aber das geht nun schon seit meiner Magersuchtzeit so - jetzt bin ich adipös und es ist noch viel schlimmer geworden.


Mir geht es ähnlich. Ich hab zwar Normalgewicht, aber das Gefühl dafür ist halt nicht da.

26.01.2020 14:34 • x 5 #67


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djamila

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Liebe Maya60
Danke das du diesen Thread eröffnet hast . Und für dein Offenes beschreiben deiner Situationen . Und die vielen Tipps die dabei raus zu lesen sind . Da ja besonders dieses Thema sehr Scham behaftet ist . Bei mir war Körperpflege wie Duschen , Baden oder Waschen von Kindesbeinen ein Grauel . Wir Kinder mussten uns in der Dunklen Kalten Waschküche in einer Emaile Schüssel waschen mit Kaltem Wasser . Dann hieß es Beeil Dich Beeil dich die anderen wollen auch noch . Damit waren meine Geschwister gemeint . Ich verkroch mich in meine Traumwelt saß dann auf dem Schüssel rand mit dem Füssen im Wasser zusammengekauert Augen zu um die Kälte nicht zu spüren . Träumte mich weg und bin weiß nicht wie oft dann mit der Schüssel umgefallen . Oder der oben genannte Satz schreckte mich auf . Das legte den Grundstein das Körperpflege für mich nichts schönes oder Pflegendes hatte . Und über die Problematik sprechen war auch viele Jahre Tabu Thema . Erst jetzt in der Psychosozialen Beratungsstelle . Sprach ich ansatzweise mit meiner Psychologin . Mal ein Beispiel aus heutiger Zeit . Ich habe ja schon sehr Lange auch die Psoriasis ( Schuppenflechte ) . Ich nehme mir vor ein Bad zu nehmen . Lasse Wasser ein bereite alles vor . Dann verselbstständigt sich es fast von selbst ich werde unruhig fange an hier aufzuräumen das aufzuräumen so lange bis das Wasser kalt ist . Und es bleibt die innere Frage warum kann ich mir nicht was gutes tun . ? Wenn es an die Körperpflege geht fange ich schon vorher fürchterlich an zu frieren . Würde dann am liebsten ins Bett rennen , Decke über den Kopf . Deshalb ist jegliche Körperpflege für mich schon als Erfolg zu verbuchen . Deshalb Dane für deine Tipps so weiß man was man als Erfolge verbuchen kann . VLG Djamila

15.02.2020 23:08 • x 3 #68


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djamila

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Ein Liebes Hallo auch an alle anderen die sich hier offen geäußert haben . Wenn ich lese das andere ein Gefühl des abwaschens von Altlasten haben , und auch das Warme Wasser als Wohltuend auf der Haut spüren Können , freue ich mich für sie . Weil sie besser im Einklang mit Ihrem Körpergefühl sind . Ich Persönlich verbuche es schon als Erfolg das ich meinen Kindern ein normales Körpergefühl vermitteln Konnte . Ich Wünsche allen viel Erfolg bei den Kleinen Minimalist ischen Schritten .
VLG Djamila

15.02.2020 23:22 • x 2 #69


maya60

maya60

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Guten Morgen, liebe Djamila, schön, dass du wieder da bist Danke, dass du deine belastenden Kindheitserinnerungen mit uns teilst!
Es gehört schon einiges dazu, Kindern die Freude am Wasser zu vermiesen, aber bei dir wurde das Waschen zu einer in jeder Hinsicht kalten und verlorenen Angelegenheit, wie deine offenen Worte mehr als deutlich machen.

Darum kann ich auch verstehen, warum du nicht in die Badewanne gehst, selbst, wenn du sie schon voll Wasser hast. Das ist dann womöglich für dein inneres Kind wie eine große Schüssel Wasser, da will es auch nicht rein. Könnte das sein?

Vielleicht versuchst du es mal ganz, nur so eine Idee, losgelöst von Behältnissen mit Wasser drin, indem du, wenn es dir gut tut, und auch gar nicht zum Waschen und auch gar nicht im Bad, mit Wärme beginnst?
Denn bei dir ist es nicht nur so, dass das Waschen ein Problem erst durch die Depression wurde, für dein inneres Kind ist es was richtig Mieses und löst kalte und schreckliche Erinnerungen aus. Waschen ist offenbar ein Auslöser für diese Erinnerungen bei dir und damit ein Trigger und dadurch gefühlsmäßig überhaupt nichts Gutes, was du dir tust und das lässt sich dein inneres Kind dann von der erwachsenen Djamila auch nicht sagen.

Es kann aber mit Achtsamkeit und Geduld nach-erfahren werden, dass Waschen erstmal Streicheln und Wärme ist. Nur ist das sicherlich ein Weg dahin, der nur bei Wärme und Berührung beginnen kann, ganz ohne Nässe, könnte ich mir denken.
Darum könnte es ein Beginn sein, mit Wärmepads, die nicht mal nass sind, angenehme Wärme an deine Haut zu bringen, in einem weichen, kuscheligen Waschlappen eingewickelt, einem trockenen. Irgendwie so beginnen, frag mal unbedingt deine Psychotherapeutin nach Abläufen, denn es ist nie zu spät, zu erfahren, dass Waschen zuallererst Wärme und Berührung ist. Der Weg ist ein langsamer.

Und weil du dich aber doch auch weiterhin öfter waschen musst, was du nicht magst und depressiv eben auch mitunter wegen der Antriebslosigkeit wie bei vielen von uns schlecht geht, dabei würde ich eben minimalistisch es zu einer kurzen Angelegenheit machen, aber trotzdem das Bad ganz kuschelig warm aufheizen, helles Licht anmachen, die Tür offen lassen, wenn du dich dabei besser fühlst, und dich unter der Dusche oder bei fließendem Wasser mit dem Waschlappen und richtig warmem Wasser waschen, alles das Gegenteil von deinen Erinnerungen. Und dir nicht einreden, du musst es als was Gutes einsehen. Setzt nur dein inneres Kind unter Druck.

Wie du es mit deinen Kindern gemacht hast, dass sie ein normales Körperbild und -gefühl bekamen, das finde ich übrigens bewundernswert und großartig. Mach es so auch nach und nach und mithilfe deiner Psychotherapeutin für dich.

Liebe Grüße! maya

16.02.2020 08:52 • x 3 #70


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djamila

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Liebe Maya dir auch einen Guten Morgen ,
Ja ich bin auch froh wieder da zu sein , es ist schon beschissen irgenwie manchmal nichts in Worte fassen zu können und sich nicht mal im Forum anmelden zu Können . Weil man vergessen hat wie es geht . Okay aber nun hab ich es geschafft .
In dem Beispiel Badewanne Könntest du Recht haben Maya ! Denn wenn mich im Bad zum Beispiel Wasche seis auch am Waschbecken oder Dusche lasse ich das Bad immer Offen weil es auch Ohne Fenster ist . Aber das gewählt hab ich dieses Beispiel weil ich denke das es meist sehr früh anfängt mit Wahrnehmungsstörungen. Als Kind kann man sich ja auch schlecht wehren . Und aus meiner Kinderzeit Könnte ich kein Beispiel benennen wo ich mich mal wirklich sicher fühlte . Außer zweimal 14 Tage Ferienlager . Ich fange jetzt erst wirklich an mich zu beobachten . Hier aus deinem Thread konnte ich raus lesen das ich unbewusst auch vieles in Bezug auf Körperpflege , Essen , Haushalt , Wege , sich für draußen anziehen minimalistisch tue.
Klingt bestimmt alles ein wenig verworren . Aber Besser weiß ich es nicht zu beschreiben . Aber ich Danke dir für deine Mitfühlende Antwort Liebe Maya .

16.02.2020 09:57 • x 3 #71


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Ylva

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Danke, ich habe diesen Thread nun auch gefunden und mir alles ganz genau durchgelesen.
Und ich bin wirklich sehr dankbar, denn es wurde darin nicht nur über Körperpflege geschrieben, sondern auch ausgeweitet auf andere Bereiche des Alltags, die schwer depressiven Menschen furchtbar schwer fallen.
Dieses Minimalisten-Konzept ist wirklich unglaublich gut und hilfreich!

Ylva

21.04.2020 14:31 • x 3 #72


maya60

maya60

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Liebe Ylva, ja, jetzt gerade bei Coraona, wo alle daheim womöglich zu sehr aufeinanderhocken, da gilt der Minimalismus bei uns daheim z.B. in andere und spontanere und unerwartete Richtungen.

Also, ich bin wieder mehr nachts wach und verschlafe die Hälfte des Tages, damit ich keinen Familienkoller bekomme. Sohni automatisch auch! Weniger Tageszeit mit meinen Männern - Minimalismus!
Sohni und ich schauen jetzt täglich zusammen Tagesnachrichten und die ein oder andere Doku über andere Völker und Sitten, so dass Sohni, ohne es zu merken, auch weiter beschult wird und erwachsener, aber wir uns beide auch nichts künstlich ausdenken.

Als Autist denkt er in klaren Rastern. Die Coronafrage ist aber zukunftsoffen. Das ist für ihn schwer verstehbar, aber wenn er jeden Tag alle Experten und Politiker genauso Zukunftsoffen sieht, dann kapiert er es.
Und dass er zweimal täglich einkaufen geht, um nicht zu sehr abzuweichen von alten Routinen, das stabilisiert ihn.

Dafür schläft er auch mehr und Göga auch, beide sind erholter als seit Jahren.

All die ganzen äußeren Verpflichtungen fallen weg - Minimalismus pur! Und es tut uns gut!


Liebe Grüße! maya

21.04.2020 16:23 • x 2 #73


laluna74

Zitat von maya60:
Und es tut uns gut!


das glaube ich dir. Es wirkt auf mich sehr stimmig deiner Beschreibung nach

Hauptsache man nimmt die Dinge so wie sie kommen und macht das beste daraus.

21.04.2020 16:30 • x 2 #74


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djamila

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Guten Morgen ich klinke mich hier auch wieder mal ein , grade weil ich den Thread von Maya60 sehr hilfreich finde !

Und grade in der Corona Zeit bleibt mir Persönlich nix anderes übrig als Minimalistisch durch den Tag zu gehen weil die Haupt Zeit des Tages auf Paolo liegt . Dann kommt ja noch dazu das einem eingetrichtert wird das man andere ansteckt ob man es nun merkt ob man Corona hatte oder nicht ! Da muß man aufpassen das man nicht in eine Depression rutscht . Als Psychisch Kranker Mensch ist man ja so oder so schon Vorsichtig . Und selbst ich mit meinen 54 Jahren bin immer noch schrecklich zu Verunsichern und auch Scham behaftet . Auch wenn ich es nach außen gut verstecken kann , oder dann halt für mich allein bleibe .
Mir macht es Angst das Menschen wieder mal in Gruppen geteilt werden , einmal Impf Befürworter einmal Impf Gegner . Wie soll man bei sich selbst bleiben , wenn man dann als Vieren Überträger angeprangert wird .
Mir hat es schon gereicht das ich als Schmutzig und Dreckig beschimpft und Behandelt wurde wegen meiner Schuppenpflechte ( Psoriasis) Und das von Kindern , Lehrern , Krankenschwestern und der Eigenen Mutter . Und was Machen all die Menschen die erst gar kein Dach über dem Kopf haben den Bleibt nur , das Minimalistische weil sich auf Solidarität und Menschlichkeit angewiesen sind . Und was die Körperpflege Momentan angehet Hänge ich schon sehr durch weil ich mich eh ausgelaugt und Kraftlos fühle . Allein beim schreiben Kommt mir das heulen hoch , Gott sei Dank schläft Paulchen noch . Entschuldigt wenn nicht alles so Hundert Prozentig zum Thema passt !
Ich finde das aber vieles miteinander verbunden ist Körper , Geist und Seele .
Liebe Grüße Djamila

23.04.2020 07:20 • x 2 #75


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Ylva

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@djamila Noch einmal DANKE für deinen Beitrag! Es muss sehr schlimm für dich gewesen sein - ich denke vor allem als Kind und als Jugendliche / junge Frau - mit Schuppenflechte zu leben. Noch dazu, weil nicht einmal deine Mutter dir dabei den Rücken gestärkt hat.
Und ganz was anderes: Du hast sooo schön bunt geschrieben!

23.04.2020 07:31 • x 2 #76


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djamila

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Liebe @Ylva Jepp ich liebe Bunt einfach , irgendwie sin alle Farben auf Ihre weise schön . Jetzt muss ich machen Paulchen ruft ! bmach das beste aus dem Sonnigen Tag !

Djamila

23.04.2020 09:39 • x 2 #77


maya60

maya60

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Liebe Djamila, ich habe ja bewusst diese Minimalisten-Vorgehensweise gewählt, damit ich diese ganze Körperpflege-Depressions-Symptomatik in ein Erfolgserlebnis ummünzen kann.
Dabei ist doch völlig klar, dass jetzt in einer Extrabelastungszeit wie sie die Welt noch nicht gesehen hat, dieser Punkt eben noch minimalistischer ausfällt, wenn dazu die Kraft und der Antrieb fehlen.

Gar nicht drüber nachdenken, bis dir die Tränen kommen, sondern immer dran denken, zur Jugendzeit meines Opas wurde im Frühjahr die winterliche Unterhose untergepflügt als Dünger. Und mein Opa wurde steinalt.
O-Ton mein Opa: Das muss ja ein schönes Schwein sein, wer sich jeden Tag waschen muss.

Wenn man wie wir gar keine Zusatzbelastung verträgt, dann gehört zu meinem Minimalismus-Konzept, dass für jede neue Belastung eine andere fallen gelassen wird!
Wenn du jetzt Paulchen dauernd an der Backe hast, dann lasse andere Dinge einfach sein. Du wirst sehen, dass die Welt nicht untergeht.

Z.B. habe ich heute mal wieder das Gäste-WC geputzt - nach M o n a t e n! Vorher habe ich einfach neuralgische Ecken mit Baby-Feuchttüchern zwischengereinigt - Wisch und Weg!

Und dass es bei mir 15 Jahre nie geputzte Fenster gibt, durch die ich noch immer prima durchgucken kann, weißt du ja schon!

Millionen von Menschen, Depressive und Normalos mit Doppelbelastungen denken, sie sind die einzigen, die außen HUI und innen PFUI sind! Stimmt aber gar nicht, sie sind es nicht mal, denk an die Geschichte von meinem Opa!

Liebe Grüße! maya

23.04.2020 13:59 • x 4 #78


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Giraffe

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Liebe Maya, danke für deinen Beitrag! Ich habe immer wahnsinnig schlechtes Gewissen wenn ich nicht alles, eben auch das duschen, so regelmäßig wie früher schaffe. Ich werde an die Tipps denken und mich vielleicht nicht mehr so schlecht fühlen.

11.06.2020 21:48 • x 1 #79


maya60

maya60

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Liebe Giraffe, ja, bitte versuche das, denn es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht im Wohlbefinden, ob sich täglich Selbstvorwürfe und Schuldgefühle aufeinander häufen oder ob du verschmitzt und stolz grinst, mal wieder durch minimalistische Tricks das wirklich Wichtigste hingekriegt hast und das auch viel mehr wertschätzst bei dir selber.

Zum Beispiel, wenn es heiß ist, dann schwitze ich natürlich auch dementsprechend, öfter Duschen ist angesagt.
Das ist nicht angesagt, weil Schwitzen schmutzig macht, ich muss mich also darum gar nicht verrückt machen, wenn ich gleich wieder schwitze. Vielduscherin an einem Tag muss ich gar nicht werden.

Schwitzen kühlt Haut und Organismus, dafür ist es da. Salzig ist es auch noch, reinigt also auch noch.
Nur verträgt das meine Babyhaut nicht, das Salz, und ich habe immer Wundcreme bei mir.

Nur flippen dann an feucht-warmen Körperstellen eben auch die geruchsbildenden Bakterien aus und tanzen ihren Dufttango und daher ist auch für Minimalistinnen wie mich sommerliches fast tägliches Duschen dran.

Und wie mache ich das, damit es auch am Ende ein stolzes und verschmitztes Grinsen gibt?

Ich lasse bewusst und mit Wohltat was anderes dafür aus! YES! Staubsaugen im Sommer brauchts seltener! Wäsche fällt nur ganz leichte an, nur ein langes, weiches, luftiges Kleid am bloßen Körper im Haus, draußen nur BH und Slip dazu, habe viel davon und kann dadurch das Waschen minimieren. Und übrigens funktioniert Deo auch wirklich gegen Dufttango.

Und vor allem: Abtrocknen nach dem Duschen nur an den eh salzgeplagten Stellen. Sonst gleich n.ackt in die Ventilatorbrise oder nur Kleid überwerfen und das herrliche kühle Trocknen genießen!

So wird es noch ein Gefühl von Sommer, Freiheit und Selbstgenuss!

Liebe Grüße! maya

12.06.2020 12:12 • x 6 #80


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Ylva

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Ich möchte hier eine Frage stellen, die auch mit Duschen, Körperpflege zu tun hat.
Wie geht es euch bei der Nagelpflege von Händen und Füßen, dem Eincremen des Körpers, dem Föhnen und dem täglichen Frisieren?
Mir fällt das nämlich genauso schwer, wie regelmäßig zu duschen.

13.06.2020 10:40 • x 4 #81


maya60

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Hallo Ylva, das fällt es mir auch. Darum trage ich eine Frisur, die kein tägliches Föhnfrisieren braucht. Momentan kurz und wuschelig, vorher lang und offen, also als Bob oder Zopf.
Bei kurzem Haar reicht so das Waschen einmal wöchentlich und das Lufttrocknen, bei langem Haar machten gefärbte Strähnchen drin das Haar trocken genug, dass einmal wöchentlich Haarewaschen reichte.

Nagelpflege immer auf den letzten Drücker und unkompliziert, also kurz und unlackiert. Wenn mehr Kraft da war, auch gepflegter.

Eincremen mache ich immer so, dass ich meine Creme beim Futon stehen habe und dann beim Lesen zwischendurch das Gesicht eincreme und dann andere neuralgische Stellen zwischendurch und ungeplant. Das klappt ohne Nachdenken.

Liebe Grüße! maya

13.06.2020 12:24 • x 3 #82


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Dani82a

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Auch mir fällt das alles schwer...
Das Eincremen ganz besonders.
Haare sind trocken und daher reicht 1x die Woche.
Nägel habe ich mir früher immer machen lassen und gern jeden Tag eine andere Farbe aufgetragen.
Mittlerweile auch nur kurz und unlackiert.

13.06.2020 12:34 • x 3 #83


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Irgendeine

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Zitat von Ylva:
Ich möchte hier eine Frage stellen, die auch mit Duschen, Körperpflege zu tun hat.
Wie geht es euch bei der Nagelpflege von Händen und Füßen, dem Eincremen des Körpers, dem Föhnen und dem täglichen Frisieren?
Mir fällt das nämlich genauso schwer, wie regelmäßig zu duschen.

Duschen und Haare waschen alle 2-3 Tage (wenn ich stark schwitze natürlich öfters).
Eincrèmen muss ich mich spätestens nach jedem Duschen, weil meine Haut sehr trocken ist und es mich sonst überall juckt. Haare lasse ich i.d.R. lufttrocknen, außer wenn es mal schnell gehen muss.
Frisur besteht i.d.R. aus einem Zopf oder Dutt.
Ich tue morgens etwas Crème und Puder ins Gesicht und wasch das abends mit einem Waschlappen ab.
Nagelpflege wenn nötig. Dauert bei mir max. 5 Min.

Also insgesamt dauert die tägliche Körperpflege (an nicht-Dusch-Tagen) bei mir max. 15 Min. Wenn überhaupt.

Schwer fällt mir alles, was mit Körper anfassen zu tun hat.

13.06.2020 12:38 • x 3 #84


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Giraffe

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Hallo Ylva, früher hatte ich mir die Nägel machen lassen oder zwei mal die Woche lackiert. Mittlerweile kurz und unlackiert. Ist mir alles zu aufwendig bzw muss ich schon eine sehr gute Phase haben wenn ich das schaffe.
Wenn die Haare frisch gewaschen sind, habe ich sie gerne auf aber ansonsten nach ich nur noch einen Dud und kleiden zu ich mich auch nur noch bequem. Habe gemerkt wie wichtig es ist dass ich mich wohlfühle und deshalb ziehe ich mich jetzt viel praktischer als früher an. Vieles habe ich eh aussortiert weil ich 20kg zugenommen habe.

13.06.2020 13:13 • x 2 #85


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Anchiwa4964

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Duschen: bei viel ! Kraft täglich, bei wenig Kraft 2 mal pro Woche, ansonsten Einmalwaschlappen.
Wenn ich die Dusche hinterher nicht putzen muss, fällt es mir leichter. Im Sommer haben wir in unserem blickdichten Garten eine Brause, die ich gern benutze, vor allem, wenn ich mich danach nicht abtrocknen muss. Irgendwie fällt mir das besonders schwer.
Haare sind kurz. Werden höchst selten geföhnt.
Seit ich mir wegen C* ganz oft die Hände wasche und dies mit Babybadeöl mache, sind die Hände weich und die Nägel nicht mehr rissig.
Eincremen liebe ich, daher fällt es mir nicht so schwer, mich dazu aufzuraffen.

13.06.2020 13:40 • x 3 #86


maya60

maya60

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Es gibt sogar Tage des Extrem-Minimalismus(ses ), wenn nämlich der ganze Haushalt eingeschränkt ist, also Mutter, Vater und Kind und damit trotzdem die Laune gut bleibt.

An solchen Tagen kommt halt das Pizzataxi häufiger und die haben ja mittlerweile längst nicht nur Pizza.

An solchen Tagen wird auch, wenn die Mittagsgerichte vom nachbarlichen Fleischer stammen und in Steroporschalen mit den vielen Fächern geliefert werden, weder auf Umweltschutz noch Müllsortieren geachtet.

Vorhin kam ich in die Küche und im Spülbecken stapelte es sich, da alle im Haushalt maya-family angekränkelt sind. Da ich falsche Signale setze, wenn ich dann wieder selber sofort den ganzen Haushalt dirigiere (Ach, sie kann ja doch . . . . . . .zwar mit ihrem Kopf unter ihrem Arm, aber der sieht ja schon viel besser aus . . . nix da), aber natürlich dennoch das Wichtigste im Blick behalte heimlich für mein und unser Wohl, habe ich erstmal völlig extrem-minimalistisch allen Verpackungs- und Glasmüll vom Waschbecken in einen Müllbeutel verfrachtet und in unseren recht leeren Restmülleimer gepackt, denn normalerweise sortieren wir gut und routiniert Müll.
Auf dem Weg zog ich noch die lokale Werbungszeitung aus dem Postrohr und versenkte sie gleich mit im Restmüll statt im Papiermüll.

Wenn ich aber selber schlapp in der Ecke hänge und meine Männer auch und ich nicht will, dass es sich stapelt im Waschbecken, andererseits aber auch, dass wir regelmäßig und mit Leichtigkeit alle essen, die Küche hygienisch halten und den Müll entsorgen, dann wird das mal so gemacht.

Und das wird dann auch psychisch als Erfolg mit Schönheitsfehlern verbucht.

12.09.2020 11:24 • x 6 #87


maya60

maya60

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so, jetzt mal eine freuden-pause auf dem sofa mit meinem geliebten schreiben!

und mir selber auf die schulter geklopft und befriedigung bewusst sich ausbreiten lassen fürs saugen!

damit nämlich für mich antriebsarme depressive minimalistisch hausarbeit als erfolg im hirn gespeichert wird, gilt es, quellen von frust und druck zu umschiffen und alle arbeitsschritte zu loben.

mir fiel gestern der küchenboden als sehr putzbedürftig auf.

nun galt es, ohne druck und erwartung meine heutige morgendliche tagesform abzuwarten, um entscheiden zu können, ob ich mich selber dranbegeben kann oder meine männer bitte, dies bald zu tun.

heute fühle ich mich etwas fitter und habe also erstmal den küchenboden gesaugt.

allein dieser arbeitsschritt samt flächefreiräumen und staubsauger bereitmachen, wird als ausreichend und erfolgreich verbucht!

dass heute ein selten fitterer sonniger und warmer tag ist, hat mich wagen lassen, dann noch das flürchen und gästebad mitzusaugen! ausnahme! denn normalerweise bin ich schwächer und sorge dafür, dass nur dieser eine zu schmutzige anblick von gestern heute in sauberkeit erstrahlt inklusive aller vor- und nachbereitungsdinge um putzwasser, feudel und gerätschaften.

das sind nämlich schon eine schöne reihe von arbeitsschritten und ist ein toller erfolg!

an was für staubbergen ich auch beim saugen links und rechts auf höheren ebenen vorbeikommen mag: ach, das mach ich doch schnell noch mit ist ein NoGo und v e r b o t e n!

Ein kleiner und feiner erfolg wird so abgesichert!

14.09.2020 09:21 • x 1 #88


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Ylva

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@maya60 Ich lese deine minimalistischen Beispiele immer sehr gerne und versuche diese auch in meinem Alltag umzusetzen - samt dem Verbuchen dieses kleinen Schrittes als Erfolg!

14.09.2020 09:38 • x 1 #89



Hallo maya60,

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maya60

maya60

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hallo @Ylva , das freut mich, denn diese arbeitsweise ist von mir erprobt und mittlerweile nicht mehr von schämen, selbstbeschimpfung und verheimlichen begleitet, sondern zusammen mit den besonderheiten meiner männer, die auch minimalistisch hausarbeiten, fest etabliert.

natürlich springt mein hirn an mal fokussierteren ausnahmetagen wie heute fix herbei mit vielen extraideen

genausoschnell springt dann aber das überreizungsgefühl an und das hat mein versprechen, mitten in jeder arbeit sofort zu stoppen, wenn es alarm schlägt.

das ist nämlich noch ein extraaspekt bei mir, allerdings erleben auch viele depressive schnelle überreizung und traumaopfer schon sowieso.

meine bei mir extreme adhs-reizoffenheit hat nämlich nie gehör gefunden und darum kann es keine leise vorwarnung, sondern nur gleich alarm, der wehtut.

wenn ich den jetzt immer sofort ernst nehme, dann hoffe ich, dass es wieder leise vorwarnung lernt oder überhaupt zum ersten mal.

schwer ist auch, dann nicht innerlich die überreizung dauernd zu belauern, um die arbeit zu beenden.

liebe grüße! maya



14.09.2020 10:23 • x 1 #90

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