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Regelmäßig duschen bei psychischen Erkrankungen für Minimalisten

maya60
schubs!

06.11.2019 17:07 • x 1 #46


maya60
Minimalisten-Planschreiben: Es heißt ja sooft, es sei so hilfreich und strukturierend bei innerem Chaos durch psychische Erkrankungen und bei Antriebsschwäche, Pläne zu schreiben und zu verfolgen.

Aber ich habe gemerkt, dass Pläne einen auch verrückt machen können. Jedoch sind sie wirklich gut, auch gerade, wenn man auch vergesslich ist aufgrund all des Chaos in einem und der Erkrankung, Depressions-Demenz z.B.

Als Lösung habe ich herausgefunden, dass ich, um mich nicht zu entmutigen und vor dem Pflichtenberg, der da nun auch noch schriftlich steht, gleich zu kapitulieren, nur das Wichtigste aufschreibe, eben minimalistisch!

Und mittlerweile bilden sich diese Pläne, diese superkurzen, schon von ganz alleine in meinem Kopf ohne Aufschreiben und ich schreibe nur noch Termine in den Kalender.

10.11.2019 09:42 • #47


Mayke1
Ich habe mir ein Terminkalender-Tagebuch ( ich hasse den Begriff Bullet Journal ) angelegt. Durch das Gestalten der Seiten und das Beschriften der Wochenseiten prägen sich die Termine fast wie von selbst ein, wobei wirklich auch nur das Wichtigste eingetragen wird. Die tägliche Beschäftigung mit dem Büchlein, in das auch Sprüche, Motivationen, Wochenrückblicke und Tage, an denen es mir gut ging, notiert werden, beruhigt mich und ich behalte den Überblick, gerade auch wegen meines Sicherheitsbedürfnisses.

10.11.2019 10:25 • x 1 #48


maya60
Bullet-Journal? Heißt Bullet nicht Gewehrkugel auf Englisch? Terminkalender hört sich für mich auch besser an und das mit deinem Tagebuch und schöner Gestaltung zu kombinieren, mit Sprüchen und Motivationen, das finde ich auch schön, besonders wenn es dich beruhigt und dir Sicherheit gibt. Das hört sich so heimelig an, das Ganze.

10.11.2019 10:30 • #49


moin, moin,

ich würde hier ja gerne etwas ausführlicher schreiben, ich traue es mir aber nicht.

nur kurz : seit 2010 bin ich zweimal in die wanne gestiegen, habe höchstens fünf mal geduscht.
meine haut " hat fertig ", auch dank meiner eßprobleme.

betreibe jeden morgen " katzenwäsche " mit anschliessendem deo und zwei tupfen
parfum.
niemanden fällt etwas auf, auch kann ich keinerlei " gerüche " an mir feststellen, als
nichtraucher hat man dann doch eine feinere nase.
schwitzen tue ich überhaupt nicht.

einmal im jahr habe ich aber ein problem, da kommt der wasser / heizungs-ableser. seit vielen jahren immer derselbe. ich spiele dem dann immer vor das meine 35 m2 wohnung so eine art wochenendwohnung ist.
mein leben in den letzten fast 10 jahren ist ein schauspiel.

mein wasserverbrauch die letzten jahre : 2016 : kaltwasser 7,2 m3 , warmwasser 2,0 m3
2017 : 7,5 , 2,0
2018 : 4,6 , 0,99

und ja, in dieser wohnung lebe ich jeden tag, rund um die uhr. die waschmaschine und das wasser für den tee ist meine grösste " verbrauchsstelle ".

ich kann unmöglich mit jemanden anderen darüber reden, auch nicht mit meiner psycho, ich wäre für den rest meines lebens abgestempelt.

ob es wieder so wie vor 10 jahren werden kann ?

gruss

11.11.2019 11:50 • x 1 #50


Hallo Ermenegildo
Ich möchte Dir nur sagen, es geht wirklich niemanden etwas an, ob und wieviel Wasser Du verbrauchst. Und Du hast ganz ganz viel Umweltschutz betrieben dadurch, Literweise Duschgel nicht in die Umwelt gebracht! Wasser gespart! Es gibt Länder, da duscht niemand weil es kein Wasser dafür hat.
Aber wenn Du gerne duschen würdest, dann wünsche ich Dir, dass Du es bald wiederkannst. Eine Idee wäre vielleicht ein Besuch im Thermalbad? Zur Freude? Aber wahrscheinlich plagen Dich Aengste, die man nicht so einfach löst. Darum wünsche ich Dir viel Kraft und einfach das nötige Glück zum Glücklichsein.
Liebe Grüsse Lisa

11.11.2019 14:23 • x 2 #51


maya60
Minimalisten-Essensplanungen in Ausnahmesituationen: Göga ist auf einer Geschäftsreise von 10 Tagen und das bedeutet, dass ich zusammen mit Sohni alle Alltagsbelange alleine im Blick haben muss.
Nun hat Sohni auch noch seine Abschlussprüfung am Montag, seinen vorletzten Samstagsdienst in seinem Cafe´, also emotional berührende und aufrührende Tage! Da braucht er seine Tagesstruktur, aber auch mich sicher im Hintergrund.

In solchen Zeiten will ich mir nicht noch über´s warme Abendessen Gedanken machen müssen, das Sohni und ich aber brauchen. Also habe ich gestern ein Pizzataxi angerufen, das erstaunlicherweise hervorragende italienische, indische und chinesische Küche gleichzeitig anbietet und habe - ohne dass übrigens Pizza dabei ist, fällt mir gerade ein - schonmal für Freitag bis Sonntag alles in einem Rutsch bestellt, damit wir uns da nicht einen weiteren Gedanken machen müssen.
Morgen als Sonntagsessen gibt´s ein chinesisches Entengericht gemeinsam, ansonsten hat Sohni sein geliebtes Wiener Schnitzel und Hähnchenschnitzel und ich meine geliebte Penne mit Tomatensoße und Salat und Hühnchen-Eierreis indisch mit Rajta.
Sogar, wenn wir am Montagnachmittag nach der Feierei keine Kraft oder Lust mehr haben sollten, feierlich essen zu gehen, wäre sicherlich noch genug übrig.

Für einige Tage Essen vorbestellen - und danach Null Gedanken mehr daran- das ist Minimalisten-Leben! YeSSS! Und natürlich dusche ich nicht am Prüfungstag von Sohni auch noch, da wird genug los sein für mich über Stunden.

16.11.2019 19:20 • x 2 #52


maya60
Hallo Ermenegildo, ich habe deinen Beitrag erst jetzt entdeckt, sorry, das liegt nur daran, dass ich so schusselig bin durch ADHS und Depression. Aber zum Glück waren andere ja aufmerksam, wo ich es nicht war und haben dir geantwortet.
Wir leben hier in meiner Familie auch kein "normales" Leben und haben z.B. im großen Haus einige Räume stillgelegt, weil es zuviel wäre, die auch noch ständig zu beachten. Der Tipp kam von meiner Psychotherapeutin.
Dein geringer Wasserverbrauch ist nicht peinlich und deine Art, dich zu waschen hat mir sofort eingeleuchtet als Duschminimalistin, das klingt kein bisschen nach unsauber oder unhygienisch.
Fachleute wie Psychotherapeuten sollten das genauso gut verstehen wie wir hier auch.

Und wie Lisa schon schreibt, ist dies in wasserarmen Landstrichen für die dort Lebenden alle normal und angesichts der Umweltbelastungen sogar vorbildich.
Also bei uns hier und bei Fachleuten brauchst du dich kein bisschen unverstanden fühlen, denke ich. Bei anderen würde ich auch vorsichtig sein, um mir keinen unreflektierten Mist anhören zu müssen.

So wäscht mein Sohn z.B. seine Wäsche viel viel häufiger als ich. Nur meine bequeme Hauskleidung und die Unterwäsche, die ich die meiste Zeit am Tag direkt auf der Haut trage, wasche ich oft, aber die übrige Kleidung, die ich immer nur stundenweise trage, wird eine ganze Weile nicht gewaschen, es sei denn, ich hab was draufgekleckert.

Da spare ich mir auch, mich öffentlich zu äußern, wie lange es dauert, bis ich eine volle Maschine meiner Wäsche zusammenbringe. Mein Mann liegt mit seinem Waschen irgendwo zwischen dem Vielwäscher Sohni und mir.

Auch meine Haare, die selten fettig werden, wasche ich höchstens 1 Mal wöchentlich. Für Leute, die sie täglich waschen, unvorstellbar, für mich ist die tägliche Haarwäsche unvorstellbar.

Und ich räume auch meine Lieblingskleidung nicht in die Schränke ein, sondern habe so einige Stäpelchen davon gleich im Badezimmer bereitgestapelt, das ist kraftsparend. Da frage ich auch nicht mehr, was "normal" ist, denn das schaffe ich eh nicht.


Liebe Grüße! maya

16.11.2019 20:19 • x 1 #53


maya60
Minimalisten-Ausnahmeanforderungen: Mein Mann war 10 Tage weg auf Geschäftsreise. Da er in Asien war, also sehr weit weg, und Sohnis Prüfungstermin letzten Montag sich einmal verschoben hatte, so dass er die Reise nicht mehr rückgängig machen konnte, war ich in dieser so besonderen Zeit mit Sohni und all seiner Aufregung und Vorfreude und seinen Wünschen für die Feier nach seiner Prüfung alleine.

Eine Anforderung, die viel zu hoch für mich war. Aber meine Psyche hat sich in den letzten zweieinhalb Jahren des rigorosen Minimalisten-Lebens schon wenigstens ein bisschen was ganz anderes angewöhnt, solange es um wirkliche Ausnahmen geht und dann auch noch wirklich ausschließlich Einsätzen für die Liebe, nicht für irgendwas anderes!

Als Erstes hatte ich mir ja das Grübeln abgewöhnt, natürlich auch mithilfe von Medikamenten und psychologischer Begleitung, aber vor allem dadurch, einfach liegenzubleiben und Dinge sein zu lassen und statt zu planen und zu grübeln einfach rigoros ein spannendes Buch zu nehmen und in die Buchwelt zu entschwinden.

So kam nun die Geschäftsreise und ich lebte Tag für Tag als eigenen, schrieb mir vom Herzen, was mir zuviel war, mir Angst und Horror machte, danach ist es nämlich viel besser, und ruhte mich soviel wie möglich aus. Der Prüfungstag wurde sehr schön und sehr viel zuviel, danach strich ich aber alle leichtsinnigen weiteren Termine und ruhte mich erstmal nur aus, schlief viel, bekam aber als Quittung einen fetten Hexenschuss, der Rausgehen gar nicht mehr möglich machte.

Zum Glück kam dann mein Mann zurück, dem ich alles weitere für die Kuchenbackerei für den Geburtstag einer Freundin von Sohni mit Sohnis neuem Prüfungs-Geschenke-Küchen-Equipment samt Chaos-Küche zuschob. Und es klappte prima, während ich den Hexenschuss kurierte, tagelang fast nur im Bett lag und las und meine Gedanken in einem bunten Chaos haltlos in mir sich auch kurierten. Verwöhnt von täglichen Barrista-Kaffee-Köstlichkeiten von Sohni!

Nun klappte der Kuchen heute prima, alles Einkaufen dafür und Beaufsichtigen tat mein Mann und beide sind jetzt stolz und glücklich. Göga stellte erstaunt fest, dass Sohni alles alleine kann und dass er ja danach auch ganz alleine die Küche aufräumt.

Zu beidem sagte ich nur lapidar: Auf beides verlasse ich mich.

23.11.2019 18:10 • x 6 #54


maya60
Minimalisten-Advent: In diesem Jahr hatte Sohni nicht wie sonst immer geschafft, vor heute schon unseren Adventskranz zu gestalten Und Göga und ich haben es nicht geschafft, den wunderschönen und köstlichen Pralinen-Adventskalender von Dallmayr aus der City zu besorgen, bei dem wir uns immer andächtig die Pralinen in der Mitte durchteilen für uns beide - solange es kein Nugat ist, was Göga alleine essen darf oder kein Marzipan, das ich alleine essen darf.

Oh je, ein Teil von mir fand das ja echt schade, sind mir diese Traditionen doch lieb und wert. Aber war halt zuviel los. Und Minimalisten berücksichtigen das.

Aber, oh Freude, Sohni hat dann doch heute früh ganz schnell unseren Adventskranz gestaltet, so dass rechtzeitig die erste Kerze brennen konnte und wir gemeinsam singen konnten: Wir sagen euch an den 1. Advent. . . . und dabei Sohnis Rührung und tiefe kindliche Liebe und Andacht zu spüren.

Das ging aber nur mit unserem Minimalisten-Adventskranz. Vor Jahren wollte Sohni mal solch einen riesigen Adventskranz haben wie in seiner Schule auf einem Tisch. Und als wir dafür in einen Handwerkermarkt mit großem Weihnachts-Werkelzeugs gingen, fiel mein Blick auf einen künstlichen Tannenkranz, der sehr echt wirkt, wenn er auch nicht duftet, was echt ein Manko ist, aber Minimalisten machen immer Abstriche.

Den haben wir gekauft und jedes Jahr kaufte Sohni eine andere Farbvariante an Schmuck und Kerzen und so fand er heute natürlich reiches Angebot im Keller und wir hatten wieder einen Adventskranz so gestaltet wie nie zuvor und wunderschön!

Nur duftet er nicht, aber dafür holen wir ein paar Zweige rein.

Liebe Grüße! maya

01.12.2019 19:33 • x 3 #55


111Sternchen222
Wir haben einen solchen Minimalisten Baum, ohne Baum mag ich nicht und das Kind schon gleich dreimal nicht, aber wir sind an den Weihnachtstagen nur so wenige Zeit zu Hause, dass es sich nicht lohnt einen echten Baum dafür zu quälen. Also Minimaltsten Baum , nadelt nicht und spart Arbeit weil man nicht drunter putzen muss.
Lg Sternchen

02.12.2019 07:42 • x 2 #56


maya60
Minimalisten-Advent: Oh ja, liebes Sternchen, die Minimalistenargumentation rund um einen Fake-Christbaum ist genauso schlüssig und nötig wie unser Fake-Adventskranz daheim.

Dass ich und wir dieses Thema jetzt auch mit einer humoristischen Heiterkeit austauschen, ist jedenfalls kein Fake und soll das Thema, wie ich es am Anfang des Threads beschrieb, auch auf keinen Fall verharmlosen.

Stattdessen zeigt es einen Prozess nach Jahren des Minimalismus und des "Abstiegs" aus all den perfektionistischen Sauberfanatiker-Normen - und dies war emotional wirklich ein Abstieg, etwas früher Unvorstellbares, dass ich jemals "so tief sinken könnte" bis unter den Gullideckel der Normen sozusagen - bis auf den Grund der Schwäche und des als persönlich und charakterlich gelernten und gefühlten "Versagens".

Dann aber trat teilweise sowas auf wie: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich recht ungeniert." und auch sowas wie "wenn du ganz unten bist, kann´s ja nur noch aufwärts gehen." Denn als ich sozusagen jenseits der überhaupt noch für "Normalo" existierenden Schwäche und Unordnung abgesackt war (bzw. seiner Fassade dazu), da war da auf einmal sowas wie die Stille im Auge des Sturms.

Da erlebte ich: Ich bin ja gar nicht von Gott und allen Freunden und Menschen und Freuden und Chancen verlassen. Ich bin ja sogar recht viel befreit von "einer Menge Wind um nichts."

Es passierte keine sofortige Versetzung ins Fegefeuer der Sauberleute! Nein! Auch durch 12 Jahre ungeputzte Fenster kann man noch sehen!

Aber natürlich gibt es berechtigte Hygieneregeln und aus denen und meiner Schwäche oder der Schwäche meines behinderten Sohnes oder der Schwäche meines Workaholicgattens strickten wir Minimalistenlösungen, oft ganz spontan.

Zum Beispiel brauchte ich heute dringend Nachschub-Liquid für meine Dampfe, war aber viiiiiieeeeel zu schwach, rauszugehen. Da ich niemals meine Männer für meine Nikotinsucht einkaufen lasse, wählte ich also schon gestern Abend nach der Dusche ein leichtes Hose- und T-Shirt-Outfit als Schlafanzug und zog darüber heute meine lange rote Waffeldaunenjacke mit den schönen Winterstiefeln und der geliebten Mütze und stiefelte langsam Schritt für Schritt los. Genau gesagt im Schlafi mit Mantel drüber, gefühlt aber in Lieblingskleidung.

Und so war das zu schaffen und so erschien mir aus der kuscheligen Wärme und der Buntheit meiner Lieblingskleidung das Draußen, knackig kalt und dunkel wie es vorweihnachtlich sein soll und mit den glitzernden Sternen an den Laternen wie ein Wunderland. So ähnlich wie ich mich fühlte, wenn ich als Kind warm eingekuschelt auf einem Schlitten gezogen wurde. Heimelig und behütet.

Und so fand ich nebenbei noch in dem wunderbaren Schreibwarenladen einige bis Freitag dringend für Sohni benötigte Abschiedsgeschenke für seine AusbilderInnen. Etwas, wofür ich nicht extra losgehen konnte durch die klaren NoGo-Anweisungen meines inneren Kindes nach den zu vollen Novemberwochen.

Es ist also erst ein schrecklicher gefühlter "Abstieg" jahrelang gewesen zum Minimalismus, aber der tiefste Abgrund enthielt erstaunliche Geschenke und Befreiung statt erwarteter und an die Wand gemalter Weltuntergänge, die mich jahrzehntelang quälten, um sich dann als heiße Luft zu erweisen.

Bleibt nur noch die unschöne Nikotinsucht übrig. . . . noch. . .

Also nur Mut zum Schwäche-Minimalismus!

03.12.2019 17:10 • x 1 #57





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