Liebe Kellerassel,
ich habe dir gerade eine private Nachricht geschickt. Und dabei gemerkt, dass du mir vor Wochen auch eine geschickt hattest. Hatte gar keine Benachrichtigung bekommen. :-(
1. um 23:00-23:30 ins Bett gehen; vor 8:00 Uhr bzw. weniger als 1 Stunde nach dem Aufwachen aufstehenHalbe Stunde zu spät. :-(
2. jeden Tag einmal das Haus verlassen: Gestern Gruppentherapie. Heute Arzt.
3. achtsam meinen Tagesablauf beobachten Bin heute schon durch ein sehr schönes Stück Grün gegangen, quer über ein Flusstal/Wanderweg/Wiese/kleines Waldstück/Schrebergärten. War richtig schön. Wenn nur nicht immer die Angst wäre, könnte man Natur besser genießen.
4. nicht so viel am Computer spielen:Gestern Abend schon, brauche ich einfach - noch. Heute noch nicht. Mach ich aber noch.
Also das ist so ein Punkt, wo ich mir nicht so sicher bin, ob das nicht auch wieder von selbst weggeht. Wenn ich mehr anderes zu tun habe und weniger depressiv-traurig bin, spiele ich ja auch weniger.
Ich will mich hier nicht mehr verteufeln. Im Grunde ist es wie bei der Ernährungsumstellung. Man darf sich nicht Verbote auferlegen, sondern trachten mehr Gesundes zu essen. Dann wird das Ungesunde weniger.
5. weniger naschen, max. 55 g Zucker - das sind 100 g Vollmilchschokolade - oder max. 100 g Masse an Süßigkeiten - ist noch ziemlich viel, aber für meine Verhältnisse schon ein Fortschritt: Allerdings kann ich noch so viel Gemüse essen. Der Appetit auf Süßes hört einfach nicht auf.
Gestern habe ich ja die Wette abgeschlossen. Hab ich verloren. :-(
Bei der Gruppentherapie wurde über mich gesprochen. Das hat mich echt so aufgewühlt, dass ich was brauchte und sogar mehr als 100 g: 9 Schokoküsse= 133 g Zucker.
Das wird wieder besser. Ich drück mich jetzt einfach mal, tröste mich wegen meiner Enttäuschung über mich selbst und erklär mir, dass ich doch schon Erfolge hatte, seit ich - meistens - nur noch 100 g Süßes kaufe.
6. Alle Dreiviertel Stunde aufstehen und bewegen (mit Wecker) Ich bemühe mich und denke weiter dran.
7. 10 min morgens und 10 min abends meditieren oder Entspannungsübung: Gestern hatte ich noch 10 min wachen Geistes meditiert, heute noch nicht.
8. Positives vom Tag. der Spaziergang durch die Natur
. die Schokoküsse waren herrlich.
. der Austausch mit Kellerassel
. Der Ultraschall hat ergeben, dass alle meine inneren Organe vollkommen in Ordnung sind
. Gestern hab ich so viel gekocht, dass ich heute und morgen nicht mehr kochen muss.
. Ich höre jetzt "Ein ganzes halbes Jahr" wieder von vorn, weil ich nicht mehr weiß, wo ich letztens aufhören musste. Es gefällt mir wieder sehr gut.
9. Was schön ist am arbeiten. freundlich sein können und lachen
. Es macht Spaß, wenn man was gut kann. Dann geht man gern zur Arbeit.
. Man kommt mehr raus, sieht was von der Welt.
. Man hat mehr Geld zur Verfügung.
. Man ist lebendiger.
. Mir macht Spaß, wenn ich anderen helfen kann und Dankbarkeit spüre.
. Man gehört zu einer Gruppe dazu.
. Man sieht Menschen, ist nicht allein.
. Man kann mal was kopieren.
. Man kann sich austauschen über Ämterangelegenheiten.
. Man kann Todos abhaken.
10. MenschenJa, Kellerassel, wenn ich auch nicht wirklich Angst vor den Menschen habe. Ich habe eigentlich schon auch Probleme. Ich will immer nur meine Ruhe haben. Menschen können manchmal so nervig und aggressiv sein und ja, ich weiß auch oft nicht, was ich sagen soll. Oder ich sage Dinge, die ich hinterher dumm finde und bereue. Dann ärgere ich mich über mich. Also ziehe ich mich viel zu oft zurück und bedaure dann, dass ich nicht richtig dazu gehöre oder ich sitze in meinem Zimmer und werde depressiv. Das Thema will ich hiermit schon mal für mich eröffnen. Werde bald viele Menschen treffen. Dann wird das aktuell.
