Zitat von Jedi: Stelle Dir einmal vor, eine andere Person hat Dir etwas gesagt, was Dich verletzt oder gar sehr gekränkt hat.
Dabei ist ein Gefühl entstanden - ein Schmerz für Dich spürbar geworden.
Selbst wenn Du mit dieser Person keinen Kontakt mehr hast. bleibt oft diese Kränkung dieser Schmerz
in unserem Unterbewusstsein verborgen.
Irgendwann sagt Dir ein völlig anderer Mensch etwas über Dein Verhalten, was er nicht gut findet u. in Sekunden
spürst Du den Schmerz - diese alte Kränkung von damals, wo Dir genau oder gar ähnliches über Dein Verhalten gesagt wurde.
Darauf reagieren Deine Gefühle u. Emotionen.
So läuft das ganz oft in uns Menschen ab.
Zitat von Jedi: Wenn wir von der ersten Kritik hätten losgelassen, Du/ Wir hätten damit einen Umgang finden können,
es uns nicht so tief verletzt oder gar gekränkt, hätten wir diesen Schmerzknopf nicht u. eine weitere Kritik
könnte diesen Knopf nicht bei uns aktivieren.
Schon oft habe ich gesagt. Ich finde, hier braucht man nicht loszulassen. Meiner Ansicht nach, geht es um
etwas völlig anderes.
Die gefühlsmäßige Verletzung besteht meiner Ansicht nach aus einem gedanklichen Missverständnis.
Ein erwachsener Mensch ist in der Lage etwas zu erkennen, was ein junger Mensch oder ein Kind
noch nicht erkennen kann.
Bei den Verletzungen, die uns gefühlsmäßig früher Schaden zugefügt haben, handelt es sich um
Worte und Taten, die in den Sichtweisen der Eltern und anderer Menschen begründet waren.
Es waren persönliche, meist mit großen Fehlern behaftete Verhaltensweisen der Erzieher.
Sie sagten nur teilweise etwas darüber aus, wie das Kind wirklich war.
Sobald sich ein Mensch darüber klar wird, das er gar nicht genau so war, wie andere es gesagt hatten,
befreit er sich von den Sichtweisen seiner Erzieher.
Wenn ich mich von etwas befreie, ist es dann überhaupt noch "loslassen"?Zitat von Jedi: Ja, ich finde, wir sollten realitischer auf uns schauen u. so damit vermeiden, dass unsere Vorstellung von uns,
mit der Realität übereinstimmt.
Wieder sind wir an einem zentralen Punkt. Wie, auf welche Weise bekommen wir einen
realistischen Blick auf und selbst?
Doch nur durch möglichst viele unterschiedliche Menschen, denen wir die Gelegenheit geben,unsere Denkweisen und unsere Verhaltensweisen versuchen, möglichst fair zu spiegeln.So etwas machen Familienmitglieder, Bekannte, Freunde, Lebenspartner, Arbeitskollegen, Ärzte, Berater, Psychologen, Therapeuten und viele andere.Je mehr Meinungen man bekommt, umso realistischer wird das Meinungsbild der anderen über meine Ansichten und mein soziales Verhalten werden.Wer sich überwiegend zurückzieht und nur alleine bleibt, der beraubt sich auch der Möglichkeit,
sich selbst besser kennen zu lernen.
Zitat von Jedi: Es kann einen Menschen in eine schwere Krise stürzen, wenn er feststellt, dass die Realität mit seiner Vorstellung
die er von sich selbst gemacht hat, nicht übereinstimmt.
Kann vielleicht passieren.
Ich sehe das jedoch anders.
Wenn ich erkenne dass die Realität nicht meiner bisherigen Vorstellung entspricht, empfinde ich
so etwas als Befreiung.
Nichts empfinde ich angenehmer, als die Realität. In der Realität fühle ich mich sicher - Ängste
verlieren eine großen Teil ihrer Macht.