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Ich möchte wieder in die Psychiatrie - wer kennt das?

Liebe Irgendeine,

Du bist hin und her gerissen zwischen Erholung also Krankschreiben lassen und Ablenkung also arbeiten und unter Leute gehen. Ich konnte mir das lange nicht vorstellen, wie es ist, sich nicht zu spüren. Aber eine Freundin hat es mir mal ganz gut erklärt und ich habe ein ganz gutes Buch darüber gelesen. "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marne´. Sie ist selbst Borderlinerin und hat hier in München eine Initiative gegründet. Das Ziel ist "lasst uns drüber reden". Vielleicht wäre das Buch eine gute Ablenkung und Hilfe zugleich. Bekommt man im Internet.
Ansonsten kann Dir hoffentlich ein Arzt oder Freunde helfen denn ich befürchte, dass der Druck der Selbstverletzung immer stärker werden wird. Vielleicht doch lieber Klinik? Und warum nimmt Dich Deine Psychiaterin nicht ernst? Das sollte sie unbedingt.

Ich drück Dir ganz fest die Daumen!
Liebe Grüße von Bella

05.01.2020 11:47 • x 2 #61


Irgendeine
Zitat von Bella72:
Liebe Irgendeine,

Du bist hin und her gerissen zwischen Erholung also Krankschreiben lassen und Ablenkung also arbeiten und unter Leute gehen.

Genauso ist es. Als ich vorhin angerufen habe, um mich krank zu melden (erst mal nur für diese Woche), hat mich das schlechte Gewissen fast aufgefressen.

Zitat von Bella72:
Ich konnte mir das lange nicht vorstellen, wie es ist, sich nicht zu spüren. Aber eine Freundin hat es mir mal ganz gut erklärt und ich habe ein ganz gutes Buch darüber gelesen. "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marne´. Sie ist selbst Borderlinerin und hat hier in München eine Initiative gegründet. Das Ziel ist "lasst uns drüber reden". Vielleicht wäre das Buch eine gute Ablenkung und Hilfe zugleich. Bekommt man im Internet.

Es ist auch ein unvorstellbares und nur schwer beschreibares Gefühl. Als Kind konnte ich dieses "Fremde-Welt"-Gefühl ganz bewusst herbeiführen, wenn ich in Sit. war, die nicht mehr auszuhalten waren. Teilweise mache ich das immer noch bewusst. Problem ist nur, dass ich mit der Zeit immer stärkere Reize brauchte, um wieder rauszukommen.
Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass mich Bücher übersolche Themen eher triggern. Ich werde es mir trotzdem ankucken.

Zitat von Bella72:
Ansonsten kann Dir hoffentlich ein Arzt oder Freunde helfen denn ich befürchte, dass der Druck der Selbstverletzung immer stärker werden wird. Vielleicht doch lieber Klinik? Und warum nimmt Dich Deine Psychiaterin nicht ernst? Das sollte sie unbedingt.


Klinik ist aktuell wirklich unmöglich. Ich muss morgen eh zum HA wegen Krankschreibung und zur Psych wegen Rezept.

Liebe Grüße

06.01.2020 02:10 • #62


Irgendeine
Zitat von Liselotte:
Moin, moin.
na ja, sich die Nasenschleimhäute zu zerstören erscheint mir eher als letzter verzweifelter Akt rumänischer Straßenkinder, sorry, die Nachts in den underground abtauchen müssen und wirklich niemanden, aber auch niemanden haben, der sich Ihrer annimmt.
Schönen Sonntag


Richtig verätzt sind sie ja nicht. Deswegen schrieb ich ja "gefühlt". Es ist halt nicht gesund und man sollte es definitif nicht zu oft machen, aber manchmal ist es eben das Einzige, was noch hilft.

06.01.2020 02:12 • #63


Liselotte
Moin,moin liebe Irgendeine,

ooohhhh, da bin ich jetzt aber beruhigt.

Ich selber habe so eine chronische sinusitis, Stadtmensch halt und in der Arbeit als Erzieherin wohl mittlerweile eine Berufskrankheit. Es ist für mich so etwas von unangenehm, wenn die Nasenschleimhäute geschwollen sind oder schmerzen. Ich bin wohl auch so eine kleine Panikbraut. Dein Eintrag hat bei mir wirklich den Eindruck von " höchster Eisenbahn" erweckt.

Ja, wenn man" nur" über dieses Medium hier kommuniziert ,kann es natürlich auch flink mal zu einer unterschiedlichen Einschätzung kommen.

Ich wünsche Dir ersteinmal eine möglichst stressfreie Woche, in der Du einiges klären kannst.
G.l.G.
L.

06.01.2020 07:53 • x 1 #64


Irgendeine
Hallo,

ich war jetzt eben bei meinem HA. Er hat mich sofort für mind. 2 Wochen krankgeschrieben. Ich habe ihm von den Suizidgedanken und dem SVV erzählt. Obwohl ich keinen Termin hatte, hat er sich Zeit genommen, mit mir zu reden. Er und die MFA haben gesagt, dass es absolut richtig war, jetzt die Notbreme zu ziehen. Ich könne jederzeit anrufen, wenn es schlimmer werden sollte.
Er weiß, dass es aktuell unmöglich ist, aber ich glaube, Klinik wäre ihm ganz lieb gewesen. So entließ er mich mit den Worten: "Ich hoffe, ich kann Sie jetzt ruhigen Gewissens ziehen lassen."

06.01.2020 17:51 • x 2 #65


Hallo Irgendeine,

wie geht es Dir?
Liebe Grüße von Bella

13.01.2020 12:13 • x 1 #66


Irgendeine
Hallo,

weiterhin nicht so toll. Meine Medis wurden mal wieder umgestellt, aber davon merke ich gar nichts.
So langsam habe ich die Hoffnung aufgegeben, was eine medikamentöse Therapie angeht. Irgendwie hilft ja nichts zufriedenstellend.

Bald muss ich nochmal an meine letzte Einsatzstelle, um meine restlichen Sachen abzuholen. Das belastet mich sehr, weil ich Angst vor den Reaktionen der Kollegen haben. Und natürlich bin ich dann auch wieder dem Trigger Psychiatrie ausgesetzt.
Montag muss ich dann wieder zur Arbeit, allerdings an eine neue Einsatzstelle. Eigentlich freue ich mich auf den Einsatz, aber ich habe Angst, dass mir wieder alles zu viel wird.

Liebe Grüße

13.01.2020 12:34 • x 1 #67


Hallo,

was nimmst du aktuell? Du hast eben mehrere Diagnosen, da ist es für die Ärzte sehr schwer, die richtige Kombi zu finden befürchte ich.

Bist Du schon stabil genug für die Arbeit? Nicht dass der Schuss nach hinten los geht. Aber ich kann Dich mehr als gut verstehen, dass Du wieder arbeiten gehen willst. Denn je mehr Zeit man zum Grübeln hat, desto stärker kann der Mist auch zuschlagen.
Ich schicke Dir eine große Ladung Energie!

13.01.2020 12:41 • x 1 #68


Irgendeine
Zitat von Bella72:
Hallo,

was nimmst du aktuell? Du hast eben mehrere Diagnosen, da ist es für die Ärzte sehr schwer, die richtige Kombi zu finden befürchte ich

Ich nehme aktuell eine ganze Latte an Medis.
- Elontril
- Primidon und Propranolol (gegen den Tremor)
- Lamotrigin (als Stimmungsstabilisator)
- Strattera
- Neurocil
- Mirtazapin

Ich habe überlegt, ob ich mal frage, ob man das Lamotrigin gegen Lithium austauschen kann.

Zitat von Bella72:
Bist Du schon stabil genug für die Arbeit? Nicht dass der Schuss nach hinten los geht. Aber ich kann Dich mehr als gut verstehen, dass Du wieder arbeiten gehen willst. Denn je mehr Zeit man zum Grübeln hat, desto stärker kann der Mist auch zuschlagen.
Ich schicke Dir eine große Ladung Energie


Ich weiß, nicht, ob ich schon stabil genug bin. Allerdings kann ich es mir wegen der Fehlstunden nicht leisten noch ewig krankgeschrieben zu sein. Und, wie du schon sagst, irgendwann fällt einem die Decke auf den Kopf.
Zudem ist es ein Einsatz in einem Bereich (Intensivstation), in dem ich später arbeiten will. Da wäre es halt schon gut, wenn ich diesen Bereich schon in der Ausbildung kennen gelernt habe.
Außerdem würde sonst irgendwann meine kleine Notlüge (ich weiß, man muss das nicht sagen, aber ich habe einfach keine Lust auf die blöden Blicke und evtl. Kommentare seitens der Schule) warum ich krankgeschrieben bin, auffliegen.

lg

13.01.2020 13:01 • x 1 #69


traumaland
Zitat von Irgendeine:
So langsam habe ich die Hoffnung aufgegeben, was eine medikamentöse Therapie angeht.

Niemals die Hoffnung aufgeben.


Selbst wenn du jetzt nicht weißt, wie du das hinbekommen sollst, dann denke daran, dass eine Sache bald erledigt ist, die es erschwert: deine Ausbildung.
Du solltest also dir vor Augen führen, dass wenn die Ausbildung dir so wichtig ist, sie bald geschafft ist und du dich vollends auf dich konzentrieren kannst.

Aber wenn es nicht geht: dir bleibt immer noch die Lösung, dich sofort um dich zu kümmern.

13.01.2020 13:05 • x 1 #70


Wow das ist echt ne Menge! Darf ich fragen warum Du einen Tremor hast?

Wegen Lithium kann ich Dir zusprechen. Ich habe jahrelang Lamotrigin genommen und bin aber leider trotzdem in eine Depression gerutscht. Seit einem Jahr habe ich nun Lithium und scheine drauf anzusprechen. Es hat eine sehr stabilisierende Wirkung. Ein Versuch wäre es vielleicht wert!

Dann kann ich Dir nur in den Hintern treten und sagen, zieh es durch.

13.01.2020 13:20 • #71


Irgendeine
Zitat von Bella72:
Wow das ist echt ne Menge! Darf ich fragen warum Du einen Tremor hast?

Ja, das ist eine Menge.
Den Tremor habe ich durch das Elontril und wahrscheinlich auch durch das jeweilige ADHS-Medi (da bin ich ja jetzt auch schon das dritte am ausprobieren).
Deshalb will ich eigentlich auch vom Elontril weg. Dazu kommt noch, dass Beta-Blocker wie Propranolol wiederum Depressionen auslösen können und mein Asthma sehr negativ beeinflussen.
Dieses Medikament sollte also auf Dauer raus.
Aber durch was ersetzen? Ich habe SSRI, SSNRI, NaSSA und NDRI durch bzw. nehme grade Medis der letzten beiden Klassen. Da bleibt nicht mehr viel.

Zitat von Bella72:
Wegen Lithium kann ich Dir zusprechen. Ich habe jahrelang Lamotrigin genommen und bin aber leider trotzdem in eine Depression gerutscht. Seit einem Jahr habe ich nun Lithium und scheine drauf anzusprechen. Es hat eine sehr stabilisierende Wirkung. Ein Versuch wäre es vielleicht wert!

Das habe ich schon öfters gehört. Hast du durch das Lithium zugenommen? Das wäre nämlich eine Nebenwirkung, die ich (essstörungsbedingt) nicht aushalten könnte.
Ich weiß nicht, ob ich mich traue, meine Psychiaterin zu fragen. Es ist irgendwie immer etwas schwierig Ärzten Medis vorzuschlagen. Viele fühlen sich dadurch in ihrer Kompetenz untergraben.

13.01.2020 13:37 • #72


ah ok, ich verstehe. Man, da hast Du ja echt schon enorm was ausprobiert. Aber gib die Hoffnung bitte nicht auf, vielleicht war einfach noch nicht die richtige Kombination dabei

ich habe nicht zugenommen und habe auch keinen Tremor. im Grunde gar keine Nebenwirkungen. Da bin ich auch echt froh drüber aber ich muss zugeben dass ich beim Essen sehr aufpasse. Das muss man allerdings bei fast allen Psychopharmaka finde ich.

Das kenn ich sehr gut, dass Ärzte sich ungern reinquatschen lassen. Man muss es geschickt anstellen und versuchen, sie auf den Trichter zu bringen, das Medikament vorzuschlagen aber auch das ist nicht ganz einfach

13.01.2020 14:13 • #73


Irgendeine
Zitat von Bella72:
ich habe nicht zugenommen und habe auch keinen Tremor. im Grunde gar keine Nebenwirkungen. Da bin ich auch echt froh drüber aber ich muss zugeben dass ich beim Essen sehr aufpasse. Das muss man allerdings bei fast allen Psychopharmaka finde ich.

Vom Mirtazapin nehmen ja ebenfalls viele zu, das ist bei mir aber auch nicht passiert. Ich denke das hat auch damit zu tun, dass ich durch die jahrelange ES quasi automatisch auf die Ernährung achte.
Ich ernähre mich zwar (leider) nicht so besonders gesund, kann aber nur kleine Mengen essen. Allerdings bremsen das Elontril und die ADHS-Medis den Appetit ja auch. Das gleicht sich appetittechnisch wahrscheinlich etwas aus.
Mein Arzt sagt, dass ich ohne meinen ganzen Süßkram wohl automatisch abnehmen würde. Das fände ich natürlich toll (ES lässt grüßen.), wäre aber nicht gut, da ich im unteren bis mittleren Bereich des Normalgewichts bin.

Zitat von Bella72:
Das kenn ich sehr gut, dass Ärzte sich ungern reinquatschen lassen. Man muss es geschickt anstellen und versuchen, sie auf den Trichter zu bringen, das Medikament vorzuschlagen aber auch das ist nicht ganz einfach

Ich muss mal überlegen, wie ich das anstelle. Wenn ich das richtig gelesen habe, wirkt Lithium auch antisuizidal und antidepressiv, was mir ja beides sehr zu gute käme. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Ärzte bei Lithium doch sehr zurückhaltend sind.

13.01.2020 15:59 • #74


Liselotte
Moin,moin.
süper, da bist Du ja nich bis zum 20.01. krankgeschrieben.
Dein Hausarzt scheint ja ein wirklich Guter zu sein.

Ich hoffe auch, dass man Dich jetzt ruhigen Gewissens ziehen lassen kann.
Aber Du hast da ja immer Ansprechpartner, supi.


Zitat von Irgendeine:
Ich weiß, nicht, ob ich schon stabil genug bin.

Das musst Du wirklich überprüfen, denn ein Einsatz auf einer Intensivstation ist meiner Ansicht nach in Deinem momentanen Zustand nicht möglich. Meine Meinung.

Zitat von traumaland:
Aber wenn es nicht geht: dir bleibt immer noch die Lösung, dich sofort um dich zu kümmern.

Traumaland hat das, finde ich sehr gut auf den Punkt gebracht.

Du kannst nicht für sehr kranke Patienten auf einer Intenivstation da sein, wenn es Dir selbst so schlecht geht.

Als allererstes hast Du Verantwortung für Deine Gesundheit und Dein Wohlergehen.
Erst wenn es Dir wieder besser geht, kannst Du Dich weiter mit Deiner beruflichen Zukunft beschäftigen.
Meine Meinung.

Dir einen schönen Abend.
G.l.G.

13.01.2020 21:31 • #75





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