Zitat von Frederick1:natürlich hat man da auch gejammert, aber nicht auf so hohem Niveau wie heute. Die Menschen hatten damals noch Ziele für ihr Leben.
Entschuldige, aber das stört mich. Woher - immer noch meine Frage - willst du das denn so genau wissen? Warst du dabei? Saßt du in den Wohnzimmern all derer, die damals kein Internet hatten, um ihre Gedanken laut zu äußern? Wieso bist du so überzeugt davon, dass das heute so gravierend anders ist?
Ich sag dir etwas: ich weiß es schlicht nicht, aber genau deswegen fange ich nicht an zu vergleichen.
Und was ist das für ein Argument, dass
die Menschen heute auf einem höheren Niveau jammern?
Wer sind "die Menschen"? Obdachlose? Kinder in HartzIV Familien? Slumbewohner in Südafrika? Millionäre? Busfahrer? Frauen? Männer? Alte, Junge, Kranke, körperlich und/oder geistig beeinträchtigte Menschen? "Die Menschen" ist großartig. Das sind alle und keiner.
Welches Niveau meinst du? Dass es heute Handys und Internet, größere Autos und Zentralheizung gibt? Aber was können "die Menschen" denn dafür? Darf man dann heute nicht mehr jammern, nur weil bei uns hier das Wasser aus der Leitung kommt ohne dass man extra zum Brunnen rennen muss?
Ich mag es nicht, wenn verglichen wird. Ich kann nicht vergleichen, ich kann genau genommen nicht einmal mein heute mit meinem gestern vergleichen und völlig unterschiedliche Situationen und Menschen über einen Kamm zu scheren mag ich gleich dreimal nicht.
Ich lebe in einer Welt, in der bei mir das Wasser aus der Leitung kommt und die Heizung von meiner Gastherme wann immer ich das will; in der ich Fleisch für Centbeträge kaufen kann, in der es Yogaklamotten zu kaufen gibt. Mir würde es nicht im Traum einfallen irgendeinen Vergleich anzustellen, aber ich habe für mich so einiges geändert. Ich habe für mich beschlossen keine tierischen Produkte mehr zu kaufen, ich bin der Meinung auch in einer gemütlichen Hose Yoga machen zu können, ich kaufe unverpackt und habe keinen Restmüll mehr und bin in eine kleinere Wohnung gezogen - die immer noch riesig ist für eine Person. Und genauso wenig wie es mir einfällt mich zu vergleichen versuche ich jemand anderen davon zu überzeugen, dass mein Weg der richtige sei, ja ich behaupte nicht einmal, dass mein Weg besser sei als ein anderer.
Ich bin sehr viel verglichen worden in meinem Leben und es gibt kaum etwas, das ich mehr hasse.