Liebe Bella, ich musste ja mein ganzes Leben lang durch Selbstbeobachtung meine Selbstregulation hinkriegen und als jetzt nach 50 Jahren endlich Raum frei wurde, wo ich nicht dauererschöpft und dauerdepressiv war, da kam ich nach und nach drauf, dass ich verbunden mit meiner Mutter Panikanfälle und schwer depressive Stimmungen bekam. Und dass ich auf Dunkelheit im Haus überreagierte.
Meine Mutter war psychisch auch sehr instabil und wir hatten Angst vor ihr als Kinder und bis heute versucht sie immer noch, brutale Streits vom Zaun zu brechen. Ich habe mich davon abgewandt.
Aber ich fragte mich mehr und mehr, wieso Panik, wieso reagiere ich so massiv?
Dann, je besser es mir psychisch ansonsten ging und je tiefer wieder meine mich tragende Spiritualität wurde, desto mehr traute ich mich immer tiefer in meine Ängste, die ich immer rausschrieb.
Und so kam ich irgendwann dahinter, dass ich riesige Angst davor hatte, lebendig begraben zu sein. Und meine Mutter ist als Kind im Bombenkeller verschüttet worden und hat Flashbacks deswegen, gibt das aber nie zu.
Dann fiel mir nach und nach auf, dass ich getriggert bin und angespannt und depressiv wurde, sobald es dunkler wurde am Tag oder vom Wetter, das war psychische Anspannung und Anstrengung, ganz abgesehen von meiner Klaustrophobie. So kam ich immer mehr dahinter und konnte mit szenischem Schreiben diese Ängste in mir zum Sprechen bringen und so sind diese Trigger schon deutlich zurückgegangen. Sie wollten ja nur gesehen werden. Sie banden auch viel psychische Kraft.
Spirituell kann ich nicht mit meiner Ratio sein, sondern nur mit meiner Intuition, damit konnte ich auch die autistische Welt meines Sohnes verstehen. Die ersten 11 Jahre mit ihm waren hart, auch da half mir mein Glaube, und heute ist er erwachsen und es ist viel leichter geworden. Meine Ration sieht aber die hohe Wirksamkeit meiner Spiritualität und hat zusammen mit meiner Hypie den Forschungsfokus Bibelforschung am Wickel.
Ich habe mit unserem Sohn und auch in einigen anderen Bereichen in der Kombination von Intuition und Ratio trotz aller Einschränkungen sehr hohe Leistungen erbringen können, danach bin ich aber regelmäßig zusammengebrochen.
Mein ADHS-Experte meinte nach meiner Diagnose-Phase lapidar: "Wenn Sie nicht so intelligent wären, wären sie garantiert in der Gosse gelandet." Ja, danke auch.

Da ich mich immer nur auf mich und meine Grenzen und meine Wahrnehmung stützen konnte und auf meinen Glauben bin ich mental ziemlich stark gewesen, wenn es sein musste und meine Hyperaktivität ließ mich immer über alle Schmerzgrenzen gehen. Ich war sowieso dauernd erschöpft.
Toll war das alles nicht, aber der menschliche Organismus ist schon ein erstaunliches Wunderwerk der Anpassung.
Wie gelang dir dein Leben so einigermaßen?
Liebe Grüße! maya