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Ich bin bipolar - suche Gleichgesinnte und Austausch

Bella72
Hallöchen,

ich versuche damit klar zu kommen, dass ich nicht mehr so bin wie früher und gleichzeitig kämpfe ich dagegen an. So gut es eben geht. Ich bin fauler geworden, phlegmathischer, aber mei, dann ist es halt so. Immerhin arbeite ich, kümmere mich um mein Kind, mache den Haushalt so gut es geht, bewege mich im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das ist ja schon was.
Und das Lithium scheint meine Stimmung tatsächlich stabil zu halten, das ist klasse. So kann man vieles schaffen und ertragen. Und nicht ständig auf der Überholspur unterwegs zu sein, hat auch was . Unsere Gesellschaft wird immer kränker mit dem ständigen Druck, perfekt sein zu müssen. Und das kann auch nicht gut sein.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Liebe Grüße von Bella

08.11.2019 12:47 • x 2 #46


maya60
Liebe Bella, ich mag das gar nicht gerne lesen, dass du meinst, du seist "fauler und phlegmatischer" geworden. Alles, was ich mittlerweile von dir gelesen habe, ist sooooooo weit weg davon! Müder, erschöpfter vielleicht, dann gesteh dir das doch zu. November-Winterschlaf-Melatonin-Zeit, das auch. Da werden alle eigentlich schläfriger, das macht das höhere Melatonin bei längerer Dunkelheit draußen.
Und unsere Medikamente, Erkrankungen, Behinderungen sowie das Novembergrau haben auch ihre erschöpfenden Wirkungen und Nebenwirkungen.

Und unsere Gesellschaft ist wirklich nicht gesund. Deine Möglichkeiten sind dein Rahmen, ganz genau! Aber bitte werte dich nicht ab mit diesen Begriffen aus der kranken Leistungsdruckswelt.

Liebe Grüße! maya

08.11.2019 14:31 • x 2 #47



Hallo Bella72,

Ich bin bipolar - suche Gleichgesinnte und Austausch

x 3#3


Bella72
Danke liebe Maya!
Du hast Recht, meine Erwartungshaltung an mich selbst ist viel höher als an andere. Bzw. denke ich oft, dass andere viel mehr stemmen als ich. Aber die sind ja auch nicht krank. das muss ich mir immer wieder sagen.

nein, unsere Gesellschaft ist alles andere als gesund, da gebe ich Dir Recht. Deswegen werden ja auch immer mehr Menschen krank. Dennoch sind wir Teil dieser Gesellschaft und müssen sehen, wie wir unseren Platz finden, an dem wir uns auch wohl fühlen.

Denn als Außenseiter möchte man ja auch nicht gelten oder?
Einen schönen Tag und liebe Grüße
Bella

12.11.2019 12:57 • x 2 #48


Ylva
Ein liebes HALLO an alle, die hier im Bipolar-Forum schreiben!
Ich bin neu hier und habe mich eben sehr gefreut, dass es hier einen Austausch über bipolare Erkrankungen gibt.
Bei mir fing es mit depressiven Episoden an - nach ca. 15 Jahren (da war ich um die 34 J.) bekam ich eine wirklich schlimme manische Episode, die ungefähr 3 Jahre anhielt und in der ich extrem viel Geld ausgab.
Entschuldigt bitte, aber ich bin seit ca. 1 Jahr wieder in einer depressiven Phase und kann im Forum leider noch nicht allzu viel posten, weil ich mich nur schwer zu irgendwas aufraffen kann.
Seit einer Woche geht es mir aber wieder etwas besser, und ich habe die Hoffnung, dass ich etwas mehr und regelmäßiger hier im Forum schreiben kann.
Liebe Grüße, Ylva

29.02.2020 13:56 • x 1 #49


Bella72
Herzlich willkommen liebe Ylva,

und ich freue mich, dass Du Dich gemeldet hast. Bipolar ist hier in dem Forum eher ein Randthema aber das finde ich nicht schlimm .
Das tut mir Leid, wenn Du so lange Krankheitsphasen hast! Nimmst Du Medikamente? Wenn Du magst, erzähl doch mal ein bisschen was von Dir!
Ich wünsche Dir einen guten Sonntag und freue mich auf Deine Beiträge
Liebe Grüße von Bella

01.03.2020 11:51 • x 1 #50


Ylva
Ja, ich nehme Medikamente und werde auch nicht damit aufhören - zu groß ist meine Angst vor manischen bzw. depressiven Rückschlägen.
Ich weiß grad nicht, ob man in diesem Forum Medikamente nennen darf.
In meinem Profil kannst du schon so Einiges über mich erfahren, aber du kannst gerne jederzeit nachfragen.
Liebe Grüße schickt dir Ylva

02.03.2020 11:29 • x 1 #51


Bella72
Hallo Ylva,

man darf sich hier über Medis austauschen

02.03.2020 12:21 • x 2 #52


Siri66
Hallo Bella
Beim mir wurde auch vor 20 Jahren die Diagnose gestellt. Damals noch manisch depressiv. Probleme hatte ich jedoch schon Jahre vorher. Wurde aber die ganze Zeit auf Depressionen behandelt.

Jetzt Bipolare Störung II mit Kombinierter Persönlichkeitsstörung.
Bis vor 1 1/2 Jahren habe ich mich durchs Leben und den Beruf geschlängelt. Bliss nichts anmerken lassen

Und nun bin ich seit Juni 2018 krankgeschrieben. September 18 eine 9 wöchige Reha gemacht. Arbeitsunfähig entlassen. Im Januar 19 habe ich GDB 50 % bekommen. Und ein paar Monate später Pflegegrad 2.

Und am Freitag, 13.03.20 habe ich einen Gutachtertermin wegen meines Antrags auf Erwerbsminderungsrente.
Die Einladung kam vor 3 Wochen, seitdem wird meine Angst täglich größer.
Ich bin froh, wenn der Termin vorbei ist.

12.03.2020 02:48 • x 2 #53


Bella72
Liebe Siri66,

vielen lieben Dank für Deine offenen Worte!
darf ich fragen, welche Art von Persönlichkeitsstörung Du hast?
Für mich war Freitag der 13. immer ein Glückstag und ich wünsche Dir von Herzen, dass es das auch für Dich sein möge! Möchtest Du die Rente haben oder lieber nicht? Was hast Du gearbeitet?
Ich bin noch im Arbeitsleben und mein Umfeld weiß Bescheid. Ich habe einen tollen Arbeitgeber, liebe Kollegen und eine verständnisvolle Chefin. Deswegen will ich so lange wie möglich dort bleiben. Aber ich denke auch manchmal über eine Teilberentung nach, einfach weil ich nicht mehr so leistungsfähig bin wie früher. Ich habe auch viele körperliche Beschwerden, wie einen gelähmten Fuss, gehe an Krücken usw. das macht das Ganze nicht einfacher. Mal sehen, wie lange es bei mir noch so geht mit der Arbeit. Ich mache 25 Stunden die Woche.
Geh möglichst entspannt in den Termin, und selbstsicher! ich bin bei Dir
Ganz liebe Grüße von Bella

12.03.2020 12:43 • #54


Siri66
Hallo Bella
Ich bin emotional instabil und habe Probleme mit meiner Impuls Kontrolle. Dazu noch eine mittelgradig ausgeprägte Histrionie.
Zurück zu meiner Arbeit kann und will ich nicht mehr. Ich bin vom Arbeitsplatz aus, mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Hatte einen TIA.
Das noch zu meinen ganzen anderen Problemen, war das Sahnehäubchen. Beide BEM Gespräche in 2019 waren eine Katastrophe.
Egal was ich mit Unterstützung des IFD angeboten habe, es wurde alles abgelehnt. Zu guter Letzt hat man mir arbeitsrechtliche Schritte angedroht.
Ich arbeite seit 1983 in dieser Firma, dass hätte ich nie für möglich gehalten.
Ich bin für den Einkauf zuständig und betreue noch 4 Großkunden. Von Bestellungen, zu Umschlag in Seehäfen, Schiffsverladungen, Zollpapiere. Reklamationsabwicklung usw.
Spannend, aufregend und nur mit hoher Flexibilität zu schaffen. Und die ist futsch.

Jedes Mal wenn ein Brief oder eine Mail kommt meines Arbeitgebers kommt, bin ich am Boden.

Für mich wäre die Rente ein Segen. Endlich mit allem abschliessen können.
Ich merke ja, wie gut es mir tut, ohne Erfolgsdruck und Stress zu leben.
Konflikte, gleich welcher Art werfen mich aus der Bahn.
LG Iris

12.03.2020 13:29 • #55


Bella72
Hallo,
sorry, ich war jetzt länger nicht mehr online. Ist ja ganz schön was los in der letzten Zeit. Wie geht es Dir in dieser extremen Situation? Ich musste jetzt erstmal googeln was Histrionie und TIA ist . Wieder mal was dazu gelernt und Hut ab, dass Du so reflektiert bist. Das stelle ich mir bei einer solchen Störung als besonders schwierig vor. Die Einsicht, krank zu sein oder?
Dein Job hört sich stressig an, das ist natürlich schlecht. Wie ist die Chance, berentet zu werden?
Ich habe letzte Woche im Homeoffice gearbeitet und bin jetzt auf dem Land bei meinen Schwiegereltern und meinem kleine Sohn. Mein Mann ist krank und deswegen vorsichtishalber in München geblieben. Er steigert sich total rein, dass er Corona hat obwohl der Test negativ war.
Eine verrückte Zeit. Man muss einfach versuchen die Nerven zu bewahren und das Beste aus der Situation machen.
Liebe Grüße von Bella

22.03.2020 11:37 • #56


Siri66
Hallo Bella,
Schön von Dir zu hören. Ich war auch lange Zeit nicht hier.
Was im Moment abgeht, ist erschreckend und für alle schlimm.
Ich hatte heute mit einer Ausgangssperre gerechnet, da sich doch noch sehr viele nicht an die Empfehlungen halten.
Das Kontakt Verbot ist allerdings auch schon krass.
Ich halte mit der Familie per WhatsApp und Telefon Kontakt. Mit Freunden spiele ich online Brettspiele.
Aber mich zieht das alles schon sehr runter, vor allem dass meine Therapien nicht mehr stattfinden. Wir haben versucht, die telefonisch zu machen, aber das ist nicht das gleiche.

Der Gutachtertermin war ganz o. K.
Ich war mit Untersuchungen, Wartezeit und Arztgespräch über 3 Stunden in der Praxis. Danach war ich platt.

Und jetzt warte ich, ob die Rente bewilligt oder abgelehnt wird.

Alles Liebe Iris

22.03.2020 20:37 • #57


Bella72
Hallo Iris,

ich sehe es nicht so schlimm. Ich denke, es hat auch einen Sinn, dass dies gerade alles passiert. Die Welt wird zum Innehalten gezwungen. Ich habe schon sehr lange gedacht, dass es nicht immer nur schneller, höher, weiter gehen kann und irgendwann ein Knall kommt- und schwupps ist er da. Seien wir nicht zu pessimistisch!
Für die Rente drücke ich Dir die Daumen- wie alt bist Du wenn ich fragen darf?
Ich würde schon lange beruflich gerne was anderes machen. Vielleicht bekomme ich jetzt die Chance dazu- wer weiß.und so geht es vielen Menschen in Zukunft. Manchen gezwungenermaßen und manchen freiwillig.

Vielleicht kannst Du Therapie per Skype machen? Das ist was anderes als nur Telefon.
Mach Dir einen schönen Tag!
Liebe Grüße

23.03.2020 10:49 • #58


Siri66
Hallo Bella,
was Du schreibst, ist nicht von der Hand zu weisen. Immer schneller, immer besser. Das hat bei mir 2018 den Knall ausgelöst und mich von jetzt auf gleich zum innehalten gezwungen.
Und damit tun sich sehr viele schwer.
Wir sind eine Leistungsgesellschaft und auf Erfolg getrimmt. Und wer die Leistung nicht bringt, steht sehr schnell aussen vor.
Aber jetzt dreht sich die Welt für alle langsamer.

Ich beneide Dich für Deine Familie und vor allem um Deinen Sohn.
Genieße die Zeit mit Ihnen und passt auf Euch auf.

Ich bin 53 Jahre alt

LG Iris

23.03.2020 13:32 • #59


Orangia
Hallo zusammen, .ich hab auch mal wieder reingeschaut und lasse euch einen lieben Gruß da
Mein Mann wird weiterhin täglich zur Arbeit gehen (Gesundheitswesen) und irgendwann das Virus mit nach hause bringen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.
Leider gehöre ich zu den besonders gefährdeten Personen aufgrund von Diabetes.
Zusätzlich zu meinen Psychopharmaka muss ich neuerdings auch Insulin spritzen. Interessanter weise brauche ich weniger Schlaf, seitdem ich Insulin bekomme und ich fühle mich auch allgemein wacher, fitter und nicht mehr so schwerfällig.
Ich hoffe, das bleibt weiterhin so.
Alles gute für Euch und bleibt gesund.

23.03.2020 13:48 • #60





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