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Ich bin bipolar - suche Gleichgesinnte und Austausch

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Orangia

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Das ist ja aber toll, daß du so aktiv bist / sein kannst.
Ich könnte nicht berufstätig sein,
aber mir fehlen manchmal die Menschen.die Kollegen.
Dagegen bin ich viel allein, warte oft nur darauf, daß mein Mann vor der Arbeit kommt.
Wenn er da ist, geht es mir immer besser. Er ist ein Schatz. Da haben wir beide wohl Glück mit unseren Männern.
Meine Kinder sind 25 und 27, haben schon ihre eigene Familie. Wir haben aber einen guten Kontakt. Bin auch schon Oma.
Mein kleiner Enkel ist 7 Monate alt und einfach zu süß
Das tut mir immer gut, wenn wir sie besuchen, mal rauskommen, was anderes sehen und hören.
Ich verlasse das Haus nur sehr selten alleine, wenn, dann für einen Arzttermin.
Ich habe Angst, das Haus alleine zu verlassen, brauche immer eine Begleitung.
Meine Familie hat sich daran gewöhnt, das Mama so ist wie sie ist.
Was nicht heißen soll, daß sich daran nichts ändern kann.es hat alles seine Zeit.

28.10.2019 13:10 • x 1 #31


Bella72

Bella72

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ja ich habe mich immer wieder hochgerappelt, darauf bin ich schon stolz. Ich bin eine Kämpferin, Gott sei Dank.

wie lange geht das schon so bei Dir? Dass Du diese Probleme mit Haus verlassen usw. hast? Wie sieht Dein Tag so aus? Ich freue mich sehr für Dich, dass Deine Familie hinter Dir steht. Das ist SOO wichtig. Und herzlichen Glückwunsch zum Enkelchen, wie schön!
Mein Mann hat so viel mitgemacht, unglaublich. Mittlerweile ist er einfach am Ende glaube ich. Am Donnerstag muss er an der Bandscheibe operiert werden. Er ist oft aggressiv und gereizt, müde, erschöpft, typische Symptome für eine Depression bei Männern habe ich gelernt. Aber das würde er niemals zulassen. ER ist nur körperlich krank. Ich kann nur hoffen, dass ich jetzt wirklich zumindest mal über lange Jahre stabil bin, damit er sich erholen kann. Meine Gehbehinderung reicht schon.

28.10.2019 13:59 • x 1 #32


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Orangia

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Eigentlich bin ich auch keine Memme, sondern hart im Nehmen. Außer diese psychischen Sachen, da bin ich hilflos.
Krank bin ich seit 2011, und die Angst, das Haus alleine zu verlassen habe ich seit 2015. Da war ich stationär in der Klinik, wegen Tavor-Entzug, Zeldox-Entzug und Lyrica-Entzug und AD-Wechsel. Das war ganz doll schrecklich. Eine schlimme, dramatische Zeit, hatte auch Suizidgedanken. Als Alternative habe ich noch Seroquel und Lithium bekommen.
Im Grunde ging es mir nach der Klinik schlechter als vor der Klinik. Bin dann zu meinem Psychiater vor Ort gegangen und habe darum gebettelt, das Lyrica wieder nehmen zu dürfen.
Tavor und Zeldox, davon war ich weg. 3 Kreuze mache ich da.
Wenn ich aus dem Haus gehe, allein oder in Begleitung, habe ich immer Angst zu weit zu gehen und dass ich dann den Rückweg nicht mehr schaffe, weil meine Beine mich nicht "tragen"wollen, ich unterwegs schlapp mache und den Rückweg nicht mehr schaffe.
Ich kann immer nur ein kleines Stück mit meiner Tochter und dem Lütten in der Karre spazieren gehen. Ich schäme mich dann immer dafür zu sagen " .lass uns umdrehen "
Zwei Mal war ich alleine zum Zahnarzt, aber der ist auch quasi um die Ecke.
Zu meinem Pyschiater fahre ich mit dem Taxi, obwohl man es zu Fuß erledigen kann. Fahre selber kein Auto mehr.
Ja, genug Beispiele aufgezählt, ich lebe schon recht eingeschränkt, hab mich dran gewöhnt.
Andererseits mag ich auch nicht aus dem Haus, weil ich mich gar nicht zeigen mag, was das Äußere betrifft
Ich bin zwar nicht ungepflegt, aber ich könnte mehr aus mir machen, so wie früher.
Keine flotte Frisur, keine schicken Klamotten, bin einfach ein bißchen langweilig geworden.
Ich war im Dezember 2018 zuletzt zum Friseur, da bekam ich einen Bob.inzwischen sind die Haare lang und ich trage einen Zopf, sehr zur Freude meines Mannes (endlich hast du lange Haare)
Ja und dann die Gewichtszunahme durch Lyrica und wohl auch Seroquel, 25 kg.
mag mich selber nicht, und mag mich deswegen auch nicht in der Stadt zeigen, wo jeder jeder kennt, Kleinstadt eben.
So, nun hab ich dich zugetextet.

Was meinst du mit Gehbehinderung ? Hattest du die schon immer ?

Alles Gute für die OP deines Mannes.

Ja, mein Mann hat auch viel mit mir ausgehalten, ein Wunder, daß er noch bei mir ist.
Er liebt mich irgendwie "trotzdem", sagt er.

28.10.2019 15:19 • x 1 #33


Bella72

Bella72

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Liebe Orangia,

ich wollte nicht sagen, dass Du eine Memme bist, entschuldige bitte, das kam wohl falsch rüber.
Hast Du eine Idee, was Deine Krankheit ausgelöst hat? Was ist Deine genaue Diagnose? Scheinbar vermischen sich ein paar Krankheitsbilder oder?
Ich habe einige Mitpatienten erlebt, die große Probleme mit dem Tavor-Entzug hatten. Hut ab, dass Du das hin bekommen hast. Tavor ist Fluch und Segen zugleich. Mir hat es schon oft geholfen, die schlimmsten Tiefs zu überstehen. Und ich habe das Glück, mit dem Absetzen keine Probleme zu haben. Aber die meisten haben es.
Bist Du in Behandlung wegen Deinen Ängsten? Da kann man viel machen. Denn so wirst Du ja immer mehr eingeschränkt im Alltag. Das ist doch schade.
25 Kilo, Du Arme! Das ist echt schlimm. Ich kann Dich gut verstehen, dass Dich das hemmt. Das ist leider eine der blödesten Nebenwirkungen von Psychopharmaka. Ich traue mich kaum was zu essen, überlege bei allem ob ich das essen kann. nicht gut aber sonst würde ich sicher auch zunehmen.
Die Gehbehinderung ist Folge eines S.Versuches vom November 2016. Mein linker Fußheber ist gelähmt und somit kann ich nicht normal laufen. Seit 3 Jahren gehe ich an Krücken. Ich hatte ganz viele Brüche und Verletzungen, es ist eh ein Wunder, dass ich mich so bewegen kann. Ich arbeite ständig daran, wieder normal laufen zu können aber es ist mühsam.

Vielen Dank für die lieben Wünsche. Ich hoffe sehr, dass die OP erfolgreich ist und er endlich von seinen Schmerzen befreit wird. Und dann schicke ich in die Reha, zumindest ambulant, sonst drehe ich durch, wenn er den ganzen Tag zuhause ist
Liebe Grüße
Bella

29.10.2019 14:46 • x 1 #34


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Orangia

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Liebe Bella,
nein, ich bin nicht mehr "in Behandlung". Ich gehe ein Mal pro Quartal zu meinem Psychiater, bekomme meine Rezepte und kann 10-15 Minuten mit ihm reden. er ist ganz okay. Bin zufrieden mit ihm.
Ich war viele Jahre in Psychotherapie, Verhaltenstherapie, tiefenpsych. Therapie, auch schon bevor ich 2011 die Diagnose bekam.
Jetzt mag ich nicht mehr reden, es ist alles gesagt, was es zu erzählen gab. Bin Therapiemüde.
Fragen wie "was macht das mit Ihnen ?" kann ich nicht mehr hören, werde direkt aggro.
Ich war schon immer ein Psycho, seit Kindesbeinen. Ich bin ganz normal "trocken" geworden, wie alle Kinder, aber als ich eingeschult wurde, fing ich an nachts einzunässen. Dabei ist es geblieben bis zum 21.Lebensjahr. Im Ernst.
Meine Mutter war mit mir beim KInderpsychologen, der war der Meinung ich sei zu sehr an meine Mutter gebunden und habe vor meinem Vater Angst. Stimmt aber nicht. Nachdem meine Oma gestorben war hatte ich immer Angst meine Mutter könnte auch sterben und hab viel geweint. Konnte auch nur im Hellen schlafen, weil da waren ja Monster unter meinem Bett.
Die ganze Nacht brannte das Licht. Das nur als Beispiel. Als Pubertierende litt ich stark unter PMS und war auch depressiv.
Als ich geheiratet habe, hast die Bettnässerei aufgehört.
Die Kinder waren 3 und 5, als mir alles zuviel wurde und ich eine Depression und Angststörung entwickelte und ständig irgendwelche Wirbelblockaden in HWS und BWS hatte. Auch wahrscheinlich psychosomatisch.
Da bekam ich zum ersten Mal Trevilor und es ging mir Jahrelang gut mit 150 mg.
Ich mußte mich mittags allerdings hinlegen, sonst hätte ich den Tag nicht überstanden.
Das ist so der Beginn meiner "Laufbahn", ich könnte noch so viel schreiben.

Weißt du was bei Dir der Auslöser war ?
Es tut mir sehr leid, wenn ich dir zu nahe getreten bin mit meiner neugierigen Frage.

Schicke du deinen Mann in die Reha, kranke Männer können anstrengend sein. Mein EX jedenfalls.
Ich bin allerdings immer froh, wenn mein Mann (2.Ehe) zuhause ist.
Wir können es gut miteinander aushalten, haben uns in 12 Jahren erst ein Mal gestritten.
Liebe Grüße
Orangia

29.10.2019 19:55 • x 1 #35


Bella72

Bella72

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Guten Abend,
ich mache auch schon seit vielen Jahren Therapie und habe wirklich viel gelernt und profitiert. Momentan mache ich nur Gespräche mit meinem Psychologen wenn es "brennt". Meine Psychiaterin ist auch toll, sie spricht immer lange mit mir und hilft wo sie kann- alles nicht selbstverständlich.
Das mit dem Bettnässen ist ja echt krass. Du Arme.
Die Angst vor Dunkelheit habe ich bis heute bzw. schlafe ich am besten wenn irgendwo eine Lichtquelle ist und sei es nur eine Lampe draußen.
Bei mir war es klassisch: Trennung von einer großen Liebe, das erst mal auf eigenen Füßen, neue Wohnung, neuer Job.

Du bist mir nicht zu nahe getreten, kein Problem!
in 12 Jahren einmal gestritten? unglaublich
Liebe Grüße
Bella

29.10.2019 21:22 • x 1 #36


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Orangia

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Ja, wenn mein Mann nicht wär, wär ich nicht mehr. Da hab ich sehr viel Glück.
Wir sind auch mal unterschiedlicher Meinung, ganz normal, aber es fällt kein böses Wort,
kein böser Blick (das konnte mein Ex immer gut ), kein laut werden und sowas.

Wie ist es bei dir ? Warst du schon öfter manisch ? Weiß nicht wie ich mir eine hypomanische Phase vorstellen soll.
Hattest du schon mal einen schnellen Weschsel von mansich nach depressiv ?
Im Moment geht es mir ja relativ gut, kann so lange schlafen, bis ich von alleine wach werde, kein quälender Wecker.
Das tut mir ganz gut, besser in den Tag zu kommen
(gehe nachts mindestens 3 x zur Toi und liege oftmals länger wach)
Nehme mir für jeden Tag kleine Sachen vor, bin stolz wenn ich es geschafft habe und wenn nicht, dann ärgere ich mich.
Wie es langfristig mit mir weitergehen soll
Stehen bleiben ist jedenfalls keine Option.
Ich werde es weiterhin versuchen, das Haus alleine zu verlassen, oder mal eine Runde mit Hundi zu drehen, ich habe nur immer
Angst, die Strecke , die ich mir vorgenommen habe, nicht zu schaffen bzw. den Weg zurück nicht schaffe.
(konditionell und wegen Knie-Problemen)

Liebe Grüße
Orangia

30.10.2019 15:44 • x 1 #37


Bella72

Bella72

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Hallöchen,

mein Mann ist leider sehr schnell laut und aggressiv. Dabei ist er echt ein lieber Kerl, er hat immer zu mir gestanden, egal was war. Er wird morgen an der Bandscheibe operiert und ich hoffe, dass es ihm dann besser geht, denn Schmerzen machen ja auch aggressiv.
Eine Hypomanie kommt meist nach einer Depression, dauert nicht so lange und ist auch nicht so heftig. Ich hatte aber auch schon eine Manie vor einer Depression. Die Depressionen sind jedoch der Schwerpunkt bei mir, die sind wirklich schwerst. Einen schnellen Wechsel kenn ich eben nach einer Depression, wo es mir dann von heute auf morgen wieder gut geht. Andersrum kenne ich das nicht.

Ich denke, Deine Strategie ist gut. In kleinen Schritten, im wahrsten Sinne des Wortes. Wie wäre es mit Sport? Du könntest Dir einen Hometrainer kaufen wenn Du nicht raus gehen willst. Dann hast Du vielleicht nicht mehr soviel Angst, Du schaffst die Strecken nicht.

Oder besorg Dir Pilates oder Gymnastik Videos, das habe ich auch schon oft gemacht. Nebenbei nimmst Du vielleicht auch noch ab .
Liebe Grüße zurück

30.10.2019 16:03 • x 1 #38


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Orangia

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Hallo Bella,
mein Mann redet auch oft mit Engelszungen, ich solle mit ihm zum Sport gehen. Das nennt sich Reha-Fit.
Quasi ein Fitnessstudio für "Kranke",Senioren oder Leute, die nicht in eine Mucki-Bude gehen wollen.
Wäre natürlich genau das Richtige. Wenn das Wörtchen wenn nicht wär
Schäme mich dann schon wieder (Elefanten-Turnen)
Ich muss das mal in Angriff nehmen, erstmal Sportkleidung und Sportschuhe besorgen. Nach dem Urlaub.

Liebe Grüße
Orangia

30.10.2019 16:32 • x 1 #39


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Enija

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Hallo
Ich habe auch eine bipolare Störung
Ich bin neu im Forum
Werde spöter mehr dazu schreiben
Freu mich auf den Austausch

31.10.2019 06:06 • x 3 #40


Bella72

Bella72

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Wo geht es denn hin in den Urlaub, Orangina? Den Schweinehund kenne ich mittlerweile auch ganz gut. Besorg Dir gute Klamotten in denen Du Dich auch gut fühlst. Dann wird das schon!
Liebe Grüße
Bella
@enjia, herzlich willkommen hier im Forum. Ich hoffe, Du profitierst davon!

01.11.2019 00:31 • x 1 #41


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Orangia

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Zitat von Bella72:
Wo geht es denn hin in den Urlaub, Orangina? Den Schweinehund kenne ich mittlerweile auch ganz gut. Besorg Dir gute Klamotten in denen Du Dich auch gut fühlst. Dann wird das schon!
Liebe Grüße
Bella
@enjia, herzlich willkommen hier im Forum. Ich hoffe, Du profitierst davon!


Wie sind gerade in Dänemark, haben ein kleines Ferienhäuschen

Von mir auch ein herzlich willkommen @Enija

Liebe Grüße
Orangia

01.11.2019 12:05 • x 1 #42


Bella72

Bella72

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@einija,
magst Du mir ein bisschen über Deine Geschichte erzählen? Wie lange bist Du schon krank? Wie wirkt sich die Krankheit auf Dein Leben aus? Hast Du Unterstützung?
Wir helfen hier gerne weiter!
Liebe Grüße von Bella

04.11.2019 20:17 • #43


Bella72

Bella72

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@ Orangia,

ich habe heute auch vor gehabt, endlich mal wieder ins Fitness-Studio zu gehen und was habe ich gemacht? Mich ins Bettchen gelegt und gedöst und es war soooo herrlich
Früher war ich eine richtige Sportlerin, bin sogar Halbmarathon gelaufen und einmal habe ich einen Triathlon mit gemacht. Gar nicht so übel gewesen. Und jetzt? Die Gehbehinderung macht alles sooo schwer. Ich brauche ewig um von A nach B zu kommen, habe Schweißausbrüche in Kaufhäusern, muss mich öfter mal hinsetzen usw. Wie eine alte Frau. Aber ich versuche mich damit zu arrangieren. Hilft ja nix. Mein Körper war total zerstört und ist im Grunde klasse, was er alles mitmacht und leistet. Dennoch will ich irgendwann wieder normal laufen können.
We will see
Beste Grüße
Bella

04.11.2019 20:22 • x 1 #44


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Orangia

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Wie sind diese Woche noch in Dänemark. Samstag geht es wieder nach hause. Wir haben kleine Ausflüge in umliegende Städtchen gemacht, wo ich mich auch immer zwischendurch setzen musste. Jede Bank war meine.
Aber war trotzdem sehr schön.
Als junge Frau war ich auch sehr sportlich, war schlank und durchtrainiert.
Du sicher auch. Das klingt ja toll was du da geleistet hast

05.11.2019 13:37 • #45


Bella72

Bella72

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Hallöchen,

ich versuche damit klar zu kommen, dass ich nicht mehr so bin wie früher und gleichzeitig kämpfe ich dagegen an. So gut es eben geht. Ich bin fauler geworden, phlegmathischer, aber mei, dann ist es halt so. Immerhin arbeite ich, kümmere mich um mein Kind, mache den Haushalt so gut es geht, bewege mich im Rahmen meiner Möglichkeiten. Das ist ja schon was.
Und das Lithium scheint meine Stimmung tatsächlich stabil zu halten, das ist klasse. So kann man vieles schaffen und ertragen. Und nicht ständig auf der Überholspur unterwegs zu sein, hat auch was . Unsere Gesellschaft wird immer kränker mit dem ständigen Druck, perfekt sein zu müssen. Und das kann auch nicht gut sein.
Ich wünsche Dir einen schönen Tag
Liebe Grüße von Bella

08.11.2019 13:47 • x 2 #46


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maya60

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Liebe Bella, ich mag das gar nicht gerne lesen, dass du meinst, du seist "fauler und phlegmatischer" geworden. Alles, was ich mittlerweile von dir gelesen habe, ist sooooooo weit weg davon! Müder, erschöpfter vielleicht, dann gesteh dir das doch zu. November-Winterschlaf-Melatonin-Zeit, das auch. Da werden alle eigentlich schläfriger, das macht das höhere Melatonin bei längerer Dunkelheit draußen.
Und unsere Medikamente, Erkrankungen, Behinderungen sowie das Novembergrau haben auch ihre erschöpfenden Wirkungen und Nebenwirkungen.

Und unsere Gesellschaft ist wirklich nicht gesund. Deine Möglichkeiten sind dein Rahmen, ganz genau! Aber bitte werte dich nicht ab mit diesen Begriffen aus der kranken Leistungsdruckswelt.

Liebe Grüße! maya

08.11.2019 15:31 • x 2 #47


Bella72

Bella72

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Danke liebe Maya!
Du hast Recht, meine Erwartungshaltung an mich selbst ist viel höher als an andere. Bzw. denke ich oft, dass andere viel mehr stemmen als ich. Aber die sind ja auch nicht krank. das muss ich mir immer wieder sagen.

nein, unsere Gesellschaft ist alles andere als gesund, da gebe ich Dir Recht. Deswegen werden ja auch immer mehr Menschen krank. Dennoch sind wir Teil dieser Gesellschaft und müssen sehen, wie wir unseren Platz finden, an dem wir uns auch wohl fühlen.

Denn als Außenseiter möchte man ja auch nicht gelten oder?
Einen schönen Tag und liebe Grüße
Bella

12.11.2019 13:57 • x 2 #48


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Ylva

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Ein liebes HALLO an alle, die hier im Bipolar-Forum schreiben!
Ich bin neu hier und habe mich eben sehr gefreut, dass es hier einen Austausch über bipolare Erkrankungen gibt.
Bei mir fing es mit depressiven Episoden an - nach ca. 15 Jahren (da war ich um die 34 J.) bekam ich eine wirklich schlimme manische Episode, die ungefähr 3 Jahre anhielt und in der ich extrem viel Geld ausgab.
Entschuldigt bitte, aber ich bin seit ca. 1 Jahr wieder in einer depressiven Phase und kann im Forum leider noch nicht allzu viel posten, weil ich mich nur schwer zu irgendwas aufraffen kann.
Seit einer Woche geht es mir aber wieder etwas besser, und ich habe die Hoffnung, dass ich etwas mehr und regelmäßiger hier im Forum schreiben kann.
Liebe Grüße, Ylva

29.02.2020 14:56 • x 1 #49


Bella72

Bella72

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Herzlich willkommen liebe Ylva,

und ich freue mich, dass Du Dich gemeldet hast. Bipolar ist hier in dem Forum eher ein Randthema aber das finde ich nicht schlimm .
Das tut mir Leid, wenn Du so lange Krankheitsphasen hast! Nimmst Du Medikamente? Wenn Du magst, erzähl doch mal ein bisschen was von Dir!
Ich wünsche Dir einen guten Sonntag und freue mich auf Deine Beiträge
Liebe Grüße von Bella

01.03.2020 12:51 • x 1 #50


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Ylva

3840
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Ja, ich nehme Medikamente und werde auch nicht damit aufhören - zu groß ist meine Angst vor manischen bzw. depressiven Rückschlägen.
Ich weiß grad nicht, ob man in diesem Forum Medikamente nennen darf.
In meinem Profil kannst du schon so Einiges über mich erfahren, aber du kannst gerne jederzeit nachfragen.
Liebe Grüße schickt dir Ylva

02.03.2020 12:29 • x 1 #51


Bella72

Bella72

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Hallo Ylva,

man darf sich hier über Medis austauschen

02.03.2020 13:21 • x 2 #52


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Siri66

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Hallo Bella
Beim mir wurde auch vor 20 Jahren die Diagnose gestellt. Damals noch manisch depressiv. Probleme hatte ich jedoch schon Jahre vorher. Wurde aber die ganze Zeit auf Depressionen behandelt.

Jetzt Bipolare Störung II mit Kombinierter Persönlichkeitsstörung.
Bis vor 1 1/2 Jahren habe ich mich durchs Leben und den Beruf geschlängelt. Bliss nichts anmerken lassen

Und nun bin ich seit Juni 2018 krankgeschrieben. September 18 eine 9 wöchige Reha gemacht. Arbeitsunfähig entlassen. Im Januar 19 habe ich GDB 50 % bekommen. Und ein paar Monate später Pflegegrad 2.

Und am Freitag, 13.03.20 habe ich einen Gutachtertermin wegen meines Antrags auf Erwerbsminderungsrente.
Die Einladung kam vor 3 Wochen, seitdem wird meine Angst täglich größer.
Ich bin froh, wenn der Termin vorbei ist.

12.03.2020 03:48 • x 2 #53


Bella72

Bella72

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Liebe Siri66,

vielen lieben Dank für Deine offenen Worte!
darf ich fragen, welche Art von Persönlichkeitsstörung Du hast?
Für mich war Freitag der 13. immer ein Glückstag und ich wünsche Dir von Herzen, dass es das auch für Dich sein möge! Möchtest Du die Rente haben oder lieber nicht? Was hast Du gearbeitet?
Ich bin noch im Arbeitsleben und mein Umfeld weiß Bescheid. Ich habe einen tollen Arbeitgeber, liebe Kollegen und eine verständnisvolle Chefin. Deswegen will ich so lange wie möglich dort bleiben. Aber ich denke auch manchmal über eine Teilberentung nach, einfach weil ich nicht mehr so leistungsfähig bin wie früher. Ich habe auch viele körperliche Beschwerden, wie einen gelähmten Fuss, gehe an Krücken usw. das macht das Ganze nicht einfacher. Mal sehen, wie lange es bei mir noch so geht mit der Arbeit. Ich mache 25 Stunden die Woche.
Geh möglichst entspannt in den Termin, und selbstsicher! ich bin bei Dir
Ganz liebe Grüße von Bella

12.03.2020 13:43 • #54


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Siri66

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Hallo Bella
Ich bin emotional instabil und habe Probleme mit meiner Impuls Kontrolle. Dazu noch eine mittelgradig ausgeprägte Histrionie.
Zurück zu meiner Arbeit kann und will ich nicht mehr. Ich bin vom Arbeitsplatz aus, mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Hatte einen TIA.
Das noch zu meinen ganzen anderen Problemen, war das Sahnehäubchen. Beide BEM Gespräche in 2019 waren eine Katastrophe.
Egal was ich mit Unterstützung des IFD angeboten habe, es wurde alles abgelehnt. Zu guter Letzt hat man mir arbeitsrechtliche Schritte angedroht.
Ich arbeite seit 1983 in dieser Firma, dass hätte ich nie für möglich gehalten.
Ich bin für den Einkauf zuständig und betreue noch 4 Großkunden. Von Bestellungen, zu Umschlag in Seehäfen, Schiffsverladungen, Zollpapiere. Reklamationsabwicklung usw.
Spannend, aufregend und nur mit hoher Flexibilität zu schaffen. Und die ist futsch.

Jedes Mal wenn ein Brief oder eine Mail kommt meines Arbeitgebers kommt, bin ich am Boden.

Für mich wäre die Rente ein Segen. Endlich mit allem abschliessen können.
Ich merke ja, wie gut es mir tut, ohne Erfolgsdruck und Stress zu leben.
Konflikte, gleich welcher Art werfen mich aus der Bahn.
LG Iris

12.03.2020 14:29 • #55


Bella72

Bella72

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Hallo,
sorry, ich war jetzt länger nicht mehr online. Ist ja ganz schön was los in der letzten Zeit. Wie geht es Dir in dieser extremen Situation? Ich musste jetzt erstmal googeln was Histrionie und TIA ist . Wieder mal was dazu gelernt und Hut ab, dass Du so reflektiert bist. Das stelle ich mir bei einer solchen Störung als besonders schwierig vor. Die Einsicht, krank zu sein oder?
Dein Job hört sich stressig an, das ist natürlich schlecht. Wie ist die Chance, berentet zu werden?
Ich habe letzte Woche im Homeoffice gearbeitet und bin jetzt auf dem Land bei meinen Schwiegereltern und meinem kleine Sohn. Mein Mann ist krank und deswegen vorsichtishalber in München geblieben. Er steigert sich total rein, dass er Corona hat obwohl der Test negativ war.
Eine verrückte Zeit. Man muss einfach versuchen die Nerven zu bewahren und das Beste aus der Situation machen.
Liebe Grüße von Bella

22.03.2020 12:37 • #56


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Siri66

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Hallo Bella,
Schön von Dir zu hören. Ich war auch lange Zeit nicht hier.
Was im Moment abgeht, ist erschreckend und für alle schlimm.
Ich hatte heute mit einer Ausgangssperre gerechnet, da sich doch noch sehr viele nicht an die Empfehlungen halten.
Das Kontakt Verbot ist allerdings auch schon krass.
Ich halte mit der Familie per WhatsApp und Telefon Kontakt. Mit Freunden spiele ich online Brettspiele.
Aber mich zieht das alles schon sehr runter, vor allem dass meine Therapien nicht mehr stattfinden. Wir haben versucht, die telefonisch zu machen, aber das ist nicht das gleiche.

Der Gutachtertermin war ganz o. K.
Ich war mit Untersuchungen, Wartezeit und Arztgespräch über 3 Stunden in der Praxis. Danach war ich platt.

Und jetzt warte ich, ob die Rente bewilligt oder abgelehnt wird.

Alles Liebe Iris

22.03.2020 21:37 • #57


Bella72

Bella72

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Hallo Iris,

ich sehe es nicht so schlimm. Ich denke, es hat auch einen Sinn, dass dies gerade alles passiert. Die Welt wird zum Innehalten gezwungen. Ich habe schon sehr lange gedacht, dass es nicht immer nur schneller, höher, weiter gehen kann und irgendwann ein Knall kommt- und schwupps ist er da. Seien wir nicht zu pessimistisch!
Für die Rente drücke ich Dir die Daumen- wie alt bist Du wenn ich fragen darf?
Ich würde schon lange beruflich gerne was anderes machen. Vielleicht bekomme ich jetzt die Chance dazu- wer weiß.und so geht es vielen Menschen in Zukunft. Manchen gezwungenermaßen und manchen freiwillig.

Vielleicht kannst Du Therapie per Skype machen? Das ist was anderes als nur Telefon.
Mach Dir einen schönen Tag!
Liebe Grüße

23.03.2020 11:49 • #58


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Siri66

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Hallo Bella,
was Du schreibst, ist nicht von der Hand zu weisen. Immer schneller, immer besser. Das hat bei mir 2018 den Knall ausgelöst und mich von jetzt auf gleich zum innehalten gezwungen.
Und damit tun sich sehr viele schwer.
Wir sind eine Leistungsgesellschaft und auf Erfolg getrimmt. Und wer die Leistung nicht bringt, steht sehr schnell aussen vor.
Aber jetzt dreht sich die Welt für alle langsamer.

Ich beneide Dich für Deine Familie und vor allem um Deinen Sohn.
Genieße die Zeit mit Ihnen und passt auf Euch auf.

Ich bin 53 Jahre alt

LG Iris

23.03.2020 14:32 • #59


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Orangia

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57
Hallo zusammen, .ich hab auch mal wieder reingeschaut und lasse euch einen lieben Gruß da
Mein Mann wird weiterhin täglich zur Arbeit gehen (Gesundheitswesen) und irgendwann das Virus mit nach hause bringen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen.
Leider gehöre ich zu den besonders gefährdeten Personen aufgrund von Diabetes.
Zusätzlich zu meinen Psychopharmaka muss ich neuerdings auch Insulin spritzen. Interessanter weise brauche ich weniger Schlaf, seitdem ich Insulin bekomme und ich fühle mich auch allgemein wacher, fitter und nicht mehr so schwerfällig.
Ich hoffe, das bleibt weiterhin so.
Alles gute für Euch und bleibt gesund.

23.03.2020 14:48 • #60

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