Zitat von maya60: Abgesehen von Triggern, vor denen sich jede/r unbedingt schützen muss, finde ich persönlich aber gut, dass die realen Nöte der Angehörigen hier ebenfalls ihren deutlichen Platz im Forum finden. Als Korrektiv zu den irrigen Ansichten, Angehörige könnten oder müssten das alles ertragen, verstehen und dann noch Trost sein oder sogar die Depri heilen. Denn es IST ja bekannt, dass PartnerInnen und Kinder von Kranken mit Depressionen ihre eigene Gesundheit riskieren, wenn sie sich nicht rechtzeitig solche Selbsthilfegruppen oder/und auch fachliche Hilfe suchen.
Ich selber wie meine Schwestern haben als Kind ein Trauma, emotionalen Missbrauch und Entwicklungsstörungen durch meine depressive Mutter davongetragen und darum finde ich es gut und richtig und wichtig, klar zu sehen, dass gesunde PartnerInnen und Kinder ebenfalls in große Not geraten mit psychisch kranken Angehörigen und dass dies auch unbedingt bekannt sein muss.
Boah, unglaublich, noch nach Jahrzehnten meines eigenen erwachsenen Lebens triggert m i c h jetzt, mir zu erlauben, das zu schreiben
😱 und erwartet irgend ein kleiner Teil in mir noch ein Riesendonnerwetter meiner Mutter.

Meine eigene Ansicht zur Krankheit meiner Herkunftsfamilie zu äußern, war lange ohne Panikanfälle und Bestrafungsangst nicht möglich.
Konkret zu diesem zentralen Themen-Aspekt, stelle ich fest, regt sich offenbar noch heute im Alter bei mir irreale Katastrophenangst, die Realität zu beschreiben statt der mütterlichen Version, derzufolge sie nicht nur der familiäre Gesundheitsmaßstab schlechthin war, sondern dazu noch die übergeordnete einzige Definitionsinstanz von Gesundheit und Krankheit und darüberhinaus das einzige immerwährende Lieblosigkeits-Opfer erst ihrer Eltern, dann ihres Mannes und dann ihrer Kinder. Für Kinder vernichtende Aggressionausbrüche und dann von denselben verängstigten Kindern selber anschließend wie ein kleines Kind getröstet werden zu wollen, gingen da Hand in Hand und zeitigen ihre Spuren in mir bis heute.
