Liebe @Manu-ela,
Zitat von Manu-ela: Wenn man Jahrzehnte so behandelt wird, kann man einfach nicht rational denken.
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nein, das nicht. Aber
Du kannst Dich jeden Tag und in jeder Situation immer wieder für Dich entscheiden. Du kannst Dich entscheiden, ab sofort liebvoller mit Dir umzugehen. Es funktioniert und ist natürlich erstmal sehr ungewohnt.
Das Problem ist ja auch die Botschaft an andere, wenn Du Dich selbst wie eine Fußmatte behandelst, wird auch so mit Dir umgegangen. Das läuft unbewusst ab. Und umgekehrt wird es auch bemerkt, wenn Du nicht sofort aufspringst und tust und machst. Du könntest bspw erstmal sitzenbleiben (anstatt sofort für andere etwas zu tun) und bis 10 zählen und erst danach reagieren.
Zitat von Manu-ela: Gestern ist meine Tochter wieder nach Hause gefahren. Eine Nacht zum Nachdenken. Falls es nicht mit der Familie zu händeln ist und meine Tochter wieder in diese Klinik einweisen lassen, werde ich sie zu mir nehmen, mit täglicher ambulanten Betreuung. So wird mehr für sie gemacht, als in diesem Aufbewahrungsort. Ich habe zwar eine kleine Wohnung, aber das schaffen wir.
Warum tust Du Dir das an? Du löst das Problem Deiner Tochter nicht auf Deine Kosten. Es liegt ja auf der Hand, daß Dich das an den Abgrund bringt. Ich mache mir Sorgen um Dich!
Zitat von Manu-ela: Und für den bin ich immer da. Bei mir ist nichts mehr zu retten. Mein Gefühl anderen zu helfen, hat mich ein Leben lang begleitet.
Für den anderen da zu sein heißt auch, ihm nichts aus der Hand zu nehmen, was er selbst kann. Das ist die
erlernte Hilflosigkeit, wenn er seine Handlungsfähigkeit bequem bei jemandem abgibt, dh jemand anderen seine Sachen machen lässt. Du nimmst Deiner Tochter ihre Möglichkeiten, sich selbst zu helfen, aus der Hand. Damit bleibt sie abhängig und Du in der Bringschuld.
Es ist schön anderen zu helfen, aber nicht um den Preis der Selbstaufgabe. Ich weiß wovon ich rede. Versuche bitte Deine Situation mit etwas Abstand zu sehen.
Zitat von Manu-ela: iese Tochter um Hilfe. Ihre Antwort darauf war, nein, soll ich vielleicht die ganze Zeit Händchen halten?
das zeigt mir nur ein kaltes Herz, undankbar und berechnend wirkt das auf mich. Nein, sie kann sich, wenn sie soviel Energie hat, sehr gut selbst helfen (lernen).
Ich war mal in einer ähnlichen Stimmung wie Du. Aggressiv erledigte ich die Anforderungen der anderen. Ich wurde früher auch immer benutzt (und ließ es zu) und wusste überhaupt nicht was mir gut tut und hatte von kleinauf an gelernt, daß ich nichts fordern durfte. Das ging solange, bis mich mich Mutter in einer Krise zurückstieß; das tat sie sonst auch, aber daß ich diesmal auch noch ohne Arbeit+ Wohnung krank war und am Ende meiner Kräfte. Da erst spürte ich einen letzten Lebenswillen. Ich brach den Kontakt ab. Es tat furchtbar weh.
Jeder Mensch kann jeden Tag lernen, sich anders zu verhalten. Es braucht den Mut der Verzweiflung manchmal, aber sorry, jemand der mich zurückstösst im Leid, bekommt auch nichts mehr von mir. Ganz einfach. Ich wäre damals fast draufgegangen und soweit muss es nicht kommen.
Ich knuddl Dich, liebe Grüße Alexandra