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Der "Ich stelle fest-Thread"

Jedi
Hi @Pilsum

Zitat von Pilsum:
Nur kommt man in einem Gespräch nicht unbedingt leichter zu einer
gemeinsamen Ebene, wenn man weitere Begriffe mit einbringt,

War auch nur so mein ganz pers. Gedanke dazu freunde
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Zitat von Pilsum:
Darin sehe ich eventuell eine Gefahr. Es kann einen Bruch in ein Gespräch hineintragen.

Natürlich gebe ich Dir da recht, die Gefahr besteht u. ist mir auch bewusst !

x 1 #10651


X
@Pilsum und @MarieLund

Ich hoffe, es ist ok, das Thema hier nochmal aufzurollen. Ich habe mir all eure Beiträge in Ruhe durchgelesen und darüber nachgedacht. Dein Beispiel, MarieLund, meine ich sehr gut verstehen zu können. Denn ich kenne es aus meiner eigenen Vergangenheit.

Ich musste eine Weile darüber nachdenken, wo das Gefühl der Abwertung in deinem Beispiel, MarieLund, eigentlich herrührt. Du schreibst, der Prozess, in dem ein Mensch einen anderen Menschen runtermache, um sich selbst größer zu fühlen, sage viel über den Sender und wenig bis gar nichts über den Empfänger aus. Das sehe ich nicht so! Natürlich sagt er viel über den Sender aus. Aber auch der Empfänger ist eben dafür empfänglich und lässt den Prozess in gewisser Weise zu; sei es aus geringem Selbstwert heraus, als Schutz- oder Kompensationsmechanismus, aus einer verletzten Seele. Denn andere Menschen würden unter Umständen ganz anders reagieren. Ein anderer Mensch würde vielleicht schrecklich wütend werden und all die Beschimpfungen zurückwerfen, ein wieder anderer bliebe vielleicht vollkommen unberührt davon, vielleicht müsste er sogar lachen, bei all dem Unsinn, den der Sender verzapft. Wo kommt also das Gefühl der Abwertung her? Ich denke, Menschen, die besonders empfänglich für Abwertungen sind, sind Menschen, denen es besonders wichtig ist, eben nicht abgewertet zu werden. Sprich Menschen, die von anderen Menschen anerkannt, gelobt und geschätzt werden möchten. Und auch diese Wünsche haben ihre Gründe! Für solch einen Menschen sind seine Wünsche, gar Erwartungen, nach Anerkennung also nicht stimmig mit dem Ereignis der Herabwürdigung. Er fühlt sich abgewertet und traurig. Dieses Gefühl ist echt. Es bildet ab, was sich in der Person abspielt. Aber...

Was ich spannend finde: Wie du schreibst, MarieLund, man muss es erst mal schnallen. Denn problematisch wird es da, wo eine Person so sehr in die Opferrolle hineinrutscht und die Worte des Senders so sehr glaubt und verinnerlicht, dass diese Person nicht mehr zwischen Ich und Du differenzieren kann. Sie steht nicht mehr für sich selbst ein, interpretiert (unbewusst) fremde Meinungen als eigen und richtig. Doch hier liegen die Möglichkeiten eines jeden Menschen! Denn jeder Mensch kann versuchen seine Gedankenmuster zu hinterfragen, er kann in die Selbstreflexion gehen und sich die Frage stellen: Was ist in mir? Was kommt von außen? Erkennt dieser Mensch, dass sein Denken verschieden zu den Gedanken des Senders ist, wird sich auch seine Erwartungshaltung ändern. Er strebt diesem Menschen gegenüber nicht mehr nach Anerkennung; fühlt sich folglich nicht mehr traurig und abgewertet, wo er früher sein Streben nach Anerkennung so schmerzlich gefährdet sah. Denn es kann ihm egal sein. Er weiß um sich selbst und steht für sich selbst ein. Ich sehe das übrigens als Beispiel auf deine Frage, Pilsum, ob ein Mensch seine zugrundliegenden Wünsche und Erwartungen beeinflussen kann. Ja, das kann er! Alles, was ich hier niederschreibe, habe ich in meiner Vergangenheit selbst erlebt: Das Streben nach Anerkennung, das Gefühl der Abwertung, das Nicht-mehr-differenzieren-Können zwischen eigenen und fremden Meinungen, der Glaube, ich wäre falsch. Heute ist dieser Glaube zwar nicht gänzlich verschwunden, aber er hat so viel weniger Macht. All die damit verbundenen negativen Gefühle sind so viel weniger stark ausgeprägt. Durch Hineinspüren, Hineinfragen, Reflektieren. Warum macht mich das traurig? Kann ich dem Stimulus aus dem Weg gehen? Wie kann ich dem Gefühl etwas von seiner Macht nehmen? Kann ich mich anders ausrichten? Möchte ich das? Wie könnte ich kompensieren? Kann ich versuchen, flexibler zu sein? Weniger schwarz-weiß zu denken? Auch: Was geschieht in dem anderen Menschen? Warum handelt er so? Warum verletzt er mich? Richtet er sich gegen mich? Oder wehrt er sich gegen seine eigenen, inneren Widrigkeiten?

Zitat von MarieLund:
Doch, es geht um richtig und falsch.

Ich denke, und vielleicht war das das Missverständnis, Gefühle sind nicht richtig oder falsch. Gefühle sind. Sie bilden ab, was sich innerlich (und unter Umständen unbewusst) abspielt. Zurück zum Beispiel: Auch das Gefühl der Abwertung ist nicht falsch. Es entspricht in diesem Moment der inneren Wirklichkeit dieses Menschen, dem, was dieser Mensch zu denken glaubt. Was jedoch falsch ist, ist der Prozess der Abwertung. Wie traurig ist es, dass dieser Mensch leidet, negativ empfindet, wo er eigentlich nicht leiden müsste. Er leidet, weil er ausbadet, weil er dies nicht erkennt. Die Tatsache, dass er diese Gefühle empfindet, möge man als falsch bezeichnen. Nicht jedoch das Gefühl selbst. Das Gefühl ist.

@Pilsum, ich denke nicht, dass die Wahrnehmung abzeichnet, was ist. Natürlich, wir hören die Regentropfen, wenn es regnet und spüren die Sonnenstrahlen, wenn die Sonne scheint. Aber wir nehmen nur durch die Brille unserer Sinne wahr. Und die ist äußerst beschränkt! Die Töne, die wir hören, die Farben, die wir sehen; sie sind nur Bruchteile, kleine Ausschnitte. Hunde können so viel besser riechen als wir, Vögel können Magnetfelder wahrnehmen, Fledermäuse können hören, was uns verborgen bleibt. Unsere Wahrnehmung ist so sehr begrenzt. Es gibt so viel darüber, darunter, daneben. Und wahrscheinlich noch viel mehr, von dem wir überhaupt keine Ahnung haben. Wir sind zu klein. Wie könnten wir durch unseren Tunnelblick begreifen, was Wirklichkeit meint? Vielleicht können wir uns immer mehr unserer eigenen, inneren Wirklichkeit annähern, aber die Welt um uns herum... ?

x 4 #10652


A


Hallo Anchiwa4964,

Der "Ich stelle fest-Thread"

x 3#3


X
Ich stelle fest, es ist Off-Topic.
Ich stelle fest, es beschäftigt mich sehr.

#10653


Pilsum
Zitat von Lischen:
Ich denke, Menschen, die besonders empfänglich für Abwertungen sind, sind Menschen, denen es besonders wichtig ist, eben nicht abgewertet zu werden.

Das sehe ich genauso.

Zitat von Lischen:
Aber auch der Empfänger ist eben dafür empfänglich und lässt den Prozess in gewisser Weise zu; sei es aus geringem Selbstwert heraus, als Schutz- oder Kompensationsmechanismus, aus einer verletzten Seele. Denn andere Menschen würden unter Umständen ganz anders reagieren.

Vielen Dank für diesen Hinweis. Genau das ist mir so wichtig.
Der Empfänger hat im Prinzip eine Wahlfreiheit, wie er reagieren will. Versuche von Sendern, mich
herabzusetzen erkenne ich auch häufig. Heute weiß ich jedoch, ich muß nicht immer in der gleichen Weise
darauf reagieren.
In meiner Reaktionsmöglichkeit bin ich frei und unabhängig. Das entspannt mich, lässt
mich ruhiger bleiben. In vielen Situationen brauche ich sogar gar nicht reagieren Nicht zu reagieren ist
auch eine Antwort.

Zitat von Lischen:
Doch hier liegen die Möglichkeiten eines jeden Menschen! Denn jeder Mensch kann versuchen seine Gedankenmuster zu hinterfragen, er kann in die Selbstreflexion gehen und sich die Frage stellen: Was ist in mir? Was kommt von außen?

Sehe ich genauso

Zitat von Lischen:
Auch: Was geschieht in dem anderen Menschen? Warum handelt er so? Warum verletzt er mich? Richtet er sich gegen mich? Oder wehrt er sich gegen seine eigenen, inneren Widrigkeiten?

Hier scheint mir etwas besonders Wichtiges zu liegen.
Was geschieht in dem anderen Menschen?
Warum handelt er so?

Man sollte sich deshalb immer häufiger fragen.
Warum handelt dieser Mensch so? Warum verletzt er mich? Er scheint sich völlig gegen mich
zu richten. Aber ist das berechtigt oder kämpft er eher mit seinen eigenen inneren Widrigkeiten und
Problemen?


Zitat von Lischen:
Er strebt diesem Menschen gegenüber nicht mehr nach Anerkennung; fühlt sich folglich nicht mehr traurig und abgewertet, wo er früher sein Streben nach Anerkennung so schmerzlich gefährdet sah. Denn es kann ihm egal sein.

Das finde ich auch so. Wenn man erkennen lernt, das Menschen überwiegend entsprechend ihrer
eigenen Unzulänglichkeiten reagieren, muss man sich nicht mehr so stark angesprochen fühlen
und erst recht weniger abgewertet fühlen.
Abwertungen von Sende-Personen sind überwiegen falsch, ungerecht und ungezogen.
Sie haben überhaupt nicht darüber nachgedacht, welche Gefühle ihre Worte in anderen Menschen erzeugen.

Und sobald ich verstehe, dass jemand, der etwas sagt oder schreibt, oft gar nicht nachgedacht hat,
welche Gefühle er in anderen Menschen hervorruft, muss ich das Gesagte dann überhaupt noch
so erst nehmen, wie ich es früher immer getan habe?

x 3 #10654


Pilsum
Zitat von Lischen:
Unsere Wahrnehmung ist so sehr begrenzt. Es gibt so viel darüber, darunter, daneben.

Da stimme ich Dir zu. Nur sehr wenig können wir rein sachlich wahrnehmen.
Alles, was wir wahrnehmen, versuchen wir mit unseren Gefühlen sofort zu bewerten, ob es eher gut
oder eher schlecht für uns sein wird.
Und das führt dazu, dass vor allem ängstliche Menschen sich manchmal gar keine Zeit mehr geben, nur
einmal auf das zu achten, was sie wahrgenommen haben.
Zu oft wird alles sofort mit eigenen Gefühlen bewertet. Wer aber alles sofort mit seine Gefühlen
bewertet, einordnet und katalogisiert, hat derjenige dann noch weitgehend seine gedankliche Freiheit?

Ergibt es dann überhaupt noch einen Sinn, über "falsch" und "richtig" nachzudenken, wenn ich alles
ja schon bewertet habe?

x 1 #10655


Wuslchen
Ich stelle fest, dass ich innerlich beleidigt reagiere, wenn ich erfahre wie wenig manch einer auf diese Imfpungen reagiert. Ich kenne weitaus mehr Menschen, die auf die einzelnen Impfungen wenig bis gar keine Reaktionen zeigten als die, die wie ich davon umgehauen wurden. Das ist unfair und macht mich motzig.
Ich stelle fest, dass ich es anstregend finde zwischen den ganzen Grundsatzdiskussionen hier noch die einzelnen Feststellposts rauszufinden, die ich nicht überlesen möchte.

x 2 #10656


A
Ich stelle fest, dass ich Hornhaut an den Fingern vom langen Halten der Stricknadeln und Bewegen der Hände bekommen habe.

#10657


Catalie
Ich stelle fest, dass es mir ähnlich geht wie @Wuslchen und mich die immer weitreichendere Diskussionen mit ewiglangen Beiträgen echt anstrengt. Grundsätzlich ist es natürlich okay auf die "ich stelle fest-Beiträge" zu antworten, ich fände es aber schön, wenn absehbar ist, dass man Lust hat sich länger darüber auszutauschen einfach ein eigener Thread dafür aufgemacht wird.

x 2 #10658


X
Verzeihung, @Catalie und @Wuslchen !

Ich ahnte es, als ich dazu beitrug und meinen ellenlangen Beitrag schrieb. Jedoch war er mir wichtig und ich wusste nicht recht, ob ich wirklich eigens einen neuen Thread aufmachen sollte. Aber dann machen wir es so: Wenn noch jemand auf obiges Thema eingehen möchte, soll er dies in einem eigenen Thread tun. Und ansonsten versuche ich (ich für mich) mich da künftig etwas besser an der Nase zu packen.

Viel Spaß beim Feststellen! Yes

x 3 #10659


ZeroOne
Ich stelle fest, dass sich mein Hirn in letzter Zeit wieder vermehrt mit medizinisch nicht notwenigen Eingriffen beschäftigt.
Das gibt mir zu denken. Will ich damit etwas kompensieren? 🤔

Zitat von Catalie:
wenn absehbar ist, dass man Lust hat sich länger darüber auszutauschen einfach ein eigener Thread dafür aufgemacht wird.


Stimmt, ein neuer Thread kostet ja auch (noch) nix. 😅

x 1 #10660


Trinidat
@Lieschen
du hast nichts falsch gemacht! Warum entschuldigst du dich?

x 3 #10661


Trinidat
Ich stelle fest, dass es mir wichtig ist zu meinen Aussagen zu stehen und mich nicht mehr dauernd zu entschuldigen, wenn Leuten das nicht passt was ich mache und sage.

x 2 #10662


X
Zitat von Trinidat:
@Lieschen du hast nichts falsch gemacht! Warum entschuldigst du dich?

Ich bin in einem Thread, der nicht dafür da ist, auf eine Diskussion eingestiegen und verfasse einen ewig langen Text dazu. Obwohl ich letztens in einem anderem Thread verfolgte, dass dort ähnliches geschah und das auch dort von einiges Foris nicht gerne gesehen war. Was ich auch total verstehe. Hätte ich also eleganter lösen können. Daher tut es mir leid. Aber jetzt sind wir schon wieder im Off-Topic...

#10663


Trinidat
Ja und? Für mich kein Grund für eine Entschuldigung!
Ich erinnere mal an die ellenlange Diskussion über Handschuhe. Das war auch off Topic. Das hat mich auch total genervt.Aber hat sich da jemand entschuldigt?

x 1 #10664


A


Hallo Anchiwa4964,

x 4#15


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Zitat von Trinidat:
Ja und? Für mich kein Grund für eine Entschuldigung! Ich erinnere mal an die ellenlange Diskussion über Handschuhe. Das war auch off Topic. Das hat mich auch total genervt.Aber hat sich da jemand entschuldigt?

Ich entschuldige mich nicht, weil sich andere Menschen auch entschuldigen. Ich entschuldige mich, weil es sich für mich stimmig anfühlt und weil ich Wuslchen, Catalie und ZeroOne schon verstehe. Es bedeutet ja auch nicht, dass ich auf meine Beiträge verzichten muss, wenn sie mir wichtig sind. Dann kopiere ich sie künftig einfach an einen anderen Ort, wo sie lesen kann, wer sie lesen mag.

Wollen wir es so stehen lassen? Ich würde gerne dazu beitragen, dass sich Foris hier wohlfühlen können.

x 6 #10665

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