Bin gefangen in mir selbst - was dagegen tun?

Hallo an euch,

ich möchte euch etwas fragen:

Habe jetzt schon einiges darüber gelesen und auch gehört, dass, wenn man sich in diesem Krisenzustand befindet, man versuchen sollte, sich dort wieder herauszuholen, indem man sich Gutes tut, und hier gibt es ja im Grunde genommen auch unzählige Möglichkeiten.

Was aber kann man unternehmen, wenn:

- die Kraft fehlt, spazieren zu gehen oder sportlich aktiv zu sein
- eine Art der Angst, Scheu, dich umhüllt, sogar das Haus zu verlassen (außer zur Arbeit und vielleicht noch zum Einkauf)
- du schweigst, obwohl du reden möchtest
- du die (richtigen!) Menschen brauchst, aber nicht zu ihnen gehen kannst
- du die richtigen Menschen noch gar nicht kennst, aber dir die Kraft fehlt, sie zu finden
- du so unendlich müde bist, und doch nicht schlafen kannst (ohne Gedankenkarussel --> eine Ebene weiter sozusagen)
- dein Körper eine leere Hülle darstellt ...

Hmm, ich weiß nicht, ob ich im Ansatz das ausdrücken konnte, auf das ich hinaus wollte...

Sagen wir mal, all' diese Dinge, treffen zeitgleich zu...

Vielleicht möchte ich darauf hinaus: Was kann man tun, wenn man das Gefühl hat, auch für die kleinen "Wohlfühlmomente" keinen Raum mehr zu haben?

Habt ihr eine Idee?

Es grüßt euch

DarkShadow

20.06.2011 22:21 • #1


Glasscherbe
Hallo DarkShadow,

schwierige Frage ... darf ich fragen, ob du in Behandlung bist (eigentlich liegt bei mir eher der Schluss nahe, dass du es nicht bist - weil du so kraftlos bist usw.) Kannst du dir vielleicht Menschen einladen, dass sie dich besuchen, wenn du selbst nicht aus dem Haus kommst? Oder scheitert das am "nicht reden können"? Und umgekehrt gefragt: Was sind die Dinge, die du noch schaffst?

21.06.2011 08:11 • #2


Hallo Glasscherbe,

ja, in Behandlung bin ich. Die Gespräche sind wirklich wichtig für mich und schenken mir auch jedes Mal neue Erkenntnisse. Allerdings nicht immer langfristig von Vorteil, da man doch einiges erfährt, was plötzlich Formen annimmt und die man dann auch erst wieder akzeptieren muss. Aber das ist - so denke ich - auch der Weg, der dann plötzlich ins Rollen gekommen ist.

Was ich eher meinte sind so die Empfindungen, die man wirklich so tief in sich sitzen hat - plötzlich! Die totale Veränderung deines Selbst... puhhh, ich weiß gar nicht so recht, wie ich das beschreiben soll, es fällt mir echt schwer, passende Worte dafür zu finden. Vermutlich resigniert der ganze Körper in der Form, wenn einfach zuviel passiert ist, was die Seele nicht mehr verarbeiten konnte? Man ist so völlig kaputt, niedergeschlagen und irgendwie wie in so einem Schwebezustand, vor allem die Gedanken betreffend.

Ob ich mir Menschen einladen kann? Theoretisch schon, praktisch nein, ist niemand da, den ich einladen könnte. Es sind diverse Lebensumstände, die dazu geführt haben... viele Veränderungen, etc. Heute ist es mehr als schwierig, neue Kontakte zu knüpfen, weil man einfach nicht mehr "funktioniert". Ich bin mir dessen bewusst, dass sich dieser Zustand auch erst wieder verändern muss, um hier etwas aufbauen zu können. Zurzeit fehlt dazu aber die Kraft, das ist wie ein Teufelskreis. Du bekommst das eine nicht, ohne das andere zu tun, was du aber nicht tun kannst, weil du dazu zu schwach bist....

Sollte diese Zustandsbeschreibung jemand nachempfinden können, was habt ihr gemacht, wenn doch eigentlich "nichts mehr geht"? Diese gefühlte Leere im Kopf? Kennt das jemand?

Viele Grüße

DarkShadow

21.06.2011 18:09 • #3


Ich bin gerade etwas geplättet!!!

Heute wurde das Buch geliefert, mein persönliches erstes Buch zum Thema Depression. Ich habe gerade angefangen, es zu lesen, und das erste, was ich nach der Anleitung lese ist das:

"Wenn man auf einen seltsamen Laut horchen muss, hört man dann nicht instinktiv auf, Geräusche zu machen? Man kann nicht richtig hinhören, solange man redet oder denkt oder unaufmerksam irgendwelchen Verrichtungen nachgeht. Genau hinhören zu müssen, das schafft eine ganz eigene Stille. Wenn man wirklich klar erkennt, wie unaufmerksam man ist, wenn man sich zu fragen beginnt, was eigentlich innen und außen vorgeht, muss man dann nicht ganz still hinhören und hinsehen?, Toni Packer"

Das ist es doch! Das ist doch genau das, was ich meinte, oder??? Bin gespannt, was folgt....

21.06.2011 18:42 • #4


Hallo darkshadow!

Oh ja, das kenne ich - nicht exakt so wie du beschreibst aber ähnlich.

Bis nachmittags kann ich nur im Bett liegen, abwechselnd schlafen und nervös und unruhig herumliegen ohne irgendwas denken zu können.
Dann MUSS ich mit dem Hund raus, weil er sonst vor Langeweile die Couch frisst und dann kommen meine Kinder, da reiß ich mich zusammen.
Abends wird's leichter, da fühl ich mich fast ein wenig so, wie ich war bevor ich wurde wie ich jetzt bin.

Aber am nächsten morgen das gleiche Spiel.


Gutes tun mit Sport, Freunden, hobbies ist mir momentan auch zu anstrengend.

Was ich mir im kleinen Rahmen gutes tue:

Fernsehen ( dafür hab ich sonst nie Zeit und beim Fernsehen fühl ich mich sehr wohl)
mir eine. Leckeren Kuchen beim Bäcker holen
abends Glühwürmchen zugucken
und meine Blumen und das gemüsebeet giessen - abends wenn's mir besser geht und ich sicher sein kann, dass ich keine Nachbarn sehe.
Keine Ahnung, warum hat man Angst unter die Nachbarn zu gehen? Meine sind alle recht angenehm und trtozdem hab ich Angst...

Ja also jedenfalls, Horch in dich rein. Manchm sind die kleinen Dinge viel hilfreicher als sport oder Freunde treffen. Irgendwas was dir gut tut, was dir früher ( als Kind) Spaß gemacht hat?
Und wenn dir nicht gleich was einfällt, ist das auch nicht schlimm.

Dein Buch klingt gut. Der Text ist wunderschön. Wie heißt das Buch denn, das hätt ich auch gerne.

Gute Nacht!
Lillan

21.06.2011 22:28 • #5


Ich kenne das auch. Bei allen Dingen, die mir einfallen, die ich vielleicht tuen könnte/sollte weil sie mir gut tun könnten, fallen mir erstmal mindestens zehn Dinge ein, die es unmöglich machen das entsprechende zu tun. Und selbst wenn es mal dazu kommt, dass ich all die Hürden überwinde, ist da immernoch die größte Hürde, nämlich die, dass egal was ich tue, es nichts in mir bewegt. Was nützt mir ein Hund auf dem Arm, wenn ich ihn nicht spüre, was nützt mir die leckerste Torte mit einem großen Milchkaffee, wenn ich es nicht schmecke, was nützt es mir, wenn ich mir etwas lange ersehntes kaufen kann etc., wenn es mir nichts bedeutet, was nützt mir das alles, wenn ich dabei nichts, aber auch gar nichts fühle. Und dann sind da all die Symptomen meiner Krankheit, die das kleinste gute Gefühl, dass dabei aufkommen könnte wenn ich doch etwas mache sofort zerstören. Statt Entspannung und positiven Gefühlen ist da Leere, Angst, Ekel, Anspannung , Kraftlosigkeit etc..

Man bekommt immer die guten Ratschläge, dass man sich was Gutes tun soll, aber was wenn eben nichts gut ist, nichts gut sein kann.

Insofern kann ich auch keine Ratschläge geben, was man tun kann, aber ich wünsche Dir, dass Du vielleicht ab und an wieder solche "Wohlfühlmomente" erleben kannst, solch kleine Dinge, sind mitunter wertvoller als große Dinge.

21.06.2011 23:49 • #6


JeanLucca
Hallo DarkShadow.

Ich war/bin/immer wieder Gefangen im Selbst, um mal Deine Überschrift zu nehmen.
So wie Du Dich beschreibst fühle ich mich auch (fühlte). Gerade bin ich in einer hellen Phase.

Zitat von DarkShadow:
Das ist es doch! Das ist doch genau das, was ich meinte, oder??? ....
Ja, die Beschreibung von dem Autor trifft es schon. Jetzt muss es "nur" noch umgesetzt werden
Wenn ich in dem Zustand bin den Du in Deinem ersten Post beschreibst dann fühlt es sich bei mir so an als ob ich an einem Gummiband hänge. mein Verstand weiß ganz genau was zu tun ist, mein Körper reagiert aber nicht.
Wenn ich mich doch aufraffe mir etwas Gutes zu tun, so wie mir die unzähligen Tipps raten, dann empfinde ich keine Freude daran. Erst aufraffen (was alleine schon unendlich viel Kraft braucht) und dann noch keine Freude empfinden - *Zupf*, das Gummiband zieht mich wieder zurück.

Ich glaube das es bei mir so ist, dass ich mir durch das Aufraffen eine totale Besserung erhoffte. Etwas absolutes. Ich hatte zuviele Nebengeräusche als das ich den Klang dieser einen Sache hören und aufnehmen konnte. Ich habe alles auf einmal gehört.....und dann gar nicht mehr zugehört.

Mittlerweile habe ich mich damit arrangiert das ich meine ganzen Baustellen nicht mal_eben_schnell fertigstellen kann, das ich konsequent Dinge tu die mein Verstand mir vorgibt, das ich es annehme wenn ich auch das mal nicht kann.

Lieben Gruß. JeanLucca

22.06.2011 09:42 • #7


Hallo zusammen,

erstmal freue ich mich gerade total über eure Antworten, die mich wirklich total erreichen, denn jetzt weiß ich, ihr wißt, worauf ich hinaus wollte! Ich möchte euch allen antworten, auch wenn das jetzt wahrscheinlich 3 Stunden dauern wird....

Hallo Lillan,

Zitat von lillan:
Keine Ahnung, warum hat man Angst unter die Nachbarn zu gehen? Meine sind alle recht angenehm und trtozdem hab ich Angst...


Das kenne ich. Vielleicht möchtest du nicht, dass sie "ES" dir ansehen. So geht es mir ganz oft und ist, so denke ich, bei mir auch mit ein Grund meines stark ausgeprägten Isolationsverhaltens. Die möglichen "Erwartungen" nicht erfüllen zu können, nicht wortgewandt genug zu sein oder was auch immer nicht genug zu sein....

Zitat von lillan:
Irgendwas was dir gut tut, was dir früher ( als Kind) Spaß gemacht hat?


Kindheit, ja, ganz schlechtes Thema bei mir, aber kannst du ja nicht wissen ;-)

- mein Text ist scheinbar zu lang und ich muss ihn splitten an der Stelle -

22.06.2011 20:49 • #8


Zitat von lillan:
Und wenn dir nicht gleich was einfällt, ist das auch nicht schlimm.


Nur die ersten paar Seiten des Buches haben mir GENAU DAS vermittelt. Das es im Grunde genommen völlig ok ist, an diesem Ort zu sein, an dem ich gerade bin (ich drücke das mal so aus, weil sich eben alles so ANDERS anfühlt). Ich verstehe es so, dass - ich bleibe mal bei - dieser Ort sogar eine Notwendigkeit zu sein scheint, um in sich hineinzuhören. Er scheint zwar aufgezwungen, aber vermutlich würden wir uns auch mit diesen Dingen - mit diesen Dingen ist gut! Mit UNS - überhaupt nicht beschäftigen, zumindest nicht in der Intensität, wenn es anders wäre... Hmm, theoretisch klingt das alles plausibel.

Zitat von lillan:
Dein Buch klingt gut. Der Text ist wunderschön. Wie heißt das Buch denn, das hätt ich auch gerne.


Ich bin gerade mal auf S. 43 angekommen, aber schon jetzt finde ich dieses Buch so unglaublich wertvoll. Es sagt mir soviel, ich empfange soviel und es ist so klar und deutlich plötzlich. Es macht mir auch total bewusst, wie "verbogen" man vielleicht gegen sich selbst gelebt hat, gegen die eigene Einstellung oder vor allem gegen das eigene Gefühl und alles klingt so logisch. Also, ich empfinde es irgendwie so. Es ist von Philip Martin und heißt: Der Zen-Weg aus der Depression. Es fühlt sich gut an, darin zu lesen :-)

Schön, dass du mir geschrieben hast :-)

- hier werde ich den Text wieder splitten -

22.06.2011 20:54 • #9


Hallo Tilda,

Zitat von Tilda:
Ich kenne das auch. Bei allen Dingen, die mir einfallen, die ich vielleicht tuen könnte/sollte weil sie mir gut tun könnten, fallen mir erstmal mindestens zehn Dinge ein, die es unmöglich machen das entsprechende zu tun. Und selbst wenn es mal dazu kommt, dass ich all die Hürden überwinde, ist da immernoch die größte Hürde, nämlich die, dass egal was ich tue, es nichts in mir bewegt. Was nützt mir ein Hund auf dem Arm, wenn ich ihn nicht spüre, was nützt mir die leckerste Torte mit einem großen Milchkaffee, wenn ich es nicht schmecke, was nützt es mir, wenn ich mir etwas lange ersehntes kaufen kann etc., wenn es mir nichts bedeutet, was nützt mir das alles, wenn ich dabei nichts, aber auch gar nichts fühle. Und dann sind da all die Symptomen meiner Krankheit, die das kleinste gute Gefühl, dass dabei aufkommen könnte wenn ich doch etwas mache sofort zerstören. Statt Entspannung und positiven Gefühlen ist da Leere, Angst, Ekel, Anspannung , Kraftlosigkeit etc..


Bis zu einem gewissen Teil kann ich alles total nachempfinden, was du schreibst. Das ist z. B. auch der Grund, warum ich mich zurzeit, neben meiner täglichen Arbeit, als völlig "bewegungslos" - zumindest augenscheinlich - beschreiben würde. Ich tue wirklich NICHTS derzeit, was mir nicht für diesen Moment sinnvoll erscheint. Eigentlich habe ich zurzeit nur mich und meine Gedanken, bzw. mich und ein großes Hauch von NICHTS. Mit einem Unterschied! Ich empfinde es - noch nicht einmal - als so negativ. Es ist eher so das Gefühl "es ist, wie es ist" und "ändern kann ich es zurzeit nicht", obwohl ich es ändern MÖCHTE, auch ein komisches Gefühl....

Zitat von Tilda:
Man bekommt immer die guten Ratschläge, dass man sich was Gutes tun soll, aber was wenn eben nichts gut ist, nichts gut sein kann.


Genau das ist/war(???) mein Problem. Ich habe noch nirgends gehört: "Lasse diesen Zustand zu und verweile dort". Das Buch, von dem ich oben irgendwo geschrieben habe, sagt mir aber genau das! Hatte heute meine Therapiestunde und habe sie darauf angesprochen, weil ich von ihr sonst auch immer nur "diese typischen" Ratschläge bekommen habe. Was sie mir daraufhin sagte, ist aber auch logisch für mich. Und zwar geht es schon darum, dass man sich nicht in einen Negativ-Zustand fallen lassen soll, wenn negative Gefühle/Gedanken eben aufkommen. Vielmehr geht es darum, in sich hineinzuhorchen, was einem gut tut und man diese Dinge wahrnimmt und davon Gebrauch macht. Ohne DRUCK und ohne ZWANG. Oder anders, aber das ist jetzt meine persönliche Meinung: dieser "Zustand" möchte uns etwas sagen und wir sollten versuchen, dieses "sagen wollen" zu verstehen und richtig zu deuten und zwar, um es UNS recht zu machen und nicht DEN ANDEREN.

Allerdings kenne ich das Gefühl des "schlecht fühlens" ebenso, auch wenn es bei mir derzeit eine andere Phase zu sein scheint...

Zitat von Tilda:
Insofern kann ich auch keine Ratschläge geben, was man tun kann, aber ich wünsche Dir, dass Du vielleicht ab und an wieder solche "Wohlfühlmomente" erleben kannst, solch kleine Dinge, sind mitunter wertvoller als große Dinge


Der letzte Passus von dir ist sehr bedeutsam und wertvoll und somit hast du einen äußerst wichtigen Ratschlag hinterlassen. Danke dir :-)

22.06.2011 20:56 • #10


Hallo auch JeanLucca :-),

Zitat von JeanLucca:
Ich war/bin/immer wieder Gefangen im Selbst, um mal Deine Überschrift zu nehmen.
So wie Du Dich beschreibst fühle ich mich auch (fühlte). Gerade bin ich in einer hellen Phase.


Dieser Satz löst in mir sowas wie Hoffnung aus. Es ist also durchaus möglich, auch wieder anders empfinden zu können.

Zitat von JeanLucca:
Wenn ich in dem Zustand bin den Du in Deinem ersten Post beschreibst dann fühlt es sich bei mir so an als ob ich an einem Gummiband hänge. mein Verstand weiß ganz genau was zu tun ist, mein Körper reagiert aber nicht.
Wenn ich mich doch aufraffe mir etwas Gutes zu tun, so wie mir die unzähligen Tipps raten, dann empfinde ich keine Freude daran. Erst aufraffen (was alleine schon unendlich viel Kraft braucht) und dann noch keine Freude empfinden - *Zupf*, das Gummiband zieht mich wieder zurück.


Vielleicht ist es wirklich so, dass es ein Zeichen dafür ist, dass du gerade "wieder mal" (vorsichtig ausgedrückt), die falschen Wege läufst. Wenn ich dann "meckernder Weise" bei meiner Therapeutin sitze und wieder mal diesen Zustand verfluche, hat sie jedes Mal aufs Neue ein Händchen dafür, mir aufzuzeigen, was aber auch alles wieder gewesen und passiert ist bei mir, in der letzten, mehr oder weniger aktuellen, vergangenen Zeit. Es kommt mir so vor, als wenn der Körper dir, wenn es einmal soweit gekommen ist, dass man sich überhaupt in diesem Zustand befindet, auf diese Art und Weise signalisieren möchte: "Hey, geh achtsam mit mir um, sonst unterstütze ich dich nicht".

Zitat von JeanLucca:
Ich glaube das es bei mir so ist, dass ich mir durch das Aufraffen eine totale Besserung erhoffte. Etwas absolutes. Ich hatte zuviele Nebengeräusche als das ich den Klang dieser einen Sache hören und aufnehmen konnte. Ich habe alles auf einmal gehört.....und dann gar nicht mehr zugehört.


Vermutlich haben wir ein Talent dafür, uns immer wieder aufs Neue unter Druck zu setzen und damit jeden fortschreitenden Prozess zu verlangsamen.

Zitat von JeanLucca:
Mittlerweile habe ich mich damit arrangiert das ich meine ganzen Baustellen nicht mal_eben_schnell fertigstellen kann, das ich konsequent Dinge tu die mein Verstand mir vorgibt, das ich es annehme wenn ich auch das mal nicht kann.


Du scheinst schon die nächste Phase erreicht zu haben, das verspricht Hoffnung :-)

Es ist schon eine "besondere" Situation, in der wir uns da alle befinden, oder? Vermutlich haben uns viele Lebensumstände dorthin geführt. "Noch" empfinde ich es komisch oder merkwürdig zu sagen, es ist "harte Arbeit" dort wieder herauszukommen. Auf der anderen Seite sage ich mir, was für eine Arbeit denn, wenn du schon nichts mehr tust! Aber dieses akzeptieren und loslassen, von all den Gewohnheiten, sonst wird eine Besserung wohl niemals möglich sein, DAS ist doch schon ein ganzes Stück "harte Arbeit".

Vielleicht aber können wir "gemeinsam" daran "arbeiten".... danke für eure Beiträge!

Es grüßt euch

DarkShadow

22.06.2011 20:57 • #11


JeanLucca
Hallo DarkShadow.

Zitat von DarkShadow:
Vielleicht aber können wir "gemeinsam" daran "arbeiten"....
Ja, deshalb sind wir alle hier. Hilfe zur Selbsthilfe. Geben und nehmen ohne "Abhaken" - also es ist völlig ok wenn jemand gefühlt nur nimmt oder gibt.

Den Thread den Du hier angeschoben hast und die wertvollen Antworten die Du schon erhalten hast, gefallen mir. Bestimmt weil es noch nicht lange her ist wo ich NICHTS mehr getan habe ausser meiner Arbeit und meinen Kinderwochenenden. Mich der Depression ergeben habe. Und bestimmt auch weil Du eine ähnliche Strategie hast Dich gegen "etwas" zu stemmen.

Öhm, wirklich etwas sagen wollt ich jetzt nicht Ich hab halt geschrieben was ich grad gefühlt habe.

Lieben Gruß. JeanLucca

23.06.2011 07:33 • #12


Zitat von JeanLucca:
Öhm, wirklich etwas sagen wollt ich jetzt nicht Ich hab halt geschrieben was ich grad gefühlt habe.


Hallo JeanLucca,

also wolltest du doch etwas sagen :-). Bin z. B. im Moment wieder eher still, so in diesem luftleeren Raum schwebend; dann lese ich mich eher durch die Beiträge, wenn die Kraft zum Schreiben fehlt.

Lieben Gruß

DarkShadow

23.06.2011 11:06 • #13


JeanLucca
Hallo DarkShadow.

Zitat von DarkShadow:
also wolltest du doch etwas sagen :-)
Nö Jedenfalls nicht mehr als ich geschrieben habe. Sonst schreib ich auch. Vielleicht ist bei mir nur kurz wieder durchgeblitzt ich müsse mich erklären, weil ich meinem Gegenüber eine besondere Erwartung unterstelle. Vielleicht.

Lieben Gruß, JeanLucca

23.06.2011 11:16 • #14


Hallo zusammen,

habe gerade noch ein wenig in dem Buch gelesen und bin jetzt an einem Punkt angekommen, wo ich wieder völlig irritiert bin. Es wird ja wirklich alles auf den Prüfstand gestellt: jeder Gedankengang, jede Verhaltensweise, jede Sicht-/Denkweise, Empfindung, etc. Natürlich ist es nachzuvollziehen, dass dieser Zustand nicht grundlos existiert. Und Auslöser sind demnach ja auch die "Fehler im System". Aber wo soll man da bloß anfangen? Wenn ich wirklich tief in mich gehe, würde ich am liebsten morgen die Koffer packen und mich auf die Reise machen. Um auch wirklich die Chance zu bekommen, ganz neue Eindrücke auf mich wirken zu lassen. Aber da fängt es ja schon an. Das kann ich mir ja schon allein beruflich gar nicht erlauben. Die Dinge zu tun, die man vielleicht möchte und die Dinge zu lassen, die man nicht möchte oder die einem nicht gut tun lassen sich meiner Meinung nach nicht immer mit dem vereinbaren, was notwendig ist. Oder doch? Vermutlich wieder ein Denkfehler.... Das ist alles so völlig kompliziert, dabei habe ich wohl verstanden, kann es einem nur besser gehen, wenn man es "versteht", WAS zu ändern ist und DAS man es ändert....

verwirrte Grüße

DarkShadow

23.06.2011 15:17 • #15




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