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Wie erlebt ihr gerade diese ungewöhnliche Zeit

Krizzly
Zitat von Mas83:
Vorgestern haben meine Tochter und ich spontan mit jemandem vom Altenheim geredet. Die Frau saß 4 hoch auf ihrem Balkon und wir haben so 10 Minuten gequatscht. Auch heute haben wir mit ein paar Fremden (auf Abstand!) geredet. Seit wann grüßt man sich wieder auf der Straße? Seit jetzt!

Das ist ja schön. Ich hab heute leider genau das Gegenteil festgestellt. Wenn ich sonst spazieren gehe, grüßt fast jeder. Heute haben alle (!), die mir unterwegs begegnet sind, keinen Ton rausgebracht. Ich hatte eher das Gefühl, man wird nur düster und leicht skeptisch gemustert. Das find ich sehr schade.

25.03.2020 18:56 • x 3 #181


Frederick1
liebe Krizzly,

selbst mache ich gerade auch eher gute Erfahrungen wenn ich mit Hund rausgehe.

Hund wird fast immer freundlich angeschaut und begrüßt. Der ist ja auch nicht ansteckend, und ER ist viel charmanter wie ich, lächelt freundlicher.

Und heute Morgen stand ein ganzer Pack Klopapier vor meiner Wohnungstüre, woher die kam weiß ich jetzt auch

nicht.

Meine Erfahrung, auch noch von der Postfiliale her, so wie ich versuche auf Menschen zu zu gehen, so gehen sie auch

auf mich zu.

Ja ich spüre auch gerade Angst und Misstrauen unter uns Menschen. Das ist eine normale Reaktion, jeder hat Angst, an

gesteckt zu werden. Aber ich meine es ist wie bei der Depression, das vor dem ich zu viel Angst habe, trifft dann oft

auch mich zu.

Selbst bin ich der Meinung, das ich als Hundebesitzer resistenter gegen diesen Virus bin, und mache mir da keine zu

großen Ängste.

Doch viele Wege von uns mit Menschen sind mit Lebenslügen gepflastert. Es handelt sich da um einen raffinierten Selbstbetrug, mit dem wir uns schützen wollen. Aber oft liege ich da auch falsch.

Da habe ich Überzeugungen die ich unbedingt für richtig halte. Meine Vorurteile, die ich nicht los lassen kann. Meine Lebenslügen sind meine Selbsttäuschungen an die ich glaube, die mein Weltbild prägen.

Oder ich bilde mir Dinge ein, die ich auch noch für echt und wahr halte.

Meine Lebenslügen verstecken sich auch oft in meiner Depression, in meinen "hausgemachten Konflikten." Vielleicht sind wir gar nicht so krank wie wir meinen, sondern befinden uns im Irrtum. So vieles kannst du glauben und dir einbilden.

Erst wenn ich freier von mir selbst bin, kann ich freier leben. Das ich meine eigenen Lebenslügen und Lebensirrtümer nicht verstecke, oder ignoriere.

Sondern das ich immer wieder bereit bin, der Wahrheit meines Lebens ins Auge zu sehen, so wie es war, und so wie es heute ist. Selbst hilft mir, wenn ich über mich selbst auch mal lächeln, lachen kann. Auch über andere Menschen. Nicht um Menschen abzuwerten, sie zu verletzen, nein weil ich gerade im Verhaltene bei anderen Menschen, mein eigenes, manchmal unmögliches Leben entdecke.


viele liebe Grüße an dich,

in guten Gedanken für dich,


Deine Katzenfreunde und Hundefreunde,

Hund.und Frederick

25.03.2020 19:31 • x 1 #182



Hallo Jedi,

Wie erlebt ihr gerade diese ungewöhnliche Zeit

x 3#3


Sunshine45
An meinem Arbeitsplatz war es heute nicht so schön.
Wir sitzen leider noch mit zu vielen Leuten im Büro.
Und überall sind Schutzscheiben in den Abteilungen.
Uns haben sie leider vergessen, obwohl die LKW Fahrer dicht an unserem Tresen bei den Kolleginnen stehen:-(
Jetzt soll bis nächste Woche eine Schutzscheibe eingebaut werden.
Die Abstand Regel wird leider auch nur teilweise eingehalten.
Die Fahrer standen bei uns im Zwischenraum mit 5 Leuten zusammen.
Ich war einfach über diese Ignoranz und Gleichgültigkeit verärgert.
Dann habe ich eben ein wenig rumgemeckert und meine Kollegin hat mich geläutert und sagte mir, ich solle damit aufhören, das zieht sie so runter
Ich mache auch Witze bei der Arbeit und versuche einigermaßen positiv zu bleiben.
Aber heute musste ich meinen Ärger Luft machen.
Respekt habe ich vor diesem Virus.
Theoretisch könnte ich meine Familie ja anstecken.
Meine Mutter ist eine Risikokandidatin und mein Mann auch.
Ich möchte nicht, dass mich diese Gedanken rund um die Krise wahnsinnig machen.

Daher gehe ich auch täglich spazieren, mache Entspannung, knuddel unsere Katze und versuche mich abzulenken.

In unserem Büro spüre ich eine gewisse Aggression.
Ich hoffe und bete, dass alles friedlich abläuft.
Weiterhin versuche ich an das Gute im Menschen zu glauben.
Wir erleben diese Ausnahme Situation alle zum ersten Mal.

Ob mit Familie und Kollegen, hoffentlich bleiben alle vernünftig.
Das Nervenkostüm ist ziemlich dünn.
Mir fällt es schwer meine Aufgaben bei der Arbeit zu bewältigen.


Wahrscheinlich gehen wir alle gestärkt aus dieser Krise heraus

Liebe Grüße

Sunshine45

25.03.2020 21:43 • x 5 #183


Irgendeine
1/3 unserer Intensiv Station ist nun mit Covid19-Pat. belegt. Die Iso-Station ist fast voll und es wurden/werden schon 2 neue Stationen freigeräumt/vorbereitet.
Händedesinfektionsmittel und Schutzmasken werden mittlerweile im BTM-Schrank eingeschlossen.
Es gibt Streit/Diskussionen zwischen Ärzten und Pflegepersonal, wer wieviel von was bekommt.

Das Klima ist merklich rauer geworden, obwohl man in diesen Zeiten ja eigentlich noch mehr zusammenhalten sollte.
Und trotz allem bin ich sehr dankbar, dass ich mir aktuell keine Sorgen um meinen Job machen muss.

Die restriktiven Maßnahmen scheinan ja so langsam Wirksamkeit zu zeigen. Vielleicht geht der Kelch ja doch noch an uns vorbei.

25.03.2020 23:22 • x 6 #184


Eis
Ich hab mir gerade ein Video mit 2 renommierten Virologen angeschaut, die Zuschauerfragen beantworten. Ich fand es sehr gut, deshalb hier der Link
https://m.facebook.com/story.php?story_.8046455335
Vielleicht beruhigt es den ein oder anderen.
VG Eis

26.03.2020 09:09 • x 7 #185


Sunshine45
Wir haben heute unsere Schutzscheiben (Spuckschutz) bekommen:-)
Das gibt etwas Sicherheit.
Die Stimmung war bei der Arbeit besser.

Euch noch einen sonnigen Tag.

26.03.2020 15:17 • x 4 #186


Frederick1
liebe Sunshine 45,

DU ich finde es auch ganz arg wichtig, wir nehmen diesen Virus ernst, er soll und darf aber nicht mein ganzes Leben bestimmen.Und doch gerade in kritischen Zeiten zeigt sich meine wahre Identität. Was ich seither gut verstecken konnte, kann ich nicht mehr.

Wenn ich als Mensch nicht so das Selbstvertrauen habe, schlucke ich alles runter und sammle so etwas wie Rabattmarken.

Ich will nicht anecken, keinen Ärger hervor rufen, will mich nicht blamieren und schweige. Leider meine ich ist unsere Gesellschaft ein wenig so aufgebaut. Wir zeigen uns nur noch unsere strahlenden Gesichter, auch geprägt durch die ganzen Massenmedien, immer keep smiling. Ist ja auch nicht nur schlecht, aber wo kann ich als Mensch heute noch so sein, wie ich wirklich bin?

Dann schweige ich nicht nur aus weiser Überlegung, ich schweige auch aus meiner Schwachheit heraus.

Ich vermeide Streit, bin konfliktscheu, artig.und wehre mich nicht, der optimale Mensch für viele.

Dabei schlucke ich persönlich und leide, mache trotzdem gute Miene zum bösen Spiel.

Doch im Handumdrehen sammeln sich viele Unzufriedenheiten, und heizen die Situation an. Und abends wenn du nach Hause kommst, genügt eine Kleinigkeit, und unser eigenes Fass läuft über. Menschen, die gar nichts dafür kennen, kriegen alles von uns ab, was ja auch nicht fair ist.

Ich reagiere unangemessen, übertrieben, feindselig, und das zerstört mich selbst und andere Menschen.

Und die Folge, wir Menschen die zu lange geschwiegen und alles geschluckt haben, lassen
Wut und Hassgefühle an unschuldigen Menschen raus lassen.

Ich werde aggressiv, und hinterher bekomme ich Schuldgefühle.

Besser ist es, wenn wir liebevoll und angemessen mit uns selbst und anderen Menschen umgehen, gerade in der Krise.

Wenn ich klar aber deutlich meine Meinung sagen kann. Und auch ehrlich und eindeutig, ob zum Chef oder anderen Menschen. Ich möchte immer ehrlicher und eindeutiger werden, weil mir das am Besten gut tut.

Versuchen angstfreier zu leben, nicht immer versuchen auszuweichen, zu umgehen.

Da bin ich noch immer im Lernen.und gut das wir hier voneinander und miteinander lernen dürfen.


ganz viele liebe sonnige Grüße an dich.

"wir schauen unserer Lebenswahrheit ins Auge, ins Dunkle und auch ins helle licht,

und zerbrechen darüber nicht.

26.03.2020 15:41 • x 1 #187


Frederick1



.gute Worte, die uns in der Krise neuen Mut machen können.


liebe Grüße,

Frederick

26.03.2020 17:57 • x 1 #188


Sunshine45
Lieber Frederick,
ich bin ein offener Mensch.
Zeige meine Emotionen auch offen.
In unserem Büro reden wir auch über Ängste und Verunsicherungen wegen dem Virus.
Wenn ich mal kurz wütend oder verärgert bin, lass ich es auch dort und rede drüber.
Das habe ich gelernt, auch über unangenehme Dinge reden vor Ort und Stelle, wenn es geht.
Verdrängung bringt mich und die anderen nicht weiter.
Ich finde es heilsam, zu wissen dass auch meine Arbeitskolleginnen und Kollegen ähnliche Sorgen und Ängste haben.
Wir sind alle miteinander verbunden und eine Gemeinschaft.
Auch wenn wir eine andere Meinung haben.
Wir lassen uns nicht den Humor nehmen.
Obwohl momentan in der Spedition mehr als an Weihnachten, Ostern und Chinesisch Neujahr zu tun haben, lachen wir gemeinsam und sind auch mal albern.
Das hilft uns enorm gegen den Streß und macht das Arbeiten viel leichter
Ich freue mich, dass meine Familie und ich ein Dach über den Kopf haben und genug zu essen.
Es gibt so viele Menschen da draußen, die viel ärmer dran sind und Hilfe brauchen.
Ich finde die "Gabenzäune" für die Bedürftigen eine super Idee.

Das sie sich dort holen können, was sie brauchen und andere z. B. Lebensmittel, Klamotten in Tüten dran hängen.
In unserem Dorf gibt es eine Nachbarschafts Hilfe, wo man sich eintragen kann.

Liebe Grüße

Sunshine45

26.03.2020 19:06 • x 5 #189


Frederick1
liebe Sunshine 45,

oh das finde ich jetzt aber echt toll, das du so ein offener Mensch sein kannst. Da kann ich echt etwas von dir lernen.

In den Zeiten, als ich mich nicht so annehmen konnte wie ich bin, habe ich oft viele Lebenslügen produziert. Heute weiß ich, meine Lebenslügen sind gefährlicher als bewusste Lügen, und auch heimtückischer, versteckter.

Ich fragte mich oft, was ich hinter meinen Lebenslügen versteckte, das ich mehr eine Fassade als echt war, mehr übermalt.

In Wirklichkeit versteckte ich immer wieder, auch vor mir selbst und anderen, meinen katastrophalen Zustand, mein zusammen geflicktes Ego, das lieber lügt als die Wahrheit sagt, lieber noch mehr nieder reißt als neu aufbaut.

Aber wenn ich mich selbst mit schonungsloser Ehrlichkeit in meinem Spiegel betrachten kann, dann sehe, das ich fähig bin, mich selbst anzulügen und mich zu betrügen, neidisch auf Menschen zu sein, die besser drauf sind wie ich, mehr haben.

Ja, mein Stolz, mein Neid, mein Zorn, meine Gier usw, sind auch Gefühle die mir gar nicht immer so fremd sind.

Aber warum verstecken wir uns oft vor unseren Fassaden? Warum mache ich mir selbst und anderen Menschen etwas vor?

Warum können wir Menschen uns nicht so annehmen wie wir wirklich sind? Unsere Weltanschauungen, wie wir einzigartig denken, fühlen und handeln, meine ganz persönliche Art zu lieben, wie ich rede, wie ich hier schreibe.

Du liebe Sunshine 45 wir alle haben doch einen einzigartigen Lebensstil, der gute Lebenseinstellungen erhält.

Aber ich habe halt auch durch meine Depri, meine negativen Einstellungen, für die ich mich wieder schäme, obwohl das JA für mich selbst, auch meine Depressionen beinhalten soll.

Doch meine Lebensbrille beinhaltet auch meine falschen Sichtweisen, meine Vorurteile, meine pessimistische und auch mal meine völlig verzerrte depressive Sichtweiter.

Trotzdem, wie sollten uns annehmen in Liebe, so wie wir sind, nicht so wie wir uns haben wollen.

Annehmen auch meine falschen Lebenserwartungen, die auch mal völlig falsch sind, aber das Beste daraus zu machen.

Meine ganzen Vorurteile, die ich schon seit ich Kind bin habe. meine Selbsttäuschungen,

meine Abwehrhaltungen um mich zu schützen, um mich ja nicht zu blößen und zu blamieren, du meine Güte.

Ja meine Lebenslügen sind die dunklen Seiten meines Lebens, die ich auch habe, annehmen muss, nicht verstecken darf.

DU da finde ich eure Arbeitsathmosphäre aber echt super. Wenn ihr euch annehmen und lieb haben könnt, so wie ihr seid, euch nichts vorspielen müsst, nicht alles so kompliziert machen.

Humor ist da echt super, wenn wir uns dabei nicht verletzen, Humor, über die Unperfektheit von uns Menschen,

und kein hinten herum Gerede.hast du schon gehört, und gesehen, die da,,,und der da,,,oh und überhaupt.


ganz viele liebe Grüße an DICH,

Frederick

26.03.2020 19:41 • x 3 #190


Sunshine45
Hallo Frederick,

Danke dir
Ich denke, dass wir alle voneinander lernen können.
Ausserdem schreibst du hier sehr präzise über dich.
Dein Text hat so liebevolle Details!
Das kannst nur Du so schreiben.
Es ist schön, wenn wir voneinander lernen können.
Das mit dem jeden Tag zu meinen Leben "ja" sagen, habe ich von Dir gelernt.
Das habe ich meinen Mann weiter gegeben.
Der findet diesen positiven Leitsatz auch toll.
Lieber Frederick, auch Neid und Missgunst haben eine Daseins Berechtigung!
Meistens fehlt uns dann etwas in unserem Leben.
Ich finde es nicht dramatisch, solange niemand zu Schaden kommt.
Wir können uns unsere Gefühle anschauen und in uns gehen.
Was könnte dir oder mir gut tun?
Wie bekomme ich das, was mein Nachbar hat?
Geht das eigentlich? Oder habe insgeheim ganz andere Wünsche oder Bedürfnisse?
Bitte sei nicht so hart zu dir selbst.
Ich glaube wir sollten ehrlich zu uns sein und sagen Mensch, dieser Teil von Neid, Wut und etwas Missgunst gehört zu uns. So ist es auch mit Freude, Stolz und Mitgefühl.
Kein Mensch ist nur Teufel oder Engel.
Wir sind bunt und vielseitig und haben so viele unterschiedliche Arten von Emotionen und Gefühlen.
Solange niemand zu Schaden kommt und wir auch damit klar kommen, ist doch alles ok oder?

@jedi: Ich hoffe du bist bald wieder dabei? Du hast diesen Thread schließlich eröffnet!
Wir vermissen dich

26.03.2020 20:46 • x 3 #191


@ Jedi
Ich finde es auch sehr schade, wenn du dich zurücknimmst mit deinen Beiträgen.
ich lese dich sehr gerne und es gibt mir viel
- besonders in diesen Zeiten

27.03.2020 08:20 • x 3 #192


Resi
Zitat von Jedi:


Lasst uns in der Gegenwart bleiben u. uns nicht schon wieder mit irgendeiner Zukunft beschäftigen, die erst noch kommt !




Worte der Vernunft, die ich dieser Tage so schmerzlich vermisse.

27.03.2020 08:23 • x 6 #193


Resi
Zitat von Shana1967:
@ Jedi
Ich finde es auch sehr schade, wenn du dich zurücknimmst mit deinen Beiträgen.
]

Ich auch- hier ist wohl etwas vorgefallen, ich habe es nicht richtig mitbekommen .

Jedi ist einer, der sich hier immer und sehr wahrhaftig einbringt, seine Worte sind wohlüberlegt, nie unfreundlich, manchmal wie ein Weckruf.
Ich muß nicht mit allem übereinstimmen, aber er hat meine volle Wertschätzung.

Jedi, wenn du dich zurückziehst wäre das ein ganz herber Verlust.
Laß dich bitte nicht von ein paar "Usern" hier vertreiben

27.03.2020 08:39 • x 3 #194


stamilung
andere meinungen auszuhalten, notfalls zu ertragen, gehört aber auch dazu! es hilft auch nicht allen, auch nicht gesundheitlich, immer alles rosarot zu malen! auch das sollte man akzeptieren können. dann mit "rückzug" zu drohen, ist auch ein stück unfair.
sorry

27.03.2020 09:24 • x 1 #195