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Welche Medikamente helfen langfristig gegen Schlafstörungen?

maya60
Frag doch mal deinen Facharzt, was der Unterschied zwischen Schlafentzug zur antidepressiven Wirkung und Schlafmangel ist, der seinerseits wieder depressiv macht?

Irgendwo muss es da ja Grenzen und Methoden geben, oder?

Einen Gewöhnungseffekt habe ich bisjetzt einmal erlebt, als ich einige Jahre lang Citalopram nahm als Tagesmedikation. Leider wirkte das irgendwann nicht mehr.
Bei Venlafaxin trat nie dieser Effekt ein. Und bei Trimiparin weiß ich es noch nicht.

Was sagt dein Doc dazu?

Liebe Grüße! maya

12.02.2020 20:18 • #91


Irgendeine
Zitat von sundancere20j:
irgendwann tritt ein Gewöhnungseffekt ein und die Wirkung lässt nach, wenn die Dosis nicht erhöht wird.

Als die Dosis nicht mehr ausreichend war, brachen alle Dämme und es hat mich voll ausgeknipst.

Genauso geht's mir auch. Bei jeder Dosiserhöhung fühle ich mich super. Jnd nach einiger Zeit ist alles wieder beim alten. Das haben sogar die Pflegekräfte in der Klinik so gesehen, ist also nicht nur mein subjektives Empfinden.
Zitat von maya60:
Zum Nachtschlaf 100mg "nebenher" kann ich mir gar nicht vorstellen.

Naja, ich hab mal 'ne Zeit lang 100mg Atosil zusätzlich zum Mirtazapin genommen. Das ist zwar kein trizyklisches Antidepressivum, wirkt aber auch sedierend. Ich war zu dem Zeitpunkt aber so aufgedreht und angespannt, dass es mich nicht mal müde gemacht hat.

12.02.2020 20:36 • #92


Elodie
Zitat von maya60:
Einen Gewöhnungseffekt habe ich bisjetzt einmal erlebt, als ich einige Jahre lang Citalopram nahm als Tagesmedikation. Leider wirkte das irgendwann nicht mehr.



Das habe ich mit Citalopram auch erlebt, immer höher und irgendwann wirkte es gar nicht mehr, dann bin ich auf Escitalopram - bis das nicht mehr wirkte.

12.02.2020 22:43 • x 1 #93


sundancere20j
Zitat von maya60:
Frag doch mal deinen Facharzt, was der Unterschied zwischen Schlafentzug zur antidepressiven Wirkung und Schlafmangel ist, der seinerseits wieder depressiv macht?

Irgendwo muss es da ja Grenzen und Methoden geben, oder?


Also ehrlich gesagt möchte ich über das Thema garnicht mehr so viel wissen. Mich quält heute noch der Gedanke, wenn ich früh wach werde und zumindest wahrnehme, dass ich eigentlich noch garnicht so weit war, um aufzustehen. Diese Wahrnehmung fehlte mir in der Vergangenheit komplett, da war es eher so, als hätte jemand ne Duracell in das Häschen eingelegt. Weil ich direkt nach dem Aufstehen lief und lief und lief und lief und lief.

Bin übrigens heute um kurz vor 5 Uhr wach geworden und sitze jetzt hier und warte darauf, dass der Tag startet. Mal gut, dass ich derzeit nur in der stufenweisen Wiedereingliederung bin. Einen Tag in Vollzeit wüsste ich derzeit garnicht zu gestalten.

13.02.2020 05:30 • x 2 #94


Mark78
Beim Titel sticht mir immer wieder das langfristig ins Auge. Ich denke es gibt viele Mittel gegen Schlafstörungen zum überbrücken aber langfristig völlig ungeeignet da mit erhöhtem Wirkverlust, Abhängigkeitspotenzial und Missbrauchsquoten.

Der Schlaf lässt sich langfristig durch sportliche Aktivitäten und gesunder Nahrungsaufnahme verbessern, mehr wird man wohl nicht verändern können?

13.02.2020 07:16 • #95


Irgendeine
Zitat von Mark78:
aber langfristig völlig ungeeignet da mit erhöhtem Wirkverlust, Abhängigkeitspotenzial und Missbrauchsquoten.

Wie hier schon mehrfach aufgezeigt, gibt es auch viele Mittel, die nicht abhängig machen. Ich nehme jetzt seit 6 Jahren Mirtazapin in gleichbleibender Dosis und habe keinen Wirkverlust, was die schlaffördernde Wirkung angeht.
Zitat von Mark78:
durch sportliche Aktivitäten und gesunder Nahrungsaufnahme verbessern

Würdest du mit dieser Argumentation auch einen herzkranken Menschen davon überzeugen wollen, seine Medis nicht mehr zu nehmen?

13.02.2020 22:49 • x 1 #96


Elodie
Zitat von Mark78:
Der Schlaf lässt sich langfristig durch sportliche Aktivitäten und gesunder Nahrungsaufnahme verbessern, mehr wird man wohl nicht verändern können?


Ist das ne Frage, also Fragezeichen sehe ich, aber die Formulierung bringt mich nicht darauf, ob es ne Frage oder Feststellung ist :O

Abgesehen davon, wäre es ne Feststellung - stimmt sie so nicht!

13.02.2020 23:02 • x 1 #97


Mark78
Da gehst du ja von dir aus.
Fakt ist das einige auf Dauer von dem Pharmazie Cocktail noch ganz andere Schädigungen erleiden, da ist der Herzinfarkt mit 50 und zuvorigem wochenlangen Wachschlaf noch human betrachtet!

Die Block und Ironie Funktion ist hier ebenso noch ausbaufähig ^^

13.02.2020 23:05 • #98


Irgendeine
Zitat von Mark78:
da ist der Herzinfarkt mit 50 und zuvorigem wochenlangen Wachschlaf noch human betrachtet!

Na wenn du meinst.
Zitat von Mark78:
Die Block und Ironie Funktion ist hier ebenso noch ausbaufähig ^^

Was soll das denn jetzt schon wieder heißen?

13.02.2020 23:16 • x 1 #99


Elodie
Zitat von Mark78:
Die Block und Ironie Funktion ist hier ebenso noch ausbaufähig ^^



Wenn das deine Art ist, mit Menschen klarzukommen - mach mal

13.02.2020 23:28 • #100


maya60
Hallo Zusammen, ich habe ja dieses Thema mit der Frage eröffnet: "Welche Medikamente helfen langfristig gegen Schlafstörungen?" Dabei ging ich davon aus, dass ich keine Medikamente einnehmen möchte gegen meine gravierende Umkehrschlafstörung seit 3 Jahren, die mich nachts so gut wie gar nicht schlafen ließ, aber zumindest tagsüber den Schlaf nachholen ließ, die süchtig machen oder die eh nur kurzfristig wirken.

Ich wusste, dass es so einfach mit Schlafmitteln nicht sein kann, sonst wären hier im Forum nicht so viele Menschen, die Medikamente gegen ihre Krankheiten einnehmen und trotzdem Schlafstörungen haben.

Zero hat dankenswerter Weise anhand seiner Erfahrungen dargestellt, welche unterschiedlichen Medikamente es gegen Schlafstörungen gibt und welche Probleme es damit gibt bzw. welche Probleme er damit hat.

Dabei ist klar, dass jeder seine persönlichen Erfahrungen macht, weil jede Depression und jede weitere psychische Erkrankung bei jedem individuell anders in Stärke, Behandlung und Erfahrungen ausfällt und viele von uns auch daher mehrere Medikamente dagegen einnehmen, was wiederum auch die Einzelerfahrungen unterscheidet. Das alles macht die Einzelerfahrungen nicht pauschal vergleichbar.

Unterm Strich, und eben daher natürlich nicht repräsentativ als immer gültige Erfahrung, die niemand hier auch erwarten konnte, zeigte sich, dass es die gute Erfahrung Einzelner gibt, die schon jahrelang ein nicht süchtig machendes ärztlich verordnetes Antidepressivum abends zum Schlafen einnehmen und damit schlafen können.

Mehr wollte ich mit diesem Thema gar nicht wissen und mehr können die Antworten auch nicht bieten. Ich bin sehr dankbar für diesen Austausch.

Die von meinem Facharzt mir jetzt verordneten Trimipramin-Tropfen verhelfen mir sei 1 Woche zum Nachtschlaf zum ersten Mal seit 3 Jahren und damit bin ich mehr als zufrieden.
Eine andere Schreiberin in diesem Thema schläft damit seit Jahren schon gut, bei einem weiteren Schreiber tritt schnell ein Gewöhnungseffekt ein, bei mir zeigt sich in meiner kurzen Woche der Erfahrungen, dass, wenn ich krankheitsbedingt extrem aufgewühlt bin, das Schlafmittel so niedrig dosiert, wie ich es verwenden will, keine ganz durchschlafene Nacht schenkt, aber schonmal ordentlich Stunden zusammenbringt, was für mich schon eine Riesenverbesserung ist und auch erwartbar.
Ich werde auch weiter berichten.

Die Frage, ob man überhaupt gegen meine Erkrankungen Depression und A.DHS Psychopharmaka einnehmen sollte und ob man überhaupt ein weiteres Antidepressivum als Schlafmittel noch dazu nehmen sollte, war nicht die Frage dieses Themas, sondern die beantworte ich schon seit Jahren zusammen mit meinem Facharzt.

Die muss jeder für sich beantworten zusammen mit seinen Fachärzten. Denn jede Krankheit ist anders.

In meinem Fall sind meine beiden Krankheiten so stark ausgeprägt, dass nach Jahrzehnten ohne passende Diagnosen in meinem Leben nun mit den richtigen Diagnosen Medikamente nicht nur fachärztlicherseits dringend notwendig sind, sondern mir auch eine wesentlich bessere Lebensqualität bieten und den vorherigen Leidensdruck und die vorherige Schwäche entscheidend verbessert haben. Natürlich nur, da sie keine Wundermittel, sondern Unterstützung sind, nur mithilfe begleitender Psychotherapie und intensiver Verhaltens- und Lebensanpassung an meine chronischen Erkrankungen. Wegen aller komplizierten Einzelaspekte mit 2 psychischen Erkrankungen hat es bei mir 10 achtsame Jahre gebraucht, bis ich das Ganze mithilfe von Fachleuten so ausgetüfftelt hatte, dass ich denke, ich hole nun das Beste aus allem.

Bei meinen Krankheitsstärken reichen leider schon lange keine gängigen Maßnahmen mehr, die gesunden Menschen zum Schlaf verhelfen wie Sport und gesundes Essen.

Bei meinen Krankheitsstärken habe ich persönlich als mündige Kranke mich gemäß der schulmedizinischen Leitlinien behandeln lassen, weil alle pflanzlichen Medikamente nicht stark genug wirkten.

Meine regelmäßigen Untersuchungen zeigen, dass die Notwendigkeit, mehrere Psychopharmaka täglich zu nehmen, die fachärztlich achtsam aufeinander abgestimmt sind, bisher zu keinen organischen Schädigungen oder Funktionsstörungen geführt haben, was natürlich vermieden werden soll.

Ohne derartige regelmäßige Untersuchungsergebnisse würde mir mein Facharzt, Psychiater mit Schwerpunkt "A.DHS bei Erwachsenen" gar nicht weiterverschreiben. Aktuell gerade beim letzten Besuch bekam ich die Überweisungen zum Hausarzt und zum Augenarzt, um in solchen Untersuchungen verschiedene Herz-, Kreislauf-, Blut-. Schilddrüsen-Werte abzufragen und zum Augenarzt, um den Augeninnendruck zu messen.

Als mehrfach chronisch Kranke bin ich in einer besonderen Situation, die besondere Maßnahmen erfordert und wo es leider nicht mehr aufgrund der Krankheitsstärken darum gehen kann, mit "Feld-, Wald- und Wiesenmitteln" oder ganz ohne Medikamente alleine auszukommen. Dann läge ich nur noch handlungsunfähig im Bett, komplett aus meinem Alltag herausgefallen.

Ich habe keine unerträglichen Nebenwirkungen durch meine Medikamente, die mich dazu brächten, ganz auf Medikamente zu verzichten zu diesem gerade beschriebenen hohen Preis des nur im Bett Vegetierens. Für beide Erkrankungen gibt es zahlreiche Behandlungsvarianten und -Kombinationen. Der einzige wirkliche Mangel ist, dass die meisten Psychiater bezüglich A.DHS meiner Ansicht nach sträflich schlecht fortgebildet sind. Wer sich in Selbsthilfeforen oder in "A.DHSpedia" informiert, sieht aber, wie weit die Medizin hier schon helfen kann und wie sehr es lohnt, sich Fachärzte mit Expertenwissen zu A.DHS zu suchen bzw. medizinische Zentren für A.DHS oder ggfs. auch seinen Facharzt zu informieren und zu fragen.

Meine Erkrankungen lassen sich bei meiner Stärke medikamentös, psychotherapeutisch und mit meiner Lebensführung so gut behandeln, dass ich ein zufriedenes, wenn auch nicht einfaches, Leben lebe.

Liebe Grüße! maya

Gestern 10:27 • x 1 #101


Machara
Zitat von maya60:
Meine Erkrankungen lassen sich bei meiner Stärke medikamentös, psychotherapeutisch und mit meiner Lebensführung so gut behandeln, dass ich ein zufriedenes, wenn auch nicht einfaches, Leben lebe


Es ist schön das zu lesen. Sei stolz darauf !

Liebe Grüße Machara

Gestern 10:49 • x 2 #102


maya60
Zitat von Machara:

Es ist schön das zu lesen. Sei stolz darauf !

Liebe Grüße Machara



Liebe Machara, danke für dein tolles und so wohltuendes Lob!

In erster Linie bin ich sooo tief dankbar , dass ich mich nicht mehr im ständigen Adrenalinmodus und in der Dauererschöpfung meiner ersten 50 Lebensjahre befinde, dass ich es gar nicht sagen kann!

Nicht nur, weil das damals so unendlich anstrengend und schmerzhaft war, sondern auch, weil mir wirklich die letzte Kraft ausging und ich wirklich mit dem Rücken an der Wand stand ab 2006, wie jetzt weiter?

Es hätte ja gar nicht gereicht, hätte ich nicht den 10 Jahre dauernden Weg mit allem Drum und Dran in mein heutiges Leben als chronisch Kranke angefangen, zu gehen.
Mein Körper war so ausgebrannt und am Ende, dass ich ja eine Infektion nach der anderen bekam, Null Immunsystem mehr hatte, dann anfing, auf Antibiotika allergisch zu reagieren und im Krankenhaus landete. Mein Herz fing an, rumzukaspern, dieser Dauerstress in mir brachte mich um.

Und da wusste ich, o.k., hier muss sich ganz entscheidend was ändern!

Und es war klar, dass da kein fertiger und gangbarer Weg vor mir lag, sonst wäre ich ja längst den gegangen. Nein, dieser Weg musste beim Gehen entstehen.

Reiki, Baldrian &Co reichten nicht mehr. Und so begann ich ja 2006 mit Citalopram, bekam 2009 endlich meine A.DHS-Diagnose und ab da begannen die 10 Jahre des Austestens und Suchens und Machen und Tuns. Letztes Jahr, 2019, war das dann beendet so gut machbar.

Mir ist auch noch eingefallen, dass oft in solchen Themen wie diesem hier auch die Frage mitschwingt: Ja, ist das denn nicht lebenszeitverkürzend, wenn man mehrere Psychopharmaka nimmt, so harte Dinger?

Eigentlich ist es ja eher so, dass die Menschen immer älter werden wegen der immer besseren Medikamente und der immer besseren Möglichkeiten des Dosierens und Kombinierens.

Und bei mir war es ohne meine Medikamente lebensgefährlich aus mehreren Gründen. Immunsystem, Herzbelastung, Schmerzbelastung, das ging so nicht weiter.

Aber selbst, wenn es so wäre, würde ich persönlich sagen: Lieber mehr Leben in den Jahren als mehr Jahre des Vegetierens.

Meine Eltern sind beide hochbetagt und chronisch krank, bei meinem Großvater war es auch so. Meine Großmutter ist mit 76 Jahren gestorben, weil sie mit ihren Herzbeschwerden einfach nicht zum Arzt ging und die andere ist mit fast 90 Jahren gestorben. Mein anderer Großvater starb im Krieg.

Alle meine 3 Geschwister leben noch, meine beste Freundin und ihre Geschwister, die alle ihre lebenslangen psychischen Erkrankungen n i c h t behandeln ließen, sind alle mit Anfang 60 Jahren gestorben.

Es gilt generell, dass chronisch kranke Menschen, die dies schon in jüngeren Jahren sind, eine kürzere Lebenserwartung vergleichsweise haben, statistisch. Behandelt oder unbehandelt?

Mein Körper hielt meine psychischen Stressoren meiner psychischen Erkrankungen schlicht nicht mehr aus.
Ich wäre ohne meine Psychopharmaka gar nicht mehr am Leben. Ein Fakt!

Liebe Grüße! maya

Gestern 14:57 • x 3 #103


Alexandra2
Liebe Maya,
Wie hast Du es geschafft, den Adrenalinmodus zu verlassen?
Und was konntest Du gegen die Erschöpfung tun?
Ich fühle mich, wie mit durchdrehenden Reifen, Vollgas und angezogener Handbremse oder völlig gegensätzlich wie ausgeknipst
Liebe Grüße Alexandra

Gestern 15:13 • x 2 #104


maya60
Zitat von Alexandra2:
Liebe Maya,
Wie hast Du es geschafft, den Adrenalinmodus zu verlassen?
Und was konntest Du gegen die Erschöpfung tun?
Ich fühle mich, wie mit durchdrehenden Reifen, Vollgas und angezogener Handbremse oder völlig gegensätzlich wie ausgeknipst
Liebe Grüße Alexandra


Liebe Alexandra,
als ich 2009 zum ersten Mal ein A.DHS-Medikament einnahm, damals war das zuerst Strattera, blieb gleich an dem Tag mein allabendlicher Erschöpfungszusammenbruch aus. Und der blieb bis heute aus, auch jetzt mit niedrig dosiertem Medikinet a.dult.
Da war ich aber trotzdem noch unter Daueradrenalin. Ich konnte aber die A.DHS-Medis nur niedrig dosiert vertragen. Höher dosiert machten sie mich dann wieder kribblig.

Also tat mein Fachdoc das, was alle Fachleute für A.DHS tun, sie versuchen, rauszufinden, mit was man diese niedrige Dosierung des Medikinet a.dults kombinieren kann, um weiterzukommen. Bei mir ist das ein hochdosiertes SSRI oder SSNRI, das meine extreme Reizoffenheit dämpft und damit auch meinen ständigen Adrenalinmodus.

Mein Hauptsymptom beim A.DHS ist meine extreme Reizoffenheit und Hyperaktivität, nicht ein generelles Aufmerksamkeitsdefizit, sondern das war immer die Folge meiner Überreizung. Bei A.D.S. müssten also vermutlich andere Medikamentenkombis helfen.

Aber nicht, wenn ich mich um meine seelischen Altlasten nicht kümmere, um meine Trigger und nicht, wenn ich im Alltag auf voller Leistung fahre.
Bis 2012, bis Sohni aus seinen Turbo-Verhaltensauffälligkeiten endlich rausfand, war meine Lebensführung falsch. Aber ich wollte Sohni nicht abgeben in eine Einrichtung. Zum Glück musste ich das auch nicht.

Würde ich heute wieder so leben wie mit voll auffälligem Turbokind, könnten die Medis nicht verhindern, dass ich wieder oft im Adrenalinmodus wäre.
Hätte ich mich nicht intensiv privat und in Psychotherapie mit allen Stressoren, auch den Triggern und Altlasten beschäftigt, fiele ich noch heute öfter in den Adrenalinmodus.
Jetzt am letzten Sturmwochenende war ich durch Trigger wieder drin und mehr als ihn öfter mal für Stunden zu unterbrechen war nicht drin. Dafür war ich aber schon dankbar.

Also würde ich sagen, es sind die Medikamente, die psychologische Begleitung und meine Verhaltensänderungen und -Anpassungen an meine Kraftgrenzen und meine Arbeit an mir. Und meine Fluchtoase der Spiritualität. Aber nichts davon alleine.

Aber auf jeden Fall sind die Medikamente eine wesentliche Basis, um überhaupt all das andere aufmerksam und aufnehmend machen zu können.

Früher gab es nur Überreizung oder Depression am Ende mehr für mich.

Ich bin auch immer noch eine Hypie und spontan, mitunter impulsiv, ohne Reizfilter und gefährdet, in depressive Episoden einzubrechen durch Überanstrengung oder Trigger, das weißt du ja.
Aber das ist trotzdem um so vieles besser als zuvor.

Ich lebe ja fast ein Eremitinnenleben mittlerweile, weil mich regelmäßiges Rausgehen zu sehr erschöpft. Und scheuche meine innere hyperaktive Getriebenheit und Wissbegier in mein Bibelforschungshobby. Klappt irgendwie, so dass ich auch nicht mehr das Gefühl der Handbremse habe, das du beschreibst.

Liebe Grüße! maya

Gestern 15:42 • x 1 #105





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