Hallo Zusammen, ich habe ja dieses Thema mit der Frage eröffnet: "Welche Medikamente helfen langfristig gegen Schlafstörungen?" Dabei ging ich davon aus, dass ich keine Medikamente einnehmen möchte gegen meine gravierende Umkehrschlafstörung seit 3 Jahren, die mich nachts so gut wie gar nicht schlafen ließ, aber zumindest tagsüber den Schlaf nachholen ließ, die süchtig machen oder die eh nur kurzfristig wirken.
Ich wusste, dass es so einfach mit Schlafmitteln nicht sein kann, sonst wären hier im Forum nicht so viele Menschen, die Medikamente gegen ihre Krankheiten einnehmen und trotzdem Schlafstörungen haben.
Zero hat dankenswerter Weise anhand seiner Erfahrungen dargestellt, welche unterschiedlichen Medikamente es gegen Schlafstörungen gibt und welche Probleme es damit gibt bzw. welche Probleme er damit hat.
Dabei ist klar, dass jeder seine persönlichen Erfahrungen macht, weil jede Depression und jede weitere psychische Erkrankung bei jedem individuell anders in Stärke, Behandlung und Erfahrungen ausfällt und viele von uns auch daher mehrere Medikamente dagegen einnehmen, was wiederum auch die Einzelerfahrungen unterscheidet. Das alles macht die Einzelerfahrungen nicht pauschal vergleichbar.
Unterm Strich, und eben daher natürlich nicht repräsentativ als immer gültige Erfahrung, die niemand hier auch erwarten konnte, zeigte sich, dass es die gute Erfahrung Einzelner gibt, die schon jahrelang ein nicht süchtig machendes ärztlich verordnetes Antidepressivum abends zum Schlafen einnehmen und damit schlafen können.
Mehr wollte ich mit diesem Thema gar nicht wissen und mehr können die Antworten auch nicht bieten. Ich bin sehr dankbar für diesen Austausch.
Die von meinem Facharzt mir jetzt verordneten Trimipramin-Tropfen verhelfen mir sei 1 Woche zum Nachtschlaf zum ersten Mal seit 3 Jahren und damit bin ich mehr als zufrieden.
Eine andere Schreiberin in diesem Thema schläft damit seit Jahren schon gut, bei einem weiteren Schreiber tritt schnell ein Gewöhnungseffekt ein, bei mir zeigt sich in meiner kurzen Woche der Erfahrungen, dass, wenn ich krankheitsbedingt extrem aufgewühlt bin, das Schlafmittel so niedrig dosiert, wie ich es verwenden will, keine ganz durchschlafene Nacht schenkt, aber schonmal ordentlich Stunden zusammenbringt, was für mich schon eine Riesenverbesserung ist

und auch erwartbar.
Ich werde auch weiter berichten.
Die Frage, ob man überhaupt gegen meine Erkrankungen Depression und A.DHS Psychopharmaka einnehmen sollte und ob man überhaupt ein weiteres Antidepressivum als Schlafmittel noch dazu nehmen sollte, war nicht die Frage dieses Themas, sondern die beantworte ich schon seit Jahren zusammen mit meinem Facharzt.
Die muss jeder für sich beantworten zusammen mit seinen Fachärzten. Denn jede Krankheit ist anders.
In meinem Fall sind meine beiden Krankheiten so stark ausgeprägt, dass nach Jahrzehnten ohne passende Diagnosen in meinem Leben nun mit den richtigen Diagnosen Medikamente nicht nur fachärztlicherseits dringend notwendig sind, sondern mir auch eine wesentlich bessere Lebensqualität bieten und den vorherigen Leidensdruck und die vorherige Schwäche entscheidend verbessert haben. Natürlich nur, da sie keine Wundermittel, sondern Unterstützung sind, nur mithilfe begleitender Psychotherapie und intensiver Verhaltens- und Lebensanpassung an meine chronischen Erkrankungen. Wegen aller komplizierten Einzelaspekte mit 2 psychischen Erkrankungen hat es bei mir 10 achtsame Jahre gebraucht, bis ich das Ganze mithilfe von Fachleuten so ausgetüfftelt hatte, dass ich denke, ich hole nun das Beste aus allem.
Bei meinen Krankheitsstärken reichen leider schon lange keine gängigen Maßnahmen mehr, die gesunden Menschen zum Schlaf verhelfen wie Sport und gesundes Essen.
Bei meinen Krankheitsstärken habe ich persönlich als mündige Kranke mich gemäß der schulmedizinischen Leitlinien behandeln lassen, weil alle pflanzlichen Medikamente nicht stark genug wirkten.
Meine regelmäßigen Untersuchungen zeigen, dass die Notwendigkeit, mehrere Psychopharmaka täglich zu nehmen, die fachärztlich achtsam aufeinander abgestimmt sind, bisher zu keinen organischen Schädigungen oder Funktionsstörungen geführt haben, was natürlich vermieden werden soll.
Ohne derartige regelmäßige Untersuchungsergebnisse würde mir mein Facharzt, Psychiater mit Schwerpunkt "A.DHS bei Erwachsenen" gar nicht weiterverschreiben. Aktuell gerade beim letzten Besuch bekam ich die Überweisungen zum Hausarzt und zum Augenarzt, um in solchen Untersuchungen verschiedene Herz-, Kreislauf-, Blut-. Schilddrüsen-Werte abzufragen und zum Augenarzt, um den Augeninnendruck zu messen.
Als mehrfach chronisch Kranke bin ich in einer besonderen Situation, die besondere Maßnahmen erfordert und wo es leider nicht mehr aufgrund der Krankheitsstärken darum gehen kann, mit "Feld-, Wald- und Wiesenmitteln" oder ganz ohne Medikamente alleine auszukommen. Dann läge ich nur noch handlungsunfähig im Bett, komplett aus meinem Alltag herausgefallen.
Ich habe keine unerträglichen Nebenwirkungen durch meine Medikamente, die mich dazu brächten, ganz auf Medikamente zu verzichten zu diesem gerade beschriebenen hohen Preis des nur im Bett Vegetierens. Für beide Erkrankungen gibt es zahlreiche Behandlungsvarianten und -Kombinationen. Der einzige wirkliche Mangel ist, dass die meisten Psychiater bezüglich A.DHS meiner Ansicht nach sträflich schlecht fortgebildet sind. Wer sich in Selbsthilfeforen oder in "A.DHSpedia" informiert, sieht aber, wie weit die Medizin hier schon helfen kann und wie sehr es lohnt, sich Fachärzte mit Expertenwissen zu A.DHS zu suchen bzw. medizinische Zentren für A.DHS oder ggfs. auch seinen Facharzt zu informieren und zu fragen.
Meine Erkrankungen lassen sich bei meiner Stärke medikamentös, psychotherapeutisch und mit meiner Lebensführung so gut behandeln, dass ich ein zufriedenes, wenn auch nicht einfaches, Leben lebe.
Liebe Grüße! maya