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Welche Medikamente helfen langfristig gegen Schlafstörungen?

Alexandra2
Liebe Maya,
Danke für den Blick in das private Werkzeugköfferchen, wodurch ich mich besser fühle.
Außer diesen Ähnlichkeiten arbeite ich gerade an der max Anspannung/Adrenalinspiegel, die/der automatisiert ist. Innehalten, identifizieren (was fühle ich da?) und Reaktion überprüfen ggf korrigieren. Insofern bis ich bereits unterwegs beim Lernen.
Liebe Grüße Alexandra

14.02.2020 16:00 • x 1 #106


maya60
Liebe Alexandra, ja, das hilft viel auf Dauer. Bei mir war der Adrenlinmodus ja bereits als Kind stundenweise unterbrechbar durch meinen Rückzug ins Schreiben und Lesen ganz alleine und in die Spiritualität als unbewusste Selbstregulation. In Stille habe ich auch keine Aufmerksamkeitsprobleme, denn die Ablenkungen, die 10000000000000, fallen ja weg.

Dadurch hat sich mein Adrenalinmodus wohl nicht so automatisiert, sondern es war genauso automatisiert, jeden Tag in Stille auszusteigen.

Als unser Sohn kam, ging das nicht mehr und alles lief zu Höchstform auf. Eigentlich unglaublich, dass das 11 Jahre so ging. Danach war ich erledigt.

Aber es hilft sehr, wenn der Adrenalinmodus lernt, sich an- und auszuschalten. Das gehört ganz wichtig mit zu dem ganzen Paket!

Liebe Grüße! maya

14.02.2020 16:08 • x 1 #107


maya60
P.S.: Wie auch jetzt mit den Schlafstörungen arbeite ich immer weiter mit meinen Krankheiten, aber nicht mehr gehetzt, weil der Alltag mit den Krankheitssymptomen nicht mehr oder kaum mehr erträglich wäre.
Im Rückblick der 10 Jahre nach A.DHS-Diagnose ging ich los mit der Hoffnung, doch irgendwann ganz gesund oder so wie gesund mithilfe der Medikamente oder mit nur wenigen Einschränkungen zu werden. Und jede These probierte ich dann durch bis es wieder zu Rückfällen kam und ich immer kleinere Brötchen backen lernte. Ich lernte, was machbar ist, ohne aber auch ein Boreout-Leben statt eines Burnout-Lebens zu leben.
Raus kam ich also als eine ganz andere aus diesen 10 Jahren, eine komplett andere und dennoch viel mehr ICH als seit Kindheitszeiten.

In der Rückschau ist das so, als ob du einen Klumpen feuchten Ton in der Hand hast und daraus einen Ball formen willst. Um den rund zu kriegen, musst du immer alle Seiten nacharbeiten. Und er ist schwer und verformt sich schnell, wenn du an ihm arbeitest, während er wo aufliegt. Manchmal muss das aber eben auch sein eine Zeitlang.
Dann musst du auch lernen, dass du den nur vorsichtig rollen kannst und nicht damit Fußball spielen kannst und ihn auch vor Hindernissen schützen musst. Dann gerät er aber trotzdem mal in den Regen oder in den Wind und wird eingedellt, du hast ja nicht alles in der Hand und es gibt auch Grenzen der Perfektion usw. Du musst auch sehr aufpassen, dass er dir nicht ins Gedränge gerät und dir nicht weggeschnappt und aus der Hand genommen wird. Niemand kann d e i n e n Ball so formen wie du selber.

Es kommt auch vor, dass irgend ein "Tonspezialist" dir zuviel Wasser draufgießt oder deinen Ball in die Sonne legt und das Material spröde oder zu trocken wird. Das tut ihm dann selber leid und er hilft dir, zu korrigieren. Dann bekommst du einen zweiten Tonball und den sollst du zu einem Viereck arbeiten, dabei darf dir aber der andere nicht in Vergessenheit geraten.
Manches gilt für beide Werkstücke oder auch nicht, wenn es ein anderer Ton ist.

Gefällt es dir besser, wenn beide so im Großen und Ganzen schön sind oder korrigierst du die ganze Zeit zu perfektionistisch dran oder braucht ein Werkstück mehr Zuwendung als das andere?

Du hattest zwar mal ursprünglich vor, deine Werkstücke zu fertiger Kunst im Brennofen zu brennen, aber sie lassen dich als Werkstücke im Entstehen nicht weitermachen, weil sie so anfällig sind, weil irgendetwas mit dem Material nicht so robust ist wie gedacht. Und du stellst auch auf einmal fest, dass du kein Werkstück haben willst, das innen hohl sein muss, um nicht im Ofen zu zerspringen.
Irgendwann schaust du gar nicht mehr auf den Brennofen, sondern arbeitest immer mit deinen Formen und findest auch darin eine hohe Befriedigung, mit dem Unperfekten, mit dem Anfälligen. Eine ganz neue Welt. Ganz neue Fragen, Leute, Blickwinkel.

Wenn du jetzt auf deine fertig gebrannten Werkstücke schaust im gesamten Leben, dann siehst du: Das reicht auch eigentlich.

Liebe Grüße! maya

14.02.2020 18:56 • x 2 #108


Alexandra2
Liebe Maya,
Es ist sehr tröstlich, daß eine Neugestaltung gelingen kann. Wer hätte gedacht, daß meine Depression chronisch ist und seit dem 3.Lebensjahr mein Leben verfinsterte, und daß das Entwicklungstrauma diesen Zustand aufrecht erhält und obendrauf das A. D. S. für Stress, Chaos etc entweder daran mitwirkt oder völlig eigene Wege geht? Das Gefühl, es stimmt etwas ganz und gar nicht, bekam Gestalt in Form einer völlig verhedderten Psyche. Das Entwirren brachte schrittweise Erleichterung, wobei das Entwirren nicht abgeschlossen ist. Die Orientierung zu behalten, das Chaos überblicken, hinfühlen, identifizieren und Reizüberflutung, Überforderung verhindern kommt dem Zusammenbau eines Mosaiks mit winzigen Steinchen nahe. Das macht mich froh, weil jedes Steinchen das Bild deutlicher werden lässt. Als ob ich zu dicht an einem Bild von Lichtenstein dran bin, erkenne ich die Mitte, das Umfeld verschwimmt. Die Handlungsfähigkeit hat etwas sehr tröstliches, ist in die Zukunft weisend. Ich bin dankbar für die Hilfe, auch im Forum. DANKE.
Vielleicht kann ich eines Tages ein Ganzes formen, wie Du schreibst Maya. So wie es jetzt ist, bin ich zufrieden und wünsche allen, Ihren Weg zu finden und ihm zu folgen
Liebe Grüße Alexandra

14.02.2020 20:10 • x 2 #109


maya60
Liebe Alexandra, das kann ich alles so unterschreiben. Und ich liebe Mosaike und will, dass man auf meinem Lebensmosaik die Bruchkanten und die Unebenheiten alle gut sieht, denn sie gehören dazu und unterstreichen die Eigenwilligkeit und Lebendigkeit! Selbst die Leerstellen sind schön, weil sie voller wilder Emotionen und Energiestrudel sind.

Liebe Grüße! maya

14.02.2020 21:53 • x 3 #110


maya60
Nach 2 Wochen Trimipramin-Tropfen vor dem Schlafengehen und damit dem Ende meiner 3-jährigen nächtlichen Schlaflosigkeit, (meiner Umkehrschlafstörung, weil ich tagsüber prima schlief), ein kurzer Zwischenstand: Ich bin immer noch zutiefst dankbar, , dass meine so ausgeprägten Schlafstörungen durch ein nicht abhängig machendes Mittel (ein beruhigendes A.D aus der Wirkungsgruppe der Trizyklika) doch tatsächlich so schnell und wirksam eine Ende fand.
Das ist ganz und gar nicht typisch für mich, denn ansonsten dauern meine Einstellphasen mit jedem Psychopharmakum lange, lasse ich mir in meiner Hochsensibilität ganz viel Zeit damit, das richtige herauszufinden.

Dieses hier war sofort wirksam und ich habe keinerlei Nebenwirkungen, weil ich es nur sehr niedrig dosiert mit 10 Tropfen einnehme, 15 -20 Tropfen nur ein- bis zweimal in den 15 Tagen, wenn ich am Tag sehr aufgewühlt war.

Da mein Nachteulendasein aber durchaus psychdynamische Gründe aus Vergangenheit und Gegenwart hatte und auch immer noch hat, kristallisiert sich jetzt so eine Art Kompromiss zwischen Nachteule und Frühaufsteherin aus Leidenschaft wie ich es vor den letzten 3 Jahren immer war, heraus:

Ich schlafe meistens nachts ca 6 Stunden lang und hole die restlichen 2 Stunden, die ich brauche, dann tagsüber nach.

Und so habe ich keinen Grund zum Klagen! Im Gegenteil!

22.02.2020 19:36 • x 3 #111





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