119

Welche Medikamente helfen langfristig gegen Schlafstörungen?

maya60
Hallo Zusammen, ich finde zwar genug Themen zu bestimmten Schlafmedikamenten, aber habe mir keinen Eindruck erlesen können, ob es möglich ist, langfristig bei medikamentös (SSNRI) behandelten chronischen Depressionen mit chronischen Schlafstörungen diese mit nicht abhängig machenden Schlafmitteln zu überwinden.

Bisher nahm ich noch nie Schlafmittel und wenn sie nicht lange genommen werden dürften oder eh nicht helfen würden langfristig, dann würde ich auch erst gar nicht zu meinem Doc gehen, um um welche zu bitten.

Wie sind da eure Erfahrungen?

Liebe Grüße! maya

07.02.2020 08:44 • #1


Irgendeine
Ich nehme seit Jahren Mirtazapin und manchmal noch Neurocil zum Schlafen. Damit schlafe ich gut. Beides macht nicht abhängig.

07.02.2020 08:51 • x 1 #2



Hallo maya60,

Welche Medikamente helfen langfristig gegen Schlafstörungen?

x 3#3


maya60
Danke, Irgendeine, das ist ja eine gute Info!

07.02.2020 09:06 • #3


maya60
Habe gerade bei meinem Doc angerufen und die Sprechstundenhilfe: "Oh Gott, seit 3 Jahren nachts nicht schlafen? Wieso haben Sie denn nichts gesagt?"

" Weil ich dachte, Schlafmittel machen abhängig und langfristige Einnahme gibt es eh nicht und dann mit meinen hoch dosierten A.D. geht das nicht."

Neeeeiiiin. Wir haben da was. Kommen Sie sofort ohne Termin vorbei!" Einen Termin haben wir aber vorsichtshalber auch gemacht, nur geht da keiner vor März. Aber mein Doc guckt sich das jetzt an und ein Rezept bekomme ich dann heute schon.

07.02.2020 09:21 • x 1 #4


maya60
Warum haben dann so viele Depressive trotzdem nach wie vor auch hier im Forum massive Schlafstörungen?

Naja, jetzt bin ich jedenfalls hoffnungsvoll auf dem Weg zu meinem Doc.

07.02.2020 10:08 • x 1 #5


Ich denke das bei einem psychosomatisch verursachten Schlafdefizit keine Pharmazie als Schlafmittel Medikation eine langfristige Lösung darstellt. Wenn dann noch Amphetam. Rezepturen im Spiel sind, wird die Angelegenheit noch akuter und somit plausibel warum man abends überhaupt nicht müde ist und dementsprechend nicht bzw. nur wenig schläft. Es gibt da Patienten die von einem tagelangen Wachschlaf berichteten und so kenne ich das auch selbst verursacht durch Medikinet!

07.02.2020 12:30 • x 1 #6


maya60
Hallo Mark, danke fürs Mitdenken - wir werden sehen. Mein Doc hat mir deutlich gemacht, dass ich mir 10 Jahre Zeit gelassen habe für meine Einstellung der Psychopharmaka, bis ich es passend fand und dass es auch mit einem müde machenden A.D für abends nicht zu prognostizieren ist.

Mein niedrig dosiertes Medikinet a.dult ist längst aus dem Blut, wenn ich das neue Tri . . . irgendwas einnehme, denn von 5.30 Uhr morgens bis 21 Uhr abends ist es raus.
Außerdem nahm ich das schon lange ohne meine Schlafstörungen zu haben.

Seit ich Venla hoch dosiert brauche, sind sie da und Duloxetin ändert daran anscheinend nur ein bisschen.

Und da mein Doc mein ForschGen kennt, habe ich eh Tropfen zum langsam Ranpirschen.

Vor allem ist diese Dosis abends nichts, was ich täglich brauche, denn ich mag meine Stillen Nächte auch, aber dann kommen auch Tage, die ich nicht verschlafen möchte.

Vorsichtshalber weise ich drauf hin, dass viele Menschen mit A.DHS, betreut von einem Facharzt für A.DHS bei Erwachsenen, anders Psychopharmaka verordnet nehmen als Menschen mit Depressionen aber ohne A.DHS.

So kann es sein, dass diese Abendgabe bei mir aufputschend wirkt, denn mich beruhigen ja auch Kaffee, Cola, aktivierende Psychopharmaka.

Das alles kann man nicht voraussagen, aber sehr sehr vorsichtig ausprobieren.

Liebe Grüße! maya

07.02.2020 13:00 • x 1 #7


maya60
P.S.; Bei mir gibts auch fette psychosomatische Argumente für die Schlafstörungen.
Und ich riskiere bestimmt auch nicht meine ausgeglichene Medikation. Also, entweder wirkt das abends gering dosiert oder ich lasse es gaaaanz langsam an mit Änderungen.
Das sieht mein Doc genauso und ich hab schon den nächsten Termin für Mitte März.

Trimipramin Tropfen habe ich übrigens. Kennt das wer?

07.02.2020 13:21 • #8


ZeroOne
Mein Lieblingsthema - da kann ich bald drin promovieren!
Ich leide seit 11 Jahren unter schweren Schlafstörungen und seit 9 Jahren unter extremer Schlaflosigkeit.

Rezeptfreie Medikamente (egal, ob pflanzlich, hormonell, etc.) habe ich über die Jahre kein einziges gefunden, was annähernd ausgereicht hätte, mich ins Traumland zu schicken. Deshalb will ich dazu gar nicht viel schreiben. Aber bei Baldrian & Co. muss man sich wenigstens keine Sorgen machen, langfristig schlimmere Schäden anzurichten (wobei das bei Antihistaminika auch wieder anders aussieht). Aber wie gesagt: für mich persönlich keine Hilfe, weder lang- noch kurzfristig.

Verschreibungspflichtige, herkömmliche Schlafmittel (keine Benzos), also die Klassiker wie Zopiclon & Co. (von den Amis liebevoll "Z-D*r*u*g*s genannt), haben mir eingeschränkt geholfen. Anfangs haben sie mich zwar schnell in den Schlaf geschossen, aber nach 3-4 Stunden war das Vergnügen vorbei.
Zudem habe ich relativ schnell höhere Dosen gebraucht, um in den Schlaf zu kommen. Man merkt tatsächlich, wie schnell diese Teufelchen abhängig machen. Der Entzug war mir dann aber egal, da ich ja vor dem Medikament auch nicht schlafen konnte. Aber tatsächlich war ich im Entzug über Wochen schon wesentlich hibbeliger als sonst (auch Schweißausbrüche, etc.).
Vorteilhaft fand ich persönlich, dass ich am nächsten Morgen nie einen Schlafmittel-Hangover von dem Zeug hatte, wie oft von diesen Medikamenten berichtet wird. Trotzdem: auf die Frage, ob sie langfristig helfen: nach meiner Meinung nein!
Die typischen Benzos (wie Nitrazepam), die auch ganz klassisch bei Schlafstörungen verschrieben werden, haben bei mir komischerweise schlechter gewirkt, als die Z-Medikamente (sowohl beim Ein- als auch Durchschlafen). Und auch hier besteht ein sehr hohes Abhängigkeitspotenzial, daher langfristig auch nicht hilfreich, so denke ich.

Aus der Psychopharmaka-Schublade habe ich auch die Standards durch: Mirtazapin, Quetiapin, Prothipendyl. Man sagt ja, dass diese niedrig dosiert sehr sedierend wirken. Vorteil: keine Abhängigkeit, wie bei klassischen Schlafmitteln.
Ich muss sagen, dass die bei mir nach wie vor ganz gut gehen. Allerdings auch das Problem, dass ich damit keine Nacht durchschlafe - wie bei den herkömmlichen Schlafmitteln auch nur 3-4 Stunden.
Weitere Nebenwirkungen sind - gerade bei Neuroleptika - Mundtrockenheit, Sprachstörungen (die man nachts aber nicht braucht) und Schwindel. Gerade letzteres wird mir nachts öfters zum Verhängnis, wenn ich auf´s WC muss. Da hatte ich schon schwere Stürze.
Auch muss ich persönlich sagen, dass ich bei diesen Medikamenten am nächsten Morgen einen ordentlichen Hangover spüre (der aber nach max. 2 Stunden vorbei ist). Trotzdem gebe ich aktuell einem modernen, atypischen Neuroleptikum (Quetiapin) gegenüber einem regulären Schlafmittel klar den Vorzug.
Allerdings kann ich nicht beurteilen, ob es da Probleme im Zusammenspiel mit SSNRI gibt. Ich hatte zwar vor Jahren mal Venlaflaxin (dem u.a. Schlafstörungen unterstellt werden) parallel zu einem Neuroleptikum genommen und habe keine Beeinträchtigung bemerkt, das muss aber nicht allgemeingültig sein!

Viele jammern über die Gewichtszunahme durch Schlafmittel, insbesondere wenn es um die o.g. Psychopharmaka geht. Ich persönlich habe das nicht feststellen können. Und wenn doch, so ist ein guter Schlaf dieses Opfer vielleicht wert? Wie man zwischenzeitlich herausgefunden hat, macht chronische Schlaflosigkeit ebenso dick.

Was ich noch zum Punkt "langfristig" sagen kann: ich finde, wenn die Medikamente über längere Zeit helfen, abends gut in den Schlaf zu finden und sich dadurch auf Dauer eine Routine einstellt, dann sollte es nach einiger Zeit vielleicht auch wieder (zumindest streckenweise) wieder ohne gehen. Ich hatte z.B. die Erfahrung gemacht, dass ich abends gelegentlich wie ein Baby eingeschlafen bin und am nächsten Tag feststellte, dass ich das Medikament vergessen hatte.

Ist eben auch vieles Gewohnheit und Kopfsache. Aber warum nicht medikamentös nachhelfen, wenn es Sinn macht?!

Und warum leiden viele psychisch Kranke nach wie vor unter Schlafstörungen? Ich denke, dass eine medikamentöse Einschlafhilfe wie auch andere Psychopharmaka zu sehen ist: es ist eine Krücke, die das Leben (übergangsweise) leichter macht, aber das zugrunde liegende Problem löst es nicht.

Und zum Thema "Krücke" finde ich auch (was ja immer kontrovers diskutiert wird), dass die bloße Anwesenheit eines Schlafmittels vielen Leuten schon so viel Ruhe und Sicherheit gibt, dass sie auch ohne es anzuwenden einschlafen können - vergleichbar mit Lorazepam.

LG
ZeroOne

07.02.2020 14:01 • x 2 #9


ZeroOne
Zitat von maya60:
Trimipramin Tropfen habe ich übrigens. Kennt das wer?

Ja. Hat bei mir leider auch nicht genug Bums zum Einschlafen gebracht.

LG
ZeroOne

07.02.2020 14:05 • x 1 #10


111Sternchen222
@maya60 ich glaub @Ilse77 nimmt die.

07.02.2020 14:11 • x 1 #11


111Sternchen222
Ich hab 5 Monate Zopiclon genommen, die helfen mir gut, haben aber auch ein gewisses Abhängigkeitspotential. Bin aber gut wieder davon runter gekommen.
Lg Sternchen

07.02.2020 14:21 • x 1 #12


Irgendeine
Ich konnte jahrelang nur schlecht schlafen und hatte schlimme Albträume. Seit ich Mirtazapin nehme, habe ich nur noch selten Albträume und schlafe fast immer durch. Es hat halt den Nachteil, dass viele davon zunehmen. Bei mir gleicht es sich mit dem ADHS-Medi (was ja appetithemmend ist) relativ gut aus. Ohne das Mirtazapin würde ich wahrscheinlich viel zu wenig essen.


Ich nehm auch ein Ampheta.minderivat gegen mein ADHS. Das hat eine Wirkdauer von 12h. Zusätzlich noch ein aktivierendes Antidepressivum. Mit dem Mirtazapin (und ggf. noch zusätzlich Neurocil, wenn ich nicht müde werde) kann ich meinen Einschlafzeitpunkt relativ gut kontrollieren.

Zitat von Mark78:
Es gibt da Patienten die von einem tagelangen Wachschlaf berichteten und so kenne ich das auch selbst verursacht durch Medikinet!

Das mag sein, aber ohne mein ADHS-Medi komme ich halt auch nicht klar.
Zitat von maya60:
Und ich riskiere bestimmt auch nicht meine ausgeglichene Medikation.

Genauso ist es.
Zitat von maya60:
Trimipramin Tropfen habe ich übrigens. Kennt das wer?

Ich kann dir nur sagen, dass es ein "älteres" trizyklisches Antidepressivum ist, was eben sedierend wirkt.
Ob es gut ist, kann ich dir leider nicht sagen.

07.02.2020 14:32 • x 1 #13


maya60
Zitat von ZeroOne:
Ja. Hat bei mir leider auch nicht genug Bums zum Einschlafen gebracht.

LG
ZeroOne


deine Sprache, klasse

07.02.2020 15:31 • #14


Mal was ganz anderes bezüglich der Schlaflosigkeit, hat momentan jemand akute bzw. stärkere Schlaflosigkeit als sonst?

07.02.2020 15:48 • x 1 #15





Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag