Welche Medikamente brauche ich - nicht zunehmen / Libido

M

monty
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Zur Unterstützung meines Zustandes wurde mir von meiner Therapeutin mehrmals zu Medikamenten geraten.
Und so stellt sich mir die Frage, was für mich gut sein könnte?

Ich habe eine große Angst davor, dass ich zunheme, dass ich noch antriebsärmer werde, dass Medis mich aufpeitschen könnten, denn oftmals fühle ich mich ruhelos, ich sorge mich, dass die Libido beeinträchtigt werden könnte...

Natürlich reagiert jeder Mensch anders, aber es gibt doch vielleicht auch allgemein gültige Aussagen über bestimmte Medikamente.


Darf ich solche Fragen stellen?
Ich bin mir bewusst, dass hier niemand eine fachlich kompetente Auskunft geben kann, aber ich möchte mich für ein Gespräch bei den Ärzten vorbereiten, damit mir nicht noch viel Zeit und Kraft verloren geht. Mein Gefühl sagt mir, dass ich bald handeln sollte, da ich nicht in eine Akutklinik möchte....

Danke für eure Hilfe!

Wenn dieser Thread nicht gewünscht wird, dann bitt einfach löschen.

#1


29 Antworten ↓
S

Sandra
Mitglied

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Liebe monty,

ich persönlich habe meistens meine Probleme mit S. Desinteresse, was aber m.E. nicht immer unbedingt eine Nebenwirkung des Antidepressivas sein muss. Ich halte es für völlig normal in einer depressiven Episode keine oder nur schwerfällig Lust empfinden zu können.

Auch habe ich schon einmal die Erfahrung mit Anorgasmie gemacht - in Zusammenhang mit einem Antidepressiva. Damals war ich auch noch in einer Beziehung und konnte mich glücklich schätzen, dass mein Partner sehr großes Verständnis aufgebracht hat.
Ich habe zu der Zeit meine Prioritäten gesetzt. Ich habe das "Opfer" gebracht für den Preis, dass es mir zeitweise einfach besser ging. Zumal es mir dennoch möglich war S. Lust zu empfinden, nur zum Höhepunkt kam es eben nicht mehr. Aber ich denke das dies durchaus auch eine Einstellungssache ist und mit welcher Erwartung man an die Sache drangeht. So empfand ich es als gar nicht mal so schlimm. Ich habe es eher versucht positiv zu sehen, indem sich der Akt in dem Moment einfach nicht nur noch um ein gewisses Ziel dreht, sondern um die Tatsache an sich, sich nahe sein zu können und dies vollkommen zu genießen.
Selbst für meinen Partner war die Situation damals gar nicht mehr so schlimm, weil auch für ihn ein gewisser Erwartungsdruck wegfiel (Männer eben...) e025

Zitat von monty:
Zur Verdeutlichung muss ich gestehen, dass ich erst seit kurzer Zeit im eigentlichen Sinne Spaß am S. gefunden habe.
Nachdem es über jahrzehnte eine Art Pflichtprogramm war, konnte ich mich zuletzt endlich "fallen lassen" und mein Hirn dabei "ausschalten".

Nun, was hindert dich denn jetzt daran dich fallen zu lassen?
Kannst du denn gar nichts mehr empfinden, d.h. fühlst du dich abgestumpft? Oder geht es wirklich "nur" darum, dass du nicht mehr zum Orga. kommen kannst?

21.09.2010 22:11 • #21


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A


Hallo monty,

Welche Medikamente brauche ich - nicht zunehmen / Libido

x 3#3


P

paedagogin
Gast

Hallo Max,

ich bin zwar weiblich, aber ich habe ähnliche Probleme wie du. Ich habe zwar noch Lust, kann aber kaum noch kommen (auch nicht alleine). Das ist leider eine sehr häufige Nebenwirkung bei SSRIs, wenn du ansonsten also mit deinem Medikament klarkommst und es dir hilft, würde ich persönlich eher nicht versuchen, etwas anderes einzunehmen. Ich finde das selbst total anstrengend und nervig, aber du nimmst das Medikament ja nicht zum Spaß, sondern damit es dir bald wieder besser geht. Zudem gehören S. Störungen ja auch zu den Symptomen von Depressionen bzw. wer sehr belastet ist, hat auch schnell mal keine Lust mehr. Vielleicht könnt ihr das Vorspiel also auch einfach etwas verlängern oder du verwöhnst sie/ihn erstmal nur so? Oder hast du da auch keine Lust zu? Dann würde ich offen mit deiner/deinem Partner/in sprechen und erklären, woran es liegen könnte. Klappt es denn mit dir selbst?

Wie lange nimmst du das Escitalopram denn schon? Wenn du es neu einnimmst, kann die S. Lust ja durchaus wieder zurückkommen, sobald es dir besser geht, viele Nebenwirkungen geben sich ja nach ein paar Wochen wieder. Bei mir war es anfangs auch so, dass ich gar nicht mehr kommen konnte (und alleine hatte ich damit NIE Probleme). Jetzt dauert es manchmal ewig und es geht nicht immer, aber ich kann es zumindest wieder. Nur Mut! Zu S. Unlust gehört eben auch viel die Psyche und je mehr du es willst und beobachtest, desto eher klappt es nicht.

Die blauen Pillen aus China finde ich übrigens ziemlich daneben - gesund ist das keinesfalls. Vor allem nicht zusammen mit SSRI.

Gruß.

03.02.2019 20:33 • #30


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G
Leider gibt es die m.E. nicht die allg. gültige Aussage. Jeder reagiert auf die Medis anders. Es wird dir leider nicht viel anderes übrig bleiben, als dem Arzt in dieser Hinsicht zu vertrauen und abzuwarten, wie du auf das Medi dann reagierst.

#2


P
Hallo Monty,
das Beste ist, diese Gedanken mit Deinem Arzt zu besprechen. Er/sie kann Dir - sofern er gut ist - sagen, welches Medikament er für Dich für geeignet hält und warum. Diesem Urteil solltest Du dann am besten ersteinmal vertrauen und es ausprobieren, so wie es ja auch ganz richtig geschrieben hat.
Ein Medikament, das bei dem einen antriebssteigernd wirkt, kann bei dem anderen durchaus diese Wirkung nicht zeigen. Manchmal müssen Medis auch kombiniert werden. Das kann nicht einmal der Arzt vorher sehen, das müßt Ihr zusammen ausprobieren, denn jeder Mensch reagiert völlig anders auf ein und das selbe Mittel.

Ein Tip, mach Dir nicht so viele Gedanken im Vorfeld, es kommt ohnehin meist anders als man denkt. e025

LG
Petra

#3


M
So, nun habe ich ein Rezept über Citalopram!

Bevor ich das aber einnehme, warte ich noch auf ein Untersuchungsergebnis.....

Die möglichen Nebenwirkungen machen mir noch Angst.

#4


P
Hallo Monty,
Deine Angst ist verständlich. Die hatte ich auch bevor ich mit Citalopram anfing. Aber ohne ein "Risiko" kein Gewinn. Die Nebenwirkungen vergehen meist sehr schnell innerhalb der ersten zwei Wochen. Ich glaube, es hängt auch ein bischen davon ab, wie man sich ihnen stellt. Wenn man sich sagt: Oh nein, Nebenwirkungen!!! Dann empfindet man sie als krasser als wenn man sich von Tag zu Tag die Frage stellt - na, welche von Euch hab ich denn heute?

Wichtig ist, die erste Zeit einfach zu wissen, das irgendwas kommen wird, dass es aber auch bald wieder weg geht. Und die eigentliche Wirkung von Citalopram stellt sich zum Glück meist recht bald ein, so daß man auch weiß, wofür man durch die ersten Nebenwirkungen muss.

Ich wünsche Dir dabei viel Erfolg und einwenig Mut es auszuprobieren.
LG
Petra

#5


M
Leider habe ich immer noch kein Ergebnis der Hormonuntersuchung....
Normalerweise dauert so etwas eine Woche.Doch leider ist die Sprechstundenhilfe erkrankt und niemand kann mir sagen, was nun rausgekommen ist.
Mit viel Glück kriege ich morgen einen Anruf des Gynäkologen...
Dann berichte ich weiter.

#6


M
Ergebnis ist da: Alles in Ordnung. Die Hormone haben keine Auswirkung auf meine Psyche.
Wechseljahre sind noch nicht zu ersehen. Und das in meinem Alter, mit 53 Jahren....

Dann eben nicht.

#7


L
Ich habe auch einige Zeit Citalopram genommen.

Die Ängste und Sorgen, die man so vor dem Einnehmen hat, kann ich dir gut nachfühlen.
Mir ging es da jedenfalls auch so. Besonders nach dem Beipackzettel...

...aber auf der anderen Seite sieh es so: So ein Hersteller muss alles mögliche in seinem
Beipackzettel mal erwähnt haben, damit ihn ja kein noch so rarer Ausnahmefall irgendwie
belangen kann. Ich denke, darum steht da immer so viel Gruseliges drinne.

Ich hatte kaum Nebenwirkungen. Die ersten zwei Wochen war ich öfters mal schläfrig,
hatte einen trockenen Mund. Mehr eigentlich nicht.
Nach ungefähr vier Wochen war es, mein ich, dass es anfing, dass sich der innerliche
Terror und Stress nicht mehr so zerfressend anfühlten. Also irgendwie weniger unter
Strom und weniger ausgelutscht fühlte ich mit.

Auf jeden Fall brauchen die meisten Antidepressiva's eine Weile, bis die Wirlung wohl einsetzt.
Also alles Liebe und Gute damit!

#8


M
Vielen Dank, dass ihr mir so viele aufmunternde Worte geschrieben habt. Und deshalb will ich auch über den "Stand der Dinge" berichten. Das halte ich für fair.

Nachdem ich jetzt eine sehr gute Phase hatte, habe ich das Rezept immer noch nicht eingetauscht. Einen kleinen Einbruch, den ich die letzten beiden Tage hatte, versuche ich gerade abzufangen. Ich bin sehr positiv eingestellt, dass dies schnell gelingt.

Verschiedene Dinge haben mich dazu bewogen es OHNE zu versuchen, aber ich werde nicht zögern die chemische Waffe einzusetzen, sollte ich wieder in einen derart schlechten Zustand zu geraten, wie er hinter mir liegt.

Schon die Beschäftigung mit dem Thema Antidepressiva hat mir wieder einige Gedankengänge geöffnet.
Ich danke euch für eure Hilfe durch die Beiträge.

#9


L
Schön zu hören, dass dein positiver Wille gewachsen ist und es dir besser geht!

Vielleicht noch ein Gedankengang für dich zum Öffnen:
Sie ein Medikament nicht als Waffe, sondern eher als Helfer für dich.
Für mich war es jedenfalls ein Begleiter, der mir eine Zeit lang ein
bischen was an Stress und Überforderung abnehmen konnte, bis
ich wieder zu Kräften kam und die Dinge alleine angehen konnte.
Aber es ist auch meine subjektive Einstellung wahrscheinlich,
warum ich jetzt das Wort "Waffe" eher zu negativ behaftet fand.

Ich denke mal, wichtige Punkte bei einer Depression sind, dass man
lernt, auf sich selber zu achten, sich zu verstehen und für sich Kraft zu finden.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft!

#10


M
Ein kleiner Zwischenbericht:

Nachdem ich die Wahl hatte mich zwischen einem Klinikaufenthalt und der Einnahme von Medikamenten zu entscheiden, habe ich Ende Juli Aufnahme in einer Psychosomatischen Klinik gefunden.
Nachdem meine Depressionen dort nicht besser wurden, ließ ich mich nach 6 Wochen zusätzlich auf die Einnahme von Paroxetin ein. Ab dem kommenden Montag werde ich die Enddosis von 20 mg erreichen.
Nach dem Einschleichen habe ich seit ein paar Tagen das Gefühl, dass meine "Gedankenwelt" sich gebessert hat.
Ich hoffe, dass sich die Nebenwirkungen weiterhin in Grenzen halten werden.

Zu Beginn, hatte ich im Mund das Gefühl nachlassender Betäubungen nach Zahnarztbesuchen, Hitzewallungen, Herzrasen, Konzentrationsprobleme und Sehstörungen. Mittlerweile sind sie weitestgehend abgeklungen. Wie gesagt, die Höchstdosis ist noch nicht erreicht.
Ich werde weiterhin hierüber berichten....

#11


Sancho
Hi Monty!

Ich denke, dass hört sich doch ganz gut an! Wie vieles brauchen auch die Medikamente einiges
an Zeit, um richtig ins Spiel zu kommen.

Die Nebenwirkungen die du beschreibst sind exakt die, die ich auch unter Einnahme dieses
Antidepressiva verspürt habe...nach 4 Wochen war davon aber keine Rede mehr!

Also, weiterhin am Ball bleiben!

Gruß Sancho

#12


M
Nun nehme ich also seit einigen Wochen Parexetin.

Meine Stimmungsspitzen sind somit nicht mehr so doll.
Zur Zeit würde ich sogar behaupten, dass die Medikamente mein Leben gerettet haben.
Aber sie sind nur eine "Krücke", die mich eine Zeit lang begleiten werden.
Mein Ziel ist es, sie eines Tages wieder abzusetzen.

#13


M
Da ich meine Medikamente von der Klinik bekomme, habe ich noch keinen Beipackzettel gelesen.
Nun eine Frage:
Kann eine Nebenwirkung des Paroxetins darin bestehen, dass man plötzlich das Gefühl hat einen sehr trockenen Hals zu bekommen? Wenn ich dann schlucke, bekomme ich einen Würgereiz, der nur durch Gabe von Flüssigkeit zu bekämpfen ist. Da ich ungerne Erbreche, gerate ich dabei fast in Panik, denn nicht immer habe ich etwas zu Trinken dabei.
Legt sich dieses Symptom wieder?

#14


A


Hallo monty,

x 4#15


S
Hallo monty!

Mundtrockenheit ist keine seltene Nebenwirkungen bei so ziemlich allen Antidepressivas.

Ob sich das wieder legt, oder nicht, kann ich dir nicht beantworten, da beides möglich ist.
Ich denke aber, dass man sich damit ganz gut arrangieren kann. Ich hab mir später immer ein kleines Fläschchen Wasser in die Handtasche gepackt, so war ich stets gewappnet e025
Ansonsten hilft ein BonBon lutschen manchmal auch ganz gut.

#15

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