Welche Medikamente brauche ich - nicht zunehmen / Libido

Hallo monty,

dein Antidepressiva ist ein sogenanntes SSRI (Serotoninwiederaufnahmehemmer).Bei SSRI kommt es sehr häufig zu Mundtrockenheit. Oft tritt diese Mundtrockenheit bei höherer Dosierung der SSRI auf.

Da du ja momentan noch in der Klinik bist, solltest du dies jedoch mit deinen behandelnden Ärzten besprechen und unbedingt abklären lassen.

Ich kenne diese absolute Mundtrockenheit leider ebenfalls.
Ich versuche den Speichelfluß dadurch anzuregen indem ich z. B. saure Bonbons (mit Zitronengeschmack) lutsche oder Kaugummi kaue.

LG und alles Gute
sek

12.09.2010 12:37 • #16


Vielen Dank für die prompten Antworten!!!!
Natürlich werde ich es in der nächsten medizinischen Sprechstunde ansprechen.

12.09.2010 13:36 • #17


Nachdem ich ja nun seit einigen Wochen auf meiner angestrebten Tagesdosis bin, habe ich leider als bestehende Nebenwirkung bei mir (neben der Mundtrockenheit) eine Beeinträchtigung der Libido festgestellt.

Obwohl es mir sehr unangenehm ist dieses Thema anzusprechen, bringe ich es hier ganz konkret zur Sprache, weil ich darüber entsetzt und traurig bin: Ich komme nicht zum Orga..
Ich kann mich überhaupt nur wenig, bzw. selten dafür begeistern. Und wenn ich es dann doch zulasse, komme ich nicht zum Höhepunkt.
Was kann ich dagegen tun?

Natürlich ist es zum Teil eine Kopfsache, aber leider kann ich meine Gedanken ja nicht an der Garderobe abgeben.

17.09.2010 12:26 • #18


Sancho
Nun, das "Problem" kennen viele, die Antidepressiva's nehmen! Allerdings sollte man
dem Thema an Stigmatisierung nehmen!

Was man immer wieder hört - und wo es scheinbar Probleme mit gibt - ist, dass
Mann/Frau keinen Orga. bekommt.

Die Frage, die sich mir dann immer stellt, ist, wie viel Zeit des eigentlichen Aktes
der Orga. einnimmt? Ist ein Organsmus das Ziel von gutem S. oder nicht viel
eher der Akt und das Drumherum an sich?

Mein Tip: Umdenken, statt verzweifeln!

Gruß Sancho

20.09.2010 18:43 • #19


Lieber Sancho,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Ob ein Orga. im S. einen zu hohen Stellenwert hat, mag ich nicht beurteilen.
Für mich persönlich ist dieses Thema aber sehr wichtig.
Das liegt vielleicht daran, dass ich (vermutlich) einer anderen Generation als du angehöre.
Das Thema S. war/ist ein Tabuthema. Es fällt mir nach wie vor sehr schwer darüber zu sprechen. Selbst bei meinem Partner hatte ich große Schwierigkeiten über Wünsche und Befindlichkeiten zu sprechen. Erst durch die jetzt aufgetretenen Probleme habe ich mich ihm gegenüber geöffnet - was unserer Partnerschaft natürlich gut getan hat.
Und noch größere Probleme bereitet es mir dies alles hier öffentlich zur Schau zu stellen.

Zur Verdeutlichung muss ich gestehen, dass ich erst seit kurzer Zeit im eigentlichen Sinne Spaß am S. gefunden habe.
Nachdem es über jahrzehnte eine Art Pflichtprogramm war, konnte ich mich zuletzt endlich "fallen lassen" und mein Hirn dabei "ausschalten". Und nun sehe ich das Ganze natürlicherweise als einen Rückschritt an.


Vielleicht muss ich mich damit abfinden, aber zunächst einmal erhoffe ich mir hier Hilfen und Tipps, wie andere Menschen mit diesem Problem umgehen.

21.09.2010 10:16 • #20


Liebe monty,

ich persönlich habe meistens meine Probleme mit S. Desinteresse, was aber m.E. nicht immer unbedingt eine Nebenwirkung des Antidepressivas sein muss. Ich halte es für völlig normal in einer depressiven Episode keine oder nur schwerfällig Lust empfinden zu können.

Auch habe ich schon einmal die Erfahrung mit Anorgasmie gemacht - in Zusammenhang mit einem Antidepressiva. Damals war ich auch noch in einer Beziehung und konnte mich glücklich schätzen, dass mein Partner sehr großes Verständnis aufgebracht hat.
Ich habe zu der Zeit meine Prioritäten gesetzt. Ich habe das "Opfer" gebracht für den Preis, dass es mir zeitweise einfach besser ging. Zumal es mir dennoch möglich war S. Lust zu empfinden, nur zum Höhepunkt kam es eben nicht mehr. Aber ich denke das dies durchaus auch eine Einstellungssache ist und mit welcher Erwartung man an die Sache drangeht. So empfand ich es als gar nicht mal so schlimm. Ich habe es eher versucht positiv zu sehen, indem sich der Akt in dem Moment einfach nicht nur noch um ein gewisses Ziel dreht, sondern um die Tatsache an sich, sich nahe sein zu können und dies vollkommen zu genießen.
Selbst für meinen Partner war die Situation damals gar nicht mehr so schlimm, weil auch für ihn ein gewisser Erwartungsdruck wegfiel (Männer eben...)

Zitat von monty:
Zur Verdeutlichung muss ich gestehen, dass ich erst seit kurzer Zeit im eigentlichen Sinne Spaß am S. gefunden habe.
Nachdem es über jahrzehnte eine Art Pflichtprogramm war, konnte ich mich zuletzt endlich "fallen lassen" und mein Hirn dabei "ausschalten".

Nun, was hindert dich denn jetzt daran dich fallen zu lassen?
Kannst du denn gar nichts mehr empfinden, d.h. fühlst du dich abgestumpft? Oder geht es wirklich "nur" darum, dass du nicht mehr zum Orga. kommen kannst?

21.09.2010 21:11 • #21


Puh, ist mir das unangenehm...
Aber ok, ich habe mit dem Thema begonnen, also werde ich mich dem nun auch stellen.

Zitat von Sandra:
Liebe monty,

ich persönlich habe meistens meine Probleme mit S. Desinteresse, was aber m.E. nicht immer unbedingt eine Nebenwirkung des Antidepressivas sein muss. Ich halte es für völlig normal in einer depressiven Episode keine oder nur schwerfällig Lust empfinden zu können.

In meinen depressiven Phasen fiel es mir besonders schwer Lust zu empfinden, da kann ich dir, liebe Sandra, nur zustimmen.

Zitat von Sandra:
Auch habe ich schon einmal die Erfahrung mit Anorgasmie gemacht - in Zusammenhang mit einem Antidepressiva. Damals war ich auch noch in einer Beziehung und konnte mich glücklich schätzen, dass mein Partner sehr großes Verständnis aufgebracht hat.
Ich habe zu der Zeit meine Prioritäten gesetzt. Ich habe das "Opfer" gebracht für den Preis, dass es mir zeitweise einfach besser ging. Zumal es mir dennoch möglich war S. Lust zu empfinden, nur zum Höhepunkt kam es eben nicht mehr. Aber ich denke das dies durchaus auch eine Einstellungssache ist und mit welcher Erwartung man an die Sache drangeht. So empfand ich es als gar nicht mal so schlimm. Ich habe es eher versucht positiv zu sehen, indem sich der Akt in dem Moment einfach nicht nur noch um ein gewisses Ziel dreht, sondern um die Tatsache an sich, sich nahe sein zu können und dies vollkommen zu genießen.
Selbst für meinen Partner war die Situation damals gar nicht mehr so schlimm, weil auch für ihn ein gewisser Erwartungsdruck wegfiel (Männer eben...)

Mein Mann bringt mir in ALLEN Dingen großes Verständnis entgegen, hier habe ich einen tollen Partner.
Gerade deswegen möchte ich ihm nach meinen Möglichkeiten auch eine "gute" Frau sein.
Er weiß von meinen derzeitigen Problemen und bedrängt mich nicht.

Mein Lustempfinden wird manchmal geweckt, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt, dann ebbt es ab.
Aber dein Satz, dass wir uns sehr nahe sein können, finde ich sehr schön. Den will ich mir mehr vor Augen halten.

Zitat von monty:
Zur Verdeutlichung muss ich gestehen, dass ich erst seit kurzer Zeit im eigentlichen Sinne Spaß am S. gefunden habe.
Nachdem es über jahrzehnte eine Art Pflichtprogramm war, konnte ich mich zuletzt endlich "fallen lassen" und mein Hirn dabei "ausschalten".
Zitat von sandra:
Nun, was hindert dich denn jetzt daran dich fallen zu lassen?
Kannst du denn gar nichts mehr empfinden, d.h. fühlst du dich abgestumpft? Oder geht es wirklich "nur" darum, dass du nicht mehr zum Orga. kommen kannst?

Ich bin einfach nur verwirrt und enttäuscht, dass ich dieses neugewonnene positive Gefühl nicht mehr bekomme.

Vielen Dank für die offenen Worte!

22.09.2010 09:47 • #22


Es klappt immer noch nicht

14.11.2010 12:43 • #23


Nur zur Info:
Es geht aufwärts. Gestern gelang es mal.

30.12.2010 18:45 • #24


Nun aber wieder abwärts....war wohl nur ein Zufall.

08.01.2011 14:25 • #25


Zwischenbericht: Es gelingt sehr selten. Aber auch OHNE ist es nicht so schlimm wie befürchtet. Eine ganz andere Art von Nähe ist entstanden, die ich genieße!

03.02.2011 10:22 • #26


Zwischenbericht:
Nachdem ich mich wochenlang gut gefühlt habe, ist nun ein Einbruch da.
Nun heißt es sehr auf mich acht geben, da ich in ein Loch gerutscht bin und verhindern muss, noch weiter abzusinken. Traurigkeit, Weinen, Panikattacken... lassen mich befürchten, dass ich wieder in den Zustand vor den Medikamenten gerate.
Bis Montag versuche ich durchzuhalten, denn dann habe ich den nächsten Therapietermin. Ansonsten werde ich meinen Psychiater anrufen, um nach Absprache mit ihm, die Dosis zu verändern.

Alles andere hat im Augenblick keine Bedeutung, denn jetzt habe ich das Gefühl, dass es ums *beep* Überleben geht!

10.03.2011 17:51 • #27


Anscheinend habe ich hier lange nichts geschrieben. Dabei dachte ich hier meine weitere Vorgehensweise notiert zu haben...???

Wegen der mich doch zunehmend störenden Nebenwirkungen bezüglich Libido und Gewicht, hat mein Psychiater einen Medikamentenwechsel veranlasst.
Statt des Paroxetins nehme ich nun Duloxetin. Während das eine Medikament ausgeschlichen wurde, begann ich in kleiner Dosis mit dem anderen und nehme nun seit knapp 3 Wochen 60 mg Duloxetin. Sollte es nicht reichen, kann ich "aufstocken".
Ob es nun am neuen Mittel liegt oder nicht, weiß ich nicht, jedoch habe ich erfreulicherweise nun an Gewicht verloren. Auch die Libido hat sich verändert. Ob dies nun durch die "Einstellung" zum Medikament oder tatsächlich durch den anderen Wirkstoff verursacht wurde????
Vermutlich beides!

Eine neue Nebenwirkung ist, dass ich phasenweise an sehr weichem Stuhlgang leide und dies ein wenig störend ist.
Nun heißt es abwarten.

26.05.2011 09:40 • #28


Libido Verlust durch Antidepressiva

Hallo zusammen,

Und zwar hab ich seit neuem eine Beziehung, aber hab leider überhaupt kein S. Interesse seit ich Escitalopram nehme.
Gibt es andere Präparate oder sonstige Dinge die man dagegen machen kann?
Gruß
Max

29.01.2019 21:00 • #29


Hallo Max,

ich bin zwar weiblich, aber ich habe ähnliche Probleme wie du. Ich habe zwar noch Lust, kann aber kaum noch kommen (auch nicht alleine). Das ist leider eine sehr häufige Nebenwirkung bei SSRIs, wenn du ansonsten also mit deinem Medikament klarkommst und es dir hilft, würde ich persönlich eher nicht versuchen, etwas anderes einzunehmen. Ich finde das selbst total anstrengend und nervig, aber du nimmst das Medikament ja nicht zum Spaß, sondern damit es dir bald wieder besser geht. Zudem gehören S. Störungen ja auch zu den Symptomen von Depressionen bzw. wer sehr belastet ist, hat auch schnell mal keine Lust mehr. Vielleicht könnt ihr das Vorspiel also auch einfach etwas verlängern oder du verwöhnst sie/ihn erstmal nur so? Oder hast du da auch keine Lust zu? Dann würde ich offen mit deiner/deinem Partner/in sprechen und erklären, woran es liegen könnte. Klappt es denn mit dir selbst?

Wie lange nimmst du das Escitalopram denn schon? Wenn du es neu einnimmst, kann die S. Lust ja durchaus wieder zurückkommen, sobald es dir besser geht, viele Nebenwirkungen geben sich ja nach ein paar Wochen wieder. Bei mir war es anfangs auch so, dass ich gar nicht mehr kommen konnte (und alleine hatte ich damit NIE Probleme). Jetzt dauert es manchmal ewig und es geht nicht immer, aber ich kann es zumindest wieder. Nur Mut! Zu S. Unlust gehört eben auch viel die Psyche und je mehr du es willst und beobachtest, desto eher klappt es nicht.

Die blauen Pillen aus China finde ich übrigens ziemlich daneben - gesund ist das keinesfalls. Vor allem nicht zusammen mit SSRI.

Gruß.

03.02.2019 19:33 • #30