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"Was will ich"? und "Was kann ich erreichen"?

Pilsum

Pilsum

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@bethany
Zitat:
Ich glaube, dass hier leicht vergessen wird, dass Depressionen nicht nur rein psychisch bedingt sind, sondern dass
es auch eine nicht zu unterschätzende genetische bzw. biochemische Komponente gibt


Danke für Deinen Hinweis.
Zitat:
Käme man auf die Idee, einem Rheumatiker zu sagen, er könne ALLES tun, was er möchte, er habe es selbst
in der Hand. Eher nicht, oder?


Ersten habe ich nicht gesagt, man kann alles tun, was man will.
Zweitens, gibt es für Rheumatiker, ich habe einen im Kollegenkreis, vielfältige Verhaltens- und Ernährungsempfehlungen,
die helfen die Rheumaschübe abzumildern, bzw. die Zeiträume zwischen zwei Schüben sehr weit auszudehnen.

06.12.2018 14:50 • #16


bethany

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Das stimmt. Aber ich kann dir als Rheumatikerin sagen, dass du bei akuten Schüben genau eines machen kannst: Kortison nehmen.

06.12.2018 14:52 • x 1 #17


Pilsum

Pilsum


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Zitat von bethany:
Das stimmt. Aber ich kann dir als Rheumatikerin sagen, dass du bei akuten Schüben
genau eines machen kannst: Kortison nehmen.


Ja, das weiß ich. Leider ist das so.

06.12.2018 14:55 • x 1 #18


bethany

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Und bei ner Depression (keine Verstimmung, keine Krise) sind deine Möglichkeiten leider auch stark eingeschränkt. Was man aber machen kann, ist lernen, damit gut umzugehen. An der Depression ändert das aber nichts. Rheuma lässt sich ja auch nicht willentlich beeinflussen. Aber es gibt Möglichkeiten, mit Schmerzen umzugehen. sich zu entspannen usw. Das ist das, was ich im anderen Thread meinte: Bei einer körperlichen Krankheit (wie Rheuma) trifft man auf deutlich mehr Verständnis als bei psychischen. Ich hab ja auch den direkten Vergleich.

06.12.2018 15:03 • x 2 #19


Lui

Lui

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Meiner Erfahrung nach wird zwischen Körper und Psyche heutzutage auch überhaupt keine strikte Trennung mehr vorgenommen. Sie bedingen sich gegenseitig. :freunde:

06.12.2018 15:12 • x 2 #20


bethany

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Ja, das stimmt schon. Da ist man weiter als früher. Nur ist man mit einer körperlichen Erkrankung wesentlich weniger stigmatisiert.

06.12.2018 15:14 • #21


Pilsum

Pilsum


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@bethany

Zitat:
Und bei ner Depression (keine Verstimmung, keine Krise) sind deine Möglichkeiten leider auch stark eingeschränkt.


Dies sehe ich wie Du. Besonders in der Anfangszeit sind die Einflussmöglichkeiten oft eingeschränkt.

Zitat:
Was man aber machen kann, ist lernen, damit gut umzugehen.


So ist es. Und man kann sowohl beim Rheuma, bei Angststörungen und teilweise auch bei Depressionen die Zeiten, in denen es einem einigermaßen gut geht, dazu nutzen, sich selbst und dem Körper möglichst viel Gutes zu tun.
Das stärkt das Immunsystem und lässt mit etwas Glück die Entzündungen langsamer und schwächer ablaufen.

Zitat:
An der Depression ändert das aber nichts. Rheuma lässt sich ja auch nicht willentlich beeinflussen.


Zunächst scheint sich an der Krankheit nichts wesentliches zu verändern.
Womit erklärst Du Dir dann, dass Menschen behaupten, ihre Depressionen wären bei weitem nicht mehr so stark wie früher? Und sie könnten heute deutlich besser damit umgehen.
Täuschen die sich?

Zitat:
Aber es gibt Möglichkeiten, mit Schmerzen umzugehen. sich zu entspannen usw. Das ist das, was ich im anderen
Thread meinte: Bei einer körperlichen Krankheit (wie Rheuma) trifft man auf deutlich mehr Verständnis als bei
psychischen. Ich hab ja auch den direkten Vergleich.


Und Du schließt völlig aus, dass Du beim Thema Psyche gelegentlich empfindlicher reagierst, als beim Thema Rheuma?

06.12.2018 15:22 • #22


bethany

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Das ist aber falsch, was du sagst. Die Forschung hat gezeigt, dass die Depression immer schwerer zu beeinflussen ist, je häufiger die Episoden ist. Das ist Fakt. Was du meinst, ist, dass man vielleicht etwas Routine bekommt im Umgang. Aber nochmals: Depression ist nicht gleich vorübergehende Krise!

Ich war ja auch schon stationär, und da fällt schon auf, dass da Menschen sind, die wegen bestimmter Lebensumstände (Scheidung, Probleme am Arbeitsplatz usw.) in eine Depression geraten sind. Das sind dann die, welche sich hinterher wieder viel besser führen. Aber mit Verlaub, das ist eine ganz andere Hausnummer, ohne dass ich das abwerten möchte. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Ich reagiere IMMER empfindlich, wenn ich mich unverstanden fühle, so wie jeder andere Mensch vermutlich auch.

06.12.2018 15:28 • x 2 #23


Pilsum

Pilsum


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@bethany
Zitat:
Das ist aber falsch, was du sagst. Die Forschung hat gezeigt, dass die Depression immer schwerer zu
beeinflussen ist, je häufiger die Episoden ist. Das ist Fakt.


Das mag sein. Ich bestreite das nicht. Dafür gibt es eine logische Erklärung.
Ist hier aber im Grunde auch nicht das Thema. Oder doch?

Zitat:
Was du meinst, ist, dass man vielleicht etwas Routine bekommt im Umgang. Aber nochmals: Depression
ist nicht gleich vorübergehende Krise!


Hier finde ich, wir reden an einander vorbei. Ich meine etwas völlig anderes.

Zitat:
Ich war ja auch schon stationär, und da fällt schon auf, dass da Menschen sind, die wegen bestimmter Lebensumstände (Scheidung, Probleme am Arbeitsplatz usw.) in eine Depression geraten sind. Das sind dann die, welche sich hinterher wieder viel besser führen. Aber mit Verlaub, das ist eine ganz andere Hausnummer, ohne dass ich das abwerten möchte. Da vergleichst du Äpfel mit Birnen.


Ich finde nicht, dass ich Äpfel mit Birnen vergleiche.
Jedoch sehe ich es wie Du. Die eine Depression ist noch lange nicht vergleichbar
mit einer anderen Depression.
Du kannst auch nicht unbedingt ein Haus mit dem anderen Vergleichen.
Doch es gibt zwingend einige Gemeinsamkeiten. Etwas, was keine Eingangsöffnung
und keine Fenster hat wird man wohl kaum als Haus bezeichnen.
Zitat:
Ich reagiere IMMER empfindlich, wenn ich mich unverstanden fühle, so wie jeder andere Mensch vermutlich auch.


Das solltest Du auch beibehalten. Dies macht uns menschlich und dies habe ich mir hier im Thema auch erhofft.

Bernhard

06.12.2018 15:46 • #24


bethany

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Ich merke wirklich, dass du die besten Absichten hast. Aber meiner Meinung nach erfasst du die Dimension einer Depression nicht richtig bzw. schätzt die Problematik nicht richtig ein. . Z. B. ist das schon wichtig, ob eine Depression schon lange besteht und weniger beeinflussbarer ist, weil dadurch natürlich starke Hoffnungslosigkeit eintreten kann und auch biochemische Prozesse nicht mehr so gut zu verändern sind. Das weiß man inzwischen ganz gut. Und das finde ich persönlich schon wichtig, um meine Situation angemessen zu beschreiben. Das heißt ja nicht, dass ich deshalb aufgeben werde. Aber es ist natürlich schon so, dass man sich immer weiter zurückzieht, wenn man merkt, dass das Ausmaß der eigenen Erkrankung heruntergespielt wird. Und das ist meiner Meinung nach implizit schon so.

06.12.2018 15:51 • x 3 #25


florica

florica

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Zitat von Pilsum:
Depressive Menschen scheinen aber genau zu wissen, was sie wollen.
Oder wären sie sonst depressiv?
Allerdings, warum sprechen sie so selten darüber?
Weil sie keine Verbündeten für ihr Thema finden, oder warum?


Ja ich weiß was ich will, ich möchte nicht mehr depressiv sein.
Und wenn ich mir aussuchen kann ob man mir im Ausgleich zu den Depressionen den Arm abschneidet.
Würde ich sofort sagen - ja bitte wo ist die Säge.
Und das ist "KEIN" Scherz.
Ich wollte jetzt nicht weiter Quoten weil ich es nicht so flüssig zum lesen und diskutieren finde, wenn man immer nur einzelne Sätze quotet.

Depression ist auch nicht gleich Depression
Eine Depression ist so vielschichtig, das es keine anderer Gemeinsamkeit gibt als den Überbegriff Depression.
Egal ob es sich um die Entstehung handelt, das kann durch ein Trauma sein, genetisch, Trauma + genetisch usw
Oder der Verlauf. Es gibt welche die Schübe haben, welche die es chronisch haben, bipolar usw.

Und da gibt es einen großen Unterschied zwischen wollen und können.
Ich will keine Depressionen habe aber ich kann sie nicht loswerden.

Und warum sprechen Depressive so selten drüber, vermutlich weil sie schlechte Erfahrung gemacht haben.
Leute ohne Depressionen können einfach bestimmte Sachen auch wenn sie es wollen nicht nachvollziehen.
Wenn sie sehen jemand hat keine rechte Hand - das können sie nachvollziehen, denn wer hat sich nicht schon mal eine Hand verletzt und setzt nun gedanklich um - wie es wäre für immer auf eine Hand zu verzichten.
Und wenn man etwas SIEHT kann man es auch besser verstehen.

Und ja ich bin empfindlich bei einigen Sachen und da ich hier in einem Depressionsforum bin - wo ich extra bin um mit Menschen zu reden - die verstehen was ich fühle - finde ich es irgendwie paradox HIER zu hören bzw lesen.... man muss nur wollen .... dann geht das schon.
Wenn man sich nur ausreichend bemüht und sich mit seiner Situation auseinander setzt - dann wir alles wieder gut.
Da könnte ich aufschreien.... und das nicht zu knapp.

Zitat:
Womit erklärst Du Dir dann, dass Menschen behaupten, ihre Depressionen wären bei weitem nicht mehr so stark wie früher? Und sie könnten heute deutlich besser damit umgehen.


Ja das kann ich auch sagen - sie sind nicht mehr so stark wie früher.... super ich starre nicht mehr nur die Wände an ... ganz toll... und ich bin auch in der Lage mal wieder selber was zu sagen und bekomme sogar den einen oder anderen Tag ganz gut hin, manchmal kann ich auch wieder ein gutes Buch lesen und gehe sogar mal wieder woanders hin.

Das ist voll toll.
Ja mein depressives Verhalten ist auch nicht mehr so "sichtbar" für andere.
Aber ... nichts im Leben ist umsonst.
Meine Gefühle sind auf Null - weinen und lachen sind auf null. Empathische Gefühle sind auch auf dem unteren Level obwohl sie ganz ganz früher auf einem sehr hohen Level waren. Meine Leberwerte sind scheinbar so mistig durch die Medikamente - das ich demnächst deswegen zum MRT darf. Und diverse Nebenwirkungen der Medikamente sind scheinbar auch dauerhaft bei mir eingezogen und fühlen sich recht wohl bei mir. Herr Tremor, Frau Sodbrennen, Fräulein ständig durstig, Vater Alptraum, Mutter Rückenschmerzen und Tochter Bauchschmerzen und wie die alle so heissen.
Aber stimmt meine Depressionen sind besser geworden zur Zeit habe ich nicht das Bedürfnis von einer Brücke zu hüpfen.
Und klar ich kann deutlich besser damit umgehen - wenn es gar nicht geht wird die Dosis erhöht oder ein neues Medikament ausprobiert.

Und wenn mir dann jemand noch erzählt zwischen nicht wollen und nicht können ist kein Unterschied.... kann ich mich sogar wieder mal richtig aufregen.

07.12.2018 22:39 • x 2 #26


Ellis

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Ich sehe es auch so, wie Florica es sagt. Solche Sätze wie dass man jederzeit eine Veränderung bewirken kann, sobald man es ausreichend wollen würde, sind für mich nichts weiter als Unterstellungen. Sowas hört man eigentlich eher von Leuten, die sich selbst nicht ausreichend mit der Problematik einer Depression identifizieren können, und ist meiner Meinung nach in einem Forum wie diesem völlig fehl am Platz.

Würde man einem Menschen der im Rollstuhl sitzt sagen "he auch du kannst mal nen Marathon laufen... wieso glaubst du das nicht? du musst es nur stark genug wollen." ..?
Wohl kaum. Dass sowas sehr taktlos ist, sollte jedem klar sein...
Bei psychischen Erkrankungen ist es offensichtlich komplizierter, weil es nach außen hin oft nicht klar ersichtlich ist, woran und wie stark der einzelne leidet.

Für viele außenstehende sind daher andere Gründe naheliegender: Faulheit, kein Ehrgeiz, mangelnder Disziplin...
teilweise kam es ja einem eh schon selbst in den Sinn, das es daran liegen könnte...
wenn andere Leute dann auch noch versuchen einem sowas einzureden... welche Absicht dahinter steht, spielt kaum eine Rolle... aber es kann indirekt dazu beitragen, dass sich die Krankheit beim einzelnen verschlimmert. Man fühlt sich dadurch unter Druck gesetzt, strengt sich daraufhin mehr an, überschreitet die Grenze der Belastbarkeit, und das Resultat ist dann natürlich, dass die Depression nur noch schlimmer wird...

Auch hat es etwas mit Anzweifeln der Glaubwürdigkeit zu tun, wenn man dem Gegenüber versucht zu vermitteln dass man etwas nicht kann und der antwortet "achwas du musst es nur richtig wollen."

Wenn Menschen mit Depressionen häufig mit solchen Vorurteilen konfrontiert werden, fällt es ihnen dadurch oft sehr schwer, sich anderen anzuvertrauen, weil immer die Angst im Hintergrund ist, beim Gegenüber wieder nur auf Intoleranz zu stoßen.

Aber jeder der solche "netten" Kommentare äußert, will einem ja nie etwas böses, deshalb kann man nichts tun, außer versuchen es den Leuten zu erklären, oder sich von intoleranten Personen zu distanzieren...

08.12.2018 00:09 • x 2 #27


Pilsum

Pilsum


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@florica

Hallo florica,
Zitat:
Leute ohne Depressionen können einfach bestimmte Sachen auch wenn sie es wollen nicht nachvollziehen.


Natürlich, das sehe ich wie Du.
Zitat:
Und warum sprechen Depressive so selten drüber, vermutlich weil sie schlechte Erfahrung gemacht haben.


Auch dies sehe ich genau wie Du.

Allerdings können Depressive in Gesprächen auch sehr hilfreiche Erfahrungen machen.
Oder schließt Du das aus?

Zitat:
Und ja ich bin empfindlich bei einigen Sachen und da ich hier in einem Depressionsforum bin - wo ich extra bin
um mit Menschen zu reden - die verstehen was ich fühle - finde ich es irgendwie paradox HIER zu hören bzw
lesen.... man muss nur wollen .... dann geht das schon.


An welcher Stelle habe ich geschrieben,
.... man muss nur wollen .... dann geht das schon.
Kannst Du mir bitte die genaue Stelle zeigen?


Meintest Du diesen Satz?
Zitat:
Den besseren Umgang mit unseren Ängsten können wir erlernen, wenn wir das wollen
und damit haben wir eine weitere wichtige Möglichkeit, Ängste und Depressionen abzuschwächen.



Um Depressionen abzumildern bietet man Betroffenen eine Behandlung mit
Medikamenten und Gesprächstherapien in unterschiedlichen Formen an.


Meine Aussage, die Du hier beanstandest, verstehe ich deshalb nicht als
negativ, wie Du sie hier kritisierst, sondern eher umgekehrt.
Sie könnte Hoffnung machen! Hoffnung darauf, dass man etwas verbessern kann.

Soll ich einer Person sagen. Du bist depressiv. Das tut mir leid.
Denn als depressive Person wirst Du daran nichts mehr verbessern können.

Zitat:
Wenn man sich nur ausreichend bemüht und sich mit seiner Situation auseinander setzt - dann wir alles wieder gut.


Das habe ich nicht gesagt.
Auffallend ist jedoch, dass Du es aus meinen Worten herausgelesen hast.
Wo genau hatte ich gesagt, dass alles wieder gut wird, wenn man sich nur bemüht?

Zitat:
Da könnte ich aufschreien.... und das nicht zu knapp.


Über Deine Reaktion hier freue ich mich. Genau das finde ich sehr hilfreich in solch einer Diskussion.

Folglich sind Deine Gefühle gar nicht auf "Null", sondern Deine Kraft, Dich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren
ist vorhanden. Das ist sehr gut. Deine Gefühle sind aktiv.

Zitat:
Und wenn mir dann jemand noch erzählt zwischen nicht wollen und nicht können ist kein
Unterschied.... kann ich mich sogar wieder mal richtig aufregen.



Um mit Menschen hilfreich ins Gespräch zu kommen, wirst Du von mir immer
wieder einmal sehr provozierende Sätze lesen.
Nur, solche Sätze können uns alle (auch mich) dazu anregen, zu fragen, ob wir manchmal wirklich
die für uns besten Gedanken verfolgen.


Viele Grüße

Bernhard

08.12.2018 02:19 • #28


florica

florica

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Zitat von Ellis:
Aber jeder der solche "netten" Kommentare äußert, will einem ja nie etwas böses, deshalb kann man nichts tun, außer versuchen es den Leuten zu erklären, oder sich von intoleranten Personen zu distanzieren...


Aber manchmal kann man sich irgendwie nicht distanzieren.
Es wurde ja nicht nur 1x geschrieben - sondern öfter in diesem Zusammenhang - und die Erklärungen haben ja auch nicht geholfen.
Ich habe dann meist den Thread wieder zugeklappt - weil ich schon gemerkt habe "das tut mir nicht gut" - aber manchmal muss es einfach raus - sonst erstickt man an dem Gefühl.

Man kommt sich immer ein wenig vor wie Don Quijote - man sagt: man kann wirklich nicht aufstehen/duschen oder sich konzentrieren - egal wie sehr man es auch versucht und möchte. Es geht einfach nicht und schwer auch nicht.

Und dann kommt wieder jemand, wie das Kasperl aus der Kiste und sagt "Du musst dich nur bemühen dann geht das auch" - "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" usw.

Und man sitzt da - will sich wirklich konzentrieren, versucht sich anzustrengen - oder hat wieder was wichtiges völlig vergessen.
Und dann denkt man.... selbst im Depriforum sagt man - man muss nur wollen.... also ist das alles meine Schuld - ich habe eh an allem was passiert selber schuld... und die Spirale dreht sich munter nach unten weiter.

08.12.2018 02:30 • x 1 #29


Pilsum

Pilsum


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@Ellis

Hallo Ellis,
Zitat:
Solche Sätze wie dass man jederzeit eine Veränderung bewirken kann, sobald man es ausreichend wollen würde,
sind für mich nichts weiter als Unterstellungen.


Auch an Dich die Frage. Wo genau habe ich das gesagt, was Du hier schreibst?

Zitat:
Sowas hört man eigentlich eher von Leuten, die sich selbst nicht ausreichend mit der Problematik einer Depression
identifizieren können, und ist meiner Meinung nach in einem Forum wie diesem völlig fehl am Platz.


In Ordnung, Deine Meinung ist bei mir angekommen.

Zitat:
Würde man einem Menschen der im Rollstuhl sitzt sagen "he auch du kannst mal nen Marathon laufen... wieso
glaubst du das nicht? du musst es nur stark genug wollen." ..?
Wohl kaum. Dass sowas sehr taktlos ist, sollte jedem klar sein...


Wenn Du meinen Text hier beanstandest, dann akzeptiere bitte, dass ich das so nicht geschrieben habe.

Ich hatte geschrieben.
Zitat:
Ich will morgen 40 km laufen, aber ich kann solche weiten Strecken nicht laufen.


Zitat:
Geht man jedoch in die Einzelheiten, dann kann man etwas erkennen.
Wer zu wenig Geld hat oder wer nicht weit laufen kann, der kann etwas noch so
wollen, er wird seinen Wunsch aber wohl nie erreichen können.


Somit bin ich grundsätzlich der gleichen Meinung, wie Du.

Warum wird der Inhalt meiner Worte nicht so belassen, wie ich ihn geschrieben und gemeint habe?

Was mache ich falsch? Wie werde ich besser verstanden?

Zitat:
Für viele außenstehende sind daher andere Gründe naheliegender: Faulheit, kein Ehrgeiz, mangelnder Disziplin...
teilweise kam es ja einem eh schon selbst in den Sinn, das es daran liegen könnte...
wenn andere Leute dann auch noch versuchen einem sowas einzureden... welche Absicht dahinter steht,
spielt kaum eine Rolle...


Was willst Du mir hier unterstellen?
Willst Du mir sagen, ich unterstelle anderen hier Faulheit, keinen Ehrgeiz und mangelnde Disziplin?

Zitat:
Auch hat es etwas mit Anzweifeln der Glaubwürdigkeit zu tun, wenn man dem Gegenüber versucht zu vermitteln
dass man etwas nicht kann und der antwortet "achwas du musst es nur richtig wollen."


Ist das der wirkliche Grund, warum die Inhalte meiner Sätze anders verstanden werden,
das Gefühl, hier wird meine Glaubwürdigkeit angezweifelt?


Zitat:
Wenn Menschen mit Depressionen häufig mit solchen Vorurteilen konfrontiert werden, fällt es ihnen dadurch oft
sehr schwer, sich anderen anzuvertrauen, weil immer die Angst im Hintergrund ist, beim Gegenüber wieder
nur auf Intoleranz zu stoßen.


Ich verstehe. Dein Vorwurf an mich ist, ich schreibe mit Unwissenheit, Vorurteilen
und bin Intolerant. Nun, ich könnte mich nun wehren. Allerdings, wird mir das helfen?
Vermutlich kaum. Denn Dein Vorurteil, dass ich so bin, ist ja schon fertig.
Du schreibst es mir hier.

Bedeutet das, Du darfst mich mit Worten angreifen - Ich darf das jedoch nicht.
Ist das schreiben auf Augenhöhe? Habe ich das richtig verstanden?

Zitat:
Aber jeder der solche "netten" Kommentare äußert, will einem ja nie etwas böses, deshalb kann man nichts tun,
außer versuchen es den Leuten zu erklären, oder sich von intoleranten Personen zu distanzieren.


Hier magst Du völlig Recht haben.

Viele Grüße

Bernhard

08.12.2018 02:54 • #30