Kann niemanden lieben - blocke emotional alles ab

Hallo!

Zur Zeit lebe ich total isoliert, obwohl ich eine Arbeit habe und auch sonst Kontakte zu anderen. Aber immer wenn ich mit anderen zusammen bin, kann ich mein wahres Gesicht nicht zeigen. Ich schaffe es durch Humor, meine Kollegen zum Lachen zu bringen, aber innerlich könnte ich schreien. Mehrmals versuchte ich aus mir raus zu kommen, und wenn ich es geschafft habe, kam nicht der gewünschte Effekt: Nämlich angenommen zu sein! Es gab auch Zeiten, in denen mit Alk. so aus mir rausgekommen bin, daß man aus Angst schon die Polizei holen wollte. Ich habe bereits acht Klinikaufenthalte hinter mir, ging in christliche Gemeinden, hatte einen Bibelhauskreis zuhause, aber ich habe es nie geschafft Menschen zu lieben, und Liebe von ihnen anzunehmen. Es ist einfach Unmöglich. Ich hatte auch schon Freundinnen, aber keine Beziehung hat länger als 3 Monate überdauert. Wenn Sie emotional näher an mich rankommen wollten blockte ich ab oder wurde auch aggressiv (jedoch ohne körperliche Gewalt). So habe ich beschlossen, daß es nichts bringt, eine Beziehung einzugehen und lebe seit Jahren allein. Ich habe es geschafft, mich aus einer Psychose rauszukämpfen, aber ich schaffe es nicht meine seelische Bariere zu überwinden. So langsam geht mir die Kraft aus. Da ich gläubig bin, lehne ich Suizid ab - was bleibt ist ein sich tägliches zur Arbeit schleppen, heimkommen, essen, schlafen usw. Die Kraft wird immer weniger... und auch die Hoffnung... (bin nach wie vor in Behandlung, die nichts bringt)

Wär schon, wenn jemand antworten würde...

Gruß
Josua

11.09.2009 12:32 • #1


Hallo Josua,

bist du wegen diesen Kontaktschwierigkeiten in Behandlung, sprich in einer Therapie? Der Mensch ist ein soziales Individuum, er braucht soziale Kontakte. Dazu gehört nun mal auch die Liebe. Ich an deiner Stelle, würde versuchen daran wirklich zu arbeiten. Willst du wirklich dein ganzes Leben alleine bleiben? Und was macht dir bei einer Partnerin solche Ängste, dass du dich zurück ziehst? Wovor fürchtest du dich, dass sie heraus finden könnte?

11.09.2009 12:46 • #2


Hallo !

Danke für Deine Antwort!

In der Behandlung bin ich wegen der Psychose (der Arzt ist Psychiater). Jeder Mensch braucht soziale Kontakte um sich zu entwickeln, da stimme ich Dir voll und ganz zu. Bei Kontakten ist es jedoch so, daß ich in einer Gruppe von Freunden oder Menschen sitze und mir völlig einsam vorkomme. Es ist, als würde ich in einem Glashaus sitzen und alle anderen drumrum. Entweder ich stehe im Mittelpunkt, oder ganz außen. Im Mittelpunkt regiere ich (bildhaft), daß heißt ich bin der Tonangebende und alle sind im Glashaus. Beim Außenstehen, komme ich mir wertlos vor und alle anderen sind dann (bildhaft) mehr wert als ich. Es gibt nur diese zwei Extreme in meinem Leben. Ein Miteinander gibt es nicht!
Ähnlich ist es bei der Partnerwahl. Eine Frau, die mir Sympathie entgegenbringt, ist für mich uninteressant. Frauen dagegen die für mich unereichbar sind, sind für mich begehrenswert.
Was eine Frau entdecken könnte? Ich renne schon so lange davor weg, daß ich mich nicht mehr daran erinnern kann.

Gruß

Josua

11.09.2009 13:06 • #3


Hallo Josua,

das klingt ja alles sehr kompliziert, was Du über Deinen Zustand schreibst. Was sagt denn Dein Psychiater dazu? Wie wirst Du behandelt?
Zitat von Josua:
Eine Frau, die mir Sympathie entgegenbringt, ist für mich uninteressant.
Weil ein Kontakt entstehen könnte, zu dem Du nicht bereit bist - vor dem Du vielleicht Angst hast?
Zitat von Josua:
Frauen dagegen die für mich unereichbar sind, sind für mich begehrenswert.
Weil sie Dir ja sowieso nicht zu nahe kommen?

Ich weiß, viele Fragen - vielleicht magst Du darauf antworten......

Liebe Grüße, Martina

11.09.2009 13:40 • #4


Hallo Martina!

Die die mich lieben lehne ich ab, und die die mich ablehnen liebe ich.

Das ganze ist paradox, ich weiß. Hab keine Antwort darauf.

Zur Isolation, das ist ganz einfach. Die Probleme liegen in der Vergangenheit. Meine Eltern hatten viele Probleme vor der Scheidung. Sie waren ständig gegeneinander. Daher fühlte ich mich ausgegrenzt. Manche der Konflikte jedoch wurden über mich ausgetragen. So wurde ich oft gefragt, zu wem ich halten wolle. Ich wollte zu beiden halten, mußte mich aber für einen entscheiden, was sehr schwierig war, denn ich wollte keinem weh tun. Es gab nie ein Miteinander der ganzen Familie. Darum stehe ich bei Gruppen von Menschen immer außen, oder im Mittelpunkt. Ich weiß gar nicht, wie ein Miteinander funktioniert. Diese Kindheit hat ein Muster hervorgebracht, das sich tief eingebrannt hat.

Gespräche mit meinem Psychiater sind meistens fruchtlos.

Liebe Grüße

Josua

11.09.2009 13:57 • #5


Hallo Martina!

Um noch auf Deine Frage zurückzukommen, was der Psychiater sagt: Ich stoße bei ihm auf taube Ohren. Er nimmt mein Problem nicht ernst.
Durch die Psychose nehme ich zur Zeit 400mg Solian, was ich auch ganz gut vertrage.
Ich wollte eine Psychotherapie beginnen, der Psychotherapeut verwies mich auf eine Selbsthilfegruppe. Da ich aber schon oft versucht habe mich in einer Gruppe zu integrieren und gescheitert bin, ließ ich es bleiben.

Liebe Grüße

Josua

11.09.2009 14:05 • #6


Ich denke du solltest einen zweiten Versuch wagen. 1. Wenn ein Psychiater dich nicht Ernst nimmt, solltest du wechseln (das gilt für jeden Arzt). 2. Auch unter Therapeuten gibt es "Idioten", auch da muss man häufig 2 oder 3 ausprobieren, bis man den richtigen gefunden hat.

11.09.2009 14:23 • #7


Da gebe ich vollkommen Recht. Und eine Selbsthilfegruppe ist bei so gearteten Problemen vielleicht etwas albern!!!!!

11.09.2009 14:56 • #8


Danke für die Antworten, ich werde mich umschauen nach jemanden, danke.

11.09.2009 16:01 • #9




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