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Soziale Phobie zerstört alles - Bitte Hilfe

inesgdr1

inesgdr1

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Hi, ich bin Ines und 19 Jahre alt.
Ich leide an einer sehr strak ausgeprägten sozialen Phobie.
Ich habe bis zum 13 Jahr Abitur gemacht, hab es dann aber mit meiner Sozialen Phobie nicht mehr geschafft dort hinzugehen. Ivh hatte so eine Angst in den Klausuren zu versagen (weswegen mich die Lehrer dann ansprechen würden) dass ich immer Geschummelt und gespickt habe, damit ich bloß nicht konfrontiert werde. Schule war im Endeffekt so schrecklich, dass ich mehrere Monate krankgeschrieben war und dann in Kliniken gegangen bin.
Ich war stationär und ambulant in Kliniken.
Stationär war eine absolute Hölle. Ich habe mich nicht getraut aus dem Zimmer raus zu gehen, war deshalb auch nicht Essen oder habe mich auch nicht getraut auf die Toilette (im Zimmer) zu gehen. Ich war die erste Woche eigentlich nur im Zimmer, habe jeden Tag Stunden lang geweint und Panik gehabt. Natürlich hätte ich es einer der Pflegepersonen dort sagen können, aber ich habe mich nicht getraut irgendwas zu sagen.
Insgesamt war ich dort 6 Wochen. Das hat mich absolut traumatisiert und alles nur noch schlimmer gemacht. Ich hatte nicht das Gefühl dass sie dort ansatzweise verstanden haben wie schlimm das alles bei mir ist.
Auf deren Empfhleung hin bin ich dann für 8 Wochen in eine Tagesklinik gegangen. Mal wieder ziemlich traumatisch und schrecklich. Nicht gebracht außer mehr Panik und Angst.
Die Tagesklinik ist jetzt seit 1 Woche vorbei. Sie haben mir einen Reha Platz Angeboten, den ich aber wahrscheinlich nicht annehmen kann, obwohl ich es wollen würde. Man muss dort in einer Wg mit 7 anderen Leben, alleine kochen putzen Wäsche waschen etc, und das sind Dinge die ich an sich alle gut kann, aber die Angst dabei beobachtet oder beurteilt zu werden ist soo groß, das ich den Platz dort gar nicht annehmen kann.
Jetzt sitze ich hier ratlos mit 3 verschwendeten Jahre Abiturvorbereitung, keine Arbeitserfahrung jeglicher Art und kein Plan wie es weitergehen soll. Ich würde gerne wie meine Schwester und andere Familienmitglieder arbeiten gehen, selbstständiger werden. Aber um Gottes Willen ich traue mich das überhaupt nicht.
Ich hab mit unzähligen Ärzten geredet über verschiedene Medikamente, aber die Gespräche machen mir auch immer so eine Angst, dass ich nie sagen kann was ich wirklich sagen wollen würde.
Ivh habe bis jetzt mehrere Medikamente wie Sertralin, Pregabalin und Diazepam genommen, aber nichts davon hat auch nu ansatzweise geholfen.
Hat irgendwer irgendeine Ahnung oder Tipps was ich jetzt tun könnte?
Mir wird ständig gesagt: oh du bist noch jung, dein Leben fängt erst jetzt an, du hast noch Zeit.
Ich bin schon beinahe 20 und hab noch nichts im Leben erreicht. Bitte sagt mir einer wie genau mein Leben so dann weiter gehen soll? Ich kann einfach nicht mehr.
Tipps sind sehr gerne gesehen, Danke

(Therapeuten hatte ich schon, die haben mein Problem jedoch nie wirklich ernst genommen)

20.01.2022 02:24 • #1


MichaelB_

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Nimm den Reha-Platz in der Tagesklinik an. Da hast eine Chance auf Hilfe. Wenn du Wäsche usw selbständig machen kannst ist es sehr gut, dann kommst du im betreuten Wohnen zurecht. Dort sind sicherlich Therapeuten.

Setralin ist ein SSRI, da hörte Ich von unterschiedlicher Dosisstärke, manchem genügt sogar 25mg, andere brauchen mehr. Hatte ich auch bei Escitalopram, eine Zeitlang mehr, aber nur wenn der Arzt das verordnet.. Niemals eigenmächtig die Dosis hochsetzen!

Gruß Michael

20.01.2022 13:16 • #2



Hallo inesgdr1,

Soziale Phobie zerstört alles - Bitte Hilfe

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inesgdr1

inesgdr1

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@MichaelB_ Danke für die Antwort.
Alleine der Gedanke aus meinem Zimmer zu gehen um Wäsche zu waschen oder Essen zu kochen macht mir sooo eine Panik. Ich würde es dort nicht schaffen und mich nur selbst traumatisieren.

Sertralin hat ein Oberarzt der Tagesklinik bei mir schon aus 200mg am Tag erhöht und es hilft nicht. Ich habe es auch schon abgesetzt ohne jegliche Probleme.

20.01.2022 14:15 • #3


MichaelB_

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Versuch es!
200mg ist schon maximal, dann vielleicht ein anderes SSRI. Frag mal nach Citalopram oder Escitalopram. Bei letzterem sind 10mg schon die empfohlene Dosis (1,0)

20.01.2022 14:18 • #4


inesgdr1

inesgdr1

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@MichaelB_ Okay mache ich, vielen vielen Dank! (:

20.01.2022 14:23 • #5


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Kate

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Zitat von inesgdr1:
Ich würde es dort nicht schaffen und mich nur selbst traumatisieren.

Kann man sich überhaupt selbst traumatisieren? Ist ein Trauma nicht viel mehr ein äußerer Reiz auf den man nicht adäquat reagieren kann?
Du wirst leider immer wieder auf Menschen treffen, egal wo. Wäre es nicht besser, dies im geschützten Rahmen zu üben?
Zitat von inesgdr1:
Ich habe es auch schon abgesetzt ohne jegliche Probleme.

Wie lange hast Du das Medikament probiert? Oftmals geht es nicht von jetzt auf gleich.

20.01.2022 14:30 • #6


MichaelB_

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SSRIs sollten nicht schlagartig abgesetzt sondern ausgeschlichen werden. War bei mir auch so, erst 1/2, dann mit Tropfen auf 1/4 und dann raus. Über etwas 6 Wochen.

https://de.wikipedia.org/wiki/SSRI-Abse...prov=sfla1

Wenn du bis vor kurzem auf 200mg warst gehe bitte zum Arzt!

20.01.2022 15:04 • #7


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Jana7

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Hallo,

ich kann nachvollziehen, was Du schreibst.
Deine Lage ist wirklich sehr schwierig.

Deine Angst macht viele Therapiemöglichkeiten nahezu unmöglich.
Es ist gut, dass man Dir Therapie-Vorschläge macht - aber sie scheinen nicht wirklich auf Dich zugeschnitten zu sein.
Natürlich kann das zu einer Verstärkung Deiner Problematik führen.

Ich hoffe, es besteht keine Angst vor Familienmitgliedern. Vllt. arbeitet Deine Mutter nicht und kann sich intensiver kümmern. Dich zB zu Arztterminen begleiten.
Hast Du vllt. 1-2 Freunde, die Dich etwas stützen können? Dinge mit Dir unternehmen können.

Irgendwie kleinere Hürden, die Du mit Begleitung bewältigen kannst - mit kleinen Steigerungsschritten.

Du erwähnst Medikamente...
Mich wundert, dass das Diazepam (Benzo), also Beruhigungsmittel nicht geholfen hat.

Jetzt habe ich mal tiefer recherchiert. Ich erinnere mich an etwas. Irgendwo habe ich auch alles in einem Doc. gespeichert...
Nach langer Suche wurde ich endlich fündig.

Generell unterliegen wir alle einer Genetik.
Es gibt in Bezug auf die Psyche einige Gentests.
Helfen Medikamente nicht, können Psychiater diese Tests veranlassen und dann müssten die Kosten eigentlich von den GKV übernommen werden.
Einer heißt ABCB1 Test. Dieser könnte sehr sinnvoll sein.
Es gibt etwas, dass heißt P-GP (P-Glykoprotein).
Je nach vorhandener Genetik, verhindert es, dass bestimmte Medikamente die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.
Hier Links mit Erläuterungen:

https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.ph...ykoprotein
https://www.rosenfluh.ch/media/arsmedic...nostik.pdf

Man benötigt diesen Gentest jedoch nicht unbedingt: Es geht darum, Medikamente zu finden, die kein Substrat dieses P-GP sind.

Es ist sehr schwierig, vollständige Listen zu finden...
Ich habe mich sehr bemüht. Auswendig wusste ich noch: Es betrifft fast alle SSRI, SNRI.
Eine Ausnahme ist: Fluoxetin.
Eine Liste von Antidepressiva:
https://www.psychiatrie-zh.ch/?page_id=2195
Mögliche Medikamente sind also die Non-Substrate: Fluoxetin (Fluctin), Mirtazapin (Remeron), Agomelatin (Valdoxan), Bupropion (Wellbutrin)

Und auf einer Webseite tauchte Diazepam als Substrat des P-GP auf.
https://go.drugbank.com/categories/DBCAT002668
Ggf. auf Show more than 10 entries. klicken...

Aber nicht Pregabalin...

Deine Angst und Panik scheint derart groß zu sein und vieles zu umfassen - ich würde noch einige Benzos ausprobieren. Ich konnte in der langen Liste von go.drugbank.com kein anderes Benzo finden, dass auch ein Substrat von P-GP ist. Es gibt wirklich viel auszuprobieren.

Unerwähnt bleiben darf nicht: Benzos sind zwar relativ ungiftig und richten auch langfristig kaum Schaden an Organen an - aber Ärzte fürchten die Abhängigkeit. Nimmt man es täglich, benötigt man immer mehr. (Toleranz/Gewöhnung). Also benötigt man Einnahmepausen. Das verursacht einen Entzug. Dieser kann viele Symptome beinhalten. Immer dabei sind: Depressionen - und bei Benzos: Mehr Angst.
Es hilft natürlich schon, es zu wissen. Die Symptome können subtil sein...
Wichtig ist: Man ist nicht krank - es sind nur Entzugssymptome. Die sofort weniger werden, wenn man wieder etwas eindosiert. (Ein - und Ausschleichen)

Letztlich machen alle Psychopharmaka abhängig. Keines sollte man abrupt absetzen. Dass Du keinerlei Entzugssymptome hattest, weißt darauf hin, dass es bei Dir im Gehirn gar nicht gewirkt, dort nicht angekommen sein könnte.

Es gibt noch einige andere relevante genetische Ursachen. U.a. zB Leberenzyme.
Ich habe für Sertralin nachgeschaut: Es involviert 6 verschiedene Enzyme. Insofern würde es auch bei genetischem Ausfall eines Enzyms noch wirken. Diazepam involviert 11 verschiedene Enzyme.
Pregabalin funktioniert ohne diese Enzyme.

Mich hat Dein Beitrag sehr berührt...
Es ist schon schwierig, zu lesen, dass Dein Start ins Leben derart erschwert wird.
Ich hoffe, Du überwindest es und auch, dass es Menschen gibt, die Dich notfalls begleiten, Dir zur Seite stehen...
Auch wenn Dir ein Medikament hilft - Verhaltenstherapien sind immer sinnvoll.
Bestimmt findest Du einen Therapeuten, der Dich versteht, auf dich eingeht...

Kinder mit Schulproblemen können doch auch eine Begleitung bekommen.

Nicht aufgeben!

20.01.2022 17:10 • x 1 #8


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Kate

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Zitat von Jana7:
Letztlich machen alle Psychopharmaka abhängig.

Ich dachte immer dies wäre nicht so? Wieder was gelernt.

20.01.2022 17:28 • x 1 #9


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Jana7

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Das hatte ich noch gefunden:
https://www.universimed.com/ch/article/...st-2105961
Hier werden Genotypen G/G und T/T erwähnt - ein Hinweis auf weitere Gentests.

Gut ist sicherlich auch, sich Psychiater zu suchen, die sich mit diesem Thema befassen. Hat man selbst keinerlei Fachkenntnisse, kann man die der Psychiater leider nicht beurteilen. Es gibt riesige Unterschiede.
Die niedergelassenen Ärzte haben auch keine wirkliche Motivation, sich weiterzubilden. Die Wartezimmer bleiben voll...

Die Schilddrüse müsste untersucht werden: Über-Unterfunktion, Autoimmunkrankheit

Eine schwedische Uni hat 2015 durch PET Untersuchungen herausgefunden, dass Menschen mit Sozialphobie nicht zu wenig, sondern zu viel Serotonin im Gehirn haben. Das könnte bei allen Angstpatienten der Fall sein.
Diese SSRI (ua. Sertralin) blockieren die Serotonin(rück-)transporter, sodass mehr Serotonin im synaptischen Spalt verbleibt. Erhöhen den Spiegel also zusätzlich.

Das klingt zumindest verwirrend und ungünstig.

Es gibt natürlich einige Antidepressiva, die das Serotonin fast nicht beeinflussen.

Das alles zeigt, wie hilflos man in diesem Fachgebiet ist: Es gibt schlichtweg nur eine begrenzte Anzahl von Medikamenten(gruppen)...

Aber die Erfolgsrate von Antidepressiva ist nicht zufriedenstellend.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ärzte bei Angsterkrankungen vor Benzos zurückschrecken.
Sie machen nicht abhängiger als andere Psychopharmaka - und sind ungiftiger.
Und wütend macht mich, dass man von Psychiatern nicht über Abhängigkeit, Toleranz - und vor allem Vermeidung von Abhängigkgeit im Wege variabler Dosierung, incl. vorsichtigem ein- und ausschleichen von Medikamenten aufgeklärt wird.

Diese Unwissenheit wird ausgenutzt. Patienten setzen ihre Antidepressiva abrupt ab, werden schwer depressiv, weinerlich. Ärzte behaupten, ihre Depressionen seien wiedergekehrt. Sie seien chronisch depressiv und bräuchten - wahrsch. lebenslang - Antidepressiva...

Ich möchte nicht wissen, wie viele Patienten diese Psychiater auf dem Gewissen haben... Denn es kommt der Tag, da muss die Dosis wegen Leber- und Nierenproblemen verringert werden bzw. das Medikament abgesetzt werden. Mit Depressionen zur Dialyse - sozusagen.

Ärzte sollten Patienten motivieren, es ohne Medikamente zu versuchen. Das Absetzen kann 3 Tage bis 3 Jahre dauern...
Immerhin - das Internet ermöglicht Patienten, sich zu informieren... Früher hatte man als Patient keine Chance, keine Chance, an Informationen zu gelangen...

20.01.2022 18:00 • #10


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Kate

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Zitat von Jana7:
Die niedergelassenen Ärzte haben auch keine wirkliche Motivation, sich weiterzubilden.


Zitat von Jana7:
Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ärzte bei Angsterkrankungen vor Benzos zurückschrecken.
Sie machen nicht abhängiger als andere Psychopharmaka - und sind ungiftiger.


Zitat von Jana7:
Und wütend macht mich, dass man von Psychiatern nicht über Abhängigkeit, Toleranz - und vor allem Vermeidung von Abhängigkgeit im Wege variabler Dosierung, incl. vorsichtigem ein- und ausschleichen von Medikamenten aufgeklärt wird.

Falschaussage über Falschaussage bis hin zur Verallgemeinerung.
Deine Aussagen sind mehr als fragwürdig und überdenkenswert!
Und das in einem Forum wo Menschen verzweifelt um Hilfe suchen und nahezu ahnungslos sind.
Dann werden sie von Dir SO aufgeklärt.

20.01.2022 18:20 • x 1 #11


inesgdr1

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Zitat von Kate:
Kann man sich überhaupt selbst traumatisieren? Ist ein Trauma nicht viel mehr ein äußerer Reiz auf den man nicht adäquat reagieren kann? Du wirst ...

Wahrscheinlich nicht, die Wortwahl war echt nicht besonders gut gewählt von mir hahah. Meine einfach das ich glaube mir damit selber mehr zu schaden und alles schlimmee zu machen

20.01.2022 18:28 • x 1 #12


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@Kate Ich habe Sertralin jetzt 4 Monate genommen

20.01.2022 18:29 • #13


inesgdr1

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@MichaelB_ Jetzt ist es wahrscheinlich eh zu spät, aber ich hatte überhaupt keine Reaktion auf das absetzen

20.01.2022 18:30 • #14


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Silentium

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Zitat von Kate:
Falschaussage über Falschaussage bis hin zur Vergeallmeinerung. Deine Aussagen sind mehr als fragwürdig und überdenkenswert! Und das in einem ...

Das sehe ich ähnlich. Und es machen auch nicht alle Psychopharmika süchtig. Das ist schlichtweg falsch. Ich habe mich damit lange befasst, da ich aufgrund meines Trauma ein großes Problem mit Suchtabhängigkeit habe und ich deshalb nie ein süchtig machendes Medikament nehmen würde

20.01.2022 18:32 • x 2 #15


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Kate

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Zitat von inesgdr1:
Meine einfach das ich glaube mir damit selber mehr zu schaden und alles schlimmee zu machen

Ok, jetzt verstehe ich es.
Im Grunde ist es so, Angst ist Angst, dabei spielt es doch gar keine Rolle vor was.
Es gibt Angst, wo man benennen kann was der Auslöser ist.
Und dann gibt es die generalisierte Angst, die plötzlich anklopft.
Ich glaube immer, an ersterem kann man eher arbeiten, da man am Auslöser der Angst ansetzen kann.

Kennst Du den Kreislauf der Angst? Da gibt es einen Punkt, an dem man, wenn man geübt ist, noch aussteigen kann. Hatte ich mal in einer Klinik gelernt.

Ich denke nach wie vor, sich den jeweiligen Situation Stück für Stück zu stellen, könnte am hilfreichsten sein.
Und sich in jedem Moment der Situation genau beobachten, was ist es eigentlich was wirklich Angst macht, und dann immer wieder den Realitätscheck zu machen.
Hat jetzt wirklich jemand gesagt, ich mache das falsch, guckt mich wirklich jemand schräg an, etc.

20.01.2022 18:36 • x 3 #16


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Silentium

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Zitat von Jana7:
das Internet ermöglicht Patienten, sich zu informieren... Früher hatte man als Patient keine Chance, keine Chance, an Informationen zu gelangen...

das stimmt, aber das Internet ist nicht immer die Wahrheit. Aufklärung und Diagnosen sollte man schon den Fachärzten überlassen. Klar, muss man einen guten Facharzt finden und man kann das Internet zur Hilfe nehmen, aber für mich ist das nicht die einzige Informationsquelle

20.01.2022 18:37 • x 2 #17


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Kate

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Zitat von Silentium:
das stimmt, aber das Internet ist nicht immer die Wahrheit.

Zumal dort auf eine "richtige" Seite ungefähr 10 Seiten mit komplett falschen Aussagen kommen.
Es heißt ja auch grundsätzlich und folgerichtig, Google nicht Deine Symptome und fange an Selbstdiagnosen und medikamentöse Therapien zu erstellen.

20.01.2022 18:40 • x 1 #18


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Jana7

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Hier ein guter Überblick über verschiedene Medikamente:
https://www.kup.at/kup/pdf/10150.pdf

20.01.2022 20:32 • #19


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Pilsum

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Hallo Ines,
willkommen im Forum.

Zitat von inesgdr1:
Ich leide an einer sehr strak ausgeprägten sozialen Phobie.

Wie lang ist Dir das schon bewusst, dass soziale Kontakte für Dich schwierig sind?

Zitat von inesgdr1:
hab es dann aber mit meiner Sozialen Phobie nicht mehr geschafft dort hinzugehen.

Eine längere Zeit bist Du nun schon auf dem Weg, immer weiter zurückzuweichen.

Zitat von inesgdr1:
Natürlich hätte ich es einer der Pflegepersonen dort sagen können, aber ich habe mich nicht getraut irgendwas zu sagen.

Hättest Du Dich mal getraut.
Wenn Du Angst hast, aus dem Zimmer zu gehen, frage Dich bitte einmal. Was hätte passieren können, wenn
Du für eine zunächst nur kurze Zeit Dein Zimmer verlassen hättest?
Vermutlich wäre dabei nichts passiert.
Aber etwas hätte sich verbessern können. Dein Kopf hätte merken können. Ich darf ja trotz meiner Angst
das Zimmer verlassen. Mir passiert dabei gar nichts.

Nicht nur Du, auch jeder andere Mensch kann über diesen Weg etwas Neues lernen. Man braucht nicht
unbedingt auf sein Angstgefühl hören. Die Angst verselbständigt sich manchmal. Und in wenigen Fällen
kann uns Menschen dann ein einziges Gefühl versuchen, uns unsere Freiheit und unsere Selbstbestimmung
zu nehmen.


Zitat von inesgdr1:
Ich hatte nicht das Gefühl dass sie dort ansatzweise verstanden haben wie schlimm das alles bei mir ist.

Zitat von inesgdr1:
Therapeuten hatte ich schon, die haben mein Problem jedoch nie wirklich ernst genommen

Vermutlich haben sie es schon verstanden. Und ernstgenommen werden sie Dich auch haben.
Offensichtlich sagst Du anderen aber kaum noch, was Du fühlst. Wie sollen sie Dir dann helfen?

Zitat von inesgdr1:
aber die Angst dabei beobachtet oder beurteilt zu werden ist soo groß, das ich den Platz dort gar nicht annehmen kann.

Siehst Du, wie auch hier wieder ein Gefühl versucht Macht über einen Teil von Dir auszuüben?
Was würde passieren, wenn Du diesem Gefühl Angst sagst. Mir ist jetzt klar geworden. Du versuchst mich
immer mehr zu beschränken und zu belasten. Die Macht und die Entscheidungsfreiheit, die Du mir
wegnehmen wolltest, die hole ich mir jetzt ganz langsam wieder zurück.

Und dann solltest Du nach und nach beginnen, möglichst oft genau das zu tun, was Dir Dein Angstgefühl
verbieten will. Vermutlich wirst Du dann sehr schnell merken. Nichts passiert Dir, wenn Du das Gegenteil von dem machst,
was Dir Dein Angstgefühl verbieten will.
Mit etwas Übung, solltest Du Dich so langsam wieder aus der Umklammerung befreien.

20.01.2022 22:33 • x 1 #20


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Kitten

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Hallo @inesgdr1
Erstmal willkommen hier im Forum. Schön, hast du dich hier geöffnet, das ist mal ein 1. Schritt
Deine Angsterkrankung scheint sehr stark und auch akut zu sein.

Die ganze Diskussion über Medikamente scheint mir hier etwas deplatziert. Schliesslich ist es immer der Facharzt/Psychiater, der was verschreibt, nicht Dr. Internet. Nicht umsonst sind sie Ärzte und vergügen über langjährige Erfahrung Ausbildung. Fakt ist, dass die meisten Personen erst diverse Mittel ausprobieren müssen, bis das Richtige anschlägt.

Eine sehr enge Begleitung im geschütztem Rahmen ist m.E. eine sehr gute Sache. Wir alle müssen uns immer wieder überwinden und ins kalte Wasser springen. Willkommen im Leben! Es wäre doch einen Versuch wert in dieser WG, vorausgesetzt du hast enge Bezugspersonen denen du dich anvertrauen kannst?!

21.01.2022 16:52 • x 1 #21



Hallo inesgdr1,

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Kitten

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Ich möchte dir hier gerne noch einen Buchtipp dalassen:

Ich und meine Angst
Francesca Sanna
Nordsüd-Verlag

Ein wunderschönes Bilderbuch für Jung Alt.
Schau mal rein, vielleicht macht es bei dir plötzlich Klick

21.01.2022 16:57 • #22

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