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Soziale Phobie mit Depressionen

Lost111

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. und ich weiß leider nicht, ob ich hier gerade in der richtigen Kategorie schreibe.

Ich bin neu hier.

Ich bin 51 Jahre alt und leide seit Jahren an Depressionen, generalisierter Angststörung und sozialer Phobie.

Leider fehlen mir so wirklich die Worte, wie schon so oft.

Tut mir leid.

Lost111

07.09.2020 22:09 • x 4 #1


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Caro60

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Hallo Lost111,
dann mal ein herzliches WIllkommen hier,
auch wenn du gerade bissle wortlos bist
Lese mal ein wenig ,dann findest du dich in dem ein oder anderen Thread vielleicht wieder,
alternativ siehst du ,wer, wo hier unterwegs ist schreibt und liest.
Etliche Schreiberlinge haben alle hier Probleme wie du oder ähnlich oder auch ganz anders.
Zuerst einmal
LG Caro60

07.09.2020 22:14 • x 4 #2


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Betse66

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Hallo Lost111,
auch von mir ein kleiner Willkommensgruß. Wie Caro60 schon schrieb, schau dich um in den unterschiedlichen Foren und scheue dich nicht davor, ein für dich neues Thema zu erstellen. Die Sprachlosigkeit, ja die gehört auch dazu. Manchmal hilft es, nur vier Begriffe zu finden, die dein Inneres beschreiben ... das ist bei mir hin und wieder der Auslöser, um genauer in mich zu horchen. Auch die Musik finde ich gut. ... vielleicht schreibst du einfach mal, wie es dir gerade so geht.

Sei lieb gegrüßt
Betse

08.09.2020 21:40 • x 1 #3


Lost111

Lost111

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Hallo und guten Abend,

vielen Dank für die nette Begrüßung.

Mir geht es momentan eher weniger gut, ich merke, wie es wieder von Tag zu Tag schlechter wird.
Aber noch kämpfe ich und gehe arbeiten, auch wenn es mir schwer fällt. Dabei wünsche ich mir nur,
dass der Tag vorbei geht (auch wenn ich "nur" halbtags arbeite), und ich zähle die Stunden bis zum Feierabend.
Ich merke auch, dass mir mehr und mehr die Worte "fehlen", ich will gar nicht mehr reden, keine
Ahnung, ob das jmd. hier auch kennt. Es scheint alles schon gesagt zu sein. So empfinde ich es gerade.
Alles erscheint einfach so sinnlos. So schleppe ich mich von Tag zu Tag, jeder Tag ist ein Kampf, ein Kampf
mit mir selbst.

Dunkle Grüsse

Lost111

09.09.2020 21:42 • x 3 #4


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Caro60

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Hallo Lost111,
beachtlich, wenn du noch arbeiten gehst, egal ob halbtags oder voll.
Bestätigen kann ich die manchmal regelrechte Sprachlosigkeit, allerdings nicht in Form von,
man kann es nicht formulieren oder bekommt es nicht gesagt.
Nein, ich kenne diese Sprachlosigkeit eigentlich mehr als Erschöpfung, da zu müde,
um noch etwas zu sagen zu einem Thema ...
Die Frage ist, wie lange hält man es für sich aus, wann siegen die Signale des Körpers,
um sich aus der sagen wir mal "Schusslinie" zu nehmen.
Sicher gehören immer gute und schlechte Tage zum Leben und beide sollte man lernen ,für sich zu
akzeptieren und zu zulassen.
Pass auf dich auf, lass es nicht zu viel werden
Denn dann solltest du die Notbremse ziehen ,manchmal hilft es schon ,das WE zu verlängern ,mal frei zu machen.

Achtsamkeit für sich selbst...klingt so normal und selbstverständlich,
es ist nur schwer, es sich und seinem eigenen Körper &der Seele zu genehmigen.

Ich wünsche dir eine ruhige, erholsame Nacht und Sonne im Herzen für den morgigen Tag
N8 Caro60

09.09.2020 22:43 • x 3 #5


Lost111

Lost111

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Hallo Caro60,

Zitat:
beachtlich, wenn du noch arbeiten gehst, egal ob halbtags oder voll.


Das Problem ist, dass ich viel "ertragen" kann; d.h., ich mache meistens solange weiter, bis ich
wirklich nicht mehr kann. Erst dann vertraue ich mich meinem Hausarzt an, der auch immer meint,
kommen sie doch einfach eher rein, bevor es unerträglich wird. Vllt. bin ich zu pflichtbewusst?
Vllt. achte ich auch einfach nicht auf die Signale, die mir mein Körper gibt. *Schulterzuck*
Diese Woche bin ich bereits 2 x etwas eher von der Arbeit nachhause gegangen (wir haben Gleitzeit), da
es mir zuviel wurde. So hangele ich mich halt von Tag zu Tag, von Montag bis Freitag.

Zitat:
Achtsamkeit für sich selbst...klingt so normal und selbstverständlich,
es ist nur schwer, es sich und seinem eigenen Körper &der Seele zu genehmigen.


Genau das ist der Punkt. Ein ehemaliger Psychiater meinte oft zu mir: "Tun Sie sich was Gutes.".
Aber wie könnte ich das? Vllt. denke ich, dass ich es nicht "verdient" habe. Vllt. kann ich das auch
einfach nicht. Auch mich z. B. selbst loben - das geht gar nicht.
Nun halte ich mich daran fest, dass morgen schon Freitag ist. Aber nächste Woche geht es wieder
von vorne los. Ich muss sehen, wie ich das schaffe. Vllt. sollte ich doch mal einen Termin bei meinem
Hausarzt machen... Der schreibt mich dann wahrscheinlich sofort krank... Fakt ist auch, dass mein Umfeld -
Familie und die wenigen Kontakte, die ich sonst noch habe - nicht verstehen/nicht verstehen wollen,
wenn ich wegen Depressionen etc. zuhause bin. Das macht es nicht einfacher. Aber wenn ICH nicht an mich
denke - wer tut es dann?!

Den Sommer über habe ich gut "durchgehalten", mit einigen schwachen Tiefs, aber ansonsten war es ok.
Nun wird wieder alles enger, ich will im Grunde genommen gar nichts mehr.

Dunkle Grüsse

Lost111

10.09.2020 19:27 • x 1 #6


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Caro60

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Zitat von Lost111:
... Der schreibt mich dann wahrscheinlich sofort krank... Fakt ist auch, dass mein Umfeld -
Familie und die wenigen Kontakte, die ich sonst noch habe - nicht verstehen/nicht verstehen wollen,
wenn ich wegen Depressionen etc. zuhause bin. Das macht es nicht einfacher. Aber wenn ICH nicht an mich
denke - wer tut es dann?!


Vielleicht denkst du am WE mal darüber nach, dass dein Arzt dir eigentlich die Möglichkeit selbst offen lässt,
zu entscheiden, kannst du weiter arbeiten oder brauchst du eine Pause.
Du bist für dich verantwortlich, deine Gesundheit hast du zusammen mit deinem Leben nur einmal,
da spielen auch Angehörige ,Freunde ,Kollegen keine Rolle, sie dürfen keine Rolle spielen aus meiner Sicht !
Ich verstehe dich voll und ganz, letztendlich hat man auch irgendwo eine Erziehung genossen und evtl. Vorbildwirkung durch Eltern, Geschwister usw. erlebt - man will es gut machen ,sich selbst und möglichst allen Anderen gerecht werden bzw. sich selbst gegenüber und anderen Menschen gegenüber keine Schwäche zeigen.
Und dann kommt da noch ein evtl. Hang/Drang zum Perfektionismus ...man könnte es weiter auflisten.
Was nutzt dir das, wenn du dich schleppst und überforderst, dann wirklich krank wirst und gar nicht mehr kannst?
Ich möchte dich nicht belehren, habe doch denselben Fehler gemacht, Jahrzehnte lang
erst angefangen nachzudenken, als es schon längst Alarmstufe rot war.
Wir sind sicher auch durch unsere Erziehung, Erbanlagen in gewisser Weise vorbelastet, was unser Engagement beruflich betrifft, ich bezweifle auch nach wie vor nicht, dass dies falsch ist,<.
Allerdings besteht die große Gefahr ,sich über die Arbeit und die Wirkung auf andere Menschen gegenüber sich selbst zu identifizieren, Anerkennung, Wertschätzung zu suchen.
Hoffentlich klingt das nicht zu verwirrend ,ich versuche nur aus meiner Sicht /Selbsterfahrung eine Erklärung zu bringen
Positiv ist doch, du merkst es, dass sich etwas nicht wirklich richtig anfühlt und der nächste Schritt wird die richtige Entscheidung sein -Pause einlegen (kann ja auch kleines Krank sein),um neue Kraft zu tanken.

Zitat von Lost111:
Aber wenn ICH nicht an mich
denke - wer tut es dann?!


Genau, nur du kannst das entscheiden -DU bist der Macher/die Macherin...

Zitat von Lost111:
Den Sommer über habe ich gut "durchgehalten", mit einigen schwachen Tiefs, aber ansonsten war es ok.
Nun wird wieder alles enger, ich will im Grunde genommen gar nichts mehr.


Wann hattest du deinen letzten Urlaub, wenn du den Sommer über durchgehalten hast ?
Manchmal hilft ein Ziel ,eine kleinere Pause schon aus einem Tief heraus - wäre vielleicht auch eine Überlegung wert
(allerdings nicht als Flucht/Erklärung für Angehörige),das wäre Selbstbetrug.
Eine evtl. Depression ist eben keine Krankheit ,die man nun sofort äusserlich sieht, mit einem Beinbruch o.ä, brauchts oft keine Erklärung .
Depression oder Erschöpfungszustand ist nun mal nicht technisch mit Hilfsmitteln wie einem Gips oder Schiene heilbar,
das braucht viel mehr .

Sensibilität in Form auf seine Körpersignale zu hören, Verantwortungsbewusstsein sich selbst gegenüber !
Trau Dich ,raus aus dem Schneckenhaus und Hilfe anzunehmen und einzufordern

Ich hör dann mal auf zu texten ,
LG Caro60

10.09.2020 23:19 • x 1 #7


Lost111

Lost111

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Hallo Caro,

danke für deine ausführliche Antwort.

Zitat:
Vielleicht denkst du am WE mal darüber nach, dass dein Arzt dir eigentlich die Möglichkeit selbst offen lässt,
zu entscheiden, kannst du weiter arbeiten oder brauchst du eine Pause.


Das stimmt, aber schon der Gang zu meinem Hausarzt ist - obwohl er sehr verständnisvoll ist - immer mit Angst behaftet.
Dann kommen so blöde Gedanken wie "Nimmt er mich ernst?", "Ist eine Krankschreibung zuviel verlangt?" etc. auf. Das
kann ich einfach nicht abstellen! Ich finde das einfach doof von mir. Bislang hat er immer viel Verständnis gezeigt und mich
krank geschrieben, wenn es erforderlich war. Da gab es nie Probleme. Warum ist da nur diese blöde Angst/Panik?
Liegt es daran, dass es mir einfach schwer fällt, meine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen? Auch mal an mich zu denken?

Zitat:
Du bist für dich verantwortlich, deine Gesundheit hast du zusammen mit deinem Leben nur einmal,
da spielen auch Angehörige ,Freunde ,Kollegen keine Rolle, sie dürfen keine Rolle spielen aus meiner Sicht !


Wie ich schon sagte, versteht mich mein Umfeld in der Hinsicht so gar nicht. Meine Mutter fragt immer "warum", obwohl ich
ihr schon so oft erklärt habe, was Depressionen sind und ihr auch mal ein Fachbuch in die Hand drücken wollte, womit sie sich allerdings nicht beschäftigen wollte/konnte, keine Ahnung.
Ich habe grundsätzlich ein schlechtes Gewissen, wenn ich der Arbeit krankheitsbedingt fernbleiben muss. Dazu muss ich sagen, dass ich eine nicht wirklich nette Kollegin habe, die das einfach auch nicht versteht/nicht verstehen will. Deshalb zögere ich auch immer so lange, bis ich mich dann mal wortwörtlich zum Arzt schleppe.
Ja, wie du schon sagst, vllt. warte ich einfach zu lange, weil es mir schwer fällt, die Hilfe einzufordern, die mir zusteht.

Zitat:
Wann hattest du deinen letzten Urlaub, wenn du den Sommer über durchgehalten hast ?


Ich hatte ab Mitte August erst 3 Wochen Urlaub. Trotzdem fühlt es sich an, als hätte ich nie Urlaub gehabt. Krass, oder?

Auf Arbeit war heute wieder echt anstrengend. Ich musste 2 lange Texte nach Diktat fertigen und habe mich dabei andauernd verschrieben, so dass ich tatsächlich 1 1/2 Stunden (!) dafür brauchte. Ich war so unkonzentriert und ärgerte mich natürlich sehr über mich selbst.

Nun ja, jetzt ist erstmal WE und ich werde versuchen, mich zu entspannen.

Komm gut ins WE und LG,

Lost111

11.09.2020 19:44 • x 2 #8


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Caro60

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Ich denke ,du gibst dir die Antwort schon selbst auf deine momentane Verfassung.
Die Angst zum HA zu gehen ,begleitete mich auch jedes Mal.
Zu groß war die Sorge, bei einer evtl. Krankmeldung erklären zu müssen, warum und was denn sei-
so war das üblich in der Firma
Und...ich wollte taff sein, gut sein, besser als Anderen, denn ich war kein guter "Verlierer" und identifizierte mich lange,
viel zu lange über meine tägliche Arbeit..so begann die Abschottung.
Du findest den richtigen Zeitpunkt hoffe ich!

LG Caro60

11.09.2020 20:39 • #9


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Betse66

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Hallo Lost111,

Zitat:Das stimmt, aber schon der Gang zu meinem Hausarzt ist - obwohl er sehr verständnisvoll ist - immer mit Angst behaftet.
Dann kommen so blöde Gedanken wie "Nimmt er mich ernst?", "Ist eine Krankschreibung zuviel verlangt?" etc. auf. Das
kann ich einfach nicht abstellen! Ich finde das einfach doof von mir. Bislang hat er immer viel Verständnis gezeigt und mich
krank geschrieben, wenn es erforderlich war. Da gab es nie Probleme. Warum ist da nur diese blöde Angst/Panik?
Liegt es daran, dass es mir einfach schwer fällt, meine eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen? Auch mal an mich zu denken?

Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich kann diese Gedanken/Situation nur zu gut nachvollziehen. Bisher habe ich für mich noch keinen Weg gefunden, damit stressfreier umzugehen. Bereits seit Jahren sind Arztbesuche mehr frustrierend für mich abgelaufen, als dass ich mal mit einem guten Gefühl rausgegangen wäre. Selbst meine vorbereiteten Zettel habe ich mir nicht mehr getraut zu benutzen. Warum ist das so? Ich fühle mich so verletzlich, hilflos, ohne jegliches Selbstvertrauen .... Manchmal frage ich mich, wie ich mein Leben bisher überstanden habe. Oh, das klingt echt verzweifelt, wenn ich das so schreibe. Eigentlich will ich dir nur sagen, du bist nicht allein.

Zitat: Wie ich schon sagte, versteht mich mein Umfeld in der Hinsicht so gar nicht. Meine Mutter fragt immer "warum", obwohl ich
ihr schon so oft erklärt habe, was Depressionen sind und ihr auch mal ein Fachbuch in die Hand drücken wollte, womit sie sich allerdings nicht beschäftigen wollte/konnte, keine Ahnung.

Mir geht es mit meinen Eltern ähnlich, wobei besonders mein Vater der schwierigere Part ist. Ich denke, dass meine Mutter mit ihren fast 85 Jahren Altersdepression hat. Deshalb getraue ich mir auch nicht, zu viel über meine Probleme preis zu geben. Aber mein Vater nervt regelrecht. Und mich macht das immer aggressiver. Am liebsten würde ich mich gar nicht mehr melden (geht nicht, weil wir im gleichen Mietshaus wohnen). Einfach nur mein Ding machen. Warum machen andere einem das Leben noch schwerer? Kann nicht einfach nur Ruhe sein?

Ich glaube, ich bin gerade keine Hilfe für dich. Entschuldige.

Komm wir freuen uns jetzt gemeinsam auf das sonnige Spätsommerwochenende.
LG Betse

11.09.2020 20:47 • #10


Lost111

Lost111

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Hallo noch einmal Caro60,

Zitat:
Du findest den richtigen Zeitpunkt hoffe ich!


Das ist die Frage... So wie es momentan aussieht, schleppe ich mich bis auf weiteres weiterhin zur Arbeit.
Aber ich ziehe schon in Erwägung, einen Termin bei meinem HA zu machen, immerhin etwas!

Zitat:
Zu groß war die Sorge, bei einer evtl. Krankmeldung erklären zu müssen, warum und was denn sei-[


Ja, genau so ist es! Das ist doch eigentlich ziemlich "doof", oder (wenn ich das jetzt einfach mal so salopp sagen darf)?!
Da hat man einen verständnisvollen HA und geht mit Panik und Angst dahin, "bloß" weil es einem schlecht geht. Wenn ich nur wüsste, wie man das abstellen kann! Bislang habe ich keine annähernde gute Strategie dafür gefunden.
Also werde ich auch das nächste mal wieder mit Herzrasen und rotem Kopf in der HA-Praxis aufschlagen.

LG Lost111


Hallo Betse,

danke für deinen Beitrag.

Zitat:
Mir geht es mit meinen Eltern ähnlich, wobei besonders mein Vater der schwierigere Part ist. Ich denke, dass meine Mutter mit ihren fast 85 Jahren Altersdepression hat. Deshalb getraue ich mir auch nicht, zu viel über meine Probleme preis zu geben. Aber mein Vater nervt regelrecht. Und mich macht das immer aggressiver. Am liebsten würde ich mich gar nicht mehr melden (geht nicht, weil wir im gleichen Mietshaus wohnen). Einfach nur mein Ding machen. Warum machen andere einem das Leben noch schwerer? Kann nicht einfach nur Ruhe sein?


Vor allem will man seinen Eltern keine Sorgen machen, das ist der springende Punkt, denke ich. So ist das bei mir jedenfalls.
Wobei ich allerdings vor allem mit meiner Mutter darüber kaum reden kann, mein Stiefvater ist dabei eh außen vor.
Irgendwann habe ich es auch einfach aufgegeben, mich zu erklären. Zumal es eh nicht anzukommen scheint. Dabei ist es eh überhaupt schon schwer, darüber zu reden. Aber ich muss es halt so akzeptieren, wie es ist.
Dein Vater scheint es dir nicht wirklich einfach zu machen. Konntest du mit ihm mal ansatzweise über deine Depressionen sprechen?
Ober blockt er da gleich ab? Ich kann dich dahingehend echt verstehen. Und die unmittelbare Nähe zu ihm macht es sicherlich nicht einfacher.
Auch ich melde mich "nur" einmal die Woche bei meiner Mutter. Ich habe gar nicht das Bedürfnis dazu, öfter Kontakt zu halten. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Zitat:
Ich glaube, ich bin gerade keine Hilfe für dich. Entschuldige.


Es gibt nichts zu entschuldigen, alles gut!

Dir auch ein schönes sonniges und entspanntes WE.

LG

Lost111

11.09.2020 21:25 • x 2 #11


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Betse66

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Zitat von Lost111:
Dein Vater scheint es dir nicht wirklich einfach zu machen. Konntest du mit ihm mal ansatzweise über deine Depressionen sprechen?
Ober blockt er da gleich ab? Ich kann dich dahingehend echt verstehen. Und die unmittelbare Nähe zu ihm macht es sicherlich nicht einfacher.


Meine Eltern sind es gewohnt, dass ich funktioniere. Ich habe über viele Jahre versucht, das auszugleichen, was bei meinen beiden Geschwistern nicht lief. Selbst nach meiner Trennung und der vielen Probleme mit meinem Sohn habe ich funktioniert. Ich habe gearbeitet, mich um meine Jungs und die vielen fremden Kinder berufsbedingt gekümmert, immer alles organisiert und war eben immer da. Bei mir lief es eben. ... nach außen, lief es! Ich habe mich immer wieder aufgerappelt und noch eins drauf gesetzt, wo der Turm schon geschwankt hat. Ja, was sind Depressionen? Kopfschmerzen kann sich jeder vorstellen, aber Depressionen? Das sieht man mir doch nicht an. Ich kann immer noch die Fassade des Lachenden zeigen. Wieviel Kraft das kostet und wie aggressiv mich das eigentlich macht, sieht niemand. Ich liege auch nicht die ganze Zeit im Bett und weine. Mich treibt es fort. Wenn ich könnte, wäre ich weit weg. Ich könnte mich ständig bewegen, meine Füße sind gerade wieder besonders zappelig (Restless Legs). ... ich habe es meinen Eltern gesagt, aber sie können es wohl nicht mehr verstehen. Es passt nicht in ihr Bild von mir. Ich weiß es nicht. Ich versuche einfach so wenig wie möglich über Befindlichkeiten zu sprechen: "Ich hab nicht gut geschlafen. Ich habe Kopfschmerzen. Mir ist nicht gut. Ich bin müde. Ich leg mich etwas hin." Alles andere hat keinen Sinn ... und ich habe nicht die Kraft, mich zu erklären. Das ist nicht schön, aber für mich momentan nur so machbar.

Ich hoffe, dass ich bald den Termin für die Reha gekommen. Ich muss hier weg.

... und jetzt ab ins Bett. Ich bin echt müde und hoffe, dass die Beine bald Ruhe geben.
Gute Nacht. Betse

11.09.2020 22:35 • #12


Lost111

Lost111

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Zitat:
Meine Eltern sind es gewohnt, dass ich funktioniere.


So sieht es meine Mutter auch... "Krank machen" ist eine Schande!

Zitat:
und ich habe nicht die Kraft, mich zu erklären. Das ist nicht schön, aber für mich momentan nur so machbar.


Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Irgendwann ist man darüber hinaus, sich erklären zu wollen.
Ich kann auch verstehen, dass dich das aggressiv macht. Man denkt immer: WARUM wird man nicht verstanden?!
Aber deine Eltern können das wohl nicht mehr. Damit klar zu kommen, ist sicherlich nicht einfach.

Zitat:
Mich treibt es fort. Wenn ich könnte, wäre ich weit weg.


Das wünschte ich mir auch so manches mal. Aber leider kommen die Probleme/Sorgen/Ängste hinterher...
Du erwähntest eine Reha - hoffentlich kann das für dich bald angehen, ich wünsche es dir.

Ich wünsche dir eine gute N8-Ruhe und bis bald mal.

LG

Lost111

11.09.2020 22:47 • x 1 #13


Alexk78

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Hallo
Ich bin auch neu hier
Ich heiße Alexandra und bin 42 Jahre alt.

Mit dem Thema Depressionen muss ich mich ganz neu auseinandersetzen, habe ja bis jetzt immer funktioniert.

Ich habe sehr schwere Zeiten hinter mir, mein Mann ist an einem hirntumor erkrankt, er hat es überlebt, war aber danach nicht mehr der selbe. Ich stand da ohne eine Perspektive, hatte keine Ausbildung und keinen Job, da ich immer nur bei den Kindern daheim war.

Die Ausbildung habe ich nachgeholt und es ging mir auch gut dabei.
Nach meiner Ausbildung wurde ich in eine andere Filiale versetzt, wo ich jeden Tag 90 km fahren muss. Dort hab ich mich garnicht wohl gefühlt, trotz allen Bemühungen gab es aber leider für mich kein Zurück.

Dann vor acht Wochen kurz bevor ich zum arbeiten fahren sollte, habe ich eine panikattacke bekommen, die ich aber nicht als solche erkannt habe.
Da ich auch starke magenschmerzen hatte, habe ich es immer darauf geschoben.

Als mein Hausarzt mich auf Depressionen angesprochen hat, war ich erstmal sauer, er soll sich doch um meine magenschmerzen kümmern, das ist doch der Grund warum es mir schlecht geht.

Ich hatte in den letzten Wochen viel Zeit über mich und die Situation nachzudenken, mittlerweile muss ich sagen das mein Hausarzt recht hatte, ich habe die ganzen Symptome die mein Körper gesendet hat, einfach ignoriert, ich wollte halt funktionieren. Mir fällt es auch sehr schwer es zu akzeptieren und dass ich auch im Moment nicht in der Lage bin arbeiten zu gehen, fühle mich gerade wie eine Versagerin.

Meine Kinder haben sich auch zurück gezogen, weil ich im Moment einfach nicht so funktioniere, das macht mich sehr traurig.

Mein ganzes Leben steht auf dem Kopf und ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. In meinen Job will ich nicht mehr zurück, mir fehlt aber die Kraft, was neues zu suchen.

Wie seid ihr mit der Diagnose Depression umgegangen?

Würde mich freuen wenn mir jemand schreibt

Grüße Alex

12.09.2020 09:23 • x 1 #14


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Betse66

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Guten Morgen Alex,

erst mal ein herzliches Willkommen im Forum. Wenn du dich etwas durchklickerst, wirst du ganz viele Gleichgesinnte finden ... und glaube mir - das hilft, nicht hilflos zu sein. Sei schon mal froh, dass du einen Hausarzt hast, der sensibel genug ist, dir zu sagen, dass deine Symptome mit Depressionen zusammenhängen können. Pass aber auf, dass es trotzdem medizinisch abgeklärt wird. Wenn du einmal unter psychosomatisch abgelegt bist, kann das schnell dazu führen, dass du nicht richtig untersucht wirst. Zumindest ist das leider meine Erfahrung in den letzten Jahren.
So wie du deine Situation beschreibst, scheint es aber sicher zu sein, dass es dich "erwischt" hat. Akzeptiere es. Es ist kein Makel. Es ist das Ergebnis jahrelangen Funktionierens, ohne dass du auf deine Bedürfnisse geschaut hast. Dass du neue Arbeit brauchst und willst, ist sicherlich richtig. Momentan aber wahrscheinlich die ungünstigste Zeit, auf die Suche zi gehen. Leider spreche ich da aus eigener Erfahrung. Ich bin seit Februar krank, habe mich bereits seit Ende Januar neu beworben. Anfang Juli kam die letzte Absage. Sicherlich ist Corona ein Grund dafür. Letztendlich muss ich aber allen Psychologen und Ärzten mit denen ich in den letzten 4 Monaten zu tun hatte, Recht geben: Ich bin jetzt nicht fähig, arbeiten zu gehen , geschweige denn was neues anzufangen. Mittlerweile traue ich mir gar nichts zu und hoffe, dass mir die Reha hilft, den Absprung von meiner alten (eigentlich erst seit 11/2019) Firma zu realisieren und dann einen neuen Weg zu finden. Dieses "Versagen" ist so schlimm für mich. Ich bin 54. Ich weiss noch nicht, wo die Reise hingeht. ...
Aber ich bin froh, dass ich dieses Forum habe, Menschen, die wie ich ticken und mich verstehen. Und ich muss somit niemand anderen "belästigen ", denn da draußen kann mir keiner helfen. Mitleidige Blicke, Unverständnis und Kommentare jeglicher Art .... nein, das brauchen wir nicht.

Alex, vielleicht findest du hier den Austausch, den du brauchst. Einen Versuch ist es wert.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
LG Betse

12.09.2020 09:52 • x 1 #15


Alexk78

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Hallo Betse
Das freut mich sehr, dass du mir zurück geschrieben hast

Es wurden schon einige Untersuchungen gemacht, ohne Ergebnis. Auf die magenspiegelung habe ich bestanden, da kam auch eine Rötung raus, nächste Woche wird Blut abgenommen, weil der Verdacht einer Unverträglichkeit vorliegt.

Ich bin froh das forum gefunden zu haben und mich hier austauschen zu können.

Es tut mir leid, dass du in einer ähnlichen Situation bist, ich weiß wie verschweifelt und hilflos man sich fühlt, man möchte einfach funktionieren, aber es geht nicht. Auf das Verständnis von anderen braucht man nicht hoffen, wenn man nicht selber die Erfahrung gemacht hat, kann man es nicht nachvollziehen wie schlecht es einem während einer Depression geht.

Meine Mutter hat selbst eine Depression durch, da mein Vater vor zwei Jahren gestorben ist und sie es noch nicht richtig verarbeitet hatte, von ihr bekomm ich sehr viel Verständnis.

Ich finde es nur traurig, wie man gemieden wird, als hätte man eine ansteckende Krankheit, nur weil man seelisch und körperlich nicht fit ist.

Ich wünsche dir alles Gute und das es dir bald besser geht

12.09.2020 11:11 • x 1 #16


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Betse66

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Hallo Alex,

schön zu hören, dass das mit den Untersuchungen bei dir gemacht wird. Ja, das mit den Gemietenwerden ist so eine Sache. Ich denke, dass das meist kein böser Wille ist, sondern einfach Unsicherheit. Wenn man es selbst hinbekommt, kann man mit den Leuten, die einem am Herzen liegen, sprechen. Nur in der Regel ist es genau das, was man selbst nicht mehr kann. So geht's zumindest mir. Da ich aber schon mehrere Male diese depressiven Phasen hatte, habe ich irgendwann in meinem Freundes- und Familienkreis offen darüber gesprochen - nicht mit allen, aber den für mich wichtigsten Menschen. Und wenn es sich wieder anbahnt, dann mache ich zumindest Andeutungen, dass ich gerade vorsichtig sein muss. Letztendlich bleiben aber wirklich nur ganz wenige Menschen übrig, denen ich zu 100% vertrauen kann und die mir in diesen Phasen auch echte Hilfe sind.
Ich hoffe für dich, dass du die Zeit gut überstehst .... denn das ist meist sicher, dass es irgendwann wieder besser wird oder sogar vorbei ist. Nimm dich ernst!
Ach und noch was: Sprich mit deinen Kindern (wie alt sind sie?) oder beauftragen jemanden, der ihnen und dir nahe steht. Kinder verstehen uns meist besser als wir glauben.

Sei lieb gedrückt.

12.09.2020 11:46 • #17


Alexk78

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Hallo Betse,
Vielen lieben Dank für deine lieben, aufbauenden Worte

Meine Tochter ist 24 und mein Sohn 23.
Sie sind es halt gewohnt, dass ich immer funktioniert habe, vorallem als ihr Vater krank wurde, konnten sie nur noch zu mir kommen.

Im Moment komme ich mir so vor, als würde ich jedem zur Last fallen. Ich bin auch gar nicht fit, werde schnell müde und traue mir auch gar nichts mehr zu, alles kostet mich Überwindung.

Den Antrag für eine Reha habe ich heute zugeschickt bekommen

Ich wünsche dir liebe Menschen die für dich da sind
Fühle dich ebenfalls gedrückt
LG Alex

12.09.2020 12:30 • x 1 #18


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Betse66

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Liebe Alex,

mit antworten hat es jetzt etwas gedauert ... Pflicht-Kaffeetrinken mit meinen Eltern und danach Kopf-frei-bekommen bei einer Radtour.
Meinen Reha-Antrag habe ich bereits im Juni nach Aufforderung durch die Krankenkasse stellen müssen. ... ich warte noch heute auf den Termin. Naja sagen wir mal so: Anfang Juli bekam ich die Zusage der Rentenversicherung und die Unterlagen der Kurklinik. Problem: Einen Tag zuvor bin ich freiwillig ins Krankenhaus, weil es immer mehr bergab ging und das SVV Besitz von mir ergriff. Nach 6 Wochen Entlassung und ... die Zuweisung einer neuen Kureinrichtung. Und seit dem warte ich. Mir fehlt die regelmäßige psychologische Begleitung. Ich hatte zwar zwei Psychologentermine, muss aber jetzt bis Anfang Oktober warten, weil nichts mehr frei war. Nun versuche ich irgendwie über die Runden zu kommen und etwas von dem anzuwenden, was ich in der Klinik mitbekommen habe. Nach wie vor ist Sport das absolute Muss. Ich muss nur jetzt mit Einschränkungen zurecht kommen, weil ich mir die Knie durch das Zuviel an Laufen/Wandern beschädigt habe. Auch SVV. Und so geht es bergauf und bergab. Heute kann ich den Tag noch recht gut genießen und habe deshalb das Kaffeetrinken bei meinen Eltern gut überstanden.

Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Was mir hilft, ist ein Wochenplan, wo ich die anstehenden Termine und dann solche Sachen, wie Mittagsschlaf, eine Stunde Sudoku, Telefonate, stricken, sauber machen, Wäsche waschen, bügeln usw. eintrage. Ganz wichtig: Angenehmes und weniger angenehmes gut mischen. Momentan habe ich einen ganz schwierigen "Termin": Küche gründlich sauber machen. Ich koche echt gern, aber die Grundreinigung ... ohje. Seit Mittwoch schiebe ich.
Ja und du darfst auch mal nichts, aber auch wirklich nichts machen!

Deine Kinder! Sie sind erwachsene junge Menschen. Ja und sie dürfen auch noch heute zu dir kommen. Aber: du darfst auch mal zu ihnen gehen! Sprich mit ihnen oder schreib ihnen einen Brief.
Ich habe zwei erwachsene Söhne (fast 31 und 28 Jahre alt). Mit ihnen habe ich die Trennung von meinem Ex, die Tourette-Erkrankung meines Großen, dessen Depression und Heimaufenthalt, meine Depressionen und so vieles mehr durchlebt. Sie waren und sind meine Lebensretter. Auch wenn beide bereits ihre eigenen Wege gehen, so weiß ich, dass sie jederzeit da sein werden, wenn ich sie brauche. So wie ich immer für sie da war und es auch heute noch bin. Ich habe keine Geheimnisse vor ihnen und beschönige auch nichts. Ja und ich lass mir auch mal sagen: Mutter, du übertreibst jetzt (mit einem Grinsen im Gesicht) oder Los, raffe dich auf, das machen wir zusammen.
... und ich lasse mir echt was sagen von meinen "Kindern".

Liebe Alex, ich bin froh, wirklich ein paar ganz liebe Menschen um mich zu haben, Menschen auf die ich mich verlassen kann. Das wünsche ich dir und all den anderen, die sich hier im Forum bewegen. In den ersten Tagen des Klinikaufenthaltes war dieses Forum etwas ganz besonderes für mich. Danke all denen, die mich damals aufgemuntert haben.
So und genau das tue ich jetzt mit dir: Akzeptiere deine Depression, aber verliere dich nicht in ihr! Nimm Hilfe an! Und melde dich immer mal auf diesen Seiten.

Sei lieb "geknuddelt". Betse

12.09.2020 17:10 • #19


Alexk78

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Liebe Betse,
Ich freue mich, dass du heute einen schönen Tag hattest.
Und ich danke dir sehr dass du dir soviel Zeit nimmst, mir zurück zu schreiben.
Deine Worte und Tipps machen mir sehr viel Mut, man darf einfach nicht aufgeben.

Es tut mir sehr leid, dass du so schwere Zeiten durchleben musst und musstest, ich wünsche dir sehr, dass du bald deine Reha antreten darfst.

Deine Söhne find ich echt klasse, ist toll was ihr für einen Zusammenhalt habt.

Ich versuche auch viel in der Natur zu sein, das tut einem richtig gut.

Wünsche dir noch einen schönen Abend
Fühle dich ebenfalls gedrückt
LG Alex

12.09.2020 18:10 • x 1 #20


Lost111

Lost111

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Hallo Alex,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier.

Zitat:
Meine Kinder haben sich auch zurück gezogen, weil ich im Moment einfach nicht so funktioniere, das macht mich sehr traurig.
Mein ganzes Leben steht auf dem Kopf und ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. In meinen Job will ich nicht mehr zurück, mir fehlt aber die Kraft, was neues zu suchen.


Dieses "funktionieren müssen" kennen sicherlich viele. Auch ich bin so drauf. Aber die Frage ist doch: "muss" man
auf biegen und brechen funktionieren? Und WARUM ist das so? So viele Fragen und kaum Antworten...
Traurig macht mich zu lesen, dass sich deine Kinder von dir zurückgezogen haben; hast du mal versucht, mit ihnen über deine
Krankheit zu sprechen?

Zitat:
Wie seid ihr mit der Diagnose Depression umgegangen?


Ich glaube, ich hatte schon als Kind Depressionen... Von daher kam die Diagnose für mich - nach einem einschneidenden Ereignis 2002 - nicht wirklich überraschend. Erst in der TK 2006 erfuhr ich, dass ich u.a. an einer generalisierten Angststörung leide. DAS hat mich geschockt, aber auch vieles erklärt, was ich bislang nicht zuordnen konnte.
Es braucht Zeit, um mit so einer Diagnose klar zu kommen, und NEIN, du bist natürlich kein Versager! Aber ich kenne auch dieses Gefühl, zu nichts nutze zu sein... Wertlos zu sein...
Ich denke, hier findest du Gleichgesinnte und einen guten Austausch.

LG

Lost111

Hallo Betse,

Zitat:
Aber ich bin froh, dass ich dieses Forum habe, Menschen, die wie ich ticken und mich verstehen. Und ich muss somit niemand anderen "belästigen ", denn da draußen kann mir keiner helfen. Mitleidige Blicke, Unverständnis und Kommentare jeglicher Art .... nein, das brauchen wir nicht.


Genauso ist es. Leider gibt es noch so viele unwissende Menschen, die diese Krankheit "belächeln" und nicht verstehen, wie schwer es sein kann, von Tag zu Tag zu leben! Denn es kann jeden treffen. Niemand ist davor gefeit.

Darf ich fragen, wie es dir geht...?

Ich habe nun - nach langem Überlegen und Abwägen - am 24.09. einen Termin bei meinem HA gemacht. Davor habe ich jetzt schon Schiss... Ich kann gar nicht beschreiben, wie viel Überwindung mich das gekostet hat, da anzurufen. Nun gut, anrufen geht immer noch, aber das Hingehen dann...

Ich würde mich freuen, mal wieder von dir zu hören.

LG

Lost111

16.09.2020 19:31 • x 1 #21


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Betse66

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Hallo Lost111,

ich bin im Forum unterwegs, habe aber irgendwie momentan so meine Probleme aktiv zu werden. Warum? Ich denke, dass ich so viel negative Stimmung rüber bringe. Mir geht es nicht so sehr gut. Nach wenigen guten Tagen, bin ich nun seit Sonntag wieder im "Abwärtsmodus". Das Warten auf meinen Rehatermin, die Schmerzen in meinen Beinen und die damit verbundene Grenze beim Sportmachen ... Jetzt fangen wieder die Alpträume an, mehrere Male habe ich in der Nacht so was wie Angstzustände bekommen. Gestern war der 1. Todestag meines (Ex-)Schwagers. Dessen Tod hat in diesem Jahr so viel aufgewühlt. ... und dann kein Psychologentermin, erst Anfang Oktober. Ich fühle mich echt nicht gut und muss aufpassen, dass ich gut mit mir umgehe. Ich muss auf meine Gedanken aufpassen.

Ich bleib weiter bei euch und melde mich bestimmt bald wieder. Versprochen.
LG Betse

16.09.2020 21:46 • #22


Lost111

Lost111

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Hi Betse,

entschuldige bitte, ich wollte dich nicht unter "Schreibdruck" setzen. Bitte nicht falsch verstehen.

Zitat:
ich bin im Forum unterwegs, habe aber irgendwie momentan so meine Probleme aktiv zu werden. Warum? Ich denke, dass ich so viel negative Stimmung rüber bringe. Mir geht es nicht so sehr gut.


*Handreich* Du, ist schon ok. Alles gut. Fühl dich zu nichts gezwungen.

LG und alles Gute für dich,

Lost111

16.09.2020 21:52 • x 1 #23


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Betse66

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Hey Lost111,
du hast mich nicht unter Druck gesetzt. Keine Sorge. Mir geht es heute auch etwas besser. Ich denke, der Trend zeigt nach oben. Es waren wieder mal Tage/Nächte, die mir bewusst gemacht haben, dass ich eben noch nicht wieder stabil bin. Ok, jetzt weiß ich es.
Heute habe ich mir meine zweites Bein spritzen lassen. Ich hoffe, es hilft, damit ich morgen mit einer Freundin Pilze sammeln kann ... ich hoffe, sie weiß, was sie sammelt. Die Reha schweigt. Am Montag muss ich wieder zum Neurologen, AU-Bescheinigung abholen. Ich muss mit ihm unbedingt wegen meiner nächtlichen Angstzustände sprechen. Hoffentlich ist er diesmal gesprächsbereiter als sonst. Es ist schon schwierig, Vertrauen zu Ärzten aufzubauen, wenn man sich selbst nicht vertraut. Und dann mache ich immer wieder die Erfahrung, dass manche Ärzte so wenig Emphatie zeigen oder vielleicht einfach schon so "abgeflacht" sind.
Apropos Hausarzt. Ich kann dich soooo gut verstehen. Ich war heute dort, habe meinen Krankenhausbericht am Tresen abgegeben und um einen Termin gebeten. Antwort: Was wollen Sie von der Ärztin? Ich: Ich möchte mit ihr sprechen? Rückfrage: Warum? Ich muss hier hinschreiben, was Sie von ihr wollen. .... Hey, bin ich nur so empfindlich oder was soll das?
Das ist mir jetzt schon mehrere Male dort so passiert. Ich habe auch schon gesagt, dass es nicht angehen kann, dass ich an der Anmeldung sagen muss, warum ich mit der Ärztin sprechen muss. Noch dazu, wenn es weitere Patienten mithören. Oh, jetzt fange ich wieder an, wütend zu werden. Endresultat: Zur Zeit keine Termine, ich solle mich halt zur Akutsprechstunde reinsetzen und warten. Das zum Thema: Hausarzterfahrung. Problem: Kein Wechsel möglich, alle Allgemeinmediziner wehren Neuaufnahmen ab.
Ich fühle mich so hilflos. Noch hilfloser im jetzigen Zustand.
Mir fehlt auch die Psychotherapie. Mein nächster Termin ist erst Anfang Oktober. Das ist echt schwer aushaltbar. Ich hatte gehofft, dass ich schon zur Reha fahren kann.

Ok, ich gebe mir jetzt ganz viel Mühe, positiver zu denken. Ich freue mich auf morgen und das Wochenende. Zum Glück ist es ja nicht mehr so warm. Wenn meine Knie mitspielen, werde ich wieder Rad fahren.
Mit diesem Gedanken wünsche ich dir guten Restabend und eine hoffendlich erholsame Nacht.
LG Betse

17.09.2020 21:34 • #24


Lost111

Lost111

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Hallo Betse,

schön, von dir zu lesen!

Zitat:
Am Montag muss ich wieder zum Neurologen, AU-Bescheinigung abholen. Ich muss mit ihm unbedingt wegen meiner nächtlichen Angstzustände sprechen. Hoffentlich ist er diesmal gesprächsbereiter als sonst. Es ist schon schwierig, Vertrauen zu Ärzten aufzubauen, wenn man sich selbst nicht vertraut. Und dann mache ich immer wieder die Erfahrung, dass manche Ärzte so wenig Emphatie zeigen oder vielleicht einfach schon so "abgeflacht" sind.


Ich kenne die schlechten Erfahrungen bzgl. Ärzten nur teilweise. Mein Neurologe - der auch Arzt für Psychiatrie ist - will auch nicht wirklich hören, was mich belastet. Er nimmt es zwar zur Kenntnis, geht aber nicht wirklich darauf ein. Vllt. liegt das auch am Zeitmangel, keine Ahnung. Aber man sollte eigentlich erwarten, dass man ernst genommen wird und auch Resonanz kriegt. Deiner redet somit auch nicht so wirklich? Krass das.
Eigentlich habe ich ansonsten immer Glück gehabt - mein Psychiater, bei dem ich 10 Jahre in Behandlung war, dem wurde seine Stelle plötzlich gekündigt. Somit blieb mir nur der Gang zum FA für Neurologie und Psychiatrie.
Empathie bekomme ich von meinem HA auf jeden Fall. Auch wenn es immer ein RINGEN mit mir selbst ist, dahin zu gehen. Für mich ist es allgemein sehr schwierig, überhaupt Vertrauen aufzubauen. Das dauert bei mir immer EWIG.

Zitat:
Apropos Hausarzt. Ich kann dich soooo gut verstehen. Ich war heute dort, habe meinen Krankenhausbericht am Tresen abgegeben und um einen Termin gebeten. Antwort: Was wollen Sie von der Ärztin? Ich: Ich möchte mit ihr sprechen? Rückfrage: Warum? Ich muss hier hinschreiben, was Sie von ihr wollen. .... Hey, bin ich nur so empfindlich oder was soll das?


DAS kenne ich auch nur zu gut! Ich rede doch nicht vor allen Mithörern in der Praxis, warum ich den Termin brauche! Das mache ich auch generell nicht, wenn, dann sollen sie mit mir in einen extra Raum gehen, dann kann ich Auskunft geben. Das haben die zum Glück inzwischen geschnallt. Und: du bist nicht zu empfindlich - sowas gehört sich einfach nicht. Punkt.

Zitat:
Endresultat: Zur Zeit keine Termine, ich solle mich halt zur Akutsprechstunde reinsetzen und warten. Das zum Thema: Hausarzterfahrung. Problem: Kein Wechsel möglich, alle Allgemeinmediziner wehren Neuaufnahmen ab.
Ich fühle mich so hilflos. Noch hilfloser im jetzigen Zustand.


Na danke auch. Kein Wunder, dass es dir damit nicht gut geht. Mmh, vertraust du denn ansonsten deiner Hausärztin?

Zitat:
Mir fehlt auch die Psychotherapie. Mein nächster Termin ist erst Anfang Oktober. Das ist echt schwer aushaltbar. Ich hatte gehofft, dass ich schon zur Reha fahren kann.


Kannst du deinen Therapeuten nicht anrufen und ihn um einen früheren Termin bitten? Ich kenne das so von meiner Therapeutin - wenn was akut ist, bitte melden. Du kannst ja nichts dafür, dass sich die Reha verschiebt.

Zitat:
Ok, ich gebe mir jetzt ganz viel Mühe, positiver zu denken. Ich freue mich auf morgen und das Wochenende. Zum Glück ist es ja nicht mehr so warm. Wenn meine Knie mitspielen, werde ich wieder Rad fahren.


Aufgeben ist keine Option! Ich wünsche dir einen schönen Start ins WE.

Halt die Ohren steif und gute N8.

LG Lost111

17.09.2020 22:08 • x 1 #25


Alexk78

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Zitat von Lost111:
Hallo Alex,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier.

Dankeschön



Dieses "funktionieren müssen" kennen sicherlich viele. Auch ich bin so drauf. Aber die Frage ist doch: "muss" man
auf biegen und brechen funktionieren? Und WARUM ist das so? So viele Fragen und kaum Antworten...
Traurig macht mich zu lesen, dass sich deine Kinder von dir zurückgezogen haben; hast du mal versucht, mit ihnen über deine
Krankheit zu sprechen?

Ja, ich habe mit meinen Kindern darüber gesprochen. Sie versuchen schon mich zu verstehen, es ist halt nur schwer sich in jemanden rein zu versetzen, wenn man selber nicht betroffen ist.
Das mit dem funktionieren ist, wie ich finde, leider in unserer Gesellschaft so.
Obwohl ich es gar nicht verstehen kann, von Depressionen sind doch immer mehr Menschen betroffen.



Ich glaube, ich hatte schon als Kind Depressionen... Von daher kam die Diagnose für mich - nach einem einschneidenden Ereignis 2002 - nicht wirklich überraschend. Erst in der TK 2006 erfuhr ich, dass ich u.a. an einer generalisierten Angststörung leide. DAS hat mich geschockt, aber auch vieles erklärt, was ich bislang nicht zuordnen konnte.
Es braucht Zeit, um mit so einer Diagnose klar zu kommen, und NEIN, du bist natürlich kein Versager! Aber ich kenne auch dieses Gefühl, zu nichts nutze zu sein... Wertlos zu sein...
Ich denke, hier findest du Gleichgesinnte und einen guten Austausch.

Vielen Dank für deine lieben Worte.
Die Gruppe tut mir wirklich gut, man fühlt sich schon etwas einsam in der Situation, da ist es schön sich austauschen zu können.

Wie äußert sich deine Angststörung?
Nimmst du Tabletten dagegen?

Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag
Alex

LG

Lost111

Hallo Betse,



Genauso ist es. Leider gibt es noch so viele unwissende Menschen, die diese Krankheit "belächeln" und nicht verstehen, wie schwer es sein kann, von Tag zu Tag zu leben! Denn es kann jeden treffen. Niemand ist davor gefeit.

Darf ich fragen, wie es dir geht...?

Ich habe nun - nach langem Überlegen und Abwägen - am 24.09. einen Termin bei meinem HA gemacht. Davor habe ich jetzt schon Schiss... Ich kann gar nicht beschreiben, wie viel Überwindung mich das gekostet hat, da anzurufen. Nun gut, anrufen geht immer noch, aber das Hingehen dann...

Ich würde mich freuen, mal wieder von dir zu hören.

LG

Lost111

20.09.2020 10:53 • #26


Alexk78

10
1
5
Zitat von Lost111:
Hallo Alex,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier.

Dankeschön



Dieses "funktionieren müssen" kennen sicherlich viele. Auch ich bin so drauf. Aber die Frage ist doch: "muss" man
auf biegen und brechen funktionieren? Und WARUM ist das so? So viele Fragen und kaum Antworten...
Traurig macht mich zu lesen, dass sich deine Kinder von dir zurückgezogen haben; hast du mal versucht, mit ihnen über deine
Krankheit zu sprechen?

Ich finde nicht das man immer funktionieren muss, traurig ist nur das es in unserer Gesellschaft so gesehen wird, wer nicht funktioniert ist schwach.

Ja, ich habe mit meinen Kindern darüber geredet, sie versuchen mich jetzt besser zu verstehen, leider sehe ich sie sehr selten, was ich wirklich schade finde



Ich glaube, ich hatte schon als Kind Depressionen... Von daher kam die Diagnose für mich - nach einem einschneidenden Ereignis 2002 - nicht wirklich überraschend. Erst in der TK 2006 erfuhr ich, dass ich u.a. an einer generalisierten Angststörung leide. DAS hat mich geschockt, aber auch vieles erklärt, was ich bislang nicht zuordnen konnte.
Es braucht Zeit, um mit so einer Diagnose klar zu kommen, und NEIN, du bist natürlich kein Versager! Aber ich kenne auch dieses Gefühl, zu nichts nutze zu sein... Wertlos zu sein...
Ich denke, hier findest du Gleichgesinnte und einen guten Austausch.

Es tut mir leid, daß du schon so lange mit Depressionen zu kämpfen hast.
Wie äußert sich bei dir die Angststörung?
Nimmst du Tabletten dagegen?

Wünsche dir einen schönen Tag
Grüße Alex

LG

Lost111

Hallo Betse,



Genauso ist es. Leider gibt es noch so viele unwissende Menschen, die diese Krankheit "belächeln" und nicht verstehen, wie schwer es sein kann, von Tag zu Tag zu leben! Denn es kann jeden treffen. Niemand ist davor gefeit.

Darf ich fragen, wie es dir geht...?

Ich habe nun - nach langem Überlegen und Abwägen - am 24.09. einen Termin bei meinem HA gemacht. Davor habe ich jetzt schon Schiss... Ich kann gar nicht beschreiben, wie viel Überwindung mich das gekostet hat, da anzurufen. Nun gut, anrufen geht immer noch, aber das Hingehen dann...

Ich würde mich freuen, mal wieder von dir zu hören.

LG

Lost111

21.09.2020 14:16 • #27


Lost111

Lost111

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Hallo Alex,

Zitat:
Ich finde nicht das man immer funktionieren muss, traurig ist nur das es in unserer Gesellschaft so gesehen wird, wer nicht funktioniert ist schwach.
Ja, ich habe mit meinen Kindern darüber geredet, sie versuchen mich jetzt besser zu verstehen, leider sehe ich sie sehr selten, was ich wirklich schade finde


So ist das leider heutzutage. Man wird leider leicht abgestempelt, wenn man diese angebliche "Schwäche"/Depression zeigt.
Dabei kann es jeden treffen! Meine "Lieblingskollegen" ist auch immer ganz begeistert (Achtung - Ironie!), wenn ich deswegen ausfalle. Sie kann /will es einfach nicht verstehen, keine Ahnung. Inzwischen sollte mir das eigentlich egal sein, was sie darüber denkt, aber trotzdem beschäftigt es mich.
Sehr gut, dass du mit deinen Kindern gesprochen hast; immerhin wissen sie jetzt so ungefähr, was mit dir los ist.

Zitat:
Wie äußert sich deine Angststörung? Nimmst du Tabletten dagegen?


Bei mir ist es so, dass ich mir - oft grundlos - um alles mögliche Sorgen/Gedanken mache. Das kann der dumme Spruch einer Kollegin von vor 3 Wochen sein oder aber der Arzt-Termin in 4 Wochen. Ich kann da nicht einfach sagen: geh es gelassen an, denn das geht bei mir nicht. Ich mach mir wegen jedem "Schei..." Gedanken. Und das kann ziemlich anstrengend sein und lässt mich innerlich oft sehr unruhig und angespannt sein. Ich bin eigentlich so gut wie immer auf "Hab-Acht-Stellung", was weder für meinen zu hohen Blutdruck (der gut eingestellt ist) noch für mein Innenleben sonderlich förderlich ist.
Selbst jetzt, während ich dies schreibe, denke ich im Hinterkopf schon wieder an morgen und die Arbeit und was mich da alles wieder erwarten wird. "Gesunde" Angst ist überlebenswichtig, "grundlose" Angst hemmt das ganze Leben. Ich bin medikamentös eingestellt und nehme morgens 2 Antidepressivas.

Wie war dein Tag heute?

LG Lost111

21.09.2020 19:41 • #28


Alexk78

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Zitat von Lost111:
überlebenswichtig

Hallo Lost111

Ich bin auch ein Mensch der sich sehr viele Gedanken macht, leider, ich wäre auch froh die Dinge cooler und gelassener zu stehen.
Das kann ich mir vorstellen, dass du es sehr anstrengend findest, dir ständig Gedanken zu machen, da kommt man doch schwer zur Ruhe, die für den Körper auch sehr wichtig ist.
Ich hoffe die Medikamente helfen dir dabei

Gestern 17:04 • x 1 #29


Alexk78

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5
Zitat von Lost111:
Hallo Alex,



So ist das leider heutzutage. Man wird leider leicht abgestempelt, wenn man diese angebliche "Schwäche"/Depression zeigt.
Dabei kann es jeden treffen! Meine "Lieblingskollegen" ist auch immer ganz begeistert (Achtung - Ironie!), wenn ich deswegen ausfalle. Sie kann /will es einfach nicht verstehen, keine Ahnung. Inzwischen sollte mir das eigentlich egal sein, was sie darüber denkt, aber trotzdem beschäftigt es mich.
Sehr gut, dass du mit deinen Kindern gesprochen hast; immerhin wissen sie jetzt so ungefähr, was mit dir los ist.



Bei mir ist es so, dass ich mir - oft grundlos - um alles mögliche Sorgen/Gedanken mache. Das kann der dumme Spruch einer Kollegin von vor 3 Wochen sein oder aber der Arzt-Termin in 4 Wochen. Ich kann da nicht einfach sagen: geh es gelassen an, denn das geht bei mir nicht. Ich mach mir wegen jedem "Schei..." Gedanken. Und das kann ziemlich anstrengend sein und lässt mich innerlich oft sehr unruhig und angespannt sein. Ich bin eigentlich so gut wie immer auf "Hab-Acht-Stellung", was weder für meinen zu hohen Blutdruck (der gut eingestellt ist) noch für mein Innenleben sonderlich förderlich ist.
Selbst jetzt, während ich dies schreibe, denke ich im Hinterkopf schon wieder an morgen und die Arbeit und was mich da alles wieder erwarten wird. "Gesunde" Angst ist überlebenswichtig, "grundlose" Angst hemmt das ganze Leben. Ich bin medikamentös eingestellt und nehme morgens 2 Antidepressivas.

Wie war dein Tag heute?

Mein Tag war ganz gut, leider werde ich langsam etwas ungeduldig, weil ich wieder zum arbeiten möchte, ich denke aber das ist noch zu früh

Sorry, irgendwie habe ich das mit den Zitaten noch nicht ganz verstanden, wie das funktioniert.

Ich hoffe du hattest auch einen guten Tag
LG Alex

LG Lost111

Gestern 17:11 • #30

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