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Sich einsam fühlen mit soziale Phobie - keine richtigen Freunde

Hallo zusammen,

ich weiß nicht ob es nur mir so geht oder auch euch auch.
Und zwar fühle ich mich sehr einsam.
Ich habe zwar einen Lebenspartner aber so richtige Freunde habe ich leider nicht wo ich über meine Probleme reden kann oder auch mal was unternehmen kann.
Ich weiß einfach nicht woran es liegt.Manchmal denke ich vielleicht werde ich auch einfach nicht ernst genommen wegen meiner Größe (150cm).

Fühlt ihr euch auch einsam und was macht ihr dagegen?

LG

05.07.2019 17:32 • x 2 #1


Frederick1
liebe Mandii,

du ich kenne auch lange Zeiten der Einsamkeit in meiner Depression. Und es liegt nicht nur an unserem Äußeren. Obwohl unser Äußeres in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird.

Als ich mir in meiner Depression so allein gelassen und vereinsamt fühlte, viele Menschen haben sich wegen meiner Depri zurück gezogen, suchte ich Menschen, die mir meine Vereinsamung, mein allein gelassen sein nehmen können.

Mein Herz schrie nach Hilfe, komm halte mich, schenke mir Liebe, Annahme, Zuwendung.

Aber bald stellte ich fest, das auf meine Bitten, mein Drängen mir niemand geholfen hat.

Menschen fühlten sich von mir zu arg bedrängt, wendeten sich ab, und meine Verzweiflung wurde immer größer.

Heute weiß ich, aus Angst, aus Druck kann keine gute Beziehung entstehen. Wenn ich mich an Menschen klammere, ist das für Menschen lähmend, destruktiv.

Beziehung braucht Raum zur Entfaltung, die nötige Freiheit.

Heute weiß ich, ich brauche erst einmal eine gute liebevolle Beziehung zu mir selbst, und aus dieser Beziehung, aus meiner Selbstannahme Beziehung zu anderen Menschen. Denn zu schnell zerbrechen heute Beziehungen wieder, wenn wir nicht innerlich stark sind.

Und das möchte ich dir von Herzen wünschen, Selbstvertrauen, eine gute Beziehung zu dir selbst, und daraus gute Beziehungen zu anderen Menschen. Es ist kein einfacher Weg.


viele liebe Grüße an dich,

Frederick

05.07.2019 18:04 • x 5 #2


Alexandra2
Hallo Mandiii,
Ja, Einsamkeit kenne ich mein Leben lang. Ich wurde immer zurück gewiesen. Und habe mich deshalb bis in den hintersten Zipfel zurück gezogen, obwohl ich ein Familienmensch bin. Und deshalb habe ich sehr gelitten.
In Partnerschaften auch, das lag an meiner Angst vor Nähe. Inzwischen lerne ich mich zu öffnen, verletzbar zu sein und mache manchmal die Erfahrung zwischenmenschlicher Wärme. Daß ich anderen wichtig bin, erstaunt mich immer wieder.
Nach so einem Ereignis bin ich wieder allein und auch mal einsam. Aber das tut jetzt nicht mehr so weh.
Liebe Grüße Alexandra

05.07.2019 18:10 • x 3 #3


Vielen Dank für Eure Antworten

Bei mir meldet sich auch kaum jemadn es sei den ich tue es.Und das macht mich teilweise auch sehr traurig.

Mich würde es freuen wenn man sich hier auch gegenseitig schreibt,damit man sich nicht so einsam fühlt.

Liebe Grüße

05.07.2019 18:17 • x 1 #4


Blume71
Hallo,

Zitat von Alexandra2:
Angst vor Nähe

Zitat von Alexandra2:
Daß ich anderen wichtig bin, erstaunt mich immer wieder.


Das kenne ich auch - fühl Dich verstanden!

Liebe Mandii, (ein schöner Nick)

herzlich Willkommen im Forum!

Zitat von Mandiii:
Ich weiß einfach nicht woran es liegt.Manchmal denke ich vielleicht werde ich auch einfach nicht ernst genommen wegen meiner Größe (150cm).


Das wäre schade und kann ich mir kaum vorstellen. Ich habe Freunde in jeder Grösse und darauf kommt es ja wirklich nicht an. Wie verbringst Du/Ihr denn Eure Freizeit? Seid Ihr viel unter Menschen, oder eher für Euch?
Arbeitest Du mit vielen Menschen zusammen?

Was machst Du gern? Gibt es eine Beschäftigung, die Dir ganz viel Freude bereitet?
Mir hat man einmal geraten zB. in einen Chor zu gehen.

Liebe Grüße Blume

05.07.2019 18:23 • x 1 #5


Alexandra2
Meine Therapeutin hat mir aufgegeben, 2x wöchentlich Freunde oder Verwandten anzurufen oder zu treffen. Erst fand ich das künstlich, dann aber zeigte sich, wer mich besser versteht im Laufe der Gespräche und mit mir zusammen sein will. Verblüffend einfach und auch riskant, weil es Menschen gibt, die sich nicht gemeldet haben. Jetzt lerne ich, daß sie mich nicht ablehnen, sondern ich auf RANG 27 ihrer Interessen stehe. Also ganz hinten. Und das ist ihr gutes Recht. Die verbliebenen Kontakte sind ehrlich und zeigen, daß Wege sich trennen und daß das nicht schlimm sein muss.
Liebe Grüße Alexandra

05.07.2019 18:27 • x 3 #6


@Blume
Ich arbeite an einer Grundschule mit Kindern die eine geistige und körperliche Behinderung haben.
Ich male sehr viel aber monentan habe ich kein Antrieb dazu.
Wir verbringen die Freizeit schon mit Freunden aber das sind ehr die Freunde meines Lebensgefährten.

Liebe Grüße

05.07.2019 20:33 • x 3 #7


Blume71
Hallo,

da hast Du eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit. Sicher ist es da wichtig, einen guten Ausgleich zu haben. Vllt. etwas ruhiges, stilles wie spazierengehen z.B. Bist Du gerne in der Natur? Vllt. eine Wandergruppe?

Ich finde malen auch toll. vielleicht wäre ein Malkurs bzw. eine Malreise irgendwann mal etwas für Dich? Muss ja nicht heute oder morgen sein.

Bis es wieder besser ist mit dem Antrieb, kannst Du Dir ja hier im Forum alles von der Seele schreiben. Hier findest Du immer Mitleser. Hast Du schon einmal überlegt, ein Tagebuch zu eröffnen? Das von der Seele schreiben kann sehr hilfreich sein.

Lieben Gruß Blume!

05.07.2019 21:03 • x 4 #8


Frederick1
liebe Mandiii,


ja du hast einen sehr schweren und anstrengenden Beruf. Aber ich bin auch dankbar das es noch so Menschen wie dich gibt, die diesen Beruf ausüben und leben. Aber dein Beruf setzt dich schon unter Spannung, unter Druck. Deine Gedanken und Gefühle sind unter ständiger Anforderung.

Du möchtest dich entspannen, in Sicherheit fühlen, aber es fällt dir immer schwerer. Und du brauchst Menschen die dich da verstehen können, sich in dich einfühlen können. Leider leben wir in einer Gesellschaft, wo es nur noch um Funktion und Leistung geht. Und du leidest auch darunter, das man dich nicht so wertschätzt, so wie du es verdient hättest.

Deshalb darfst du dich auch immer wieder selbst wert schätzen, annehmen und lieb haben, dir etwas gönnen, Gutes tun.

Vielleicht kann dich dein lieber Mann auch nicht so wertschätzen, nimmt alles als selbstverständlich was du leistest, was du tust.

Deshalb versuche dich immer wieder selbst wert zu schätzen. Wenn du das tust, wirst du automatisch andere Menschen mehr wert schätzen.

Das möchte ich dir ganz feste wünschen,

in guten Gedanken für dich,


viele liebe Grüße,

Frederick

06.07.2019 16:24 • x 3 #9


Vielen lieben Dank für Eure lieben Worte!
Aber ich frage mich oftmals warum meldet sich keiner bei mir um sich mal zu verabreden oder einfach mal zu fragen wie es einem geht?
Vielleicht bin ich auch einfach zu sensibel!?

06.07.2019 19:54 • x 5 #10


Mandinka
Ich kenne das auch nur zu gut und habe lange sehr darunter gelitten. Es gab ja mal diesen Song von Max Raabe "Kein Schwein ruft mich an". Der paßt ja wie die Faust aufs Auge, dachte ich damals, als ich ihn zum ersten Mal hörte.

Ich kenne das auch, daß der "Freundeskreis" fast ausschließlich aus den Leuten des Partners besteht. Ich habe mich auch sehr stark auf meinen früheren Partner fokussiert und so kaum eigene Freundschaften aufbauen können und mich gleichzeitig deswegen lange stark unsicher, minderwertig und unwohl gefühlt. Durch meine introvertierte Art, ist es mir außerdem schon immer sehr schwer gefallen, mich anderen zu öffnen und Kontakte zu knüpfen und zu halten.

Mittlerweile habe ich gelernt, mehr aus mir herauszugehen. Mal ein paar Worte mehr mit sympathischen Kollegen zu wechseln, mal einen Anruf zu machen usw. Das lindert schon, finde ich. Ansonsten habe ich mich allerdings auch ein ganzes Stück damit abgefunden, daß es ist, wie es ist.

Früher ging ich oft Kontakte ein, nur um Kontakte zu haben, die mir allerdings überhaupt nichts gaben, die mich ausnutzten, die sich nur mit mir abgaben, solange ich nützlich für sie war und die oft nur meine Energie fraßen oder mich sogar runterzogen. Das mache ich heute nicht mehr. Ich wäge ab und entscheide mich im Zweifelsfall dann lieber für mich - auch wenn das heißt, daß kein Schwein mich anruft.

07.07.2019 10:56 • x 5 #11


Frederick1
liebe Mandiii,

oft können wir da lange warten, das habe ich leider auch oft schon erleben müssen. Selbst bin ich auch mehr der sensible Typ, aber heute habe ich meinen ganzen Mut zusammen genommen, da hin gegangen, wo ich früher mal schon einen sehr guten Freund hatte. Und es war so eine schöne Erfahrung für mich, für die ich wirklich dankbar bin.

Denn Beziehung entsteht da, wo zwei "ICH", zwei wertvolle Menschen einander begegnen. Deswegen ist für mich die Voraussetzung für eine Beziehung, die nicht nur oberflächlich sein soll, das ich mir meines eigenen ICH mehr und mehr bewusst bin. Das ich mich so gut es geht selbst einschätzen kann. Denn die Liebe und Annahme zu mir selbst, kommt vor der Beziehung zu anderen Menschen.

Das DU zu dir stehen kannst, mit deinen Stärken, aber auch mit deinen Schwächen. Das du dich selbst mehr und mehr kennst, mit deinen Wünschen und Bedürfnissen, du dir selbst immer mehr bewusst bist. Das du eine eigene Meinung hast, eigene Überzeugungen, und die vor anderen Menschen vertreten kannst.

Das DU selbst und echt bist.

Das wird andere Menschen auf dich aufmerksam machen, aber zu einer Beziehung gehören immer zwei.

Als ich meine liebe Frau damals kennen lernen durfte, war sie mehr die treibende Kraft. Aber das kann sich auch verändern.

Und was mir auch wichtig geworden ist, wo Menschen zusammen sind, ist es normal, das es auch Schwierigkeiten gibt, was uns als eher sensible Menschen schwer fällt. Natürlich möchtest du nicht bewusst einen Menschen verletzen. Bewusst einen anderen Menschen verletzen möchte niemand., aber es geschieht trotzdem.

Die Realität ist, das ich und andere Menschen keine vollkommenen Menschen sind, sondern auch unvollkommene, fehlerhafte, begrenzte Menschen.

Und deshalb auch diese ganzen Verletzungen., aus Missverständnissen, aus mangelndem Einfühlungsvermögen, Verletzungen aus Vergesslichkeit.

Da kränke und verletze ich meine liebe Frau, weil ich unseren gemeinsamen Hochzeitstag vergessen habe.

Ich verletze andere Menschen, und andere Menschen verletzen mich. Seit ich das einmal versucht habe zu verstehen, kann ich leichter mit Verletzungen umgehen.

Eine Beziehung, ohne den Willen einander auch zu vergeben, geht nicht immer gut. Vergebung verbindet meine Frau und mich in guten, aber auch in schlechten Zeiten.

Als Mensch, mit einem Herzen, das sich nach vollkommener Liebe ohne Verletzungen sehnt, muss ich mir eingestehen, dass es so das leider gar nicht gibt. Ich muss bereit sein zu vergeben, aber auch bereit sein, Vergebung anzunehmen.

Das kann uns in unseren Beziehungen ganz viel Leid und Kummer ersparen. Einem Menschen ein Leben lang etwas nachtragen, das macht mich noch kränker, noch depressiver wie ich es jetzt schon bin.

Deshalb, wie gehen wir mit unseren Beziehungen zu mir selbst und anderen Menschen um, dass die Beziehungen und wir selbst nicht kaputt gehen,, wie kann ich versöhnt damit leben. Selbst wenn der andere Mensch sich mit mir nicht mehr versöhnen möchte, das ich mich trotzdem darüber versöhnen kann.

Das macht mir wieder Mut zu neuen Beziehungen. Wenn ich unbelastet und frei eine neue Beziehung eingehen darf,
ohne Altlasten, die meine neue Beziehung zerstören können.

Und da wünsche ich dir ganz arg viel Mut, Liebe, Hoffnung, Versöhnung.


in guten Gedanken für dich,

viele liebe Grüße an dich,

und vergesse bitte nie, wie unendlich wertvoll DU bist.


Frederic.

07.07.2019 19:32 • x 1 #12


MelodieSyren
Habe den Threat hier grade gefunden und dachte ich lass mal ein bisschen mein Herz hier raus.

Ich muss diese Sache irgendwo los werden, ich weiß nur nicht mit wem ich darüber reden soll.

Und zwar war ich letzte Woche bei meiner Psycho Therapeutin und im Gespräch über meine Kindheit und Jugend, haben wir herausgefunden, wie trist und karg meine Familie immer war. Es war sprichwörtlich LEER in der Familie. Keine wirkliche Liebe, kein Vertrauen, keine Zuneigung.

Mir war bis zu diesem Gespräch letzte Woche wirklich nicht klar, WIE einsam und alleine ich all die Jahre über war.Ich meine, ich wusste schon dass ich alleine war - aber dass ich tatsächlich auch familiär SO alleine war, ist hart für mich.Meine Familie ist zerstritten.und wie gesagt, meine Kindheit und Jugend war einfach leer.Meine Familie war, wie ein Kartenhaus, zieht man eine Karte heraus, fällt alles in sich zusammen.Und ich war noch ein Kind und musste unter all dem leiden.

Und jetzt sitze ich hier, alleine, habe niemandem dem ich mich anvertrauen kann.manchmal möchte ich meiner Mutter einen Brief schreiben, ihr sagen wie sauer ich bin, dass sie mir immer vertrauen kann, dass ich ihr immer helfe, dass sie sich bei mir immer anlehnen kann - aber dass sie mir das nicht zurück gibt.dass sie nicht das gleiche für mich tut.Das es ihr egal ist wie sehr ich leide.Aber dann denke ich: Sinnlos.sie würde es nicht verstehen.


Ich habe dadurch dass ich in meinem Leben so viel sch. erlebt habe keine Freunde.Nur aus dem Internet. Diese Menschen bedeuten mir echt alles! Versteht mich nicht falsch!

Aber sie sind leider alle so weit weg.Ich hätte gerne hier jemanden bei mir, der mir hilft.der mir beisteht.ich fühl mich hier so einsam und allein gelassen.
Meine Arbeitskolleginnen von meiner letzten Arbeitstelle sehe ich ab und zu noch. Oft hab ich ihnen auch schon geschrieben ob wir was zusammen machen wollen, hab Beispiele genannt. Viel zu oft kam aber leider nur die Antwort dass sie da keine Zeit hätten.
Ich bin es leid immer wieder zu fragen und dann ein Nein zu bekommen.Wieso kommen sie nicht mal auf mich zu!?

Im Augenblick sehe ich einfach kein Licht mehr.
Mein ganzes Leben lang war ich immer nur alleine und einsam. Immer. Es war nie jemand da der mir Zuspruch gegeben hat oder mich beschützt hat.Ich musste immer allein kämpfen, und mittlerweile kann ich einfach nicht mehr.ich will nicht dass mein Leben so weiter läuft.aber ohne jemanden, der mal für mich da ist schaff ich es nicht mehr.

08.07.2019 22:46 • x 4 #13


Liebe Melody, ich weiß nicht, wo dein "hier" ist und hoffe, dass du bald jemanden im näheren Umkreis findest, der für dich da sein kann.
Für den Augenblick kann ich dir nur aus der Ferne Trost spenden und dir von Herzen alles Liebe senden.
Bezüglich Leere in der Familie: jetzt lässt sich daran leider wenig ändern.
Die Zukunft lässt sich aber ändern.

08.07.2019 22:55 • x 2 #14


MelodieSyren
Ich wohne in der Nähe von Heidelberg.

Ja. Ich kann die Vergangenheit nicht ändern - leider.

Aber das jetzt. Und das will ich unbedingt! Aber dafür muss ich irgendwie diese "Alt Lasten" los werden.

Denn ich möchte es anders machen als meine Familie.

Und ich möchte mich endlich nicht mehr allein fühlen,.

Entschuldige bitte das "Rumgeheule".

08.07.2019 22:59 • x 3 #15




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