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Soziale-Phobie mit Panikattacken

Lena96

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Hallo zusammen,

Diesen Text fange ich jetzt zum 100sten mal an.. eine Sache die mich schon tierisch über mich aufregt. Kontrolliere jetzt nach ob sich mein Text verständlich oder blöd anhört.. obwohl mir das egal sein könnte.. ist es aber nicht. Schließlich lesen diesen Text jetzt andere.. zumindest hoffe ich das. Ich würde mich sehr gerne mit anderen austauschen die auch unter der Sozialen Phobie und oder Panikattacken leiden. Ich bin jetzt schon ziemlich lange in Therapie ca.
2 Jahre. Angefangen hat die Angst mit 16 Jahren.. nu bin ich 24Jahre. Ich habe schon echte Fortschritte gemacht, aber gefühlt bleibe ich jetzt stehen.. es schwankt von einem super selbstbewussten Tag wo ich gefühlt ,,Bäume ausreißen" könnte mich super stark fühle und zu einem Tag wo ich mich nicht mals mehr raus traue. Seit über einer Woche geht es mir wieder echt schlecht, grade lag ich noch weinend auf dem Sofa. Diese innere Unruhe zerfrisst mich. Mein Herz tut weh..meine arme fühlen sich Strom-durchflutet an.. habe totale Wut in mir. Mein Psychologe ist 2 Wochen im Urlaub.. mit meiner Familie und mit meinen Freunden möchte ich nicht drüber reden.. die machen sich alle nur Sorgen und behandeln mich dann gefühlt anders. Vor 2 Wochen war ich noch alleine einkaufen zum 3ten mal, dass habe ich über 4 Jahre lang nicht mehr alleine gemacht und es war garnicht so schlimm.. war super stolz.. und plötzlich stande ich wieder vor dem Laden und war wie versteinert und konnte nicht rein gehen, weil ich mir die Situation an der Kasse schon wieder so schlimm ausgemalt habe. Wie meine Hände zittern, wie mein Herz schlägt, wie ich rot werde und wie der Kassierer und die Leute hinter mir das mit bekommen. Das frustriert mich sehr.. bald fange ich mit einer neuen beruflichen Zukunft an, weil ich mir es nicht mehr zutraue zurück in meinen alten Beruf zu gehen. Da habe ich so schlimme Erinnerungen und zu viel Angst das die Angst mich wieder mehr und mehr einholt und ich wieder arbeitsunfähig werde. Ich freue mich drauf ich möchte gerne endlich wieder arbeiten.. aber im Hinterkopf plagen mich meine Versagensängste. Wenn ich das nicht schaffen sollte..wäre das allerschlimmste für mich. Der schlimmste Tag wird für mich der erste Tag der Vorstellungsrunde sein. wenn ich jetzt drüber schreibe bleibt mir schon meine Luft weg. Naja^^ und dann noch die Referate halten. ojeoje. Meine negativen Gedanken mal wieder. Ich würde mich eigentlich sogar als ganz ,,cool" herzlich und freundlich beschreiben haha. Wenn ich mich bei Personen wohlfühle bin ich auch super offen. Ich wünschte ich könnte immer so sein.. das fühlt sich so gut an.. die Angst macht mein Leben einfach so kaputt. Akzeptieren kann ich die Angst aber leider nicht.. ich habe es so oft versucht aber ich möchte nicht das diese Teil meines Lebens wird..aber es wird wohl so sein..ich freue mich auf Nachrichten von euch!

13.10.2020 20:10 • x 2 #1


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Jedi

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Hallo @Lena96 !

Sei hier herzlich Willkommen !

Vorweg, Soziale Phobie ist nicht mein Thema, aber Ängste u. Panikattacken kenne ich gut u.
konnte es mit therapeutischer Hilfe überwinden.
Ist jetzt auch schon einige Zeitlang her !
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Zitat von Lena96:
Ich bin jetzt schon ziemlich lange in Therapie ca.
2 Jahre.

Nun Soziale Phobie u. eine Angst- u. Panikerkrankung kann schon eine längere therapeutische Begleitung
möglich werden machen.
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Zitat von Lena96:
Diesen Text fange ich jetzt zum 100sten mal an.. eine Sache die mich schon tierisch über mich aufregt. Kontrolliere jetzt nach ob sich mein Text verständlich oder blöd anhört..

Kann Dich da beruhigen, dass sich Dein Beitrag weder blöd liest, noch dein Text für mich unverständlich war !
Somit ist alles Gut !
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Zitat von Lena96:
Ich würde mich sehr gerne mit anderen austauschen die auch unter der Sozialen Phobie und oder Panikattacken leiden.

Hier wirst Du sicher fündig werden u. es gibt hier genug Mitglieder, die Dir noch Antworten werden u. mit denen Du Dich gut austauschen werden kannst.
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Zitat von Lena96:
mit meiner Familie und mit meinen Freunden möchte ich nicht drüber reden..
die machen sich alle nur Sorgen und behandeln mich dann gefühlt anders.

Villt. wäre es aber auch wichtig, Dich deiner Familie u. Freunden anzuvertrauen.
Das sie sich dann um Dich Sorgen, halte ich für normal u. sicher, werden sie sich zu Anfang mal anders Dir gegenüber verhalten,
sicher auch, weil es Außenstehenden Menschen nicht leicht fällt zu verstehen, was da mit Dir/ Uns in einer
solchen Erkrankung passiert.
Je offener Du damit umgehen kannst, umso mehr werden sie damit auch lernen, mit Dir umgehen zu können.
War so auch bei mir persönlich ! - es braucht etwas Zeit u. die werden Außenstehende Personen brauchen.

Probier es einmal aus, wenn Du magst, bzw. kannst u. mache Deine Erfahrung damit.
Möchte Dir da Mut machen, es einmal zu probieren !
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Zitat von Lena96:
plötzlich stande ich wieder vor dem Laden und war wie versteinert und konnte nicht rein gehen, weil ich mir die Situation an der Kasse schon wieder so schlimm ausgemalt habe. Wie meine Hände zittern, wie mein Herz schlägt, wie ich rot werde und wie der Kassierer und die Leute hinter mir das mit bekommen. Das frustriert mich sehr..

Kann ich gut nachvollziehen u. Du wirst wahrscheinlich schon durch die Therapie wissen.
dass es nur Gedanken sind - eine Vorstellung davon, wie dies u. das eintrten könnte.
das erzeugt Stress in uns u. die Angst ist da u. durch die Steigerung der Angst, folgt darauf dann nicht selten die Panikattacke.

Villt. kennst Du das schon durch Deine Therapie ?
Wie arbeitet der Psychologe mit Dir ?
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Zitat von Lena96:
Ich freue mich drauf ich möchte gerne endlich wieder arbeiten.. aber im Hinterkopf plagen mich meine Versagensängste.

Versagensängste können auch normal sein, wenn wie Du etwas Neues beginnst.
Wenn sie aber beherrschend wird, dann hilft es möglichst durch positve Erfahrung, dieser Angst die Stirn zu bieten.
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Zitat von Lena96:
Der schlimmste Tag wird für mich der erste Tag der Vorstellungsrunde sein.

Wird sicher für Dich eine Herausforderung, aber ich möchte Dich ermuntern, Dich da den Ängsten zustellen u.
wenn Du es geschafft hast, möglichst das positive Gefühl in Dir zu speichern.

Ich habe gelernt, dass Wir uns der Angst stellen müssen u. nicht vermeiden - durch sie durchzugehen u.
sich diese positiven Gefühlen danach zu merken oder auch aufzuschreiben, dass man immer wieder nachlesen kann.
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Zitat von Lena96:
Ich wünschte ich könnte immer so sein.. das fühlt sich so gut an..

Das ist wichtig, dass Dir das bewusst ist.
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Zitat von Lena96:
Akzeptieren kann ich die Angst aber leider nicht..

Die Ursache, woher unsere Angst stammen könnte, wann sie sich in uns entwickelt hat,
ist ein therapeutischen Thema.

Ich musste lernen, die Angst, als zu mir gehörig zu Akzeptieren.
Dies hat lange gedauert u. einiges an Zeit gebraucht, doch sind meine Erfahrungen, als ich sie annehmen - akzeptieren konnte,
nahm die Angstsymptomatik mehr u. mehr ab.
Denke aber, dass Dein Psychologe da mit Dir auch daran arbeiten wird ?

Ich wünsche Dir hier einen guten Austausch u. schau Dich hier im Forum auch mal ein wenig um !

13.10.2020 21:28 • x 3 #2



Hallo Lena96,

Soziale-Phobie mit Panikattacken

x 3#3


Lena96

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Danke für deine Antwort. Habe mich sehr darüber gefreut! Habe schon damit gerechnet das mir überhaupt niemand antworten wird..
Ja.. Mein Psychologe sagte mir bereits auch schon, dass die Therapie mit 2 Jahren nicht ausreicht und ich wahrscheinlich immer an mir und an meiner Angst arbeiten muss. Ich war am Anfang 4 Monate Stationär in Behandlung und dachte danach werde ich ,,geheilt" raus gehen.. aber daraus wurde leider nichts, habe dort aber auch schon viel mit genommen, sodass ich die Ambulante Psychotherapie machen konnte. Im Vergleich zu damals geht es mir auch schon echt besser.. Damals hatte ich täglich Panikattacken.. Jetzt ,,nur" noch ein paar mal im Monat. Aber sobald ich eine Panikattacke habe, fange ich gefühlt immer wieder von vorne an.. wie ein Hamsterrad.. fühle mich unglaublich schlecht, schwach und merke direkt meine permanente Anspannung vor der Angst der nächsten Panikattacke.. Habe auch schon ein paar Techniken gelernt (Bauchatmung/bei den Gefühlen bleiben/ nicht bewerten/ innerliche Fragen was denn jetzt los ist / woher die Angst kommt. Mein jetziges ich? ich als Kind? ich als Teenager? usw) , aber wenn eine schlimme Situation eintrifft ist alles erlernte wie weggepustet.. wahrscheinlich alles Übungssache und hoffe das es mit der Zeit besser wird. Darf ich fragen was du für eine Angststörung hast und was dir hilft?

Ich habe Jahre gebraucht um meinen Eltern überhaupt zu erzählen was bei mir los ist. Alles wissen Sie aber immer noch nicht. Ich schäme mich dafür zu sehr obwohl Sie sicherlich Verständnis für mich hätten, aber ich möchte nicht das meine Familie und meine Freunde meine kompletten Ängste und Gedanken kennen. Meinen Psychologen habe ich mich aber komplett offenbart was mich eine riesige Überwindung gekostet hat. Meine Familie weiß grob über meine Ängste bescheid aber ich denke, weil ich mich selbst so nicht akzeptieren kann, möchte ich es auch nicht so sehr Preis geben.. fühle mich dann noch unwohler.

Ich wünschte ich könnte meine Gedanken einfach mal komplett abschalten.. haha.. dann hätte man echt ein paar Probleme weniger. Ich mache mir auch selbst immer den ganzen Stress und bereite mich ja schon quasi vor das gleich eine Panikattacke kommt.. hoffe das hört mit etwas mehr Übung auch bald auf.

Wie lange hast du gebraucht deine Angst akzeptieren zu können?

Er sagte auch, sobald ich die Angst voll und ganz akzeptiere wird es besser. Ich hoffe das ich diese bald akzeptieren kann..

13.10.2020 22:31 • x 3 #3


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111Sternchen222

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Guten Morgen Lena, willkommen hier im Forum! Deine Beiträge sind gut zu lesen und gut strukturiert, mach dir keine Gedanken! Ich habe auch eine Angst und Panikstörung ohne soziale Phobie!
Zitat von Lena96:
aber wenn eine schlimme Situation eintrifft ist alles erlernte wie weggepustet..

Ich sage dazu immer "jemand hat den Werkzeugkasten audgekippt und das Werkzeug versteckt ."
Viele Dinge die du beschreibst kenne ich auch aus eigener Erfahrung.
Ich habe hier guten Austausch gefunden und zusätzlich zur Therapie immer gute Tipps bekommen! Das wünsche ich dir auch!
LG Sternchen

14.10.2020 06:58 • x 2 #4


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Jedi

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Hi @Lena96 !

Zitat von Lena96:
Er sagte auch, sobald ich die Angst voll und ganz akzeptiere wird es besser.

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Zitat von Lena96:
Wie lange hast du gebraucht deine Angst akzeptieren zu können?

Das kann ich Dir so gar nicht sagen.

Es ist ein Prozess an dem man arbeitet.
Dass heißt: - Bewusstwerdung der Gedanken/ was denkt es in mir ?
Oft entwickelt sich eine Vorstellung von irgendwas - meist Unrealitischen, zbspl. "dei Kollegen stehen zusammen u. lachen
oder sprechen nur zusammen" - es entsteht in unserer Vorstellung ."die Lachen gerade über mich" oder die sprechen
gerade über mich, weil sie mich nicht mögen oder für dumm u. faul halten -
- dann entsteht Stress u. wir fühlen uns physisch u. psychisch schlecht:
Reflexartig puschen uns unsere Gedanken entweder auf u. wir wechseln in den Angriffsmodus oder
machen uns klein - versuchen uns Unsichtbar zu machen + ein Gefühl der tiefen Traurigkeit stellt sich ein.
Darauf kann ein Vermeidungsverhalten resultieren u. unser Kopfkino ist jetzt oftmals auf Touren gekommen.

Die Angst hat sich in uns schon ausgebreitet u. kann sich durch unsere Beurteilung u. Bewertung unserer
gemachten Vorstellung davon, was die Kollegen wohl über uns geredet haben könnten oder uns ausgelacht haben,
nun weiter steigern, bis hin, dass eine Panikattacke ausgelöst wird.
Die Panikattacke kann unterschiedlich lange andauern.
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Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass wenn wir in die Lage kommen, bewusst wahrzunehmen,
wie unsere Angst aktiviert wird - durch was lassen wir Stress in uns entstehen (meist durch unwahre Gedanken, die wir uns machen), dann können wir frühzeitig diese Gedanken wahrnehmen, aber können lernen, ihnen keine weitere
Aufmerksamkeit zu schenken,

So lernen wir, nach u. nach unsere Gedanken zu identifizieren u. als zu uns Zugehörig zu akzeptieren -
denn sie entstehen ja auch in Uns - in unserem Verstand.

Das ist ein Prozess, der fängt damit an, dass wir erfahren, warum unsere Angst da ist - wie hat sie sich in Uns
entwickeln können.
- dann lernt man die Auslöser kennen u. Techniken, diese Auslöser, so gut es geht zu vermeiden.
- dann werden wir Bewusster, was wir denken u. ob unser Verstand uns da nicht unnötig in Angst versetzt ?
(die Kollegen reden villt. gar nicht über uns - die Kollegen lachen über die Ungschicklichkeit eines völlig anderen Menschen)

- wir werden uns bewusst darüber, dass unsere Beurteilungen u. Bewertungen in uns den Stress erzeugt u.
das unsere Beurteilungen u. Bewertungen, wir damit völlig daneben liegen u. uns so unnötig in Angst - Scham -
Schuld- u. Ohnmachts-Gefühle hineinmanövriert haben.

Das Wissen um diesen Prozess, führt irgendwann zur Akzeptanz, weil wir mehr u. mehr die Erfahruing gemacht haben,
dass die Ängste nur in unseren Gedanken entstanden sind !

So war es bei mir u. ich kann Dir hier auch nur von meinen Erfahrungen damit berichten.
Aber den vielen anderen Angsterkrankten, denen ich begegnet bin, bei ihnen verlief es nicht viel anders.

14.10.2020 14:02 • #5

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