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Unseren schädlichen Gedanken ihre Macht nehmen

Nickse
Zitat von Frederick1:
Weil ich meine negativen Gedanken hier nicht verstecken muss. Weil es vielen auch so geht wie mir.


Genauso so soll es sein, Frederick.

Und nicht nur, weil es vielen so geht wie dir. Sondern weil es hier nicht notwendig ist, Depressionen zu verstecken.

Liebe Grüße,
Nickse

14.08.2019 07:49 • x 3 #16


Frederick1
hallo liebe Nickse,

ja das ist echt gut. Im burn out, in der Depression wirst du oft mutlos. Du verlierst deine Identität und dein Selbstwertgefühl, das Vertrauen in deine eigenen Kräfte. Weil du plötzlich merkst, das was ich früher spielend konnte, kann ich heute gar nicht mehr. Die positive Einstellung zum Leben scheint plötzlich ganz arg weg zu sein.

Sinn und Zweck meines Lebens sind dahin.Du möchtest dir keine Ziele und Aufgaben mehr stellen aus Angst, das du die sowieso nicht erreichst. Du kennst dich selber nicht mehr, verstehst dich nicht mehr, traust dich nicht mehr.

Und Menschen, die sich einmal um andere Menschen bemüht haben, fürsorglich für andere Menschen da waren, verachten plötzlich die Menschen.

Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen ziehen sich von dir zurück, mit Menschen die nicht mehr erfolgreich sind, nichts mehr drauf haben, möchtest du nichts mehr zu tun haben.

Du möchtest am liebsten weg laufen, an einen einsamen Ort, um deinem täglichen Druck, nicht mehr gesehen und wahr genommen werden, weil du für die anderen Menschen nur noch peinlich bist.

Deshalb finde ich es hier gut, das sich Menschen mit dem ausbrennen und der Depression gut auskennen. Das es mir auch als Mann nicht peinlich sein muss, dass ich auch einmal weine.

Oft erwartet man auch zu früh wieder einen Erfolg. Es gibt beim burn out und bei der Depression keine Abkürzung und keine Schnellheilung. Selbst habe ich die Depression, die immer wiederkommt. Da muss ich es lernen, immer gnädiger und barmherziger mit mir selbst umzugehen. Auch nicht neidisch auf andere Menschen schauen, die ihre volle Leistungskraft noch haben, erfolgreich sind.

Aber wir dürfen trotzdem immer wieder lernen. Meine schlechten Gewohnheiten zu korrigieren, und ein paar neue gute Dinge für mich zu lernen. Vor allem das ich lerne anders zu denken, anders meine Dinge zu tun.

Auch das ich versuche klüger zu leben, meine Kräfte besser einteile, statt mich immer wieder selbst zu Höchstleistungen anzutreiben.

Denn genussvolles ausspannen, ausruhen können, ist genau so wichtig wie hart arbeiten.

Menschen, die es trotzdem noch gut mit uns meinen, sind auch ganz arg wichtig,

Das Menschen uns sagen, das sie noch an uns glauben, wenn ich selbst nicht mehr an mich glauben kann. Das Menschen uns trotzdem lieben und annehmen, auch wenn wir im burnout, in der Depression, alles andere als liebenswert sind. Das Menschen sich mit uns freuen können, gerade an unseren Anstrengungen und Fortschritten. Das sie zu uns stehen, auch wenn uns wieder Dinge misslingen. Das wir nicht unter einen Erfolgszwang kommen, uns laufend gepredigt wird, wie wir es besser machen können.

Wenn Menschen an uns glauben, auch hier im Forum, dann können wir vielleicht irgendwann wieder an uns selbst glauben.


viele liebe Grüße an dich,

in guten Gedanken an dich, die zu dir fliegen sollen,

Frederick

14.08.2019 16:01 • x 2 #17


Ein sehr wichtiger Thread! Ich versuche gerade auch aktiv, mein Denken umzustrukturieren. Ich kann nicht sagen, dass ich jetzt schon geheilt bin oder meine Episode schon am Abklingen ist. In dieser Sicherheit möchte ich mich nicht wähnen (könnte zu schwerer Enttäuschung führen). Aber gerade gelingt es mir ganz gut, etwas positiver zu denken. Ein paar Dinge, die mir gerade helfen sind:

1. Keine zu großen Erwartungen hegen! Lange Zeit bin ich jeden morgen aufgewacht und dachte: sch., schon wieder ein neuer Tag warum geht das nicht weg? Da muss doch was zu machen sein, warum kann ich mich nicht mehr in meinem Körper wohlfühlen? Das ist kontraproduktiv! Wenn man sich etwas so sehr wünscht, dass man daran verzweifelt, befeuert man nur das negative Denken. Lasst es! Versucht, die Situation anzunehmen, zu sagen: Okay, es ist gerade alles andere, als gut, aber ich kann es nicht wegzaubern. Versucht auch, die Scham über eure Erkrankung abzulegen. Ich weiß, das ist schwer, aber man muss sich vielleicht immer wieder daran erinnern.

2. Versucht auch, Angehörige oder Partner davon zu überzeugen, dass es keine schnelle Heilung gibt. Bei mir ist es oft so, dass ich mich durch meine Eltern unter Druck gesetzt fühle, jetzt gleich was zu unternehmen, damit ich morgen wieder gesund bin. Ich soll gleich alles ausprobieren: Yoga, Meditation, Heilpraktiker aufsuchen, Medikamente verschreiben lassen, jeden Tag Ausdauer-Sport machen, mir eine Freundin suchen (wie soll das gehen ohne Selbstwertgefühl) etc. Mich überfordert das.

3. Und das halte ich für ganz wichtig: Lest nicht zu viele Artikel aus Ärztezeitung und co., wo es um Leitlinien etc. geht. Ich merke gerade richtig, wie mir das schadet. Da ließt man oft, eine Heilung ist in der Mehrheit der Fälle nicht möglich. Mal völlig egal, ob es stimmt, oder nicht: Das zu lesen kann Betroffene nur frustrieren! Davon hat man gar nichts. Ich habe ein Mantra, dass ich mir immer wieder sage: Ich habe schon 3 (schwere!) Episoden (Depression und Angststörung) gehabt, und die sind ALLE wieder komplett verschwunden - ohne Medikamente. Ich habe zuletzt 8 Jahre keinerlei Symptome gehabt, also war ich gesund.

5. Schreibt euch auf, was eure Ängste sind und lasst euch Zeit, die Ängste rational zu durchdenken. Erinnert euch daran, dass ihr die Ängste nicht emotional, sondern nur rational bewerten dürft. Und schreibt euch auch all diese 'Regeln' am Besten in Form einer To-Do-Liste auf, die ihr bei Bedarf immer wieder lesen könnt. Wenn ihr keine Lust auf eure Hobbies habt und nichts mit der Zeit anzufangen wisst, nehmt die Liste zur Hand und geht diese Punkte durch, immer wieder.

Seit meinem letzten schlimmen Tag am Wochenende mit Selbstmordgedanken, funktioniert das für mich gerade ganz gut. Es vergeht zwar kein Tag, an dem nicht auch schlechte Gedanken hochkommen, aber ich glaube gerade daran, dass dies eine Sache der Übung ist.

Probiert es einfach mal. Und sagt euch: Auch wenn es nicht funktioniert, es kostet nicht viel Energie und es macht auch nichts kaputt. Schlechter werden wird es dadurch nicht, höchstens schlecht bleiben.

15.08.2019 08:59 • x 3 #18


Mir fällt gerade, weil ich es im Zusammenhang mit #metoo heute gelesen habe, noch was anderes ein. Sofern eine Depression mit belastenden Ereignissen in der Vergangenheit zu tun hat, ließe sich damit vielleicht auch arbeiten.

Die Hirnforschung soll herausgefunden haben, dass das Abrufen des Gehirns im Prinzip wie bei Ringkernspeichern funktioniert: Mit jeder Erinnerung, jedem Abrufen, geht die Information verloren und wird wieder neu gespeichert. Und jedesmal verändert sie sich etwas.

Vielleicht kann man es schaffen, Ereignisse, bei denen man versagt hat, immer wieder zu erinnern und sich dann selbst zu belügen und sie umzudichten. Ich tue mich zwar schwer, mir selbst etwas vorzumachen, aber das ist vielleicht auch nicht bei jedem so.

Nur so ein Gedanke, vielleicht bringt es ja tatsächlich jemandem was.

15.08.2019 11:11 • x 2 #19


Machara
Zitat von Michael808:
Ereignisse, bei denen man versagt hat, immer wieder zu erinnern und sich dann selbst zu belügen und sie umzudichten. Ich tue mich zwar schwer, mir selbst etwas vorzumachen, aber das ist vielleicht auch nicht bei jedem so.


Und wie ist das wenn man versagt hat weil das Versagen vorprogrammiert war ?

Ich habe versagt weil mir das notwendige Handwerkszeug von meiner vorgesetzten Ebene nicht gegeben wurde.
Die Aufgabe die man mir stellte war mit den mir gegebenen Mitteln nicht möglich und daher habe ich versagt.
Erst als ich angefangen habe mein Versagen auseinander zu nehmen und den Anteil meiner Geschäftsführung erkannt habe war es mir möglich mein Versagen zu akzeptieren.
Ich habe in etwa versucht einen Großbrand mit einem 5 Liter Eimer Wasser zu löschen. War aber zu dem Zeitpunkt so Vorgesetzten "hörig " das ich glaubte das das möglich war.
Ich habe gelernt solche Situationen auseinander zu nehmen und mich nicht als alleiniger Versager wahrzunehmen.
Und das hat dann nichts mit mir was vormachen zu tun .

15.08.2019 11:41 • x 3 #20


Zitat von Machara:
Und wie ist das wenn man versagt hat weil das Versagen vorprogrammiert war ?

Umso besser, dann muss man sich ja noch nicht einmal was vormachen!

15.08.2019 12:13 • x 2 #21


Rowi
Guten Morgen,
ich greife das mal eben auf:
Zitat:
Die Hirnforschung soll herausgefunden haben, dass das Abrufen des Gehirns im Prinzip wie bei Ringkernspeichern funktioniert: Mit jeder Erinnerung, jedem Abrufen, geht die Information verloren und wird wieder neu gespeichert. Und jedesmal verändert sie sich etwas.

Vielleicht kann man es schaffen, Ereignisse, bei denen man versagt hat, immer wieder zu erinnern und sich dann selbst zu belügen und sie umzudichten. Ich tue mich zwar schwer, mir selbst etwas vorzumachen, aber das ist vielleicht auch nicht bei jedem so.


Also laut meinen Erfahrungen und auch dem was ich so gelesen habe in Fachliteratur, werden Erinnerungen nicht gelöscht und neu erstellt sondern es wird wirklich von deinem Hirn geschaut, passt das zu der Erinnerung die schon da ist und ergänzt.

Zum anderen finde ich persönlich das sich selbst belügen extrem kritisch. Vielleicht war nur das Wort nicht das richtige, aber mit sich selbst die Tatsachen richtig schönlügen habe ich meine Erfahrungen und kann nur sagen sie bringen sich mehr in die Depression. Nicht sofort, ist ein echt ekliger Langzeiteffekt und wenns dann gar nicht mehr geht ist es viiiiiel schlimmer.

Reframing, Achtsamkeit in seinen Gedanken und positives Umformulieren, hat nichts mit sich belügen zu tun. Es get darum sich die Situation und Erinnerung bewusst zu machen, mal hin zu schauen und sich die Fragen zu stellen:
Ist das wirklich so, also ist es wahr?
Warum denke ich so? Aus Angst? Weil ich esnicht anders kenne? Weil in meinem Umfeldso gedacht wird? Ist das fürmich richtig?
Wie würde es sich für mich besser anfühlen?
Gibt es auch was gutes an der Situation so wie sie gelaufen ist? (Ja ich weiß, die Frage schreckt erst Mal total ab, auch ich habe ganz am Anfang gesagt. "Also echt mal was soll denn bitte schön daran gut gewesen sein das ich falsch verstanden und eingeschätzt werde." Antwort: "Ich werde damit darauf aufmerksam gemacht das ich mich noch deutlicher ausdrücken kann und das ich die Stärke habe auch für mich einzustehen." Klar in der Kombination mit Wut und dem Frust in der Situation ist das für mich am Anfang nicht so zu erkenen gewesen, aber es ist so alles was wr erleben, denken ect. hat immer zwei Seiten, es gibt keinschwarz oder weiß sondern Sowohl als auch und gaaaaaaanz viele Graustufen.)

Und damit das wir uns aktiv die Positiven Sachen unseres Denkens bewusst machen, Verstärken wir diese Nervenleitbahn.
Kleines Beispiel aus der körperlichen Rehabilitation:
Folgendes Szenario: Ich gehe spazieren, passe nicht auf und stürze, dabei verletze ich mich am Knie. Da die Verletzung blöd gelaufen ist muss der Arzt meinBeinin Gips legen. (Vergleichbar mir Glaubensätzen oder Verhalten das ich mir antrainiere, weil es mir erst Mal hilftmich an das Umfeld anzupassen) Ich lerne also mit Krücken zu gehen und mein Bein nicht mehr zu belasten bzw. falsch zu belasten. Nach einigen Wochen kommt der Gips ab. Da ich mein normales Gangbild durch den Gips und die Krücken nicht mehr genutzt hatte hat mein Hirn, faul wie es ist das Krückengangbild in den Vordergrund geholt und das alte AdAkta gelegt, weil brauchs ja nicht mehr (Je länger etwas m Hirnarchiv oder sogar im Hirnpapierkorbliegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit das wir es verlernen, da das Hirn sich ja Kapazitätenfreiräumen muss. Ist wie wenn man mal den PC Desktop aufräumt oder die Dateiordner mal auf aktualität überprüft am PC.)
In der Physio soll ich mein Bein, wieder belasten und beugen. Aber es geht nicht so richtig. Klar Muskeln sind nicht mehr so da, die Kraft fehlt, aber auch das Hirn spielt da mit rein.
Je öfter ich dann zur Physio gehe und mir bewusst mache: Früher konnte ich normal laufen und mit derPhysiotherapeutin sehe, Kraft nimmt zu, Muskelwird wieder stärker, Bewegungsradius erhöht sich, bekommeich selbst wieder mehr vertrauen, das es wieder klappen wird.

Also wir haben unser Denken durch, Erziehung, Umfeld, Sozialisierung, Schule ect. unbewusst in Gips gelegt und mit der Hilfe von Psychologen, Ergotherapeuten und anderen Therapieangeboten, wie auch der Auseinandersetzung mit unseren Gedanken können wir ausfindig machen, was unserem Denken gut tut, was es stärkt und und gesunden lässt. Und wie gut das funktioniert und wann die ersten Erflge zu sehen sind das ist bei jedem Unterschiedlich. Ich selbst habe 1 1/2 Jahre gebraucht um erstmal zu dem Punkt zu kommen, meine destruktiven Denkmuster als solche zu identifizieren und die Kraft hatte mich auch mit ihnen zu beschäftigen und es in meine Verantwortung genommen habe, das nur ich da etwas dran bewirken kann.

Ich hoffe es ist jetzt nicht zu lang und zu wirr geworden.

Wünsche euch einen schönen Tag
LG
Rowi

16.08.2019 08:03 • x 7 #23


Ja du hast recht, Lügen ist da nicht der richtige Begriff gewesen.

16.08.2019 12:55 • x 4 #24


Jedi
Hallo

Möchte gerne hier einmal eine Situation schildern u. was unsere Gedanken mit uns anstellen können u. welch schädliche Auswirkungen sie auf unsere Physis u. Psyche ausüben !

Bspl. :
"Ihr habt einen für Euch wichtigen Termin u. möchtet eure Wohnung verlassen.
Nun, wo ist der Wohnungsschlüssel ?
Der Schlüssel liegt nicht da, wo er sonst immer liegt !
Ihr sucht u. sucht u. die Zeit bis zu eurem Termin wird immer knapper, weil der Wohnungsschlüssel nicht zu finden ist".

Wenn ihr schon einmal so eine Situation erlebt habt oder villt. noch mal erleben werdet, dann werdet mal zum Bobachter Eurer Gedanken.
"Was denkt es in Euch" !
"Was sind das für Gedanken" ? - Haben sie tatsächlich etwas mit dem verlegten Wohnungsschlüssel zu Tun ?
"Wie weit Selbstverurteilend sind sie" ?- Oder seit ihr verständnisvoll, gar liebevoll dann im Umgang mit Euch ?

Natürlich gibt es noch viele solcher Situation (zbpl.wenn man im Stau steht u. zu einem wichtigen Termin muss).
Es ist sehr interessant was Gedanken mit uns dann machen können, wie sie uns von einer einfachen Tatsache wegziehen u. nicht selten auf eine persönliche Ebene hin verändern.
"Was bin ich blöd" - "Das kann auch nur Mir passieren" - "Ich bin zu doof -----", "Ich war schon immer zu Doof für", uvm. !
Kommt Euch oder ähnliches bekannt vor ? Mir schon !

Es kann hilfreich sein, sich einmal zu überlegen, warum solche oder ähnliche Gedanken, gerade in einer solchen Situation dann
so auftauchen.
Woher stammen sie ?
Wo finden wir ihren Ursprung ?
Warum sind sie öft so heftig u. krankend uns gegenüber ?
Warum wären wir jemand Anderen gegenüber, eher mild, verständnisvoll, würden Ihn/Sie in den Arm nehmen u. Mut machende Worte sprechen ?

LG Jedi

17.08.2019 11:51 • x 5 #25


Frederick1
lieber Jedi,

ja ich kenne so eine Situation von mir selbst. Und dann bin ich schon mal sauer auf mich selbst. Außerdem, was denkt der andere von mir, dass ich diesen Termin nicht einhalten konnte, und schon wird es mir peinlich. Für andere Menschen habe ich da mehr Erbarmen, weil es mich ja nicht persönlich trifft.

Dann merke ich, ich habe noch nicht die Selbstachtung, die ich eigentlich haben wollte. In mir formt sich oft ein ideales Selbstbild, das meiner Vorstellung von mir selbst entspricht, aber oft nicht immer mit meiner Lebensrealität übereinstimmt.

Selbstachtung, ein Vertrauen in meine eigenen Fähigkeiten, den Anforderungen, die das Leben an mich selbst stellt, gewachsen zu sein. Gleichzeitig meine berechtigte Erwartung, dass mir mein Leben so etwas wie Glück und Erfolg bringt, also eine positive Grundeinstellung für mein Leben.

Meine Selbstachtung kann ich nicht erarbeiten oder erzwingen. Sie beruhen auf meinen Einstellungen für mein Leben, wie ich mein Leben Leben lebe, auch gemeinsam mit meiner lieben Frau. Weil wenn die den Schlüssel verlegt, dann werde ich auch einmal ungeduldig. Meine Lebenseinstellungen wurden schon sehr früh durch Menschen vermittelt, die für uns wichtig sind, wichtig waren, vermittelt durch Worte und Handlungen. Diese Worte und Handlungen waren nicht immer positiv für mich , darum auch mit meine Depression.

Mein Selbstwert ist oft abhängig von meiner Leistung, gutem Benehmen, angepasstem Verhalten, von dem Bemühen, meine eigenen Erwartungen , und die von anderen Menschen zu erfüllen. Ein Selbstwert, den ich mir selber schaffen und erarbeiten muss. Das macht mich aber abhängig von meiner Leistung, und meinen Erfolgen.

Aber dann hilft mir wieder mein Grundwert, der mich gelassener und ruhiger gemacht. Ja, ich kann mich aufregen, bei meinem Versagen. Aber immer wieder hilft mir das zurück auf meinen "Grundwert."

Das ich bedingungslos mich selbst annehmen und lieb haben darf, "ich bin, und das ich bin, das ist gut, so ist es gut."

Sollen die anderen Menschen doch von mir denken wie sie wollen, so wie ich von mir selbst denken,so ist es gut.

Dieser Wert kommt nicht aus meiner Leistung, meine Tun, sondern aus meinem "Sein. Das hilft mir, wieder bessere Gefühle für mich selbst zu haben, und das stärkt mein Vertrauen zu mir selbst.

Ja, trotz meiner nicht guten Lebensgeschichte, meinen vielen Verletzungen, und ich oft Mangel in meinem Leben empfinde.

Doch das ist kein unveränderliches Schicksal, sondern darf sich wandeln.

Aber ich darf immer wieder aufstehen, zu mir selbst zurück kommen, nicht mehr so viele Angst vor dem zu haben, was in mir ist. Das versuchen, trotz allem immer wieder anzunehmen, zu nehmen, zu mir stehen.

Gerade meine Bereitschaft zu meiner Veränderung wurde immer wieder von meinen Krisen im Leben ausgelöst. Und das ich heute weiß, das Anpassung an Normen, Erwartungen anderer Menschen an mich, meinen totalen Selbstverlust zur Folge für mich hat.

Dazu ist die Überwindung meiner Ängste immer sehr wichtig, denn ich bin, und darf ein einzigartiger Mensch bleiben.

Auch das ich die Verantwortung für mein Leben selbst in meine Hände nehme, keine Ausreden oder Schuldzuweisungen lebe.

Denn da kenne ich die Gefahren des Selbstmitleides und der Resignation für und in meinem Leben. Wenn ich den Schlüssel nicht finde, aber dann bin ich ja das Allerletzte.Falsch.Alle Menschen machen Fehler, es gibt keinen perfekten Menschen, keinen Menschen ohne Fehler. Das darf ich für mich selbst und andere Menschen so sehen, das ist die echte und wahre Realität des Lebens.

Das ich mir selbst vergebe, meine eigenen Gefühle anerkenne anerkenne, und daraus immer wieder zu lernen.

Dabei muss ich aber bereit sein, manche Wünsche und Vorstellungen immer wieder los zu lassen. Dann kann ein Freiraum, eine neue Freiheit für mein Leben entstehen.

Doch die Entwicklung unserer Selbstachtung ist ein lebenslanger Prozess, mit oder ohne Schlüssel.wir dürfen uns realistisch einschätzen.

In meiner Arbeit hatte ich immer wieder mit vielen Schlüsseln zu tun, zum öffnen von Tressoren usw.

Schlüsselübergabe für Menschen, die meine Kasse übernommen haben. Auch zuhause hatte ich immer Schlüssel.

Einmal waren viele Schlüssel weg, weil meine Frau meine Hose gewaschen hatte, und die Schlüssel nicht vorher raus genommen hat. Heute kann ich darüber lachen.


liebe Grüße,

Frederick

17.08.2019 16:36 • x 2 #26


@rowi: Wie geht es dir denn heute so? Nun ist es ja gute 2 Monate her, dass du das Buch von Klaus Bernhardt empfohlen hast.
Ich frage deshalb, weil mir immer noch nicht klar geworden ist, ob es wirklich die Kraft der Gedanken ist, die einen aus der Schei*** rausholen kann. Ich schaffe es zwar schon manchmal, positiv zu denken, aber die körperlichen Symptome der Angst wurden bislang nicht besser. Und letztlich sind es die, die meine Lebensqualität erheblich einschränken.

19.08.2019 11:10 • x 1 #27


Machara
Nach meiner Meinung ist es schon so das wir gegensteuern können.

Ich habe nie die schwere oder gar schwerste Depression erlebt.

Aber ich habe Zeiten gehabt da war vieles ziemlich schwarz.

In der Zeit habe ich mir eine Drei Gründe Taktik angewöhnt.

Ich sage bewusst Stop und dann suche ich mir 3 Gründe warum doch nicht alles schlecht ist.
Ähnlich wie in unserem Thread Dankbar sein für das was noch gut ist.

Mag sich simpel anhören und bestimmt nicht immer klappen aber einen Versuch
ist es wert.

Liebe Grüße
Machara

19.08.2019 11:48 • x 4 #28


Resi
Mit "Stopp" sagen oder auch mal in die Hände klatschen habe ich begonnen, die Abwärtsspirale aufzuhalten, ganz genau so, Machara.

Michael, von welchern Ängsten genau redest du?

19.08.2019 12:29 • x 4 #29


Zitat von Resi:
Michael, von welchern Ängsten genau redest du?


Das ist schwer zu beschreiben. Wovor ich wirklich Angst habe, kann ich gar nicht genau sagen, daran bin ich auch in der Psychotherapie noch nicht weitergekommen. Einen konkreten Punkt gibt es schon: Die körperlichen Symptome. Aber das ist ein Kreislauf. Die Schwäche und die Verspannungen und Schmerzen werden immer stärker und ich habe das Gefühl, irgendwann ein völliges Wrack zu sein. Mein Kiefer ist inzwischen so verspannt, dass die Zahnreihen nicht richtig aufeinander passen. Schlucken ist auch schwer. Jetzt am Wochenende kam noch ein Problem dazu: Ich habe mich beim Gähnen stark gestreckt und dann wurde ich kurz bewusstlos, 2 mal. Ich habe schon eine Überweisung für MRT wegen dem Knacken in meiner Brust, mit dem alles angefangen hat. Wenn ich da hingehe, werde ich fragen, ob man auch die Halswirbelsäule gleich mitanschauen kann. Ich weiß langsam selbst nicht mehr, ob das wirklich alles psychisch ist, oder doch eher körperlich. Ich kann es mir alles nicht erklären. Aber dass mir oft auch die Arme einschlafen und ich so ein Kribbeln in der rechten Fußsohle habe, könnte schon darauf hindeuten. Ich fühle mich wie gefangen. Es könnte durchaus sein, dass ich nur depressiv bin, weil ich körperlich nicht gesund bin. Die Lebensqualität ist so eingeschränkt, dass ich zu nichts mehr Lust habe. Am Wochenende mal rausgehen und Leute in einer Bar treffen, daran ist nicht zu denken. Es ist so peinlich, nicht lange stehen zu können und sitzen auch nicht.

19.08.2019 13:24 • x 2 #30




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