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Was mich nicht umbringt, macht mich nur kränker: NoGo

maya60

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Hallo Zusammen, wie wäre es, mal in einem Thema die NoGo zu sammeln, die zu überwinden uns zu hohe Kraftkosten bedeuten, auch nach Psychotherapien, Verhaltenstherapien, Kognitiver Umstrukturierung, mit den besten Medikationen und was nicht allem?

Sachen, die wir in unserem Alltag mittlerweile voll akzeptieren und respektieren, weil sie einfach eine Grenze oder Eigenart darstellen, die uns selber ausmacht. Wo Vermeidung auch mal unterm Strich das Richtige ist. Und wo auch mal Heilige Kühe des aber das musst du doch können geschlachtet wurden, weil es gute Gründe gibt, subjektiv, und die jetzt auch mal subjektiv so bleiben dürfen.

Wo uns nämlich, was uns nicht umbringt, überhaupt nicht stärker macht, sondern nur kränker und darum ein NoGo in unserem Leben wurde.

Ich fange mal an:

(Über-)Prüfungsartige Situationen! Meine Güte, die kosten mich eine Kraft und eine Aufregung, die ich nie in den Griff kriegte, dass ich sie nun vermeide wie die Pest. Mittwoch hatte ich durch Sohni aber trotzdem nochmal einen.
Dabei ist genauso schlimm wie die Situation selber das Warten darauf, dass dieser Tag näherrückt. Nichts für mich, absolut nicht! Zwar komme ich damit deutlich besser klar als früher, aber immer noch fließt dabei meine Kraft nur so weg.

Habt ihr sowas auch?

02.02.2020 19:59 • x 3 #1


maya60

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Oder Telefonieren, mach ich nur ganz selten, weil es mich einfach zu sehr anstrengt und mir jeder schreiben kann.

02.02.2020 20:26 • x 1 #2



Hallo maya60,

Was mich nicht umbringt, macht mich nur kränker: NoGo

x 3#3


Anchiwa4964

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Liebe @maya60 , sowohl bei deinen Zeilen über prüfungsartige Situationen als auch über das Telefonieren rieselt mir ein Gruselschauer über den Rücken, weil ich ganz ähnlich wie du empfinde. Ich frage mich zwar immer wieder, ob diese Situationen an sich für die meisten Menschen unangenehm sind oder ob ich durch meine Angsterkrankung und daraus resultierenden Kommunikationsproblemen so sehr mit Abneigung reagiere. Da will ich nochmal in Ruhe drüber nachdenken.

Für mich ist ein No-Go auch, wenn mein Nein nicht akzeptiert wird und es Überredungsversuche/Überzeugungs- und Beschwichtigungsversuche nach sich zieht.

05.02.2020 20:09 • x 2 #3


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111Sternchen222

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Zitat von maya60:
Oder Telefonieren, mach ich nur ganz selten, weil es mich einfach zu sehr anstrengt und mir jeder schreiben kann.

Das unterschreibe ich so!
Lg Sternchen

05.02.2020 21:39 • x 1 #4


maya60

maya60

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Liebe Mayke, wohl niemand ist nicht aufgeregt vor wichtigen prüfungsartigen Situationen und findet es angenehm, dass die auf ihn zukommen, das habe ich mir ja auch überlegt! Aber ich wurde früher richtig krank davor und danach oder hatte Zusammenbrüche vor Überreizung. Diesmal musste ich echt mein volles Programm an Selbstberuhigung auffahren, damit es glimpflich vorher und nachher abging. Das ist einfach zuviel. Die allerallerwichtigsten Termine mache ich ja, aber mehr auch nicht.

Und auch, nicht Ernstgenommen zu werden oder ignoriert zu werden, also, wenn mein NEIN nicht akzeptiert wird, da verstehe ich heute gar keinen Spaß mehr, seit ich erlebt habe, wie gut meine Familie damit leben konnte, wenn ich mich kaputtschuftete und ich ernsthaft krank davon war. Dass du da auch allergisch gegen reagierst, das geht mir genauso.

Und wie gesagt, das Telefonieren, auch nur selten, liebe Sternchen! Überrreizend einfach!

Liebe Grüße! maya

05.02.2020 22:16 • #5


ohneFunktion

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Meine NoGo-Dinge:

= regelmäßige Termine, auch wenn's ums Hobby geht (Kurse, Therapien, etc)

= Sport

Bei diesen Dingen tut's mir aber selbst oft leid, dass das nicht möglich ist. Ich kämpfe diesbezüglich noch mit Akzeptanz bzw bin ich am hadern, wie/ ob ich da wieder einen Zugang finden kann.

= Struktur (fixe Abläufe, etc) ist mir ein Gräuel! Zum Davonlaufen.
Damit kann ich mich abfinden.

Prüfungssituationen sind auch nichts mehr für mich. Alles was nervös macht ist Gift für mich. Unter Druck kann ich auch gar nicht mehr klar denken. Da schaltet sich mein Gehirn aus.

05.02.2020 22:43 • x 1 #6


maya60

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Hallo ohneFunktion, ob man ein mehr strukturierter Typ ist oder ein Typ, der spontaner ist und aus dem unstrukturierten Raum kreativer und aktiver, das macht wirklich einen Riesenunterschied und es ist Unsinn, einen spontanen Freigeist in Strukturen einzuzwängen wie es ein Unsinn ist, einen strukturierten Typus ohne Struktur ins freie kreative Gestalten zu zwingen. Da sucht sich schon jeder die Lebensweise, die passt. Das kann man nicht pauschalisieren und welcher Typ man ist, das merkt hoffentlich jeder über sich selber. Das zeigt sich ja dann auch in der Berufswahl.
Für den einen sind regelmäßige Hobbytermine etwas, der andere hat ein Hobby, das er frei von daheim aus macht oder mit Freunden wie ich mein Schreiben.

Es geht mir bei diesem Thema darum, dass es bei schwerer Krankheit und bei wenig Kraft nach langen Therapien und verantwortlichen Versuchen irgendwann auch darum gehen muss, mit der wenigen Kraft nicht dauernd damit beschäftigt zu sein, sich zu Unmöglichem zu überwinden und daran zu leiden vorher und währenddessen und nachher und keine Freude und Lebensqualität mehr zu haben, weil alle Kraft dabei draufgeht, das angeblich Richtige zu tun, das seltsamerweise für alle dieselben Wege vorsieht.

Bei mir kam ja auf dem Wege mein Minimalistenvorgehen raus, nämlich wie mache ich die allerwichtigsten Dinge so einfach und reduziert, dass ich selbstverantworllich meinen Alltag lebe, meine wenige Kraft aber ebenso für druckentlastete Freude wie für Überwindung und Bearbeitung von Problemen aufwende. Nicht, dass die wenige Kraft nur noch für Schweres draufgeht, was schnell passiert, wenn alle allgemeinen Normen, auch die der Krankheitsbehandlung, brav erfüllt werden, nichts dadurch besser wird, weil ich immer überlastet dadurch bin.

Aber das bedeutet nicht, dass ich mir durchgehen ließe, mir zu schaden durch Unterlassung.

Als ich jahrzehntelang jede Art von Psychotherapien hinter mir hatte, die auch wichtig und hilfreich und unverzichtbar waren, entschied ich mich, weil es bei mir nicht um Heilung geht, denn A.DHS ist angeboren und nicht heilbar und weniger ist mehr, eine andere Form der psychologischen Begleitung zu wählen, die nicht mehr eine andere aus mir machen sollte, sondern mich in meinem Alltag begleitet und dort abholt und dort mir hilft, Entlastungen und Verbesserungen und Linderungen zu erreichen.

Daher ging ich zum Sozialpsychiatrischen Dienst und werde nun seit einigen Jahren von einer Psychologin von dort begleitet. Anfangs jede Woche oder alle zwei Wochen, jetzt einmal monatlich habe ich einen Termin, wenn ich mehr Termine brauche, häufiger.
Und wenn ich an dem Tag nicht aus dem Bett komme, dann telefonieren wir.

Das ist eine Minimalistenentscheidung, die Therapie ermöglicht, weil ich die brauche und sie mir hilft, aber auf eine Art, die mir möglich ist. Wäre das auch was für dich? Auch mit meinen früheren Psychotherapeutinnen konnte ich an ganz schlechten Tagen telefonieren statt den Termin ausfallen zu lassen. Weil die Therapie hilft!

Ein regelmäßiges Hobby auswärts half mir irgendwann nicht mehr mit meiner niedrigen Kraft, aber kein Hobby wäre keine Lösung gewesen, das wäre ja Selbstaufgabe gewesen und zu wenig interessante neue Impulse, also intensivierte ich meine heimischen Hobbys. Auch Selbsthilfeforum zähle ich dazu, denn wenn es mir keine Freude machen würde, täte ich es weniger.

Beim Telefonieren ist es so, dass mir jeder auch das schreiben kann, was er mir sagen will. Bei Behördenkontakten ist es als Protokoll sogar besser und plötzliche Überrumpelungen am Telefon sowie in privaten Kontakten der falsche Ton und zuviel Anrufe am Telefon werden vermieden, außerdem Überreizung.

Aber ich stehe jeden Werktag um 5 Uhr mit meinem Sohn auf, auch wenn das oft die Hölle ist, in dem Punkt gibt es aber gar keine Frage für mich. Auch dass ich ein Abendessen für uns alle mache, ob selbst oder als Imbiss eingekauft oder geliefert, es muss aber eins geben. Am WE übernehmen meine Männer. Wäschewaschen, Saugen, Einkaufen aber verteilen wir unter uns und mein Sohn ist auch auf dem Rückweg von der Arbeit - und sogar gerne - bereit, Kleinigkeiten fürs Abendessen noch einzukaufen, wenn ich ganz neben der Spur bin.

Ebenso mit diesen mistigen Überprüfungsterminen. Wie gesagt suche ich die mir nicht mehr freiwillig, ich habe so viele medizinische Baustellen, dass es mir unmöglich ist, die vielen Termine, die jeder einzelne Facharzt als wichtig hinstellt, als gebe es nur seine Fachdisziplin, wahrzunehmen.
Ich kann nicht alle 3 Monate zum Zahnarzt, jeden Monat muss ich einmal ein Rezept für meine Medikamente holen. Da kann ich nicht auch noch alle 6 Monate eine Blutuntersuchung machen, zum Gynäkologen, einmal jährlich zum Augenarzt, zu sämtlichen Vorsorgeuntersuchen und zur Mammografie.

Denn ich habe nur etwa ein Drittel der normalen Kraft zur Verfügung und kann so auch nur ein Drittel der Arztbesuche machen, nämlich, wenn ich mich krank fühle und zum Arzt muss. So meine ich das. Nicht, einfach auf Therapien verzichten und das solltest du auch nicht tun. Wir Unstrukturierten können nicht gut mit Terminen, aber wenn es nur einer ist im Monat für Therapie und im Notfall der auch telefonisch geht, dann klappt das schon. Was meinst du?

Ganz zu schweigen davon, dass ich natürlich mit meinem behinderten Sohn auch noch seine Arzttermine wahrnehme. Und auch bei ihm die Minimalform mittlerweile, wo er erwachsen ist. Alles für seine Förderung Wichtige habe ich voll mitgemacht incl. wochenlanger Eltern-Kind-Aufenthalte in der Uniklinik, aber damals war ich auch noch kräftiger.

Auch heute wäge ich immer Nutzen und Schaden ab. Den letzten Überprüfungstermin des MDK für meinen Sohn vorletzte Woche habe ich ja selber herbeigeführt, indem ich gegen das MDK-Gutachten einen Widerspruch eingelegt habe. Dieses Widerspruchsverfahren konnte ich mir kräftemäßig nicht leisten, aber Fehler im Gutachten nicht akzeptieren. Nie hätte ich das so stehenlassen.
Aber nachdem die Fehler nun korrigiert wurden und der Widerspruch ansonsten nicht durchkam, was ich aber gründlich erklärt bekam und diskutieren und verstehen konnte, werde ich nicht weitermachen, weil ich nun die Situation klar sehe.

Verstehst du, was ich meine?

Ich meine kein Vermeiden im selbstschädigenden Sinne. Sondern ein selbstverantwortliches Haushalten mit den wenigen Kräften und auch den Mut, Heilige Kühe der Behandlungsnormen meiner Krankheiten zu schlachten, wo ich sie für falsch halte. So würde ich z.B. in keine Klinik gehen, es sei denn, es wäre eine, die Spezialisten für ADHS bei Erwachsenen dabei hätte, denn sonst komme ich kränker wieder heraus als ich hineinginge.
Ich würde gerne mal in eine psychosomatische Klinik, aber ohne ADHS-Spezialisten würde ich dort so dermaßen überreizt, dass ich das lasse.

Schon beruflich fing ich früh an, in lauter saure Äpfel zu beißen, um nicht immer kränker zu werden. Vorträge, Seminarleitungen, Diskussionsleitungen, all sowas wäre Inhalt meines Berufes gewesen und ich liebte und konnte das, aber es überreizte mich so sehr und machte mich so krank, dass ich es aufgab.
Dasselbe in allen Ehrenämtern. Damals wusste ja noch kein Mensch von ADHS und ich hatte auch noch mehr Kraft, aber mein Beruf sog die nur so aus. Also machte ich eine Umschulung, bitter, aber gesünder.

Manche NoGo kann von außen kaum einer nachvollziehen, aber als mündige Kranke in Selbstverantworung treffe ich diese Entscheidungen trotzdem.

Ein ganz neues NoGo ist aktuell z.B., dass ich nun aufgehört habe, wo unsere Sohn seine Schule und Berufsausbildung beide hat, die Personalmängel an seiner Arbeitsstätte in seiner WfbM auszugleichen, indem ich mit seinen Berufsbetreuern dort zusammen seine Arbeitsplatzanpassung an seine Besonderheiten durchsetze.
Lange genug, damit unser Sohn gesund behindert leben kann, habe ich alle Mängel ausgeglichen, aber nun, wo Sohn alles gelernt hat, um sich selbst zu vertreten und alle Qualifikationen hat und extra in einer Behindertenwerkstatt Schutz hat, nun muss mal ein Ende sein.
Das ist nicht einfach, vor allem, wenn Sohni belastet heim kommt. Ich berede dann alles mit ihm, das werden auch sein Leben lang
Nahestehende, die gleichzeitig seine gesetzlichen VertreterInnen sein werden wie wir Eltern gegenwärtig, mit ihm täglich tun, aber ich übernehme nicht mehr. Das ist nicht einfach, aber nötig.

Liebe Grüße! maya

06.02.2020 07:17 • x 1 #7


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Lilly-18

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Liebe Maya, ich habe auch angefangen, nicht mehr für alles die Verantwortung zu übernehmen. Loslassen ist das Zauberwort. Sehr schwer, aber es geht immer besser mit der Zeit. Mein Motto lautet nun: das ist nicht MEIN Problem, ich lasse es dort, wo es hingehört. Ein sehr heilsamer Prozess.
Und ich habe mich von Freunden getrennt, die mir nicht mehr gut tun. NEIN sagen ist sehr schwer, aber in der Konsequenz lebt es sich unbelasteter.
Ich habe auch festgestellt, dass es mir im Job besser geht, seit ich mein Arbeitstempo selber bestimmen kann. Obwohl ich den Kontakt zu Menschen sehr liebe und mir das in der Arbeit auch immer sehr wichtig war stelle ich fest, dass viel Druck von mir gefallen ist, seit ich alleine in einem Büro sitze und vor mich hin arbeite. Keiner der dasteht und sofort etwas will, keine Kunden die mich während einer Tätigkeit unterbrechen, wo es mir schwer fällt, danach wieder rein zu finden.
Ich war am Anfang gar nicht glücklich darüber, dass ich keine Kollegen mehr habe, keinen Kundenverkehr und auch nur noch Teilzeit arbeite. Aber ich habe damals, als ich mal wieder arbeitslos war und völlig verzweifelt, den ersten Job genommen, den ich bekommen hatte. Heute weiß ich, dass es mein Glück war.
Was ich allerdings sehr gerne und viel mache ist telefonieren. Aber nur beruflich bedingt, das ist unvermeidbar, macht mir aber auch viel Spaß. Ich habe es schon gern mit unterschiedlichen Menschen zu tun, kann das aber selber dosieren, ich welchem Ausmaß. Kunden rufen bei mir selten an und wenn, dann ist das ok. für mich.
Privat bin ich dazu übergegangen, mich mit meinen Freunden zu treffen. Das tut mir besser als telefonieren. Und auch das kann ich gut dosieren, so dass es mir gut tut.

06.02.2020 08:04 • x 2 #8


maya60

maya60

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Hallo Lilly, ja, Loslassen ist wirklich das Zauberwort. Denn einige der gesellschaftlichen normalen Anforderungen, von Kleinauf gelernt, sind krankmachend und sie finden sich auch in manchen Krankheitsbehandlungen, die zu sehr auf die Anpassungsfähigkeit daran abzielen. Mündigwerden und Selbstverantwortlichkeit sind weitere Zauberworte für mich in dem Zusammenhang.

Liebe Grüße! maya

06.02.2020 08:35 • x 1 #9


ohneFunktion

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Hallo Maya!

Vielen Dank für Deine Ausführungen.

Zitat von maya60:
Da sucht sich schon jeder die Lebensweise, die passt. Das kann man nicht pauschalisieren und welcher Typ man ist, das merkt hoffentlich jeder über sich selber. Das zeigt sich ja dann auch in der Berufswahl.


Bei mir ist's irgendwie so, dass ich vielleicht beides bin? Vor meinen Krisen bin ich allerdings nur noch strukturiert und geplant unterwegs gewesen. Da hatten Kreativität und Spontanität keinen Platz.
Heute bin ich wieder gesund. Es geht mir gut. Ich bin stabil.
Allerdings sträubt sich bei Plänen, etc. mein Innerstes. Dafür habe ich die Spontanität und oft auch die Ungewissheit lieben gelernt.

Zitat von maya60:
Es geht mir bei diesem Thema darum, dass es bei schwerer Krankheit und bei wenig Kraft nach langen Therapien und verantwortlichen Versuchen irgendwann auch darum gehen muss, mit der wenigen Kraft nicht dauernd damit beschäftigt zu sein, sich zu Unmöglichem zu überwinden und daran zu leiden

Da habe ich Dich schon verstanden.
Ich lerne noch immer auf meine Grenzen zu achten und bestimmte Dinge - auch wenn sie noch so banal sind - nicht mehr von mir zu verlangen.

Zitat von maya60:
Bei mir kam ja auf dem Wege mein Minimalistenvorgehen raus,

Ja, davon habe ich schon gelesen. Und das finde ich richtig gut.

Zitat von maya60:
Das ist eine Minimalistenentscheidung, die Therapie ermöglicht, weil ich die brauche und sie mir hilft, aber auf eine Art, die mir möglich ist. Wäre das auch was für dich?

Wie bereits erwähnt, geht es mir derzeit gut. Wohl auch, weil ich genau diese Art der Therapie wahrnehmen konnte: Notfalls per Telefon und auch sonst sehr flexibel. Dafür bin ich meiner Therapeutin sehr dankbar.

Zitat von maya60:
Verstehst du, was ich meine?
Ich meine kein Vermeiden im selbstschädigenden Sinne. Sondern ein selbstverantwortliches Haushalten mit den wenigen Kräften

Vermutlich war mein Text etwas missverständlich. Ich vermeide nicht, sondern versuche, wie Du das beschreibst, nicht auf Biegen und Brechen alles zu tun, was man halt so tun muss/ sollte.

Wie gesagt, ich darf mich wirklich nicht beklagen und jammere wohl manchmal auf hohem Niveau.

Aber dennoch: Es gibt sie seit der Krankheit, die NoGos.

06.02.2020 23:31 • x 1 #10


Ex-Mitglied

Salü,
in der Reha wurde mir nach paar Wochen erzählt: Hier müssen sie gar nichts wenn sie das nicht wollen oder können.
Gut okay, habe ich mir abgespeichert. Vermutlich in der vierten Woche folgte ein Termin bei einer ganz witzigen, flirtenden und ehrgeizigen Sozialarbeiterin vom SD die mich gleich nach der Begrüßung energisch zusülzte: Ja sie müssen doch mal wieder was arbeiten und ihr Geld selbst verdienen. Antwortete ich: Müssen muss ich gar nichts, höchstens irgendwann mal sterben! Damals mit 40 Lebensjahren hatte ich 80k Jahresbrutto und das schon des längerem und dann kommt so eine vermutlich frisch von der Uni und will mir sonst was erzählen?

Ab diesem Tag ließen die mich in Ruhe, eine Mitpatientin laberten die systematisch zu. Sie wurde sogar arbeitsfähig entlassen und glaubte an eine vollständige Genesung nur durch die 6 wöchige Reha. Gleich am ersten Arbeitstag wurde sie freigestellt und per Aufhebungsvertrag gekündigt!

07.02.2020 00:01 • x 3 #11


maya60

maya60

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Hallo ohneFunktion, gut, dass du wieder gesund bist und gut, dass du trotzdem deine NoGo behältst und deine Grenzen! Denn alles andere wäre ja schon wieder krankmachend.

Liebe Grüße! maya

07.02.2020 00:16 • x 1 #12


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Ylva

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Ein NoGo ist für mich schon sehr lange, jemanden anzurufen.

Komischerweise gelingt mir das, wenn ich einen Handwerker brauche, einen Termin ausmachen oder absagen soll . . .
Ich vermute das ist so, weil es anonym ist und ich niemanden bei etwas stören kann.
Bei Familienmitgliedern, guten Bekannten und Freunden schaffe ich es einfach nicht, diese anzurufen.
Ich habe dabei immer die Angst, dass ich sie bei irgendwas störe oder sie aufwecke.
Und obwohl sie mir versichern, dass ihnen das überhaupt nichts ausmacht, weil man ja einfach dann später miteinander reden könne, schaffe ich es nicht.
Es kommt bei mir dann immer meine Angst hoch, abgelehnt worden zu sein.

25.11.2020 13:50 • x 5 #13


Anchiwa4964

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Oh gut, dass ihr diesen Thread mal wieder nach oben gebracht habt!
Gerade spricht mich das Telefon-NoGo von dir, liebe @Ylva an!
Es sind nur wenige Menschen, mit denen ich wirklich telefoniere. Aber, so wie bei dir, rufe ich nur ungern selber an und stelle das Gespräch her. Mir ist es viel lieber, angerufen zu werden, denn ansonsten habe ich auch Furcht zu stören.
Wenn ich mit der lieben Schwiegermama meiner Tochter oder mit meiner Freundin ausgemacht habe zu telefonieren, frage ich immer vorher per WhatsApp nach, soll ich durchklingeln oder machst du das? Wenn ich dann lese, ruf DU an, ich freu mich und warte schon, bin ich nicht so furchtsam.
Bei mir kommt dann noch die Sprechblockade hinzu, wenn der innere Antreiber in Aktion tritt, für das Gelingen des Gesprächs verantwortlich zu sein.
Auch Termine mache ich nicht gern per Telefon aus. Um mich nicht zu verhaspeln schreibe ich mir den Text vorher auf, was ich sagen möchte.
Ein richtiges No-Go sind für mich Nachrichten, die ich auf den Anrufbeantworter sprechen muss. Auch Sprachnachrichten sind ein Graus.

25.11.2020 14:17 • x 3 #14



Hallo maya60,

x 4#15


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hlena

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Für mich ist es ein NoGo,
wenn sich zwei Personen über eine dritte anwesende Person unterhalten,als wäre diese Person gar nicht dabei.
Das zeugt von soviel Taktlosigkeit und Ignoranz.
Das ist durch nichts zu überbieten.

25.11.2020 23:51 • x 1 #15

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