Guten Morgen,
ich habe die Tage viel Ruhe gehabt und geschafft eine kleine Selbstreflektion zu starten. Danke dafür übrigens. Ich hatte die Tage irgendwann und irgendwo etwas von kochen im Forum geschrieben. Danach hat etwas geklickt.
Über Monate hatte ich große Probleme mit Dingen wie Auto fahren, kochen und vielen Kleinigkeiten.
Das ist mehr als besser geworden. Inzwischen kann ich einfach wieder in der Küche stehen und zu 99% einfach kochen und nebenbei mit meiner Frau sprechen oder Musik hören.
Am Anfang war das absolut unmöglich, da sofort die Lautstärke in mir aufgedreht wurde sobald ich nur Gemüse geschnibbelt habe. In den Topf gucken ging gar nicht, da hatte ich das Gefühl direkt umzukippen oder bin es gar. Eigentlich mag ich gar nicht mehr dran denken, da kommen direkt Gefühle auf. Ihhhh weg damit.
Auto fahren hat direkt Panikattacken erzeugt und es hat lange gedauert bevor ich mich wieder richtig hinter das Steuer getraut habe.
Aktuell meide ich zwar noch stressige Situationen, da ich Angst vor einem Rückfall habe insgesamt aber Note zufriedenstellend.
Die Angst basiert vermutlich auch durch meine schlechten Erfahrungen mit der Polizei und generell versuche ich Stress so gut es geht zu vermeiden.
Nach Monaten der Ruhe und der Rückschläge kann ich jetzt am Ende des Jahres recht zufrieden zurücksehen, da vieles sehr viel besser geworden ist. Ich muss nur hinsehen.
Die Angst vor der Zukunft bleibt, dass ist aber wohl natürlich. Ich habe nach wie vor keinen Ausweg aus meiner beruflichen Situation gefunden. Das Arbeitsamt wird mir da außer Druck auch nicht viel bringen, jedoch muss man ja auch nicht alles mit sich machen lassen. Ich versuche mich damit zu beruhigen, weiß aber nicht genau wie ich in Zukunft reagieren werde. Meine Zeit läuft und bald kommen wieder die Anrufe und die Briefe.
Einen Weg habe ich hier nicht. Ich möchte immer noch eigentlich das tun was ich nicht darf dank Pandemie aber das geht nicht. Da stehe ich vor einer Mauer und was anderes kann ich mir nicht mehr vorstellen.
Generell wird es zumindest für mich bzw. uns nicht mehr einfach die Welt vor der Pandemie geben. Im privaten bei Familie und Freunden merke ich immer mehr die Aushärtung von zwei Fronten. Alles fundiert kritische wird mit dummen Videos oder unqualifizierten Aussagen beantwortet und allmählich fangen beide Seiten an sich zu meiden. Damit meine ich nicht nur mich, sondern den gesamten privaten Bereich. Das Thema vermeiden ist ziemlich unmöglich.
Keine Ahnung ob es noch mal wieder bestimmte Veranstaltungen geben wird, jedoch werden dann wohl ein paar Freunde und Bekannte oder gar ich nicht mehr dran teilnehmen. Gespalten und geteilt. Hatten wir das nicht schon mal ? Ich kann und konnte mein Maul aber auch nie halten. Das hat mir immer Probleme gemacht in einigen Situationen. Halte ich meine Fresse speicher ich das in mir und irgendwann explodiert es exponentiell in mir. Vielleicht kommt mit dem Alter die Gelassenheit ?
Denke nicht, muss da an meinen Vater und meinen Opa denken. Die könnten auch nie die Schnauze halten. Ja, dass Thema beschäftigt mich gerade

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Ich freunde mich gedanklich immer mehr mit der Reha an und bei meiner Frau kommt es ganz langsam durch. Mit einer Sozialarbeiterin über meine berufliche Situation zu sprechen, würde mir helfen. Eventuell vielleicht ein Pflegeplatz für einen Hund anbieten für die Zeit wo ich weg bin usw. Dann ist meine Frau nicht so alleine. Nur kenne ich uns und der Hund wäre dann gleich für immer hier

. Aber wenigstens eine Idee die man weiter verfolgen kann. Oder sie kommt mit und man zahlt selbst. Ist aber Sau teuer....aber man kann ja eh keinen Urlaub mehr machen....Außerdem ist nichts genehmigt und ich kämpfe immer noch um mein Krankengeld.
Ansonsten startet jetzt offiziell Weihnachten. Ab morgen kochen und es sich gut gehen lassen. Familie ist ja dieses Jahr nicht, dass ist traurig aber durch die Distanzen auch stressfrei. Alles hat zwei Seiten.
Ich wünsche schon mal allen ein schönes Weihnachtsfest und entspannte Feiertage. Lasst es euch gut gehen, wo ihr auch seid.