Lieber dnd,
du hast einen Hund. Punkt. Das habe ich am Ende deines Eintrages noch lesen und verstehen können. Die schönste Zeit meines Lebens war die mit meiner Frau, meiner Hündin und meiner Katze. Hätte ich Kinder, dann würde ich diese wohl ergänzen.
War mein Hund krank, habe ich der Welt den Mittelfinger gezeigt und bin Zuhause geblieben. Es war mir egal was Menschen in dem Moment über mich gedacht haben. Ich wollte nur bei meinem kranken Hund bleiben und das habe ich meinem Umfeld dann auch deutlich zu verstehen gegeben. In dem Fall sind dann Überstunden oder spontaner Urlaub dran gewesen....
Das bereue ich nicht. Nichts davon. Es gab eine Nacht in meinem Leben in dem ich einen wirklich guten Job als Geschäftsführer in jungen Jahren hatte. Ich war einer der jüngsten Geschäftsführer zu dieser Zeit in diesem Unternehmen.
Jung. Was bedeutet es jung zu sein ? Ich habe viele Fehler gemacht in dieser Zeit, da mir schlicht die Erfahrung fehlte. Was ist gerecht, real, illegal, normal usw ?
Mit 24 Jahren hat mich mein an Krebs sterbender Vater nachts angerufen und das erste Mal in meinem Leben darauf gebettelt, dass ich sofort bei ihm vorbeikomme.
Überraschung, ich habe von 4.30 Uhr aufstehen bis 20.00 Uhr (wenn alles gut war) gearbeitet. Mein Vater hat die Panikattacke bei unserem Telefonat selbst in den Griff bekommen und ich bin nicht gefahren.
Bis heute hasse ich mich dafür und würde mir locker einen Arm abschneiden um diese Nacht wiederholen zu können. Ich hätte zu meinem in Todesangst lebenden Vater fahren sollen und und nicht an die sch. Kohle denken sollen. Ich hätte mich nicht von ihm überreden lassen sollen an die Kohle zu denken. Dafür hasse ich mich.
Ich denke immer an Geld, Zukunff und jede Form von Absicherung. Auch das habe ich von meinem Vater geerbt. Geerbt habe ich aber auch die Angst.
Ich hatte keine, nur jetzt lebe ich in Panikattacken und versuche diese wieder in den Griff zu kriegen. Panikattacken? Ich bin mit Dro. in meiner Vergangenheit in Berührung gekommen und habe Horrorfilme gehabt.
Jemand der einen hatte wird den Film meiden. Viele hier haben mal zuviel getrunken und so ist es nichts anderes, außer der Legalität.
Jetzt nehme ich seit langer Zeit nichts und lebe in einem Horrorfilm. Sich nicht selbst helfen zu können, keine Motivation zu haben und keinen Ausweg aus dem Ganzen zu haben ist für mich ein absoluter Horror.
Heute lebe ich nach dem Tag. Mit meiner Therapeutin bespreche ich genau diese Lösungen. Was tut mir gut ? Was löst dieses depressive Verhalten in mir aus oder warum bekomme ich plötzlich diese Panik ?
Depressive Phasen sind so beschissen. Von jetzt auf gleich total aus der Welt zu sein und nichts mehr zu wollen ist Horror. Ich habe zum Glück nur episodische Depressionen, daher kommen und gehen diese wieder....Nicht zu vergleichen mit echten Depressionen. Ich hasse aber jede depressive Phase und kann dann aber auch nichts ändern. Nur stumpf. Kein Gefühl und keine Hoffnung.
Vor wenigen Monaten war ich noch oft klettern. Heute bekomme ich eine Panikattacke sobald ich meine sch. Dachrinne sauber mache. Meine Therapeutin kommt mir auf solche Dinge mit Muskelentspannungsübungen und vielleicht hat sie auch Recht, jedoch liegt es an mir auszuflippen oder zuzuhören.
Wie kann man in ein paar Wochen jemand total anderes werden ? Es geht.
Wie war deine Frage bzw deine nette Anmerkung ? Ich muss noch mal kurz deinen Eintrag lesen.
Noch mal gelesen. Du hast Recht und ich wünsche dir einen guten Arzt für deinen Weg. Jemand der diesen Weg und den Umweg ins Nichts nicht versteht, taugt dann wohl nicht für den Weg.
Ich freue mich jeden Tag wieder auf die Arbeit. Wirklich. Nur das ich es nach meinen Vorstellungen wieder gestalten möchte und nicht nach der Denkweise des zukünftigen Arbeitgebers. Einen Arbeitgeber der mich versteht nehme ich gerne, jedoch habe ich für mich die Hoffnung aufgegeben.
Auch wenn es viele vernünftige Arbeitgeber gibt.
Eine Kündigung ist für mich unabdingbar, jedoch warte ich da auf die Antwort von meiner Therapeutin und in Zukunft auch auf die Frage an den Verdi Anwalt.
Eigentlich habe ich aber meine Entscheidung seit 4 Monaten getroffen, nur heute braucht man einen Anwalt um solche Entscheidungen für sich zu treffen, da man im Kopf zu so etwas einfach nicht mehr fähig ist. Ich bin mehr als froh diese Möglichkeit notfalls zu haben.....das gebe ich jederzeit zu.
Am Ziel vorbei, ich danke dir aber für deinen Eintrag. Jetzt konnte ich mir mal wieder Gedanken um verdrängte Dinge machen.
Reinhauen....
