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Totaler Zusammenbruch mit Burnout - Arzt hat kein Verständnis

Auswegfinden

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Das ist ein wirklich toller Satz...
Zitat von ClaraFall:
Man ändert sie in seinem Leben durch sein Tun.


Ebenso die Mauer um uns herum amzumalen... Das sind fabelhafte Worte die zeigen das wir mal anders handeln können... Anstatt die Wand anzustarrem bemalen wir sie... Dinge tun die wir sonst nicht tun und da sind wir wieder.... Beim Tun!

Danke ClaraFall und weiterhin eine gute Zeit am neuen Ort den du jetzt endlich erreicht hast.. Vielleicht malst du auch dort die eine oder andere Wand irgendwann noch einmal bunt.. WHY NOT?
Liebe Grüße

09.10.2020 22:26 • x 3 #271


Verbrannt

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Weniger. Genau das habe ich getan. Immer weniger. Weniger gelebt und mich weiter zurückgezogen. Weniger auf Konfrontation geschaltet um nicht wieder in einem Raum mit vier Wänden aufzuwachen. Zurückgehalten um keine Probleme mehr zu haben. Probleme mit Farben. Früher grün heute blau. Probleme mit Gesetzen die teils nicht gerecht sind. Probleme....Dramatisiert und trotzdem wahr.
Ausgeblendet hab ich so viel und will es nicht mehr. Ich fange an es wieder zu bekämpfen und alles ist gegen mich.
Kann man sich Gerechtigkeit nicht nur selbst schaffen ? Was und wer ist gerecht ?

Heftiges Thema.

Gute Nacht

09.10.2020 22:52 • x 1 #272


Auswegfinden

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Zitat von Verbrannt:
Weniger. Genau das habe ich getan. Immer weniger. Weniger gelebt und mich weiter zurückgezogen. Weniger auf Konfrontation geschaltet um nicht wieder in einem Raum mit vier Wänden aufzuwachen.

Hey verbrannt.. Auch wenn es ein heftiges Thema ist... Rückzug ist auch das was ich getan habe... Ein relativ bequemer Weg anstatt konfrontation anstatt Stellung zu beziehen... Mangel an selbstbewusst sein und tun... Andere aber dafür zu bewundern.. Was und warum andere dies oder jenes tun sollte uns quasi kalt lassen.. Warm werden wir im Umkehrschluss wenn wir etwas für uns tun und erkannt haben das wir etwas für uns tun müssen..

Was und wie wir etwas tun können erschließt sich uns nicht immer gleich aber sich auf den Weg zu machen ist ein erster Schritt...

Ich habe lange funktioniert und dachte es wird schon werden aber irgendwann geht es nicht mehr dann holt uns die reale Welt ein und wir begegnen dieser realen Welt mit Rückzug mit Gedanken die uns noch weiter nach unten ziehen... Das ist das was wir uns in unseren Gedanken schaffen und diese Gedanken schaffen dann uns und da beginnt der neue Weg Gedanken und wenn du willst auch deine Gerechtigkeit dir selbst zu schaffen du schaffst deine Gedanken selbst und mit Hilfe neuer Gedanken wie Farbe an der Wand oder neue Dinge zu tun schaffst du dir auch neue Erfahrungen...

Es ist schwerer Rituale zu ändern das ist wirklich schwer aber die gewünschte Änderung entsteht durch Veränderung...

Auch dir eine gute Nacht

09.10.2020 23:08 • x 2 #273


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ClaraFall

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Zitat von Verbrannt:
Weniger. Genau das habe ich getan. Immer weniger. Weniger gelebt und mich weiter zurückgezogen. Weniger auf Konfrontation geschaltet um nicht wieder in einem Raum mit vier Wänden aufzuwachen. Zurückgehalten um keine Probleme mehr zu haben. Probleme mit Farben. Früher grün heute blau. Probleme mit Gesetzen die teils nicht gerecht sind. Probleme....Dramatisiert und trotzdem wahr.
Ausgeblendet hab ich so viel und will es nicht mehr. Ich fange an es wieder zu bekämpfen und alles ist gegen mich.
Kann man sich Gerechtigkeit nicht nur selbst schaffen ? Was und wer ist gerecht ?

Heftiges Thema.

Gute Nacht


Na ist halt die Frage, was man möchte und vor allem, wer man sein will.

Ich will nicht eine von "denen" sein. Ich möchte aufrichtig und gut und gemeinschaftlich durch die Welt gehen. mich Leben und mich für die für mich wichtigen Werte einsetzen.

Aber: indem ich die lebe. Nicht, indem ich andere suggerieren, wie sie zu leben haben . Wer bin ich, dass ich glaube würde, meine Moral, meine Ansichten .. mein Weg wäre der ultimative?

Reibung erzeugt Energie, ja. Aber Kämpfen.. macht nur schwach! Finde ich. Zumindest im Allgemeinkontext. In klar abgegrenzten persönlichen Beziehungen mag es gut und wichtig sein.

Aber als Teil einer Gesellschaft diese bekämpfen? Soll man um seine Freiheit kämpfen, indem man dem Gegenüber seine abspricht?

Morgengrüße!

10.10.2020 06:32 • x 2 #274


dnd

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Hallo @verbrannt,

ich bin derzeit im netz unterwegs wegen dem selben Thema und dem "Unverständnis" aus Allgemeinmedizinischer Richtung und auf deinen Beitrag gestoßen.

Ich finde du schlägst dich ganz gut - mach weiter so.
Wenn du die Energie findest - was mir selber gerade sehr schwer fällt aber ab und zu gelingt -

Was macht die glücklich an deiner arbeit und was müsste sich ändern damit du wieder lust zu arbeiten hast.
Damit gehe ich derzeit in Bewerbungsgespräche um auf anderen weg aus dieser sehr schlechten Situation zu kommen und bis jetzt bin ich damit ganz gut gefahren.


Vielleicht hilft es dir ja meine Situation zu lesen - mir hat auf jeden Fall es sehr geholfen dein Schicksal zu lesen.

Es hat mir kraft gegeben - ich bin nicht allein. (So bescheuert das auch klingen mag)

---
Ich bin 42 Jahre alt
Informatiker seit 20 Jahren und habe vor ca 3 Monaten nach einem Meeting komplett die Fassung verloren und mir war klar das ich aus diesem Unternehmen raus muss.
Die Personalabteilung hat mich zur Sozialarbeiterin meiner Firma geschickt.
Sie und meine Psychotherapeutin sind der Meinung das ich in dem Zustand des Burnout schon seit 1 ½ Jahren - was ich selber noch immer sehr schwer glauben kann.

Meine Arbeitsunfähigkeit vom Hausarzt die bis letzten Freitag ging und die sie mir schon widerwillig gegeben hat weil ich nur Termine in 3 Monaten bei Kliniken oder den 1-2 Psychiatern die ich telefonisch erreicht habe bekommen habe.

Ich versuche seit Montag eine Arbeitsunfähigkeit zu bekommen - meine Hausarztpraxis ignoriert mich inzwischen zu dem Thema.

Der Termin beim Psychiater, den ich letzte Woche endlich nach 1 1/2 Monat warten hatte war mit Kommentaren wie "haben sie sich ja den richtigen Zeitpunkt ausgesucht dafür", "Wenn sie sich mental unwohl fühlen immer sofort zum Psychiater gehen", "viel erfolg !"
er hat mir eine "Verordnung zur Krankenhausbehandlung" geben mit einer Empfehlung für ein Therapie Zentrum. Keine Arbeitsunfähigkeit - auch auf nachfrage keine Antwort weder per Telefon oder Mail.

Das beste in dem Termin war - ja ne sie hätten vorher zu mir kommen sollen wenn die Therapeutin das schon bei der Krankenkasse eingereicht hat können wir nichts mehr tun!

Heute habe ich von einem Arzt den Rat bekommen das ich zum Ambulanten Notdienst des KV Verbandes gehen soll abends um 19 Uhr..

Ich habe meinem Arbeitgeber vor ca 1 Monat 3 Optionen gegeben neben Kündigung und Liste was ich brauche um weiter für das Unternehmen arbeiten soll.

Du kannst doch auch in betracht ziehen selber zu kündigen war der Schlusssatz in der letzten Mail.


Jeden tag schaffe ich das nötigste - was sich um ein paar Haustätigkeiten beschränkt mit meiner Familie interagieren und mit dem Hund rausgehen - beschränkt.

Danach fehlt mir fast jeden tag die Energie für alles und ich lege mich Schlafen.
---

Aber Morgen ist ein neue Arzt dran und ich werde einen weg finden ich hoffe bloß ich werde nicht ausflippen wenn ich wieder durch elegantes wegducken wieder stehen gelassen werde.

Wir schaffen das !

14.10.2020 16:24 • x 4 #275


Verbrannt

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Lieber dnd,

du hast einen Hund. Punkt. Das habe ich am Ende deines Eintrages noch lesen und verstehen können. Die schönste Zeit meines Lebens war die mit meiner Frau, meiner Hündin und meiner Katze. Hätte ich Kinder, dann würde ich diese wohl ergänzen.
War mein Hund krank, habe ich der Welt den Mittelfinger gezeigt und bin Zuhause geblieben. Es war mir egal was Menschen in dem Moment über mich gedacht haben. Ich wollte nur bei meinem kranken Hund bleiben und das habe ich meinem Umfeld dann auch deutlich zu verstehen gegeben. In dem Fall sind dann Überstunden oder spontaner Urlaub dran gewesen....

Das bereue ich nicht. Nichts davon. Es gab eine Nacht in meinem Leben in dem ich einen wirklich guten Job als Geschäftsführer in jungen Jahren hatte. Ich war einer der jüngsten Geschäftsführer zu dieser Zeit in diesem Unternehmen.

Jung. Was bedeutet es jung zu sein ? Ich habe viele Fehler gemacht in dieser Zeit, da mir schlicht die Erfahrung fehlte. Was ist gerecht, real, illegal, normal usw ?

Mit 24 Jahren hat mich mein an Krebs sterbender Vater nachts angerufen und das erste Mal in meinem Leben darauf gebettelt, dass ich sofort bei ihm vorbeikomme.
Überraschung, ich habe von 4.30 Uhr aufstehen bis 20.00 Uhr (wenn alles gut war) gearbeitet. Mein Vater hat die Panikattacke bei unserem Telefonat selbst in den Griff bekommen und ich bin nicht gefahren.

Bis heute hasse ich mich dafür und würde mir locker einen Arm abschneiden um diese Nacht wiederholen zu können. Ich hätte zu meinem in Todesangst lebenden Vater fahren sollen und und nicht an die sch. Kohle denken sollen. Ich hätte mich nicht von ihm überreden lassen sollen an die Kohle zu denken. Dafür hasse ich mich.

Ich denke immer an Geld, Zukunff und jede Form von Absicherung. Auch das habe ich von meinem Vater geerbt. Geerbt habe ich aber auch die Angst.

Ich hatte keine, nur jetzt lebe ich in Panikattacken und versuche diese wieder in den Griff zu kriegen. Panikattacken? Ich bin mit Dro. in meiner Vergangenheit in Berührung gekommen und habe Horrorfilme gehabt.

Jemand der einen hatte wird den Film meiden. Viele hier haben mal zuviel getrunken und so ist es nichts anderes, außer der Legalität.

Jetzt nehme ich seit langer Zeit nichts und lebe in einem Horrorfilm. Sich nicht selbst helfen zu können, keine Motivation zu haben und keinen Ausweg aus dem Ganzen zu haben ist für mich ein absoluter Horror.

Heute lebe ich nach dem Tag. Mit meiner Therapeutin bespreche ich genau diese Lösungen. Was tut mir gut ? Was löst dieses depressive Verhalten in mir aus oder warum bekomme ich plötzlich diese Panik ?

Depressive Phasen sind so beschissen. Von jetzt auf gleich total aus der Welt zu sein und nichts mehr zu wollen ist Horror. Ich habe zum Glück nur episodische Depressionen, daher kommen und gehen diese wieder....Nicht zu vergleichen mit echten Depressionen. Ich hasse aber jede depressive Phase und kann dann aber auch nichts ändern. Nur stumpf. Kein Gefühl und keine Hoffnung.

Vor wenigen Monaten war ich noch oft klettern. Heute bekomme ich eine Panikattacke sobald ich meine sch. Dachrinne sauber mache. Meine Therapeutin kommt mir auf solche Dinge mit Muskelentspannungsübungen und vielleicht hat sie auch Recht, jedoch liegt es an mir auszuflippen oder zuzuhören.

Wie kann man in ein paar Wochen jemand total anderes werden ? Es geht.

Wie war deine Frage bzw deine nette Anmerkung ? Ich muss noch mal kurz deinen Eintrag lesen.

Noch mal gelesen. Du hast Recht und ich wünsche dir einen guten Arzt für deinen Weg. Jemand der diesen Weg und den Umweg ins Nichts nicht versteht, taugt dann wohl nicht für den Weg.

Ich freue mich jeden Tag wieder auf die Arbeit. Wirklich. Nur das ich es nach meinen Vorstellungen wieder gestalten möchte und nicht nach der Denkweise des zukünftigen Arbeitgebers. Einen Arbeitgeber der mich versteht nehme ich gerne, jedoch habe ich für mich die Hoffnung aufgegeben.

Auch wenn es viele vernünftige Arbeitgeber gibt.

Eine Kündigung ist für mich unabdingbar, jedoch warte ich da auf die Antwort von meiner Therapeutin und in Zukunft auch auf die Frage an den Verdi Anwalt.
Eigentlich habe ich aber meine Entscheidung seit 4 Monaten getroffen, nur heute braucht man einen Anwalt um solche Entscheidungen für sich zu treffen, da man im Kopf zu so etwas einfach nicht mehr fähig ist. Ich bin mehr als froh diese Möglichkeit notfalls zu haben.....das gebe ich jederzeit zu.

Am Ziel vorbei, ich danke dir aber für deinen Eintrag. Jetzt konnte ich mir mal wieder Gedanken um verdrängte Dinge machen.

Reinhauen....

14.10.2020 22:42 • x 3 #276


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ClaraFall

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Puh .. Dro.filme sind wie zuviel getrunken haben? das nenne ich mal hübsches relativieren.

Ich finde: überhaupt kein Vergleich! Egal nun ob Weisses, Schnelles, Pappiges oder Mush . Null Vergleich zu mega krass besoffen sein. Aber ist halt ziemlich individuell. Unter Alk. wollte ich nie fliegen, nie Mario Kart auf dem Mörsenbroicher Ei spielen noch hatte ich Verfolgungswahn, der mich in die Psych brachte. ( bin seit 19 Jahren Dro-Frei .. aber daran werde ich mich mein Leben lang erinnern)

-/-/-/-/

Wenn es an dir liegen würde, auszuflippen oder zuzuhören - würdest du es nicht einfach machen? Also zuhören?

Ich glaube so easy ist das nicht mit dem freien Willen.


Bestes!

14.10.2020 23:51 • x 1 #277


Verbrannt

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Du hast absolut Recht. Der Vergleich hinkt "etwas" . Ich wollte es nur versuchen es verständlich zu machen....Eine Panikattacke verständlich zu machen. Man kann es aber nur schwer bis gar nicht erklären und das ist auch gut so. Mario Kart und fliegen sind hier schon ehr die passenden Beispiele für Dro.konsum. Unter Alk. wollte ich auch nicht von einem Balkon springen.

Streicht den Vergleich einfach. Alk. ist jedoch auch eine der schlimmsten Dro. mit hohem Elendspotenzial. Jede Form von Dro. sollte klar gemieden werden. Genau aus deinen Gründen nehme ich auch seit langen Jahren keine mehr (Stimmen hören, Paranoide Gedanken uvm). Und man vergisst leider wirklich nichts davon. Da hast du auch Recht. Einen Vollrausch vergisst man, einen Horrorfilm nicht. Ich bin Fan von gar nichts und glücklich sein. Jedoch trinke auch ich selten Alk. in Maßen, obwohl ich das Elend vor Augen habe.

Im Grunde liegt es ja an mir nicht auszuticken, nur muss ich eben genau das lernen. Der freie Wille lässt mir da ja eben die Wahl. Oder ich werde vom freien Willen verarscht und merke es erst jetzt durch deinen Beitrag....? Mal sehen.

15.10.2020 09:08 • x 2 #278


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ClaraFall

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Ich bin da ja echt eher nei Schopenhauer hängengeblieben. Ich kann zwar machen was ich will .. aber eben nicht wollen, was ich will.

Für mich völlig plausibel. Denn mein Wille ist eben nicht unabhängig vom Außen.

Aber verarschen will dich niemand;)

Bestes in euren Tag.

15.10.2020 09:25 • x 1 #279


Verbrannt

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Oh Mann, wenn ich meine letzten Einträge lese...

Ich bin im Moment echt wieder neben mir. Konzentration geht gegen Null. Motivation so bei zwei. Depression so fünf ?

Ich verausgabe mich nach wie vor ständig und akzeptiere mein neues "ich" nicht. Einen Tag gebe ich zuviel Gas und stürze mich nach der Therapy in die Arbeit. Dann fühle ich mich großartig und drehe voll auf.
Am anderen Tag ist der Akku dann komplett leer. Es folgt die Episode mit Vorwürfen, Zukunftsängsten, Wut und Selbstzweifeln. Nachdem ich mich dann aus dem Bett geschält habe, laufe ich verpuzzelt durch die Gegend und finde keinen Ansatz mehr für eine Struktur.

Ich muss lernen kleine Schritte zu gehen, dass fällt mir so schwer. Diese Energie kommt und geht. Ich habe Angst die Tage an denen diese da ist ungenutzt verstreichen zu lassen.

Etwas Erkenntnis, leider hatte ich diese bereits und stehe wie jeden Tag irgendwie wieder am Anfang. Wünsche mir insgeheim einfach endlich die Kündigung zu bekommen, damit diese Episode in meinem Leben endlich vorbei ist.

@dnd Ich bin gerade ziemlich verplant und konnte deinem Beitrag eigentlich gar nicht richtig folgen, da ich mir nicht die nötige Zeit für deinen wichtigen Beitrag genommen habe. Sorry.

Ich geh jetzt was machen. Eine schöne Woche allen.

Gestern 09:10 • #280

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