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Ständig übernehme ich mich

Marylu

Marylu

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Nun bin ich schon lange im Forum und habe noch nie einen Treath eröffnet. Heute ist es nun ist es so weit.
Mir geht es sehr oft so, dass ich mich, wenn es mir gut geht, übernehme. Ich nehme Arbeitsaufträge an, bin viel unterwegs, treffe mich mit Freunden. Erst wenn meine Stimmung schlechter wird oder ich eine innere Unruhe, Schlafprobleme habe, merke ich, es war Mal wieder zu viel. Kennt das jemand von euch? Wenn ja, was tut ihr dagegen? Ich habe schon versucht, mir Wochenpläne zu schreiben, aber dann geht es mir super und ich denke, dass schaffst du schon.
Ich freue mich auf eure Beiträge.

23.07.2022 21:00 • x 8 #1


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Mit180gen0

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Huhu,
Ich kenne es nur ein wenig und erst seit kurzem.

Aber dennoch habe ich eine Idee für dich. Du könntest ja Sachen machen und unterwegs sein, aber du solltest dabei Pausen machen und vielleicht so etwas wie Grenzen setzen.
Vor meinem Burnout konnte ich an einem Tag 24 Dinge erledigen. Das geht heute nicht mehr.
Ich gehe also nur an einer Stelle shoppen, nicht an 2 oder 3, wie früher.

Wenn du also merkst, dass du heute schon 2 Sachen vorhast und noch eine spontan dazwischen grätscht, dann muss halt Schluss sein.
Oder, wenn du aber noch weiter machen möchtest, machst du eine Pause.
Für mich es dann sogar perfekt, mich hinzulegen, Füsse hoch, kurz mal nix.

Der Clou ist, eine Pause zu machen, BEVOR du sie dringend brauchst.

23.07.2022 21:08 • x 2 #2



Hallo Marylu,

Ständig übernehme ich mich

x 3#3


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Catalie

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Hi Marylu,

Ich kenne das auch. In guten Zeiten bin ich sehr leistungsfähig, ehrlich gesagt ist es dann oft sogar so, dass ich eine gewisse Portion Stress fast wie genieße. Es macht mir Spaß auch mehrere Dinge zeitgleich anzupacken. Auch mache ich mir selbst Druck, nach dem Motto, jetzt wo es gerade läuft, musst ich ganz viel schaffen, weil ich schon die nächste antriebslose Phase vor mir wähne, dass es so natürlich pures Gift ist und mich förmlich in das Loch trieb konnte ich lange nicht in Zusammenhang bringen. Wie du habe ich es mit Wochenplänen versucht und bin gescheitert, weil ich z.B. montags A, B, C auf dem Zettel hatte, es dann so gut lief, dass ich noch schnell oder zwischendurch mit Y und Z angefangen habe. Dienstag wäre dann D, E, F dran und auch da schnell noch dies, schnell noch jenes. Und das waren nicht nur anstrengend Pflichtaufgaben, auch schönes, wie Kaffee trinken mit Freunden war dabei, aber eben trotzdem zuviel.
Ich kann mich @Mit180gen0 nur Anschließen, es kommt gar nicht so sehr darauf an Aktivitäten zu planen, ich musste lernen auch Pausen zu planen und diese dann auch einzuhalten. Es hilft mir... Auch bin ich mittlerweile besser darin geworden nicht zuviel zusätzlich zum geplanten zu erledigen. Ich habe mir außerdem für jeden Tag ein X eingeplant, also Zeit für eine Zusätzliche Aufgabe/Aktivität, die ich spontan dazu nehmen darf, weil die Zeit eben im Plan schon berücksichtigt ist.

23.07.2022 21:35 • x 2 #3


Marylu

Marylu

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Liebe mit 180gen0 und liebe Catalie, vielen Dank für eure Beiträge, ich finde es entlastend, dass es nicht nur mir so geht. Ja, das ist es, eine Pause einlegen, bevor man sie braucht. Habe mir auch schon einen Zettel über den Schreibtisch gehangen.
Auch ich mag den positiven Stress und muss mich regelrecht zwingen inne zu halten. Aber das ist, wie vieles andere auch, eine Übungssache. Sicher hat es damit zu tun, dass wir uns über das Tun und Machen definieren.
Ich werde Mal versuchen auch Pausen einzuplanen. Mal sehen, wie es gelingt. Danke für eure Ideen. Ich freue mich über weitere Beiträge

23.07.2022 21:57 • x 1 #4


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Jedi

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Ständig übernehme ich mich heißt es bei Dir @Marylu .
Hast Du Dich mal damit schon einmal auseinandergesetzt, warum Du es so machst ?
Was steckt in diesem ständigen Übernehmen ?
Was könnte der tiefe Grund dafür sein ?

Diese Fragen kamen mir so in den Sinn

23.07.2022 22:11 • #5


Marylu

Marylu

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Ja, lieber Jedi, habe ich. Zum einen wird es sicher daran liegen, dass ich denke, viel machen zu müssen, nicht faul sein zu dürfen und zum anderen liegt es sicher daran, dass es bei meinen Eltern immer sehr beschaulich regelrecht langweilig zu ging. Als Jugendliche bin ich dann ausgebrochen, war Tag und Nacht unterwegs, hatte 1000 Dinge vor. Nun bin ich dabei ein gutes Mittelmaß zu finden. Wie geht es euch damit?

24.07.2022 02:13 • x 2 #6


ohneFunktion

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Zitat von Marylu:
Kennt das jemand von euch? Wenn ja, was tut ihr dagegen?

Kenne ich seeeehr gut.
Was ich dagegen mache?
Üben, rechtzeitig zu merken, dass es zu viel ist. Bin darin aber eher schlecht...

Zitat von Mit180gen0:
Der Clou ist, eine Pause zu machen, BEVOR du sie dringend brauchst.

Stimmt.

Zitat von Catalie:
Es macht mir Spaß auch mehrere Dinge zeitgleich anzupacken.

Ja. So geht es mir auch.

Zitat von Catalie:
z.B. montags A, B, C auf dem Zettel hatte, es dann so gut lief, dass ich noch schnell oder zwischendurch mit Y und Z angefangen habe.

Jaaaa. Genau so.

Zitat von Marylu:
nicht faul sein zu dürfen

Das ist bei mir auch ein riesen Thema.

24.07.2022 03:29 • #7


Marylu

Marylu

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Liebe Ohne Funktion, da sind wir ja schon ein paar Gleichgesinnte. Vielleicht können wir uns ja von unseren Erfolgen und Misserfolgen beim Üben berichten

24.07.2022 04:44 • x 1 #8


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Stromboli

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Liebe @Marylu
Du beschreibst da etwas, was ich vor dem grossen Stopp (ich nenne das jetzt mal so, was das Leben vor 10 Jahren gemacht hat) auch meisterhaft konnte. Ca ab 30 bis etwa 45 ging es mir sehr gut und ich war enorm leistungsfähig. Dann begann das zu bröckeln, aber die Zeichen wollte oder konnte ich lange nicht sehen. Mehr und mehr erlebte ich dann auch dieses mich übernehmen. Wenn sich die Signale der Überforderung erst leise meldeten, verschloss ich Augen und Ohren davor und machte weiter bis zur Erschöpfung, sie mussten also zuerst richtig laut werden.
Nachdem dann nichts mehr ging (und ich muss ehrlicherweise sagen, das war fast die Voraussetzung), lernte ich allmählich, Stresssignale rechtzeitig wahr- und ernstzunehmen. Ich höre dann auf oder verlangsame oder mache eine Pause, je nach Situation.
Geholfen haben mir dabei die Erkenntnisse zur Hochsensibilität. Dadurch bekam die Überforderung quasi einen Rahmen, sie wurde plausibel.

24.07.2022 07:40 • x 5 #9


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Mit180gen0

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@Stromboli
Zitat von Stromboli:
Erkenntnisse zur Hochsensibilität

Das lese ich hier in diesem Forum das erste Mal.

Bist du hochsensibel? Wie hast du es herausgefunden?

Ich bin erst kürzlich darüber gestolpert, dass es so etwas überhaupt gibt und hatte einen ziemlichen aha-Effekt. Allerdings habe ich diesbezüglich noch keinerlei Strategien gelernt, außer meiner Flucht. Weg hier, wenn es laut wird und auch noch schlimm riecht...

24.07.2022 08:12 • x 2 #10


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Stromboli

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@Mit180gen0
Ja, bin ich. Davon erfahren habe ich vor etwa 8 Jahren, als ich irgendwo bei Freund Google mal auf ein Buch gestossen bin, zart besaitet von Georg Parlow. Sehr empfehlenswert. Ich las darin und hatte viele Aha-Erlebnisse. Aha, das ist ja gar kein Defizit, was ich über 50 Jahre lang für eines gehalten hatte - sondern Ausdruck meiner Wesensart und eigentlich eine Ressource. Usw.
Hier im Forum habe ich schon öfter darüber gelesen, ich glaube, es existiert sogar ein eigener Thread dazu, der allerdings schon länger nicht mehr aktiv ist. Jedenfalls gibt es hier mit Sicherheit viele Hochsensible. Denn, das war auch eine meiner Erkenntnisse, hochsensible Kinder reagieren viel eher mit psychischen Erkrankungen auf schwierige Kindheitserfahrungen wie Vernachlässigung, Misshandlung usw. als normalsensible Kinder. Ich setze das in Anführungszeichen, weil ich diese Zweiklasseneinteilung auch für problematisch halte, so einfach entweder oder ist es nicht. Aber es scheint erwiesen, dass es einen Anteil der Bevölkerung gibt, 15-20% (übrigens bei höher entwickelten Tieren auch), der ein nachweislich deutlich differenzierteres Nervensystem hat als die anderen 80-85%. Und der sich in einer förderlichen Umwelt enorm entfalten und geniale Talente ausbilden kann, umgekehrt aber eben auch schwere Schäden davonträgt, wenn er eine Umwelt antrifft, die seine hochsensible Wesensart ablehnt oder ignoriert.
Übrigens sind die Hochsensiblen in der Klientel von Psychiatern und Psychotherapeuten weit überproportional vertreten, ca. 50%, als dreimal mehr als von ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung zu erwarten wäre.

24.07.2022 08:26 • x 5 #11


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Jedi

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Zitat von Marylu:
Zum einen wird es sicher daran liegen, dass ich denke, viel machen zu müssen, nicht faul sein zu dürfen

Das hast Du ja schon gut für Dich erkannt.
Ich weiß, dass gerne Slbstfürsorge u. die eigenen Grenzen achten, oft mit Müsiggang , gar Faulheit u. Bequemlichkeit
verwechselt wird.
Da laufen so alte Programme in einem ab, die erst überwunden werden wollen !
Mir persönlich hilft die Achtsamkeit - Achtsamkeit in den ganz normalen Alltag zu integrieren.
Achtsam auf meine Selbstfürsorge zu schauen - achtsam im Umgang mit mir u. achtsam meine Grenzen
zu achten u. sie auch gegen Außen nicht verletzen zu lassen !
-----
Zitat von Marylu:
zum anderen liegt es sicher daran, dass es bei meinen Eltern immer sehr beschaulich regelrecht langweilig zu ging.

Ich weiß ja nicht , wie es zu Hause bei euch war u. wie Du beschaulichkeit definierst.
Beschaulich zu leben, bedeutet für nicht nicht langeweile, sondern kann auch bedeuten, seine Grenzen zu kennen,
villt. auch unbewusst u. dann das Leben danach auszurichten. (war jetzt so ein pers. Gedanke von mir).

Ich kenne Menschen, die brauchen immer Aktion u. Drama u. übernehmen sich nicht selten dabei.
Wenn es mal bei ihnen gemächlicher zugeht, fallen sie in eine Unzufriedenheit.
Erkennen dabei nicht, dass Körper-Geist u. Seele nicht immer auf 100% laufen können u. es eine Phase
geben muss, wo Energie wieder aufgefüllt wird. (So wie das Smartphone, was auch immermal wieder
an die Steckdose muss).

24.07.2022 12:46 • x 2 #12


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aurora333

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Liebe @Marylu ich möchte mich meinen Vorschreiben anschliessen, obwohl ich persönlich in Sachen Machen mich selten im Leben übernommen habe. Weil auch ich zur Gattung der Hochsensiblen gehöre , und jeweils Zeit zum Verdauen grad bei wichtigen menschlichen Begegnungen brauchte , lernte ich früh mein Sozialprogramm zu dosieren.. Wenn ich das versäumte, konnte ich mich nicht mehr gut spüren, wurde ähnlich wie @Stromboli es erlebte an einem gewissen Punkt gezwungen worden mir Zeit und Platz für mich ein zu räumen.

Doch ich lernte (auch beruflich) einige Menschen kennen, die sich permanent übernahmen. Man könnte auch sagen, sich der immer stärker werdenden Leistungsgesellschaft anpassten. Ohne dass das ihnen selbst bewusst war.

So sagten mir damals schon in den Spielgruppen, bei denen ich als junge Mutter mit meinen beiden Kleinen auch Teil nahm, andere Mütter, dass sie zwar mit ihren Kindern voll ausgelastet wären, doch wenn sie es wagen würden ihren wenigstens Teilzeitjob aufzugeben , würden sie sich schämen und vor dem Bekannten- und Verwandtenkreis mit Kritik rechnen müssen. Das hörte ich dann noch lange, auch wenn Frauen zum Teil behinderte Kinder hatten. Doch auch von Männer bekam ich immer wieder zu hören, wie sehr sie sich über ihre Leistung/Karriere definieren. Als seien sie so viel wert wie sie arbeiten. Dazu gehört vielleicht der beschönigende Ausdruck von Depression...Burnout ( man hat zu viel geleistet also mit positivem Unterton).

Leider wird dieses Leistenmüssen auch ins Privatleben weiter gezogen. So gehörte es bei vielen Leuten ( ausser sie konnten es sich finanziell nicht leisten) zum guten Ton, dass man mindestens zwei Mal jährlich in die Ferien - wenn möglich in exotische Regionen - verreist um dann beim Büro- oder Kaffeeklatsch mir Speziellem zu trumpfen. Ohne das jetzt verallgemeinern zu wollen, und im Wissen, dass Reisen in andere Regionen auch den Horizont erweitern können ( also nichts dagegen), fürchte ich, dass es bei manchen ein Muss ist. Auch hier im Forum las ich ab und an von Usern, denen es in den Ferien schlecht ging ( die Ferien waren für sie schon lange im Vorfeld aus x Gründen weniger Freude als Stress), die jedoch nie auf die Idee gekommen wären, Ferien abzusagen oder zu verschieben. Das schien wie ein No-Go.

Lange Rede kurzer Sinn: ich denke wir alle sind mehr oder weniger ( bewusster oder unbewusster) dem Diktat der Leistungsgesellschaft unterworfen: Ich mache, also bin ich. Und die hat ihre eigenen Regeln und Vorstellungen , wie Menschen zu sein haben. Also machen viele aus der Not eine Tugend, bzw. spüren selbst die zum Teil totale Überforderung nicht mehr. Bevor ihnen eben dann die Depression freundlicherweise eine Bremse setzt. Andere (nicht selten) bekommen einen Herzinfarkt und sind dann unter Umständen ganz befreit. In Deinem Fall würde ich sagen, dass Du insofern Glück im Unglück hast, dass etwas in Dir immer wieder STOP sagt , und Dich damit zwingt vermehrt zu Dir selbst zu schauen, Zeit und Energie für Deine Person frei zu machen. Ich weiss ja, und las es heute auch wieder bei Dir, Du bist auf einem guten Weg. Weiter so liebe @Marylu

24.07.2022 13:35 • x 4 #13


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maya60

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Zitat von Marylu:
Mir geht es sehr oft so, dass ich mich, wenn es mir gut geht, übernehme.

Liebe Marylu, mein Thema!
Nicht einfach mit geringer Belastbarkeit, ist heute auch mein TB-Thema!

24.07.2022 13:57 • #14


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Rocker

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Wichtig ist, dass du dir öfters mal Auszeiten nimmst. Einfach mal 15 - 20 Minuten ausklinken aus dem Alltag und vom Stress. Ich habe gut Erfahrung gemacht, indem ich mir auf YouTube Entspannungs- bzw. Meditationsvideos anhöre. Schau einfach mal nach Videos von Anika Henkelmann, die sagen mir persönlich am meisten zu, da sie eine sehr angenehme Stimme hat.
Wichtig ist, dass du dir öfters mal Auszeiten nimmst. Einfach mal 15 - 20 Minuten ausklinken aus dem Alltag und vom Stress. Ich habe gut Erfahrung gemacht, indem ich mir auf YouTube Entspannungs- bzw. Meditationsvideos anhöre. Schau einfach mal nach Videos von Anika Henkelmann, die sagen mir persönlich am meisten zu, da sie eine sehr angenehme Stimme hat.

24.07.2022 17:08 • x 1 #15


Marylu

Marylu

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Lieber Jedi, liebe aurora, lieber Rocker, liebe Maya, vielen Dank für eure lieben Beiträge. Ich bin bei manchen Dingen, denke ich, schon ganz gut dabei, z.B., dass ich nicht mehr als 30 Stunden arbeite und viel mehr Pausen als früher einlege, nur ab und zu kommt es mir abhanden, bzw. fällt es mir schwer es anderen gegenüber zu kommunizieren. Entspannungsübungen sind auch eine sehr gute Idee, die ich mehr etablieren könnte.
Es ist wirklich wahr, dass sich sehr viel über Arbeit, Karriere, viel arbeiten, viel verdienen definiert wird, schon der Begriff: Er hat es geschafft, sagt es ja deutlich. Da muss ich echt sagen, so schlimm es ist, depressiv zu sein, da habe ich schon eine Menge gelernt. Habt einen schönen Abend.

24.07.2022 20:03 • x 5 #16


Marylu

Marylu

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Hallo Ihr Lieben,
heute habe ich es geschafft, Mal auf mich zu hören. Wir haben hier im Burgenland eine längere Fahrradtour gemacht. Die Berge sind zwar nicht so hoch, wie im nördlichen Teil Österreich, aber es waren schon einige dabei. Mein Mann, sehr sportlich, ist natürlich ohne Probleme die Berge hoch gekommen. Ich bin öfter abgestiegen und habe geschoben. Alles ganz in Ruhe und nach meinem Tempo. Für meinen Mann war es o.k., aber selbst wenn nicht, hätte ich mich nicht verausgabt. Auf das eigene Tempo hören und sich demnach verhalten ist so wichtig. Dieses wahrzunehmen, möchte ich weiter üben. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht, dass es euch gut oder weniger gut gelang, euch nicht zu übernehmen? LG

Gestern 19:13 • x 2 #17


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aurora333

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Gratuliere liebe @Marylu

Ja, ich habe auch schon solche Erfahrungen gemacht. Sie sind sehr befriedigend.

Gestern 20:06 • x 1 #18



Hallo Marylu,

x 4#19


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Kitten

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Hallo Marylu
Ich möchte auch gerne noch meinen Beitrag zu diesem Thema dazu schreiben, ich finde es wirklich interessant und betrifft auch die meisten von uns.
Viele haben ja schon sehr wertvolle Inputs mitgeteilt

Zitat von Marylu:
Es ist wirklich wahr, dass sich sehr viel über Arbeit, Karriere, viel arbeiten, viel verdienen definiert wird, schon der Begriff: Er hat es geschafft, sagt es ja deutlich.

Genau, das ist eine Tatsache und Merkmal unserer heutigen Gesellschaft. Ich persönlich denke, dass da noch viel von unseren Vorfahren, der Generation Eltern oder Grosseltern mitspielt. Das Nichtstun war früher halt sehr verpönt bzw. gab es gar nicht. Die harte Arbeit betraf fast alle Menschen der Generationen vor uns. Dieser an sich falsche Ansatz, dass nur wer arbeitet, auch etwas leistet oder etwas wert ist, hält sich leider bis zu unserer Generation. Darum haben auch so viele Betroffene von psychischen Krankeiten ein massiv schlechtes Gewissen, wenn sie nichts mehr leisten können, obwohl sie gerne möchten.

Und dann gibt es auch noch die Menschen in meinem Alter (+/- 40), die nonstop unter Strom sind und fast arbeiten bis zum Umfallen und das Privatleben auch völlig durchgeplant haben. Nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen! Da spielen dann wohl andere Mechanismen im Körper derjenigen ab.
Für mich wäre das der absolute Horror, sowohl bei mir, als auch bei meinem Partner.
Ich selber habe in den letzten Jahren gemerkt und es auch akzeptiert, dass ich einfach nicht mehr das leisten kann, was ich früher konnte, noch bis vor 10 Jahren. So brauche ich selber für mich sehr viel Zeit. Ich bin froh, dass ich diese Zeit nehmen kann und mich zurückziehen kann. Ich mag sehr gerne Freunde treffen in der Freizeit, doch maximal 2-3x pro Woche. Dann sage ich mir, das ist genug und plane an den restlichen Tagen auch nichts ein. So habe ich für mich ein sehr gutes Gespür entwickelt, wenn es zu viel ist und ich wieder vermehrt Ruhe benötige.

Ich wünsche dir sehr, dass auch du künftig die Anzeichen für Ruhe früher bemerkst und dann entsprechend reagieren kannst. Nicht erst, wenn du dich bereits übernommen hast.
Die Erkenntnis hast du ja bereits gewonnen, so bist du auf einem sehr guten Weg!

Vor 24 Minuten • #19

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