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Antriebslosigkeit und ständig müde wegen Depression

JaninaZ-87

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Hallo Ihr Lieben. Ich bin seid heute neu hier im Forum und sehr verzweifelt :cry:

Ich bin auf der Suche nach gleich/ähnlich gesinnten und Austausch, vielleicht auch hilfreichen Austausch.

Jetzt erstmal zu mir: Mein Name ist Janina ,bin 30 Jahre. Ich leide seid meinem 13 Lebensjahr immer wieder unter Depressionen.
Meine Diagnosen sind heute: Borderline, Mayor Depression, Postraumatische Belastungsstörung, Bornout.
Ich bin jetzt 30 Jahre. Die schweren Depressionen fingen bei mir vor ca. 5 -6 Jahren an.
Ich liege seid ca. 2 ahren über die Hälfte der Woche nur im Bett wegen ständiger Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Energielosigkeit, und das ständige verlangen nach schlafen. Ich schlafe dann auch mal 2-3 Tage ca. 13 bis 18 Stunden täglich. Nur zur Toilette gehen und zum essen komme ich aus dem Bett. Ich schaffe es nicht wach zu bleiben. Ich schlafe nicht durch. Sondern wach und schlafen im Wechsel im Bett. Wenn ich versuche wach zu bleiben,leide ich unter den oben genannten Symptomen. Das halte ich nicht aus den Zustand,deshalb gehe ich wieder schlafen. Depressionen habe ich während dessen auch. Traurigkeit, Unlust, Verzweiflung, schlechte Laune. Auch immer mal wieder Suizidgedanken. Aber nur Gedanken. Die begleiten mich immer wieder mal in meinem Leben seid meiner Pubertät.
Ich nehme seid meinem 13 Lj. immer wieder und verschiedene Psychopharmarka bis heute. Ohne Erfolg auf Dauer. Immer wieder kammen die Symptome wieder zurück.
Jetzt nehme ich Elontril, Abilify und Modafinil. Die sollen Antriebssteigend und antidepressiv wirken. Die Medis sollen stark sein laut Psychiater. Die haben auch erst ganz gut gewirkt und mir geholfen 3 Monate lang und dann kam die Müdigkeit und Depressionen zurück.

Jetzt sitze ich wieder so endlos verzweifelt hier. Meine ständige Müdigkeit und das Verlangen nach schlafen ,mehr als die Hälfte der Woche und die begleitende schwarze Wolke/ Depressionen immer wieder dabei. Die Antriebslosigkeit, Kraftlosigkeit , fühle mich oftmals wie benommen/ Kreislauf Probleme während der Phase.

Die Ärzte haben mich auch querbeet Untersucht und nichts gefunden. Von Blutbild, EEG, EKG ,Schilddrüse ect.

Ich bin so traurig und verzweifelt und komme nicht voran. Ich würde Alles geben um einfach nur gesund und glücklich jeden Tag sein zu können!

Aber meine Depressionen lässt es nicht zu. Falls es noch zu Depressionen gehört. Dieses Schlaf Verlangen und die ständige Müdigkeit, Trägheit, Niedergeschlagenheit fast täglich.
Manchmal fühlt es sich schon an wie Schlafsucht oder sowas?
Gehört es noch zu Depressionen, es ist ja schon seid ca. 2 Jahren so oder noch länger. Das "Bett" ist mein Zweitname.

Kennt jemand die Situation ?
Ich verzweifel so. So ein Fall wie ich gibt es anscheinend nicht so oft. In der Klinik wo ich war,war ich ein seltener Fall auch gewesen.

Ich freue mich über jeden ,jeglichen evtl. hilfreichen Austausch .

Liebe Grüße, Janina

27.10.2018 00:42 • #1


JuliaW

JuliaW

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Hallo Janina,

was Du an Symptomen beschreibst würde wahrscheinlich viele zum Verzweifeln bringen, vor allem auch, wenn von ärztlicher Seite keine Ideen da sind, worum es geht und wie sie Dir helfen könnten. Ich finde es bemerkenswert, dass Du nicht aufgibst und ich glaube, dass es möglich ist, an Deiner Situation schrittweise etwas zu verändern. Du tust etwas, was ich sehr wichtig finde: Du machst Dich auf die Suche, wünschst Dir Austausch und Anregungen und nimmst Dein Gesundwerden selbst in die Hand. Manchmal sieht man ganz lange kein Licht am Ende des Tunnels, doch irgendwann kommt ein kleiner Erfolg und darauf gilt es aufzubauen.

Ich schreibe Dir, weil ich zwischendurch längere Zeit mit Müdigkeit zu kämpfen hatte, allerdings bei weitem nicht in dem Ausmaß wie Du es beschreibst. Inzwischen habe ich die Müdigkeit so gut wie gar nicht mehr und ich führe es darauf zurück, dass ich mich mit körperlichen Zusammenhängen befasst und meine Bauchatmung wieder in Gang gebracht habe. Letztlich weiß ich nicht, ob das, was ich mir zusammengesucht habe an Informationen tatsächlich die Wende gebracht hat oder ob es etwas anderes war, doch Fakt ist, dass ich mich wieder sehr energiegeladen fühle und deshalb würde ich Dir gern davon erzählen, vielleicht ist ja irgendwas dabei, was Du hilfreich findest:

Unsere Körperzellen brauchen Sauerstoff, um aus der aufgenommenen Nahrung Energie gewinnen zu können (das nennt sich "Zellatmung").

Ich habe dann überlegt, ob ich nicht genügend Sauerstoff aufnehme und wie ich das ändern könnte. Dabei bin ich auf das Thema Bauchatmung und Brustatmung gestoßen. Bauchatmung sind lange tiefe Atemzüge, die viel Sauerstoff reinbringen und wir atmen so im Ruhezustand. Wenn wir uns erschrecken, hören wir auf in den Bauch zu atmen und atmen nur noch "oberflächlich" im Brustkorb. Anscheinend atmen viele Menschen so, die mit Depressionen und Ängsten zu tun haben. Diese Brustatmung kann zur Gewohnheit werden, was bei mir der Fall war (Hochatmung).

Meine These war deshalb, dass ich wegen der fehlenden Bauchatmung zu wenig Sauerstoff aufnehme, damit meine Zellen ausreichend Energie produzieren können und es darum geht, die Bauchatmung wieder in Gang zu bekommen. Das funktioniert inzwischen wieder weitgehend gut und ich fühle mich energiegeladen und leistungsfähig (und arbeite derzeit noch an anderen Symptomen, um auch die in den Griff zu bekommen...). Die Sauerstoffaufnahme ist allerdings nur ein Aspekt der Atmung, es gibt noch weitere relevante Punkte. Falls Dich das interessiert, gibt es hier einen guten Einstieg in das Thema: Sensomotorische Körpertherapie - Die normale Atmung mit weiterer Verlinkung zu Formen der Fehlatmung und deren Auswirkungen.

Ich habe länger gebraucht, um mir das so zu erklären und eine Lösung finden zu können. Das schreibe ich vor allem deshalb, weil ich Dir Mut machen will, dass es abseits der "ausgetretenen Pfade" vielleicht noch andere Möglichkeiten gibt und es sich lohnt auf die Suche zu gehen - so wie Du es gerade machst. Es gibt viele Menschen, die sehr verzweifelt sind, auch weil sie schon viel probiert haben und nichts zu funktionieren scheint. Das kann einen zermürben und irgendwann siegt die Hoffnungslosigkeit und das kann ich verstehen. Und gleichzeitig habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, sich umzuschauen, sich auszutauschen, neue Möglichkeiten zu suchen und auszuprobieren. Ich möchte Dich bestärken diesen Weg weiterzugehen.

Liebe Grüße,
Julia

27.10.2018 09:58 • x 2 #2


JaninaZ-87


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Hallo Liebe Julia.
Erstmal vielen, vielen Dank für deine Zeit um so ein großartigen Text mir zu schreiben. Das schätze ich sehr. Deine Hilfe, Anregungen und Informationen verhelfen mir zum Nachdenken. Ich werde mir den Link einmal anschauen. Es interessiert mich und ich schaue überall hin was mir vielleicht helfen könnte.

Ich habe meist das Gefühl, das ich zu wenig Sauerstoff im Kopf habe.
Ich spüre das richtig. Das beklemmende,
das benommen und benebelt sein,so erkläre ich es mal vom Gefühl her.

Vielen lieben Dank dafür.
Liebe Grüße, Janina

27.10.2018 10:26 • #3


Sonne1121

Sonne1121

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@JuliaW Hast du zur Atmung ein Buch das du empfehlen kannst?

27.10.2018 15:30 • #4


JuliaW

JuliaW

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Hallo liebe Janina,

sehr gern geschehen. Ich hoffe und wünsche Dir sehr, dass diese Anregungen Dir in irgendeiner Art weiterhelfen und vielleicht neue Möglichkeiten eröffnen.

Vielleicht ist es tatsächlich so, dass Du zu wenig Sauerstoff im Kopf hast. Du selbst bist der Experte Deines Körpers, Du lebst ja schließlich in und mit ihm und beobachtest und erlebst, was in Dir vorgeht. Ich bin ein Freund davon, die eigenen Beobachtungen ernst zu nehmen und ich bin ein Freund davon, auf Symptom-Ebene zu schauen. Diagnosen sind ja oft ein Bündel von Symptomen, es ist wie eine Schublade, in die wir reinsortiert werden, wenn man jedoch genauer schaut, dann sind wir alle einzigartig und haben einzigartige Symptom-Ausprägungen. Eine Diagnose - oder wie bei Dir mehrere Diagnosen - wirken so unglaublich komplex. Da steht man davor und fragt sich: Wo soll ich anfangen? Wenn man es jedoch herunterbricht auf einzelne Symptome wie Du es mit der Müdigkeit getan hast, dann fällt es leichter, Ansatzpunkte zu finden.

Du hattest auch eine posttraumatische Belastungsstörung erwähnt. Mit dem Thema Trauma habe ich mich ebenfalls intensiver auseinander gesetzt. Wenn Du magst, könntest Du hierzu ein wenig mehr schreiben, vielleicht fällt mir auch dazu noch was ein? Da fände ich relevant: Wie erlebst Du das selbst? Woran merkst Du das? Was passiert in Deinem Körper? Hast Du schon eine Therapie in der Richtung gemacht und wenn ja, was war daran hilfreich? Nur wenn Du magst und es für Dich nicht zu belastend ist.

Liebe Grüße,
Julia

27.10.2018 17:54 • #5


JuliaW

JuliaW

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Hallo liebe Sonne1121,

zur Atmung habe ich kein Buch, was ich empfehlen kann. Ich hatte dazu viel im Internet recherchiert und mir auch einige Bücher gekauft, doch nichts gefunden, was ich umfassend hilfreich gefunden hätte. Es waren alles Bücher, die das Thema jeweils nur aus einem bestimmten Blickwinkel beleuchteten. Möglicherweise gibt es inzwischen so ein Buch und wenn nicht, wäre es an der Zeit, dass jemand es schreibt. Ich kann dem Ansatz der sensomotorischen Körpertherapie (siehe oben) viel abgewinnen, weil es dort nicht darum geht, Atemtechniken zu lernen, sondern die Muskulatur von der Verspannung zu befreien, die eine freie Atmung behindert. Falls mir noch was einfällt, melde ich mich.

Vielleicht kannst Du Deine Fragestellung auch noch etwas konkretisieren, vielleicht fällt mir dann was ein?

Liebe Grüße,
Julia

27.10.2018 18:00 • #6


JaninaZ-87


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Zitat von JuliaW:
Hallo liebe Janina, sehr gern geschehen. Ich hoffe und wünsche Dir sehr, dass diese Anregungen Dir in irgendeiner Art weiterhelfen und vielleicht neue Möglichkeiten eröffnen. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass Du zu wenig Sauerstoff im Kopf hast. Du selbst bist der Experte Deines Körpers, Du lebst ja schließlich in und mit ihm und beobachtest und erlebst, was in Dir vorgeht. Ich bin ein Freund davon, die eigenen Beobachtungen ernst zu nehmen und ich bin ein Freund davon, auf Symptom-Ebene zu schauen. Diagnosen sind ja oft ein Bündel von Symptomen, es ist ...


]Hallo liebe Janina, sehr gern geschehen. Ich hoffe und wünsche Dir sehr, dass diese Anregungen Dir in irgendeiner Art weiterhelfen und vielleicht neue Möglichkeiten eröffnen. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass Du zu wenig Sauerstoff im Kopf hast. Du selbst bist der Experte Deines Körpers, Du lebst ja schließlich in und mit ihm und beobachtest und erlebst, was in Dir vorgeht. Ich bin ein Freund davon, die eigenen Beobachtungen ernst zu nehmen und ich bin ein Freund davon, auf Symptom-Ebene zu schauen. Diagnosen sind ja oft ein Bündel von Symptomen, es ist ...[/quote]
[quote]
Hallo Liebe Julia,

Thema Postraumatische Belastungsstörung:
Bei mir fing es schon früh in der Kindheit an. Meine Mutter und Vater haben mich immer als nervig gesehen und abgeschoben. Meine Mutter hat immer rum geschrien, war oft agressiv und mich öfters geschlagen. Mein Vater war nie da.Meine Eltern trennten sich als ich 5 war.Liebe habe ich kaum gespürt bei meiner Mutter zu mir.
Mein 13 Lebensjahr habe ich Tabletten geschluckt, da fingen meine Depressionen an und konnte nicht mit umgehen. 2 Tage Jugendpsyschiatrie. Meine Mutter holte mich nach 2 Tagen auf eigen Verantwortung u. ohne Therapie raus.

Mit 13 Schwanger und abgetrieben. Erste Beziehung 3 Jahre, Körperlich Gewalttätig war er immer wieder zu mir.

Mit 15 Lj. musste ich ausziehen, selbständig war ich dann in einer eigenen Wohnung.
Mit 16 meine Tochter bekommen. Bei der Geburt schwere Wochenbettdepression/Psychose 6 Monate gehabt. Konnte mich nicht ums Kind kümmern.
Ausbildung wegen Depressionen abgebrochen wegen Depressionen.


Mit dem 21Lj. Selbsverletzung/ Selbstmordgefahr,musste in eine geschlossene Psychiatrie für 3 Tagen, dann wieder raus ohne Therapie.

Mit 23 Jahren einen Sohn bekommen. Wochbettdepression/Psychose 6 Monate bis zu 1 Jahr hing ich darin. Konnte mich nicht um meinen Sohn kümmern.
Beziehung 3 Jahre, Emotionale Abhängigkeit von ihm. Immer wieder körperliche Gewalt von Ihm.Auch ich wurde ich irgendwann Gewalttätig zu ihm. Gegenseitige Gewalt . Am Ende der Beziehung hat er Gefängnisstrafe bekommen. Wegen schwerer Körperverletzung und versuchte Vergewaltigung an mir .

Mit 24 Jahren hat mich dann ein langjähriger Freund meiner Mutter Vergewaltigt. Ich war schwer betrunken und weiss nur wenig davon aber ich wolte es auf jeden fall Niemals.Den Mann habe und wollte ich nicht anzeigen. War mir zu viel Psyschisch.


Mit 24 dann endlich einen Mann kennen gelernt und glücklich. Keine Gewalt mehr.

Jetzt 30 Jahre und seid ca. 5 Jahren Depressionen . Seid ca. 3 Jahren Depressionen, ständige Müdigkeit, und ständig schlafen zu müssen. 3-4 Tage die Woche 13std bis 18std.

Seid meinem 13Lj. bis zu meinem 30Lj immer wieder verschiedene Psychopharmarka ausprobiert und keine dauerhafte Erfolge. Viele schwere Nebenwirkungen.

28.10.2018 00:13 • #7


JuliaW

JuliaW

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Hallo liebe Janina,

danke für Deine Offenheit und Dein Vertrauen. Ich hoffe, dass das nicht zu viel wieder aufgewühlt hat... Du hast da eine Menge Themen am Start und gleichzeitig scheinst Du schon Veränderungen hinbekommen zu haben, wenn Du sagst, dass Du inzwischen mit einem Mann glücklich bist und es in der Beziehung keine Gewalt mehr gibt. Das muss man in so einer Situation erstmal schaffen!

Ich will mich hier nicht als Hobby-Psychologe betätigen, deshalb werde ich mich auf das konzentrieren, was ich aus eigener Erfahrung als hilfreich empfunden habe. Eine Frage habe ich vorab: Habe ich das richtig verstanden, dass Du bisher keinerlei Therapie gemacht hast und stattdessen bisher nur mit Psychopharmaka behandelt wurdest?

Zum Thema Trauma:
Was weißt Du darüber? Ich bin auf das Thema aufmerksam geworden, weil ich auf Alltagssituationen reagierte, als ob der steinzeitliche Säbelzahntiger hinter mir her wäre. Ich war im Dauerstressmodus und suchte nach Möglichkeiten, um mein Nervensystem wieder beruhigen zu können. Genau darum geht es beim Trauma: Ein Mensch erlebt eine Situation, in der er sich überfordert fühlt, und schafft es danach nicht diese nervliche Erregung zu einem natürlichen Abschluss zu bringen.

Diese nervliche Erregungskurve ist etwas, was dauernd in uns allen abläuft. Die normale Abfolge ist: Auslöser - (nervlicher) Erregungsanstieg - Regulation von innen oder außen - Abklingen der Erregung. Übrig bleibt eine Erinnerung, die uns nicht belastet. Doch das gelingt eben nicht immer und wenn sich diese Situationen mehren, kann das irgendwann zu einem Trauma bzw. einer posttraumatischen Belastungsstörung führen. Bei manchen reicht ein einziges Erlebnis (z.B. Krieg, schwerer Unfall, Vergewaltigung), das nennt sich "Schocktrauma" und ist sehr offensichtlich. Bei anderen ist es eine langsame Entwicklung, viele kleine Ereignisse, die den Erregungspegel des Nervensystems Stück für Stück höher drehen, das nennt sich "Entwicklungstrauma". Inzwischen gibt es mehrere Therapieformen, die es ermöglichen, das Nervensystem von diesen Traumata zu befreien und wieder mehr ins Gleichgewicht zu kommen. Und das lohnt sich, denn das ermöglicht wieder eine ganz andere Lebensqualität und bietet die Basis dafür, andere Symptome anzugehen, sofern sie dann noch vorhanden sind.

Ich habe mit verschiedenen Techniken aus der Traumatherapie gute Erfahrungen gemacht und konnte mein massiv überlastetes Nervensystem schon deutlich wieder herunterfahren. Ich kann also aus eigener Erfahrung sagen, dass es möglich ist, diese körperlichen Erinnerungen Stück für Stück zu neutralisieren. "Selbstregulation" kann man auch im Nachhinein lernen.

Zum Thema Trauma habe ich an anderen Stellen im Forum schon ausführlich was geschrieben (allerdings mit dem Fokus Angst/Panikattacken). Falls Dich das interessiert:


    Beispiel für Trauma-Entstehung und "Regulation von innen und außen": Leide unter Angstzuständen und Panikattacken, Beitrag # 2

    Verschiedene Informationen zu "Selbstregulation": Leide unter Angstzuständen und Panikattacken, Beitrag # 4

    Trauma-Therapieformen inkl. Links (weiter unten): Leide unter Angstzuständen und Panikattacken, Beitrag # 5

Gerade im Bereich Trauma gibt es Möglichkeiten, um die Trauma-Symptome zu überwinden. Mir hatte es schon mal sehr geholfen, darüber zu lesen und die Zusammenhänge zu verstehen und mit "Somatic Experiencing" (siehe verlinkter Beitrag zu Trauma-Therapieformen) konnte ich am meisten anfangen.

Ich habe probiert es kurz zu halten. Frag gerne, wenn Dich was interessiert.

Liebe Grüße,
Julia

28.10.2018 12:19 • x 1 #8


JaninaZ-87


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Hallo liebe Julia.
Nein, das hat bei mir nicht zu viel aufgewühlt. Ich kann mitlerweile damit Umgehen und drüber sprechen.
Ich habe ambulant keine Therapie gemacht . Ich war schon Teilstationär und Voll stationär in Kliniken. Aber sonst nicht. Psychopharmarka habe ich seid 13Lj. verschrieben bekommen.

Ich weiss nicht viel über Traumas. Ich empfinde mich nervlich im Dauerstress. Auch wenn ich nichts mache und nur liegen würde beispielsweise. Ich fühle mich nervlich täglich überfordert.
Danke für die ganzen interessantem Links über das Thema.

Lg, Janina

28.10.2018 16:50 • #9


eMKay

eMKay

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Hallo Janina,

ich kenne das mit der Müdigkeit nur zu gut. Für mich ist es in den ganz schlimmen Phasen auch ein extremster Kampf gegen die Müdigkeit. In der schlimmsten Zeiten habe ich auch kaum noch gegessen, weil ich es einfach nicht geschafft habe, aufzustehen und in Küche zu gehen um auch nur eine Kleinigekit zu essen. Schlafen, ein Schluck Wasser und wenn es zu "dringend" wurde, dann bin ich auch mal ins Bad. Ansonsten war das Bett / alternativ das Sofa mein bester Freund. Dann kamen die Ärzte auf die eigentlich gute Idee, mit etwas gegen die Müdigkeit zu verschreiben. Das wirkte aber genau anders herum.

Eigenlich bin ich ein sehr aktiver Mensch. mindestens fünf mal die Woche Sport, meine YouTube-Kanäle betreuen, Ehrenamt bei roten Plus, Motorrad fahren und, und, und. Das alles ging gar nicht mehr. Mittlerweile hat sich das ganz bei mir wieder zum Guten geändert.

Ich glaube, dass es bei mir irgendwann der Punkt war, dass ich mein Leben zurück wollte. Es kam dann endlich der Tag, wo mir dieser Zustand "Bett = Wohnzimmer" zu viel wurde. Ich habe mich dann gezwungen, aufzustehen und rauszugehen. Es waren erstmal nur kleine "Ausflüge". Die wurde dann langsam größer. Und mit diesem Rantasten habe ich angefangen die Müdigkeit zu überwinden. Und dann konnte ich Schrittweise auch anfangen wieder die Sachen zu machen, die gut für mich sind. Aikido, Karate, Laufen und meinen YT-Kanal gegen Depression weiterführen. Da habe ich übrigens auch ein mal einen Beitrag erstellt, wie man sich wieder ans "raus gehen" rantasten kann. Vielleicht ist der für dich hilfreich.

Ich weiß nur zu gut, dass der Weg aus so einer Müdigkeit ungeheuer schwer ist. Es ist ein Kampf, aber er ist zu gewinnen. Natürlich weiß ich auch, dass diese positiven Worte so unendlich weit weg erscheinen, wenn es gerade nicht gut geht. So geht es mir ja auch immer, wenn ich gerade wieder schlimm unten bin. Aber im Nachhinein weiß ich, dass es funktioniert hat.

Liebe Grüße und alles Gute
eMKay

08.11.2018 11:28 • x 1 #10


JaninaZ-87


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Zitat von eMKay:
Hallo Janina,

ich kenne das mit der Müdigkeit nur zu gut. Für mich ist es in den ganz schlimmen Phasen auch ein extremster Kampf gegen die Müdigkeit. In der schlimmsten Zeiten habe ich auch kaum noch gegessen, weil ich es einfach nicht geschafft habe, aufzustehen und in Küche zu gehen um auch nur eine Kleinigekit zu essen. Schlafen, ein Schluck Wasser und wenn es zu "dringend" wurde, dann bin ich auch mal ins Bad. Ansonsten war das Bett / alternativ das Sofa mein bester Freund. Dann kamen die Ärzte auf die eigentlich gute Idee, mit etwas gegen die Müdigkeit zu verschreiben. Das wirkte aber genau anders herum.

Eigenlich bin ich ein sehr aktiver Mensch. mindestens fünf mal die Woche Sport, meine YouTube-Kanäle betreuen, Ehrenamt bei roten Plus, Motorrad fahren und, und, und. Das alles ging gar nicht mehr. Mittlerweile hat sich das ganz bei mir wieder zum Guten geändert.

Ich glaube, dass es bei mir irgendwann der Punkt war, dass ich mein Leben zurück wollte. Es kam dann endlich der Tag, wo mir dieser Zustand "Bett = Wohnzimmer" zu viel wurde. Ich habe mich dann gezwungen, aufzustehen und rauszugehen. Es waren erstmal nur kleine "Ausflüge". Die wurde dann langsam größer. Und mit diesem Rantasten habe ich angefangen die Müdigkeit zu überwinden. Und dann konnte ich Schrittweise auch anfangen wieder die Sachen zu machen, die gut für mich sind. Aikido, Karate, Laufen und meinen YT-Kanal gegen Depression weiterführen. Da habe ich übrigens auch ein mal einen Beitrag erstellt, wie man sich wieder ans "raus gehen" rantasten kann. Vielleicht ist der für dich hilfreich.

Ich weiß nur zu gut, dass der Weg aus so einer Müdigkeit ungeheuer schwer ist. Es ist ein Kampf, aber er ist zu gewinnen. Natürlich weiß ich auch, dass diese positiven Worte so unendlich weit weg erscheinen, wenn es gerade nicht gut geht. So geht es mir ja auch immer, wenn ich gerade wieder schlimm unten bin. Aber im Nachhinein weiß ich, dass es funktioniert hat.

Liebe Grüße und alles Gute
eMKay


Hallo , ich bin wirklich erfreut, einen kennen zu lernen, der mal ähnlich Probleme hatte wie ich. Der mich versteht. Da es anscheinend nicht so viele von so einem Störungsbild gibt.

Ich bin wirklich sehr froh das es dir wieder besser geht und du es geschafft hast daraus zu kommen. Ich würde es mir nicht mehr wünschen, das Menschen die sowas haben, daraus zu kommen.

Ich hoffe das ich es irgendwie, irgendwann schaffe. Momentan bin ich sehr verzweifelt.
Warst du in einem Schlaflabor deswegen gewesen? Ich nicht. Aber ich denke in sowas geht man auch in Schlaflabor.

Lg. Janina

10.11.2018 02:51 • #11


eMKay

eMKay

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Hallo,
in einem Schlaflabor war ich nicht. Es war bei mir wirklich diese permanente Abgeschlagenheit un die fehlende Kraft.
LG eMKay

13.11.2018 09:53 • #12


Pilsum

Pilsum

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Hallo JaninaZ,

wenn Du seit Deinem 13. Lebensjahr immer wieder mal unter Depressionen leidest, ist das sicher extrem belastend.
Wie lang sind die Zeiten, in denen es Dir zwischendurch besser geht?
Zitat:
Ich liege seid ca. 2Jahren über die Hälfte der Woche nur im Bett wegen ständiger Müdigkeit, Antriebslosigkeit,
Energielosigkeit, und das ständige verlangen nach schlafen


Wenn ich die Beschreibung von Deinem Lebensweg lese, finde es doch total verständlich,
dass Du unter Antriebslosigkeit leidest.
Zitat:
Die Ärzte haben mich auch querbeet Untersucht und nichts gefunden.


Wenn Du körperlich offensichtlich gesund bist, dann könnte es sein, dass Du eine
reine psychische Belastungsstörung hast.

Wie ging es Dir in jungen Jahren? Was für ein Mädchen warst Du, bevor Deine Depressionen anfingen?

Zitat:
Bei mir fing es schon früh in der Kindheit an. Meine Mutter und Vater haben mich immer als nervig gesehen und
abgeschoben. Meine Mutter hat immer rum geschrien, war oft aggressiv und mich öfters geschlagen.


Kann es sein, dass ein Teil Deiner Depressionen daher kommt?
Wenn Du immer nervig warst, dann wirst Du stark nach Liebe und Verständnis gesucht haben.
Deine Mutter konnte Dir die Liebe, die Du brauchtest aber nicht geben.
Schlimm war dann noch, dass sie Dich für Dein Verlangen nach Liebe vermutlich noch bestraft hat, weil sie
nicht verstanden hat, was Du von ihr wolltest.

Kann es so sein, wie ich es beschreibe?

Zitat:
Mein 13 Lebensjahr habe ich Tabletten geschluckt, da fingen meine Depressionen an und konnte nicht mit umgehen.
2 Tage Jugendpsychiatrie. Meine Mutter holte mich nach 2 Tagen auf eigene Verantwortung u. ohne Therapie raus.


Ich habe den Eindruck, Deine Mutter hat Dir ziemlich geschadet. Wie siehst Du das?
Was für ein Verhältnis hast Du heute zu ihr?

Zitat:
Ich würde Alles geben um einfach nur gesund und glücklich jeden Tag sein zu können!


Eine sehr gute Einstellung von Dir. Du wirst einiges verbessern können.
Solch eine schwere Phase, in der Du nun bist, kannst Du aber nicht einfach so
abstreifen, wie man eine Jacke auszieht.

Lässt Du Dich noch therapeutisch beraten?

Bestimmt gibt es jedoch viele Möglichkeiten für Dich, die Tage wieder angenehmer zu leben.

Viele Grüße

Bernhard

07.12.2018 11:08 • #13


Fjölnir

Fjölnir

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Hallo Janina,
Ich kenne die von dir beschriebene Situation recht gut. Auch in meiner Diagnose sind Borderline und Depressionen zu finden.
Die ständige Müdigkeit begleitet mich durch den Tag und macht die Arbeit zur grossen Belastung. Es ist zwar nicht jeder Tag wie der andere, doch unterm Strich überwiegt die Müdigkeit. Wann ich das letzte mal eine Nacht durchgeschlafen habe weiss ich nicht. Ist schon ne ganze Weile her.
Es ist ein absoluter Teufelskreis: Müdigkeit, dadurch ist man unausgelastet, es fehlt die Selbstbestätigung da man ja nichts auf die Reihe bekommt, man fühlt sich dadurch minderwertig, resigniert und weil man ja eh nichts produktives zustande bekommt kann man auch gleich im Bett bleiben.... und dann ist jetzt auch noch die dunkle Jahreszeit die es ja nicht gerade besser macht.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen dass es mir ein wenig hilft mich mal über eine gewisse Zeit einfach durch den Tag zu kämpfen, dem Bedürfnis nach Schlaf nicht nachzugeben sondern dann lieber abends beizeiten ins Bett, noch ein Buch zur Hand nehmen und dann zu einer bestimmten Zeit auf die Seite drehen und schlafen. Natürlich auch morgens zu einer bestimmten Zeit raus und zur Arbeit. Einfach das eine Struktur da ist und der Körper sich an diese gewöhnt. In den meisten Fällen ist das nämlich der Knackpunkt. Aber selbstverständlich weiss ich natürlich auch dass Theorie und Praxis zwei verschiedene paar Schuhe sind und es leichter geschrieben als umgesetzt ist. Wollte auch nur meine eigene Erfahrung mitteilen.

Liebe Grüsse
Micha

09.12.2018 06:09 • #14


Ex-Mitglied

Zitat von Fjölnir:
Die ständige Müdigkeit begleitet mich durch den Tag und macht die Arbeit zur grossen Belastung. Es ist zwar nicht jeder Tag wie der andere, doch unterm Strich überwiegt die Müdigkeit. Wann ich das letzte mal eine Nacht durchgeschlafen habe weiss ich nicht. Ist schon ne ganze Weile her.


Das geht mir auch schon lange so - noch bevor die Diagnose Depression gestellt wurde.
Im Nachhinein war klar das ich schon mindestens 20 Jahre vorher Depressionen hatte. Nur hatte ich bei vielen Sachen einfach gedacht das ist normal - das machen andere Menschen auch so.
Ich kannte es einfach nicht anders.

Aber wegen der Müdigkeit habe ich schon vor der Diagnose immer mein Ärzte genervt und alles möglichen Säfte, Spritz- und Trinkkuren die Jahre bekommen die aber nicht geholfen haben.

Jetzt geht es die nächste Zeit ins Schlaflabor - mal schauen ob die etwas finden.
Aber Ratschläge kann ich leider nicht anbieten. Aber das mit der Atmung hört sich interessant an - da werde ich mich auch mal einlesen - darum vielen Dank für den Anstoß .

09.12.2018 11:51 • #15




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