50

Pflegegrad bei schwerer Depression

Funnycat

Funnycat
Mitglied

38
4
40
Hallo in die Runde,

hat schon jemand Erfahrungen mit einem Pflegerad bei schweren Depressionen?

Mein Mann ist schon über ein halbes Jahr in einer schweren depressiven Phase.
Er will morgens nicht aufstehen, legt keinen Wert auf Körperhygiene.
An- und Auskleiden interessiert ihn nicht.
Dieses geschieht alles nur, wenn ich ihm helfe, oder es komplett übernehme.

Tagesstruktur ist keine vorhanden. Essen oft nur mit Nachdruck.
Keinerlei selbstständige Tätigkeiten. Er schläft über Tag viel und geistert nachts herum.
Er nimmt nicht an Gesprächen teil, zieht sich nur zurück.

Haushalt wird nur noch durch mich erledigt.
Einkaufen, Ämterkram, Ärzte, Apotheke, usw. mache ich auch alleine.

Das war jetzt die Kurzfassung.

Sein Psychiater hat uns empfohlen einen Pflegegrad zu beantragen.

Würde mich freuen, wenn ich mich mit euch austauschen könnte. Vielleicht hat jemand Erfahrungen in ähnlicher Situation?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!

LG, Funnycat

x 2 #1


34 Antworten ↓
L

Lionlady
Mitglied

Beiträge:
4
Danke erhalten:
1
@Albarracin

Vielen Dank für deine Antworten. Ja stimmt, ich öffne auch Briefe meist nicht, und finde die nicht wieder. Bis es Mahnungen hagelt.
Meine Wohnung ist auch nicht grade ordentlich, ich finde oft vieles einfach nicht mehr wieder, hier scheint ein schwarzes Loch zu sein, wo alles verschwindet.

Lt. Sozialverband kommt es nur auf bestimmte Module an, Pflegegrad werde ich demnach nicht erreichen.

Was soll mein Arzt denn alles in einen neuen Bericht schreiben? Ich denke, er wird das machen.

Ich finde es unfassbar alles. Meine Mutter humpelt an Krücken, beide Hüften und Kniegelenke wurden vor Jahren ersetzt, Wirbelsäule Schrott (nicht mehr zu operieren), bekommt auch keinen Pflegegrad, abgelehnt, Widerspruch läuft da auch.
Bekannte meiner Mutter haben Pflegegrad 3, eine organtransplantiert, die andere hat Copd.
Die putzen täglich ihre Wohnung, waschen Wäsche, laufen täglich in sämtliche Discounter um Schnäppchen zu suchen... (und packen das Pflegegeld alles aufs Sparkonto, wohl fürs nächste Leben)

Achja, und in meinen Gutachten steht: Mir wird empfohlen Entspannungsmethoden zu erlernen.... Haha, hatte ich in 2 Kliniken, nach Jacobson.
Stellen Sie sich einen schönen Ort vor, z.B. einen Strand mit Palmen. Nacheinander Muskeln im Körper anspannen, und beim Ausatmen wieder lockern. Aber mir half das nie....
Klar weiß ich wie das geht. Aber dann bleib ich doch weiterhin im Bett liegen, wie soll mich das motivieren?

Ach, es ist echt alles Mist....

29.07.2020 10:27 • x 1 #26


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Hallo Funnycat,

Pflegegrad bei schwerer Depression

x 3#3


Alexandra2

Alexandra2
Mitglied

Beiträge:
8976
Themen:
16
Danke erhalten:
13335
Moin @Tinka87,
Dein Psychiater kann ambulante psychiatrische Pflege verordnen, bis eine Entscheidung der Pflegeversicherung gefällt ist. Anbieter ambulanter psych Pflege beraten auch über Hilfen für die Haushaltsführung. Schau mal online, wer Beratung anbietet, zB A S B
Dachverband Gemeindepsychiatrie
https://www.dvgp.org › dateienPDF
Psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP)
Ich weiß nicht, ob die Pflegeversicherung bei Grad 1-2 mit psych Einschränkungen "nur" Geldleistungen erbringt (wie bei körperlichen Erkrankungen) und Du Dir selbst jemanden suchen musst.

Außerdem kann ich Dir Eingliederungshilfe empfehlen. Die Therapie dort hat mir wieder auf die Beine geholfen. Das ist langfristig angelegt. Manche machen auch Hausbesuche, wenn man nicht kommen kann. Notfallkontakt gibt es auch. Ich lerne mit der Eingliederungshilfe mit meinen Erkrankungen zu leben und auch meinen Haushalt zu bewältigen.
Eingliederungshilfe steht Menschen mit psych Erkrankungen zu, die einen Gdb haben. Den hast Du ja beantragt.
Als Tipp für das Gespräch mit dem MDK kann ich Dir einen selbst verfassten Bericht eines typischen Tagesablaufes empfehlen. Schreib Dir einen Stück für Stück auf. Z. B. Wie schwer das Aufstehen ist, Körperpflege wegen Erschöpfung, Antriebslosigkeit etc nur in Etappen möglich ist. Wenn Du das exemplarisch für einen Tag machst, gibt das einen deutlichen Einblick.
Liebe Grüße Alexandra

12.07.2023 08:05 • x 1 #31


Zum Beitrag im Thema ↓

Alle Antworten:


Alexandra2
Hallo Funnycat,
Bekommt Dein Mann Behandlung in Form von Medikamenten und aufsuchender Psychotherapie?
Liebe Grüße Alexandra

x 1 #2


Funnycat
Zitat von Alexandra2:
Bekommt Dein Mann Behandlung in Form von Medikamenten und aufsuchender Psychotherapie?


Hallo Alexandra2,

ja, alles genannte. Wobei Psychotherapie zurzeit nicht möglich ist. Er ist teilnahmslos.

LG, Funnycat

#3


bones
Dann würde ich ihn in die Psychiatrie einweisen lassen,damit ihm geholfen wird und du in Ruhe dich um den Kram kümmern kannst.
Hat die Ärztin nicht gesagt,wo du es beantragen kannst?

x 2 #4


Alexandra2
Seid Ihr in der medikamentösen Suchphase und habt noch nicht das wirksamste Medikament gefunden?
Ich habe Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass Dein Mann Pflege bekommt und dadurch in seiner Passivität unterstützt wird. Es gibt dann keinen Anlass, selbst aktiv zu werden. Soweit ich das verstanden habe, steht er auf zum Nachmittag, und es spricht ja nichts dagegen, dann Körperpflege zu betreiben.
Sobald es ihm besser geht, kann er Stück für Stück aktiver werden. Vielleicht ist für ihn ambulante Sozialpsychiatrie hilfreich?
Die kommen auch, wenn es einem so schlecht geht.
Für die Pflegeberatung kannst Du einen Termin bei einem Psychiatrischen Pfegedienst machen und erfahren, welche konkrete Unterstützung beinhaltet ist.
Und es ist wichtig, daß Du an Dich denkst. Mache etwas Schönes möglichst regelmäßig für Dich.
Viele liebe Grüße Alexandra

x 4 #5


Albarracin
Experte

x 7 #6


Albarracin
Experte

x 4 #7


Funnycat
Hallo an euch,

vielen lieben Dank für die vielen Gedanken die ihr euch macht, und die vielen Antworten!

Ich schreibe jetzt mal eine kurze Zusammenfassung:
Mein Mann ist nicht Eigengefährdend. Somit gibt es keinen zwingenden Grund für eine Einweisung.
Er möchte lieber daheim sein, da ihn der Stationsalltag im Moment zu sehr überforderten würde.
Das können sein Psychiater und ich gut nachvollziehen.
Medikamentöse Therapie ist gesichert. Müsste nur endlich mal greifen.

Bei dem Pflegegrad geht es vorwiegend um meine Entlastung.
Ich habe auch Depressionen und bin schnell überfordert.
Da ich meinem Mann gerne ermöglichen möchte zuhause zu bleiben, benötige ich Unterstützung.
Ich bräuchte jemanden der mir im Haushalt unter die Arme greift und eventuell auch einfache pflegerische Tätigkeiten übernehmen kann.

Wir haben den Pflegegrad schon bei der Pflegekasse beantragt und warten nun auf Nachricht vom MDK.

Vielen lieben Dank nochmals für eure wertvollen Tipps!

LG, Funnycat

x 4 #8


bones
Zitat von Funnycat:

Ich schreibe jetzt mal eine kurze Zusammenfassung:
Mein Mann ist nicht Eigengefährdend. Somit gibt es keinen zwingenden Grund für eine Einweisung.
Er möchte lieber daheim sein, da ihn der Stationsalltag im Moment zu sehr überforderten würde.
Das können sein Psychiater und ich gut nachvollziehen.
Medikamentöse Therapie ist gesichert. Müsste nur endlich mal greifen.


Es muss kein eigengefährdung liegen,um in eine Klinik zu geh'n. Es geht mehr darum, dass sein Zustand nicht gut ist. Klar ist es zu Hause am ruhigsten. Die Frage ist aber, ob das was dein Mann macht, Sinn macht. Sich in seiner eigenen Welt zu kämpfen in purer verzweiflung,wo die Mauer nicht durchbrecht werden kann,weil die Depressionen sehr schwer sind. Es ist erstmal sicher zustellen,dass er medikatös wieder stabil wird und dann langsam wieder tagesstruktur hinzubekommen, das sollte das Ziel sein,was zu meistern ist.das wird man zu Hause nicht hinbekommen. Dies gescheht nur in professioneller hand.
Auch stelle ich mir die Frage, warum sollte sein Psychiater das nachvollziehen können?

x 1 #9


Dakota
Finde ich eine sehr gute Idee @funnycat. Drücke die Daumen, dass Ihr bald Unterstützung habt. Ich sehe es wie Albarracin.

x 1 #10


S
Vielleicht wäre eine psycho-somatische Reha die erste und beste Option.
Dort würde man entscheiden, wie es mit deinem Mann weitergeht, oder weitergehen könnte.

Nach meinem letzten Stand, kann "man" ohne Reha nicht viel erreichen. Dort wird nach Arbeitsfähigkeit entschieden, und nach Nachfrage sicherlich auch der Pflegegrad durch einen Casemanegement, nach Nachfrage und Aufforderung diesen einzuschalten, entschieden.

Versucht es doch einfach mal.
Viel Erfolg!

Viele liebe Grüße,

Sanni

x 2 #11


Funnycat
Hallo @all,

@bones, ich hatte ja geschrieben, dass kein zwingender Grund für eine Einweisung vorliegt. Das ist nicht zu vergleichen mit der Entscheidung freiwillig in eine Klinik zu gehen.
Er möchte nicht in die Klinik. Das heißt nicht, dass er ohne Klinikaufenthalt nicht professionell unterstützt wird. Das wird er.

Es geht hier um meine Entlastung. Für meinen Mann ist bestens gesorgt.

@dakota, vielen lieben Dank für dein Verständnis!

@sanni, leider kommt für ihn eine Rehabilitation nicht infrage, da er momentan nicht rehafähig ist.
Die Krankenkasse würde vermutlich ablehnen und die Rentenversicherung ist nicht mehr zuständig, da er EM-Rentner ist.

Hat eventuell jemand Erfahrung mit Pflegegrad bei Depressionen? Vielleicht in einer ähnlichen Situation?

Mich würde interessieren welcher Pflegegrad vergeben wurde.
Wie viel Stunden eine Putzfrau für die 125 Pflegezusatzleistungen im Monat helfen kann.
Welche Möglichkeiten es noch gibt Hilfe zu bekommen, also im Haushalt, bzw. in der Pflege.

Seid alle lieb gegrüßt

x 1 #12


S
Versucht einfach eine Reha.

Da ich selber im Krankenhaus tätig bin, geht es über ein Krankenhaus wirklich sehr zügig.
Versorgst du deinen Mann momentan alleine? Gibt es einen ambulanten Pflegedienst ?
Versuche deinen Mann wegen eines gesundheitlichen Problemes ins Krankenhaus einweisen zu lassen. Anders geht es scheinbar nicht.
Wir erleben es täglich!
Z.B Zähne ex, usw usf. Offene Wunden usw.

Dann würde es, auf deinen Antrag, sofort über die Pflegedienstüberleitung laufen.
Eine stationäre Reha wird in den meisten Fällen angestrebt und auch genemigt.

Versuche es es, bitte.

Für dich und für deinen Partner

x 1 #13


S
Sonst informiere dich über seine Krankenkasse.

x 1 #14


A


Hallo Funnycat,

x 4#15


Dakota
Sag mal @Sanni liest Du eigentlich Funnycats Beiträge? Sie hat deutlich etwas dazu gesagt und das sollte respektiert werden!
Jeder weiss am besten, was für einen selbst richtig ist und gut. Wir sind hier alle keine Therapeuten und ich persönlich denke, dass es auch niemanden zusteht, einer anderen Person hier vehement Dinge zu empfehlen. Niemand hat die Weisheit mit dem Löffel gefuttert.
Funnycat ich drück weiterhin die Däumchen und vielleicht finden sich noch Leute, die schonmal so einen Pflegegrad bei Depression hatten.

x 2 #15

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag