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Morgentief bei Depressionen - was dagegen tun?

Octavian

Octavian

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Hallo ihr Lieben,

Vielen vielen Dank für eure mutmachenden Zeilen, ich weiss das zu schätzen!

Nachdem ich in der vergangenen Woche kaum einen meiner (nicht so zahlreichen) Termine wahrnehmen konnte, war ich heute mal wieder unterwegs. Eigentlich war Walking mit einem Freund geplant, aber wegen des Wetters haben wir das spontan in einen gemütlichen Ausflugsnachmittag mit Kaffee & Kuchen sowie anschliessendem leckeren Abendessen in einer einladenden Gaststätte am Main geändert. War eine sehr gute Entscheidung

Ja ich bin auch seit einiger Zeit auf der Suche nach etwas, das mich erfüllt. Noch scheine ich es nicht gefunden zu haben.
Habe schon Verschiedenes ausprobiert aber nie habe ich mich wirklich angesprochen gefühlt.

Auch beruflich hoffe ich so sehr auf eine Perspektive, ich habe allerdings so wenig Zutrauen zu meinen Fähigkeiten und Kenntnissen wie noch nie (obwohl diese fraglos vorhanden sind).

Ich bin in fachärztlicher Behandlung, nehme Mirtazapin, habe vor kurzem den Therapeuten gewechselt (weshalb ich jetzt leider noch eine Wartezeit überbrücken muss), nutze Akupunktur bei einem Heilpraktiker, habe bereits so vieles für mich selbst gemacht. aber das Gefühl mich immer stärker im Kreis zu drehen war noch nie so gegenwärtig.

10.03.2019 21:06 • x 2 #16


Octavian

Octavian


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Fühle mich oft einfach hilflos, sitze dann auf der Couch oder liege im Bett und kann keine Entscheidungen treffen, ganz schlimm. Und diese Einsamkeit, das macht mir sehr zu schaffen, fühle mich so alleine obwohl ich es subjektiv gesehen nicht bin (ich lebe zwar aktuell alleine habe aber 2 Geschwister und einige sehr gute Freunde).

Und an einen Wochenplan mit täglichen Aufgaben oder Pflichten ist momentan gar nicht zu denken. Ich bekomme ja schon Stress, wenn ich um 12 Uhr mittags endlich aus dem Bett komme und dann versuche noch halbwegs in den Tag rein zu finden.

Ist eine nette Idee mit dem Smiley und dem Frühstück, nur wäre das kein "offizieller Termin" und somit funktioniert das nicht. Ich weiss auch nicht.

Zum Glück habe ich morgen ein prob. Gespräch bei meinem Therapeuten, ich hoffe er kann mir helfen.

Für heute möchte ich ein DANKE
da lassen und wünsch euch eine erholsame & gute Nacht!

LG Octavian

10.03.2019 21:20 • x 4 #17


maya60

maya60

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Hallo @Octavian , alles, was du beschreibst, kenne ich als Depressions-Symptome und wenn die Depression heilt, ist die Wahrnehmung, das Denken und Fühlen und Handeln wieder anders.

Nimm es nicht als Persönlichkeitsmerkmale, sondern als Krankheitssymptome.

Wenn du extremen Eisenmangel hättest, mal als Beispiel, wärst du auch nicht kraftlos wegen mangelnder Disziplin, sondern als Symptom und würdest dich nicht hetzen, verurteilen.

Mit gebrochenem Fuß, andres Beispiel, würdest du dich auch nicht als fußfaul bezeichnen.

Alles braucht seine Zeit, hat nichts mit Fehlverhalten zu tun.

10.03.2019 22:29 • x 3 #18


Octavian

Octavian


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Hallo Maya60,

ja du hast völlig recht, mit gebrochenem Fuß würde ich mich nie als fussfaul bezeichnen.
Den gebrochenen Fuß sieht aber jeder, man muss sich nicht für die eingeschränkte Beweglichkeit rechtfertigen, es ist gesellschaftlich akzeptiert.

Etwas anders ist es bei der Depress. schon, musst du zugeben, richtig ?

Auch in der Öffentlichkeit darüber zu redet fällt mir nach wie vor nicht immer leicht, es gibt bei vielen Menschen noch immer Vorurteile und man wird oft vorverurteilt.

Dazu kommt, dass ich schon immer eine positive und "gesunde" Erscheinung war und bin, deshalb halten es vermutlich viele Menschen für übertrieben oder eingebildet wenn ich sage ich fühle mich sehr schlecht.

Und hier die gute Nachricht:
Ich habe es heute morgen geschafft etwas früher aus dem Bett zu kommen, so ca. 10 Uhr bin ich raus. Das freut mich sehr, morgen möchte ich dies wiederholen (vielleicht klappt's ja auch etwas früher). Drückt mir mal die Daumen.

Ich wünsch euch einen schönen Montag!

LG Octavian

11.03.2019 12:01 • x 2 #19


Axel61

Axel61

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Ich halte es auch nicht für sinnvoll öffentlich über eine Depression zu reden. Da besteht die Gefahr, dass man den Eindruck erweckt bemitleidet werden zu wollen. Die wichtigen Personen informieren: Ja. Aber lange darüber reden: Nein. Das geht nur mit 'Gleichgesinnten'. Deswegen sind wir ja hier. Du wirst von einem Nicht-Betroffenen nie wirklich Verständnis, sondern ur die Üblichen Tipps kriegen. Andererseits: Es gibt mehr Betroffene, als man so denkt, wenn man sich traut sich zu Outen.

Was Antriebsstörung betrifft: Da hilft bei mir kurzfristig nur Tabletten. Zum Glück sprechen die bei mir sehr schnell an. Zumindest mal bis jetzt. Man wird davon nicht gesund aber man funktioniert wenigstens.

11.03.2019 12:29 • x 2 #20


Juju

Juju

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Ich sehe es wie Axel. Wirklich nur den engsten Menschen das Problem der Depression erzählen und vielleicht auch schildern. Alles andere wäre auch zu viel erwartet. Ein Mensch, der diese Tiefs nicht kennt, der keine Probleme damit hat, der kann das einfach nicht nachvollziehen und darum kommen auch oft die Sprüche.
Da muss man die eigene Erwartungshaltung weit zurückschrauben. Ich finde, es muss ja auch nicht jeder wissen und man muss sich nicht jedem erklären.
Ich erwische mich selbst auch oft dabei, weil ich den Menschen um mich herum auch lieber gut gefalle, mit guter Laune und Stimmung und Fröhlichkeit in den RAUM bringe.
Aber es ist nunmal nicht mehr so. Also heute schon, aber an manch anderen Tagen eben nicht.
Das ist alles nicht tragisch.
Es kommt bei mir oft darauf an, wie viel Wert ich auf andere und ihre Meinung lege.

Schön, dass Du aus dem Bett gekommen bist.

11.03.2019 12:43 • x 2 #21


Octavian

Octavian


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Hallo,

in der vergangenen Woche habe ich es endlich geschafft, etwas früher aus den Federn zu kommen (zwischen 8 und 10 Uhr). Bis auf zwei "Ausreißer", bezeichnenderweise hatte ich keine "offiziellen" Termine an diesen Tagen.

Allerdings ist da nach wie vor dieses Gefühl, dass ich nichts mit mir und der Zeit die ich habe anfangen kann, selbst wenn ich etwas tue (zB Hausarbeit, Einkaufen, Spazierengehen) fühlt es sich für mich sinnlos und nicht richtig an.

Und wieder diese Einsamkeit.
Ich versuche etwas dagegen zu tun, aber es scheint als würde es nur schlimmer je mehr ich mich anstrenge und die Nähe zu anderen suche. Es ist schwierig für mich allein zu sein, hätte nie gedacht dass das mal so sein könnte.

Ich kann mir selbst auch seit einiger Zeit nichts Gutes mehr tun bzw gönnen, das hat früher oft geholfen wenn es mir besonders schlecht ging, zumindest kurzfristig. Auch dazu fehlt die Energie.

Zumindest habe ich mich durchgerungen ein paar Bücher zum Thema Selbsthilfe aus der Bücherei auszuleihen, die werde ich mir in den nächsten Tagen vornehmen.

Ich wünsche euch einen schönen Samstag!

16.03.2019 13:21 • x 1 #22


maya60

maya60

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Hallo @octavian, das könnten, so kenne ich das, Depressions-Symptome sein, diese Emotionen, diese Emotionsflachheit mit Sinnlosigkeit und diese Einsamkeitsgefühle. Grübel nicht drüber nach, sondern lasse dich ärztlich und psychotherapeutisch behandeln.

16.03.2019 13:29 • x 1 #23


Octavian

Octavian


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Hallo Maya60,

Danke für deine Antwort,
ich bin bereits seit einiger Zeit in Behandlung (ärztlich und psychotherap.), habe auch eine stationäre Behandlung (6 Wochen) hinter mir, aber habe seit ein paar Wochen den Eindruck dass ich mich im Kreis drehe und sich so gar nichts an meinem Zustand ändert. das macht mich mittlerweile ratlos und verbessert die Depression nicht gerade.

LG Octavian

16.03.2019 13:36 • x 1 #24


Alexandra2

Alexandra2

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Lieber Octavian,
Du hast mein Mitgefühl. Genau das, was Du schreibst, kenne ich seit 5 Jahren immer mal wieder. Ich werte das zähneknirschend als Streßreaktion. Wobei ich denke, woher kommt der Streß? Aus der Vergangenheit, aus der Vergangenheitsbewältigung, momentanem Bewerten (Mist, schon wieder, "ich sollte doch., warum habe ich nicht.) und Überforderung im Alltag.
Es gibt Tage, da ist selbst Kaffekochen Streß und es fällt mir sehr sehr schwer, das zu akzeptieren. Aber wenn ich dagegen angehe, verursache ich mir Streß.
Was hilft, Sehen und Konzentration/Aufmerksamkeit ist dann unmöglich, sind Hörbücher, Telefonate, Projekte in 30 Min. Takten zu bearbeiten (z.B. entrümpeln) und mehr Pausen, als Aktivitäten. Mich nervt sowas kolossal, aber achte ich nicht auf mich, geht's mir noch schlechter.
Es gibt sicher auch etwas, das Du tun kannst, um Dich zu beschäftigen- ohne in Streß zu verfallen.
Liebe Grüße
Alexandra

16.03.2019 13:41 • x 3 #25


maya60

maya60

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Das kenne ich auch so wie Alexandra und auch ich lenke mich dann ab, weil dann depressive Kreise ablaufen, die nicht weiterhelfen.
Stress kann schon für meinen Körper der Übergang der Jahreszeiten sein oder irgend ein Ungleichgewicht im Umfeld oder vermutlich auch in meiner Hirnchemie.

Aufs und Abs gibts ja bei jedem Menschen, ist sowas von normal, nur bei uns eh Depressiven wird´s dann gleich schmerzhafter und dauert länger.

Solange du gut in Kontakt mit deinen Ärzten und Therapeuten bleibst und hier im Forum in der Selbsthilfe, machst du das Richtige, egal, ob deine Emotionen dir was anderes erzählen.

16.03.2019 13:54 • x 2 #26


CeHaEn

CeHaEn

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Zitat von Octavian:
.selbst wenn ich etwas tue (zB Hausarbeit, Einkaufen, Spazierengehen) fühlt es sich für mich sinnlos und nicht richtig an.


Dabei sind diese Dinge sogar sehr sinnvoll. Einkaufen musst du, denn dein Kühlschrank füllt sich nicht von allein und ohne Duschzeug wird es schwierig mit der Hygiene. Deine Wäsche muss gewaschen und die Küche geputzt werden.
Das sind solche Sachen, die allgemein zur Verantwortung eines Erwachsenen gehören und für die meisten Menschen sind sie selbstverständlich. Diese Verantwortung berührt dazu noch einen ganz wichtigen Bereich: Deine Selbstfürsorge und damit auch deine Verantwortung für deine eigene Person.
Es geht schließlich nicht nur ums Überleben; satt sein und nicht krank werden - sondern auch ums Leben an sich. Eine saubere Umgebung ist angenehmer als ein Dreckloch. Leckeres Essen bereitet mehr Freude als ein nahrhafter aber geschmackloser Brei. Ein Spaziergang verschafft dir Bewegung und die Gelegenheit, interessante Dinge zu sehen.
Das mögen richtige Binsenweisheiten sein, aber über diese Selbstverständlichkeit verliert man mitunter den Blick für den Wert, der dahintersteckt.

16.03.2019 14:47 • x 3 #27


Liselotte

Liselotte

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Ich brauche morgens immer eine angenehme Stimme,
gibt da so verschiedene Meditationsvarianten für den Morgen auf youtube,
danach dann ein wenig Yoga im Bett,
erst im Liegen, dann im Sitzen,
Kaffee,
Dusche, zum Ende kalt, kann man langsam steigern, puuuh .
dann bin ich einigermaßen wach und kann entscheiden, wie es weiter geht.

16.03.2019 19:42 • x 2 #28


Axel61

Axel61

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Grade ist mir unter der Dusche was eingefallen , was ich mal teilen will, als Tipps:

1. Wechselduschen:
Regt den Kreislauf an und wenn das Wasser richtig kalt ist, kann man nicht mehr an Depression denken.
2. Singen:
Musik regt nachweislich die Gehirnaktivität an, auch wenn Sie schräg ist.
3. Lächeln:
Das entspannt die Gesichtsmuskulatur, und das sind eine ganze Menge Muskeln, die da verkrampfen, wenn man böse guckt . Es gibt Untersuchungen das die Entspannung der Gesichtsmuskeln tatsächlich zu einer Simmungsverbesserung und sogar Hormonausschüttung führt. Ich muss dann manchmal über mich selber Lachen . Lächeln führt auch zu einer bessern Befeuchtung der Augen. Ich mache das auch oft beim Autofahren, wenn mich jemand Ärgert. Baut sofort den Stress ab. Also ab un zu einfach mal: Cheeeeeese

Brobiert es einfach mal aus und verucht in Euch rein zu hören. Bei mir funktioniert es und ist besser als Trübsal *beep*.

17.03.2019 08:40 • x 2 #29


Leuchtturm765

Leuchtturm765

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Hallo ihr Lieben! Dieses nervige Morgentief kenne ich auch. Bei mir ist es aber eher so, dass ich bereits mit Herzrasen sehr früh aufwache, unruhig und panisch bin und trotz starker Müdigkeit nicht mehr einschlafen kann. In den Tag starten kann ich nicht. Es dauert bis Nachmittags bis sich das etwas gelegt hat. Abends ist es so, als wäre nie was gewesen.
Ich würde dann am liebsten den ganzen Tag im Bett liegen und versuchen, zu schlafen, aber ich muss mich irgendwie zur Arbeit quälen. Wenn ich frei habe, leg ich mich aufs Sofa, döse vor mich hin und schaue nebenbei TV. Zwischendurch gibt es auch gute Phasen, aber die schlechten kommen immer wieder.

18.03.2019 17:54 • x 1 #30




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