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Mobbing - ich finde keine Unterstützung für mein Recht

julienne

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Hallo,
vielleicht hab ich ja Glück und jemand hat einen Tipp für mich.

Um zu verstehen, welche Tragweite das Mobbing für mich hat, muss ich etwas weiter ausholen.
Nach S. Missbrauch in früher Kindheit, wurden vom Kinderarzt Maßnahmen getroffen, die mir schadeten. Da der Täter ein Nachbar war, musste ich mit meinen Eltern in einen anderen Stadtteil umziehen. Ich musste sechs Wochen ohne meine Eltern eine Kur auf einer Insel machen. In der Kur durchlebte ich harte Bestrafungen für Nichtigkeiten. Meinen Eltern wurde angeraten, das Thema Missbrauch nie wieder zu erwähnen. Ich hatte jedoch an dem Tag, als der Missbrauch meinen Eltern bekannt wurde, sehr oft gehört, dass der Mann ins Gefängnis käme.
Ich fühlte mich schuldig und alle Maßnahmen bestärkten mich darin, da ich sie als Strafe für meinen Verrat auslegte.

Wegen dieses Schuldgefühls, ging ich jedem Konflikt aus dem Wege - bloß keinen Streit, bloß niemandem die Laune verderben, bloß nicht auffallen . ich wollte stumm, dumm und hässlich sein, um nie wieder einen Mann in Schwierigkeiten zu bringen.

Einige Jahrzehnte später machten sich Panikattacken bemerkbar. Mit Hilfe von einem Therapeuten bekam ich es wieder in den Griff und konnte die wichtigsten Alltagspflichten - auf meine Weise - leisten.

Vor ein paar Jahren kehrte ich in meinen Beruf zurück und arbeitete als Verwaltungsbeamtin. Die Personalstelle sprach von einem Team. Klingt nett, dachte ich, so nach "fair" und "alle sind füreinander da" und so . Trotz mehrerer Standortwechsel traf ich an meiner neuen Dienststelle auf alte Kollegen und Kolleginnen, die ich noch von vor der Beurlaubung her kannte. Eine Kollegin darunter riet mir an meinem ersten Arbeitstag im Team: Hier kannst du niemandem trauen!
Beim ersten Kontakt mit dem Personalrat hörte ich den eindringlichen Rat: Niemals Gespräche mit dem Chef unter vier Augen! Vorsicht, wenn der Chef zu einem harmlosen Plausch ins Zimmer kommt und die Tür geschlossen wird!

Diese Warnungen verunsicherten mich sehr und die romantische Vorstellung von einemTeam verflog.

30.05.2018 00:53 • x 1 #1


julienne

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In den drei folgenden Jahren erfuhr ich von meinem Chef und der Personalstelle keinerlei Wertschätzung. Stattdessen wurde ständig nach Verhaltensauffälligkeiten gesucht, die einen Untersuchungsauftrag für eine Feststellung der Dienstfähigkeit rechtfertigen könnten. Ich musste mir Beleidigungen seitens meines Chefs anhören, die auf meine geistige Gesundheit abzielten. Im Kollegenkreis fiel auch auf, dass der Chef mich ständig auf dem Kieker hatte und ich darunter litt. Sie forderten mich auf, mich zu wehren. Doch ich wollte ja keinen Konflikt . ich wollte einfach nur meinen Job machen.
Eine Kollegin befeuerte mich immer mächtig, mir die Ungerechtigkeiten nicht gefallen zu lassen. Nachdem wir ein Jahr lang Wand an Wand gearbeitet hatten, traute ich mich, ihr von meinem Problem mit den Panikattacken zu erzählen. Sie erfuhr einiges aus meiner Lebensgeschichte. Nach einem Umbau wurden aus den Einzelbüros dann Doppelbüros. Die Kollegin freute sich nach eigener Aussage darauf, künftig mit mir in einem Zimmer zu arbeiten.

Nach fünf Tagen Zusammenarbeit nutzte sie meine Abwesenheit (Urlaub), um beim Chef vorzusprechen und anzugeben, dass eine weitere Zusammenarbeit mit mir unerträglich sei. Noch am selben Vormittag fand ein Gespräch mit ihr statt, an dem der Chef, die Personalstelle und Personalvertretungen teilnahmen. Fazit: 3 Tage später, an meinem ersten Arbeitstag, sollte ich eine Mail vorfinden, in der ich zum sofortigen Personalgespräch eingeladen werde. In dem Gespräch sollte mir dann mitgeteilt werden, dass ich raus bin.
Da auch meine Berufsbegleitung vom Integrationsfachdienst eine Einladung erhalten hatte, erfuhr ich von ihr noch in meinem Urlaub telefonisch von dem Tribunal, das mir bevorstand.

Dieser Verrat der Kollegin, die mich an den Chef ausgeliefert hatte, obwohl sie besser als kaum anderer die Zwistigkeiten zwischen ihm und mir kannte, riss mir den Boden unter den Füßen weg . Die Enttäuschung war so groß, dass ich direkt ins Loch fiel . kein Essen, kein Schlaf, aber 24 Stunden voller Adrenalinstrom . ich fühlte mich so elend, dass ich mich krankmeldete .

Das Tribunal konnte (vorerst) nicht stattfinden.

Fast sechs Wochen später erschien ich wieder zum Dienst. Mein Chef sagte mir, dass er NICHT mit mir über die Angelegenheit (Vorwürfe der Kollegin) sprechen will.
Diese Ablehnung traf mich vernichtend. Mir wurde die Chance verwehrt, mich zu verteidigen.

Es folgten 22 Monate Isolationshaft = Dienst in einem Büro, das sich abgeschottet von der bisherigen Abteilung befand; Kommunikationsverbot mit allen Kollegen und Kolleginnen; Telefonverbot; Verbot, an Dienstbesprechungen teilzunehmen; Diskriminierung bei der Arbeitszuteilung; Demütigungen; Beleidigungen; Schikanen; Ausgrenzung von Feierlichkeiten.

Die Personalstelle suchte nach einer anderen Einsatzmöglichkeit für mich - ich sollte irgendwo anders neu anfangen . neue Kollegin, neuer Vorgesetzter - dann wäre alles gut .
Ich dachte anders darüber .

Es sollte eine "leidensgerechte" Stelle gesucht werden . dazu sollte zunächst eine amtsärztliche Untersuchung erfolgen. In dem Gutachten empfahl die Amtsärztin eine stationäre Reha (psych.). Die Personalstelle machte aus der Empfehlung eine Zwangsmaßnahme.

30.05.2018 02:17 • #2


julienne

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Mein Chef gewährt mir bis heute nicht das Recht, mich gegen die Vorwürfe der Kollegin zu verteidigen, weil mir die Vorwürfe nicht bekannt sind und er das klärende Gespräch ablehnt.

Laut einer Dienstvereinbarung (Konfliktbewältigung am Arbeitsplatz) wäre er jedoch zu einem Einzelgespräch mit mir als Konfliktbeteiligter verpflichtet.

Ich reichte eine Beschwerde darüber bei seinem Vorgesetzten ein. Es folgte kein Gespräch mit mir - weder mit meinem Chef noch mit seinem Vorgesetzten.

Mein Anwalt reichte an den nächsthöheren Vorgesetzten, dem Staatsrat, eine Beschwerde ein. Daraufhin klappte es zumindest mit einem Einzelgespräch mit Vorgesetzten meines Chefs. Über die Vorwürfe erfuhr ich trotzdem nichts.

Mein Therapeut wies als Facharzt in einer Bescheinigung hin, dass die Klärung des Konflikts unbedingt erforderlich sei, bevor ein Arbeitsplatzwechsel erfolgt. Die Personalstelle reagierte nicht darauf.

Der ganze Ablauf ist für mich die Wiederholung dessen, was ich nach dem s. Missbrauch erlebte. Mir wird wieder eine Schuld suggeriert. Ich soll wieder weg - irgendwo neu anfangen. Wieder ist das eigentliche Thema ein Tabu, über das keiner mit mir sprechen will. Wieder soll ich wochenlang weit weg zur Kur/Reha.

30.05.2018 02:54 • #3


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Wave77

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Hallo,

ah, es geht um dieses Thema:

angst-vor-dem-schreiben-einer-strafanzeige-t24599.html

Wurden bisher Fristen genannt? Was sagt dein Anwalt dazu wie es weitergeht?

Ich denke, es wäre für Dich und Deine Psyche besser, wenn Du mit dem Thema irgendwie Frieden schließen kannst. Mal angenommen, dein Chef bekommt eine Strafe, Du arbeitest woanders. Wirst Du dich dann besser fühlen oder geht es dann von vorne los? Das ist kein Vorwurf. Ich glaube nur, Du findest keinen Frieden.

30.05.2018 10:43 • x 2 #4


julienne

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ja, richtig, die beiden Themen gehören zusammen

Es werden dauernd Fristen genannt ... und von der Gegenseite ignoriert ...
Der Anwalt erinnert dann wieder ...

Soetwas wie Gerechtigkeit wird es nicht für mich geben. Aber ich könnte erreichen, dass diese Führungskraft nie wieder so mit Mitarbeitern umgeht. Ich bin ja nicht die erste Mitarbeiterin, die weggelogen wurde. Es sind einige vor mir mit 'ner Menge Wut im Bauch gegangen. Sie nahmen sofort das Angebot wahr, woanders einen Neustart zu versuchen, und fanden wirklich gute Stellen, mit denen sie glücklich wurden. Auch mir wurde von Anfang des Konflikts an nahegelegt zu gehen. Da das in der Vergangenheit halt immer reibungslos im Interesse meines Chefs funktioniert hat, ging er auch diesmal davon aus, dass er mich in drei Monaten los sei.
Doch ich blieb. 22 Monate.
Jeder riet mir, an mich und meine Gesundheit zu denken, und einfach zu gehen. Aber genau das - einfach so schnell wie möglich zu gehen - machte es doch erst möglich, dass das Mobbing meines Chefs heute keine Grenzen mehr kennt.
Es ist wie auf dem Fußballfeld: Wenn der Schiri nicht von Anfang an klarstellt, dass er keine Fouls duldet, werden die Spieler immer ruppiger.

Meinen Frieden erlangte ich vielleicht, wenn man mir meine Würde zurückgäbe. Meine Gesundheit bekomme ich eh nicht zurück. Die 22 Monate mit extremem Schlafmangel und Angst bewirkten, dass zwei Herzklappen nicht mehr hundertprozentig einwandfrei arbeiten und ich hatte letztes Jahr zwei Krebs-OPs. Das sind gesundheitliche Schäden, für die es keine Wiedergutmachung gibt.

Einen Arbeitsversuch, also das Ausprobieren einer anderen Arbeitsstelle, habe ich bereits probiert. Es war schön. Nette Kollegen, nette Vorgesetzte, nette Personalstelle, nette Personalvertretung und interessante Tätigkeit. Aber die negativen Erinnerungen holten mich immer mehr ein, sodass immer mehr Panik entstand und ich am Ende nachts zum Heulen in den Wald ging und mich fragte: Warum kann ich nicht einfach tot umfallen, damit ich morgen nicht wieder zur Arbeit muss ...

Der Konflikt muss erst geklärt werden, damit es für mich einen Abschluss gibt. Erst dann macht es Sinn, einen Neustart zu wagen. Alles andere bedeutet nur, dass ich räumlich von dem alten Chef weg bin, aber nicht gedanklich.

01.06.2018 02:00 • x 1 #5


julienne

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... und wieder ein Schlag ins Gesicht ... Gesamtpersonalrat stellt seine Bemühungen zur Konfliktbewältigung ein ... die Gegenparteien halten ein klärendes Gespräch für nicht sinnführend - also findet es auch nicht statt. Meine Meinung dazu interessiert niemanden.

Die Würde eines Menschen ist kein Gespräch wert.

05.06.2018 17:04 • x 1 #6


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Albarracin

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09.06.2018 12:29 • #7


julienne

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Hallo,
ich bin leider Beamtin. Die Reha sollte erzwungen werden und das war der Knackpunkt. Auf freiwilliger Basis von mir, wäre ich eher dazu bereit gewesen. Unter Zwang kommen die Erinnerungen an traumatische Erfahrungen aus einer Kinderkur wieder hoch, weil man mir damals auch keine Wahl ließ.

Gruß
Julienne

09.06.2018 14:57 • x 1 #8


Sanni

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Liebe Julienne.
Hast du auf Grund deiner Krebserkrankungen einen Grad der Behinderung?
Wenn ja, gibt es für dich das Integrationsamt (?) heißt es glaube ich, dass sich auch für dich einsetzen könnte.
Wie hoch wäre dein Grad der Behinderung?

Viele liebe Grüße,

Sanni

30.06.2018 19:25 • #9


julienne

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Liebe Sanni,
sorry, dass ich dir erst jetzt antworte, aber gesundheitlich war es mir leider nicht früher möglich
Nein, ich habe einen Grad von 30 wegen der Angsterkrankungen und Panikattacken. Eine Berufsbegleitung vom Integrationsfachdienst hatte ich bis letztes Jahr. Der Einsatz konnte jedoch nicht verhindern, dass ich meinen Arbeitsplatz verlassen musste, und falls ich juristisch wegen des Mobbings vorgehen will, verweigert die Berufsbegleiterin ihre Aussage.

Viele, liebe Grüße,
Julienne

05.01.2019 22:17 • x 1 #10


Ex-Mitglied

Gibt es bei dir einen Sozialverband?
Irgendwie erscheint es mir sinnvoll - jemand anderes deinen Kampf kämpfen zu lassen. Und zwar jemanden der das ohne Bedingungen macht.
Ich verstehe nicht wie eine Berufsbegleiterin dich erpressen kann, gehört die auch irgendwie zu der Behörde?

Und verstehe ich das richtig, du arbeitest immer noch dort? Also immer noch bei dem Chef - oder hast du noch mal gewechselt?

05.01.2019 22:35 • x 1 #11


julienne

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Ich hatte mit einem Sozialverband zu tun, als es um die Gleichstellung zu schwerbehinderten Menschen ging. Ich hatte einen Antrag eingereicht und eine Ablehnung erhalten. Es musste also ein Widerspruch geschrieben werden. Ich erhoffte mir Hilfe vom Sozialverband, der ja extra eine juristische Abteilung und Erfahrung mit Widersprüchen hat. Bei dem Gespräch vor Ort lehnte der Jurist sich weit im Sessel zurück, grinste breit, verhöhnte mich übel arrogant, weil ich - eine Beamtin - zu ihm kam, und gab mir mit klaren Worten zu verstehen, dass er mich - eine Beamtin - auf gar keinen Fall unterstützen will und wird und ein Widerspruch eh zum Scheitern verurteilt wäre.
Ich verließ das Büro völlig desillusioniert und traurig. Am letzten Tag der Widerspruchsfrist reichte ich dennoch meinen Widerspruch ein - halt ohne juristische Hilfe. Die Behörde beriet meinen Antrag neu und ich bekam meine Gleichstellung

Nein, bei einem Sozialverband werde ich nicht noch einmal um Hilfe betteln. Ich wäre erleichtert, wenn ich nicht mehr alleine kämpfen müsste, aber nicht um den Preis gedemütigt zu werden.
----------

Die Berufsbegleiterin hatte mich nicht erpresst. Sie hatte mir nur mitgeteilt, dass sie nicht als Zeugin in einem juristischen Verfahren aussagen will.

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Jein, ich hätte nach dem gescheiterten Arbeitsversuch (Abordnung) zu meinem alten Chef zurück gemusst. Mein Anwalt hat dann aber bei der Personalstelle eine Freistellung erreicht, deshalb bin ich nun zu Hause. Inzwischen ging es jedoch mit meiner Gesundheit soweit bergab, dass eine Amtsärztin im Gutachten bestätigt hat, dass ich zurzeit nicht leistungsfähig bin.

06.01.2019 01:22 • x 1 #12


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Edelle

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Liebe Julienne,

ich verstehe Dein Leiden, hatte selbst viel mit - sagen wir: ungünstigen Arbeitsstellen zu tun und habe auch direkt Mobbing miterleben müsse. Ich fürchte nur, ohne Dich noch mehr entmutigen zu wollen, Du kämpfst einen Kampf, den Du nicht gewinnen kannst. Leider sitzen die "Leute am anderen Ende" meist am längeren Hebel. Man muss schon ein hartes Kaliber sein, um sich auf diesem Schlachtfeld zu behaupten; Du bist aber eher ein sensibler Typ, oder?

Gib DICH trotzdem nie auf, Du bist ein Mensch und besitzt als solcher Würde. Dir kann niemand etwas anhaben, wenn Du es ihm nicht gestattest, Dein Innerstes zu betreten. Überlass den Chef seiner eigenen Gehässigkeit und reibe Dich nicht weiter daran auf.

Viele Grüße und alles Gute,

Edelle

06.01.2019 14:28 • x 2 #13


Ex-Mitglied

Zitat von julienne:
Die Berufsbegleiterin hatte mich nicht erpresst. Sie hatte mir nur mitgeteilt, dass sie nicht als Zeugin in einem juristischen Verfahren aussagen will.


Ok ich hätte es als Erpressung empfunden - ich denke man kann es sich nicht aussuchen ob man etwas bezeugt.

Und über den Sozialverband-Menschen hätte ich mich beschwert, denn es steht ja wohl nicht in den Satzungen, das Beamte ausgenommen sind.
Und du bettelst da ja nicht um Hilfe, das ist deren Job - und dann sind sie auch verpflichtet den zu machen.

Was passiert denn wenn du endlos weiter krank geschrieben wirst? Bekommst Du dann weiter deine Bezüge?

06.01.2019 15:30 • x 1 #14


julienne

julienne

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Liebe Edelle,

keine Sorge - noch mehr entmutigen geht gar nicht. Ich bin in dieser Angelegenheit weder mutig noch hoffnungsvoll. Aber ich kämpfe weiter für eine Klärung, bis alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Meine Würde nahm mein Arbeitgeber mir mit einer Verurteilung vor einem Tribunal und 22 Monaten Isolation (ein Anwalt nannte es kürzlich Isolationsfolter). Das geht nicht spurlos an einem vorbei. Ich habe nichts mehr zu verlieren und kann vielleicht helfen, dass dieser Chef nie wieder so mit Mitarbeitern umspringen darf.

Viele Grüße und lieben Dank

Julienne

07.01.2019 21:17 • x 1 #15


julienne

julienne

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Liebe Florica,

jap, ich war menschlich enttäuscht, weil die Berufsbegleiterin meine wichtigste Zeugin ist. Wenn die Staatsanwaltschaft jedoch eine Vernehmung anordnet, wird sie sich der Aussage nicht entziehen können.

Ich bin momentan nicht krankgeschrieben, sondern freigestellt unter Fortzahlung der Bezüge. Nach Abbruch der Abordnung stellte ich meinem Arbeitgeber meine Arbeitsleistung zur Verfügung, aber die Arbeitsleistung wird von ihm nicht abgefordert, weil ich zu meinem alten Chef zurückkehren müsste. Es müsste von der Personalstelle erst ein neuer Arbeitsplatz bei einem neuen Arbeitgeber gefunden werden. Das geht jedoch erst, wenn ich gesundheitlich in der Lage sein werde, eine Reha in einer Klinik für Psychotherapie zu versuchen und die Reha erfolgreich ist.
Sollte die Reha nicht erfolgreich sein, droht mir allerdings Dienstunfähigkeit bzw. Ruhestand, was einen erheblichen finanziellen Schaden bedeuten könnte.

Liebe Grüße,
Julienne

07.01.2019 22:01 • x 1 #16


Ex-Mitglied

Hallo julienne,

dann wünsche ich dir das alles gut geht. Ich bewundere auf jeden Fall deine Ausdauer und finde es auch richtig das du dafür kämpfst. Aber grade wenn man psychisch angeschlagen ist, ist es doppelt schwer.
Ich wünsche Dir viel Kraft.

07.01.2019 22:51 • x 1 #17


julienne

julienne

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Ganz lieben Dank, florica

und beste Grüße
Julienne

07.01.2019 23:50 • #18


Emilucy

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Verstehe das nicht falsch...... aber warum tust du dir das alles an? Mir kommt es so vor als ob dieses Thema dein komplettes Leben bestimmt?! Das ist nur ein Job...... ich verstehe es wenn du sagst, du möchtest nicht noch einmal von vorne anfangen, aber der s. Missbrauch hat doch nichts mit diesem Horror im Job zu tun. Okay, die Kollegin hat dich hintergangen, aber warum lässt du das nicht endlich aufhören?
Dem Chef und den Kollegen ist das doch vollkommen egal was mit Dir ist. Die werden sich keine Gedanken mehr darüber machen wenn sie nach Hause gehen. Aber du schleppst diese Last ständig mit Dir herum. Warum? Warum tust du dir das an?

08.01.2019 00:27 • x 2 #19


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Edelle

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Liebe Julienne,

ich kenne das Gefühl, dass einem die Würde geraubt wird. Nur musste ich in einem Beobachtungsfall feststellen, dass es auf einen Kampf gegen Windmühlenflügel hinauslief. Die Chefs hatten ja aus ihrer Sicht gute Gründe für ihr Verhalten, nämlich das vermeintliche "Wohl der Firma" und dem ordnet sich so ein kleines Mobbing oder treffender Bossing dann doch mal eben unter ...

Dass hier eine Einsichtsfähigkeit entstehen könnte, halte ich seitdem für eher aussichtslos; daher meine Anmerkung. Eine Kollegin hatte sich so in ihre Abwehr hineingesteigert, dass sie heimlich im Büro Alk. trank! Schlimm. Aus der Situation zeitig zu verschwinden, wäre besser für sie gewesen. Solange Du Dir aber etwas davon versprechen kannst, verstehe ich Dich; die Entscheidung, weiterzukämpfen oder einen Kampf als puren Kräfteverschleiß einzuschätzen, ist auch nicht einfach.

Lieber Gruß, Edelle

08.01.2019 16:19 • x 2 #20


julienne

julienne

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@Emilucy
Nu mal langsam ... spring mir doch nicht gleich ins Gesicht, weil du etwas nicht nachvollziehen kannst

Der s. Missbrauch hat viel mit dem aktuellen Horror zu tun. Ohne ihn hätte ich keine seelische Behinderung. Ohne die seelische Behinderung hätte mein Chef keine Hexenjagd auf mich veranstaltet.

Außerdem sind es die Parallelen von dem s. Missbrauch und dem aktuellen sozialen Konflikt, die mir gesundheitlich schaden. Es ist dieses Wiedererleben von emotional missbraucht werden sowie von (Straf-)Maßnahmen, die ausschließlich Auswirkungen auf mich haben, aber für die Verursacher geht alles ganz normal weiter und mich deshalb als Schuldige dastehen lassen.

Es ist nicht nur ein Job ... Es ist nie mein Traumberuf gewesen. Aber wenn man mir eine Aufgabe gibt, erledige ich sie gewissenhaft - egal, ob es ums Klo schrubben oder hoheitliche Aufgaben geht. Mein Chef griff mich im persönlichen Bereich an, weil er an meiner Arbeitsqualität nichts zum Bemängeln finden konnte, um mich abzustoßen.

08.01.2019 23:22 • x 1 #21


Emilucy

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@julienne
Ich wollte dir bestimmt nicht ins Gesicht springen

Ich denke das was du tust wird das richtige für dich sein.
Ich hätte die Kraft dazu nicht bzw. würde meine Kraft für so Ar. garnicht erst opfern, nur damit ich recht bekomme. Das ist allein dein Ding.
Alle anderen die darin verwickelt sind interessiert es die Bohne, die freuen sich doch um so mehr wenn sie wieder was zu reden haben.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Kraft. Lass dich nicht kaputt machen.

09.01.2019 11:42 • x 2 #22


julienne

julienne

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Der Arbeitsrechtler packte meine Stellungnahme zur beabsichtigten Versetzung in den Ruhestand in einen rechtlichen Rahmen und übermittelte sie der Personalstelle. Ich habe noch immer keinen Anhaltspunkt über die wirtschaftlichen Folgen im Falle des Ruhestands. Die Rechtsschutzversicherung erteilte eine entsprechende Deckungszusage. Schön, dass die Versicherung mich unterstützt (mit Selbstbeteiligung) - traurig, dass ich alles, was mir rechtlich zusteht, anwaltlich einfordern muss.

24.04.2019 14:58 • #23


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Ruhe

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Hallo Julienne, darf ich fragen in welchem Bundesland das alles geschieht / geschah?
Bin auch im öd beschäftigt, allerdings Angestellte was aber auch keinen Unterschied macht. Kenne die von Dir beschriebenen beruflichen Situationen auch, sowohl persönlich als auch in der Familie, bei Freunden und selbst Funktionsträger sind davor nicht gefeit.
Ob von Kolleg*innen, Teamleiter*innen, u.s.w.
Das schlimmste daran ist , so finde ich, dass man dem so hilflos gegenüber steht.
Trotz Mobbingbeauftragte etc. erfährt niemand wirklich Hilfe.

27.04.2019 19:49 • x 1 #24


julienne

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Hallo Ruhe,
herzlichen Dank für dein Nachempfinden. Das Bundesland möchte ich an dieser Stelle lieber nicht nennen, da die Angelegenheit noch lange nicht ausgestanden ist.
Ja, ich fühle mich dem Ganzen einfach ausgeliefert. Jeder, der den Hauptakteur kennt und mit meinem Fall zu tun hatte/hat, weiß, dass da etwas verdammt schräg gelaufen ist/läuft. Ich bleibe auf dem seelischen, körperlichen, finanziellen Schaden sitzen - nicht ein einziges Wort über Wiedergutmachung.
Überall wird so wunderbar über Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern geschrieben. Doch in der Praxis sieht es anders aus. Bei Isolationsfolter kann wohl kaum von Wertschätzung die Rede sein. Ich komme mir wertlos vor und die Amtsleitung bestätigt dies mit der Feststellung meiner (angeblichen) Dienstunfähigkeit. Ich bin Sondermüll, der nun entsorgt werden soll.

Hilfe gab es nicht. Dienstvereinbarungen wurden ignoriert. Das Ignorieren wurde ignoriert. Es passt für mich einfach nicht, dass ich als Beamtin mit voller Hingabe mit Gesetzen, nach Gesetzen, arbeiten soll und sich meine Vorgesetzten sowie die Personalstelle mit voller Hingabe über alles hinwegsetzen. Das macht mich fassungslos und traurig.

28.04.2019 13:09 • x 1 #25


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Albarracin

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28.04.2019 13:38 • x 4 #26


julienne

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Ja, das mit dem Sozialverband sehe ich auch so. Es ist leider wirklich so, dass es nicht reicht, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht gefunden zu haben, sondern er muss sich im Beamtenrecht auskennen und obendrein in der Stadt arbeiten, in der auch mein Dienstherr ansässig ist, um die spezifischen, gesetzlichen Regelungen zu kennen. Das schränkt die Suche arg ein. Ich werde von einem Anwalt vertreten, der all diese Voraussetzungen erfüllt, doch er gibt mir nicht das Gefühl, dass er darauf brennt, sich mit meinem Dienstherrn anzulegen - und damit vermittelt er mir halt auch nicht den Eindruck, zuversichtlich sein zu können.
Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied. Meine Rechtsschutzversicherung unterstützt mich nur in außergerichtlichen Verfahren.

28.04.2019 14:44 • x 1 #27


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Albarracin

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28.04.2019 15:08 • x 5 #28


julienne

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Hallo,
ja, ich hatte darüber nachgedacht. Für mich wären ver.di und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zuständig. Ich weiß, dass ein Vorgesetzter von mir und Mitarbeiter der Personalstelle bei der GdP Funktionen ausüben - das hatte mich immer davon abgehalten, mich der Gewerkschaft anzuvertrauen. Wie es mit ver.di aussieht, weiß ich nicht.

Danke für deinen Hinweis

28.04.2019 15:49 • x 2 #29


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Albarracin

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28.04.2019 16:15 • x 1 #30

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