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Mobbing - ich finde keine Unterstützung für mein Recht

Liebe Florica,

jap, ich war menschlich enttäuscht, weil die Berufsbegleiterin meine wichtigste Zeugin ist. Wenn die Staatsanwaltschaft jedoch eine Vernehmung anordnet, wird sie sich der Aussage nicht entziehen können.

Ich bin momentan nicht krankgeschrieben, sondern freigestellt unter Fortzahlung der Bezüge. Nach Abbruch der Abordnung stellte ich meinem Arbeitgeber meine Arbeitsleistung zur Verfügung, aber die Arbeitsleistung wird von ihm nicht abgefordert, weil ich zu meinem alten Chef zurückkehren müsste. Es müsste von der Personalstelle erst ein neuer Arbeitsplatz bei einem neuen Arbeitgeber gefunden werden. Das geht jedoch erst, wenn ich gesundheitlich in der Lage sein werde, eine Reha in einer Klinik für Psychotherapie zu versuchen und die Reha erfolgreich ist.
Sollte die Reha nicht erfolgreich sein, droht mir allerdings Dienstunfähigkeit bzw. Ruhestand, was einen erheblichen finanziellen Schaden bedeuten könnte.

Liebe Grüße,
Julienne

07.01.2019 21:01 • x 1 #16


Hallo julienne,

dann wünsche ich dir das alles gut geht. Ich bewundere auf jeden Fall deine Ausdauer und finde es auch richtig das du dafür kämpfst. Aber grade wenn man psychisch angeschlagen ist, ist es doppelt schwer.
Ich wünsche Dir viel Kraft.

07.01.2019 21:51 • x 1 #17


Ganz lieben Dank, florica

und beste Grüße
Julienne

07.01.2019 22:50 • #18


Verstehe das nicht falsch...... aber warum tust du dir das alles an? Mir kommt es so vor als ob dieses Thema dein komplettes Leben bestimmt?! Das ist nur ein Job...... ich verstehe es wenn du sagst, du möchtest nicht noch einmal von vorne anfangen, aber der s. Missbrauch hat doch nichts mit diesem Horror im Job zu tun. Okay, die Kollegin hat dich hintergangen, aber warum lässt du das nicht endlich aufhören?
Dem Chef und den Kollegen ist das doch vollkommen egal was mit Dir ist. Die werden sich keine Gedanken mehr darüber machen wenn sie nach Hause gehen. Aber du schleppst diese Last ständig mit Dir herum. Warum? Warum tust du dir das an?

07.01.2019 23:27 • x 2 #19


Edelle
Liebe Julienne,

ich kenne das Gefühl, dass einem die Würde geraubt wird. Nur musste ich in einem Beobachtungsfall feststellen, dass es auf einen Kampf gegen Windmühlenflügel hinauslief. Die Chefs hatten ja aus ihrer Sicht gute Gründe für ihr Verhalten, nämlich das vermeintliche "Wohl der Firma" und dem ordnet sich so ein kleines Mobbing oder treffender Bossing dann doch mal eben unter ...

Dass hier eine Einsichtsfähigkeit entstehen könnte, halte ich seitdem für eher aussichtslos; daher meine Anmerkung. Eine Kollegin hatte sich so in ihre Abwehr hineingesteigert, dass sie heimlich im Büro Alk. trank! Schlimm. Aus der Situation zeitig zu verschwinden, wäre besser für sie gewesen. Solange Du Dir aber etwas davon versprechen kannst, verstehe ich Dich; die Entscheidung, weiterzukämpfen oder einen Kampf als puren Kräfteverschleiß einzuschätzen, ist auch nicht einfach.

Lieber Gruß, Edelle

08.01.2019 15:19 • x 2 #20


@Emilucy
Nu mal langsam ... spring mir doch nicht gleich ins Gesicht, weil du etwas nicht nachvollziehen kannst

Der s. Missbrauch hat viel mit dem aktuellen Horror zu tun. Ohne ihn hätte ich keine seelische Behinderung. Ohne die seelische Behinderung hätte mein Chef keine Hexenjagd auf mich veranstaltet.

Außerdem sind es die Parallelen von dem s. Missbrauch und dem aktuellen sozialen Konflikt, die mir gesundheitlich schaden. Es ist dieses Wiedererleben von emotional missbraucht werden sowie von (Straf-)Maßnahmen, die ausschließlich Auswirkungen auf mich haben, aber für die Verursacher geht alles ganz normal weiter und mich deshalb als Schuldige dastehen lassen.

Es ist nicht nur ein Job ... Es ist nie mein Traumberuf gewesen. Aber wenn man mir eine Aufgabe gibt, erledige ich sie gewissenhaft - egal, ob es ums Klo schrubben oder hoheitliche Aufgaben geht. Mein Chef griff mich im persönlichen Bereich an, weil er an meiner Arbeitsqualität nichts zum Bemängeln finden konnte, um mich abzustoßen.

08.01.2019 22:22 • x 1 #21


@julienne
Ich wollte dir bestimmt nicht ins Gesicht springen

Ich denke das was du tust wird das richtige für dich sein.
Ich hätte die Kraft dazu nicht bzw. würde meine Kraft für so Ar. garnicht erst opfern, nur damit ich recht bekomme. Das ist allein dein Ding.
Alle anderen die darin verwickelt sind interessiert es die Bohne, die freuen sich doch um so mehr wenn sie wieder was zu reden haben.
Ich wünsche dir alles erdenklich Gute und viel Kraft. Lass dich nicht kaputt machen.

09.01.2019 10:42 • x 2 #22


Der Arbeitsrechtler packte meine Stellungnahme zur beabsichtigten Versetzung in den Ruhestand in einen rechtlichen Rahmen und übermittelte sie der Personalstelle. Ich habe noch immer keinen Anhaltspunkt über die wirtschaftlichen Folgen im Falle des Ruhestands. Die Rechtsschutzversicherung erteilte eine entsprechende Deckungszusage. Schön, dass die Versicherung mich unterstützt (mit Selbstbeteiligung) - traurig, dass ich alles, was mir rechtlich zusteht, anwaltlich einfordern muss.

24.04.2019 13:58 • #23


Ruhe
Hallo Julienne, darf ich fragen in welchem Bundesland das alles geschieht / geschah?
Bin auch im öd beschäftigt, allerdings Angestellte was aber auch keinen Unterschied macht. Kenne die von Dir beschriebenen beruflichen Situationen auch, sowohl persönlich als auch in der Familie, bei Freunden und selbst Funktionsträger sind davor nicht gefeit.
Ob von Kolleg*innen, Teamleiter*innen, u.s.w.
Das schlimmste daran ist , so finde ich, dass man dem so hilflos gegenüber steht.
Trotz Mobbingbeauftragte etc. erfährt niemand wirklich Hilfe.

27.04.2019 18:49 • x 1 #24


Hallo Ruhe,
herzlichen Dank für dein Nachempfinden. Das Bundesland möchte ich an dieser Stelle lieber nicht nennen, da die Angelegenheit noch lange nicht ausgestanden ist.
Ja, ich fühle mich dem Ganzen einfach ausgeliefert. Jeder, der den Hauptakteur kennt und mit meinem Fall zu tun hatte/hat, weiß, dass da etwas verdammt schräg gelaufen ist/läuft. Ich bleibe auf dem seelischen, körperlichen, finanziellen Schaden sitzen - nicht ein einziges Wort über Wiedergutmachung.
Überall wird so wunderbar über Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern geschrieben. Doch in der Praxis sieht es anders aus. Bei Isolationsfolter kann wohl kaum von Wertschätzung die Rede sein. Ich komme mir wertlos vor und die Amtsleitung bestätigt dies mit der Feststellung meiner (angeblichen) Dienstunfähigkeit. Ich bin Sondermüll, der nun entsorgt werden soll.

Hilfe gab es nicht. Dienstvereinbarungen wurden ignoriert. Das Ignorieren wurde ignoriert. Es passt für mich einfach nicht, dass ich als Beamtin mit voller Hingabe mit Gesetzen, nach Gesetzen, arbeiten soll und sich meine Vorgesetzten sowie die Personalstelle mit voller Hingabe über alles hinwegsetzen. Das macht mich fassungslos und traurig.

28.04.2019 12:09 • x 1 #25


Albarracin
Hallo,

@ruhe:
Hier irrst Du leider
Zitat:
Bin auch im öd beschäftigt, allerdings Angestellte was aber auch keinen Unterschied macht.

Der Status macht einen erheblichen Unterschied, da es grundsätzliche Unterschiede zwischen Beamten- und allgemeinem Arbeitsrecht gibt.
Deswegen, weil ich von Beamtenrecht keine Ahnung habe, habe ich mich bisher in diesem Thread auch zurückgehalten.

@julienne: Aus diesem Grund bin ich auch überzeugt, daß bei allem, was das Verhalten des Dienstherren angeht, ein Sozialverband nicht wirklich weiterhelfen kann. Hier müßte für den ganzen dienstrechtlichen Komplex ein Fachanwalt für Beamtenrecht beteiligt werden - zB im Rahmen von Rechtsschutz durch Berufsverband oder Gewerkschaft.

28.04.2019 12:38 • x 4 #26


Ja, das mit dem Sozialverband sehe ich auch so. Es ist leider wirklich so, dass es nicht reicht, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht gefunden zu haben, sondern er muss sich im Beamtenrecht auskennen und obendrein in der Stadt arbeiten, in der auch mein Dienstherr ansässig ist, um die spezifischen, gesetzlichen Regelungen zu kennen. Das schränkt die Suche arg ein. Ich werde von einem Anwalt vertreten, der all diese Voraussetzungen erfüllt, doch er gibt mir nicht das Gefühl, dass er darauf brennt, sich mit meinem Dienstherrn anzulegen - und damit vermittelt er mir halt auch nicht den Eindruck, zuversichtlich sein zu können.
Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied. Meine Rechtsschutzversicherung unterstützt mich nur in außergerichtlichen Verfahren.

28.04.2019 13:44 • x 1 #27


Albarracin
Hallo,

dann solltest du mal darüber
Zitat:
Ich bin kein Gewerkschaftsmitglied.

nachdenken - zumindest für die Zukunft.
Denn bei einer DGB-Gewerkschaft (für Dich wohl Ver.di) hättest du zumindest zukünftig vollständigen Rechtsschutz bei jedem Verfahrensschritt von der Antragstellung bis zur Klage im Arbeits- einschließlich Beamtenrecht und im Sozialrecht.

Und ich weiß, das beim DGB-Rechtsschutz Profis arbeiten.

28.04.2019 14:08 • x 5 #28


Hallo,
ja, ich hatte darüber nachgedacht. Für mich wären ver.di und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) zuständig. Ich weiß, dass ein Vorgesetzter von mir und Mitarbeiter der Personalstelle bei der GdP Funktionen ausüben - das hatte mich immer davon abgehalten, mich der Gewerkschaft anzuvertrauen. Wie es mit ver.di aussieht, weiß ich nicht.

Danke für deinen Hinweis

28.04.2019 14:49 • x 2 #29


Albarracin
Hallo,

die DGB-Gewerkschaften konkurrieren nicht untereinander. Wenn für Dich die GdP zuständig ist, dann kannst du nicht bei Ver.di eintreten.
Außerdem gibt es auch bei gewerkschaftlicher Beratung und (Rechts-)Vertretung Schweigepflichten.

28.04.2019 15:15 • x 1 #30





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