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Mir gehts nur gut, wenn es Dir gut geht! Wie abgrenzen?

maya60
P.S.: Uuuuuups, was hab ich falsch gemacht? Mein Sohn hat gar keine Depressionen.

05.07.2019 20:52 • x 1 #31


Jedi
Hallo maya60 !

Zitat von maya60:
Uuuuuups, was hab ich falsch gemacht? Mein Sohn hat gar keine Depressionen

Ich kann dir sagen was du falsch gemacht hast , Du hast Dich um deine Erkrankung gekümmert u. hast daran gearbeitet !

Dpressionen können innerhalb der Familie gehäuft auftreten, es wird auch davon gesprochen gar von einer Generation, auf die Andere vererbt werden, wenn sie von den betroffenen Personen unbehandelt bleibt !
Das weiß man aus Studien die gemacht wurden, wo es darum ging, inwieweit sich eine Depressions-Erkrankung innerhalb einer Familie weiter gegeben wird.
Da wo betroffene Personen sich in Behandlung begeben haben, wurde festgestellt, dass das Risiko einer Depression weiter zu geben, deutlich geringer ausfiel.
Hängt sicherlich von dem Umgang mit dieser Erkrankung zusammen, welches dann eher weniger Negativ auf, zbpl. die eigenen Kinder ausstrahlt.
So verhält es sich auch in der Partnerschaft, wenn einer der Partner von einer Depressionserkrankung betroffen ist u. sich behandeln lässt, hat dies eher einen positiven Gewinn für diese Paarbeziehung, als wenn der betroffene Partner, sich nicht behandeln lässt.

So meine Erfahrung damit !
Eine Depression braucht auch kein Mensch u. dein Sohn erst recht nicht.

LG Jedi

06.07.2019 11:51 • x 3 #32


maya60
Liebe Jedi, genauso denke ich auch, ich danke dir!

Liebe Grüße! maya

06.07.2019 12:54 • x 2 #33


Blume71
Hallo, ich hätte noch ein paar Gedanken zu diesem Thema:


Zitat von Jedi:
Andere schätzen es oftmals, dass, Wer sich abgrenzen kann, klarer, authentischer u. vertrauensvoller erscheint.
So auch unsere Kinder ! Wir zeigen ihnen unsere u. ihre Begrenzung u. damit geben wir ihnen Orientierung für ihr Verhalten u. ihr Leben !


Wenn ich in mich gehe wird mir bewusst, dass ich ganz klar lieber mit Menschen Umgang habe, die sich ganz klar abgrenzen. Sicher macht der Ton die Musik und die Art und Weise ist entscheidend, aber solche Menschen sind mir um einiges lieber. Sie zeigen Selbstverantwortung für sich und sind in keinster Weise schwammig, sondern klar.

Sicher ist eine Portion Mitgefühl dabei wichtig.

Und wie handhabe ich es selbst? Den Blick auf den anderen gerichtet und ratz fatz nicht klar definiert, was mir wichtig ist. Aus Rücksichtnahme auf den anderen, sozusagen, meine eigenen Grenzen nicht wahrgenommen. Dann kann es schon einmal passieren, dass, ich meine Grenzen zu einem späteren Zeitpunkt mit aller Wucht durchsetze (impulsiv sozusagen), weil ich vorher nicht in der Lage war, sie ruhig zu kommunizieren und der andere fällt dann aus allen Wolken.

Ich bewundere Menschen, die das können. Eine Arbeitskollegin kann das sehr einfühlsam und trotzdem klar.
Das wünsche ich mir auch, aber wie gesagt, die Bewusstseinsmachung ist der 1. Schritt.

Meine Eltern sind beide bis heute keine großen Meister beim Thema Abgrenzung.
Daher ist es um so wichtiger, dass ich dieses Thema jetzt für mich und meine Tochter angehe.

Ich mag diese Eigenschaft nicht an mir, dass ich immer erst den Blick auf andere habe und wenig auf mich. Sicher hat das BO dazu geführt, dass sich da schon einiges geändert hat, aber der Weg geht noch eine Weile.

Wenn ich mir immer vor Augen führe, wie toll das diese eine Arbeitskollegin macht, das könnte klappen.

Eigentlich bin ich ein grundehrlicher Mensch, allerdings fühle ich mich nicht ehrlich, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse zugunsten anderer verleugne und das ist auch nicht ehrlich sich selbst und dem anderen gegenüber.

Sicher ist es auch ein Prozess dann manch negative Reaktion auszuhalten, aber das gehört dazu und trennt die Spreu vom Weizen.

Grenze ich mich ab, stehe ich zu mir und nehme mich wichtig, zeige gleichzeitig dem anderen: Du bist mir auch wichtig, denn ich traue Dir zu, dass Du selbst eine Lösung findest und damit wächst!


So, meine Gedanken noch einmal dazu!

Lieben Gruß Blume

06.07.2019 15:10 • x 4 #34


Jedi
Hallo Blume71 !

Ich konnte sehr viel richtiges in deinem Beitrag lesen.
Toll !
Zitat von Blume71:
Grenze ich mich ab, stehe ich zu mir und nehme mich wichtig,

Richtig so !
Zu mir zustehen u. mich wichtig zu nehmen, hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern, es hilft einem Selbst im Leben Orientierung zu finden u. gibt Anderen damit Orientierung, in unserem gemeinsamen Umgang miteinander.
Stelle Dir nur einmal vor, wir hätten keine Verkehrsschilder, die unserem Verhalten im Straßenverkehr, Orientierung gibt.
Durch diese mögliche Orientierung kommt es zu einer Rücksichtnahme (wenn auch nicht immer) nicht nur im Straßenverkehr, sondern, durch unsere Klarheit unserer Grenzen, führt dies auch zu einem verbesserten Miteinander.
Zitat von Blume71:
ich traue Dir zu, dass Du selbst eine Lösung findest und damit wächst!

Und dieses damit verbundene Vertrauen, ist wichtig für eine gesunde "Ich" Entwicklung u. lernbar !
sich Selbst wahrzunehmen, man nennt es auch ein reales Selbstbild entwickeln,
seine Bedürfnisse wahrzunehmen u. zu kennen,
so ist lernbar, Anderen zu vertrauen u. kann Andere lassen, wie Sie sind u. wir können uns besser annehmen, wie Wir sind.

Unsere Kinder brauchen in den ersten Lebensmonaten, eine liebevolle Spiegelung, inspirirende Angebote, Vorbilder u. sehr wichtig spielt die Resonanz, damit sich ein gesundes Selbst entwickeln kann !

Ein Kind, dass in einer sicher u. liebevollen Umgebung hineinwachsen kann, so wird in ihm ein bedeutsames Anti-Stress-Gen aktiviert, was später deutlich das Risiko für eine Depression zu entwickeln mindert !
Kinder dagegen, denen es an Ur-Vertrauen mangelt, emotional unterversorgt werden oder gar vernachlässigung erfahren, entwickeln u. dies konnte in Studien nachgewiesen werden, ein schwaches Selbstbewusstsein, ein falsches Selbstbild, werden oft zu Einzelgänger, weil sie schlecht in kontakt mit anderen Menschen kommen, ihnen fehlt es an emotionaler Bindungsfähigkeit u. fühlen sich oftmals innerlich einsam !
Erschwerend kommen Abhängigkeits- u. Suchttendenzen u. zuletzt sind sie stark gefährdet, im laufe ihres Lebens an einer Depression zu erkranken.

Zitat von Blume71:
allerdings fühle ich mich nicht ehrlich, wenn ich meine eigenen Bedürfnisse zugunsten anderer verleugne und das ist auch nicht ehrlich sich selbst und dem anderen gegenüber.

So ist es !
Wer "Ja" sagt, aber innerlich "Nein" meint, brauch sich nicht wundern, dass er Unzufrieden mit sich Selbst wird, sich auch noch dafür Selbst verurteilt u. Andere spüren auch oft unsere Zwiespältige Resonanz darauf !
Wer lange Zeit u. immer wieder gegen seine innere Wahrheit lebt, wird krank dadurch !
So meine ganz persönliche Erkenntnis !
Zitat von Blume71:
Daher ist es um so wichtiger, dass ich dieses Thema jetzt für mich und meine Tochter angehe.

Diesen Satz finde ich sehr stark
Ich empfehle Dir , im Umgang mit diesem Thema, beginne mit einer sanften Abgrenzung, mache es Dir nicht zu kompliziert,
bleibe mit Dir u. deiner Tochter dabei geduldig, aber bleibe konsequent an dem Thema dran !
Erlaube Dir auch, dass Du mal in alte Verhaltensmuster dabei zurückfällst.
Je mehr Du damit Erfahrung machen wirst, umso sicherer wirst Du einen guten Umgang damit finden können.

Zitat von Blume71:
Ich bewundere Menschen, die das können.

Blume, wenn Du an dem Thema dran bleibst, wirst Du dich bald selbst bewundern können.

LG Jedi

06.07.2019 17:17 • x 3 #35


Jedi
Hallo

Eine Frage dieses Thread´s von Blume lautet, "Wie abgrenzen" ?
Villt, eine sehr persönliche, vereinfachte Erklärung meinerseits !
In dem Wort, "abgrenzen" steckt Grenze drin.
Wir stellen uns vor, einen Zaun an unserem Grundstück aufzustellen.
Nun hat der Zaun eine Innenseite u. eine Außenseite.
Die Innenseite zeigt zu unserem Grundstück, die Außenseite zeigt zur Sraße oder zum Nachbarsgrundstück.
So verhält es sich auch mit unseren Grenzen, es gibt unsere innere Grenze, die wir zuvor entwickeln, kennen u. gegen Andere auch so vertreten sollten.
Somit kann unser Gegenüber, unsere Grenze wahrnehmen, daran Orientierung finden u. sollte sie nicht überschreiten.
Kinder müssen Begrenzung u. Regeln erst lernen, damit sie sich in der Familie, der Gemeinschaft, in ihrem Leben orientieren können.
Es wird immer Menschen geben, die unsere Grenzen nicht beachten u. Übergriffig werden.
Diesen sollten ganz klar u. unmissverständlich unsere Grenzen aufgezeigt werden.
Das bedarf Mut, aber nur so kann ein gutes, miteinander funktionieren.

Die Menschen, die es nicht gut schaffen, Anderen klar ihre Grenzen aufzuzeigen, fühlen sich oft als Opfer der Umstände, gar der anderen Menschen u. verhalten sich zunehmend passiv.
Kinder, die ihre Eltern so erleben, werden ein geringes Selbstvertrauen entwickeln u. werden das Tun Anderer, immer höher bewerten, als das Ihre.

Behalten wir das Bild des Zauns im Kopf, so können wir lernen, wie es mit dem Abgrenzen lernen klappen könnte.

LG Jedi

06.07.2019 18:03 • x 3 #36


Blume71
Guten Abend,

Zitat von Jedi:
Diesen Satz finde ich sehr stark
Ich empfehle Dir , im Umgang mit diesem Thema, beginne mit einer sanften Abgrenzung, mache es Dir nicht zu kompliziert,
bleibe mit Dir u. deiner Tochter dabei geduldig, aber bleibe konsequent an dem Thema dran !
Erlaube Dir auch, dass Du mal in alte Verhaltensmuster dabei zurückfällst.
Je mehr Du damit Erfahrung machen wirst, umso sicherer wirst Du einen guten Umgang damit finden können.


Zitat von Jedi:
Blume, wenn Du an dem Thema dran bleibst, wirst Du dich bald selbst bewundern können.


Ich danke Dir, Jedi!

Das habe ich so vor, Jedi. Jedoch finde ich es schwer, immer gleich zu spüren, was ich selbst möchte. Über 48 Jahre lebe ich so und habe erst seit meinem BO gelernt, langsam umzudenken. Manchmal gelingt es - manchmal zu spät und dann impulsiv - manchmal gar nicht.

Ganz sicher falle ich noch oft in alte erlernte Verhaltensmuster zurück. Die Antennen müssen noch viel mehr geschärft werden bzw. sollte der Kopf ausgeschaltet und dem Bauch mehr Gehör gegeben werden.

Mir ist es schon öfter passiert, dass es sich gut angefühlt hat (vllt weil es alte bekannte vertraute Verhaltensmuster waren) und im nachhinein habe ich erste gemerkt, dass irgend etwas nicht mehr stimmig ist.

Ich glaube tatsächlich, es erfordert Übung und immer wieder in sich hinein horchen, wie sich etwas anfühlt.

Und meine persönliche Aufgabe ist dann noch, die richtigen Worte zu finden. Da habe ich imensen Übungsbedarf. Das ist mir noch nie leicht gefallen. Da hat man schneller mal "ja" gesagt, als für ein "nein" sich zu rechtfertigen.
Obwohl es gar nicht immer einer Rechtfertigung bedarf - man muss ja nicht immer dem anderen alles auf die Nase binden - finde ich. Bei sich bleiben!
Muss ich mich immer erklären? Nein - ist natürlich situationsbedingt und personanabhängig. (Kindern natürlich schon)

Ein sehr spannendes Thema!

06.07.2019 19:39 • x 3 #37


Jedi
Hallo Blume71 !

Zitat von Blume71:
meine persönliche Aufgabe ist dann noch, die richtigen Worte zu finden.

Möchte Dir einmal Beispiele an Hand deines Beitrags geben, wie du deine Selbstansprache freundlicher führen kannst.

Zitat von Blume71:
Jedoch finde ich es schwer, immer gleich zu spüren, was ich selbst möchte.

"Mir ist es nie so leicht gefallen, spüren zu können, was ich selbst möchte.
Doch werde ich künftigt versuchen, mehr darauf zu achten, was meine Bedürfnisse sind, damit es mir mit der Zeit leichter fallen wird, wahrzunehmen u. zu benennen, was ich selbst möchte".
Zitat von Blume71:
Manchmal gelingt es - manchmal zu spät und dann impulsiv - manchmal gar nicht.

"Manchmal gelingt es mir u. das macht mir ein gutes Gefühl u. dann versuche ich, dieses Gefühl in mir zu bewahren.
"Es passiert auch mal zu spät, weil ich es nicht richtig wahrnehmen konnte, weil ich villt. von Anderem abgelenkt war.
Auf meine Impulsivität dabei, darauf kann ich mehr acht geben".
Manchmal gelingt es gar nicht, aber auch das darf sein u. brauch mich nicht dafür selbst zu verurteilen, sondern weiß aus meiner Erfahrung, dass es manchmal gelingen wird".
Zitat von Blume71:
Ganz sicher falle ich noch oft in alte erlernte Verhaltensmuster zurück.

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, alte gewohnte u. gut vertraute Verhaltensmuster zu verändern, es braucht seine Zeit u. die gebe ich mir u. so werde ich meine Gewissheit stärken, meine alten Verhaltensmuster schneller zu identifizieren u. überwinden zu können".
So etwa, wollte ich dir einmal meinen Impuls dalassen, wie eine wohlwollende Selbstansprache für die nötige Erkenntnis u. Motivation sorgen kann.
Zitat von Blume71:
Mir ist es schon öfter passiert, dass es sich gut angefühlt hat (vllt weil es alte bekannte vertraute Verhaltensmuster waren) und im nachhinein habe ich erste gemerkt, dass irgend etwas nicht mehr stimmig ist.

Das liest sich doch recht wohlwollend, Prima !
Zitat von Blume71:
Muss ich mich immer erklären? Nein

"Nein" Blume ! da stimme ich dir absolut zu !
Zitat von Blume71:
(Kindern natürlich schon)

Da würde ich sagen, Nicht grundsätzlich, denn, dass ist natürlich auch Alters abhängig, denn man Kinder mit zu viel Erklärungen auch überfordern.
Da sollte man sich auch schon mal die Zeit gönnen u. vorher gut abwägen !

LG Jedi

06.07.2019 21:17 • x 3 #38


Mandinka
Daß man junge Kinder mit Erklärungen und ähnlichem auch überfordern kann, muß ich bestätigen. Wenn man denkt, eine Begründung gegenüber dem Kind wäre jetzt doch unbedingt nötig, sollte sie kurz und nachvollziehbar ausfallen. Viele Kinder, die ständig mit Erklärungen etc. bombardiert werden von ihren Eltern, schalten nämlich irgendwann auf Durchzug oder fangen erst recht an, zu rebellieren, meiner Erfahrung nach.

Zum Thema Abgrenzung noch mal kurz:
Ich arbeite ständig weiter daran und bin erst seit relativ kurzer Zeit spürbar in der Lage dazu. Aber ich muß sagen, je öfter ich es schaffe, mich abzugrenzen, um so besser geht es mir - um so weniger depressive Stimmungen kommen auf. Im Gegenteil. Manchmal gibt es Situationen, wo ich doch kurz davor bin "umzukippen", d.h. dem Drängen einer anderen Person z.B. nachzugeben, obwohl ich gar nicht will. Und in letzter Zeit schaffe ich es dann fast immer, mich in diesen Situationen zu stabilisieren und doch noch "Nein" zu sagen. Mitunter klopfe ich mir hinterher dann selber auf die Schulter und fühle mich richtig gut und erleichtert, es geschafft zu haben, Nein zu sagen bzw. mich abzugrenzen - und zwar ohne schlechtes Gewissen und ohne die andere Person vor den Kopf zu stoßen, wie mir das früher auch öfters passiert ist, wenn ich mich unter Druck gesetzt fühlte.

07.07.2019 09:42 • x 4 #39


Resi
Zitat von Blume71:
Neulich hatte ich ein Gespräch mit einer Bekannten, welche 8 Wochen in einer psychosomatischen Klinik war. Sie sagte, sie habe dort sehr viel Material mitgebracht, zB das 12 Punkteprogramm . Alles bzw. vieles würde auf sie zutreffen, .

Ich kann das bestätigen, und weiß zudem, daß das 12 -Schritte-Programm bei allen psychischen Störungen/Erkrankungen angewandt werden kann- es ist absolut phantastisch und lohnenswert, wenn man es sich mal erarbeitet hat- und es tut einfach gut.
Dazu kann ich wirklich gute Zusatz-Bücher empfehlen, z. B. "Mut zur Unabhängigkeit- Wege zur Selbstfindung und inneren Heilung" von Melody Beattie.
Danke, Blume, daß du mir das in Erinnerung gerufen hast- warum hab ich das nur so lange so schleifen lassen.

Zitat von Mandinka:
Nein zu sagen bzw. mich abzugrenzen - und zwar ohne schlechtes Gewissen und ohne die andere Person vor den Kopf zu stoßen, wie mir das früher auch öfters passiert ist, wenn ich mich unter Druck gesetzt fühlte.

Oh, super, Mandinka
Ich schaffe es meistens, mich abzugrenzen, aber ich muß dann auch (noch!) das schlechte Geissen ertragen, wobei es besser wird.
Aber kürzlich bin ich wieder "hereingefallen", wurde quasi überrumpelt und hab zu schnell eine Zusage gegeben, von der ich weiß, daß sie mich überfordert.
Aber es wird mir eine Lehre sein.

Im Job gelingt mir das immer mehr, und -ganz komisch- neulich sagte mir eine Kollegin, ich würde viel entspannter wirken.
Meine Abgrenzung bedeutet auch: manche Dinge gehen mich einfach nichts an!

Und wenn meine eine Kollegin stöhnt und seufzt, frage ich sie, ob sie sich schlecht fühlt oder ich ihr helfen kann.
Wenn sie sagt "alles gut" und weiter stöhnt und seufzt ist es nicht mein Problem.
Wenn meine Vorgesetzte hektisch durch den Raum läuft und kurz angebunden ist (da geht dann schon meine Augenbraue mal hoch), ist das nicht mein Problem- es sei denn, sie wendet sich an mich.

Es darf mir gutgehen, auch wenn es jemand anderem schlecht geht.

07.07.2019 10:04 • x 3 #40


Blume71
Hallo,

Zitat von Jedi:
Hallo Blume71 !


Möchte Dir einmal Beispiele an Hand deines Beitrags geben, wie du deine Selbstansprache freundlicher führen kannst.


"Mir ist es nie so leicht gefallen, spüren zu können, was ich selbst möchte.
Doch werde ich künftigt versuchen, mehr darauf zu achten, was meine Bedürfnisse sind, damit es mir mit der Zeit leichter fallen wird, wahrzunehmen u. zu benennen, was ich selbst möchte".

"Manchmal gelingt es mir u. das macht mir ein gutes Gefühl u. dann versuche ich, dieses Gefühl in mir zu bewahren.
"Es passiert auch mal zu spät, weil ich es nicht richtig wahrnehmen konnte, weil ich villt. von Anderem abgelenkt war.
Auf meine Impulsivität dabei, darauf kann ich mehr acht geben".
Manchmal gelingt es gar nicht, aber auch das darf sein u. brauch mich nicht dafür selbst zu verurteilen, sondern weiß aus meiner Erfahrung, dass es manchmal gelingen wird".

Ich weiß, dass es nicht leicht ist, alte gewohnte u. gut vertraute Verhaltensmuster zu verändern, es braucht seine Zeit u. die gebe ich mir u. so werde ich meine Gewissheit stärken, meine alten Verhaltensmuster schneller zu identifizieren u. überwinden zu können".
So etwa, wollte ich dir einmal meinen Impuls dalassen, wie eine wohlwollende Selbstansprache für die nötige Erkenntnis u. Motivation sorgen kann.

Das liest sich doch recht wohlwollend, Prima !

"Nein" Blume ! da stimme ich dir absolut zu !

Da würde ich sagen, Nicht grundsätzlich, denn, dass ist natürlich auch Alters abhängig, denn man Kinder mit zu viel Erklärungen auch überfordern.
Da sollte man sich auch schon mal die Zeit gönnen u. vorher gut abwägen !

LG Jedi


Vielen Dank Jedi!

Zitat von Mandinka:
Mitunter klopfe ich mir hinterher dann selber auf die Schulter und fühle mich richtig gut und erleichtert, es geschafft zu haben,


Ja - das Gefühl kenne ich auch. Es fühlt sich wie warmer Honig an, der die Seele runterläuft Ein gutes, warmes Gefühl, welches stärkt. Man hat seine eigenen Gefühle wahrgenommen und die Kraft gehabt, dafür einzustehen.

Zitat von Resi:
Dazu kann ich wirklich gute Zusatz-Bücher empfehlen, z. B. "Mut zur Unabhängigkeit- Wege zur Selbstfindung und inneren Heilung" von Melody Beattie.


Danke Dir, Resi. Von dieser Autorin habe ich auch ein Buch, welches einmal jemand aus dem "BOF" empfohlen hatte. "Kraft zum Loslassen", es beinhaltet tägliche Meditationen - ein sehr gutes Buch.

Lieben Gruß Blume

07.07.2019 15:52 • x 3 #41


Jedi
Hallo Mandinka !

Zitat von Mandinka:
schalten nämlich irgendwann auf Durchzug oder fangen erst recht an, zu rebellieren,

So ist es, weil Kindern u. heranwachsenden junge Menschen es eben an der nötige Erfahrung fehlt, die Erklärungen der Erwachsene richtig einordnen u. interpretieren zu können.
Zitat von Mandinka:
ich muß sagen, je öfter ich es schaffe, mich abzugrenzen, um so besser geht es mir - um so weniger depressive Stimmungen kommen auf.

Ja Mandinka so geht es nur !
Erfahrung machen ist der Weg u. je mehr positive Erfahrung du machen wirst, umso sicherer u. stabiler wird dein Umgang mit Abgrenzung.
Zitat von Mandinka:
mich in diesen Situationen zu stabilisieren und doch noch "Nein" zu sagen


Zitat von Mandinka:
Mitunter klopfe ich mir hinterher dann selber auf die Schulter und fühle mich richtig gut und erleichtert, es geschafft zu haben

Das sind die positiven Erfahrungen, von denen ich geschrieben habe u. die beeinflussen unsere Denken !
sich selbst dann auch dafür loben, gehört umbedingt dazu !
Zitat von Mandinka:
zwar ohne schlechtes Gewissen

Sehr wichtig dabei !
Zitat von Mandinka:
ohne die andere Person vor den Kopf zu stoßen

Brauch man ja auch gar nicht.
Aber der Andere kann sich indem Miteinander, besser an uns orientieren !

LG Jedi

07.07.2019 20:01 • x 3 #42


Blume71
Guten Abend,

soeben habe ich einen guten Vortrag des Kinderpsychiaters Michael Winterhoff bei Youtube gesehen.
Ich weiß nicht, ob ich ihn hier verlinken darf.
Es geht darum, warum so viele Kinder zu Narzissten werden und was man als Lehrer, Erzieher und Eltern anders machen kann.

In Kurzform:
Einer der Gründe ist lt. Herrn Dr. Winterhoff, dass eine Symbiose mit dem Kind besteht. Kinder werden wie kleine Erwachsene behandelt. Es wird ihnen alles Recht gemacht. Abgrenzung findet nicht mehr statt, weil selbst der Erzieher oder Elternteil geliebt werden will (ich hoffe ich gebe das hier richtig wieder)
Ein weiterer Punkt ist die Digitalisierung. Der Erwachsene kommt nicht mehr zu sich, ist dauergestreßt und die Psyche kann sich nicht erholen - so dass dann Abgrenzung auch schwer fällt.

Sein Ratschlag ist, damit sich die Psyche erholen kann und im nachhinein besser Abgrenzung passieren kann, mindestens (und das ist die Bedingung) 4-5 Stunden allein - ohne Handy - durch den Wald spazieren zu gehen. Nach 2-3 Std. kommt man runter und dann fängt die Psyche an, sich zu erholen. Der Umgang mit den Kindern (bzw. mit einem selbst) ist danach ein völlig anderer.
Dr. Winterhoff geht selbst alle paar Wochen allein im Wald spazieren, damit er geerdet ist.
Als andere Möglichkeit schlägt er vor, dass man für 3 Wochen sich jeden Tag 1/2 Std. in eine Kirche setzt - ganz allein. Die erste Woche ist man froh, wenn die 1/2 Std. vorbei ist. In der 2. Woche ändert sich jedoch schon etwas und irgendwann setzt der gleiche Effekt ein, wie beim Waldspaziergang. Die Psyche erholt sich und der Mensch ist wieder geerdet und kann sich u. a. besser abgrenzen. Bei sich bleiben.

Ich fand diesen Vortrag sehr interessant und wollte ihn einfach mal hier weitergeben.

Lieben @forenleitung - ich hoffe, das ist so in der Form gestattet, andernfalls bitte löschen!

Vielen Dank und allen einen schönen Abend!

08.07.2019 20:58 • x 3 #43


Forenleitung
Hallo,

ja, Du kannst den Link des Videos hier einfach reinkopieren. Die URL wird dann in die Videoansicht umgewandelt.

Liebe Grüße

09.07.2019 08:03 • x 3 #44


Blume71
Vielen Dank!

09.07.2019 13:24 • x 1 #45




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