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Diagnose Burnout - wie geht es weiter / Erfahrungen?

Hallo zusammen,

Ich war gestern nach langem hin und her endlich beim Arzt und habe meine aktuellen Beschwerden die ich schon seit einem halben Jahr nur rumtrage mitgeteilt.
Ich arbeite als Teamleiter in einer Spedition, anfangs bin ich gut mit dem Stress umgegangen, habe einen Ausgleich mit Sport geschafft und könnte gut abschalten. Nebenbei mache ich noch eine Weiterbildung zum Betriebswirt. Als die Prüfungen begannen hat es mit dem Stress begonnen. Ich hatte keine Zeit mehr einen Ausgleich zu schaffen. Bei der Arbeit wuchsen zugleich die Aufgaben und ich fiel schleichend in das Loch in dem ich mich jetzt befinde.
Der Stress nagte an meinen Kräften. Ich redete mir ständig ein das es wieder wird, schließlich habe ich eine momentane Doppelbelastung.
Leider wurde die Situation nicht besser und die Symptome wie Panikattacken, Schweißausbrüche nachts, schlechter , Schwindel, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen , ausgelaugt und kraftlos am Morgen. Schlussendlich zog ich mich von Menschen privat und beruflich zurück. Mein Körper findet keine Ruhe mehr und aus eigener Angst um meine Gesundheit raffte ich mich zum Arzt.
Diagnose Burnout, er schrieb mich jetzt erstmal für zwei Wochen krank und empfiehlt mir einen Psychotherapeuten.

Er meinte ich soll meinem Chef erstmal nicht darüber informieren sondern Aufgrund Rückenschmerzen mich krank melden. Ich bat ihm das ich evtl. Einen stationären Aufenthalt möchte, da ich mich zuhause nicht mehr wohlfühle und mir alles zu viel ist.

Meine Frage ist jetzt wie informiere ich meinen Chef darüber, ich habe ein ziemlich schlechtes Gewissen wenn ich nicht die Wahrheit zu erst sage. zudem weiß ich ja nicht wie lange ich nun ausfallen würde. Zudem hab ich jetzt noch mehr Druck weil ich daran denke was mit meinen Aufgaben ist, wer übernimmt diese usw.

Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann mir in meiner aktuellen Situation weiterhelfen.

Lg Paul33

04.05.2019 11:35 • #1


Hallo Paul,
erstmal willkommen hier im Forum, hier gibt es viele Menschen mit ähnlichen Erfahrungen, die Dir sicher weiterhelfen können.
Es ist gut, dass Du Dir Hilfe holst, hier schreibst und zum Arzt gegangen bist! Denn wenn man nichts unternimmt, wird ein Burnout immer schlimmer, man gerät immer tiefer rein in den Schlamassel und die Symptome werden immer stärker.
Ich kann das total verstehen und nachvollziehen, dass Du ein schlechtes Gewissen hast und Deinen Arbeitgeber darüber informieren willst, wie lange Du ausfällst. Das spricht auch für Dich, Deine Loyalität und Ehrlichkeit!
Allerdings solltest Du Dich jetzt in erster Linie um Dich kümmern, denn die Gesundheit steht an erster Stelle.
Bei einem Burnout gibt es zwei Komponenten, die äußeren Umstände und die innere Haltung, die Gedanken, Bewertungen, wie z. B. der eigene Perfektionismus. Um an der zweiten Komponente etwas zu ändern, braucht es Zeit. Das kann man gut in einer Psychotherapie bearbeiten. Aber auch, um die erste Komponente langfristig richtig einzuschätzen, brauchst Du Zeit. Erstmal musst Du zur Ruhe kommen, um diese Dinge anzugehen. Du weisst sicher selbst, dass da zwei Wochen wahrscheinlich nicht ausreichen.
Das Wichtigste ist sicher, dass Du erstmal akzeptierst, dass es jetzt so ist, dass Du an Deine Grenzen gekommen bist mit den Belastungen.
Es kann sein, dass man nicht sofort einen Psychotherapeuten findet. Und wenn Du selbst schon sagst, dass Dir ein Klinikaufenthalt gut tun würde, dann würde ich das auf jeden Fall weiter verfolgen. Die Therapien in einer Klinik dauern mindestens 4 Wochen, wenn ich mich nicht irre und auch dort gibt es meistens Wartezeiten.
Was hat Dein Hausarzt denn zu dem Thema Klinik gesagt? Er sollte Dir raten, wie Du jetzt genau vorgehst.

Was Du genau Deinem Chef mitteilst, kann ich Dir leider auch nicht raten.Ich würde mir das auf jeden Fall gut überlegen, was ich sage. Bestimmt haben andere hier damit bessere Erfahrungen als ich. Ich habe selbst gekündigt bei meinem Burnout, weil ich die Firma nicht belasten wollte. Das war aber wohl das Dümmste, was man machen kann, zumal es ein großer, sehr wettbewerbsfähiger Betrieb war, der das sicher verkraftet hätte.

04.05.2019 12:08 • x 1 #2


Eis
Hallo Paul,
Ich hatte vor 2 Jahren die gleiche Diagnose. Du musst Deinem Chef keine Diagnose sagen, und wenn er wissen will wie lange Du ausfällst, kannst Du einfach sagen, dass Du jetzt 2 Wochen krank geschrieben bist und erst mal schaust, wie es Dir bis dahin geht. Wenn Du etwas sagen möchtest, weil das bei Euch üblich ist, kannst Du ja dem Rat des Arztes folgen und erst mal Deine Rückenschmerzen nennen, ist ja Teil des Burnout.
Ich habe nach ca. 2-3 Monaten eine stationäre Reha beantragt. Das kann ich Dir auf jeden Fall empfehlen. Wenn es Dir so schlecht geht, dass Du nicht auf eine Reha warten kannst gibt es noch die Klinik als Alternative.
Ansonsten würde ich mir inzwischen einen Termin beim Psychiater oder Nervenarzt vereinbaren. Den brauchst Du wenn die Krankmeldung einen gewissen Zeitraum überschreitet und wegen evtl. Medikation.
Gönn Dir viel Ruhe und geh jeden Tag spazieren.

Alles Gute
Eis

04.05.2019 12:14 • x 1 #3


Danke für eure Antwort! Das ermutig mich wieder!

Mein Arzt meinte das er mir mit einem stationären Aufenthalt schnell helfen kann. Einen Platz bei einem Psychotherapeuten habe ich auch bereits bekommen. Bin am Montag nochmals bei meinem Hausarzt dann sehen wir weiter, wie und was mit mir geschieht. Ich finde es halt extrem schwierig loszulassen, aber ich denke die Gesundheit hat Vorrang und das sollte man nicht ignorieren !

Ich danke euch

Lg Paul33

04.05.2019 20:08 • x 2 #4


Eis
Hallo Paul,
Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, die Diagnose zu akzeptieren. Bei mir hat es deshalb auch 6 Wochen Krankmeldung dafür gebraucht und einen Termin beim Psychiater, der aus einem Hörsturz ein schweres Erschöpfungssyndrom gemacht hat. Erst Wochen später nach ein paar Psychotherapiestunden konnte ich mir selbst gegenüber und später auch meinem Umfeld gegenüber von Erschöpfungsdepresseion sprechen. Gut, dass das bei Dir nicht so lange gedauert hat.
Gut ist auch, dass Du schon einen Termin beim Psychotherapeuten hast, und Hut ab vor Deinem Hausarzt, meiner hat das nicht wirklich erkannt, bzw. Ich habe zarte Andeutungen in diese Richtung abgewehrt.
Aber eines ist ganz sicher: Die Gesundheit hat Vorrang, das hast Du gut erkannt. Es gibt nichts wichtigeres.

Meld Dich einfach, wenn Du Fragen hast. Viele hier im Forum haben ähnliches durchgemacht.

Alles Gute
Eis

04.05.2019 20:20 • #5


Hallo Paul,
ich kann mich Eis nur anschließen. Es ist nicht leicht, zu akzeptieren, wie es ist, aber die Gesundheit hat immer Vorrang.

Lass Dich nicht entmutigen, wenn es dann doch Wartezeiten gibt und bleib dran.

Ich wünsch Dir viel Erfolg für Deinen Termin morgen.

05.05.2019 12:23 • #6


blauerose45

16.06.2019 17:16 • x 2 #7


Luna1985
Hallo,

such dir am besten einen Psychiater, mit dem du über das weitere Vorgehen sprechen kannst.

Ich kann nur von mir persönlich sprechen. Ich habe es nicht allein geschafft. Habe seit 4 Jahren eine Burnout bedingte Depression. Dachte, das wird schon wieder;) Jetzt mach ich endlich eine Reha. Medikamente nehme ich schon ne Weile und eine Therapie hab ich auch gemacht.

LG Luna

16.06.2019 21:40 • x 1 #8


Alexandra2
Liebe blauerose,
Ich glaube nicht, daß man es alleine schafft. Warum sollte man sich das antun? Und man kommt sich selbst zuwenig auf die Schliche, welche Denkweisen und Verhalten den Burnout begünstigt haben. Denn darum geht es, eine gesunde, für sich förderliche Lebensweise zu entwickeln.
Liebe Grüße Alexandra

16.06.2019 21:48 • x 2 #9


Eis
Hallo blaurose

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Ich bin seit 2 Jahren krank und hatte ohne Psychotherapie und Medikamente keine Chance rauszukommen. Wenn es sich um eine leichte Depression handelt kannst du evtl. nur mit Therapie auskommen. Du solltest aber in jedem Fall einen Termin beim Psychiater vereinbaren.
Geh viel Spazieren und/oder mach Sport, das hilft in jedem Fall. Ansonsten ist Entspannung noch ein Thema.

Alles Gute
Eis

16.06.2019 21:58 • x 2 #10


ZeroOne
Hi blauerose45!

Je früher das Problem erkannt wird, man es annimmt und sich helfen lässt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, mit geringerer Mühe und guten Erfolgsaussichten auch relativ schnell wieder herauszufinden.

LG
ZeroOne

16.06.2019 23:36 • x 2 #11





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