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Klarnamenpflicht bald auch hier ?

E
@Sifu

Humor ist, wenn man trotzdem lacht . Aber ich weiß, heute läuft man Gefahr, schnell angezeigt zu werden.

x 2 #61


HDD
Zitat von Lunatica:
Mach das mal mit Mohammed, das Echo wird grösser sein

Besser: Lass das mal lieber bleiben.

Nicht nur wegen des möglichen Echos, sondern auch aus Rücksichtnahme. Was soll an Positivem dabei heraus kommen, wenn manohne Not auf den religiösen (oder anderen wichtigen) Gefühlen anderer Leute herumtrampelt? Ich finde, sich da etwas zurück zu halten, ist einfach ein Gebot normaler menschlicher Höflichkeit; egal wie die eigenen Gefühle in dieser Hinsicht beschaffen sein mögen.

x 4 #62


A


Hallo Sifu,

Klarnamenpflicht bald auch hier ?

x 3#3


E
@HDD
Ja, aber etwas mehr Humor würde da auch nicht schaden. Man muss ja nicht immer alles juristisch verfolgen. Verhältnismäßigkeit.

Wenn jeder wegen jeder Beleidigung oder Verletzung seiner religiösen oder anderer Gefühle zum Anwalt rennen würde?

x 2 #63


Dys
Eigentlich kann der eigene Intellekt einem schon manchmal behilflich sein und das in vielerlei Hinsicht. Sich zu fragen ob es Menschen geben könnte, die den eigenen Humor nicht teilen würden, kann ja schon ausschlaggebend dafür sein, ob man etwas für einen selbst humorvoll erscheinendes öffentlich macht. Des Weiteren kann man getrost davon ausgehen, dass es auch Menschen gibt, die geradezu darauf warten, etwas zu vernehmen auf das sie dann anspringen können. Und drittens muss man ja beispielsweise aus purer Langeweile heraus, trotzdem nicht alles in eine Tat umsetzen, was einem so in den Sinn kommt.

Und bei allem für und wieder, über das man sich vorher Gedanken machen kann, wird einen trotzdem niemand abhalten zu tun was man tun will. Was sich daraus ergibt sieht man ja erst hinterher. Nachdenken heißt ja nicht, dass man erst Danach anfangen soll zu Denken, wenn man schon Tatsachen geschaffen hat.

x 1 #64


E
Es wird in einer multikulturellen und globalisierten Welt immer Menschen geben, die den eigenen Humor nicht teilen und umgekehrt.

Die Frage ist, wo fängt Unterdrückung und Krampf an?

x 2 #65


HDD
Zitat von Eiskristall:
Ja, aber etwas mehr Humor würde da auch nicht schaden. Man muss ja nicht immer alles juristisch verfolgen. Verhältnismäßigkeit.

Wenn jeder wegen jeder Beleidigung oder Verletzung seiner religiösen oder anderer Gefühle zum Anwalt rennen würde?

Ich stimme dir da bei; aber leider (oder vielleicht doch eher: Natürlich) kann man anderen deren Maß an Humor nicht vorschreiben; das ist kulturell und individuell total verschieden und häufig schlecht vorhersehbar. Kann man ja auch bei einzelnen Personen in diesem Forum durchaus sehen.

Natürlich kann man auf Verhältnismäßigkeit pochen. Aber was ist das, "Verhältnismäßigkeit"? Das ist doch eine total subjektive Kategorie. Was für den einen verhältnismäßig ist, ist für den nächsten vielleicht eine total krasse Provokation; gerade im religiösen Kontext kommt das bekanntermaßen doch wirklich häufig vor. Mir als agnostischem Menschen kannst du mit den krassesten Sprüchen in Bezug auf Religionsabwertung kommen und ich zucke nicht mal mit der Achsel. Ein gläubiger Mensch wird sich womöglich in seiner tiefsten Identität abgewertet fühlen.

Bevor ich so einen kontroversen Beitrag (bzw. eine entsprechende Karikatur) teile, würde ich mich erstmal fragen, was ich selbst davon habe. Glaube ich, dass ich diesen Standpunkt jetzt explizit vertreten muss oder kann ich es auch sein lassen, ohne mich gekränkt zu fühlen?

Wenn wir alle ein wenig (mehr) Rücksicht auf die Gefühle anderer nehmen, wo es uns nicht unbillig einschränkt, tragen wir doch zu einem friedlicheren und konstruktiveren Miteinander besser bei als wenn wir bewusst (und ohne Not) provozieren.

x 2 #66


Dys
Zitat von Eiskristall:
Die Frage ist, wo fängt Unterdrückung und Krampf an?

Unterdrückung ist ein starker Begriff. Vielleicht im Bezug auf Humor eher nicht pauschal anwendbar. Uns selbst wenn sich jemand beleidigt fühlt und dem etwas entgegen setzen will, wäre das wohl eher noch keine Unterdrückung. Wenn menschliche Grundrechte aberkannt werden, aber schon.

Setzt man unter dem Humor Aspekt etwas in ein Forum, dass, selbst wenn es nicht die Intension ist zu beleidigen, aber zwei Gruppen betrifft denen sich durchaus sehr viele Menschen zugehörig fühlen könnten, was bei Christen und Frauen ja der Fall ist, müsste man zumindest damit rechnen, das es einige darunter gibt, die es nicht lustig sondern vielleicht eher beleidigend oder abwertend finden. Dementsprechend dürfte dann halt eine gewisse Resonanz kommen und dann nutzt es auch wenig, darüber zu jammern.

#67


Stromboli
Zitat von HDD:
Natürlich kann man auf Verhältnismäßigkeit pochen. Aber was ist das, "Verhältnismäßigkeit"? Das ist doch eine total subjektive Kategorie. Was für den einen verhältnismäßig ist, ist für den nächsten vielleicht eine total krasse Provokation; gerade im religiösen Kontext kommt das bekanntermaßen doch wirklich häufig vor. Mir als agnostischem Menschen kannst du mit den krassesten Sprüchen in Bezug auf Religionsabwertung kommen und ich zucke nicht mal mit der Achsel. Ein gläubiger Mensch wird sich womöglich in seiner tiefsten Identität abgewertet fühlen.
Bevor ich so einen kontroversen Beitrag (bzw. eine entsprechende Karikatur) teile, würde ich mich erstmal fragen, was ich selbst davon habe. Glaube ich, dass ich diesen Standpunkt jetzt explizit vertreten muss oder kann ich es auch sein lassen, ohne mich gekränkt zu fühlen?
Wenn wir alle ein wenig (mehr) Rücksicht auf die Gefühle anderer nehmen, wo es uns nicht unbillig einschränkt, tragen wir doch zu einem friedlicheren und konstruktiveren Miteinander besser bei als wenn wir bewusst (und ohne Not) provozieren.


Das spricht mir aus dem Herzen, HDD.

Vielleicht wäre es hilfreich, sich als Mitglied dieses Forums mal zu fragen, wie wir auf schlechte Witze über Depressive und psychisch Kranke reagieren würden? In denen wir z.B. als faul, parasitär, überempfindlich, peinlich usw. karikiert werden? Solche Witze zirkulieren, da müssen wir uns keine Illusionen machen. Und Leute, die darüber lachen und gar nicht verstehen, wie man/frau empfindlich darauf reagieren kann, gibt es natürlich auch. Ist doch nur Humor ...
Will man noch eine Stufe tiefer gehen: Es gab und gibt z.B. auch Judenwitze, Witze über Schwarze, Blondinen, Neurodivergente, P.ädophile etc etc ... und über alle lachen dann auch jene, die damit keine persönliche Empfindlichkeit verbinden, aber vielleicht ein mehr oder weniger bewusstes Vorurteil gegen diese Gruppen haben. Witze über religiöse Glaubensrichtungen sind dafür typisch.
Einfach nur Humor? Eine Frage der Verhältnismässigkeit?

Ich habe generell Mühe mit Witzen auf Kosten anderer Menschen. Sie können natürlich andere auch liebevoll und mit Augenzwinkern aufs Korn nehmen, das ist okay. Eine klare Grenze gibt es da nicht. Hingegen fände ich es schön, es ernst zu nehmen und zu respektieren, wenn für jemanden ein Witz offensichtlich zu weit gegangen ist. Statt ihm oder ihr im Stil zu begegnen, wie wir es vom Umgang mit Depressionen kennen: Stell dich doch nicht so an, ist doch kein Drama, du bist doch überempfindlich usw. - DAS würden die wenigsten hier lustig finden, oder?

x 8 #68


Lunatica
Zitat von HDD:
Besser: Lass das mal lieber bleiben. Nicht nur wegen des möglichen Echos, sondern auch aus Rücksichtnahme. Was soll an Positivem dabei heraus kommen, wenn manohne Not auf den religiösen (oder anderen wichtigen) Gefühlen anderer Leute herumtrampelt? Ich finde, sich da etwas zurück zu halten, ist einfach ein Gebot ...


das finde ich auch, ich respektiere jede Religion solange sie friedlich ist!
Darum mag ich auch die Karikaturen nicht, es gibt andere Möglichkeiten sich künstlerisch auszutoben tanzen

x 2 #69


Dys
Zitat von Stromboli:
Ich habe generell Mühe mit Witzen auf Kosten anderer Menschen. Sie können natürlich andere auch liebevoll und mit Augenzwinkern aufs Korn nehmen, das ist okay. Eine klare Grenze gibt es da nicht.

Die meisten Witze gehen schon auf Kosten anderer Menschen, das liegt oft in der Natur der Sache. Kommt n Mann zum Arzt…. ist so ein klassischer Anfang eines Witzes. Ob nun Ostfriesen, oder Bewohner des Nachbarortes oder eines anderen Landes, spielt eigentlich keine Rolle, weil darin ja oft Klischees auf eine humorvolle Art und Weise gespielt werden und der Witz sonst garnicht funktionieren würde. Der Punkt ist eigentlich ein Anderer.

Nämlich bei einem Witz, der einem persönlich nicht zusagt, oder der einem nicht gefällt, aus welchem Grund auch immer, dann auf eine Weise zu reagieren, die angebracht wäre.

Es macht schon einen Unterschied wenn man sagt „ich finde dass nicht lustig“ und nicht gleich mit einem „darüber macht man keine Witze“ reagiert. Denn eine Ich-Botschaft ist zunächst mal keine Anklage, sondern eine reine Feststellung, die demjenigen der den Witz gemacht hat, fairerweise mal darüber nachzudenken ob es gut war, diesen Witz zu machen oder zumindest nachzufragen, weshalb dieser Witz beim Gegenüber nicht lustig ankam.

Im Gegensatz dazu, ist eben eine (oft verallgemeinerte) Antwort, was der Andere gefälligst zu tun oder zu lassen hat, schon etwas, was derjenige als Bevormundung oder Maßregelung empfinden kann, auch wenn es nicht so gemeint sein würde.

Ein weiterer Punkt ist nämlich leider auch, dass Vielen heutzutage die Mühe etwas nachzufragen oder eine Ich-Botschaft zu formulieren die nunmal als einzige das persönliche Empfinden als beachtenswert darstellen würde und somit auch gerechtfertigt wäre, schlicht zu viel Arbeit zu sein scheint, was wiederum dann gerne mit einer Verallgemeinerung dargestellt und abgewertet wird, die da als politisch korrekt bezeichnet wird. Selbst wenn es keine politische ist.

Auch darüber darf man sich Gedanken machen. Denn das eigene Empfinden kann zufälligerweise auch eines sein, dass Andere ebenso empfinden und trotzdem ist es Möglich, das in anderen Belangen dieses eigene Empfinden sich dann auch wieder unterscheidet.
Beispiele finden sich ja in der Öffentlichkeit genug:

Ein Grüner der Waffenlieferungen für die Ukraine befürwortet, oder ein anderer, der die Autoindustrie stärken will. Ein Sozialdemokrat, der Sanktionen befürwortet für diejenigen, die durch Lücken im Gesetz Sozialleistungen erschleichen. Ein deutscher Demokrat, der Autokratien in Nachbarländern gut findet. Alles ein bisschen Widersprüchlich, oder? Und dennoch darf es die persönliche Meinung sein, weil es dann wohl dessen persönliches Empfinden aufzeigt. Ob man das dann teilt oder nicht, in dieser oder jener Frage, denn hierzulande ist es eben nicht so, dass man nichts mehr sagen darf. Man muss sich halt darüber im klaren sein, dass das auch für Andere gilt. Und natürlich hat alles was man sagt oder tut auch irgendeine Konsequenz, die sich dann ergibt. Welche das ist und wie sie aussieht, sieht man auch hier erst hinterher.

Bei Witzen kann die eben sein, dass jemand drüber lacht oder eben den Witz nicht zum Lachen findet. Und bei etwas, dass durch ein Gesetz untersagt wird, kann demnach natürlich auch eine Sanktion oder Strafe folgen. Auch hier gilt, hinterher ist man dann vielleicht klüger, selbst wenn man sich vorher schon klug erachtet haben sollte.

x 1 #70


Sifu
Zitat von Stromboli:
Das spricht mir aus dem Herzen, HDD. Vielleicht wäre es hilfreich, sich als Mitglied dieses Forums mal zu fragen, wie wir auf schlechte Witze über Depressive und psychisch Kranke reagieren würden? In denen wir z.B. als faul, parasitär, überempfindlich, peinlich usw. karikiert werden? Solche Witze zirkulieren, da ...

Je mehr Suizidale es gibt, desto weniger Suizidale gibt es.

#71


Grenzgaenger
Zitat von Stromboli:
Ich habe generell Mühe mit Witzen auf Kosten anderer Menschen.

Vor allem wenn sie herabwürdigend daher kommen, und der "Humor" einzig und allein darin liegt sich über Schwächere lustig zu machen damit man sich anschließend "besser" fühlt in seiner tristen Welt. Nein
Deshalb finde ich den Satz mit der Satire bzw. Kunst die angeblich alles darf zumindest Grenzwertig.... huh

x 1 #72


A


Hallo Sifu,

x 4#13


E
@HDD
Ja, ich bin mit dir einer Meinung, dass man nicht achtlos auf den Gefühlen anderer rumtrampeln sollte.

Wenn man jemand persönlich gut kennt, ist es auch einfacher, zu erkennen, ob derjenige eine bestimmte Äußerung als Humor oder Diskriminierung auffasst als in einer großen anonymen Gruppe, in der jeder anders reagiert.

x 2 #73

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